CH648310A5 - 1-phenaethylimidazol-derivate. - Google Patents

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CH648310A5
CH648310A5 CH7575/81A CH757581A CH648310A5 CH 648310 A5 CH648310 A5 CH 648310A5 CH 7575/81 A CH7575/81 A CH 7575/81A CH 757581 A CH757581 A CH 757581A CH 648310 A5 CH648310 A5 CH 648310A5
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CH
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acid addition
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chlorine
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formula
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CH7575/81A
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Richard Anthony Partyka
Thomas William Hudyma
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Bristol Myers Co
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    • A01N43/00—Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing heterocyclic compounds
    • A01N43/48—Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing heterocyclic compounds having rings with two nitrogen atoms as the only ring hetero atoms
    • A01N43/50—1,3-Diazoles; Hydrogenated 1,3-diazoles
    • A—HUMAN NECESSITIES
    • A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61P—SPECIFIC THERAPEUTIC ACTIVITY OF CHEMICAL COMPOUNDS OR MEDICINAL PREPARATIONS
    • A61P31/00—Antiinfectives, i.e. antibiotics, antiseptics, chemotherapeutics
    • A61P31/04—Antibacterial agents

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Description

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf bestimmte neue 1-Phenäthylimidazol-Derivate einschliesslich der antimikrobiellen Säureadditionssalze davon und auf deren Verwendung als Wirksubstanz zur Herstellung von Zubereitungen für die Verhinderung des Wachstums von Pilzen und Bakterien.
Bisher wurde eine grosse Anzahl von Fungiziden und antibakteriellen Mitteln beschrieben, die einen l-(ß-Aryl)-äthyl-lH-imidazolrest der Formel
I
enthalten.
Beispielsweise sind in der US-PS 3 717 655 und von E.F. ss Godefroi et al «J. Med. Chem.», 12, S. 784 (1969), Verbindungen der Formel I offenbart, worin Ra für einen Rest der Formel worin X für O oder NH steht.
65 In der US-PS 3 991 201 und von J. Heeres et al «J. Med. Chem.», 20, S. 1511 (1977), sind derartige Verbindungen der Formel I offenbart, worin Ra für -(CH2)n-Ar steht, und von den gleichen Autoren sind in der gleichen Fachzeitschrift,
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o
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CH2-CH-Ra
Ô
3
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S. 1516, derartige Verbindungen der Formel I offenbart, worin Ra für -(CH2)nO-Ar steht.
In den US-PS 4 055 652 und 4 039 677 sind derartige Verbindungen der Formel I offenbart, worin Ra für -SR2 steht, wobei R2 H, Benzyl, Phenyl und dergleichen bedeutet.
In den US-PS 4 039 677 und 4 038 409 sind solche Verbindungen der Formel I offenbart, worin Ra für einen Rest der Formel
-XC-R3
II
Y
worin X und Y Sauerstoff oder Schwefel, und R3 Wasserstoff, Alkyl, Cycloalkyl, Phenalkyl, Phenalkenyl oder -XR4,
wobei R4 Alkyl, Halogenphenyl oder dergleichen darstellt, bedeuten, steht.
In der US-PS 4 006 243 sind solche Verbindungen der Formel I offenbart, worin Ra Wasserstoff, Alkyl oder Phenyl bedeutet.
In der US-PS 4 177 350 sind solche Verbindungen der Formel I beansprucht, worin Ra ein Rest der Formel
-X-(CÜ2)n-Y-R4
worin R4 Wasserstoff, Niederalkyl oder gegebenenfalls substituiertes Cycloalkyl, Benzyl, Phenyl oder Pyridyl, X und Y unabhängig voneinander Sauerstoff oder Schwefel, und n eine ganze Zahl von 1-5 bedeuten, steht. Die genannte Patentschrift umfasst somit die nachstehenden vier Seitenketten:
Ri = -0-(CH2)n-0-R4 R; = -0-(CH2)n-S-R4 R' = -S-(CH2)„-0-R4 Rt = -S-(CH2)n-S-R4
In der genannten Patentschrift sind bevorzugte Ausführungsformen beschrieben, in denen in der Seitenkette Rj n vorzugsweise 2 bedeutet und R4 für 4-Chlorphenyl steht. Die Herstellung dieser bevorzugten Verbindung der Formel (II)
,j:h-sch2ch2s
(Ii)
ist in Beispiel 21 dieser Patentschrift beschrieben.
Die Herstellung und biologische Wirksamkeit von Verbindungen, in deren Seitenkette RjJ n für 1 und R4 für Thienyl stehen, sind in der genannten Patentschrift nicht beschrieben. In der Tat enthält diese Patentschrift weder eine Lehre noch einen Hinweis, die den Fachmann zur Annahme verleiten könnten, dass Verbindungen mit einer Seitenkette R*, worin n für 1 und R4 für Thienyl stehen, einen wichtigen Fortschritt in der antimykotischen Therapie darstellen können.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind die im Patentanspruch 1 definierten neuen antimikrobiellen 1-Phen-5 äthylimidazolverbindungen der Formel III und deren antimikrobiellen, das heisst, Fungiziden und antibakteriellen Säureadditionssalze.
