CH658595A5 - Retinoprotektor zur behandlung von augenerkrankungen. - Google Patents

Retinoprotektor zur behandlung von augenerkrankungen. Download PDF

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CH658595A5
CH658595A5 CH4452/83A CH445283A CH658595A5 CH 658595 A5 CH658595 A5 CH 658595A5 CH 4452/83 A CH4452/83 A CH 4452/83A CH 445283 A CH445283 A CH 445283A CH 658595 A5 CH658595 A5 CH 658595A5
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CH
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animals
retina
eye
Prior art date
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CH4452/83A
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Nikolai Markovich Emanuel
Anna Alexandrovna Shvedova
Leonid Dmitrievich Smirnov
Larisa Vladimirovna Spirina
Lev Abramovich Katsnelson
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Inst Khim Fiz An Sssr
Mo Nii Glaznykh Boleznei Im
Vni Khim Farmatsevtichesky I
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Description

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein neues Arzneimittel, und zwar ein Retinoprotektor zur Behandlung von inneren Augenblutungen, myopischen, chorioretinalen Dystrophien, erblichen Netzhautdystrophien, -Verbrennungen und zur Vorbeugung von Verletzungen bei Laserkoagulation.
Zur Zeit ist ganze Reihe von Präparaten bekannt, die das Zurückgehen von massiven, rezidivierenden Blutergüssen beschleunigen, und zwar Präparate wie Fibrinolysin, Uro-, Streptokinase, Dizynonum(Athamsylatum), Doxium und andere.
Die zur Zeit in den opthalmologischen Kliniken zur Benutzung tretenden antihämorrhagischen Mittel werden nur durch entweder angiotrope Präparate wie Doxium, die das Mikrozirkulationssystem des Auges stabilisieren können, oder hämostatische Mittel wie Dizynonum, die zum Vorbeugen der kapillaren Blutung in gespannten Fällen zur Benutzung kommen, oder die Theologischen Eigenschaften des Blutes verbessernde Präparate wie Trentalum, die bei posthämorrhagischen Veränderungen in der Netzhaut ihre Anwendung finden, oder Präparate wie Streptodekase, Heparin vertreten, deren Wirkung ausschliesslich auf Thrombuszurückgehen gerichtet ist.
Jedoch besitzt keines der bisher bekannten Präparate eine kombinierte Wirkung, die erstens die Stabilisation der Mikroblutgefässe im Auge, der Membranstrukturen in der Gefässwand begünstigen kann, zweitens das gerinnungshemmende und fibrinolytische System des Blutes, drittens die infolge der Aktivierung der Reaktionen der Freiradikaloxydation von Lipoiden sowohl unter Dunkelverhältnissen als auch besonders unter der Einwirkung des Lichtes zustandekommenden distruktiven Vorgänge beeinflusst, d.h. den ganzen pathogenetischen bei Hämorrhagien unter fortschreitendem Verlauf befindlichen Ereignissenkomplex möglichst voll umfasst.
Es ist das Ziel der vorliegenden Erfindung, ein neues, wenig giftiges, einen Eigenschaftenkomplex der antihämorrhagischen Wirkung wie Stabilisierung der Membranstrukturen, Schutz der Membranstrukturen gegen die Aktivierung der Freiradikaloxydation, die bei Hämorrhagien und anderen Pathologien auftreten, aufweisendes Arzneimittel zu entwik-keln, das befähigt ist, die Desaggregation der Formelemente
20 Bevorzugt wird das erfindungsgemässe Arzneimittel in Form von Injektions- und Tropfenlösungen mit einem Gehalt an Wirkstoff von 1 Gew.% ausgenutzt.
Als pharmazeutisches Verdünnungsmittel wird destilliertes Wasser zu Injektionslösungen vorzugsweise angewandt. 25 Das erfindungsgemässe Arzneimittel, bedingt als Ämo-xypin genannt, wird empfehlenswert als Behandlungsmittel bei folgenden Erkrankungen benutzt.
1. Trockenstadium der chorioretinalen Mitteldystrophie (erwartet wird eine Steigerung von Visus). 30 2. Exsudativ-hämorrhagisches Stadium der chorioretinalen Mitteldystrophie (erwartet wird teilweises Zurückgehen der Hämorrhagien, Verminderung des Spaltungsflecks des Neuroepithels, Steigerung von Visus).
3. Postthrombotische Hämorrhagien der Netzhaut und 35 Lipoidenablagerungen im Mittelteil des Augengrundes (erwartet werden das Zurückgehen von Hämorrhagien, Verkleinerung von Lipoiden, Steigerung von Visus), vorscharfes Stadium von Thrombosen der Mittelader der Netzhaut und deren Abzweigungen in 1,5 Monaten und darüber nach der
40 Gefässkatastrophe.
4. Myopische, chorioretinale Dystrophien in trockenem, hämorrhagischem Stadium und auch als Fuchsfleck (erwartet werden das Zurückgehen von Hämorrhagien und die Steigerung von Visus).
45 5. Hämophthalmus unterschiedlicher Gefässgenesis, unterschiedlicher Dauer, ausschliesslich diabetischer (erwartet werden ein teilweises Zurückgehen von Hämophthalmus und auch Steigerung von Visus).
6. Sonnenverbrennungen der Netzhaut, die bei der Arso beit mit den technischen Laseranlagen auftretenden Netzhautverbrennungen (erwartet werden das Zurückgehen der Hämorrhagien, eine Verkleinerung der hämorrhagischen und exsudativen Aktivität, Verminderung von Skotom und Steigerung von Visus).
55 7. Mittlere, tapetoretinale Abiotrophien.
8. Vitreochorioretinale Dystrophien.
9. Vorbeugung den Verletzungen bei der Laserkoagulation.
Das erfindungsgemässe Arzneimittel stellt einen Retino-60 protektor dar und schützt die Netzhaut vor der verletzenden Einwirkung eines Stresses, dem Licht hoher Intensität, Hy-peroxie, den innerlichen Augenhämorrhagien. Es normalisiert die Verwertung des Sauerstoffs in der Netzhaut, begünstigt eine Steigerung des Gehaltes an zyklischen Nukleotiden 65 in der Netzhaut und in den anderen Geweben, Verkleinerung der Permeabilität von Kapillaren, führt zu einer Desaggregation von Thrombozyten und Herabsetzung von Viskosität des Blutes, bremst den Übergang des Fibrinmonomeres
zu dem -polymer sowie den Entwicklungsvorgang von Thrombin ab und verstärkt die fibrinolytische Aktivität des Blutes, was ein Zurückgehen von inneren Augenblutergüssen begünstigt.
Der erfindungsgemässe Retinoprotektor ist an Tieren und in Kliniken an Menschen experimentell untersucht worden.
Es wurden ebenfalls vergleichsweise Untersuchungen der heilenden Wirkung des erfindungsgemässen Arzneimittels und Heparins mit Dexason bezüglich des Zurückgehen der inneren Augenblutergüsse durchgeführt.
Die inneren Augenblutergüsse wurden bei den Kaninchen mit Hilfe eines Argonlasers zustandegebracht. Die Ko-agulate wurden unter der Scheibe des Sehnerves mit einem Lichtbündel mit einer Leistung von 200 bis 400 mW, und einer Belichtungsdauer von 0,1 bis 0,2 s aufgetragen, dessen Abmessungen 50 bis 100 (am erreichten. Die vergleichsmässi-ge Untersuchung der therapeutischen Wirkung des erfindungsgemässen Arzneimittels und Heparins mit Dexason wurde an 10 Kaninchen der Chinchilla-Gattung mit einem Gewicht von 2,5 bis 3,0 kg durchgeführt. Die Gruppen zählten je 5 Tiere bzw. je 10 Augen.
Die Behandlung der Tiere begann gleich nach der Entwicklung der Blutung im Augengrund. Das erfindungsgemässe Arzneimittel wurde in Dosen von 0,5 ml als eine 1 %ige Lösung während 15 Tage retrobulbär, jeden Tag einmal eingeführt. Das Heparin mit Dexason, 750 Einh. Heparin und 20 mg Dexason in einer Spritze, wurde während 15 Tage retrobulbär, jeden Tag einmal eingeführt.
Nach 5 Tagen von dem Beginn der Blutung an sind die Blutergüsse der mit dem erfindungsgemässen Arzneimittel behandelten Tiere im wesentlichen zurückgegangen, während die Blutergüsse der durch das Heparin mit Dexason behandelten Tieren praktisch mit denselben Abmessungen im Augengrund feststellbar waren.
Bis zum 14. Tag sind die Blutergüsse der mit dem erfindungsgemässen Arzneimittel behandelten Tiere vollkommen zurückgegangen, während an den durch das Heparin mit Dexason behandelten Tieren im Augengrund immer noch wesentliche, mit deutlich aber hervortretender Tendenz zu deren Zurückgehen verbleibende Blutergüsse festgestellt wurden. Ein vollkommenes Zurückgehen der inneren Au-genhämorrhagien, die durch das Heparin mit Dexason behandelt worden sind, tritt nach 25 bis 30 Tagen auf.
Auf diese Weise kann eine Schlussfolgerung gezogen werden, dass das erfindungsgemässe Arzneimittel zum Unterschied vom Heparin mit Dexason das Zurückgehen der inneren Augenhämorrhagien beschleunigt.
Es wurden auch vergleichsweise Untersuchungen der heilenden Wirkung des erfindungsgemässen Arzneimittels und Dizynonums an dem Zurückgehen der inneren Augenblutergüsse durchgeführt.
Die genannten inneren Augenblutergüsse wurden an den Kaninchen mit Hilfe von Laseranlagen zustandegebracht. Die Koagulate wurden unter der Scheibe des Sehnerves mit einem Lichtbündel mit einer Leistung von 200 bis 400 mW und einer Belichtungsdauer von 0,1 bis 0,2 s aufgetragen, dessen Abmessungen 50 bis 100 (am erreichten. Diese vergleichweise Untersuchung des erfindungsgemässen Arzneimittels und Dizynonums an dem Zurückgehen der inneren Augenblutergüsse wurde an 10 Kaninchen der Chinchilla-Gattung mit einem Gesamtgewicht 2,5 bis 3,0 kg durchgeführt. Jede Gruppe zählte 5 Kaninchen bzw. 10 Augen.
Die Behandlung der Tiere begann gleich nach dem Zustandekommen der Blutergüsse im Augengrund. Das erfindungsgemässe Arzneimittel wurde in einer Dosis von 0,5 ml als eine 1 %ige Lösung während 15 Tage retrobulbär, jeden Tag einmal eingeführt. Dizynonum wurde in einer Dosis von
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0,5 ml als 12,5%ige Lösung während 15 Tage retrobulbär, jeden Tag einmal eingeführt.
