CH646720A5 - Flammwidrige copolymer aufweisende masse. - Google Patents

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CH646720A5
CH646720A5 CH163580A CH163580A CH646720A5 CH 646720 A5 CH646720 A5 CH 646720A5 CH 163580 A CH163580 A CH 163580A CH 163580 A CH163580 A CH 163580A CH 646720 A5 CH646720 A5 CH 646720A5
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CH163580A
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Richard John Penneck
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Raychem Ltd
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Description

Die Erfindung bezieht sich auf neue flammwidrige Copolymer aufweisende Massen, die ein Vinylester-Copolymerisat enthalten, worin mindestens einige der Esterreste des Copolymerisats mindestens drei Kohlenstoffatome aufweisen. Die neuen Massen der Erfindung zeigen eine geringe Entflammbarkeit, während sie sich durch eine bemerkenswerte Ausgewogenheit der physikalischen Eigenschaften auszeichnen.
Bei vielen technischen Anwendungen von Polymeren werden die Anforderungen an die Nichtentflammbarkeit zunehmend strenger, insbesondere bei Beziehung zu dem Gebiet der elektrischen Isolierungen, z.B. bei Verdrahtungsund Kabelumhüllungen, bei Kabelgeschirr, in der Bauindustrie, z.B. bei Paneel- und Verkleidungsmaterialien, und auch bezüglich der abmessungsmässig erholbaren, insbesondere wärmeerholbaren Erzeugnisse. Im Ergebnis wurde eine grosse Zahl von flammverzögernd wirkenden Mitteln zur Anwendung in den polymeren Materialien entwickelt, die normalerweise in solchen Industriezweigen eingesetzt werden. Es wird jedoch allgemein anerkannt, dass selbst in dem seltenen Fall, dass solchen polymeren Materialien genügend Flammwidrigkeit verliehen werden kann, dies auf Kosten anderer Eigenschaften geschehen muss. Zum Beispiel sind im Hinblick auf die Freisetzung korrosiver und/oder giftiger Gase unter Pyrolysebedingungen hohe Gehalte an Organohalogen- oder Organophosphor-Flammverzögerern oft unannehmbar. Bei anorganischen Flammverzögerern können viele polymere Materialien nicht die hohen Beladungen, die für eine zufriedenstellende Flammwidrigkeit notwendig sind, ohne beträchtliche Nachteile hinsichtlich ihrer physikalischen Eigenschaften, z.B. Zugfestigkeit oder Dehnung bei Bruch, aushalten.
Die Erfindung basiert auf dem Befund, dass eine bestimmte Klasse von Polymeren, die bisher nicht bei Anwendungen Einsatz fanden, wo Flammwidrigkeitspro-bleme auftraten, einen aussergewöhnlich hohen Grad an Flammwidrigkeit bieten, wenn sie gemeinsam mit Flammver-
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zögerern angewendet werden und die strengen Flammwidrig-keitsanforderungen zu erfüllen vermögen, während sie eine zufriedenstellende Balance an physikalischen Eigenschaften zeigen. Eine derartige Flammwidrigkeit zeigt der Standard-Entflammbarkeitstest an, z.B. nach ASTMD-2863, selbst bei so hohen Temperaturen wie 300°C oder darüber.
Erfindungsgemäss wird eine flammwidrige Copolymer aufweisende Masse vorgeschlagen, die ein Copolymerisat auf Basis von nichtvernetzten und/oder vernetzten unsubstitu-ierten und/oder substitutierten Vinylester-Monomereinheiten mit einer inkorporierten Menge von 10 bis 400 Gew.-Teilen pro 100 Gew.-Teile Polymer eines Flamm verzögerers enthält, wobei mindestens einige der Esterreste des Copo-lymerisats mindestens drei Kohlenstoffatome enthalten. Bei einer bevorzugten nichtvernetzten Masse enthält die Masse ein Copolymerisat aus Vinylpropionat mit Äthylen, mehr als 20 Mol-% Vinylpropionat.
Der hier benutzte Begriff «Copolymerisat» wird in weitesten Sinne verwendet und bezeichnet jedes Polymerisat, das mindestens zwei verschiedene Monomerspezien enthält; er schliesst Terpolymerisate und dergl. mit ein.
Viele der Vinylester-Copolymerisate innerhalb des Erfindungsgedankens sind im Handel nicht erhältlich. Sie können in an sich bekannter Weise hergestellt werden, z.B. aus im Handel erhältlichen Vinylester-Copolymerisaten durch Esteraustausch, wie es zum Beispiel in den US-PSS 2 558 547 und 2 558 548 beschrieben wird.
Die Vinylester-Monomeren von Interesse in den erfindungsgemäss eingesetzten Copolymerisaten sind diejenigen der Formel I,
R, O—C—Ri»
I
O
in der jeweils unabhängig voneinander Ri, R2 und R3 Wasserstoff oder ein substituierter oder unsubstitutierter C1-C20-Kohlenwasserstoffrest, z.B. Ci-Cò-Alkyl, und R4 ein substituierter oder unsubstituierter C>-C20-Kohlenwasserstoffrest ist, wobei insbesondere Ri, R2 und R3 jeweils unabhängig voneinander Wasserstoff oder Ci-Cö-Alkyl und ein Rest oder alle Reste von Ri, R2 und R3 auch Phenyl oder Benzyl bedeuten kann, und R4 ein C2-C20 Alkyl, Alkenyl, Alkoxyalkyl oder Alkoxyalkenyl, Aryl oder Aralkyl, z.B. Phenyl, Naphthyl oder Benzyl, oder Ci-Gt-Alkyl- oder -Alkoxyphenyl oder -benzyl ist, und insbesondere, wenn R4ein C3-Ci7-Alkyl, vorzugsweise Cs-Cis-Alkyl, oder Phenyl oder Benzyl ist.