Von den hier verwendeten Bezeichnungen bezieht sich «Niederalkyl» auf gerad- oder verzweigtkettiges Alkyl mit 10 1-3 C-Atomen, «Halogen» auf Chlor, Brom und Fluor, vorzugsweise Chlor, und die Bezeichnung «antimikrobielle Säureadditionssalze» auf kristalline Salze von Verbindungen der Formel III, welche die erwünschte antimikrobielle Wirksamkeit aufweisen und weder biologisch noch sonst irgendwie ls unerwünscht sind. Derartige Salze werden erhalten durch Behandlung der Verbindungen der Formel III mit anorganischen Säuren wie Chlorwasserstoff-, Bromwasserstoff-, Jodwasserstoff-, Salpeter-, Schwefel- und Phosphorsäure; und mit organischen Säuren wie Fumar-, Oxal-, Malein-, Succin-, 20 Ascorbin-, Lävulin-, Proprion-, Glykol-, Benzoe-, Mandel-, Salicyl-, Milch-, p-Aminosalicyl-, 2-Phenoxypenzoe-, 2-Acet-oxybenzoe-, 1,4-Naphtalin-disulfonsäure und dergleichen.
Die erfindungsgemässen Verbindungen der Formel III sind organische Basen, wovon der grösste Teil in Form der 25 freien Base als viscoses Öl vorliegt. Die freien Basen werden üblicherweise durch Säulenchromatographie entweder über Kieselsäure oder Aluminiumoxyd gereinigt und können dann durch Behandlung mit einer der vorstehend angeführten, salzbildenden Säuren zu deren festen Säureaddi-30 tionssalzen umgewandelt werden, üblicherweise in einem Lösungsmittel wie Wasser, Äthanol, 1-Propanol, Äthyl-acetat, Acetonitril oder Diäthyläther. Bei Abkühlung oder Verdünnung mit einem weniger polaren Lösungsmittel kristallisieren die Säureadditionssalze üblicherweise. 35 Derartige Verbindungen der Formel III enthalten ein chirales oder asymmetrisches Zentrum, bei e.h. das C-Atom in der bezeichneten CH-Bindung, und können daher als Enantiomere vorliegen, die gewünschtenfalls nach bekannten Vorgehen aufgeteilt werden können, beispiels-40 weise durch konventionelle Auflösungsmittel unter Verwendung von optisch aktiven Säuren wie optisch aktiver Formen von Kampfer-10-Sulfon-, a-Brom-Kampfer-71-sulfon-, Kampfer-, Menthoxyessig-, Wein-, Apfel-, Diacetylwein-, Pyrrolidon-5-carbonsäure und dergleichen. Es ist selbstver-45 ständlich, dass die vorliegende Erfindung auch derartige optische Isomere und racemische Gemische davon umfasst.
Die erfindungsgemässen Verbindungen der Formel III sind als Derivate von 1-(Äthyl)-lH-Imidazol zu bezeichnen, in denen der Arylmethylthiomethylthio-Substituent in der 2-50 oder ß-Stellung der Äthyl-Seitenkette angeordnet ist.
Die erfindungsgemässen Verbindungen der Formel III zeigen in vitro fungizide Wirksamkeit gegen für Menschen und Tiere pathogene Pilze, die mit derjenigen der am nächsten liegenden, in der US-PS 4 177 350 offenbarten Verbin-55 dung der Formel II des Standes der Technik vergleichbar ist. Es war daher überraschend festzustellen, dass die erfindungsgemässen Verbindungen der Formel III bei der Behandlung von durch Candida induzierter vaginaler Infektion in Mäusen eine 5-270fach höhere Wirksamkeit aufweisen als die 60 Verbindung der Formel II des Standes der Technik.
Auswertung der erfindungsgemässen Verbindungen der Formel III in vivo hat gezeigt, dass viele davon den in der US-PS 4177 350 offenbarten Verbindungen unerwartet überlegen sind, insbesondere für die Behandlung von Candidiasis 65 (Moniliasis), was eine sehr vorherrschende Pilzinfektion ist. Vaginale Candidiasis ist beispielsweise eine,bei schwangeren Frauen übliche Krankheitserscheinung. Candidiasis der Schleimhautmembranen der Mundhöhle ist als Mundfäule
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bekannt und eine bei Neugeborenen und Kindern übliche Pilzinfektion. Mundfäule kann bei Neugeborenen in Kinderspitälern und bei Patienten, die gegen andere Leiden mit Steroiden oder immunosuppressiven Arzneimitteln behandelt werden, eine besonders lästige Infektion sein. Vulvo-vaginitis ist eine der Mundfäule ähnliche Infektion, die bei nicht kontrollierten Diabetikern üblich ist. Das Auftreten von Candidiasis ist stark zunehmend als Resultat der weitverbreiteten verlängerten Verwendung von potenten antibiotischen und immunosuppressiven Arzneimitteln. Die erfindungsgemässen Verbindungen stellen einen wertvollen Beitrag zur Wissenschaft der medizinischen Mykologie zur Behandlung der vorstehend erwähnten Pilzinfektionen wie auch von durch andere pathogene Pilze induzierten Infektionen dar. Die erfindungsgemässen Verbindungen der Formel III zeigen auch antibakterielle Wirksamkeit, inbesondere gegen gram-positive Organismen. Die beschriebenen Verbindungen der Formel III zeigen auch fungizide Wirksamkeit gegen Pilze, die in erster Linie für die Landwirtschaft Bedeutung haben. Die erfindungsgemässen Verbindungen der Formel III sind somit nützliche antimikrobielle Mittel, die nicht nur pharmazeutisch, sondern auch in der Landwirtschaft und Industrie zum Einsatz gelangen können.