5 Tage nach der Entstehung der Blutergüsse sind die Hämorrhagien im Augengrund der mit dem erfindungsgemäs-5 sen Arzneimittel behandelten Tiere im wesentlichen zurückgegangen, das Ödem an den Koagulaten herum ist verschwunden, während an den mit dem Präparat Dizynonum behandelten Tiere die Blutergüsse im Augengrund in ihren Abmessungen des Flecks praktisch dieselben wie am ersteren io Tag nach Beginn der Blutung waren.
Am 14. Tag vom Beginn der Blutung an sind Blutergüsse der mit dem erfindungsgemässen Arzneimittel behandelten Tiere vollkommen zurückgegangen, währenddem bei den durch das Präparat Dizynonum behandelten Tiere im Au-ls gengrund immer noch wesentliche Hämorrhagien registriert werden, die erst nach Verlauf 30 bis 35 Tage zurücktreten.
Auf diese Weise kann eine Schlussfolgerung aufgrund der durchgeführten Versuche gezogen werden, dass das erfindungsgemässe Arzneimittel zum Unterschied vom Dizy-20 nonum eine ausgeprägte Fähigkeit besitzt, das Zurückgehen der inneren, durch Laser modellierten Augenhämorrhagien zu beschleunigen.
Es wurde eine vergleichsweise Untersuchung der therapeutischen Wirkung des erfindungsgemässen Arzneimittels 25 und Streptodekase an dem Zurückgehen der inneren Augenblutergüsse durchgeführt.
Die genannten inneren Augenhämorrhagien wurden an den Kaninchen mit Hilfe von einem Laser zustandegebracht. Die Koagulate wurden unter der Scheibe des Sehnerves ei-30 nem Lichtbündel mit einer Leistung von 200 bis 400 mW und einer Belichtungsdauer von 0,1 bis 0,2 s aufgetragen, dessen Abmessungen 50 bis 100 um erreichten. Die genannte vergleichsweise Untersuchung des erfindungsgemässen Arzneimittels und der Streptodekase an dem Zurückgehen der 35 inneren Augenblutergüsse wurde an 10 Kaninchen der Chinchilla-Gattung mit einem Gesamtgewicht von 2,0 bis 3,0 kg durchgeführt. In beiden Gruppen waren je 5 Tiere bzw. 10 Augen vertreten.
Die Behandlung der Tiere begann unmittelbar nach der 40 Modellierung der Blutergüsse. Das erfindungsgemässe Präparat wurde in einer Dosis von 0,5 ml als l%ige Lösung während 15 Tage retrobulbär, jeden Tag einmal eingeführt. Die Streptodekase wurde retrobulbär in einer Dosis von 0,5 ml viermal, jedem 3. Tag, je 10000 Einh. in 1 ml einge-45 führt, beginnend vom Tag der Entstehung der Blutung ab.
Am 5. Tag von dem Beginn der Blutung ab sind die Hämorrhagien im Augengrund bei den mit dem erfindungsgemässen Arzneimittel behandelten Tieren beinahe zurückgetreten, während die Abmessungen der Blutergüsse bei den so durch die Streptodekase behandelten Tieren praktisch ihre anfangliche Grösse beibehalten haben. Es muss jedoch beachtet werden, dass bei diesen durch die Streptodekase behandelten Tieren eine scharf ausgeprägte allergische Reaktion auf die Einführung des Präparates zur Auswirkung 55 kommt, die sich in Form eines erheblichen Ödems und einer Errötung von Lidern und Konjunktiva ausdrückt.
Am 14. Tag von dem Augenblick der Blutung an sind die Blutergüsse bei den mit dem erfindungsgemässen Arzneimittel behandelten Tieren im Augengrund vollkommen zurück-6o gegangen. Zu derselben Frist sind bei einer Tiergruppe, die durch die Streptodekase behandelt ist, im Augengrund noch die zurückbleibenden erheblichen Hämorrhagien zu vermerken.
Auf diese Weise kann aufgrund der gewonnenen Anga-65 ben die Schlussfolgerung gezogen werden, dass das erfindungsgemässe Arzneimittel zum Unterschied von der Streptodekase das Zurückgehen der inneren Augenblutungen beschleunigt.
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Die Untersuchung der heilenden Wirkung des erfindungsgemässen Arzneimittels bei den inneren, mit einem Laser hervorgerufenen Augenblutungen wurde an Gruppen von Versuchs- und Kontrolltieren weiterverlängert.
Die inneren Augenhämorrhagien bei einem Kaninchen wurden mit Hilfe eines Argonlasers zustandegebracht. Die Koagulate wurden unter der Scheibe des Sehnerves mit einem Lichtbündel mit einer Leistung von 200 bis 400 mW und einer Belichtungszeit von 0,1 bis 0,2 s aufgetragen, dessen Abmessungen 50 bis 100 (im erreichten. Der Augenhintergrund wurde mit einem Retinophot aufgenommen. Die Behandlung der Tiere mit dem erfindungsgemässen Präparat wurde in einer Dosis von 0,3 bis 0,5 ml der 1 %igen Präparatslösung vorgenommen, die während 15 Tage, jeden Tag einmal hinter die Konjunktiva oder retrobulbär eingeführt wurde. Das Elektroretinogramm — ERG — wurde auf einem tinteschreibenden Enzephalograph mit Hilfe einer Linse mit der in diese eingebauten Elektrode und einer Stahlnadel als Indifferentelektrode aufgezeichnet, die unter die Kopfhaut des Tieres hinuntergesteckt wurde. Die Lichtstimulation wurde mit Hilfe eines Blitzlichtes mit einer Leistung von 0,3 J und Dauer 50 p.s durchgeführt. Das Frührezeptions-potential und Oszillatorpotentiale wurden vom Bildschirm des Oszillographs gleich auf einen Film aufgenommen. Der Lichtstimulus wurde durch eine Impulslampe angeregt. Die wirksame Energie des Blitzes erreichte 180 J bei einer Blitzdauer von 350 ms. Die Behandlung der Tiere (insgesamt 40 Tiere bzw. 80 Augen) mit dem erfindungsgemässen Präparat begann gleich nach der erfolgten Laserkoagulation — nach dem Zustandekommen der inneren Augenblutungen. Die Kontrolltiere wurden in zwei Gruppen unterteilt, von denen der ersteren Tiergruppe (10 Tiere, 20 Augen) Placebo und der anderen Gruppe (20 Tiere, 40 Augen) keine Injektion eingeführt wurden.
Gleich nach der erfolgten Laserkoagulation und über Tag und Nacht wurden bei der Kontroll- und Versuchsgruppe der Tiere im Augenhintergrund präretinale und retinale Hämorrhagien im Bereich der Koagulate mit einer Prominenz der Blutergüsse in den Glaskörper beobachtet. Diese Erscheinungen waren weniger bei den Tieren ausgedrückt, die das erfindungsgemässe Präparat erhalten haben. In 7 Tagen nach Beginn der Blutungen gingen die Hämorrhagien im Augenhintergrund bei den Tieren aus der Versuchs-(Behandlungsgruppe) im wesentlichen zurück, an den Ko-agulaten herum sind die Ödemerscheinungen verschwunden. Bei den Tieren der Kontrollgruppen trat fast keine Verkleinerung der Abmessungen der Blutergüsse auf und das Blut drang in den Glaskörper unter Bildung eines teilweisen Hämophthalmus bei einigen Tieren hindurch. Am 14. Tag vom Beginn des Blutergusses ab gingen die Blutungen bei den Tieren der Behandlungsgruppe vollkommen zurück, während in den Kontrollgruppen am Augenhintergrund immer noch erhebliche Hämorrhagien in der Netzhaut und teilweiser Hämophthalmus im Glaskörper bei einigen Tieren registriert wurden. Die Blutungen der Tiere in den Kontrollgruppen sind nur in 1,0 bis 1,5 Monaten vollkommen zurückgegangen.
Auf diese Weise weist das erfindungsgemässe Präparat einen ausgeprägten therapeutischen Effekt bei Behandlung der inneren Augenblutergüsse auf.
Zur Schätzung der funktionellen Aktivität der Netzhaut bei den Hämorrhagien sind elektrophysiologische Untersuchungen an der nicht behandelten Kontroll- und mit dem erfindungsgemässen Präparat behandelten Versuchsgruppe der Tiere vorgenommen worden.
Die Ergebnisse der durchgeführten, elektrophysiologi-schen Untersuchungen in Form von einem Elektroretinogramm sind in Fig. 1 und 2 dargestellt, in welchen auf der
Ordinatenachse Ausschlagsverhalten der Welle «a» (Fig. 1) und «b» (Fig. 2) in %-Werten in bezug auf die Ausgangs-grösse des Elektroretinogramms gemessen sind. Auf der Abszisse ist die Zeitdauer nach der Entwicklung der Blutun-s gen, in dem ersteren Punkt 60 min und weiter täglich bis auf 14 Tage gemessen. In den genannten Fig. 1 und 2 stellt die Kurve mit dem Bezugszeichen 1 die Ergebnisse der Kontrolluntersuchungen und die Kurven mit dem Bezugszeichen 2 die Ergebnisse der Versuchsuntersuchungen unter Anwen-io dung des erfindungsgemässen Präparats dar.
Die elektrophysiologischen Untersuchungsergebnisse haben bestätigt, dass bei den Tieren, an welchen die Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat nicht durchgeführt worden ist, die Kurven 1 in Fig. 1,2, das Elektroreti-15 nogramm (ERG) stark unterdrückt wird. Die Wiederherstellung der «a»- und «b»- und «b»-ERG-Wellen kommt bei den mit dem erfindungsgemässen Präparat behandelten Tieren (Kurven 2 in Fig. 1,2) schon zum 10. bis 15. Tag zustande, während bei den keiner Behandlung unterzogenen Tieren zu 20 derselben Frist die Ausschlagswerte der «a»- und «b»-ERG-Wellen entsprechenderweise 37% und 42% der Kontrollwerte erreichten. Die Wiederherstellung des ERG's verlief bei den mit dem erfindungsgemässen Präparat nicht injektierten Tieren viel langsamer im Vergleich mit dem ERG der behan-25 delten Tiere, und eine völlige Wiederherstellung der elektrischen Aktivität der Netzhaut kam nur zu 1,5 bis 2 Monaten zustande.
