CH658469A5 - Mehrkomponentenreinigungsmittel. - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Mehrkomponentenreinigungs-mittel, insbesondere zur Reinigung verschmutzter Oberflächen von Lebensmittelindustrieanlagen und -Vorrichtungen. Diese können zum Beispiel Oberflächen von verschiedenen Absaug- und Entlüftungsanlagen sein, die sich in Fussböden von Schlachtbänken befinden beziehungsweise Oberflächen von im allgemeinen stark verschmutzten Metallen, Beton, verputzten Ziegeln sowie von Fliesen sein; in erster Linie, bei in der Lebensmittelindustrie gebräuchlichen Warm- beziehungsweise Kalträucheranlagen, Lagerungseinrichtungen sowie Einrichtungen mit Temperaturregelungsanlagen, Einrichtungen beziehungsweise Räumlichkeiten, die zur Konservierung von Lebensmitteln sowie zu lebensmittelhygienischen Zwek-ken dienen.
Die besondere Bedeutung des vorgeschlagenen Mehrkom-ponentenreinigungsmittels besteht in seiner guten Eignung zur Reinigung von thermischen Einrichtungen in der Lebensmittelindustrie, bei denen die Entfernung von Koksablagerungen mit den bekannten Reinigungsmitteln nicht befriedigend war, obwohl die gründliche Reinigung dieser Einrichtungen aus drei Gesichtspunkten besonders wichtig ist:
1. Lebensmittel-hygienischer Gesichtspunkt: Erhaltung des sauberen Zustandes der Waren
2. Energieökonomischer Gesichtspunkt: Erhaltung der Sauberkeit der temperaturleitenden Oberflächen
3. Durchgangskapazitätsgesichtspunkt: Durch die steigende Temperaturbehandlungszeit verschmutzter thermischer Einrichtungen wird die Durchgangskapazität dieser gesenkt.
Die in der Lebensmittelindustrie zur Reinigung obiger Einrichtungen angewandten Reinigungsmittel können entsprechend der dabei verwandten Wirkstofftypen in zwei Gruppen eingeteilt werden: Die zur 1. Gruppe gehörenden Reinigungsmittel enthalten als Wirkstoff einen oder mehrere alkalisch wirkende Stoffe. Diese Stoffe verseifen und emul-gieren die Verschmutzungen, welche in der Hauptsache aus verschiedenen Fettrückständen bestehen. Bei der Verwendung dieser Reinigungsmittel kommt es oft zu Beschädigungen der zu reinigenden Oberfläche. Diese Beschädigungen können in Form von Einätzungen und Oberflächenkorrosion auftreten.
Neben diesen genannten Oberflächenbeschädigungen und der Korrosionsbeschleunigung besteht ein weiterer Nachteil bei der Verwendung dieser Reinigungsmittel darin, dass sie nicht zur Entfernung von Koksablagerungen geeignet sind, die durch dicke schichtartige tierische Eiweisse und
Fette entstehen. Die zur zweiten Gruppe gehörenden Reini-gungsmitel enthalten neben den alkalisch wirkenden Stoffen noch einen oberflächenaktiven Stoff. Die mit oberflächenaktiven Stoffen kombinierten Reinigungsmittel weisen eine bessere Reinigungswirkung auf, jedoch ist hierbei die Beschleunigung der Oberflächenbeschädigung sowie die Beschädigung durch Korrosion der 1. Gruppe ähnlich.
Weiterhin ist eine Reinigungsmethode bekannt, bei der die Oberfläche zuerst mit alkalischem Reinigungsmittel behandelt, danach mit Wasser abgewaschen wird, und letztendlich eine säurige Nachbehandlung erfolgt, durch die eventuelle alkalische Komponentenrückstände auf der Oberfläche neutralisiert werden. Eine solche Lösung beschreibt die US-PS 3 511 707, worin die Verwendung dieses Mittels jedoch zur Reinigung von Lebensmittelindustrieanlagen sowie Einrichtungen nicht empfohlen wird.