Ein von Pilzen und/oder Bakterien befallenes oder von solchem Befall bedrohtes Objekt kann somit zur Verhinderung des Wachstums der Pilze und/oder Bakterien mit einer fungizid und bakterizid wirksamen Menge einer erfindungsgemässen Verbindung der Formel III oder eines antimikrobiellen Säureadditionssalzes davon behandelt werden.
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Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist somit die im Patentanspruch 12 definierte Verwendung zur Herstellung von Zubereitungen, die zur Verhinderung des Wachstums von Pilzen und Bakterien sowohl für pharmazeutische wie auch für die Anwendung in der Landwirtschaft und Industrie geeignet sind.
Bevorzugt sind erfindungsgemässe Verbindungen der Formel III, worin R1 oder R2 Chlor und der andere Substituent Chlor oder Wasserstoff und Z einen 2- oder 3-Thienyl-rest der Formel V nach Anspruch 1, in welcher R3 für Wasserstoff, Fluor, Chlor, Niederalkyl oder Trifluormethyl steht, bedeuten.
Besonders bevorzugt sind erfindungsgemässe Verbindungen der Formel III, worin mindestens einer der beiden Substituenten R1 und R2 Chlor und der andere Chlor oder Wasserstoff, und Z ein 2- oder 3-Thienylrest der Formel V, in welcher R3 für Wasserstoff, Chlor oder Niederalkyl steht, bedeuten.
In einer noch mehr bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemässen Verbindungen der Formel III bedeuten R2 Chlor, R1 Wasserstoff oder Chlor und Z 2-Chlor-3-Thienyl.
In einer zum gegenwärtigen Zeitpunkt besonders bevorzugten erfindungsgemässen Verbindung der Formel III bedeuten R1 und R2 beide je Chlor, und Z 5-Chlor-2-Thienyl.
Nach einem bevorzugten Verfahren können die erfindungsgemässen Verbindungen der Formel III, wie nachstehend erläutert, nach dem folgenden Reaktionsschema hergestellt werden:
CHSCOCgHt-
NaOH „ CH3OH '
oder C2H5OH
7 + CICH2SCH2-Z
CH2ÇHSCH25CH2-2
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Die Ausgangs-Xanthate 6 und deren Säureadditionssalze sind bekannte Verbindungen, die leicht hergestellt und zur Bildung der Thiolsalze 7 nach den in den US-PS 4 038 409 und 4 039 677 offenbarten Massnahmen hydrolisiert werden können. Die Hydrolyse der Xanthate 6 oder von Säureadditionssalzen davon, und die anschliessende Alkylierung des Thiolsalzes 7 werden üblicherweise unter Stickstoffatmosphäre ausgeführt, um die Oxidation auf ein Minimum herabzusetzen. Der erhaltenen alkoholischen Lösung des Thiolsalzes 7 wird ein ungefähr äquimolarer Mengenanteil des zweckentsprechend substituierten Chlormethyl-arylmethyl-sulfids 8, worin Z für Thienyl steht, zugesetzt. Das Reaktionsgemisch wird dann während 1-24 h bei 20-80°C gerührt.
Nach Entfernung des Lösungsmittels bleibt das rohe Produkt 3, üblicherweise in Form eines Viscosenöls, zurück. Das Öl kann durch Umsetzung zu einem festen Säureadditionssalz, das dann umkristallisiert wird, oder chromatographisch über s Kieselsäure oder Aluminiumoxid gereinigt werden. Gewünschtenfalls kann das gereinigte Öl nach allgemein bekannnten und benutzten Methoden zu einem zweckentsprechenden Säureadditionssalz umgesetzt werden.
Obwohl es bevorzugt wird, zur Synthetisierung die Xan-10 thate 6 und Chlormethyl-arylmethyl-sulfide 8, worin Z für Thienyl steht, zu verwenden, können die erfindungsgemässen Verbindungen der Formel III auch nach dem nachstehenden Reaktionsschema wie folgt hergestellt werden:
- S - Vf
MOH
10+ L-CH2SCH2-Z 11
worin W eine Gruppe darstellt, die bei Behandlung mit einem Alkalimetallhydroxid, wobei M für Natrium, Lithium oder Kalium steht, in Gegenwart eines Lösungsmittels unter Bildung der Alkalimetall-thiolate 10 hydrolytisch abgespalten wird. W kann beispielsweise eine in der US-PS 4 038 409 und 4 039 677 offenbarte Gruppe oder Amidino-hydrochlorid der Formel
NH
-C-HC1 \
NH2
oder N-Methyl-2-pyridinium-chlorid der Formel sein.
den Produkten 3. Die Ausgangs Verbindungen 9, worin W für Amidino-hydrochlorid oder N-Methyl-2-pyridiniumchlorid steht, können hergestellt werden durch Behandlung eines Imidazols 12 in Gegenwart eines Lösungsmittels mit Thio-4s harnstoff beziehungsweise N-Methyl-2(lH)-pyridin-thion.
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Behandlung des Metall-thiolats 10 mit dem Alkylierungs-mittel 11, worin L eine konventionelle abspaltbare Gruppe, die Halogen-, vorzugsweise Chlor-, mesyloxy oder tosyloxy darstellt, in Gegenwart eines inerten Lösungsmittels, führt zu
Die l-(ß-Chlorphenäthyl)-imidazole 12 sind bekannte Verbindungen und in der US-PS 3 679 697 beschrieben. Wie nachstehend angezeigt, können die erfindungsgemässen Ver-
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bindungen 3 auch durch Behandlung eines Imidazols 12 mit einem Hemi- mercaptal 13 in Gegenwart eines inerten Lösungsmittels, wie Methanol, Äthanol, N,N-Dimethylform-amid, Benzol, Toluol und dergleichen, das ein Säurebindemittel, wie Natrium- oder Kaliumcarbonat enthält, hergestellt werden.
