CH646074A5 - Verfahren zur trocknung von muell unter verwendung der aeroben prozesswaerme. - Google Patents
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Description
Die Erfindung liegt im Gebiet der Müllverwertung und betrifft ein Verfahren gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Bei modernen Müllverbrennungsanlagen wird der Verwertung der anfallenden Verbrennungswärme grosse Bedeutung zugemessen. Sie wird beispielsweise in kommunalen Heizsystemen verwendet. Der Energiebedarf jedoch, hauptsächlich der Wärmebedarf, ist im Winter wesentlich grösser als im Sommer. Im Interesse einer wirtschaftlichen Betriebsführung wäre es erwünscht, die Energieproduktion im Sommer zu reduzieren, d.h. auf eine Grundlast abzusenken und dafür während der kalten Jahreszeit die Anlage mit Optimallast zu betreiben.
Eine Lagerung des anfallenden, zur Verbrennung vorgesehenen Mülls führt jedoch ohne spezielle Massnahmen zu schwerwiegenden Problemen, da der Müll unter anderem durch anaerobe Reaktionen innerhalb kurzer Zeit in Faulung übergehen würde, das bekannterweise zu den unbedingt zu vermeidenden Emissionen übler Gerüche führt.
Mittlerweile ist eine ganze Anzahl Prozesse zur Herstellung eines lagerfähigen Brennstoffes aus Müll bekanntgeworden. Einige bekannte Verfahren findet man beispielsweise im Werk «Recycling», Berlin 1979, Prof. Dr. K. Tho-mé-Kozmienski, Springer-Berlin.
So wird beispielsweise in einem Verfahren der Müll einmal anfänglich verkleinert, dann klassiert, d.h. in verschiedene Fraktionen geteilt, nämlich eine Leicht-, eine Siebund eine Schwer-Fraktion. Die Leichtfraktion besteht grösstenteils aus Papier (ca. 70%), Unbrennbares ist nur in geringer Konzentration (ca. 4%) enthalten. Diese Fraktion von einem Feuchtigkeitsgehalt von nicht mehr als 40%, wird mit Fremdenergie auf 15% Wassergehalt heruntergetrocknet. Die zur Trocknung notwendige Energiemenge wird mit ca. 6% der Energiemenge des erzeugten Brennstoffes angegeben.
Die Siebfraktion ihrerseits enthält hohe Anteile an vergärbaren Materialien, die der Kompostierung zugefügt werden. Die Schwerfraktion ist für die Energiegewinnung von wenig Bedeutung. Mit einer Verteilung von 40 bis 50 Gew.-% Leicht-, ca. 15% Schwer- und den Rest Sieb-Fraktion, alles im feuchten Anfangszustand, resultiert vom Gesamteintrag doch noch ein Gewinn von rund 1 Gewichtsdrittel an lagerfähigen, verfeuerbaren Materialien. Bei einem Schüttgewicht der entstandenen Pellets von ca. 450 kg/m3 beträgt der untere Heizwert ca. 4 000 kcal/kg (16,8 GJ pro Tonne). Die Pellets resultieren aus den folgenden Prozess-Schritten der Verdichtung und Abkühlung.
Ein weiteres Verfahren führt eine Rohstoffrückgewin-nung im Haushaltmüll durch, wobei ebenfalls brennbare Stoffe rekuperiert werden, um sie in einen lagerfähigen Brennstoff zu verarbeiten.
In einem Stoffflussplan sind die Verfahrensschritte angegeben: Siebung, Zerkleinerung, Trennung in Schrott, Grobfraktion, anorganische Stoffe und eine brennstoffhaltige Fraktion. Letztere wird mit Fremdenergie getrocknet, gemahlen, gesiebt und kann gelagert werden. Beispielsweise wird für 5 Tonnen pro Stunde Hausmülldurchsatz zur Gewinnung von 1,5 Tonnen Brennstoff pro Stunde ungefähr 300 kW elektrische Energie aufgewendet. Der gewonnene Brennstoff hat einen Heizwert, wie er etwa der Braunkohle entspricht, also rund 4 300 kcal/kg (18 GJ pro Tonne). Der Fremdenergieaufwand wird mit ca. 10% der rekuperier-ten Energie angegeben. Dieses Verfahren läuft unter der Bezeichnung «ECO-FUEL I».