Beispiele für Vinylester-Monomore von Interesse in den Copolymerisaten der Erfindung sind Vinylpropionat, Vinyl-hexanoat, Vinylversatat, Vinylstearat, Vinyllaurat, Vinyl-methoxyacetat, Vinyltrimethylacetat, Vinylisobutyrat, Vinyl-tert.pentoat, Vinyllactat, Vinylcaprylat, Vinylpelargonat, Vinylmyristat, Vinyloleat, Vinyllinoleat, Vinylbenzoat, Vinyl(Ci-C4)alkoxybenzoat, Vinyloctylphthalat, Vinyl-ß-phenylbutyrat, Vinyl-ß-naphthoat, Vinyläthylphthalat und Vinylphenylacetat. Weitere Vinylester-Monomere von Interesse werden in der GB-PS 1 539 664 beschrieben, die hier durch entsprechende Literaturreferenz offenbart werden. ' Vinylester-Copolymerisate von Interesse schliessen gemischte Vinylester-Copolymerisate ein, z.B. Copolymeri-sate aus Vinylestern, die mindestens drei Ester-Kohlenstoffatome enthalten, mit Vinylacetat oder höheren Vinylestern, sowie Copolymerisate mit anderen Comonomeren als Vinyl-
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estern. Zu solchen anderen Comonomeren zählen ungesättigte Kohlenwasserstoffe, wie Olefine, z.B. Äthylen, Propylen und C4-C12 a-ungesättigte Olefine, wie z.B. But-l-en und Oct-1-en, Styrol, andere unsubstituierte oder substituierte Ester als Vinylester, z.B. C4-Ci2-(Meth)acrylate, und andere Vinyl-monomere, z.B. Vinylchlorid.
Wenn Copolymerisate mit anderen Comonomeren als Vinylestern mit mindestens 3 Ester-Kohlenstoffatomen verwendet werden, dann ist bzw. sind das bzw. die Vinylestermo-nomere(n) mit mindestens 5 Mol-% vorzugsweise enthalten, bevorzugter mit mindestens 10 Mol-%, z.B. 20-95 Mol-%, und besonders bevorzugt mit mindestens 30 Mol-%, z.B. 40-95 Mol-%.
Ausserdem kann das Vinylester-Copolymerisat als ein Blendsystem verwendet werden, das andere Polymere enthält. Blendpolymere von Interesse sind jene, die vorzugsweise entweder allein oder zusammen mit die Verträglichkeit bewirkenden Mitteln mit dem Vinylester-Polymerisat verträglich sind und die Massen nicht für die beabsichtigten Zwecke ungeeignet machen. Zu derartigen Polymeren gehören thermoplastische und elastomere Polymere; Beispiel hierfür sind Polyester, einschliesslich Blockcopolyester des Typs, der von DuPont unter der Bezeichnung Hytrel zugänglich ist und in Polymer Engineering and Science 14, Bd. 12, S. 849-852,1974, in dem Aufsatz «Segmented Poly-ether Ester Copolymers — a New Generation of High Performance Elastomers» beschrieben wird; Polyolefine, z.B. verzweigtes Polyäthylen niedriger Dichte, lineares Polyäthylen niedriger Dichte (z.B. das in der CA-PS 873 828 und GB-Patentanmeldung 7 911 916 beschriebene Polyäthylen) und lineares Polyäthylen hoher Dichte, Silikonharze und -elastomere, (Meth)acrylat-Homopolymerisate oder -copolymerisate, z.B. Terpolymerisate aus Äthylen, Methylacrylat und einem härtbaren Carboxyl-haltigen Monomeren, wie das im Handel von DuPont unter der Bezeichnung « Vamac» erhät-liche Terpolymerisat, und analoge Polymerisate, die in der GB-PS 1 548 232 beschrieben werden; Äthylen/Vinylacetat-Copolymerisate, EPDM (lineares Terpolymerisat auf der Basis von Äthylen, Propylen, Dien-Monomer), SBR (Styrol/ Butadien/Kautschuk) und Blockcopolymerisate aus Styrol mit Butadien oder Isopren.
Wenn Blends verwendet werden, ist dann das Vinylester-Polymerisat vorzugsweise im Blend mit mindestens 20 Gew.%, z.B. 30-99 Gew.%, bevorzugter mit mindestens 40 Gew.%, z.B. 50-99 Gew.%, enthalten.
Es wird hier bemerkt, dass die erfindungsgemässen Massen zweckmässigerweise ein Kopplungsmittel enthalten können zur Verbesserung der Verträglichkeit des Flammverzögerers mit dem Polymeren, um hierdurch die physikalischen Eigenschaften der Massen zu verbessern, insbesondere wenn anorganische Füllstoffe als Flammverzögerer verwendet werden. Zu bevorzugten Kopplern gehören organische Silizium- und Titanderivate, wie Silane und Titanate, obwohl in einigen Fällen Verarbeitungshilfen wie Stearinsäure und Stearate, Aluminiumseifen wie Aluminiumdiisopropoxy-diversatat oder Polyoxocarboxylate, wie Polyoxoaluminiumstearat, besonders geeignet sein können.
Als Beispiel für Silane können genannt werden: Dimethyl-dichlorsilan, Methyltrichlorsilan, Vinyltrichlorsilan, y-Meth-acryloxypropyl-trimethoxysilan, N,N-Bis(ß-hydroxyäthyl)-y-aminopropyl-triäthoxysilan, y-Methacryloxypropyltri-methoxysilan, y-Mercaptopropyl-trimethoxysilan, Vinyltrimethoxysilan, y-Glycidoxypropyl-trimethoxysilan und Vinyltrimethoxyäthoxysilan. Weitere geeignete Silane werden in der GB-PS 1 284 082 beispielhaft genannt.
Als Beispiele für Titanate und andere Organotitan-Deri-vate, die als Koppler geeignet sind, können genannt werden:
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Tetraisooctyltitanat, Isopropyldiisostearylmethacryltitanat, Isopropyltriisostearoyltitanat, Isopropyltriacryltitanat und Titandi(dioctylpyrophosphat).
Zusätzlich geeignete Titanverbindungen werden beschrieben in SJ. Monte & G. Sugerman, J. Elastomers & Plastics, Bd. 8 (1976), S. 30-49, und im Bulletin KR 0376-4 und 0278-7 «Ken-React Titanate Coupling Agents for Filled Polymers», veröffentlicht durch Kenrich Petrochem Inc.
Beispiele für Aluminiumseifen und Polyoxoaluminium-carboxylate sind in der GB-PS 825 878 aufgeführt.
Das Gewichtsverhältnis von Koppler oder Verarbeitungshilfe, wenn verwendet, zum Flammverzögerer liegt vorzugsweise im Bereich von 0,005:1 bis 0,1:1, bevorzugter bei 0,01:1 bis 0,05:1.