12 + HSCH2SCH2-Z-I 13
Alternativ kann das Alkalimetallsalz der Verbindung 13 mit einer Base, wie Natrium-äthoxid oder -methoxid, oder einem Alkalimetallhydrid, wie Natriumhydrid, vorgebildet und das vorgebildete Salz der Verbindung 13 mit der Verbindung 12, vorzugsweise im gleichen Lösungsmittel, in welchem es gebildet wurde, zur Bildung der Verbindungen 3 behandelt werden. Die Hemi-mercaptale 13 werden nach dem von H. Böhme, H. Fischer und R. Frank in «Ann. Chem.», 563, S. 54 (1949) beschriebenen Vorgehen, das zur Hauptsache aus der Behandlung eines Chlormethyl-sulfids, wie 8, mit Kalium-sulfhydratbei niedriger Temperatur besteht, hergestellt.
Mehrere der Chlormethyl-arylmethyl-sulfide 8, worin Z für Thienyl steht, sind im Stand der Technik beschrieben. Diejenigen, die noch nicht beschrieben wurden, können nach gut eingeführten Methoden hergestellt werden. Beispielsweise kann ein Mercaptan der Formel HSCH2-Z zur Bildung der Verbindung 8 mit Chlorwasserstoff und Formaldehyd behandelt werden oder es kann das von Goralski und Burk «J. Org. Chem.», 42, S. 3094 (1977) beschriebene Vorgehen eingesetzt werden, wobei ein Gemisch des Mercaptans der Formel HSCH2-Z in Bromchlormethan mit pulverisiertem Kaliumhydroxid und einem Phasenumkehr-Katalysator gerührt wird, um nach Aufarbeitung zu der Verbindung 8 zu gelangen.
Eine Anzahl erfindungsgemässer Verbindungen der Formel III wurden zusammen mit der Verbindung der Formel II des Standes der Technik als Vergleichs versuch getestet gegen eine durch Candida albicans induzierte Vaginalinfektion in Mäusen und eine durch Trichophyton quine-keanum induzierte Hautinfektion an Meerschweinchen. Nährbrühe nach Sabouraud wurde mit Candida albicans geimpft und während 2 d bei 28°C auf einem rotierenden Schüttelapparat incubiert. Gruppen von 4-5 weiblichen Mäusen mit einem Gewicht von 18-21 g wurden intravaginal mit je 0,01 ml der erhaltenen Zellsuspension, enthaltend 108 Zellen/ml am Tage 0 infiziert. Die Mäuse wurden 3 d vor und 4 d nach der Infektion subcutan mit je 0,5 mg Estradiol-ben-zoat behandelt. Die zu testenden Verbindungen wurden in 1 Gew.% Lösung von Carboxymethylcellulose suspendiert und vom Tag 0,4 h nach der Infektion, bis zum Tag 4 wurde in 5 Verabreichungen je 0,02 ml der erhaltenen Suspension intravaginal eingeführt. Am Tag 7 wurde mittels eines dünnen Glasstabes vaginale Ausscheidung entnommen und auf eine 100 (ig/ml Chloramphenicol enthaltende YGP-Agarplatte gestrichen. Dann .wurde die Agarplatte während 2 d bei 28°C 5 incubiert. Dann wurden die lebensfähigen Zellen ausgezählt und nach dem nachstehenden Bewertungsschlüssel eingeordnet:
jo Bewertung Anzahl Kolonien
4 >3200
3 1001-3200
2 321-1000
isl 101-320
0 0-100
Verbindungen mit einer durchschnittlichen Bewertungsnote von 1,5 oder weniger wurden als aktiv erachtet (unbehandelte Prüftiere im Blindversuch zeigten im allgemeinen eine Bewertungsnote von > 3).
Für den Hauptinfektions-Test an Meerschweinchen wurde Tricophyton quinekeanum in einer YGP-Agar-Schrägkultur während 10 d bei 28°C gezüchtet. Von der Myzellmatte wurden Sporen entnommen und in 2 Gew.% «Tween» 80 enthaltender Nährbrühe nach Sabouraud suspendiert. Für jede Dosierung der zu prüfenden Verbindung wurden Gruppen von 3 männlichen Meerschweinchen mit einem Gewicht von 400-500 g eingesetzt. Die Flanken der Testtiere wurden enthaart und mittels Sandpapier verletzt. Die verletzten Flächenbereiche wurden am Tag 0 durch Reiben mit einem Glasstab mit je 0,2 ml der erhaltenen, 108 CFU/ml enthaltenden Sporensuspension geimpft. Die jeweils zu testende Verbindung wurde im Gewichtsverhältnis 1:1 mit Polyäthylenglykol 400 bzw. 4000 vermischt und am Tage 1,3 und 5 wurden die infizierten Flächenbereiche mit je 0,3 ml der erhaltenen Säure behandelt. Die Schäden wurden am Tage 7 beurteilt und nach dem folgenden Schlüssel eingereiht: Normal = 0, Erythem = 1, Erythem mit weisslichen Bereichen = 2, Erythem mit zahlreichen weisslichen Flächenbereichen = 3, Erythem mit zusammenfassender Abschuppung und weisslichen Flecken = 4. Verbindungen mit einer durchschnittlichen Bewertungsnote von 1,5 oder weniger wurden als aktiv erachtet.