Von derselben Gruppe wurde auch das «ECO-FUEL II» genannte Verfahren entwickelt. Nachteile, wie es das «ECO-FUEL I»-Verfahren aufweist, beispielsweise transportungünstige Schüttgewichte und, was schwerer wiegt, der benötigte Einsatz von Spezialbrennern zur Verbrennung des gewonnenen Brennstoffes, wurden behoben.
Das technologische Vorgehen zur Rückgewinnung von brennfähigen Stoffen besteht in der Vorzerkleinerung, Trennung, dabei wird beispielsweise das brennbare Material von nicht Brennbarem getrennt, dann getrocknet, ebenfalls mit Fremdenergie, und anschliessend zerkleinert. Das erhaltene Produkt ist ein unbegrenzt lagerfähiger und sauberer Brennstoff.
Die verfügbare Energie aus einer Tonne Siedlungsabfall beträgt ca. 2,27 G/cal. (9,5 GJ pro Tonne). Daraus werden durch das Verfahren ca. 2,0 G/cal. (8,4 GJ pro Tonne) zurückgewonnen. Die Fremdenergie ist mit 10% bis 15% angegeben, damit wird ein weniger die Umwelt belastender Brennstoff gewonnen, der überdies gute Lagereigenschaften aufweist.
Ein weiteres Verfahren arbeitet ebenfalls Hausmüll auf, indem der Abfall in eine prozessfreundliche Form verkleinert wird; anschliessend findet eine Fraktionierung statt. Diese Aufteilung scheidet kompostierbares Material, sowie das Material zur Gewinnung von lagerfähigen Brennstoffen.
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Die Materialbilanz dieses Verfahrens ergibt folgende Werte: eine Grobaufbereitung umfasst eine Vorabsiebung, mit der ca. 79% des Gesamteintrages abgezweigt werden. Ebenfalls noch in der Grobaufbereitung findet eine Windsichtung statt, die schliesslich 27%, also ungefähr y3 des gesamten Mülleinsatzes, der Anlage zur Brennstoffaufbereitung überlässt. Von diesen 27% resultieren schliesslich 25% in Form von Pellets, d.h. in Form eines lagerfähigen, brennbaren Materials. Die benötigte Fremdenergie zur Trocknung des brennbaren Hausmüllanteils beträgt ungefähr 10% des zur erwartenden Energiegewinnes.
Alle diese beschriebenen Verfahren benötigen für den Prozessschritt der Trocknung auf Feuchtigkeitsgehalte, die eine gute Lagerungsfähigkeit zulassen, ungefähr 10% bis 15% der Energie des rekuperierten Brennstoffes, d.h. mit anderen Worten, der Wirkungsgrad liegt — und dies nur bei Betrachung des vordergründig energieintensivsten Pro-zesschrittes der Trocknung — bei 85 bis 90% Ausbeute. Die wirkliche Ausbeute, unter Abzug allen Aufwandes, liegt wahrscheinlich um einiges tiefer.
Beobachtet man die weltweiten Bestrebungen zur besseren Nutzung von Energiebeständen ganz allgemein und zur Einsparung im speziellen und gibt sich gleichzeitig Rechenschaft dariiber, was bei solch umfangreichen Energiebedürfnissen, wie sie die heutige Gesellschaft erfordert,
auch wenige Prozentteile erhebliche Energiemengen ergeben, die durch solche Massnahmen eingespart werden können, so dürfte auch in der Verbesserung des Wirkungsgrades der Energierekuperation aus Müll noch Erhebliches an absoluten Mengen an Energie zu gewinnen sein.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zu schaffen, durch das in der Energierückgewinnung aus Hausmüll über den Weg der Brennstoffherstellung, der energieintensivste Schritt der Trocknung, ohne aufzuwendende Fremdwärme- oder Zusatzwärme-Energie durchgeführt werden kann.
Es ist weiter Aufgabe der Erfindung, ein Müll-Trocknungsverfahren so zu schaffen, dass es als diskontinuierlichen Verfahrensteil in bestehende Prozesse eingeführt werden kann, derart, dass vorhandene Anlagen weiter benützt werden können.
Mit dem Erfüllen dieser Aufgabe gelingt es nicht nur, Energie einzusparen oder zu gewinnen, sondern auch die getätigten Investitionen weiter zu nützen.
