CH663089A5 - Polkoerper fuer eine elektrische zuendvorrichtung, verfahren zu seiner herstellung und dessen verwendung. - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Polkörper für eine elektrische Zündvorrichtung mit zwei durch einen homogenen Isolator voneinander getrennten metallischen Polen, welche stirnseitig mit einem Zündsatz in Berührung stehenden Metallschicht durch eine Zündbrücke leitend verbunden sind.
Polkörper für elektrische Zündvorrichtungen der eingangs geschilderten Art sind bekannt. In einer Ausführung ragen beide Pole in eine leitende Metallschicht, wobei der eine Pol durch einen in die mit einem Initialsprengstoff in Berührung stehende Metallschicht mit einer isolierenden Aussparung umgeben ist. Zwischen den Enden der Aussparung wirkt eine ebene Metallfläche als Zündbrücke. Solche Aussparungen werden häufig mittels eines Laserstrahls erzeugt (DE-A 2 840 738).
Es ist auch eine elektrische Zündvorrichtung bekannt,
deren Isolierkörper aus Glas besteht (DE-A 2 816 300). Hierbei sind Glas und Pole mechanisch durch Verschmelzen fest miteinander verbunden. Auch wird eine Zündbrücke auf einer mit den Polen verbundenen Metallschicht mittels Laserstrahlen erzeugt. Solche dünnen Metallschichten als Zündbrücke stellen eine Weiterentwicklung der als Drähte bekannten Zündbrücken dar, die mit ihrer ganzen Länge mit einem Initialsprengstoff in Berührung stehen und diesen durch Verglühen zur Zündung bringen.
Die bekannte Art von Zündbrücken, die mit Laserstrahlen erzeugt werden, haben sich gegenüber Zünd- und Glühdrähten durch ihre ebene Ausgestaltung als Weiterentwicklung bewährt. Sie haben jedoch den Nachteil, dass aufwendige Apparaturen zur Erzeugung von Laserstrahlen ausreichender Intensität erforderlich sind.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen möglichst kleinen und kompakten Polkörper für eine elektrische Zündvorrichtung so auszubilden, dass bei der Zündung eine hohe Stromdichte pro Einheit erzeugt wird und daher eine kurze Zündzeit gewährleistet ist, und die Massenanfertigung in grossen Serien wirtschaftlich herstellbar wird.
Eine weitere Aufgabe ist die Herstellung eines Polkörpers, dessen Isolator homogen ist.
Die vorgenannte Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass die Zündbrücke durch eine punktförmige Fläche auf der Metallschicht gebildet ist, wobei ein nadeiförmiger, metallischer Zündstift auf der Metallschicht aufliegt und innerhalb eines blasenfreien Isolators angeordnet ist.
Die nadeiförmige Ausbildung des Zündstifts hat den Vorteil, dass er sehr stabil und nur im Rahmen seiner Elastizität verbiegbar ist. Dadurch kann er auch in relativ starrer Lage in einen Isolator eingebaut werden. Durch die annähernd senkrechte Lage des Zündstifts berührt dieser lediglich mit einer nahezu punktförmigen Oberfläche die Metallschicht und bildet dort die Zündbrücke. An dieser Stelle tritt bei der Zündung eine sehr hohe Stromdichte auf, wodurch die Zündung des an die Metallschicht gepressten Initialsprengstoffs auch mit geringen Zündenergien von E = 30 jiWs und Spannungen von U = 3 V sehr kurze Reaktionszeiten von ca. 5 jis ermöglicht.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform, gemäss Anspruch 2, ist der Zündstift als Verlängerung des Polstiftes ausgebildet. Dabei ist der Polstift spezifisch verjüngt und durch Pressen, Schleifen oder Quetschen hergestellt. Die Zündbrücke besteht vorzugsweise aus Ni, Cr, Al, Pd, Au, Ta, Re, Ti, Mn, Ba oder einer Legierung der genannten Metalle.