Flammverzögerer, wie Organohalogen-, Organophosphor-oder Borverbindungen oder anorganische flammverzögernde Füllstoffe können verwendet werden. Die bevorzugten Flammverzögerer sind jedoch die halogen- und phosphorfreien Verbindungen, insbesondere anorganische Füllstoffe, wie metallische Oxide, z.B. Antimontrioxid, Zinn (IV)oxid und Molybdäntrioxid, sowie Füllstoffe, die beim Erhitzen Wasser freisetzen. Von speziellem Interesse sind die anorganischen Füllstoffe, die beim Erhitzen Wasser freisetzen, insbesondere hydratisierte Aluminiumoxide, wie AI2O3 • 3H2O, Ammonium- oder Natriumdawsonit, hydratisierte Magnesia, hydratisiertes Calciumcarbonat und hydratisiertes Calcium-silikat, insbesondere a-Tonerdetrihydrate.
Die Verwendung eines Flammverzögerers aus einem Gemisch unterschiedlicher Teilchengrösse kann vorteilhaft sein, zum Beispiel zur Herabsetzung der Schmelzviskosität der Masse.
Gegebenenfalls kann der Flammverzögerer chemisch behandelt werden, um seine Verträglichkeit mit dem polymeren Material zu verbessern, zum Beispiel durch Behandlung mit einem der oben erwähnten Kopplungsmittel, oder im Falle von hydratisierten anorganischen Flammverzöge-rern, wie Tonerde-trihydrat, mit einer Verarbeitungshilfe, wie Stearinsäure oder Stearaten, z.B. Calciumstearat.
Der Flammverzögerer wird vorzugsweise in einer Gewichtsmenge von 10 bis 400 Teilen pro 100 Teile Polymere, bevorzugter 50 bis 200 Teilen pro 100 Teile Polymere, verwendet. Bemerkenswerte Ergebnisse sind bei Verwendung einer Menge von 80 bis 150 Gewichtsteilen Flammverzögerer pro 100 Teilen Polymer erhalten worden.
Neben dem Flammverzögerer können die erfindungsge-mässen Massen weitere Additive, zum Beispiele Füllstoffe, Stabilisatoren, wie Ultraviolett-Stabilisatoren, Antioxidantien, Säureakzeptoren und Antihydrolyse-Stabilisatoren, Schäumungsmittel und Färbemittel und Verarbeitungshilfen wie Weichmacher enthalten.
Es wird bevorzugt, dass die Massen weniger als 5 Gew.% Halogen oder Phosphor in der Zusammensetzung als Ganzes und bevorzugter weniger als 2 Gew.% Halogen oder Phosphor enthalten; vorzugsweise enthalten sie kein Halogen und keinen Phosphor.
Für die meisten Zwecke wird es bevorzugt, dass die erfin-dungsgemässen Massen wesentlich vernetzt sind.
Der Grad an Vernetzung der Massen kann mit Hilfe des Gelgehalts (ANSI/ASTM D2765-68) der vernetzten polymeren Masse, d.h. unter Ausschluss der gegebenenfalls vorhandenen nichtpolymeren Zusätze, ausgedrückt werden. Vorzugsweise beträgt der Gelgehalt der vernetzten Masse mindestens 10%, bevorzugter mindestens 20%, z.B. mindestens 30% und besonders bevorzugt mindestens 40%.
Die erfindungsgemässen Massen werden in herkömmlicher Weise hergestellt, zum Beispiel durch homogenes Zusammenmischen der Komponenten der Masse in einem Banbury-Mischer.
Sie können dann zu geformten Gegenständen, zum Beispiel durch Extrudieren oder Formgiessen, ausgeformt und gegebenenfalls gleichzeitig oder nachfolgend vernetzt werden. Derartig hergestellte Formgegenstände bilden auch einen Teil der vorliegenden Erfindung.
Die polymeren Komponenten der Masse können entweder durch Inkorporieren eines Vernetzungsmittels oder durch Einwirkung von energiereicher Strahlung vernetzt werden. Geeignete Vernetzungsmittel sind freiradikalische Initiatoren, wie Peroxide, zum Beispiel Dicumylperoxid, 2,5-Bis(t-butylperoxy)-2,5-dimethylhexan, 2,5-Bis(t-butylperoxy)-2,5-dimethylhexin-3 und a,a-Bis(t-butylperoxy)diisopropyl-benzol. Andere Beispiele für geeignete Vernetzungsmittel werden bei C. S. Sheppard und V. R. Kamath, Polymer Engineering and Science 19, Nr. 9,597-606,1979, in dem Aufsatz «The Selection and Use of Free Radical Initiators» genannt, sie werden hier durch Literaturhinweis offenbart. In einer typischen chemisch vernetzbaren Masse sind etwa 0,5 bis 5 Gew.% Vernetzungsmittel, bezogen auf das Gewicht des polymeren Blends, enthalten. Das Vernetzungsmittel kann allein oder in Verbindung mit einem Co-Härtungsmittel, wie einer polyfunktionellen Vinyl- oder AllylVerbindung, z.B. Triallylcyanurat, Triallylisocyanurat oder Pentaerythritolte-tramethacrylat, verwendet werden.
Die Strahlungsvernetzung kann ausgeführt werden durch Einwirkung von energiereicher Strahlung, wie einem Elektronenstrahl oder y-Strahlen. Strahlungsdosen im Bereich von 2 bis 80 Mrad, vorzugsweise 2 bis 50 Mrad, z.B. 2 bis 20 Mrad und insbesondere 4 bis 12 Mrad, sind im allgemeinen zweckmässig.
Zum Zwecke der Förderung der Vernetzung während des Bestrahlens werden vorzugsweise 0,2 bis 5 Gew.% einer Prorad-Komponente, wie einer polyfunktionellen Vinyl-oder Allylverbindung, zum Beispiel Triallylcyanurat, Triallylisocyanurat oder Pentyerythritoltetramethacrylat, in der Masse vor Bestrahlung inkorporiert.
Die erfindungsgemässen Massen in unvernetzter Form, die eine wirksame Menge eines Vernetzungsmittels oder einer Prorad-Komponente inkorporieren, bilden gleichfalls einen Teil der vorliegenden Erfindung. In einer solchen Form können die Massen auch als Kleb- bzw. Haftstoffe verwendet werden.
Die erfindungsgemässen Massen sind besonders geeignet für elektrische Isolieranwendungen, wo die Entflammbarkeitsanforderungen streng sind, zum Beispiel in begrenzten Bereichen, wie in Flugzeugen, Schiffen, Gruben oder Untergrundbahnen.