Die Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Verfahrensanspruches angegebene Erfindung gelöst.
Anschliessend soll mit Hilfe der nachfolgend aufgeführten Figuren die Erfindung eingehend beschrieben werden.
Es zeigen:
Fig. 1 eine konventionell aufgeschichtete Miete;
Fig. 2 eine angenäherte Konvektionsmiete und
Fig. 3, 3a, 3b, 3c eine erfindungsgemäss geschichtete Miete mit zugehörigem Feuchtigkeits- und Temperatur-Graphen;
Fig. 4 Beispiel einer Unterlage zur Zwangsdurchlüftung der Miete.
Der Hausmüll enthält üblicherweise % des Gesamteinsatzes vergärbarer Materialien, Papier miteingerechnet, sowie eine unbekannte Anzahl Mikroorganismenstämme verschiedenster Populationsschichten. Der Feuchtigkeitsgehalt beträgt im Durchschnitt 40 bis 50 Gew.-% Wasser, wobei sich dieser Wassergehalt sehr inhomogen über das gesamte zu bearbeitende Gut verteilt.
Als Substrat für die gewünschten mikrobiologischen Prozesse muss der Müll vorgängig aufbereitet, d.h. zerkleinert und durch einen zumindest minimalen Mischvorgang einigermassen in eine gleichmässige Verteilung der Feuchtigkeit sowie auch der im Müll schon innewohnende Mi3 646074
krobenpopulationen gebracht werden. Für die notwendige Zerkleinerung und Sichtung können die herkömmlichen Mittel, wie sie bis anhin in Verwendung standen, benützt werden.
5 Der so behandelte Müll wird in dieser Form als Substrat für die Weiterverarbeitung verwendet.
Obschon im Hausmüll eine genügend grosse Zahl Mikroorganismen vorhanden ist, kann zur Unterstützung der mikrobiologischen Reaktion und damit zur Beschleunigung io des Trocknungsvorganges dem Müll zusätzlich entwässerter Klärschlamm beigefügt werden. Die Zumischung kann beispielsweise schon während der Müllzerkleinerung in der Mühle geschehen oder in einem späteren Prozessschritt. Die Beimischung des vorher entwässerten Klärschlammes 15 gestattet eine Einstellung und Kontrolle der für den biologischen Prozess günstigen Feuchtigkeit. So ergaben Versuche zur Einstellung der Anfangsfeuchtigkeit innerhalb 50 bis 55 Gew.-% HzO, durch Zugeben einer bestimmten Menge entwässerten Klärschlammes optimale Bedingungen für 20 die mikrobiologische Reaktion sowie, auch bezüglich der materialbedingten Eigenschaften, wie Schüttfähigkeit, Pressverhalten, Körnungsbeständigkeit, usw.
Zusätzlich werden durch den Klärschlamm weitere aerob abbaubare Substanzen in das Prozess-Substrat eingeführt 25 und damit die über den Metabolismus gewonnene Prozesswärme erhöht. Nicht zuletzt werden auch durch diese Massnahme grosse Mengen des ständig anfallenden Klärschlammes zur Gewinnung von Wärme verwertet, wobei hier natürlich nicht nur die biologische Prozesswärme, sondern auch 30 die durch eine spätere Verbrennung des Substrats gewonnene Wärme gemeint ist.
Das solchermassen behandelte Substrat, in dem die Vermehrung der Mikroorganismen angestrebt wird, muss nun in einen physikalisch-biologisch geeigneten Zustand gebracht 35 werden. Erwartet wird eine möglichst geringe Anspringzeit in einer beispielsweise geeignet aufgebauten Miete. Bei Erwärmung der Miete beginnt dem Temperaturgradienten entlang ein uneinheitlicher Verdunstungs-/Kondensations-Vor-gang einzusetzen. Diesen gilt es zu homogenisieren, bzw. in 4o möglichst kleine Regionen aufzuteilen.
