CH655272A5 - Bohrhammer mit werkzeughalter. - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Bohrhammer mit einem Gehäuse und einem gegenüber dem Gehäuse axial verschiebbaren, sich beim Drehbohren in axialer Richtung am Gehäuse abstützenden Werkzeughalter.
Insbesondere Bohrhämmer der unteren und mittleren Leistungsklasse sind in den meisten Fällen neben der Funktion Schlagbohren auch für reines Drehbohren vorgesehen. Die für optimales Arbeiten massgebenden Kriterien sind bei diesen beiden Betriebsarten jedoch unterschiedlich.
Während beim Schlagbohren vor allem die Bohrleistung und damit eine möglichst verlustfreie Übertragung der Schlagenergie auf das Werkzeug entscheidend ist, kommt es beim Drehbohren, beispielsweise für punktgenaues Ansetzen, wesentlich auf den Rundlauf des Bohrwerkzeuges an. Um beim Schlagbohren Verluste der Schlagenergie durch zusätzlich zu beschleunigende Teile zu vermeiden, ist es üblich, dass der Schlagdöpper gegenüber dem Werkzeughalter axiales Spiel aufweist. Ausserdem ist der den Werkzeughalter tragende Schlagdöpper gegenüber dem Gehäuse axial beweglich. Diese axiale Beweglichkeit des Schlagdöppers gegenüber dem Gehäuse und des Werkzeughalters gegenüber dem Schlagdöpper erfordern jedoch auch radiales Spiel dieser Teile untereinander. Infolge Abnützung wird dieses radiale Spiel im Laufe der Zeit vergrössert. Durch das radiale Spiel kann sich einerseits der Schlagdöpper gegenüber dem Gehäuse und andererseits der Werkzeughalter gegenüber dem Schlagdöpper schrägstellen. Der sich daraus ergebende Winkelversatz kann bis zur Bohrerspitze mehrere Millimeter ausmachen. Ein genaues Arbeiten beim Drehbohren ist somit bei den bekannten Geräten kaum möglich.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zu schaffen, welche sowohl beim Schlagbohren als auch beim Drehbohren optimales Arbeiten ermöglicht.
Gemäss der Erfindung wird dies dadurch erreicht, dass der Werkzeughalter und das Gehäuse Zentriermittel aufweisen, die bei axialer Abstützung des Werkzeughalters am Gehäuse ineinander eingreifen.
Da sich der Werkzeughalter nur beim Drehbohren in axialer Richtung am Gehäuse abstützt, gelangen die Zentriermittel auch nur während des Drehbohrens in Eingriff miteinander. Somit kann während des Schlagbohrens kein Verschleiss der Zentriermittel auftreten. Durch die direkte Zentrierung des Werkzeughalters am Gehäuse wird gleichzeitig radiales Spiel zwischen dem Gehäuse und dem Schlagdöpper sowie zwischen dem Schlagdöpper und dem Werkzeughalter ausgeglichen.
Aus konstruktiven Gründen ist es zweckmässig, die Zentriermittel als am Werkzeughalter angeordneter Zentrieransatz und gehäuseseitige Zentrierbohrung auszubilden. Eine solche Lösung benötigt keinen besonderen Aufwand, da das Gehäuse ohnehin eine Durchgangsbohrung für den Schlagdöpper aufweist und somit am Werkzeughalter lediglich ein auf deren Durchmesser abgestimmter Zentrieransatz vorgesehen werden muss.
Sowohl der Zentrieransatz als auch die Zentrierbohrung können im Prinzip zylindrisch ausgebildet sein. Da dabei, beispielsweise aus Verschleissgründen, wiederum radiales Spiel auftreten kann, ist es vorteilhaft, den Zentrieransatz und die Zentrierbohrung entgegen der Bohrrichtung konisch verjüngt auszubilden. Eine solche Ausbildung wirkt als selbstzentrierender Kegelsitz. Dabei wird beim Anpressen des Bohrhammers automatisch radiales Spiel aufgehoben.