Die Herstellung von elektrischem Isoliermaterial kann mittels üblicher Techniken erfolgen, zum Beispiel durch Extrusion der nichtvernetzten Masse als Isolator auf einer elektrischen Einrichtung, wie einem Kupferleiter als Primärisolierung oder einem Bündel von primär isolierten Kupferdrähten als Kabelmantel, und gleichzeitiges oder nachfolgendes Vernetzen der aufgebrachten Isolierung. Alternativ kann das Material gesondert extrudiert und vernetzt und dann als Isolierfüller in einem Kabelaufbau verwendet werden.
Die Massen der Erfindung sind auch zur Verwendung als Kaschier- und Paneelmaterialien geeignet, sowie als Brandblöcke, z.B. für Kabeleinführungen, insbesondere im Sektor der Personenbeförderung, z.B. in Flugzeugen, Zügen und Schiffen, für Öltürme und in der Bauindustrie. Für derartige Anwendungen können die Materialien in jeder beliebigen gewünschten Formgestalt eingesetzt werden, wie sie beispielsweise durch Wärmeformung erzeugt wird.
Die Massen der Erfindung sind auch besonders geeignet in vernetzter Form zur Herstellung von dimensionsmässig erholbaren Erzeugnissen, d.h. Gegenständen, deren Abmes4
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sungskonfiguration wesentlich geändert werden kann, wenn sie einer geeigneten Behandlung unterzogen werden. Von besonderem Interesse sind wärmeerholbare Gegenstände, deren Abmessungskonfiguration wesentlich geändert werden kann, wenn sie einer Wärmebehandlung unterzogen werden. Wärmeerholbare Erzeugnisse können durch Verformen einer abmessungsmässig wärmestabilen Konfiguration zu einer wärmeinstabilen Konfiguration hergestellt werden, in welchem Falle der Gegenstand die Tendenz hat, bei alleiniger Anwendung von Wärme die ursprüngliche wärmestabile Konfiguration anzunehmen. Wie jedoch in der US-PS 2 027 962 dargelegt wird, kann die ursprüngliche dimen-sionsmässig wärmestabile Konfiguration eine Übergangsform in einem fortlaufenden Verfahren sein, in welchem zum Beispiel ein extrudiertes Rohr expandiert wird, während es heiss ist, zu einer dimensionsmässig wärmeinstabilen Form. Alternativ kann ein vorgeformter dimensionsmässig wärmestabiler Gegenstand zu einer dimensionsmässig wärmeinstabilen Form in einem gesonderten Schritt verformt werden. Bei Herstellung in dimensionsmässig erholbaren Gegenständen kann die Masse in jeder Stufe des Herstellungsprozesses vernetzt werden, die die gewünschte dimensionale Erholbarkeit vermittelt, folgend auf die Formgestaltung der dimensionsmässig instabilen Konfiguration. Eine Herstellungsweise für einen wärmeerholbaren Gegenstand umfasst das Formen der vorvernetzten Masse zu der gewünschten wärmestabilen Form, nachfolgendes Vernetzen der Masse, Erwärmen des Gegenstandes auf eine Temperatur oberhalb des kristallinen Schmelpunktes bzw. bei amorphen Materialien des Erweichungspunktes, wie es bei dem Polymer der Fall sein kann, Verformen des Gegenstandes und Kühlen des Gegenstandes, während er sich im verformten Zustand befindet, so dass die verformte Gestalt des Gegenstandes erhalten bleibt. Bei Gebrauch bewirkt Wärmeanwendung, da der verformte Zustand des Gegenstandes wärmeinstabil ist, dass der Gegenstand seine ursprüngliche wärmestabile Gestalt annimmt. Solche dimensionsmässig erholbaren Gegenstände können verwendet werden zum Bedecken und/ oder Abdichten von Spieissstellen und Endpunkten in elektrischen Leitern, zum umgebenden Dichten beschädigter Bereiche oder Verbindungen in öffentlichen Versorgungssystemen, z.B. bei Gas- oder Wasserrohren, Wärme- und Heizsystemen von Distrikten, Ventilations- und Heizleitungen und Installationsleitungen oder -röhren, die Abrät aus dem Haus- oder Industriebereich führen. Solche Gegenstände können in Form von Bändern, Folien bzw. Blättern, Muffen oder Giesslingen vorliegen. Daneben und unter bestimmten Umständen kann es erwünscht sein, mindestens einen Teil der Oberfläche des wärmeerholbaren Gegenstandes mit einem Dichtungs- oder Klebemittel zu beschichten, z.B.
einem wärmeaktivierbaren druckempfindlichen oder Kon-takt-Heissschmelzkleber oder einem Kitt, insbesondere mit einem Heissschmelzkleber, wie er in der DE-OS 2 723 116 beschrieben wird, die hier durch Literaturhinweis geoffenbart wird.
Für wärmeerholbare Anwendungen wird es bevorzugt,
dass die Masse ein Blend des Venylester-Copolymerisats mit mindestens einem thermoplastischen Polymer enthält. Das Gewichtsverhältnis von Vinylester-Copolymerisat zu thermoplastischem Polymer kann zum Beispiel im Bereich von 1:0,2 bis 4, z.B. bei 1:0,2 bis 1,5, bevorzugt bei 1:0,2 bis 0,55 liegen. Bevorzugte thermoplastische Blendpolymere für wärmeerholbare Anwendungen sind thermoplastische Alken-Homopolymerisate und -Copolymerisate. Polyalken-Homo-polymerisate leiten sich bevorzugt von einem C2-C6-Alken, insbesondere einem a-ungesättigten Alken wie Äthylen, 1-Propylen und 1-Buten und insbesondere Äthylen ab. Poly-alken-Copolymerisate sind vorzugsweise C:-C6-Alken/C2-
Ci2-Alken-Copolymerisate, insbesondere Äthylencopolyme-risate mit C3-Ci2-Alkenen, speziell a-ungesättigten C3-C12-Alkenen, wie n-Propyl-l-en, n-But-l-en, n-Pent-l-en und n-Hex-l-en, und Alkenvinylester, z.B. Äthylen/Vinylacetat-Copolymerisate. Besonders bevorzugte Äthylen-Copolymeri-sate enthalten mehr als 50 Gew.%, zum Beispiel mehr als 60 Gew.%, bevorzugter mehr als 70 Gew.%, zum Beispiel mehr als 85 Gew.% Äthylen. Von besonderem Interesse sind die sogenannten linearen Äthylencopolymerisate niedriger Dichte mit einer Dichte im Bereich von 0,910 bis 0,940 g/cm3 bei 25°C, die in der GB-Patentanmeldung 7 911 916 und CAPS 873 828 beschrieben werden und hier durch Literaturhinweis einbezogen sind.