In Tabelle I ist die fungizide Wirksamkeit der jeweils getesteten Verbindung als ECso-Wert angeführt, was der Konzentration der Wirksubstanz in Gew.% entspricht, die 50% der Bewertungsnote von unbehandelten Kontrolltieren ergibt. Die ECso-Werte wurden nach der Methode der kleinsten Quadrate, beschrieben von K. Brounlee in «Statistical 50 Theory and Methodology in Science an Engineering», S. 345-349, Wiley Press, New York, 1965, errechnet. In Tabelle
II sind die in vitro erhaltenen Werte der antibakteriellen Wirksamkeit der in Tabelle I angeführten Verbindungen gegen einige gram-positive Organismen in MIC angeführt.
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Tabelle I ■ Fungizide Wirksamkeit in vivo
I
CH2CHSCH2SCH2-Z
Verbindung Nr. A* R1 R2 Z EC50 EC50
Candida-Vaginalinfektion Trichophyton-Hautinfektion
3h C2H2O4 CI CI li il 0,050 0,047
3i HCl Cl Cl F~~h 0,0022 0,038
&
C4H4O4
II
ÌN2CH-SCH2CH2S—ci dt
>0,3 0,10
* C4H4O4 — Fumarsäure; C2H2O4 = Oxalsäure
Tabellen MIC (g/ml)a
Streptococcus
Staphylococcus aureus
Verb. Nr.
pneumoniae pyogenes faecalis
Stamm A
Stamm B
Stamm C
3h
63
32
2
0,5
16
0,5
3i
63
63
32
32
63
63
2
63
63
4
0,25
16
0,5
a) S. pneumoniae und S. pyogenes wurden getestet in 50°/oiger Nährbrühe, enthaltend 5 Gew.% menschliches Serum, während S. faecalis und S. aureus in Nährbrühe getestet wurden.
In den nachstehenden Beispielen sind bevorzugte Ausfüh- 6o Beispiel 1
rungsformen der erfindungsgemässen antimikrobiellen Ver- 1 -[2-(5-Chlor-2-thienylmethylthiomethylthio)-2-(2,4-bindungen erläutert, wobei die offenbarten Strukturen sind dichlor-phenyl)-äthyl]-lH-imidazol-hydrochlorid (Tabelle I, durch befriedigende Infrarot(IR)- und protonenmagnetische- Verbindung Nr. 3i).
Resonanz (PMR)-Spektren gestützt. Die angeführten prozen- Einer Lösung von 2,0 g (0,05 mol) Natriumhydroxid in tualen Konzentrationsangaben und Proportionen sind 65 150 ml Äthanol wurden unter Rühren bei 25°C unter Stick-gewichtsmässig, wenn nichts anderes angegeben ist. Die stoff 4,51 g (0,01 mol) l-[2-(2,4-Dichlorphenyl)-2-(Äthoxy-
angegebenen Schmelzpunkte (F.) und Siedepunkte (Kp.) sind thiocarbonylthio)-äthyl]-1 H-imidazol-hydrogenoxalat zuge-nicht korrigiert. setzt. Nach Rühren bei 25°C während 0,75 h wurde eine
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Lösung von 2,13 g (0,01 mol) Chlormethyl-5-chlor-2-thienyl-methylsulfid in 4 ml Äthanol zugesetzt. Das Gemisch wurde während 2,5 h bei Zimmertemperatur gerührt und dann zur Trockene konzentriert. Der Rückstand wurde in Methylenchlorid und verdünntem, wässrigem Kaliumcarbonat verteilt und die Methylenchloridschicht wurde über Magnesiumsulfat getrocknet und konzentriert, wobei 4,5 g der rohen freien Base der Titelverbindung in Form eines Viscosenöls erhalten wurden. Das Öl wurde auf 50 g Kieselsäure chroma-tographiert und zuerst zur Entfernung der schneller bewegten Verunreinigungen mit Methylenchlorid und dann mit einem 4:1-Gemisch von Methylenchlorid und Aceton eluiert, wobei 2,95 g der reinen freien Base erhalten wurden. Eine Lösung der erhaltenen Base in n-Propanol wurde mit 1,2 ml 6N Salzsäure behandelt. Die erhaltene Lösung wurde konzentriert, und der Rückstand,aus Aceton umkristallisiert, wobei 2,26 g der Titelverbindung mit F. 116-118°C und den nachstehenden Analysendaten erhalten wurden:
Elementaranalyse für C17H15CI3N2S3 • HCl
Ber.: C 41,98; H 3,32; Cl 29,16; N 5,76; S 19,78 Gef.: C 42,07; H 3,28; Cl 29,76; N 5,90; S 20,25
Beispiel 2
Beispiel 1 wurde mit den Ausnahmen wiederholt, dass an Stelle von Chlormethyl-5-chlor-2-thienylmethylsulfid Chlor-methyl-2-chlor-3-thienylmethylsulfid verwendet und gegebenenfalls die angegebene, salzbildende Säure eingesetzt wurde, wobei l-[2-(2-Chlor-3-Thienylmethylthiomethylthio)-2-(2,4-dichlorphenyl)-äthyl]-1 H-imidazol-hydrogenoxalat (Tabelle I, Verbindung Nr. 3h) mit F. 107-108°C und den nachstehenden Analysendaten erhalten wurden:
ElementaranalysefürCnH 15Q3N2S3 • C2H2 O4
Ber.: C 42,26; H 3,17; Cl 19,70; N 5,19; S 17,82 Gef.: C 42,53; H 3,15; Cl 19,19; N 5,40; S 17,30
Beispiel 3
Chlormethyl-arylmethylsulfide (Verbindungen der Formel 8, worin Z Thienyl bedeutet)