Nach Anspruch 3 ist der Zündstift in einem Isolator eingeschmolzen. Als Isolator hat sich vorzugsweise Glas als geeignet erwiesen, da dieses einen relativ niedrigen Schmelzpunkt aufweist und gasdicht mit dem Gehäuse und dem Polstift verbunden werden kann. Dabei wird ein Glas bevorzugt, welches annähernd den gleichen Ausdehnungskoeffizienten wie das verwendete Metall aufweist.
Gemäss Anspruch 4 ist es zweckmässig, für gewisse Anwendungsgebiete den Polstift gleichzeitig als Stecker auszubilden.
Die Schichtdicke der Metallschicht der Zündbrücke beträgt, gemäss Anspruch 5,1 • 10~9 bis 2 • 10~7 m. Diese Schicht wird zweckmässigerweise im Hochvakuum aufgebracht und dient als gasdichte Kontaktierfläche mit einem Initialsprengstoff.
Nach Anspruch 6 ist es von Vorteil, die Zündbrücke so zu gestalten, dass sie einen Widerstand von 0,1 bis 500 Ohm aufweist.
Der Durchmesser des miniaturisierten Polkörpers beträgt, gemäss Anspruch 7, zweckmässigerweise 1,5 bis 20 mm.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, einen Durchmesser der
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Zündbrücke, gemäss Anspruch 8, bevorzugt kleiner als 0,8 mm, insbesondere 0,1 mm, zu wählen.
Durch das erfindungsgemässe Verfahren, gemäss Anspruch 9, wird ein blasenfreies Verschmelzen des Polstifts oder des Polnapfs mit einem im Innern eines von einem Metallrohr umgebenen Glasrohrs möglich.
Gemäss Anspruch 10 wird das blasenfreie Verschmelzen dadurch ermöglicht, dass während des Schmelzvorgangs ein hitzebeständiger Führungskörper auf den Polstift im Innern des Glasrohrs aufgesetzt wird. Das hat den Vorteil, dass beim Zusammensinken des erweichenden Glasrohrs zu einer Glasschmelze das Glasrohr an seinem oberen Rand nicht kegelförmig zusammensinkt und so Luft einzuschliessen vermag. Die aufsteigende Glasschmelze drückt vielmehr die Luft nach oben, bis sie den Führungskörper verdrängt hat.
Es ist von Vorteil, gemäss Anspruch 11, als Führungskörper Graphit zu verwenden. Es können aber auch anstelle von Graphit andere inerte, d.h. nicht mit Glas sich verbindende, hitzebeständige Stoffe wie Keramik, verwendet werden.
Zur Vermeidung des Verbrennens des Graphits ist es zweckmässig, gemäss Anspruch 12, unter Schutzgas zu arbeiten. Dabei hat es sich als vorteilhaft erwiesen, als Schutzgas Formiergas zu verwenden.
Die Verwendung des Polkörpers, gemäss Anspruch 13, ist für elektrische Zündvorrichtungen zur Initiierung von Munitionskörpern, Projektilen, Raketen, Sprengkörpern sowie Hohlladungen vorgesehen.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstands vereinfacht dargestellt. Es zeigt:
Fig. 1 einen vertikalen Schnitt durch einen Polkörper,
Fig. 2 einen vertikalen Schnitt durch eine Variante des Polkörpers,
Fig. 3 eine Draufsicht auf die Metallschicht des Polkörpers,
Fig. 4 eine Skizze in Form eines vertikalen Schnitts der Herstellung der Anordnung vor dem Schmelzen des Polkörpers mit einem Polstift, und
Fig. 5 eine Variante des Schnitts gemäss Fig. 4 mit einem Napf als Polstift.