Fig. 1 zeigt im Schnitt eine konventionell aufgeschichtete Miete 1 auf einer wenig wärmeleitfähigen Unterlage 2. In der Miete sind Isothermen Tx... T„ eingezeichnet. Der Verlauf der Isothermen zeigt eindeutig eine verhältnismäs-45 sig hohe Kerntemperatur im Inneren der Miete, während sie gegen aussen hin abnimmt. Ein eingezeichneter Temperaturgradient v*zeigt auf den Mietenkern und weist einen Betrag von ungefähr 60°C/Mietenschicht bzw. 0,5°C pro cm auf. Die Verdunstung des Wassers verläuft im wesent-50 liehen in Richtung v' dem Temperaturgradienten v* entgegen. Auf dem Weg tritt ständig Kondensation auf, d.h. der Feuchtigkeitsverlauf entspricht in etwa der Kurve F im Graph neben dem Schnittbild der Miete. Eine zweite Kurve T zeigt den Temperaturverlauf. Der Graph ist auf die Stelle 55 X,„ bezogen.
Eine Konvektion kann sich unter diesen Umständen nicht entwickeln, der ganze Verlauf ist weitgehend von den gegebenen Diffusionsmechanismen abhängig. Durch die verhältnismässig geringe Diffusionsgeschwindigkeit des 6o Sauerstoffs in das Innere der aufgeschütteten Miete bildet sich im Kern der Miete eine anaerobe Bakterientätigkeit aus; diese letztlich gebildete anaerobe Zone ist dann die Quelle der bekannten, die Umgebung ungemein belastenden Geruchsemission konventioneller Mülldeponien bzw. 65 Kompostieranlagen. Die biologische Aktivität, aerob, anaerob oder gemischt, ist in der Gegend der Schnittpunkte der Kurven T und F am grössten, darunter ist die Feuchtigkeit zu gering, darüber fehlt es an der geeigneten Temperatur.
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Es sollen nun gleichmässig günstige Bedingungen zur Entwicklung der Prozesswärme herbeigeführt werden.
Fig. 2 zeigt eine zur besseren Konvektion aufgestockte Miete 1, beabstandet auf der Unterlage 2 durch AbStützungen 5. Mit der Bezugsziffer 10 soll beispielsweise ein Gestell oder Gitter bezeichnet sein, das die aufgestockte Miete umgibt.
Die mit k bezeichneten Pfeile zeigen die konvenierende Luft aus der Umgebung der Miete, durch die Substratschicht hindurch und oberhalb der Miete als feuchtigkeits-beladene Luft k' wieder austretend. Eine wichtige Bedingung ist natürlich eine gleichmässige Schüttdichte des Substrats, das bei grosser Schichtdicke in den unteren Lagen natürlich gepresst wird. Tritt eine solche, durch Pressung herbeigeführte Verdichtung der untersten Schicht ein, so ergeben sich die gleichen Verhältnisse wie in der Diffusionsmiete der Fig. 1.
Die Isothermen Tt... Tn verlaufen bei gelungener Entlüftung oder Konvektion wesentlich flacher; eine für den Prozess günstigere Temperaturschichtung stellt sich ein, der Feuchtigkeitsverlauf bleibt ungefähr derselben. Man sieht, dass die biologische Aktivität gleichmässiger über das ganze Substrat verte; it sein wird, da die Temperatur (eine Funktion der aeroben Prozesswärme-Entwicklung) und die Feuchtigkeit der Wärmeentwickung gewissermassen nachläuft.
Dieses «Nachlaufen» der beiden Funktionen, die direkt voneinander abhängen, ist eine Grundbedingung für die Trocknung der Miete unter aerob erzeugter mikrobiologischer Prozesswärme.
Sinkt nämlich der Feuchtigkeitsgehalt unter 30% (Gewicht), so stellen die Mikroorganismen allmählich ihre Tätigkeit ein und es wird entsprechend keine weitere Prozesswärme mehr entwickelt. Ist nun der Temperaturverlauf über die Mietendicke, also in z-Richtung, möglichst flach, dann tritt ein gleichmässiger verteiltes System von Verdunstung/ Kondensation auf; die Miete trocknet aus und ist zudem an jeder Stelle ungefähr gleich trocken. Die Bedingung dazu ist die Schaffung einer möglichst idealen Konvektionsmiete.
Zur Schaffung einer Konvektionsmiete müssen grosse Schichtdicken, d.h. solche über 1,2 m, vermieden werden, es gibt also eine Vorschrift für den Aufbau der Miete.