Nachdem von Goralski und Burk «J. Org. Chem.», 42, S. 3094 (1977) beschriebenen allgemeinen Vorgehen, das als Beispiel für die Herstellung von Chlormethyl-2-chlor-3-thie-nylmethylsulfid wie im nachstehenden beschrieben angegeben ist, wurden Chlormethyl-5-chlor-2-thienylmethylsulfid und -3-thienylmethylsulfid synthetisiert. Zu einem Gemisch von 1,65 g (0,001 mol) 2-Chlor-3-thienylmethyl-mercaptan und 0,66 g (0,01 mol) 85% Kaliumhydroxid in 45 ml Bromchlormethan wurden bei 25°C unter Rühren unter Stickstoffatmosphäre 100 mg Benzyl-triäthylammoniumbromid gegeben. Nach Zugaben des Phasenumkehr-Katalysators setzte eine exotherme Reaktion ein. Das Rühren wurde während 1 h bei 50°C weitergeführt, und das Gemisch dann auf einem Rotationsverdampfer zur Trockene eingedampft. Der Rückstand wurde in Diäthylat her und kaltem Wasser aufgeteilt. Die Ätherschicht wurde nacheinander mit kaltem verdünntem wässrigem Natriumcarbonat, Wasser und Sole gewaschen und dann über Natriumsulfat getrocknet. Nach Entfernung des Diäthyläthers wurden 2,15 g Chlormethyl-2-chlor-3-thienylmethylsulfid in Form eines Öls erhalten, das für die Alkylierung rein genug war.
Das für die vorstehend angeführte Synthese als Zwischenprodukt benötigte 2-Chlor-3-thienylmethyl-mercaptan wurde folgendermassen hergestellt:
Eine Lösung von 5,36 g (0,0254 mol) 2-Chlor-3-thienyl-methyl-bromid und 1,94 g (0,0254 mol) Thioharnstoff in 12 ml 95%igem Äthanol wurde während 4 h auf Rückflusstemperatur gehalten und dann konzentriert, wobei das kristalline Isothioroniumsalz erhalten wurde. Das erhaltene Salz wurde in 20 ml Wasser, enthaltend 1,52 g (0,038 mol) Natriumhydroxid, suspendiert, und das Gemisch während 2 h auf einem Dampfbad erwärmt. Nach Abkühlung wurde das Gemisch mit 7 ml 6N Salzsäure angesäuert und dann mit Diäthyläther extrahiert. Der Ätherextrakt wurde mit Wasser gewaschen und über Natriumsulfat getrocknet. Nach Entfernung des Äthers wurden 3,7 g des Mercaptans erhalten, wovon ein Teil in einem Kugelrohrapparat destilliert wurde, wobei das Muster für die Analyse in Form eines farblosen Öls mit Kp. 126-128°C/20 mbar und den nachstehenden Analysendaten erhalten wurde:
Elementaranalyse für C5H5CIS2
Ber.: C 36,46; H 3,06; Cl 21,53; S 28,94 Gef.: C 35,95; H 3,04; Cl 21,28; S 38,73
Die erfindungsgemässen antimikrobiellen Verbindungen zeigen fungizide und antibakterielle Wirksamkeit gegen eine grosse Anzahl verschiedener menschlicher und tierischer Pa-thogene und sind demzufolge nicht nur in pharmazeutischen Zubereitungen, sondern auch für die Verwendung in der Landwirtschaft, Industrie, Haushaltung und für andere Verwendungszwecke, wo derartige Wirksamkeit verlangt wird, geeignet. Im allgemeinen können antimikrobielle Zubereitungen derartige Verbindungen als Wirksubstanz in jeder beliebigen Konzentration, das heisst von 0,1-99,9%, in einem für den vorgesehenen Verwendungszweck geeigneten konventionellen Träger, enthalten. Beispielsweise können Konzentrate mit einem Gehalt an Wirksubstanz von 2-90% vertrieben und durch den Verbraucher auf eine Konzentration im allgemeinen Bereich von 0,1-10% Wirksubstanz verdünnt werden.
In pharmazeutischen Formulierungen kann die Zubereitung fest, halbfest oder flüssig sein und in Form von Tabletten, Kapseln, Pulvern, Suppositorien, fliessenden Lösungen, Suspensionen, Cremen, Lotionen, Gelen, Salben und dergleichen vorliegen. Pharmazeutisch annehmbare, nicht toxische Träger, die normalerweise für feste Formulierungen verwendet werden, sind beispielsweise Tricalcium-phosphat, Calciumcarbonat, Kaolin, Bentonit, Tale, Gelatine, Lactose, Stärke und dergleichen; für halbfeste Formulierungen, beispielsweise Polyalkylenglykole, Vaseline, Petro-latum und andere Cremebasen; für flüssige Zubereitungen, beispielsweise Wasser, Öle vegetabilen Ursprungs und niedrig siedende Lösungsmittel, wie Isopropanol, hydrierte Naphtaline und dergleichen.
Erfindungsgemässe Verbindungen der Formel III oder deren antimikrobielle Säureadditionssalze als Wirksubstanz enthaltende pharmazeutische Zubereitungen können konventionellen pharmazeutischen Behandlungen, beispielsweise Sterilisation, unterzogen werden und können konventionelle pharmazeutische Zusätze enthalten, wie Konservierungsmittel, Stabilisatoren, Emulgatoren, Salze zur Einstellung des osmotischen Druckes und Pfuffer und auch andere, therapeutisch wirksame Materialien enthalten.