Das Frührezeptionspotential (RjRRP) bei den nicht behandelten Tieren (Fig. 3A, 1) änderte sich auch sehr stark, so 30 dass dessen Ausschlag in 7 Tagen vom Beginn der Blutung ab nur 60% des normalen Wertes erreichte, während die Grösse des R2RRP's bei den mit dem erfindungsgemässen Präparat behandelten Kaninchen (Fig. 3A, 2) zu derselben Frist an die Ausgangshöhe bereits vollkommen zurückkehr-3s te. Die Werte der Oscillatorpotentiale erreichten bei den behandelten Tieren am 7. Tag ebenfalls ihre Kontrollhöhe (Fig. 3B, 2), während bei den nicht geheilten Tieren das Ausschlagsverhalten (Fig. 3B, 1) dieser Potentiale nur 60 bis 70% des Kontrollwertes betrug. In Fig. 3A, B ist die Marke 40 des Lichtreizes unter dem Bezugszeichen 3 dargestellt.
Auf diese Weise schützt das erfindungsgemässe Präparat die funktionelle Aktivität und Biopotentiale der Netzhaut gegen infolge der Entwicklung der inneren Augenblutungen entstehende Störungen.
45 Das erfindungsgemässe Arzneimittel ermöglicht es, nicht nur das Zurückgehen der rezidivierenden, inneren Augenblutergüsse zu beschleunigen, sondern es stellt noch ein Schutzmittel dar, das die inneren Augenhäute gegen neueinsetzende Blutergüsse schützt.
so Die Schutzeigenschaften des erfindungsgemässen Arzneimittels während der Nachoperationsperiode und nach der Laserkoagulation sind ebenfalls experimentell an Tieren untersucht worden.
Dabei wurde die Laserkoagulation mit Hilfe eines Ar-55 gon- und Kryptonlasers durchgeführt. Die Koagulate wurden unter der Scheibe des Sehnerves mit einem Lichtbündel mit einer Leistung von 400 mW und einer Belichtungsdauer von 0,1 bis 0,2 ms aufgetragen, dessen Abmessungen 200 |xm erreichten. Der Augenhintergrund wurde an Tieren mit ei-60 nem Retinophot aufgenommen. Die Anzahl der Tiere in der Versuchs- und Kontrollgruppe erreichte die Zahl 60,120 Augen, 60 Augen in jeder Gruppe.
Die Prophylaxe einen Tag und Nacht und unmittelbar eine Stunde vor der Laserkoagulation sowie die Behandlung ss der Tiere wurden mit dem erfindungsgemässen Präparat in einer Dosis von 0,5 ml einer 1 %igen Präparatslösung während 15 Tage retrobulbär, jeden Tag einmal durchgeführt.
Gleich nach der durchgeführten Laserkoagulation und
am 1. Tag sind die Ödemerscheinungen im Bereich der Koagulate am Augenhintergrund sowohl in der nicht behandelten Kontroll-, als auch in der behandelten Versuchsgruppe der Tiere festgestellt, wobei diese Ödemerscheinungen bei den Tieren im wesentlichen stärker ausgeprägt werden, bei denen keine Prophylaxe mit dem Präparat durchgeführt worden ist. Bei den Tieren, denen das erfindungsgemässe Präparat noch vor der Laserkoagulation injektiert worden war, war es nur schwer gelungen, die Blutergüsse am Augenhintergrund hervorzurufen. Über einen Tag nach der Koagulation wurden keine Pigmentierungen der Koagulate sowohl in der Kontroll- als auch in der Versuchsgruppe der Tiere festgestellt.
Die nachfolgenden ophthalmoskopischen Beobachtungen an allen Kontrolltieren haben gezeigt, dass das Ödem an den Koagulaten herum nicht früher als in 7 Tagen nach der Koagulation verschwindet. Hiernach beginnt ein Pigmentie-rungsvorgang der Koagulate. Die Angaben der ophthalmoskopischen Kontrolle lassen bestätigen, dass die Verschwindung der Erscheinungen der Thermalverletzungen der Netzhaut bei den mit dem erfindungsgemässen Präparat injek-tierten Tieren nur in 7 bis 8 Tagen nach der Laserkoagulation auftritt.
Die Anwendung des erfindungsgemässen Arzneimittels bei der Laserkoagulation begünstigt eine wesentliche Beschleunigung der Reparationsvorgänge in der Netzhaut, die bei der Lasertherapie entstehen. Die ophthalmoskopischen Beobachtungen der Tiergruppe unter prophylaktischer Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat haben gezeigt, dass die Ödemmerkmale im Bereich der Koagulate zum 3. Tag vollkommen verschwinden, und zu derselben Frist beginnt eine merkliche Pigmentierung der Koagulate selbst. Nach Angaben der ophthalmoskopischen Untersuchungen kann Schlussfolgerung gezogen werden, dass bei den mit dem erfindungsgemässen Präparat injektierten Tieren die Pigmentierung der Koagulate in der Netzhaut zum 3. bis 5. Tag und in der Kontrolltiersgruppe zum 7. bis 8. Tag nach der Laserkoagulation vollkommen endet.
Zur Untersuchung der funktionellen Aktivität der Netzhaut bei Laserkoagulation wurden elektrophysiologische Überprüfungen der nicht injektierten Kontroll- und Versuchsgruppe von Tieren mit der prophylaktischen Behandlung vorgenommen.
Die Ergebnisse dieser elektrophysiologischen Überprüfungen in ERG-Form sind in Fig. 4 dargestellt, in der auf der Ordinatenachse das Ausschlagsverhalten der «a»- und «b»-Wellen in jiV aufgetragen werden. Auf der Abszisse ist die Zeitdauer nach der Entstehung der Blutergüsse mit dem ersteren Punkt als 60 min und weiter je Tag bis auf 14 Tage gemessen.
Die Angaben der elektrophysiologischen Überprüfungen aus Fig. 4 ergeben, dass bei den Tieren, bei denen die Prophylaxe und Behandlung mit dem erfindungsgemässsen Präparat durchgeführt worden sind, die Zurückkehr der «a»-und «b»-Wellen mit dem Bezugszeichen II im ERG zu der Anfangshöhe zum 10. bis 15. Tag vollkommen erfolgt. Zu dieser Frist erreichten die Ausschlagwerte der «a»- und «b»-Wellen mit dem Bezugszeichen I im ERG bei den mit dem erfindungsgemässen Präparat nicht injektierten Tieren nur 60% der Kontrollgrösse.
Es muss vermerkt werden, dass die Wiederherstellung des ERG's bei den mit dem erfindungsgemässen Präparat nicht injektierten Tieren vielmehr langsamer im Vergleich zu den Tieren verlief, bei denen die Prophylaxe und Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat durchgeführt worden war. Die vollkommene Wiederherstellung der ERG-Wellen bei den Tieren der Kontrollgruppe ohne erfindungs-gemässes Präparat kam nur in 1.5 bis 2 Monaten zustande.
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Auf diese Weise besitzt das erfindungsgemässe Präparat eine Schutzwirkung bei der Laserkoagulation und verhütet die Netzhaut vor den Blutergüssen, begünstigt die Erhaltung der funktionellen Aktivität der Netzhaut, die Beschleuni-5 gung der Regenerationsvorgänge in der Netzhaut bei der Laserkoagulation.
Eine Untersuchung der heilenden Wirkung des erfindungsgemässen Präparates bei den Laserverbrennungen der Netzhaut war auch von Interesse und ist durchgeführt wor-io den.
Die genannten experimentellen Untersuchungen wurden an 20 Kaninchen der Chinchilla-Gattung mit einem Gewicht von 3 bis 3,5 kg vorgenommen. Die Laserverbrennungen wurden durch einen Argonlaser hervorgerufen. Diese Verls brennungen im Augenhintergrund der Tiere wurden unter der Scheibe des Sehnerves zustandegebracht. Dabei erreichte die Leistung des Laserlichtbündels 600 mW und dessen Grösse 500 jxm während die Belichtungszeit 0,1 bis 0,2 s dauerte. Die Kontrolle der Vorgangsdynamik wurde durch 20 die gerade und rückgängige Ophthalmoskopie und durch Photoregistrierung im hetinophot durchgeführt. Die Tiere in der Kontrollgruppe waren keiner Behandlung ausgesetzt. Die Tiere der Versuchsgruppe wurden durch das erfindungsgemässe Präparat in einer Dosis von 0,5 ml einer 1 %igen 25 Lösung während 7 Tage retrobulbär behandelt, im Angriffsaugenblick der verletzenden Wirkung an der Netzhaut des Auges der Tiere beginnend. Gleich nach dem Aufschlag der Verbrennungen an der Netzhaut wurden im Augenhintergrund der Tiere der Kontroll- und Versuchsgruppe im Be-30 reich der Verletzungen ausgeprägte Merkmale des Ödems stellenweise mit geringen Blutungen vermerkt. Am Tag der auf den Tag der Verursachung der Verbrennung folgte, wurde eine wesentliche Verkleinerung der exsudativen Aktivität bei Tieren der Versuchsgruppe festgestellt, die zum 3. bis 5. 35 Tag vollkommen verschwand, und an Verbrennungsstelle der Netzhaut bildete sich zu dem 5. bis 7. Tag eine pigmentierte Narbe heraus.
Bei den Tieren der nicht behandelten Kontrollgruppe wurden am 1. bis 3. Tag die Ödemmerkmale und geringen 40 Blutungen auf ophthalmoskopischem Wege registriert. Am 5. Tag verkleinerte sich das Ödem stellenweise zum Teil und die teilweise Pigmentierung der Koagulate begann. Die vollkommene Pigmentierung der Koagulate endete bei den nicht behandelten Tieren der Kontrollgruppe im Durchschnitt 45 zum 14. Tag.
Auf diese Weise kann es zum Schluss bestätigt werden, dass das erfindungsgemässe Präparat ein wirksameres therapeutisches Mittel zur Behandlung der Laserverbrennungen an der Netzhaut darstellt.
so Weiterhin ist eine Untersuchung der Hämodynamik im Auge durch ein Verfahren zur Rheoophthalmografie bei den mit Hilfe von Laser hervorgerufenen, inneren Augenblutergüssen vorgenommen worden.
Die inneren Augenhämorrhagien bei den Kaninchen 55 wurden mit Hilfe von einem Laser zustandegebracht. Die Koagulate wurden unter der Scheibe des Sehnerves mit einem Lichtbündel mit einer Leistung von 200 bis 400 mW und einer Belichtungsdauer von 0,1 bis 0,2 s aufgetragen, dessen Abmessungen 50 bis 100 Jim erreichten. Der Augen-60 hintergrund des Tieres wurde durch ein Retinophot aufgenommen. Die Behandlung der Tiere wurde in einer Dosis von 0,5 ml der 1 %igen Lösung des erfindungsgemässen Präparats vom Anfang der Blutungen an während der ganzen Kur von 15 Injektionen retrobulbär, jeden Tag einmal 65 durchgeführt. Rlieoophthalmografiert wurde nach dem Verfahren von Kanzelssohn L. A. mit Hilfe eines Vorsatzgerätes an dem Enzephalograph. Der rheographische Beiwert errechnet sich aus dem Ausdruck
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6
- A-Ew-1000 Ro= EZR •
worin A die Amplitude der Pulswellen in mm, Ew Eichimpuls in Ohm, R Widerstand zwischen den Elektroden, Ausgleichswiderstand in Ohm, Ez Eichimpuls in mm bedeuten.