Dieser spezielle Aufbau ist in Fig. 3 dargestellt. Man sieht dort eine im Schichtungsprozess sich befindliche Miete 30 mit einer untersten Schicht I, einer auf dieser gelagerten Schicht II, dann eine Schicht III usf. Diese einzelnen Schichten sind ihrerseits in die Teile 1, 2 ... n, sowie n + 1, n + 2 ... 2n, dann 2n + 1, 2n + 2 ... 3n, usf. aufgeteilt. Diese ganze Schichtung ist in Abhängigkeit der Zeit dargestellt; dies ist für die in der Längsrichtung der, noch unfertigen!, Miete angelegte Zeitachse mit der Aufteilung in ganze Tage, angezeigt. Die Unterlage 5' der Miete soll eine Un-terk;^ darstellen, durch welche die Miete von unten her ganz oder in Abschnitten durchlüftet werden kann.
Die Schichtung geht nun folgendermassen vor sich. Am ersten Tag wird auf die Unterlage 5' über die gesamte Breite der vorgesehenen Mietenschicht I der vorbereitete Müll abgelagert. Diese Menge soll beispielsweise eine Breite von ungefähr 30 m und eine Länge von ungefähr 20 m in einer Höhe von ungefähr 1 m überdecken, also einen Raum von 600 m3 darstellen. Diese 600 m3 vorbereiteter Müll entsprechen gemäss dem erfinderischen Verfahren dem verwertbaren Anteil des gesamten Mülleintrages aus einem vorbestimmten Einzugsgebiet, wobei je nach Müllanfall diese Dimensionen sich ändern können. Allerdings sollte die Schichtdicke, also die Höhe der Ablagerung einzelner Schichten das Mass von 1,2 m nicht übersteigen.
Am zweiten Tag wird die voraussehbar ungefähr gleiche Menge als Beitrag 2 zur Miete dazugegeben. In der Zwischenzeit konnte der Beitrag 1 der entstehenden Miete durch die sich entwickelnde Prozesswärme schon Feuchtigkeit abgegeben. Am dritten Tag wird der dritte Beitrag zur Miete gegeben, usf. Täglich haben die schon deponierten Anteile durch den Trocknungsprozess in ihrem Feuchtigkeitsgehalt abgenommen, bis beispielsweise am achten Tag der Anteil 1 eine Feuchtigkeit von weniger als 30% aufweist und die mikrobiologisch erzeugte Prozesswärme allmählich gegen Null absinkt.
Angenommen, der erste Tag der vorschriftsmässigen Mietenbildung wäre auch der erste Tag der Woche, also ein Montag, so würde sich die Schicht I innerhalb 5 Tagen (bis Freitag also) in fünf Teile aufteilen. Samstag und Sonntag würden die Lieferungen eingestellt, d.h. nach n = 7 Tagen, am Montag, dies wäre dann der n + Ite oder achte Tag, wieder aufgenommen. Die Schicht I der Woche I weist in Längsrichtung eine zunehmende Feuchtigkeit auf, wobei der Anteil 1 unterhalb 30% (Gew.) H20 getrocknet ist. Der Anteil 2 ist dem Trocknungsprozess unterhalb die 30%-Schwelle um einen Tag hinterher, usf.
Während der ganzen Zeit wird, um den aeroben mikrobiologischen Prozess zu unterstützen und die Feuchtigkeit abzuführen, die Schicht vorzugsweise von unten nach oben zwangsdurchlüftet.
Am Tag n + 1 wird gemäss Fig. 3 das neu hinzukommende Müllmaterial auf den trockenen Antëil 1 der Schicht I abgelagert, so dass dieser Teil der Schicht I und später die gesamte Schicht I nun als trockene, mechanisch verhältnismässig feste und durchlässige Unterlage für die Ablagerung n + 1 dient. Am folgenden Tag, gemäss Beispiel, der Dienstag der zweiten Woche, wird auf die nunmehr unter 30 Gew.-% ausgetrocknete Ablagerung 2 der vorbereitete Müll für die Ablagerung n + 2 aufgetragen. Dies setzt man bis Freitag fort und endet mit der Gesamtschicht II, welche die Anteile n + 1 bzw. 6 bis n + 5 bzw. 10 umfasst. Am 2n + lten Tag, das wäre gemäss Beispiel der Montag der dritten Woche, wird der 11. Anteil auf die nunmehr ausgetrockneten und durchlässigen Ablagerungen 1 und n + 1 aufgelegt.
