CH656606A5 - Brandmittel-gemisch. - Google Patents

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CH656606A5
CH656606A5 CH6609/83A CH660983A CH656606A5 CH 656606 A5 CH656606 A5 CH 656606A5 CH 6609/83 A CH6609/83 A CH 6609/83A CH 660983 A CH660983 A CH 660983A CH 656606 A5 CH656606 A5 CH 656606A5
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Martin Kloeber
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Diehl Gmbh & Co
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    • C06B33/12Compositions containing particulate metal, alloy, boron, silicon, selenium or tellurium with at least one oxygen supplying material which is either a metal oxide or a salt, organic or inorganic, capable of yielding a metal oxide the material being two or more oxygen-yielding compounds
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
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    • C06B45/10Compositions or products which are defined by structure or arrangement of component of product comprising solid particles dispersed in solid solution or matrix not used for explosives where the matrix consists essentially of nitrated carbohydrates or a low molecular organic explosive the solid solution or matrix containing an organic component the organic component containing a resin

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf Brandmittel-Gemische nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Granulierte Brandsätze, die in die entsprechenden Wirkungsträger, wie ballistische Hauben, Geschosse, mit hohem Druck verpresst werden, sind aus der DE-AS 29 01 517 und DE-AS 27 52 946 bekannt. Diese Brandsätze liegen stets als eine granulierte Masse vor, die unter hohem Druck zu einer festen Masse verpresst wird. Nachteilig daran ist, dass die Brandmasse nur in Wirkungsträgern laboriert werden kann, die geometrisch günstige Formen aufweisen, wie z. B. zylindrische oder konische Formen, denn nur so lässt sich die Brandmasse optimal verdichten.
Aus der DE-PS 25 30 209 ist ein Brandmittel aus Metallen mit einem Sauerstoff liefernden Anteil und einem organischen Bindemittel bekannt. Das Bindemittel ist von relativ zäher Konsistenz und nach seiner Aushärtung weichelastisch. Es weist eine relativ geringe mechanische Stabilität auf. Dadurch ist es bei Geschossen und Flugkörpern wegen der üblichen Beschleunigungen nicht als Konstruktionselement geeignet, da die im Geschoss abzustützenden Komponenten sich verschieben können. Zur Zündung des Brandmittels ist die Detonation eines üblichen Sprengstoffes nötig.
Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, ein leicht vergiessbares, nach dem Härten mechanisch und thermisch stabiles Brandmittel für Munition, wie Handgranaten, Rohrwaffen, Geschosse, Gefechtskörper, Minen, zu schaffen.
Die Lösung dieser Aufgabe ist den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 1 zu entnehmen.
Vorteilhafte Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
Das erfindungsgemässe Brandmittel-Gemisch ist sehr dünnflüssig und lässt sich wie ein Kunstharz giessen. Nach einer vorherbestimmbaren Zeit härtet es aus. Im ausgehärteten Zustand ist es ohne Entzündungsgefahr mechanisch zu verarbeiten, wie durch Drehen, Fräsen, Bohren. Es weist eine sehr hohe Temperaturbeständigkeit auf und verbindet sich intensiv mit anderen Materialien. Beim Aufschlag der mit dem Brandmittel versehenen Munition hoher kinetischer Energie ist die Entzündung des Brandmittels bereits durch die Umwandlung der kinetischen Energie sichergestellt. Bei Munition mit geringer kinetischer Energie beim Zielaufschlag erfolgt die Zündung des Gemisches durch die Detonation des Sprengstoffes der Munition.
Durch die hohe Viskosität des Bindemittels, die sich bis ca. 5000 mPa-s erstrecken kann, entsteht je nach Anteil und Art des Bindemittels und der Brandmasse eine dünnflüssige Masse, die sich in jede Form giessen und darin aushärten lässt. Je nach Menge und Art des Katalysators dauert die Aushärtung einige Sekunden bis mehrere Stunden. Das ausgehärtete Material ist hart und nur wenig elastisch. Die Viskosität des dünnflüssigen Gemisches kann bei Bedarf einer zähen Konsistenz in bekannter Weise eingestellt werden.