Aus der Analyse der erhaltenen Werte in der Tabelle 1 folgt, dass infolge der Entwicklung der inneren Augenblutergüsse sich die Amplitude des Rheoophthalmogramms im wesentlichen verkleinert, und zwar bereits in einer Stunde nach der Entbindung der Blutungen beträgt die Grösse des rheografischen Beiwerts Rq nur 50% des Kontrollniveaus. Dieser Abfall am Rheoophthalmogramm ist genug beständig und selbst nach 14 Tagen von Beginn der Blutungen ab ändert sich die Grösse des rheografischen Beiwerts Rq nicht. Der Vorgang einer langsameren Wiederherstellung der Hämodynamik der Gefässbahn in den Augen von Kaninchen beginnt nach Beendigung der Zweiwochenperiode hinter der Entstehung der Blutung und zum 30. Tag beträgt die Grösse des rheografischen Beiwerts Rq bereits 56% des Kontrollniveaus. Eine vollkommene Wiederherstellung des s Rheoophthalmogramms beginnt in 1 bis 1,5 Monaten nach dem Anfang der Blutung. Die Untersuchungsergebnisse sind in der Tabelle 1 angeführt.
Tabelle 1
10 Veränderung des rheografischen Beiwerts bei Entwicklung der inneren Augenblutergüsse durch Laser hervorgerufen
Lfd. rheografischer Anzahl der Kontroll-
Nr. Beivvert Versuche, n niveau
15 1 2 3 4
1 Rg 20 4,39 ± 0,26
Tabelle 1 (Forts.)
Die Grösse des rheografischen Beiwertes in %
Lfd. Nr. nach 1 Std. nach 24 Std. nach 3 Tagen nach 7 Tagen nach 14 Tagen nach 30 Tagen
1 5 6 7 8 9 10
1 2,19 + 0,31 2,59 ± 0,42 2,63 + 0,36 2,24 ± 0,17 2,17 + 0,24 2,46 ± 0,38
Es wurde die heilende Wirkung einer 1 %igen Lösung des erfindungsgemässen Präparates mit einer 1 %igen Lösung des Vitamins B6 auf das Zurückgehen der durch Lasereingriff zustandekommenden, inneren Augenblutergüsse ver-gleichsmässig erlernt. Solange das Vitamin B6 eine Strukturähnlichkeit des erfindungsgemässen Präparates darstellt, war der Vergleich deren therapeutischer Auswirkungen von Zweckmässigkeit. Die Behandlung zwei Gruppen von Tieren wurde mit einer 1 %igen Lösung des erfindungsgemässen Präparats in einer Dosis von 0,5 ml und mit Vitamin B6 (als eine 1 %ige Lösung in einer Dosis von 0,6 ml) vom Tag der Entwicklung der Blutungen an, einmal pro Tag täglich während der ganzen Kur (15 Injektionen) retrobulbär durchgeführt. Die Kontrollgruppe bestand aus Tieren, denen Place-bopräparat (0,5 ml Nr. 15) eingeführt wurde. Die bei diesen Untersuchungen erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle 2 angeführt.
Die Untersuchung der Hämodynamik der Gefässbahn der Augen an Untersuchungstieren hat auch gezeigt, dass die Parameter des Rheoophthalmogramms der mit Vitamin Bö behandelten Tiere sich statistisch in zuverlässiger Weise von den rheografischen Werten sowohl der nicht injektierten Gruppe von Tieren als auch der Gruppe von Tieren, denen Placebo eingeführt worden ist in nichts unterscheiden.
Nach Angaben der ophthalmoskopischen Kontrolle bewirkt die Behandlung der Tiere mit dem Vitamin B6 keine Beschleunigung des Zurückgehens der innerlichen Augenblutungen. Die Blutungen bei dieser Tiersgruppe gehen genauso wie bei der Kontrollgruppe nur zum 30. bis 45. Tag zurück.
Durch Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat gehen die innerlichen Augenblutungen im Vergleich zu den Kontrolltieren wesentlich schneller zurück. Am 7. Tag beispielsweise von Anfang der Blutung an gingen die Blutergüsse am Augenhintergrund bei den mit dem erfindungsgemässen Präparat behandelten Tieren im wesentlichen zurück und verschwanden zum 14. Tag praktisch vollkommen, während bei den mit keinen Injektionen und Placebo behandelten Kontrollgruppen sowie bei der durch Vitamin Be behandelten Gruppe von Tieren die Blutungen in der Netzhaut und im Glaskörper noch bedeutend gross bleiben.
Die Veränderung der rheografischen Kennziffern bei der Gruppe von mit dem erfindungsgemässen Präparat behan-30 delten Tieren erreicht nach 24 Stunden von Beginn der Blutung an 82% des Ausgangsniveaus, während bei der Kontrollgruppe und mit dem Vitamin B6 behandelten Tiersgruppe diese Kennzahlen herabgesetzt sind, und zwar der rheo-grafische Beiwert Rq erreicht nur 59% bzw. 61 % des an-35 fänglichen Kontrollwertes. Die Wiederherstellung des Rheoophthalmogramms der mit dem erfindungsgemässen Präparat behandelten Tiersgruppe tritt zum 3. bis 7. Tag auf, während bei den Kontrollgruppen und der durch Vitamin B6 behandelten Gruppe von Tieren die Rheogrammwiederher-40 Stellung nur zum 1. bis 1,5 Monaten vom Anfang der Blutung an zustandekommt.
Auf diese Weise haben die durchgeführten, experimentellen Untersuchungen gezeigt, dass bei den inneren Augenblutungen die Hämodynamik des Auges gestört wird. Zum Un-45 terschied mit dem Vitamin B6 weist das erfindungsgemässe Präparat eine Fähigkeit auf, das Zurückgehen der inneren Augenblutungen zu beschleunigen und somit die Hämodynamik im Auge wiederherzustellen.
Weitere Untersuchungen haben sich auf die Einwirkung so des erfindungsgemässen Präparats auf Oxygénation und Biopotentiale der Netzhaut des Augen bezogen. Die Untersuchung von oxydierenden und bioelektrischen Vorgänge in der Netzhaut wurde mit Hilfe der Registrierung von Sauerstoffspannung (Polarografie) und Biopotentialen (Elektrore-55 tinografie) der Netzhaut eines Kaninchens in einem chronischen Versuch durchgeführt. Dazu wurde eine T-förmige Elektrode einem Durchmesser von 130 (im in die Augenhäute des Kaninchens von der Skleraseite mit einer Mikro-schraube in der Äquatorumgebung eingeführt. Zwecks Kon-60 trolle der Genauigkeit des Einwachsens der Elektrode in die Netzhaut wurden histologische Untersuchungen an Augen vorgenommen, die nach der Beendigung des Versuchs bei den Experimentaltieren einer Enukleation ausgesetzt worden waren.
65 Die experimentellen Ergebnisse sind als korrekt angesehen worden, wenn das histologische Bild im Augenschnitt des Kaninchens gezeigt hat, dass der Wundkanal, der in der Sklera und Gefässhaut verlegt worden ist, in der Netzhaut
7
658 595
endet, d.h. der Stirn teil der eingewachsenen Elektrode in Wirklichkeit mit der Netzhaut ohne Zerstörung deren Ganzheit in Kontakt gekommen ist.
Zur polarografischen Untersuchungen wurde ein Platin-Eisen-Paar mit innerem galvanischem Effekt ausgenutzt, der ein Potential der Sauerstoffhalbwelle mit einer Grösse von 0,6 V ergibt, bei welcher die Stärke des Diffusionsstromes der Grösse der Sauerstoffsspannung proportional ist. Die Versuchswerte wurden an einem Elektronenpolarograph aufgeschrieben.
Zur quantitativen Abschätzung des funktionellen Zu-standes der Netzhaut wurden Sauerstoffproben, kurzfristige, dosierte Sauerstoffinhalationen unter Normalverhältnissen während 30 s ausgenutzt.
Nach Angaben des Polarogramms wurden folgende Parameter errechnet:
Latenzzeit x, d.h. die Zeit zwischen dem Beginn der Zugabe des Sauerstoffs und dem Anfang der Polarogrammsteigung;
Steigungshöhe H, d.h. die grösste Steigung der polarogra-phischen Kurve unter der Einwirkung der Sauerstoffprobe;
Schnelligkeit der Sauerstoffsverwertung durch Gewebe der Netzhaut, d.h.Tangens des Neigungswinkels tga durch die Tangierende am einwärtsgehenden Zweig der polaro-graphischen Welle und Horizontale gebildet;
Grösse der Sauerstoffunverwertung h nach der Einführung des erfindungsgemässen Präparats, die sich als Verhältnis (h/H) 100% errechnen lässt.
Das Polarogramm ist in Fig. 5 in schematischer Darstellung wiedergegeben. Im Unterteil des Polarogramms ist die Marke der Wirkung der Sauerstoffprobe 02 aufgetragen.
Das Elektroretinogramm (ERG) wurde an einem Enze-phalograph von einer in die Netzhaut eingewachsenen Elektrode und Indifferentelektrode — Stahlnadel — aufgezeichnet, die unter die Haut des Kopfes des Tieres eingeleitet worden war. „ , „ „
Tabelle 2
Veränderung der Grösse des rheographischen Beiwerts bei
Behandlung von inneren, mit einem hervorgerufenen Augenblutungen mit dem erfindungsgemässen Präparat, Vitamin B6 und Placebo
Lfd.
rheographi-
Anzahl
Kontroll nach nach
Nr.
scher Beiwert Rq der Versuche, n niveau
1 St
24 St
1
2
3
4
5
6
1
Behand
10
4,47 +
2,25+
2,72+
lungsgrup
0,34
0,35
0,51
pe des Vit
amins B6
2
Behand
15
4,44+
2,44+
3,64+
lungsgrup
0,17
0,32
0,48
pe des er
findungs
gemässen
Präparats
3
Kontroll
10
4,41 +
2,38 +
2,68 +
gruppe
0,28
0,41
0,46
(Placebo)
Tabelle 2 (Forts.)