Durch die Abstützung des Werkzeughalters am Gehäuse entsteht beim Drehbohren eine Relativbewegung zwischen dem Werkzeughalter und dem Gehäuse. Um dabei das Auftreten von Verschleiss möglichst zu vermeiden, ist vorzugsweise das Zentriermittel als Gleitlager ausgebildet. Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass die gewählte Werkstoffkombination der beiden aufeinander gleitenden Teile einen kleinen Reibungskoeffizienten aufweist. Dazu sind beispielsweise graues Gusseisen, Bronze oder auch gewisse Kunststoffe wie beispielsweise PTFE (Teflon) geeignet. Die Reibung kann ausserdem durch Schmierstoffe wie Fett oder Öl reduziert werden.
Beim Drehbohren können erhebliche Axialkräfte auftreten. Um die Reibungsverluste durch diese axialen Kräfte möglichst gering zu halten, ist vorteilhaft das Zentriermittel als Wälzlager ausgebildet. Als Wälzlager können beispielsweise Kegelrollenlager verwendet werden, welche sowohl axiale als auch radiale Kräfte aufnehmen können.
Damit sich der Werkzeughalter in jeder Lage des Bohrhammers am Gehäuse abstützt, ist es zweckmässig, dass beim Drehbohren den Werkzeughalter gegen das Gehäuse verspannende Spannmittel vorgesehen sind. Durch die Spannmittel wird etwa vorhandenes, axiales Spiel aufgehoben.
Zum Umschalten von Schlagbohren auf Drehbohren und umgekehrt ist es zweckmässig, die Spannmittel als Nokken und Auflaufkurve auszubilden. Die Auflaufkurve kann beispielsweise auch als Steilgewindegang ausgebildet werden. Zur Erleichterung der Betätigung können zusätzlich Federelemente vorgesehen werden.
Die Erfindung soll nachstehend anhand der sie beispielsweise wiedergebenden Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 einen Teil eines erfindungsgemässen Bohrhammers in der Stellung Schlagbohren,
Fig. 2 den Bohrhammer gemäss Fig. 1 in der Stellung Drehbohren.
Der aus den Fig. 1 und 2 ersichtliche Bohrhammer weist ein insgesamt mit 1 bezeichnetes Gehäuse auf. Das Gehäuse 1 besteht im wesentlichen aus einem Führungsrohr la und einer gegenüber diesem axial verschiebbaren Stellhülse lb.
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Zur Verrastung der Stellhülse lb mit dem Führungsrohr la in einer bestimmten Stellung sind am Führungsrohr la ein Nocken lc und an der Stellhülse lb eine Auflaufkurve ld vorgesehen. Die Stellhülse lb und das Führungsrohr la werden durch eine Feder 2 gegeneinander verspannt. Im Führungsrohr la ist ein Lager 3 angeordnet. Das Lager 3 dient zur Abstützung einer insgesamt mit 4 bezeichneten Gleitbüchse. Das Lager 3 wird durch einen Sicherungsring 5 im Führungsrohr la gesichert und durch einen Dichtring 6 gegen Eindringen von Verschmutzungen geschützt. In der Gleitbüchse 4 ist ein insgesamt mit 7 bezeichneter Schlagdöpper axial geführt. Zur axialen Verschiebbarkeit weist der Schlagdöpper 7 gegenüber der Gleitbüchse 4 radiales Spiel auf. In Fenstern 4a der Gleitbüchse 4 und Vertiefungen 7a des Schlagdöppers 7 gelagerte Mitnahmeelemente 8 dienen der Drehmomentübertragung auf den Schlagdöpper 7 sowie zur Begrenzung der axialen Verschiebbarkeit des Schlagdöppers 7 gegenüber der Gleitbüchse 4. Im rückwärtigen Bereich ist die Gleitbüchse 4 mit einem Zylinder 9 verbunden.