Ziel der Erfindung ist es, ein solches Mehrkomponentenreinigungsmittel vorzuschlagen, mit welchem die verschiedenen zu reinigenden Oberflächen, insbesondere in der Lebensmittelindustrie, schnell und so gründlich behandelt werden können, dass auf Metall- oder anderen zu reinigenden Oberflächen keine Einätzungen entstehen und es nicht zur Korrosion kommt.
Das Wesen der Erfindung ist im Anspruch 1 definiert.
Die erfindungsgemässe Zubereitung bezieht sich demzufolge auf eine aus alkalischer sowie säuriger Reinigungsmittelkomponente bestehende Komposition.
Bei Gebrauch des alkalischen Reinigungsmittels werden die meist koksartigen Fette emulgiert und verseift. Auf dem Wege der Diffusion erreicht das Reinigungsmittel die zu reinigende Oberfläche. Durch die Emulgierung und Verseifung wird die Wirksamkeit der Waschlösung gesenkt, und durch die darauffolgende Auftragung der säurig wirkenden Lösung auf die Oberfläche, wird die alkalische Komponente vollkommen neutralisiert. Die während der Neutralisierung frei werdende Reaktionsenergie beschleunigt die von der zu reinigenden Oberfläche stattfindende Loslösung der Fette, und es bleibt eine vollkommen saubere Oberfläche zurück.
Das erfindungsgemässe Reinigungsmittel schliesst die durch die bekannten alkalischen Waschmittel verursachten Einätzungen auf der Oberfläche sowie die wachsende Korrosionsgeschwindigkeit aus. Bei der Anwendung des erfin-dungsgemässen Mehrkomponentenpräparates traten keine Beschädigungen auf der zu reinigenden Oberfläche durch die alkalische Reinigungsmittelkomponente auf, da eine Beschädigung der Oberfläche erst nach Beendigung der Emulgierung und Verseifung der Fette auftreten könnte. Die vor Beendigung der Fettemulgierung und Verseifung auf die Oberfläche aufgetragene Zitronensäure- und/oder Weinsäurelösung, das heisst die säurige Komponente verhindert die schädigende Wirkung des alkalischen Waschmittels.
Die während der Neutralisierung entstehenden Alkalizi-trate und/oder Tartrate treten in der säurigen Reinigungsphase als Inhibitor auf, und verhindern im weiteren Verlauf die Beschädigung der Oberfläche sowie deren Korrosion.
Bei der mit dem erfindungsgemässen Reinigungsmittel durchgeführten Reinigung kommt es zu keiner unmittelbaren Berührung, beziehungsweise nur zu einer kurzzeitigen Berührung des alkalischen Waschstoffes mit den zu reinigenden Oberflächen, wie zum Beispiel mit den Metalloberflächen. In der alkalischen Reinigungsphase wird der Korrosionsschutz durch die auf ein Minimum gesenkt stattfindende Berührungszeit mit den Metalloberflächen sowie durch die Inhibitoren gesichert, während gleichzeitig festgestellt werden kann, dass die erfindungsgemässen Inhibitoren die schmutzlösende Wirkung beschleunigen (katalysieren).
Das erfindungsgemässe Präparat besteht aus einer alkalischen Komponente «A» und aus einer säurigen Komponente
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
60
65
«B», wobei die Komponente «A» unter dem Gesichtspunkt der besonderen Eignung zur Komplexbildung mit der Komponente «B» ausgewählt wird.
Die Komponente «A» des erfindungsgemässen Reinigungsmittelpräparates enthält 1-20 Gew.-% Natriumdisilikat-trihydrat, 1-5 Gew.-% Natriumdihydrogen-phosphat, 1-5 Gew.-% Natriumsulphat, ggf. maximal 5 Gew.-% Dinatrium-hydrogen-phosphat, ggf. maximal 5 Gew.-% Natriumtripoly-phosphat sowie 0,3-4 Gew.-% Benzolsulfochlor-amid-natrium und 0,1-4 Gew.-% Benzoesäurenatriumsalz, mit Wasser auf 100 Gew.-% ergänzt.