Lfd. nach nach nach nach
Nr. 3 Tagen 7 Tagen 14 Tagen 30 Tagen
1 7 8 9 10
1 2,55+0,41 2,18+0,43 2,21 ±0,38 2,51 ±0,47
2 4,26 ±0,27 4,49 ±0,36 4,48 ±0,29 4,45 ±0,41
3 2,61 ±0,37 2,28 ±0,25 2,32 ±0,40 2,63 ±0,51
Die Lichtstimulation erfolgte durch Sonoclsches Impulssichtgerät, dessen Leistung im Lichtblitz 0,3 J erreicht. Die Behandlung der Tiere mit dem erfindungsgemässen Präparat begann von dem nach der Laserkoagulation nächsten Tag s ab in einer Dosis von 0,63 mg/kg bei Veneninjektion und retrobulbär, in einer Dosis von 3 bis 10 mg/kg aber bei Muskelinjektion sowie in Form von Instillationen einer 0,2%igen Lösung in den Konjunktivalsack.
Die Messwerte der polarographischen Untersuchungen io an den Kontrolltieren haben bestätigt, dass das erfindungsgemässe Präparat die Verwertung des Sauerstoffs in der Netzhaut abbremst, wobei die Grösse der Unverwertung des Sauerstoffs nach dem Einleiten des erfindungsgemässen Präparats 16% bis 42% erreichte (s. Tabelle 3). Die Latenzzeit 15 und der Ausschlag des Polarogramms änderten sich beim grössten Teil der Versuche nur unwesentlich (s. Tabelle 3). Die grösste Wirkung des Präparats wurde in der 20. bis 30. Minute nach dessen Einführung vermerkt. Der Einfluss des erfindungsgemässen Präparats endet gemäss den Erfor-20 schungsparametern in einer bzw. 1,5 Stunde nach dessen Eingabe.
Die Messwerte der elektroretinographischen Untersuchungen sind in der Tabelle 4 angeführt. Es ist ersichtlich, dass unter dem Einfluss des erfindungsgemässen Präparats 25 bereits nach 10 bis 20 Minuten die Amplitude der «a»- und «b»-Welle im ERG statistisch zuverlässig zunahm, und zwar für die «a»-Welle von 28,2+4,8 jxV bis auf 48,4 ± 8,5 (iV (p<0,01) (70%) und für die «b»-Welle von 111 ± 13,4 (ÏV bis auf 144± 13,6 p.V (p < 0,02) (30%).
30 Auf diese Weise lassen die Messwerte des ERG's und der Polarographie bestätigen, dass trotz der Abbremsung der Schnelligkeit der Verwertung des Sauerstoffs in der Netzhaut unter der Einwirkung des erfindungsgemässen Präpa- -rats die Ausschiaggrössen der «a»- und «b»-ERG-Welle zu-35 nehmen.
Der Gegenstand einer weiteren Untersuchung war der Einfluss des erfindungsgemässen Präparats auf die Oxygénation der Netzhaut unter Verhältnissen einer Modellierung von inneren Augenblutergüsse. Diese inneren Augenblut-40 ergüsse wurden durch ausgerichtete Bestrahlung der Retinal-gefässe bei Untersuchungstieren mit Hilfe eines Argonlasers hervorgerufen. Die Koagulate wurden unter der Scheibe des Sehnerves mit einem Lichtbündel mit einer Leistung von 500 mW und einer Belichtungsdauer 0,1 bis 0,2 s aufgetra-45 gen, dessen Abmessungen 50 bis 100 um erreichten.
In Fig. 6 sind die Messwerte dieser Untersuchungen der Veränderung der Verwertung des Sauerstoffs beim Einführen des erfindungsgemässen Präparats dem gesunden Kaninchen (I) und dem Kaninchen (III) mit den inneren, durch ei-50 ner Argonlaser iniziierten Augenblutergüssen wiedergegeben. Fig. 6 zeigt originelle Polarogramme, wobei mit dem Bezugszeichen 1 ein Polarogramm der Netzhaut des Kaninchenauges vor der Einführung des Präparats, mit 2 ein Polarogramm in der 15. Minute nach der Einführung des Präpa-55 rats, mit 3 in der 55. Minute nach der Injektion, mit 4 ein Polarogramm der Netzhaut des Kaninchens vor der Entstehung der Blutergüsse, mit 5 ein Polarogramm der Netzhaut des Kaninchenauges nach einem Tag nach der Entwicklung der Blutergüsse ohne Eingabe des erfindungsgemässen Prä-6o parats, mit 6 ein Polarogramm der Netzhaut des Kaninchenauges nach der Entwicklung der Blutergüsse durch Einführung des Präparats bezeichnet ist.
Wie die Ergebnisse der durchgeführten Experimente gezeigt haben, bewirkt die Laserkoagulation eine Störung des 65 VerwertungsVorganges des Sauerstoffes durch die Netzhaut. In diesem Zusammenhang verkleinerte sich die Schnelligkeit der Verwertung des Sauerstoffs am nächsten Tag nach der erfolgten Laserkoagulation von 1,0 bis auf 0,17, d.h. um das
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8
ófache im Vergleich zu dem Kontrollwert, während die Das erfindungsgemässe Präparat übte auch in diesem
Grösse der Unverwertung des Sauerstoffs dabei 70% er- Fall eine positive Einwirkung aus, die sich in der Beschleuni-
reichte. Am 2. bis 5. Tag nach der erfolgten Laserkoagula- gung der Wiederherstellungsvorgänge nach der Laserkoagu-tion wurde eine Normalisierung der Verwertungsvorgänge lation, Normalisierung des Verwertungsvorganges des des Sauerstoffs durch die Netzhaut des Auges aufgezeichnet, s Sauerstoffs auswirkte.
Alle Messwerte sind in der Tabelle 5 zusammengefasst.
Tabelle 3
Beeinflussung der Schnelligkeit der Verwertung des Sauerstoffs in der Netzhaut des Auges eines Kaninchens durch das erfindungsgemässe Präparat
Lfd. Nr.
Präparat
Einführungsver- Anzahl der fahren und Dosis Versuche, n
Schnelligkeit der Sauerstoffverwertung in rei. Einh.
Vor Einfng Nach Einfng über
10 bis 60 min 5 6
Das erfindungs- Veneninj. 6 0,93 + 0,1 0,38 + 0,02
gemässe Präpa- 0,6 mg/kg rat
Das erfindungs- Veneninj. 2 bis 5 0,88 + 0,09 0,64+0,08
gemässe Präpa- 2,5 mg/kg rat
Tabelle 3 (Forts.)
Lfd. Nr.
Grösse der Unverwertung des Sauerstoffs in %
0,01 0,01
16+4,2 42,3+4,2
Tabelle 4
Einfluss des erfindungsgemässen Präparats auf ERG des Kaninchens
Lfd. Nr. Präparat 1 2
Einführungsverfahren und Dosis 3
Anzahl der Versuche, n 4
1 Das erfindungsgemässe Präparat
2 Das erfindungsgemässe Präparat
Muskelinj. 4-8 mg/kg Muskelinj. 10-15 mg/kg
5 4
Tabelle 4 (Forts.)
Lfd. Nr. Vor der Einfng Nach der Einfng über 10-20 min
ERG-Welle ERG-Welle
«a», in |iV «b», in [J.V P «a», in |iV «b», in |iV P
1 5 6 7 8 9 10
1 28,2+4,8 111,0± 13,4 0,01 48,4+8,5 114,0±13,6 0,2
2 37,8 ±1,9 146 ± 19,7 0,02 53,3±3,3 163,6±24,4 0,6
Tabelle 5
Beeinflussung der Sauerstoffdynamik in der Netzhaut des Kaninchenauges bei modellierten, durch einen Laser hervorgerufenen Blutergüssen durch das erfindungsgemässe Präparat
Lfd. Nr. Zeit nach der Präparat
Laserkoagulation
Einführungsverfahren
Vor Einführung
Steigungshöhe des Schnelligkeit der
Polarogramms, Sauerstoffverwer-
mm tung rei. Einh.
5 6
2 Tage
5 Tage das erfindungsgemässe Präparat dasselbe
Veneninj. 2 mg/kg
Veneninj.
2 mg/kg
90
124
1,25
1.90
9
Tabelle 5 (Forts.)
658 595
Lfd. Nr. Nach der Einführung
Steigungshöhe des Polarogramms, mm
Schnelligkeit der Sauerstoffsverwertung rei. Einh.
1
2
.95 132
Auf diese Weise übt das erfindungsgemässe Präparat einen wesentlichen Einfluss auf die Oxygénation und bioelektrische Aktivität der Netzhaut aus, bewirkt eine Herabsetzung der reaktiven Veränderungen in der Netzhaut bei den Laserkoagulationen, Steigerung der funktionellen Aktivität der Netzhaut.
Das erfindungsgemässe Präparat wurde auch unter klinischen Verhältnissen untersucht. Bei dieser klinischen Erlernung wurden folgende Ziele gestellt.
1. Klinische Untersuchung der Wirksamkeit des neuen Arzneimittels.
2. Eine vergleichsmässige Erforschung der therapeutischen Wirkung mit anderen, in Klinik für Augenkrankheiten zur Benutzung kommenden, medikamentösen Mitteln.
Das erfindungsgemässe Präparat wurde bei folgenden Erkrankungen gegeben:
1. chorioretinale Mitteldystrophien, und zwar a) Trockenstadium der chorioretinalen Mitteldystrophie;
b) exsudatives-hämorrhagisches Stadium der chorioretinalen Mitteldystrophie;
2. Thrombosen der Zentralvene der Netzhaut und deren Zweige a) postthrobotische Hämorrhagien der Netzhaut;
b) Lipoidenablagerungen im Mittelteil des Augenhintergrundes;
3. Hämophthalmus unterschiedlicher Gefässgenese wie a) Diabetes millitus;
b) Angiiten;
c) Thrombosen mit Neovaskularisation;
d) chorioretinale Mitteldystrophien;
4. myopische, chorioretinale Dystrophien, und zwar a) Trockenstadium;
b) hämorrhagisches Stadium;
c) Fuchsscher Fleck;
5. tapetoretinale Zentralabiotrophien;
6. Sonnen- und Laserverbrennungen der Netzhaut;
7. vitreochorioretinale Dystrophien, und zwar a) juvenile, X-chromosomale Retinoschisis;
b) dystrophische, myopische Retinoschisis.
Die klinische Erforschung des erfindungsgemässen Präparats war bei 380 Kranken an 453 Augen durchgeführt.
Alle Behandlungskranken waren in chronischem Stadium krank. Bevor das Präparat gegeben wurde, haben die Kranken Angioprotektoren wie Dizynonum, Doxium, zurückziehende Therapie, verschiedenartige Injektionen von Lidase, Chymotrypsin innermuskulär, von Fibrinolysin, Leukosim unter die Konjunktiva, unterschiedliche, physiotherapeutische Behandlung erhalten, was keine effektive Einwirkung auf das Zurückgehen von retinalen und vitrealen Hämorrhagien ausgeübt hat, die Sehschärfe verstärkte sich bei Dystrophievorgängen in Mittelteil des Augenhintergrundes nicht.