Typische pharmazeutische Zubereitungen enthalten beispielsweise einen pharmazeutisch annehmbaren, nicht toxischen Träger in Kombination mit einer oder mehreren Verbindungen) der Formel III in einem zur Behebung oder Verhinderung des zu behandelnden Zustandes wirksamen Mengenanteil. Da die erfindungsgemässen Verbindungen der Formel III und deren antimikrobiellen Säureadditionssalze
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fungizide und antibakterielle Wirksamkeit über einen weiten Konzentrationsbereich aufweisen, kann deren wirksamer Mengenanteil variieren. In Formulierungen für örtliche Anwendung kann der Mengenanteil beispielsweise 0,1-10%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zubereitung, betragen, während er in anderen Formulierungen im Bereich von 5-95% oder sogar mehr variieren kann. Vorzugsweise werden pharmazeutische Zubereitungen in Form von Dosierungseinheiten formuliert, um die Verabreichung zu erleichtern,
wobei die Dosierungseinheit dem für eine einmalige Verabreichung benötigten Mengenanteilwirkstoff entspricht.
Für pharmazeutische Anwendungszwecke können die beschriebenen Verbindungen der Formel III und deren antimikrobiellen Säureadditionssalze bzw. solche Wirksubstanz enthaltende Zubereitungen Menschen und Tieren nach konventionellen Methoden verabreicht werden, beispielsweise örtlich, oral, parenteral, und dergleichen. Örtliche Verabreichung umfasst auch intravaginale Anwendung, während parenterale Verabreichung intramuskuläre wie auch subcutane und intravenöse Injektion umfasst. Intravenöse Injektion von Imidazolderivaten für bestimmte systemische Zustände hat sich als wirksam erwiesen, wie beispielsweise in «Drugs», 9, S. 419 und 420 (1975) unter Bezugnahme auf intravenöse Verabreichung von Miconalzol, das heisst l-[2,4-Dichlor-ß-(2' ,4' -Dichlorbenzyloxy)-phenäthyl]-imidazolni-trat an Patienten mit systemischer Candidiasis beschrieben. Die bevorzugte Verabreichungsform für pharmazeutische Behandlung ist die örtliche Anwendung. Für derartige Behandlung kann ein Flächenbereich, der von Pilz- oder Bakterienwachstum befallen ist oder gegen derartigen Befall geschützt werden soll, mit Verbindungen der Formel III oder deren antimikrobiellen Säureadditionssalzen oder solche Wirksubstanzen enthaltenden Zubereitungen behandelt werden, beispielsweise durch Bestäuben, Beträufeln, Besprühen, Spülen, Aufbürsten, Eintauchen, Aufschmieren, Beschichten, Imprägnieren und dergleichen.
Die genaue Anwendungsvorschrift für pharmazeutische Verabreichnung der vorstehend beschriebenen Verbindungen der Formel III und diese als Wirksubstanz enthaltenden Zubereitungen hängt natürlich von den Anforderungen des jeweils behandelten Einzelobjekts, der Art der Behandlung, beispielsweise präventiv oder heilend, der Art des jeweils befallenen Organismus und selbstverständlich dem Urteil des behandelnden Arztes ab. Im allgemeinen ist es für systemische, wie orale oder parenterale, Verabreichung zur Erzielung wirksamer Resultate zweckmässig, die Wirksubstanz in einer Tagesdosierung von 1-100 mg/kg Körpergewicht, vorzugsweise 5-50 mg/kg Körpergewicht, vorzugsweise in mehrere Gaben, beispielsweise in drei Gaben aufgeteilt, zu verabreichen. Für lokale, das heisst örtliche Verabreichung, wird jedoch proportional weniger Aktivsubstanz benötigt.
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Für landwirtschaftliche Verwendungszwecke können die erfindungsgemässen Verbindungen der Formel III, bzw. deren antimikrobiellen Säureadditionssalze direkt auf Pflanzen, wie Saatgut, Blätterwerk, oder auf den Pflanzengrund zum Einsatz gebracht werden. Beispielsweise können die beschriebenen Wirksubstanzen direkt, allein oder im Gemisch mit einem pulverförmigen festen Träger auf Saatgut aufgebracht werden. Typische pulverförmige Träger sind beispielsweise die zahlreichen Mineralsilikate, wie Mica, Talk, Pyrophyllit und Tonerden. Die beschriebenen Wirksubstanzen können auch im Gemisch mit einem konventionellen, oberflächenaktiven Netzmittel, mit oder ohne zusätzlichen festen Träger, auf Saatgut aufgebracht werden. Hierfür geeignete oberflächenaktive Netzmittel sind beispielsweise beliebige der konventionellen anionaktiven, nicht iono-genen, amphoteren oder kationaktiven Typen. Für die Behandlung von Pflanzengrund gegen Pilze und dergleichen können die beschriebenen Wirksubstanzen in Kombination mit Sand, Pflanzerde oder einem pulverförmigen festen Träger, wie Mineralsilikat, mit oder ohne zusätzliches, oberflächenaktives Mittel durch Bestäuben oder in Form einer wässrigen, gegebenenfalls ein oberflächenaktives Dispergiermittel und einen festen pulverförmigen Träger enthaltenden Zubereitung durch Besprühen zum Einsatz gelangen. Für die Behandlung von Blätterwerk können die beschriebenen Wirksubstanzen auf die Pflanzen im Wachstum in Form einer wässrigen, ein oberflächenaktives Dispergiermittel und gegebenenfalls einen pulverförmigen festen Träger sowie Kohlenwasserstoff-Lösungsmittel enthaltenden Zubereitung zum Spritzen eingesetzt werden.