Der durch die Trocknung herbeigeführte Schwund der Schichtdicke liegt erfahrungsgemäss bei ca. 10%, so dass anfangs der dritten Woche die beiden Schichten I und II zusammen eine Schichtdicke von ungefähr 1,8 m aufweisen. Die neue 2n + Ite Ablagerung von der Dicke 1 m erhöht die Gesamthöhe der Miete auf vorübergehend 2,8 m.
Nach dieser Vorschrift können gemäss Beispiel wöchentlich auf einer Fläche von 3 000 m2 ungefähr 3 000 m3 Müll abgelagert werden, wobei täglich am vorgesehenen Abla-gerungsort 600 m2 für das neu angelieferte Material sozusagen wieder neu zur Verfügung stehen und gleichzeitig die unerwünschten, anaeroben Prozesse weitgehend unterbunden sind.
So können beispielsweise fünf Schichten, entsprechend fünf Wochen, so aufeinander geschichtet abgelegt werden. Daraus resultiert eine schliessliche Höhe der Mieten von ungefähr 4 bis 5 m. Aus ursprünglich 15 000 m3 Müll sind also nach ungefähr 5 Wochen 13 500 m3 lagerfähiger Brennstoff entstanden, der weiter belüftet, schliesslich ganz austrocknet und als Brennstoff zum Einsatz gelangen kann.
Fig. 3a zeigt den Feuchtigkeitsverlauf innerhalb der Miete am Tag n + 4 oder gemäss Beispiel am Donnerstag der Woche II. Eine Restfeuchtigkeit von beispielsweise 25 % der Schicht I ist mit einer gestrichelten Linie eingezeichnet. Darüber in stufenweiser Zunahme die Feuchtigkeit der Ablagerungen n + 1 bis n + 4 der Schicht 2, wobei die Ablagerung n + 4 als Material des Tages maximale Feuchtigkeit aufweist. Es ist natürlich klar, dass durch nicht zu unterdrückende Diffusionsvorgänge, also solche, die sich
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trotz der Zwangsentlüftung behaupten, die Grenzen zwischen den Schichten nicht so scharf sind, wie dies die Zeichnung darstellt. Diese diffusen Ausgleichsprozesse verändern die dargestellte Funktion nicht sehr wesentlich.
In Fig. 3b ist der zeitliche Ablauf der Trocknung der 1. Ablagerung der Schicht III der Miete dargestellt. Die Feuchtigkeit als Funktion verläuft über die (zeitlich) vorhergehenden Schichten I + II. Die Schichten I und II zeigen einen Grundfeuchtigkeitsgehalt von beispielsweise 25% H20, während die Schicht III im ersten Abschnitt zur Zeit t = 3n + 1 einen maximalen Feuchtigkeitsgehalt anzeigt.
Dies ist die Ablagerung vom 3n + lten Tag, die fortlaufend, Tag für Tag, an Feuchtigkeit verliert. Man erkennt im Graphen, dass diese Ablagerung vom maximalen Feuchtigkeitsgehalt am 3n + 2ten Tag auf einen niedrigeren Feuchtigkeitsgehalt abgesunken ist und dies sich fortsetzt, bis sich der Feuchtigkeitsgehalt am 3n + 7ten Tag der Grundfeuchtigkeit nähert. Dies ist also das Ende der dritten, bzw. der Anfang der vierten Woche.
Ähnlich wie der Feuchtigkeitsverlauf ist der Temperaturverlauf über die einzelnen Schichten. Dies wurde schon im Zusammenhang mit Fig. 2 besprochen, in der gezeigt wird, wie die T- und F-Funktionen ähnliche Verläufe zeigen. Dieser Sachverhalt ist in Fig. 3c ebenfalls nochmals aufgezeigt, in der die zwei ausgetrockneten Schichten I und II eine Grundtemperatur T0 aufweisen; dies entspricht der Aussentemperatur bzw. der Temperatur der zur Zwangsdurchlüftung verwendeten Luft. In der noch feuchten Schicht III läuft immer noch der mikrobiologische Prozess ab, bei dem die zur Trocknung verwendete Prozesswärme erzeugt wird. Oberhalb der Schicht III, also im Gebiet der noch aufzutragenden Schicht IV ergibt sich wieder, abgesehen von der ausventilierten Wärme, die Grundtemperatur T0.