Die Ergebnisse der klinischen Untersuchungen der Anwendung des erfindungsgemässen Präparats haben dessen Wirksamkeit für das Zurückgehen der Blutergüsse in den Glaskörper und die Netzhaut bestätigt. Das erfindungsgemässe Präparat ist bei verschiedenartigen Erkrankungen des Auges der Gefässgenese wie vitreale Hämorrhagien, Thrombosen der Zentralvene der Netzhaut und deren Zweige im
1,1 2,4
io vorschärfen Stadium, Blutergüsse myopischer Genese, chorioretinale Mitteldystrophie im exsudativhämorrhagischen Stadium erlernt worden. Weiterhin ist auch die Wirkung des erfindungsgemässen Präparats bei dem Trockenstadium der chorioretinalen Dystrophie und myopischen Chorioidose, 15 bei juveniler, X-chromosomaler und dystrophischer Retinoschisis sowie während Spätpostoperationsperiode, 1 bzw. 1,5 Jahre, bezüglich der dystrophischen Netzhautablösung untersucht worden, um die Sehfunktionen zu stimulieren. Das erfindungsgemässe Präparat wurde bei Behandlung der Son-2o nennetzhautverbrennungen und der während der Arbeit mit technischen Laseranlagen entstehenden Verbrennungen der Netzhaut gegeben. Die Ergebnisse dieser klinischen Erlernung wurden nach objektiven und subjektiven Angaben, auf Grund der Untersuchungen der Sehschärfe, das -feldes, der 25 Veränderungen des ophthalmoskopischen Bildes, Verkleinerung der Fläche der retinalen Hämorrhagien und der Fläche der Neuroepithelablösung, auf Grund der elektrophysiologischen Untersuchungen geschätzt. In manchen Fällen wurde Fluoreszenzangiographie, Photographie des Augenhin-30 tergrundes vorgenommen. Als Verbesserung wurden die Fälle angesehen, bei welchen eine positive Dynamik des ophthalmoskopischen Bildes mit unbedingter Steigerung der Sehschärfe festgestellt wurde. Ohne Steigerung der Sehschärfe, Erweiterung des Sehfeldes wurde keine Abschätzung der 35 Untersuchungsergebnisse als Verbesserung gegeben.
Zu den chorioretinalen Mitteldystrophien wurden auch Dystrophien der Kunt-Yunius-Art gezählt. Der Alter der Kranken erreichte 40 bis 80 Jahre. Die Erkrankungen waren in der Regel vom zweiseitigen Charakter. 10,4% Patienten 40 haben unter der hypertonischen Krankheit, 58,3% unter der hypertonischen Krankheit und Atherosklerose, 14,6% unter der Gesamtatherosklerose gelitten. Behandelt mit dem erfindungsgemässen Präparat wurden 175 Augen bezüglich der chorioretinalen Mitteldystrophien. Bei dieser klinischen Er-45 probung des erfindungsgemässen Präparats waren die Kranken in zwei Gruppen erteilt worden. Die erstere Gruppe war mit den Augen vertreten, die das Trockenstadium der chorioretinalen Mitteldystrophie aufwiesen, d.h. die Defekte des Pigmentepithels oder begrenzte Pigmentepithelablösungen so hatten. Die andere Gruppe war mit den Augen mit dem klinischen Bild einer serösen Neuroepithelablösung oder serös-hämorrhagischen Neuroepithelablösung, d.h. mit dem exsudativ-hämorrhagischen Stadium der Kunt-Yunius-Dystro-phie vertreten. In der Tabelle 6 sind Angaben über die An-55 wendung des erfindungsgemässen Präparats während des Trockenstadiums der chorioretinalen Dystrophie angeführt.
Tabelle 6
Dynamik der Sehschärfe bei Behandlung mit dem erfindungs-60 gemässen Präparat der chorioretinalen Dystrophie im Trockenstadium
Anzahl der Augen Verbesserung ohne Veränderung
Steigerung der Sehschärfe 65 um
0,1 0,2 0,3
22
658 595
10
Das klinische Bild änderte sich in diesem Erkrankungsstadium nicht. Die Steigerung der Sehschärfe um 0,2—0,3 bei 36,4% Kranken bezeugt die Wirksamkeit des erfindungsgemässen Präparats in dem betreffenden Erkrankungsstadium. Bei einem erweiterten, klinischen Anwenden des Präparats Trentalum ebenfalls in Form von retrobulbären Injektionen an 67 Kranken war die Steigerung der Sehschärfe um 0,3 in keinem Fall festgestellt worden. Die bei 40 Kranken durchgeführten elektrophysiologischen Untersuchungen vor und nach der Kur durch das erfindungsgemässe Präparat haben eine wesentliche Verbesserung der funktionellen Aktivität der Netzhaut bestätigt.
In der zweiten Krankengruppe mit dem exsudativhämorrhagischen Stadium der chorioretinalen Mitteldystrophie ist die Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat an 153 Augen durchgeführt worden. Vor der Kur mit dem erfindungsgemässen Präparat haben alle Kranken Präparate wie Anginin, Miskleron innerlich erhalten, Dizynonum bzw. Dizynonum mit Dexason (12,5%iges Dizynonum 0,3 bis 0,5 ml; Dexason 750 Enh. 0,1 bis 0,2 ml -I- 0,3 bis 0,5 ml 12,5%iger Dizynonlösung in einer Spritze in Form von unterkonjunktivalen oder retrobulbären Injektionen lokal bekommen. Die betreffende Behandlung verursachte eine Verkleinerung der Fläche der Neuroepithelablösung oder der exsudativhämorrhagischen Neuroepithelablösung. In der Tabelle 7 sind die Angaben für die Anwendung des erfindungsgemässen Präparats und Dexasons mit Dizynonum während des exsudativhämorrhagischen Stadium der chorioretinalen Mitteldystrophie angeführt.
Nach der durchgeführten Kur der retrobulbären Injektionen wurde an 123 Augen aus 153 eine positive Dynamik an Veränderungen des Augenhintergrundes sowie Steigerung der Sehschärfe um 0.08 bis 0.1 im Durchschnitt festgestellt, während die Steigerung der Sehschärfe bei Behandlung durch Dexason mit Dizynonum im Durchschnitt nur 0,03 erreichte.
Tabelle 7
Veränderungsdynamik an Sehschärfe bei Behandlung durch erfindungsgemässes Präparat des exsudativ-hämorrhagi-schen Stadiums der chorioretinalen Mitteldystrophie
Präparat Anzahl Behandlungsergebnisse der
Augen
Verbesserung ohne Veränderung
15 das erfin- 153 123(81,5%) 30(18,5%) dungsgemässe Präparat
Dexason mit 58 28(48,8%) 30(51,8%) 20 Dizynonum
In der Tabelle 8 sind die Messwerte der elektrophysiologischen Untersuchungen an Kranken im exsudativ-hämor-rhagischen Stadium der chorioretinalen Mitteldystrophie an-25 geführt. Wie sie aus der Tabelle 8 zu ersehen sind, nehmen die Grössen der «a»- und «b»-Wellen des Elektroretinogramms (ERG) als Folge der Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat um 38% bzw. 24% inbezug auf die Ausgangswerte dieser Kennzahlen zu.
30 Durch die Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat verkleinerte sich die Fläche der Neuroepithelablösung und nahm die Sehschärfe bei 81,5% von Patienten zu.
Tabelle 8
Veränderungsdynamik der Amplitudenwerte der Wellen des Elektroretinogramms (ERG) an Kranken durch die chorioretinale Mitteldystrophie als Folge der Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat
Anzahl der Augen
Vor der Behandlung
Nach der Behandlung
ERG in jxV «a»-Welle
«b»-Welle
ERG in |iV «a»-Welle
«b»-Welle chorioretinale Mitteldystrophien
40
45,75+2,23 185,8+4,92 63,4 + 2,1 230,8 + 6,21
38% 24%
Die erhaltene Steigerung der Sehschärfe bei Kranken zeugt von einer hohen Wirksamkeit des erfindungsgemässen Präparats selbst bei so schwerer Pathologie des Mittelteils des Augenhintergrundes. Der Vergleich der therapeutischen Wirksamkeit des erfindungsgemässen Präparats und des Dexasons mit Dizynonum hat eine grössere Effektivität des erstgenannten bestätigt, da die Verbesserung bei Behandlung durch Dexason mit Dizynon nur in 48% von Fällen festgestellt worden ist. Als Beispiel sollen die Kennwerte eines Kranken (83 Jahre alt) vorgeführt werden, der durch Narbenstadium der chorioretinalen Mitteldystrophie litt. Vor dem Behandlungsanfang erreichte die Sehschärfe in Form von Fingerzählung in Entfernung von dem Gesicht 40 cm im rechten und 20 cm im linken Auge. Nach der durchgeführten Kur (1 %ige Lösung des erfindungsgemässen Präparats 0,5 ml retrobulbär Nr. 15) vergrösserte sich die Sehschärfe des rechten Auges bis 0,03, des linken bis 0,02. Der Behandlungserfolg konnte nur während 3 Monate durchhalten. Weiterhin nahm die Sehschärfe von neuem bis auf ursprüngliches Niveau ab. Die Durchführung der Injektionskur mit dem Präparat Trentalum (0,5 ml Trentalum Nr. 15 retrobulbär) brachte keine visuelle Einwirkung mit. Nach der wiederholten, mit dem erfindungsgemässen Präparat durchgeführten Kur, wiederum (l%ige Lösung des erfindungsgemässen Präparats 0,5 ml retrobulbär Nr. 15) stieg die Sehschärfe im rechten Auge bis 0,01, im linken bis 0,03 an.
Auf diese Weise bestätigt die Steigerung des Restsehens so bei dem Narbenstadium der chorioretinalen Mitteldystrophie nach der Anwendung des erfindungsgemässen Präparats die experimentellen Werte über die Verbesserung der metabolischen Vorgänge in der Netzhaut des Auges.
Das erfindungsgemässe Präparat war auch bei Behand-S5lung der Hämorrhagien der Netzhaut und Zweitablagerung von Lipoiden im Mittelteil des Augenhintergrundes an 138 Augen mit Thrombosen an Mittelvene der Netzhaut und deren Zweigen während des vorscharfen Stadiums des Prozesses nach 1,5 Monate und darüber nach dem Anfang der Er-60 krankung angewandt worden. Im scharfen Stadium der Erkrankung haben die Kranken in der Regel Angioprotekto-ren, Präparate der Karbonhydrase, retrobulbäre Injektionen von Heparin mit Dexason, Injektionen von Fibrinolysin unter die Konjunktiva bekommen. Die genannte Behandlungs-65 art hat eine vollkommene Kupierung der Thrombosefolgeerscheinungen mit sich nicht gebracht, es blieben noch grössere Flächen der retinalen Hämorrhagien zurückerhalten, keine Verhältnisse zur nachfolgender Durchführung der Laser-
11
658 595
(coagulation zugunsten vorhanden. In der Tabelle 9 sind die Ergebnisse der Anwendung des erfindungsgemässen Präparats, Dizynonums, Heparins mit Dexason bei Behandlung der postthrombotischen Hämorrhagien der Netzhaut zusammengestellt.