Die Komponente «B» des Präparates enthält 10-30 Gew.-% Zitronensäure und/oder 5-20 Gew.-% Weinsäure, mit Wasser auf 100 Gew.-% ergänzt. Bei der Verwendung von Benzolsulfochlor-amid-natrium und Benzoesäurenatriumsalz als Inhibitor in der Komponente «A», erhalten wir ein gutes Ergebnis. In Komponente «B» ist die Verwendung von Zitronen- und Weinsäure besonders geeignet.
Durch die nachfolgenden Beispiele werden Präparate, vorgeschlagen, welche jedoch keine Einschränkung der Erfindung bedeuten.
Beispiel 1
Komponente «A» Gew.-% Komponente Gew.-%
«B»
Natriumdisilikat-trihydrat
5%
Zitronensäure
10%
Natriumsulphat
2%
Weinsäure
5%
Natriumdihydrogen-
3%
Wasser
85%
phosphat
Dinatriumhydrogen-
2%
phosphat
Natriumtripolyphosphat
2%
Benzolsulfochlor-amid-
0,3%
natrium
Benzoesäurenatriumsalz
0,1%
Wasser
85,6%
Beispiel 2
Komponente «A»
Gew.-%
Komponente
Gew.-%
«B»
Natriumdisilikat-trihydrat
15%
Zitronensäure
20%
Natriumdihydrogen-
5%
Weinsäure
10%
phosphat
Wasser
70%
Natriumsulphat
2%
Dinatriumhydrogen-
1%
phosphat
Natriumtripolyphosphat
4%
Benzolsulfochlor-amid-
0,5%
natrium
Benzoesäurenatriumsalz
0,3%
Wasser
67,2%
658 469
Beispiel 3
Komponente «A» Gew.-% Komponente Gew.-%
«B»
Natriumdisilikat-trihydrat
10%
Zitronensäure
15%
N atriumdihydrogen-
2%
Weinsäure
15%
phosphat
Wasser
70%
Natriumsulphat
3%
Dinatriumhydrogen-
2%
phosphat
N atriumtripolyphosphat
3%
Benzolsulfochlor-amid-
0,4%
natrium
Benzoesäurenatriumsalz
0,2%
Wasser
79,4%
Beispiel 4
Komponente «A»
Komponente
Gew.-%
«B»
entsprechend dem Beispiel 3
Zitronensäure
30%
Wasser
70%
Beispiel 5
Komponente «A»
Komponente
Gew.-%
«B»
entsprechend dem
Weinsäure
20%
vorangegangenen Beispiel
Wasser
80%
3
5
10
15
20
25
30
35
40
45
50
55
G
Claims (2)
1. Mehrkomponentenreinigungsmittel, insbesondere zur Reinigung verschmutzter Oberflächen von Lebensmittelindustrieanlagen und -Vorrichtungen, dadurch gekennzeichnet, dass es aus einer alkalisch wirkenden Komponente «A» und einer säurig wirkenden Komponente «B» besteht, welche getrennt vorliegen, wobei die Komponente «A» aus 1-20 Gew.-% Natriumdisilikat-trihydrat, 1-5 Gew.-% Natriumdi-hydrogen-phosphat, 1-5 Gew.-% Natriumsulphat, ggf. maximal aus 5 Gew.-% Dinatriumhydrogen-phosphat, ggf. maximal aus 5 Gew.-% Natriumtripolyphosphat, sowie 0,3-4 Gew.-% Benzolsulfochlor-amid-natrium und 0,1-4 Gew.-% Benzoesäurenatriumsalz besteht, mit Wasser auf 100 Gew.-% ergänzt, und Komponente «B» aus 10-30 Gew.-% Zitronensäure und/oder 5-20 Gew.-% Weinsäure besteht, ebenfalls mit Wasser auf 100 Gew.-% ergänzt.
2. Präparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Komponente «B» aus Zitronensäure und Weinsäure besteht.
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