CH662825A5 - Streckwerk mit zentraler be- und entlastung. - Google Patents
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Description
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein pneumatisches Be- und Entlastungssystem für das Ausgangswalzenpaar zu entwickeln, bei dem die zentrale Veränderung des Belastungsdruckes feinfühlig und gleichmässig über die gesamte Maschinenlänge auf die Unterwalze übertragen wird.
Diese Aufgabe ist durch die im kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 genannten Merkmale gelöst. Der vorgesehene Druckluftzylinder kann an bestehenden Tragarm-Konstruktionen leicht adaptiert werden. Mit einer zentralen Luftversorgung ist es so möglich, den Belastungsdruck gleichmässig über die gesamte Maschinenlänge zu ändern. Die exakte Kolbenführung erlaubt es, diese Druckänderung sehr feinfühlig vorzunehmen.
Da wegen höherer Drehzahlen und höherer Verzüge-höhere Belastungsdrücke erforderlich sind, besteht besonders bei den am höchsten belasteten Ausgangswalzen bei längerem Stillstand der Spinnmaschine die Gefahr, dass am elastischen Bezug der Oberwalzen bleibende Verformungen auftreten, die nach Wiederanlauf der Maschine zu Fadenbrüchen oder zu periodischen Unregelmässigkeiten in der Fadenbildung führen können. Verstärkt wird diese Gefahr, weil im Hinblick auf verbesserte Uster-Werte die Tendenz besteht, die Ausgangsoberwalze mit einem besonders weichen Bezug zu versehen.
Die erfindungsgemässe Be- und Entlastungseinrichtung erlaubt nun, während der Stillstandzeit die pneumatische Belastung des Ausgangswalzenpaares auf Null abzusenken, so dass nur noch die Belastungsfeder mit einem niedrigen, für den elastischen Bezug der Oberwalze unschädlichen Druck wirksam ist, der aber die Lunte in der Klemmlinie hält, so dass ein ungestörtes Wiederanlaufen der Spinnmaschine gewährleistet ist. Die wegen der Uster-Werte besonders weichen Bezüge können dadurch in ihrer Lebensdauer verbessert werden.
Die Massnahme des Anspruches 2 erlaubt den leichten Austausch eines defekten Druckzylinders, während durch das Merkmal von Anspruch 3 eine besonders günstige Art der Druckluftzuführung beschrieben ist. In Anspruch 4 ist angegeben, wie die Teile für die Druckluftzuführung vorteilhaft abgedichtet und zueinander zentriert werden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen
Figur 1 den kompletten Tragarm und
Figur 2 in vergrösserter Darstellung die Kuppelteile der Druckluftzuführung.
An einem Trag- und Belastungsarm 1 sind hintereinander mehrere Lenker 2,3,4 schwenkbeweglich befestigt, die an ihrem einen Ende einen Sattel zur Aufnahme von Doppeloberwalzen 5,6,7 tragen. Durch schraubenförmige Belastungsfedern 8, die zwischen Trag- und Belastungsarm und Lenker angeordnet sind, werden die Doppeloberwalzen gegen angetriebene Unterzylinder 9,10,11 gedrückt. Zwischen den Oberwalzen und den Unterzylindern wird durch deren Drehung eine Lunte 12 transportiert und verstreckt, da das Ausgangswalzenpaar 5, 9 eine wesentlich höhere Drehzahl hat als das Riemchenwalzenpaar 6,10 und dieses eine etwas höhere als das Eingangswalzenpaar 7,11.
Über der Belastungsfeder 8, die auf den Lenker 2 drückt und dem Ausgangswalzenpaar 5,9 zugeordnet ist, ist ein Druckluftzylinder 13 auf den Trag- und Belastungsarm 1 aufgeschraubt. Bei Druckluftbeaufschlagung drückt der Kolben 14 die Kolbenstange 15, die die Belastungsfeder 8 durchragt, ebenfalls auf den Lenker 2. Die von der Belastungsfeder und von der Kolbenstange auf den Lenker 2 und damit auf die Oberwalze 5 ausgübten Kräfte addieren sich. In der Praxis werden von der Belastungsfeder 70 N und von der pneumatischen Belastung 0-130 N aufgebracht, gemessen jeweils an der Klemmlinie Oberwalze 5 - Unterzylinder 9.