Die Verbesserung der Sehschärfe und Verkleinerung der Fläche der retinalen Hämorrhagien wurden an 101 Augen (73,1 %) nach der durchgeführten Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat (1 %ige Präparatlösung 0,5 ml Nr. 15 retrobulbär) festgestellt, während bei Behandlung durch Dizynonum und Heparin mit Dexason in 45,9% bzw. 30% von Fällen. Die durchschnittliche Steigerung der Sehschärfe bei Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat erreichte 0,2, während nach der Behandlung durch Dizynonum und Heparin mit Dexason nur 0,06 bzw. 0,07.
Die Tabelle 10 gibt die Ergebnisse nach der Untersuchung der funktionellen Aktivität der Netzhaut bei den Kranken durch Thrombosen der Zentralvene der Netzhaut wieder. Wie sie aus der Tabelle zu ersehen sind, vergrössern sich die Amplitudenwerte der «a»- und «b»-Wellen des Elektroretinogramms (ERG) um 34% bzw. 16% inbezug auf die ursprünglichen Grössen als Folge der durchgeführten Kur mit dem erfindungsgemässen Präparat.
5 Tabelle 9
Behandlungsergebnisse der postthrombotischen Hämorrhagien der Netzhaut durch das erfindungsgemässe Präparat, Dizynonum und Heparin mit Dexason
Präparat Anzahl der Behandlungsergebnisse
10 Augen
Verbesse- ohne Ver-rung änderung erfindungsgemässes i5 Präparat
138
101
37
(73,1%)
(26,9%)
Dizynonum
45
20
25
(44,5%)
(55,5%)
Heparin mit Dexason
42
17
25
20
(36,9%)
(63,1%)
Tabelle 10
Veränderungsdynamik der Amplitudenwerte der Wellen an dem Elektroretinogramm infolge Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat an den Kranken durch Thrombosen der Mittelvene der Netzhaut und deren Zweige
Anzahl der Augen vor Behandlung ERG in |iV «a»-Welle
«b»-Welle nach der Behandlung ERG in (iV
«a»-Welle «b»-Welle
Thrombosen
24
46,1 ±2,85 206,1 ±5,71
Auf diese Weise zeigen die vorgeführten klinischen und elektrophysiologischen Angaben der Erforschung des erfindungsgemässen Präparats seine erhöhte Wirksamkeit während des vorscharfen Stadiums der Thrombosen der Zentralvene der Netzhaut und deren Zweige.
Bei 10 Patienten mit Thrombosen der Zweige der Zentralvene der Netzhaut im Mittelteil des Augenhintergrundes wurden die Ablagerungen einer grösseren Menge von festem Exsudates (Lipoiden) auf ophthalmoskopischem Wege beobachtet, was einer Zurücktretung an der Sehschärfe die Ursache gewesen war. Nach der mit dem erfindungsgemässen Präparat durchgeführten Kur wurden schon eine Verkleinerung der Ablagerungsmenge von Lipoiden in der Mitte des Augenhintergrundes und Steigerung der Sehschärfe um 0,2 im Durchschnitt festgestellt. Die erhaltenen klinischen Angaben bestätigen die Ergebnisse der experimentellen Untersuchungen des Einflusses des erfindungsgemässen Präparats auf die Metabolie der Lipoide. Diese klinische Erforschung hat die Feststellung über die erhöhte Wirksamkeit des erfindungsgemässen Präparats bei Behandlung des Hämophthalmus zur Folge. In der Tabelle 11 sind die Ergebnisse der Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat der rezidivfähigen Hämophthalmusfälle an 70 Augen angeführt.
Wie sie aus der Tabelle 11 zu ersehen sind, sind Hämophthalmusfälle durch schwere Gefässerkrankungen der Augen verursacht worden wie proliferatives Stadium der diabetischen Retinopathie, Uz-krankheit oder juvenile Blutungen in Glaskörper, Neovaskularisation der Netzhaut, bedingt durch in Anamnese übertragene Thrombosen der Zweige der Zentralvene der Netzhaut, die rechtzeitig nicht koaguliert worden waren. Die Blutungen in den Glaskörper dieser Krankengruppe waren vom rezidivfähigen Charakter. Diese Kranken vor der Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat haben die Kur in Form von unterkonjunktivalen
61,7±2,34 34%
239,5 ±5,81 16%
35 Injektionen von Fibrinolysin, retrobulbären Dizynonum-injektionen überstanden. Die genannte Kur bewirkte keine Steigerung der Sehschärfe. Die gewonnene Verbesserung des klinischen Bildes als teilweises Zurückgehen des Hämophthalmus und Steigerung der Sehschärfe bei 85,7% der mit 40 dem erfindungsgemässen Präparat behandelten Augen bei rezidivfahigen Hämophthalmusfällen bezeugen die erhöhte Wirksamkeit des erfindungsgemässen Präparats auch während betreffender schwerer Gefässpathologie des Auges.
45 Tabellell
Behandlungsergebnisse der rezidivfähigen Hämophthalmusfälle mit den erfindungsgemässen Präparat
Erkrankung
Anzahl der
Ergebnisse der Behand
50
Augen lung
Verbesserung ohne Veränderung
Diabetes mellitus
28
20
8
ss Ilz-krankheit, angi-
iten
14
13
1
Thrombosen mit
Neovaskularisation
25
24
1
chorioretinale Mittel-
60 dystrophien
3
3
Insgesamt
70
60
(85,7%)
10
(14,3%)
In den Hämophthalmusfällen mit Diabetes mellitus als 65 Hintergrund erreichte die Erhöhung der Sehschärfe durchschnittlich 0,06 und schwankte zwischen 0,03 und 0,2. Die Steigerung der Sehschärfe bei den Kranken durch die rezidivierenden Hämophthalmusanfälle auf Grund der überstan-
658 595
12
denen Thrombosen an den Zweigen der Zentralvene der Netzhaut betrug im Durchschnitt 0,2.
In der Angiitenkrankengruppe nahm die Sehschärfe im Durchschnitt um 0,12 merklich zu, während in der Gruppe mit den chorioretinalen Mitteldystrophien diese Sehschärfenerhöhung 0,23 erreichte. Die Tabelle 12 gibt die Ergebnisse der Behandlung der Hämophthalmusfällen mit dem erfindungsgemässen Präparat und Dizynonum wieder.
Tabelle 12
Behandlungsergebnisse der Hämophthalmusfällen der Gefässgenese durch das erfindungsgemässe Präparat und Dizynonum
Präparat
Anzahl der Behandlungsergebnisse Augen
Verbesse- ohne Ver-rung änderung das erfindungsgemässe Präparat 70
Dizynonum 42
60 10
(85,7%) (14,3%)
17 25
(40,4%) (59,6%)
Die Zunahme der Sehschärfe erreichte bei der Behandlung der Hämophthalmusfälle mit dem Präparat Dizynonum im Durchschnitt 0,02.
Auf diese Weise haben auch die klinischen Ergebnisse dieser Untersuchungen eine erhöhte Wirksamkeit des erfindungsgemässen Präparats im Vergleich zu den in der ophthalmologischen Klinik bei der Behandlung der Hämophthalmusfällen unterschiedlicher Gefässgenese zur Anwendung kommenden, medikamentösen Mitteln bestätigt.
In diesem Zusammenhang ist eine weitere Untersuchung der Wirkung des erfindungsgemässen Präparats an 44 Augen mit Myopie in der höheren und mittleren Stärke durchgeführt worden, welche mit einem Zurücktritt an der Sehschärfe infolge herdförmigen Veränderungen im Mittelteil des Augenhintergrundes begleitet worden ist. In 20 aus 44 Augen entwickelte sich der dystrophische Vorgang in seinem Trockenstadium nach Art und Weise einer myopischen Cho-rioidose, während 22 Augen durch einen Prozess in dem hämorrhagischen Stadium, darunter 13 Augen mit dem Fuchsfleck im Hintergrund kranken waren. Trotzdem erwies sich das erfindungsgemässe Präparat auch bei dieser Gruppe der Schwerkranken als hoch wirksames. In dem Trockenstadium der Erkrankung wurde eine Zunahme der Sehschärfe um 0,2 im Durchschnitt ohne Veränderung des klinischen Bildes an
15 aus 20 Augen, d.h. 75% festgestellt. Als Beispiel sollen die Angaben eines Kranken (52 Jahre alt), der von der Kindheit an beiden Augen durch progressive Myopie (—18 Dioptrien) litt. Dem Kranken wurde die Kur zweimal pro 5 Jahr periodisch mit der Vitamin- und Gewebetherapie angewandt. Als Folge der durchgeführten Kur mit dem erfindungsgemässen Präparat (1 %ige Präparatslösung 0,5 ml Nr. 15 retrobulbär) nahm die Sehschärfe des rechten Auges von 0,2 bis 0,4, des linken von 0,1 bis 0,4 zu. Nach Angaben io der Elektrophysiologischen Untersuchungen trat die «a»-Welle des ERG's vor der Behandlung beinahe deutlich hervor, während nach der durchgeführten Kur deren Amplitude 25—30 |iV erreichte. Vor der Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat hat die «b»-Welle im ERG 75 (iV i5 und nach der Kur 220—225 |iV an dem rechten Auge betragen. Die Untersuchungswerte des ERG's im linken Auge haben gezeigt, dass die «a»-Welle vor der Behandlung kaum deutlich vermerkt worden war, während nach der durchgeführten Kur die Ausschlagsverlaufskurve schon 12,5 |iV er-20 reichen konnte. Die Ausschlagsgrösse der «b»-Welle im ERG erreichte vor der Behandlung 100 jiV und nach der erfolgten Kur mit dem erfindungsgemässen Präparat nahm sie bis auf 160 —175 (iV zu. Bei einer wiederholten Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat stieg die Sehschärfe 25 im rechten Auge bis auf 0,6—0,8 im linken bis auf 0,6 an.
Bei dem hämorrhagischen Stadium des Erkrankungsprozesses wurde eine positive Dynamik im klinischen Entwicklungsbild wie teilweises Zurückgehen der Hämorrhagien festgestellt, die Sehschärfe nahm in 10 Augen aus 22 zu. Als 30 Beispiel sollen die klinischen Angaben eines Kranken (35 Jahre alt) durch Myopie der höherer Stärke, frische retinale Hämorrhagien im Mittelteil des Augenhintergrundes verletzt wiedergegeben werden. Die Sehschärfe seiner beiden Augen erreichte unter Korrektion 0,1. Nach der Durchführung der 35 Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat (1 %ige Präparatslösung 0,5 ml Nr. 15 retrobulbär) gingen die retinalen Hämorrhagien teilweise zurück, die Sehschärfe stieg im rechten Auge bis auf 0,2 unter Korrektion sowie im linken auch unter Korrektion bis auf 0,4 an.