Die Erfindung wird anhand der folgenden Beispiele erläutert, worin Teile und Prozente auf das Gewicht bezogen sind, wenn nichts anderes vermerkt wird. Temperaturen sind in °C angegeben.
Beispiele 1 bis 9
Die in den folgenden Beispielen angegebenen Zusammensetzungen wurden auf einem zweiwalzigen Labormahlwerk auf eine Temperatur von 120- 140°C erhitzt, bei 190°Czu Testplatten formgegossen und mit einem 5,8 MeV Elektronenstrahl bis zu einer Gesamtdosis von 6 Mrad bestrahlt. Die Entflammbarkeit (Limiting Oxygen Index = LOI) wurde gemäss der ASTM D-2863-Methode gemessen; ausserdem wurden die Limiting Oxygen Indices and Criticai Temperature Indices nach der Methode von A. F. Routhley (ERA Symposium «Flammability and Smoke Testing Materials», London 1974) erhalten, die im einzelnen von J. P. Redfern (Technical Information Sheet No. 24 «Criticai Oxygen Index in Temperature Studies», erhältlich von Stanton Redcroft, einer Abteilung der L. Oerting Ltd.) beschrieben.
Beispiel 1
Die Masse, hergestellt aus gleichen Gewichten eines Copo-lymerisats von Vinylversatat* (25%) und Vinylacetat (75%), im folgenden mit VV/VA bezeichnet, und Tonerde-Trihydrat (ALTH), zeigte die folgenden Sauerstoffindex-Werte bei den angegebenen Testtemperaturen. Das Tonerde-Trihydrat ist als Hydral 705 (Alcoa Corporation) bekannt und wurde mit 1,5% Vinyltrimethoxyäthoxysilan mit einem Silanüberzug versehen.
Temperatur, °C
LOI
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58,5
300
25,0
340
19,5
370
16,0
(* Vinylversatat ist der Vinylester der Versatic-Säure, einem Gemisch aus C9,Ci i-Säuren, erhältlich von Shell Ltd.)
Durch Extrapolieren dieser Ergebnisse wurde der kritische Temperaturindex (CTI), die Temperatur, bei der LOI gleich 20,8% erreicht, zu 335°C bestimmt.
Beispiel 2
Eine Zusammensetzung analog der des Beispiels 1 wurde hergestellt, wobei jedoch das Prozentverhältnis von VV/YA in diesem Beispiel 40% betrug. Die folgende Entflammbarkeit wurde gefunden:
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; und dem LOI-Test unterzogen. In den Tabellen werden fol-
Temperatur, C LOI , A, , .. , . ,
gende Abkürzungen benutzt:
23 90,5 W/VA1 ein Copolymerisat aus 25% Vinylversatat (siehe
300 29,5 s oben) und 75% Vinylacetat
340 23,5 W/VA2 ein Copolymerisat aus 78% Vinylversatat/22% Viny-
370 20,0 lacetat
VL/VA ein Copolymerisat aus 50% Vinyllaurat/50% Vinyl-
cti = 360 acetat io LLDPE ein lineares Polyäthylen niedriger Dichte, Sclair
Beispiel3 11-D-l von DuPont
Eine VV/VA, silanüberzogenes Tonerde-trihydrat und BLDPE1 ein verzweigtes Polyäthylen niedriger Dichte,
Hytrel 4056 (ein Polyesterharz von DuPont) enthaltende DYNH-3 von Union Carbide Corporation
Masse wurde hergestellt. Das Gewichtsverhältnis der Kom- Silicone Elastomer ein handelsgängiger Polydimethylsil-ponenten war entsprechend 36,60 und 4%. Sie zeigte einen ]5 oxan-Kautschuk, der 25% Siliziumdioxid-Verstärkungsfüll-LOI-Wert von 78,0 bei 23°C. Stoff enthält
Silicone Resin ein thermoplastisches Monoorganopolysil-Beispiel 4 oxan, hergestellt nach dem Verfahren des Beispiels 3 der FR-
Eine Masse ähnlich der des Beispiels 3 wurde hergestellt. Patentanmeldung 7 822 138 durch Hydrolysieren von 166,4 Das Gewichtsverhältnis der Komponenten war VV/VA = 20 Molen Phenyltrichlorsiloxan und 93,7 Molen Methyltri-32%, Hytrel 4056 = 8% und silanbehandeltes ALTH = 60%. chlorsilan und Endverkappen mit 9,2 Molen Trimethylchlor-Sie zeigte einen LOI-Wert von 73,0 bei 23°C. silan. Das erhaltene Harz hat einen TMA-Erweichungspunkt von 119°C
Beispiel 5 EPDM ein lineares Terpolymerisat auf der Basis von
Eine Masse wurde ähnlich der des Beispiels 4 mit fol- 25 Äthylen, Propylen, Dienmonomer, erhältlich von Exxon genden Komponenten hergestellt: VV/VA = 28%, Hytrel Corp. unter der Bezeichnung Vistalon 3704
4056 = 12% und silanbehandeltes ALTH = 60%. Sie zeigte AI2O3 • 3H2O silanüberzogen Tonerde-trihydrat, überzogen einen LOI-Wert von 70,0 bei 23°C. mit 1,5% desselben mit Trimethoxyäthoxysilan
VA/W/E ein Terpolymerisat aus 85% Vinylacetat/10% Beispiel 6 30 Vinylversatat/5% Äthylen
Eine Masse, die 50% VV/VA und 50% hydratisierte VA/E ein Copolymerisat aus 60% Vinylacetat/40% Äthylen
Magnesia enthielt, wurde in analoger Weise wie in Beispiel 1 Hytrel ein thermoplastischer elastomerer Polyester, abgeleitet hergestellt. Sie zeigte einen LOI-Wert von 31,5 bei 23°C. von Dimethylterephthalat, einem Polyglykol und einem kurzkettigen Diol, erhältlich von DuPont, Grade 4056 Beispiel 7 35 VA/VPA/E1 ein Terpolymerisat aus 19 Mol-% Vinyla-