Das erfindungsgemässe Brandmittel-Gemisch eignet sich ausgezeichnet zum Ausgiessen bisher nicht nutzbarer Hohlräume in Geschossen und anderen Wirkungsträgern, z.B. Infanterie-Granaten, Geschützgeschossen, Mörsergeschossen, Minen, Handgranaten. Es ist daher möglich, bei Munitionen, in denen bisher kein nutzbarer Raum für Brandmasse zur Verfügung stand, eine Brandkomponente vorzusehen. Auch eignet sich das erfindungsgemässe Brandmittel-Gemisch in bestimmten Fällen dafür, bisherige Kunststoff-Konstruktionsteile durch Brandmasse zu ersetzen; so können die bisher in Kunststoff eingeschäumten Konstruktionssplitter mit dem Brandmittel-Gemisch vergossen werden oder vorgeformte Teile in Geschossen bzw. Flugkörper durch Teile aus Brandmasse zu ersetzen.
Durch die hohe mechanische und thermische Stabilität des beschriebenen Brandmittel-Gemisches ist es in bestimmten Fällen auch möglich, ballistische Hauben, die zur Aufnahme von Brandmitteln dienen, durch an das Geschoss angegossene Vollkörper aus dem Brandmittel-Gemisch zu ersetzen. Ebenso ist es möglich, normale ballistische Hauben aus Leichtmetall, statt wie bisher mit Brandmasse vollzupressen, diese mit dem erfindungsgemässen Brandmittel-Gemisch auszugiessen, was eine enorme Kosteneinsparung darstellt. Bei entsprechender Wahl des Bindemittels erfüllt das Brandmittelgemisch auch die Funktion einer Gewindesicherung.
Bei der Herstellung des Brandmittel-Gemisches werden der Sauerstoff liefernde Stoff und das feinteilige oxidierbare Metall trocken gemischt. Das trockene Gemisch wird dann mit dem flüssigen Bindemittel angerührt und kann so weiter verarbeitet werden. Das Herstellen der trockenen Mischung erfordert keine besonderen Vorkehrungen, wie das Einhalten der Zugabe von Komponenten oder das Umhüllen einer Brandkomponente mit phlegmatisierenden Stoff, um die
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Zündungswahrscheinlichkeit zu mindern. Das Gemisch ist demgemäss einfach und kostengünstig herstellbar. Das Mischen ist auch sicher, da die Gefahr einer spontanen Zündung oder Detonation während des Mischens nicht vorliegt. Die Zusammensetzung der Mischung ist zu keinem Zeitpunkt zündempfindlich. Auch während der Verarbeitung durch Vergiessen und nach der Härtung des Materials besteht keine Detonationsgefahr.
Das dünnflüssige Bindemittel, aus der Gruppe der Methacrylate benetzt die einzelnen Staubkörnchen der Brandmasse, so dass das Verhältnis trockene Brandmasse zum Bindemittel günstig ist und damit die Zünd-Ansprech-empfindlichkeit steigt. Auch liegt dadurch eine gute Brand-Leistung vor.
Die Basis der Brandmittel-Gemische sind an sich bewährte und bekannte Brandmassen. Diese wurden in ihrer Sauerstoffbilanz verändert und in einem ersten Beispiel mit einem bekannten anaeroben Bindemittel auf der Basis von Methacrylat-Harz vermischt, eventuell gemischt mit einem geeigneten Beschleuniger.
Dieser Klebstoff härtet bei Raumtemperatur aus in Verbindung mit Metall oder Metallverbindungen und unter Ausschluss des Luftsauerstoffes. Er wird normalerweise für Gewindesicherungen eingesetzt. Die Viskosität des Bindemittels kann sich bis ca. 5000 mPa-s erstrecken. Dieses Gemisch wurde für die Innenauskleidung von Rohrgeschossen benutzt, da durch Katalysatorzugabe sekundenschnelle Aushärtung möglich.
Das Gemisch weist folgende Zusammensetzung auf: Bariumnitrat, BaN03 15 Gew.-%
Eisen (Ill)-oxid, Fe203 40 Gew.-%
Mg/Al-Legierung 24 Gew.-%
Zirkon, Zr 21 Gew.-%
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Das trockene Gemisch wurde mit weiteren 25 Gew.-% des genannten Bindemittels angerührt und wurde auch so weiter verarbeitet.
Ein weiteres, geeignetes, handelsübliches Bindemittel wird benutzt als Kunstharz-Beton-Bindemittel bzw. Schnellklebstoff für Beton. Es härtet bei Katalysatorzugabe aus. Je nach Menge und Art des Katalysators erfolgt Aushärtung bei Raumtemperatur oder bei ca. 60 bis 80 °C innerhalb ca. 0,5 bis 24 Std., also nicht so prompt wie das zuvor genannte Bindemittel.