40 Auf diese Weise kann Schlussfolgerung über eine erhöhte Wirksamkeit der Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat gezogen werden, die an der Krankengruppe mit einer schweren Pathologie des Augenhintergrundes bei myopischen, chorioretinalen Dystrophien durchgeführt worden ist. 45 Weiterhin wurde eine klinische Erprobung des erfindungsgemässen Präparats an 11 Kranken, 22 Augen mit der Stargard-Krankheit. In der Tabelle 13 sind die Angaben von der Wirkung des erfindungsgemässen Präparats auf die Sehschärfe und das Sehfeld bei Behandlung der durch Stargard-50 Krankheit verletzten Kranken zusammengeführt.
Tabelle 13
Dynamik an der Sehschärfe und dem Sehfeld bei der Stargard-Erkrankung
Stadium des Prozesses
Anzahl der Augen
Sehschärfe
Zunahme
Sehfeld ohne Veränderung Verbesserung ohne Verände-
0,07-0,08
0,1
0,2
I-II
II-III
III-IV Insgesamt
2 16 4 22
2 2 4
4 4
2 4
2 10
3 15
Das wichtigste Ergebnis der in der betreffenden Kran- nähme der Sehschärfe in 20 aus 22 Augen und Verkleinerung kengruppe durchgeführten Untersuchung besteht in der Zu- der Zentralskotoms in 13 aus 20 Augen bei den II. bis IV.
Erkrankungsstadien, die im allgemeinen gegen jeweilige Behandlung resistent bleiben. Bei dem Vergleichen der funktionellen Ergebnisse der Behandlung bei der Stargard-Krank-heit mit dem erfindungsgemässen Präparat und durch das weitgehend bekannte Präparat Flavinat wurde eine ergebnisbessere Wirksamkeit bei der Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat festgestellt.
Die Behandlung der Makulagegend mit der nach der Beobachtung der Sonnenfinsternis ohne der Sonnenbrille entstandenen Sonnenverbrennungen (mit einer 1 %igen Lösung des erfindungsgemässen Präparats 0,5 ml Nr. 15 retrobulbär) haben 5 Patienten im Alter von 16 bis 35 Jahre mit der Verletzungsdauer 2 bis 3 Monate erhalten. Zur Zeit der Krankenschreibung beklagten sich die Patienten über die Herabsetzung der Sehschärfe und das Zentralskotom 10 x 10° im verletzten Auge. Die Sehschärfe wurde bis auf 0,8 an 5 Augen unterdrückt. Im Sehfeld der beobachteten Patienten sind absolute Zentralskotome vermerkt worden. Nach der durchgeführten Kur mit dem erfindungsgemässen Präparat stieg die Sehschärfe an 5 Augen von 0,8 bis 1,0, an 2 Augen von 0,5 bis 0,6 an. In allen Augen ging das Zentralskotom bis auf 2x3° zurück. Das klinische Bild ergab keine Dynamik.
In diesem Zusammenhang haben 3 Patienten, 3 Augen die Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat wegen der Laserverbrennungen in der Makulagegend erhalten, die infolge der Arbeit mit den technischen Laseranlagen entstanden sind. Die Verletzungsdauer zählte 2 Tage. Im Augenhintergrund im Verbrennungsbereich wurden retinale Blutungen und Neuroepithelsödem vermerkt. Die Sehschärfe erniedrigte sich in 2 Fällen bis auf 0,3 und in 1. Fall bis auf 0,1—0,2. Im Sehfeld wurde das absolute Zentralskotom 5x10° festgestellt. Nach der durchgeführten Behandlung mit dem erfindungsgemässen Präparat wurde die Sehschärfe an 2 Augen bis auf 1,0 wiederhergestellt, die Blutungen und das Ödem gingen vollständig zurück. In einem Auge (bei einer massiven Verletzung, wo der Hämorrhagieherd und das Ödem 1 Scheibenfläche betrugen ergab sich keine Steigerung der Sehschärfe, die präretinalen Hämorrhagien gingen zurück, während in der Mittelzone sich ein dichtes Pigmentherd der Narbenart herausbildete.
Auf diese Weise bezeugt das erfindungsgemässe Präparat eine ausgeprägte therapeutische Wirkung bei Behandlung der Laser- und Sonnenverbrennungen der Netzhaut, solange in 80% von Behandlungsfällen die Sehschärfe und das Sehfeld sich am Ende der Behandlung wiederherstellen. Bei Anwendung anderer Verfahren der Behandlung tritt die Wiederherstellung der Sehschärfe bei den Laserverbrennungen der Netzhaut nur in 15 bis 30% von Fällen und nach 1,5 bis 2 Monate von Anfang der Behandlung an auf. Aufgrund des obengesagten kann die Schlussfolgerung gezogen werden, dass das erfindungsgemässe Präparat ein wirkungsvolleres Mittel zur Behandlung der Verbrennungen der Netzhaut unterschiedlicher Ätiologie darstellt.
Das erfindungsgemässe Präparat als Retinoprotektor
13 658 595
schützt die Netzhaut vor der verletzenden Einwirkung eines Stresses, Lichtes hoher Intensität, Hyperoxie, gegen die inneren Augenhämorrhagien. Die klinisch-experimentelle, pharmakologische Erforschung des erfindungsgemässen Präpa-5 rats bezeugte seinen Besitz über ganzen Komplex von Eigenschaften, deren Auswirkung die Beschleunigung des Zurückgehens der inneren Augenblutungen, Herabsetzung der exsudativen Aktivität, Verkleinerung der Ablösungsfläche des Neuroepithels, Verminderung der Ablagerung von Lipoiden, io Wiederherstellung der Sichtfunktionen begünstigt. Aus der Analyse der Messwerte nach dem Erforschen des Einwirkungsmechanismus des erfindungsgemässen Präparats ergibt es sich, dass das Präparat eine durch Hämoglobin des Blutes induzierte Peroxydoxydation von Lipoiden inhibiert, eine 15 Stabilisierung der Membranstrukturen der Blutzellen, Ery-throzyte beeinflusst, die Aggregation der Formelemente des Blutes, Thrombozyte verzögert, dem Übergangsvorgang des Fibrinmonomeres in das -polymer inhibiert, sogenannte An-tipolymerisationsaktivität bezeugt, die fibrinolytische Akti-20 vität des Blutes verstärkt, die Theologischen Qualitätseigenschaften des Blutes verbessert, seine vasoaktiven Eigenschaften bei inneren Hämorrhagien zustandebringt und Phosphodiesterase der Zyklonukleotide effektiv inhibiert.
In Besitz eines erweiterten Spektrums von pharmakologi-25 sehen Eigenschaften ist das erfindungsgemässe Präparat zur Behandlung der inneren Augenblutungen unterschiedlicher Genese, chorioretinaler und erblichen Dystrophien, Verbrennungen der Netzhaut und zum Vorbeugen von Verletzungen bei Laserkoagulation empfohlen.
3o Der Wirkstoff des erfindungsgemässen Präparats stellt ein feinkristallines geruchloses, weisses Pulver mit säuerlichem Geschmack dar, das im Wasser, Alkohol leicht — und im Azeton, Äther schwerlöslich, bei Hochtemperatur bis auf 200° C beständig ist.
35 Das erfindungsgemässe Präparat wird nach allgemeinbekannten Verfahren bereitet. Es kann in unterschiedlichen Arzneiformen wie Augentropfen, -injektionen, Pillen zur Anwendung kommen. Bevorzugt wird das erfindungsgemässe Arzneimittel in Form von subkonjunktivalen oder retro-40 bulbären Injektionen ausgenutzt. Als Heilmittel wird das erfindungsgemässe Präparat unter die Konjunktiva je 0,3 ml eine 1 %ige Lösung während 10 bis 15 Tage, einmal pro Tag oder je 0,5 ml eine 1 %ige Lösung während 10 bis 15 Tage, einmal pro Tag retrobulbär eingeleitet.
45 Zum Schutz der Netzhaut vor der Kohärenzstrahlung bei Laserkoagulation wird das Präparat in Form von 1 %iger Lösung je 0,5 ml vor einem Tag, bis Laserkoagulation stattfindet, und unmittelbar in 1. Stunde vor der Koagulation eingeführt. Im weiteren wird das Präparat während 2 bis 3 so Tage, einmal pro Tag mit denselben Dosen (0,5 ml 1 %ige Lösung) retrobulbär eingeleitet.
Das erfindungsgemässe Präparat weist keine Nebenerscheinungen, Gegenanzeigen der Anwendung auf. Das erfindungsgemässe Präparat wird in einer lichtgeschützten Stelle 55 wie aus der Liste B aufbewahrt.
65
S
3 Blatt Zeichnungen

Claims (3)

  1. 658 595
    2
    PATENTANSPRÜCHE 1. Retinoprotektor zur Behandlung von inneren Augenblutungen, myopischen, chorioretinalen Dystrophien, erblichen Netzhautdystrophien, -Verbrennungen und zur Vorbeugung der Verletzungen bei Laserkoagulation, welcher einen Wirkstoff und ein pharmazeutisches Verdünnungsmittel enthält, dadurch gekennzeichnet, dass er als Wirkstoff 2-Äthyl-6-methyl-3-oxypyridinhydrochlorid folgender Formel
    OH
    . HCl enthält.
  2. 2. Retinoprotektor nach Anspruch 1 in Injektionsform gekennzeichnet durch einen Gehalt an Wirkstoff in einer Menge von 1 Gew.%.
  3. 3. Retinoprotektor nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass er als pharmazeutisches Verdünnungsmittel destilliertes Wasser enthält.
    des Blutes hervorzurufen, die Sauerstoffverwertung in der Netzhaut zu normalisieren und die Permeabilität der Kapillaren zu vermindern.
    Das erfindungsgemässe Arzneimittel stellt ein neues und s in der Literatur nicht beschriebenes Mittel dar. Der erfin-dunggemässe Retinoprotektor zur Behandlung der inneren Augenblutungen, myopischen, chorioretinalen und erblichen Netzhautdystrophien, -Verbrennungen und zur Vorbeugung von Verletzungen bei Laserkoagulation, der einen Wirkstoff io und ein pharmazeutisches Verdünnungsmittel enthält, enthält als Wirkstoff erfindungsgemäss 2-Äthyl-6-methyl-3-oxypyridinhydrochlorid folgender Formel
    15
    HCl.
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