Eine 50% W/VA, 25% hydratisierte Magnesia und 25% cetat/14 Mol-% Vinylphenylacetat/67 Mol-% Äthylen ALTH enthaltende Masse wurde in analoger Weise wie in VA/VPA/E2 ein Terpolymerisat aus 4 Mol-% Vinylacetat/7,3 Beispiel 1 hergestellt. Sie zeigte einen LOI-Wert von 38,5 bei Mol-% Vinylphenylacetat, 88,7 Mol-% Äthylen 23 °C. VA/VP/E ein Terpolymerisat aus 25 Mol-% Vinylacetat/8
40 Mol-% Vinylpalmitat/67 Mol-% Äthylen Beispiel 8 VA/VS/E1 ein Terpolymerisat aus 3 Mol-% Vinylacetat/15
Eine Zusammensetzung, enthaltend 50% W/VA, 33% Mol-% Vinylstearat/82 Mol-% Äthylen
ALTH und 17% Firebrake (Zinkborat von U.S. Borax Corp.) VA/VS/E2 ein Terpolymerisat aus 2,7 Mol-% Vinylacetat/8,6 wurde hergestellt. Sie zeigten einen LOI von 41,0 bei 23°C. Mol-% Vinylstearat/88,7 Mol-% Äthylen
45 VA/VB/E ein Terpolymerisat aus 2,7 Mol-% Vinylacetat/8,6 Beispiel 9 Mol-% Vinylbenzoat/88,7 Mol-% Äthylen
Zum Vergleich wurde eine Probe aus VV/VA allein herge- VA/VH/E1 ein Terpolymerisat aus 4,7 Mol-% Vinyla-stellt und getestet. Sie zeigte einen LOI von 20,5 bei 23°C. cetat/6,6 Mol-% Vinylhexanoat/88,7 Mol-% Äthylen
VA/VL/E einTerpolymerisat aus 1,9 Mol-% Vinylacetat/9,4 Beispiele 10 bis 53 50 Mol-% Vinyllaurat/88,7 Mol-% Äthylen
In analoger Weise wie oben beschrieben wurden die in den VPA/E Copolymerisat aus 18 Mol-% Vinylphenylacetat/82 folgenden Tab. I, II und III angegebenen Massen hergestellt Mol-% Äthylen
Tabelle I
Bestandteile Beispiele Nr.
10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27
VV/VA' 74,5 74,5 74,5 75 75 75 75 74,5 36 32 28 20
VV/VA2 40
VL/VA 75 70 65 30 30
LLOPE 15 15 15
BLDPE1 10 10
Silicone Elastomer 10
Silicone Resin 4 8 12 20
EPDM 5 10
AI2O3 -3H20 60 60 60 60
646 720
Tabelle I (Fortsetzung)
Bestandteile
Beispiele Nr.
10 11 12 13
14
15
16
17 18 19
20
21
22
23 24 25 26 27
AhOs- 3H2O
Silane-überzogen
37
37
37
74,5
60
210 210 210 117 190
AhOa- H2O
74,5 37
37
Mg(OH>
70,0
37
37
Ca(OH)2
74,5
37
Electronenstrahl Dos. Mrad
6 6 6 6
7,5
7,5
7,5
7,5 6 6
6
6
12
12 12 12 6 6
LOI @23°
31,6 25,6 22,1 29,6 32,0 30,0 28,5 34,0 69 93
94
94
33
65,5 61,5 63,5 61,5 71,1
Tabelle II
Bestandteile
Beispiel Nr.
28 29 30
31
32
33
34 35
36
37
38
39 40 41 42
VV/VA1
10
108
96
84
108
96 84
VL/VA
30 30 70
60
45
50
50
VA/VV/E
180 160
VA/e
30
45
25
15
HYTREL
12
24 36
LLDPE
15
15
15
Silicone Elastomer
20 10
12 24 36
EPDM
5
AI2O33H2O
180
180
180 180
180
180
AkOr 3H20
Silan-überzogen
157
155 210
210
210
210 210
180 240
Electronenstrahl Dos. Mrads
6
6 12
12
12
12 12
8
8
8 8
8
8
12 12
LOI @ 23°
97,0
99,7 70,0
72,5 60,5
76,5 87,5
99,7
81,5
88,7 77,9
72,9
68,5
31,0 42,5
Tabelle III
Bestandteile
Beispiel Nr.
43
44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
VA/VPA/E1
40
30
VA/VPA/E2
40 •
VA/VP/E
40
30
VA/VS/E1
40
VA/VS/E2
40
VA/VB/E
40
VA/VH/E
40
VA/VL/E
40
VPA/E
40
AI2O3.3H2O
60
60
70
60
70
60
60
60
60
60
60
Electronenstrahl Dos. Mrads
12
12
12
12
12
12
12
12
12
12
12
LOI @ 23°
35,0
29,0
49,0
34,5
49,5
25,5
28,5
29,0
26,6
28,1
27,0
In den vorstehenden Beispielen werden LOI-Werte im Bereich von 25 bis 35 erhalten, wobei eine bemerkenswerte Ausgewogenheit der physikalischen Eigenschaften einhergeht, gemessen zum Beispiel anhand der Zugfestigkeit (MPa) und Dehnung bei Bruch (%) bei 23°C (nach BS903 Teil A2). Derartige Eigenschaften machen solche Materialien für wärmeerholbare Anwendungen oder zur Verarbeitung durch Wärmeformungstechniken zu beispielsweise Kaschierungen und Verkleidungen geeignet. In den vorstehenden Beispielen, wo höhere LOI-Werte erhalten werden, z.B. grösser als 35, und je nach der speziellen Anwendung ist es erwünscht, die Balance der physikalischen Eigenschaften zu ändern; dies kann erreicht werden durch Ändern des Füllstoffgehalts und/oder Abmischen mit einem geeigneten Polymeren, während weiterhin hohe LOI-Werte erreichbar bleiben.
60
Beispiele 54 bis 57 In analoger Weise wie oben beschrieben wurden die in Tab. IV angegebenen Zusammensetzungen hergestellt und 65 dem LOI-Test und Test auf physikalische Eigenschaften unterzogen. In den Tabellen werden die folgenden Abkürzungen verwendet. Weitere Abkürzungen sind bereits früher bei den Beispielen 10 bis 53 definiert worden.
646720
8
VA/VH/E2 ein Terpolymerisat aus 28 Mol-% Vinylacetat/5
Mol-% Vinylhexanoat/67 Mol-% Äthylen
VA/VS/E3 Terpolymerisat aus 27 Mol-% Vinylacetat/6
Mol-% Vinylstearat/67 Mol-% Äthylen
VA/VH Copolymerisat aus 78 Mol-% Vinylhexanoat/22
Mol-% Vinylacetat
Tabelle IV
Bestandteile Beispiel Nr.