Für industrielle Verwendungszwecke können die beschriebenen Verbindungen der Formel III bzw. deren antimikrobiellen Säureadditionssalze zur Kontrolle von Bakterien und Pilzen eingesetzt werden, indem diese Pathogene mit den Wirksubstanzen auf jede beliebige bekannte Art in Berührung gebracht werden. Materialien, die zum Unterhalt von Bakterien und Pilzen befähigt sind, können geschützt werden, indem sie mit den beschriebenen Wirksubstanzen in Berührung gebracht, vermischt oder imprägniert werden. Die beschriebenen Wirksubstanzen mit anderen Pestiziden, beispielsweise Fungiziden, Bakteriziden, Insektiziden, Mit-iziden und dergleichen kombiniert werden. Eine besonders wichtige industriell/landwirtschaftliche Einsatzmöglichkeit der erfindungsgemässen Verbindungen der Formel III und deren antimikrobiellen Säureadditionssalze ist beispielsweise deren Einsatz für die Konservierung von Nahrungsmitteln gegen den Befall mit Bakterien und Pilzen, welche Zerstörung und Zersetzung der Nahrungsmittel bewirken.
Im vorstehenden ist die Erfindung unter Bezugnahme auf bevorzugte Ausführungsformen erläutert, wobei es für den Fachmann offensichtlich ist, dass im definierten Rahmen der Erfindung zahlreiche Modifikationen und Veränderungen möglich sind.
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    PATENTANSPRÜCHE 1. Verbindungen der Formel (III)
    worin R1 und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff oder Halogen, und Z einen 2- oder 3-Thienylrest der Formel (V)
    in welcher R3 für Wasserstoff, Halogen, Niederalkyl oder Tri-fluormethyl steht, bedeuten,
    sowie die antimikrobiellen Säureadditionssalze davon.
  2. 2. Antimikrobielle Säureadditionssalze der Formel III, nach Anspruch 1 in Form des Hydrochlorids, Hydrobro-mids, Hydroiodids, Nitrats, Sulfats, Phosphats, Fumarats, Oxalats, Maleats, Acetats, Pyruvats, Citrats, Tartrats, Me-thansulfonats, Äthansulfonats, p-Toluolsulfonats, Hydroxy-äthansulfonats, Sulfamats, Malats, Succinats, Ascorbats, Levulinats, Propionats, Glykolats, Benzoats, Mandelats, Salicylats, Lactats, p-Aminosalicylats, 2-Phenoxy-benzoats, 2-Acetoxy-benzoats oder 1,4-NaphtaIin-disulfonats.
  3. 3. Verbindung der Formel III, nach Anspruch 1 in Form des rechtsdrehenden optischen Isomers oder ein antimikro-bielles Säureadditionssalz davon.
  4. 4. Verbindung der Formel III, nach Anspruch 1 in Form des linksdrehenden optischen Isomers oder ein antimikro-bielles Säureadditionssalz davon.
  5. 5. Verbindungen oder antimikrobielle Säureadditionssalze davon nach Anspruch 1, wobei in der Formel III einer der beiden Substituenten R1 und R2 Chlor und der andere Chlor oder Wasserstoff bedeuten, und in der Formel V R3 für Wasserstoff, Fluor, Chlor, Niederalkyl oder Trifluormethyl steht.
  6. 6. Verbindungen oder antimikrobielle Säureadditionssalze davon nach Anspruch 1, wobei in der Formel III einer der beiden Substituenten R1 und R2 Chlor und der andere Chlor oder Wasserstoff bedeuten, und in der Formel V R3 für Wasserstoff, Chlor oder Niederalkyl steht.
  7. 7. Verbindungen oder antimikrobielle Säureadditionssalze davon nach Anspruch 1, wobei in der Formel III R2 Chlor, R1 Wasserstoff oder Chlor, und Z 2-Chlor-3-Thienyl bedeuten.
  8. 8. Verbindung oder ein antimikrobielles Säureadditionssalz davon nach Anspruch 1, wobei in der Formel IHR1 und R2 je Chlor, und Z 5-Chlor-2-Thienyl bedeuten.
  9. 9. Verbindungen oder antimikrobielle Säureadditionssalze davon nach Anspruch 1, wobei in der Formel III R1 und
    5 R2 je Chlor, und Z 2-Chlor-3-Thienyl bedeuten.
  10. 10. Verbindung nach Anspruch 9 in Form des Oxalats.
  11. 11. Verbindung nach Anspruch 8 in Form des Hydrochlorids.
  12. 12. Verwendung von Verbindungen der Formel III, nach io Anspruch 1 oder von antimikrobiellen Säureadditionssalzen davon als Wirksubstanz in Kombination mit einem Träger zur Herstellung von Zubereitungen für die Verhinderung des Wachstums von Pilzen und Bakterien.
  13. 13. Verwendung nach Anspruch 12 in Kombination mit 15 einem pharmazeutisch annehmbaren Träger.
  14. 14. Verwendung nach Anspruch 13 zur Herstellung einer Zubereitung für örtliche Verabreichung, dadurch gekennzeichnet, dass man die Wirksubstanz in Form einer Verbindung der Formel III oder eines antimikrobiellen Säureadditionssalzes davon in einem Mengenanteil von 0,1-10 Gew.%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zubereitung, einsetzt.
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