Gemäss Fig. 1 ist ein Polkörper mit 1 bezeichnet. Innerhalb eines zylindrischen Gehäuses 2 ist koaxial ein Polstift 3 fest mit einem blasenfreien Isolator 4 verbunden. Der Polstift 3 ist in seinem im Isolator 4 eingebetteten Teil zu einem nadeiförmigen Zündstift 5 ausgezogen und bildet eine punktförmige Zündbrücke 5' auf einer Metallschicht 6. Ein Pfeil weist auf die punktförmige Fläche der Zündbrücke 5' in der Metallschicht 6.
Fig. 2 unterscheidet sich von Fig. 1 lediglich dadurch, dass anstelle des Polstifts 3 ein Polnapf 3' die Funktion eines der beiden leitenden Pole übernimmt.
In Fig. 3 ist in der Draufsicht auf die Metallschicht 6 die Zündbrücke 5' als punktförmige Fläche zu erkennen. Der gestrichelte Kreis deutet im äusseren Ring das unter der Metallschicht 6 liegende Gehäuse 2 an und im mittleren Kreisring unter der Metallschicht 6 den Isolator 4.
In Fig. 4 wird die Herstellung eines Polkörpers beispielhaft beschrieben. Sie deutet mittels der Linie A den Zustand vor der Behandlung und mittels der Linie B den Zustand des Polkörpers nach der Herstellung an.
Vor der Fertigung ist in einem Metallrohr 7 der Länge BC
ein Glasrohr 8 der Länge AC eingeschoben. In den oberen Teil eines Hohlraums 10 des Glasrohrs 8 ragt ein zu einer Nadel 13 ausgezogener Metallstift 11, welcher im fertigen Zustand den Zündstift 5 darstellt. Über der Spitze der Nadel 13 liegt ein Führungskörper 9 als Stopfen im oberen Teil des Hohlraums 10 des Glasrohrs 8. Das ganze Werkstück ruht auf einer im Bereich des Metallstifts 11 durchbohrten Basisplatte 12und ist von einer Zentrierplatte 12',beide aus Graphit, umgeben.
In Fig. 5 ist anstelle des Metallstifts 11 ein zu einer Nadel 13' ausgezogenes Metallrohr 11' vorgesehen.
Bei der Herstellung des Polkörpers 1 wird zunächst in bekannter Weise das Metallrohr 7 abgelängt. Ein Metallstift 11 oder ein Metallrohr 11 ' werden zu einer Nadel 13, 13' ausgezogen. Die Nadeln 13,13' bilden später den Zündstift 5. Ein Glasrohr 8 mit einem Aussendurchmesser, welcher etwas kleiner ist als der Innendurchmesser des Metallrohrs 7, wird ebenfalls abgelängt und auf der Basisplatte 12 als Stütze in das Metallrohr 7 geschoben. Der Metallstift 11 oder das Metallrohr 11' mit den Nadeln 13,13' werden durch eine Bohrung in der Basisplatte 12 im Hohlraum 10 des Glasrohrs 8 in etwa zentraler Stellung gehalten. Der Führungskörper 9 wird lose als Stopfen auf die Spitze des Metallstifts 11 oder des Metallrohrs 11 ' gesetzt. Anschliessend wird das so vorbereitete Werkstück in einen Bandofen bei 800°C bis 1000°C während ca. 1 h unter Schutzgas verschmolzen. Als Schutzgas hat sich Formiergas als am besten geeignet erwiesen.
Beim Schmelzvorgang erweicht das Glas und sinkt durch die Schwerkraft in den Hohlraum 10 zwischen den Metallstift 11 oder das Metallrohr 11 ' und die daraus ausgezogenen Nadeln 13, bzw. 13' und verdrängt im flüssigen Zustand den Führungskörper 9 nach oben. Auf diese Weise können keine Gasblasen im Hohlraum 10 des Glasrohrs 8 eingeschlossen werden. Das Ende des Schmelzvorgangs ist am Umkippen oder Heraustreten des Führungskörpers 9 aus dem Hohlraum 10 zu erkennen.