54 55 56 57
VA/VH/E2
32
40
VA/VS/E3
40
VA/VH
24
Ah03-3H20
Silan-überzogen
68
60
60
60
Silicone Elastomer
16
Elektronenstrahl Dos. (Mrad)
12
12
12
12
LOI @ 23 °C
54,5
38,0
36,2
60,2
Zugfestigkeit (MPa) @ 23°C
(per BS703 part A2)
11,1
-
6,36
-
% Dehnung bei Bruch @ 23°C
(per BS703 part A2)
63
-
86
-
schiedlichen Temperaturen, während es eine akzeptable Ausgewogenheit an physikalischen Eigenschaften zeigte.
Temperatur LOI
23° 100
250° 100
300° 88
io 410° 45
Beispiele 60-65 Wärmeschrumpfbare Bänder wurden aus den in Tab. V 15 angegebenen Ansätzen erzeugt. In der Tabelle werden die folgenden Abkürzungen verwendet; andere Abkürzungen sind in den vorstehenden Beispielen definiert worden:
BLDPE2 ein verzweigtes Polyäthylen niedriger Dichte, 20 erhältlich von BXL Limited unter der Bezeichnung PN220 EVA ein Äthylen/Vinylacetat-Copolymerisat mit 18% Vinylacetat
AkCb • 3H2O Stearinsäure ein Tonerde-trihydrat, erhältlich als Hydral 705 von Alcoa Corp. und mit 2% Stearinsäure 25 überzogen
Die Bestandteile jeder Formulierung wurden in einem Zwillingswalzenmahlwerk bei 120° bis 140°Ckompoundiert, Beispiel 58 gekühlt und pelletisiert. Die so erzeugten Pellets wurden in
Beispiel 1 wird wiederholt, wobei statt des WE/VA 30 einen herkömmlichen Extruderfüller gegeben mit einem jeweils die folgenden Copolymerisate eingesetzt wurden. Band-Spritzwerkzeug, bei 140°C gehalten, und zu einem
Band von 6 mm Breite und 2 mm Dicke extrudiert. Das erhal-
(a) Vinyllaurat (40%)/Vinylacetat (60%) tene Band wurde nachfolgend mit energiereichen Elektronen
(b) Vinylstearat (40%)/Vinylacetat (60%) bis zu einer Gesamtdosis von 8 Mrad bestrahlt. Nach
(c) Vinylversatat (40%)/Vinylacetat (60%) 35 Bestrahlung wurde das Band bei 140°C gehalten, in Längs-
(d) Vinylbenzoat (40%)/Vinylacetat (60%) richtung gestreckt, um seine ursprüngliche Länge zu verdop-
(e) Vinylpropionat (40%)/Vinylacetat (60%) peln, und in diesem gestreckten Zustand abkühlen gelassen.
(f) Vinylversatat (40%)/Vinylpropionat (60%) Danach wurde das Band mit einer dünnen Schicht (0,5 mm)
(g) Vinylstearat (40%)/Vinylpropionat (60%) eines Heissschmelzklebers der Zusammensetzung gemäss
(h) Vinylbenzoat (40%)/Vinylpropionat (60%) 40 DE-OS 2 723 116, Beispiel 3, Formulierung «O», überzogen.
(i) Äthylen (59%)/Vinylacetat (7%)/Vinylphenylacetat (34%) Die physikalischen Eigenschaften und LOI-Werte der erhal-(j) Äthylen (56%)/Vinylacetat ( 11 %)/Vinyllaurat (33%) tenen Bänder sind in Tab. V angegeben.
(k) Äthylen (69%)/Vinylacetat (13%)/Vinylpropionat (18%) Die wärmeschrumpfbaren, Klebstoff-überzogenen Bänder wurden verwendet, um die Verbindungen von 150 mm In jedem Fall wurde eine wesentliche Flamm widrigkeit 45 Durchmesser aufweisenden Luftkonditionierungsleitungen beobachtet. aus Metall zu dichten, wobei die Leitung im Bereich der Ver bindung vorgeheizt, das jeweilige Band um die Leitung herum über die Verbindungsregion so gewickelt wurde, dass Beispiel 59 sich aufeinanderfolgende Drehungen eines jeweiligen
Zur Erläuterung der Fähigkeit der Polymersysteme der 50 Bandes teilweise überlappten, und das jeweilige Band mit Erfindung, hohe Beladungen an anorganischen Füllstoffen einer üblichen Propangasfackel auf eine Temperatur von auszuhalten, wurde ein VA/VL-Copolymerisat (siehe oben) 145°C erhitzt wurde, wodurch ein Schmelzen des Klebers ein-mit 80% silanbeschichtetem Tonerde-trihydrat (siehe oben) trat und das jeweilige Band fest um die Verbindung herum beladen und in analoger Weise wie in Beispiel 1 vernetzt. Das schrumpfte und ein starkes Klebstoffband zwischen dem erhaltene Material zeigte die folgenden LOI-Werte bei unter- 55 jeweiligen Band und der Leitung bildete.
Tabelle V
Bestandteile Beispiel Nr.
60 61 62 63 64 65
VL/VA
20
30
60
90
BLDPE2
10
10
30
VAE
20
10
60
30
EVA
40
40
40
VA/VH/E2
120
120
AhOr 3HîO Stearinsäure-überzogen
50
50
160
160
160
160
% Dehnung bei Bruch ® 23 °C
320
340
400
400
518
366
9
Tabelle V (Fortsetzung)
646720
Bestandteile
Beispiel Nr.