Es wurde benutzt zur Herstellung von grösservolumigen Brandmasse-Teilen, z.B. Splitterkäfige mit Brandmassen gebunden. Es lässt sich sehr gut giessen.
Das Gemisch weist folgende Zusammensetzung auf:
Blei(IV)oxid, Pb02 Eisen(III)oxid, Fe203 20 Mg/Al-Legierung Zirkon, Zr pulverförmiger Härter
44 Gew.-% 9 Gew.-% 23 Gew.-% 21 Gew.-% 3 Gew.-%
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Das trockene Gemisch wurde mit weiteren 23 Gew.-% des genannten Bindemittels, jedoch ohne Aminbeschleuni-ger, angerührt und konnte so weiter verarbeitet werden.
Ein weiteres, handelsübliches Bindemittel wird benutzt als Giessharz bzw. Einbettmasse.
30 Es härtet innerhalb ca. 1 bis 24 Std. (je nach Temperatur und Katalysator) aus. Es ergibt ein zähes etwas elastisches Endprodukt.
Neben den Methacrylat-Harzen eignen sich auch andere 35 entsprechend modifizierte Kunstharze.
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Claims (6)

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1. Brandmittel-Gemisch, enthaltend a) mindestens ein feinteiliges oxidierbares Metall,
b) mindestens einen Sauerstoff liefernden Stoff und c) mindestens ein flüssiges härtbares Bindemittel, dadurch gekennzeichnet, dass das feinteilige oxidierbare Metall aus einem oder zwei der folgenden Metalle bzw. Metall-Legie-rungen ausgewählt ist: Magnesiumlegierungen, Aluminiumlegierungen, Zirkon; dass der Sauerstoff liefernde Stoff aus einer oder zwei der folgenden Verbindungen ausgewählt ist: Metalloxiden bzw. Nitraten, Chloraten, Perchloraten oder Peroxiden der Elemente Natrium, Kalium, Lithium, Barium, Strontium oder des Ammoniumions; und dass das flüssige härtbare Bindemittel ein durch Katalysatorzugabe polymeri-sierbares Methacrylat ist.
2. Gemisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sauerstoff liefernde Stoff aus 10 bis 15% Bariumnitrat und aus 30 bis 35% Eisen-III-oxid, das feinteilige oxidierbare Metall aus 17 bis 22% Magnesium-, Aluminiumlegierung und 14 bis 18 Gew.-% Zirkon und das Bindemittel aus 18 bis 20 Gew.-% eines Methacrylat-Harzes besteht.
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PATENTANSPRÜCHE
3. Gemisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sauerstoff liefernde Stoff aus 33 bis 40 Gew.-% Blei-IV-oxid und aus 6 bis 10 Gew.-% Eisen-III-oxid, das feinteilige oxidierbare Metall aus 15 bis 22 Gew.-% Magnesium-, Aluminiumlegierung und 18 bis 20 Gew.-% Zirkon und das flüssige härtbare Bindemittel aus 18 bis 20 Gew.-% eines Methacrylat-Harzes besteht.
4. Gemisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sauerstoff liefernde Stoff 42 bis 46 Gew.-%, das feinteilige oxidierbare Metall 34 bis 38 Gew.-% und das flüssige härtbare Bindemittel 18 bis 22 Gew.-% beträgt.
5. Verfahren zur Herstellung von Brandmittel-Gemischen nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Herstellung einer trockenen Mischung aus den Sauerstoff liefernden Stoffen und den feinteiligen oxidierbaren Metallen und Zugabe des flüssigen härtbaren Bindemittels unter Rühren.
6. Verwendung von Brandmittel-Gemischen nach Anspruch 1 in Munitionen als Kleber für Gewindeverbindungen, als Füllstoff für sonst nicht nutzbare Hohlräume, als Trägermasse für vorgeformte Splitter, als Einlagen in ballistischen Hauben und Geschosskörpern und/oder als Abstützkörper als Ersatz für sonst üblicherweise aus Kunststoff gefertigte Körper.
CH6609/83A 1982-12-11 1983-12-09 Brandmittel-gemisch. CH656606A5 (de)

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