Für längere Stillstandzeiten der Spinnmaschine kann die pneumatische Belastung zentral abgeschaltet werden. Die verbleibende Belastung durch die Belastungsfeder genügt, um die Lunte in der Klemmlinie zu halten. Durch diese Drucker-niedrigung werden Verformungen des elastischen Oberwalzenbezuges verhindert. Beim Eingangswalzenpaar 7,11 und beim Riemchenwalzenpaar 6, 10 ist diese Massnahme nicht erforderlich, da von Verformungen der Bezüge bei diesen Oberwalzen keine technologischen Auswirkungen auf die Garnbildung zu erwarten sind und die Oberwalzen 6 und 7 nicht mit sehr weichen Bezügen ausgerüstet sind. Ebenso ist es möglich, bei veränderten Spinnbedingungen die Belastung des Ausgangswalzenpaares zentral zu verändern, und zwar in dem Bereich, der durch die pneumatische Belastung vorgegeben ist.
Die Druckluft geht von einer nicht dargestellten zentralen Luftversorgung aus. Von einer maschinenlangen Versorgungsleitung zweigt zu jedem Trag- und Belastungsarm 1 ein Schlauch 16 ab, der am Trag- und Belastungsarm und an den Lenkern 4,3,2 so in Klammern 17 gehalten ist, dass er den Öffnungsbewegungen des Trag- und Belastungsarmes folgen kann. Der Schlauch 16 mündet in ein Kupplungsstück 18, das auf dem Lenker 2 festgelegt ist. Das Kupplungsstück, die Kolbenstange 15 und der Kolben 14 weisen eine fluchtende
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■ohrung 19 auf, durch die die Druckluft dem Druckluftzylin-er 13 zugeführt wird.
Damit die Kolbenstange 15 und das Kupplungsstück 18 enau zueinander fluchten, was auch wegen der exakten >ruckübertragung wichtig ist, greifen sie mit einem Zentrier-rofil 20 und einem Gegenprofil ineinander. Zur Fixierung
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dieser Stellung und zur Abdichtung sind Kolbenstange und Kupplungsstück von einer Kuppelmanschette 21 umschlossen.
Der Druckluftzylinder 13 kann als Kunststoffspritzteil 5 ausgebildet sein, was eine Befestigung auf dem Trag- und Belastungsarm 1 durch eine Schnappverbindung erlaubt.
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2 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
- 662 825PATENTANSPRÜCHE1. Zentrale Be- und Entlastungseinrichtung für das Ausgangswalzenpaar von Streckwerken für Spinnereimaschinen, bei denen federbelastete Doppeloberwalzen über Lenker mittig an hochschwenkbaren Trag- und Belastungsarmen geführt sind, die mit einer Druckluftquelle in Verbindung stehen, durch die einzelne Walzenpaare zusätzlich belastet werden, dadurch gekennzeichnet, dss auf dem Trag- und Belastungsarm (1) über der zwischen dem Trag- und Belastungsarm und dem Lenker (2), der die Ausgangs-Oberwalze (5) trägt, angeordneten Belastungsfeder (8) ein Druckluftzylinder (13) befestigt ist, dessen Kolben (14) mit seiner Kolbenstange (15) die schraubenförmige Belastungsfeder durchragt und bei pneumatischer Belastung auf den Lenker drückt.
- 2. Zentrale Be- und Entlastungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckluftzylinder (13) in den Trag- und Belastungsarm (1) eingeschraubt ist.
- 3. Zentrale Be- und Entlastungseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckluftzylinder (13) über eine Bohrung (19) im Kolben und in der Kolbenstange und über einen Schlauch (16) mit der Druckluftquelle verbunden ist.
- 4. Zentrale Be- und Entlastungseinrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (15) mit einem Zentrierprofil (20) in ein Gegenprofil eines auf dem Lenker (2) festgelegten Kupplungsstückes (18), von dem der Schlauch (16) ausgeht, eingreift und dass die Kolbenstange (15) und das Kupplungsstück (18) von einer abdichtenden Kuppelmanschette (21) umschlossen sind.Bei einem bekannten Streckwerk (JP-UM-Discl.53-10 929) sind in einem hochschwenkbaren Trag- und Belastungsarm an Lenkern federbelastete Doppeloberwalzen mittig gehalten. Die Eingangs- und die Ausgangsoberwalzen sind über Kipphebel zusätzlich pneumatisch belastet. Nachteilig ist bei dieser Konstruktion, dass die Kipphebel im Zusammenwirken mit dem Pneumatiksystem über die grosse Zahl der Spinnstellen einer Ringspinnmaschine nicht die erforderliche Gleichmässigkeit des Belastungsdruckes bringen können.
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