60
61
62
63
64
65
a 150°C
400
400
400
7400
400
350
Zugfestigkeit (MPa) @ 23°C
3,2
2,3
6,4
4,1
8,3
5,8
2> 150°C
0,9
0,6
0,9
0,8
1,7
1,5
100% Tangens Modul @ 150°C (MPa)
0,4
0,2
0,50
0,35
0,85
0,8
LOI
29,5
29,5
30,5
31,5
26,0
27,0
Beispiel 66
Bestandteile
Gewichtsteile
LLDPE
50
VAE
50
VL/VA
50
AI2O3 • 3H2O Silan-überzogen
150
Die obige Formulierung wurde in einem Innenmischer des Banbury-Typs bei einer Temperatur von etwa 125°C kom-poundiert. Nach Kompoundieren wurde das Material zu einem Streifen auf einem Zwillingswalzenmahlwerk verarbeitet, gekühlt, zu Pellets geschnitten und leicht talkumiert,
um ein Blocken der Pellets zu verhindern. Das Material 15 wurde dann als Kabelmantel auf ein mehradriges Kabel von 22,5 mm Aussendurchmesser extrudiert, um einen Mantel mit einer Wandstärke von 1,2 mm zu erhalten, und zwar unter Verwendung eines 8,89 cm-Extruders, mit einer Schnecke von 25,1 L/D-Verhältnis, bei Zylindertempera-20 turen von 60,80,110,120 und 130°C und einem Extruder-werkzeug-Temperaturprofil von 150,140 und 120°C. Das ummantelte Kabel wurde dann mit energiereichen Elektronen bis zu einer Gesamtdosis von 8 Mrad bestrahlt. Das ummantelte Material hatte die folgenden Eigenschaften:
25
% Dehnung bei 23°C Zugfestigkeit (MPa) bei 23°C LOI bei 23°C CTI
100
8
31,5 250°C
B

Claims (23)

  1. 646720
    2
    PATENTANSPRÜCHE
    1. Flamm widrige Copolymer aufweisende Masse, enthaltend ein Copolymerisat auf Basis von nichtvernetzten und/ oder vernetzten unsubstituierten und/oder substituierten Vinylester-Monomereinheiten mit einer inkorporierten Menge von 10 bis 400 Gew.-Teilen pro lOOGew.-Teile Polymer eines Flammverzögerers, wobei mindestens einige der Esterreste des Copolymerisats mindestens drei Kohlenstoffatome enthalten.
  2. 2. Masse nach Anspruch 1 auf Basis von nichtvernetzten Vinylester-Monomereinheiten, wobei ein Copolymerisat aus Vinylpropionat mit Äthylen mehr als 20 Mol-% Vinylpro-pionat enthält.
  3. 3. Masse nach einem der Ansprüche 1 und 2, worin das Vinylester-Copolymerisat Vinylester-Monomereinheiten, die sich von der Formel I
    R2 o—C—Ri,
    «
    0
    ableiten, enthält, in der jeweils unabhängig voneinander Ri, R2 und R3 Wasserstoff oder ein substituierter oder unsubstitu-ierter Ci-Cîo-Kohlenwasserstoffrest und Rt ein substituierter oder unsubstituierter C2-C20-Kohlenwasserstoffrest ist.
  4. 4. Masse nach Anspruch 3, worin jeweils unabhängig voneinander Ri, R2 und R3 in der Formel I Wasserstoff oder Ci-Ce-Alkyl ist.
  5. 5. Masse nach Anspruch 4, worin Ri, R2 und R3 in der Formel I jeweils Wasserstoff ist.
  6. 6. Masse nach einem der Ansprüche 3 bis 5, worin R4 in der Formel IC2-C20 Alkyl, Alkenyl, Alkoxyalkyl oder Alko-xyalkenyl, Aryl, Aralkyl oder durch C1-C4-Alkyl oder -Alkoxy substituiertes Aryl oder Aralkyl bedeutet.
  7. 7. Masse nach Anspruch 6, worin R4 in der Formel I C2-C20 Alkyl, Alkenyl, Alkoxyalkyl oder Alkoxyalkenyl, Phenyl, Naphthyl, Benzyl oder mit Ci-C4-Alkyl oder -Alkoxy substituiertes Phenyl, Naphthyl oder Benzyl bedeutet.
  8. 8. Masse nach Anspruch 7, worin R4 in der Formel I C3-C17 Alkyl, Phenyl oder Benzyl ist.
  9. 9. Masse nach einem der Ansprüche 1 bis 8, worin das Vinylestercopolymerisat ein Copolymerisat aus dem Vinyl-ester mit mindestens einem anderen ungesättigten Ester und/ oder einem ungesättigten Kohlenwasserstoff ist.
  10. 10. Masse nach Anspruch 9, worin das Vinylester-Copo-lymerisat ein Copolymerisat aus dem Vinylester mit einem anderen Vinylester, dessen Esterrest mindestens zwei Kohlenstoffatome enthält, einem C2-Ci2-01efin und/oder einem C4-Ci2-(Meth)acrylat ist.
  11. 11. Masse nach Anspruch 9, worin das Vinylester-Copolymerisat ein Copolymerisat aus dem Vinylester mit Vinyl-acetat und/oder Äthylen ist.
  12. 12. Masse nach einem der Ansprüche 1 bis 11, worin das Vinylester-Copolymerisat mindestens 5 Mol-% eines Vinyl-estermonomeren mit mindestens drei Ester-Kohlenstoffato-men enthält.
  13. 13. Masse nach Anspruch 12, worin das Vinylester-Copolymerisat 10 bis 95 Mol-% eines Vinylestermonomeren mit mindestens drei Ester-Kohlenstoffatomen enthält.
  14. 14. Masse nach einem der Ansprüche 11 bis 13, enthaltend ein Blend des Vinylester-Copolymerisates mit mindestens einem weiteren Polymeren.
  15. 15. Masse nach Anspruch 14, worin das Blendpolymere ein Polyäthylen, Polyester, Silikonharz oder -elastomer, (Meth)acrylat-Homopolymerisat oder -Copolymerisat, Äthylen/Vinylacetat-Copolymerisat, Äthylen-Propylen-Ter-polymerisat (EPDM) oder Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR) ist.
  16. 16. Masse nach einem der Ansprüche 14 oder 15, mit mindestens 20 Gew.% des Vinylester-Copolymerisats in dem Blend.
  17. 17. Masse nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das in ihr enthaltene Copolymerisat im wesentlichen in vernetzter Form vorliegt.
  18. 18. Masse nach Anspruch 17, mit einem Gelgehalt der vernetzten Masse von mindestens 10 Gew.%.
  19. 19. Masse nach einem der Ansprüche 1 bis 18, worin der Flammverzögerer ein anorganisches flammwidrig machendes Mittel ist.
  20. 20. Masse nach Anspruch 19, worin der anorganische Flammverzögerer hydratisiert ist.
  21. 21. Masse nach Anspruch 20, worin der hydratisierte anorganische Flammverzögerer Tonerde-Trihydrat enthält.
  22. 22. Masse nach einem der Ansprüche 1 bis 21, mit 10 bis 400 Gew.-Teilen Flammverzögerer pro 100 Gew.-Teile des (der) Polymeren.
  23. 23. Masse nach einem der Ansprüche 1 bis 22, mit einem Gehalt an Halogen oder Phosphor, der weniger als 5 Gew.% ausmacht.
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