Am vorderen Ende des Schlagdöppers 7 ist ein insgesamt mit 10 bezeichneter Werkzeughalter angeordnet. Der Werkzeughalter 10 weist eine insgesamt mit 11 bezeichnete Aufnahmehülse auf, welche durch Sicherungselemente 12 mit dem Schlagdöpper 7 verbunden ist. Die Sicherungselemente 12 werden durch einen Haltering 14 radial gehalten. Die Aufnahmehülse 11 enthält ferner Verriegelungselemente 13. Das rückwärtige Ende der Aufnahmehülse 11 ist als Zentrieransatz 1 la ausgebildet. Der Zentrieransatz 1 la ist in seinem rückwärtigen Bereich entgegen der Bohrrichtung konisch verjüngt ausgebildet. An der Stellhülse lb des Gehäuses 1 ist eine dem Zentrieransatz 1 la entsprechende Zentrierbohrung le angeordnet. Im mittleren Bereich wird die Aufnahmehülse 11 von einer axial verschiebbaren Griffhülse 15 umgeben. Beim Zurückschieben der Griffhülse 15 entgegen der Kraft einer Druckfeder 16 lassen sich die Verriegelungselemente 13 radial ausrücken. Ein Endstück 17 ist mit der 5 Aufnahmehülse 11 verschraubt. Ein insgesamt mit 20 bezeichnetes Werkzeug ist mit seinem rückwärtigen Einsteckende 20a in den Werkzeughalter 10 eingesetzt. Dabei gelangen die Verriegelungselemente 13 in Vertiefungen 20b am Einsteckende 20a des Werkzeuges 20 zum Eingriff.
io Bei der in Fig. 1 dargestellten Stellung Schlagbohren ist der Schlagdöpper 7 samt dem damit verbundenen Werkzeughalter 10 gegenüber dem Gehäuse 1 begrenzt verschiebbar. Durch das radiale Spiel des Schlagdöppers 7 gegenüber der Gleitbüchse 4 sowie durch allfällig zwischen dem Schlag-i5 döpper 7 und der Aufnahmehülse 11 vorhandenes, radiales Spiel kann das Werkzeug 20 gegenüber der Bohrachse radialen Versatz aufweisen. Dies wirkt sich jedoch beim Schlagbohren weiter nicht störend aus.
Bei der in Fig. 2 dargestellten Stellung Drehbohren ist 20 die Stellhülse lb gegenüber dem Führungsrohr la entriegelt und durch die Feder 2 gegen den Werkzeughalter 10 geschoben worden. Dabei gelangt der Zentrieransatz 1 la mit der Zentrierbohrung le zum Eingriff. Der Werkzeughalter 10 wird somit direkt am Gehäuse 1 zentriert. Durch die Feder 2 25 ist der Werkzeughalter 10 gegen das Gehäuse 1 axial verspannt. Der Nocken lc und die Auflaufkurve ld sind dabei wiederum im Eingriff und verhindern ein Zurückschieben der Stellhülse lb beim Anpressen des Gerätes. Zur Reduzierung der Reibung kann die Zentrierbohrung le als Gleit-30 oder Wälzlager ausgebildet werden. Anstelle der Feder 2 kann die axiale Verspannung auch durch eine entsprechende Ausbildung der Auflaufkurve ld erfolgen.
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1 Blatt Zeichnungen
Claims (7)
1. Bohrhammer mit einem Gehäuse und einem gegenüber dem Gehäuse axial verschiebbaren, sich beim Drehbohren in axialer Richtung am Gehäuse abstützenden Werkzeughalter, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkzeughalter (10) und das Gehäuse (1) Zentriermittel aufweisen, die bei axialer Abstützung des Werkzeughalters (10) am Gehäuse (1) ineinander eingreifen.
2. Bohrhammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentriermittel als am Werkzeughalter (10) angeordneter Zentrieransatz (1 la) und gehäuseseitige Zentrierbohrung (le) ausgebildet sind.
3. Bohrhammer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Zentrieransatz (IIa) und die Zentrierbohrung (le) entgegen der Bohrrichtung konisch verjüngt ausgebildet sind.
4. Bohrhammer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentriermittel als Gleitlager ausgebildet sind.
5. Bohrhammer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentriermittel als Wälzlager ausgebildet sind.
6. Bohrhammer nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass beim Drehbohren den Werkzeughalter (10) gegen das Gehäuse (1) verspannende Spannmittel vorgesehen sind.
7. Bohrhammer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannmittel als Nocken (lc) und Auflaufkurve (ld) ausgebildet sind.
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