Nach dem Erkalten des rohen Polköpers wird dieser bis zur Länge B abgeschliffen. Die Oberfläche muss eine Feinheit im Mikrometerbereich aufweisen. Die geschliffene Fläche wird schliesslich im Hochvakuum mit einem Metall oder einer Metallegierung bedampft.
Im Zeitpunkt der Zündung treten höchste Stromdichten an der Zündbrücke 5', der punktförmigen Berührungsstelle des Polstifts 3 bzw. des Polnapfs 3' mit der Metallschicht 6, auf. Die Zündbrücke 5' schmilzt und liefert die Energie für die Zündung eines an der Metallschicht 6 anliegenden Initialsprengstoffs.
Der erfindungsgemässe Polkörper weist die gleichen Vorteile wie die eines mittels Laser hergestellten Polkörpers auf, ohne dass jedoch eine aufwendige Laseranlage zu dessen Herstellung notwendig ist. Durch die Verschmelzung des zu einer Nadel ausgezogenen Polstifts mit dem Isolator wird eine ausserordentlich grosse mechanische Stabilität des Zünders erzielt.
Der Polkörper lässt sich sehr wirtschaftlich unter Verwendung von Glas als Isolator herstellen, ohne dass Luftblasen in den Isolator eingeschlossen werden.
Der erfindungsgemässe Polkörper findet Verwendung in elektrischen Zündvorrichtungen zur Initialzündung von Projektilen, Munitionskörpern und Hohlladungen mit Zündzeiten im Mikrosekundenbereich.
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3 Blatt Zeichnungen
Claims (13)
1. Polkörper für eine elektrische Zündvorrichtung mit zwei durch einen homogenen Isolator voneinander getrennten metallischen Polen, welche stirnseitig mit einem Zündsatz in Berührung stehenden Metallschicht durch eine Zündbrücke leitend verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Zündbrücke (5') durch eine punktförmige Fläche auf der Metallschicht (6) gebildet ist, wobei ein nadeiförmiger, metallischer Zündstift (5) auf der Metallschicht (6) aufliegt und innerhalb eines blasenfreien Isolators (4) angeordnet ist. (Fig. 1 und 2)
2. Polkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Zündstift (5) mindestens im Bereich seiner Auflagefläche eine verjüngte Verlängerung des Polstifts (3) darstellt. (Fig. 1)
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PATENTANSPRÜCHE
3. Polkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Zündstift (5) in einem Isolator (4) eingeschmolzen ist. (Fig. 1 und 2)
4. Polkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Polnapf (3') als Buchse ausgebildet ist. (Fig. 2)
5. Polkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallschicht (6) der Zündbrücke (5') eine Schichtdicke von 1 • 10"9bis2 • 10"7 m aufweist.
6. Polkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zündbrücke (5') einen elektrischen Widerstand von 0,1 bis 500 Ohm aufweist.
7. Polkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sein Durchmesser 1,5 bis 20 mm beträgt.
8. Polkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zündbrücke (5') einen Durchmesser kleiner als 0,8 mm aufweist.
9. Verfahren zur Herstellung eines Polkörpers nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Polstift (3) oder der Polnapf (3 ' ) im Innern eines von einem Metallrohr (7) umgebenen Glasrohrs (8) verschmolzen wird. (Fig. 4)
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass während des Schmelzvorgangs ein hitzebeständiger Führungskörper (9) auf den Polstift (3) im Innern des Glasrohrs (8) aufgesetzt wird. (Fig. 4)
11. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Führungskörper (9) aus Graphit aufgesetzt wird.
12. Verfahren nach den Ansprüchen 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Einschmelzen des Polstifts (3) unter Schutzgas erfolgt.
13. Verwendung des Polkörpers (1) nach den Ansprüchen 1 bis 8 in elektrischen Zündvorrichtungen zur Initialzündung von Munitionskörpern, Projektilen, Raketen, Sprengkörpern und Hohlladungen.
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1985
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