Die Zwangsdurchlüftung wird am besten in Sektoren aufgeteilt, die der täglichen Ablage entsprechen, also, gemäss Beispiel, für eine Wochenablage einer Schicht in fünf Abschnitte. Jeder Abschnitt kann von einem Ventilator, 5 oder mehrere Abschnitt als Gruppen zusammen, von einem Ventilator beschickt werden.
Fig. 4 zeigt ein Beispiel eines Luftverteilungskastens, auf welchem eine Miete, die zwangsdurchlüftet werden soll, aufgebaut wird. Der Luftverteilungskasten 40 ist in Abschnitte io 41, 42, 43 bis beispielsweise 45 aufgeteilt. Jeder dieser Luftverteilungsabschnitte 41 ff. entspricht einer Tagesablagerung. Gemäss unserem Beispiel wären hier fünf in sich abgeschlossene Kästen 41 bis 45 aneinandergereiht, zu einer Unterlage zusammengefasst. Die Dimensionen entspre-15 chen dem Müllanfall des Einzugsgebietes und betragen gemäss unserem Beispiel in der Breite 30 m und in der Länge 20 m. Der gesamte Luftverteilungskasten erhält dann eine Länge von 100 m. Jeder einzelne Abschnitt ist mit einem Anschluss zur Luftzuführung 41', 42' bis 45' versehen, wel-20 eher Anschluss entweder einzeln auf einen Ventilator führt oder mehrere Anschlüsse über eine Sammelschiene auf einen Ventilator führen. Vorzugsweise werden sämtliche Anschlüsse der fünf Abschnitte auf eine Sammelschiene 50 geführt, um mit Hilfe eines einzigen Ventilators die gesamte Miete 25 kontinuierlich zwangsdurchlüften zu können. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn beispielsweise durch Regen eindringende Feuchtigkeit zurückgehalten werden soll. Die einzelnen Abschnitte 41, 42 bis 45 des Luftverteilungskastens 40 werden dann mittels luftdurchlässigen Rosten abgedeckt, 30 auf welchen dann der Müll abgelagert wird. Die Seitenwände des Luftverteilungskastens 40 bestehen aus festem, undurchlässigem Material, die Bodenfläche kann entweder aus Beton bestehen, wobei der Luftverteilungskasten an seiner unteren Fläche gegen den Beton luftdicht abgeschlossen 35 wird.
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2 Blätter Zeichnungen
Claims (11)
1. Verfahren zur Herstellung von getrocknetem, stabilisiertem Material aus vorgängig zerkleinertem und durchmischtem Hausmüll, wobei das Verfahren weitgehend frei von anaeroben Prozessen durchgeführt wird, gekennzeichnet durch die Schichtung des Mülls zu einer Miete, deren Form und Anzahl der Eintragungsschichten von der durch die mikrobiologischen Prozesse erzeugten Wärmemenge abhängt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mietenschicht (I, II,...) aus zeitlich beabstan-deten Ablagerungen (1, 2,... n) gebildet wird.
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PATENTANSPRÜCHE
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mietenschicht mindestens soviele Ablagerungen aufweist als aus dem mikrobiologischen Prozess der ersten Ablagerung Wärmeenergie gebildet wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere Mietenschicht erst gebildet wird, wenn die mikrobiologischen Prozesse in der ersten Ablagerung der vorangegangenen Schicht durch Austrocknung des Substrats im Abklingen sind.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablagerung sämtlicher, übereinanderliegenden Mietenschichten um 7 Tage zeitlich beabstandet sind.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablagerungen der aufeinanderfolgenden Teilablagerungen einer Mietenschicht um einen Tag zeitlich beabstandet sind.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der zur Mietenbildung verwendete Hausmüll entwässerten Klärschlamm enthält.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Klärschlammanteil einen Feuchtigkeitsgehalt des Gemisches innerhalb 50 bis 55 Gew.-% H20 bewirkt.
9. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine abgelagerte Teilschicht zwangsentlüftet wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass alle im mikrobiologischen Prozess befindlichen Teilschichten zwangsdurchlüftet werden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass alle abgelagerten Mietenschichten (I, II,...) zwangsdurchlüftet werden.
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Family Applications (1)
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