CH663200A5 - Verfahren zum erzeugen oder bearbeiten und aufwickeln von faeden. - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen oder Bearbeiten und Aufwickeln von Fäden an einer mehrstelligen Textilmaschine nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Mehrstellige Textilmaschinen zum Erzeugen oder Bearbeiten von Fäden, insbesondere auch Texturiermaschinen, weisen eine Vielzahl von Aufwickeleinrichtungen auf, welche im wesentlichen längs der Maschinenfront in etagenweise übereinanderliegenden Reihen angeordnet sind.
Die Fäden werden senkrecht von oben oder senkrecht von unten kommend im wesentlichen an der Maschinenfront und auf die einzelnen Aufwickeleinrichtungen verteilt. Wenn es nicht möglich oder zweckmässig ist, den Lauf der Fäden während des Spulenwechsels zu unterbrechen, ist es erforderlich, die Fäden während des Spulenwechsels aus den den Aufwickeleinrichtungen zugeordneten Changiereinrichtun-gen herauszunehmen und auf irgendeine Weise dem Abfall zuzuführen. Bekannt ist, die Fäden während des Spulenwechsels durch Saugeinrichtungen abzuziehen, die in einen Abfallbehälter münden (vergleiche z.B. DE-OS 2 935 366 = Bag. 1153). Bekannt ist ferner, die Maschine mit Abfallspuleinrichtungen auszurüsten, welche jeweils einer Aufwickeleinrichtung zugeordnet sind.
Bei dem Betrieb derartiger Textilmaschinen ist es allgemein üblich, die abgenommenen Aufwickelspulen einer Qualitätskontrolle zuzuführen, bei der die Qualitätsmerkmale zumindest stichprobenweise erfasst werden. Als Qualitätskontrolle z.B. texturierter Fäden, kommt z.B. die Bestimmung der Feinheit des Fadens, der Kräuselung, der Dehnung oder der Festigkeit in Betracht. Bei diesem Arbeitsverfahren der Qualitätskontrolle ist es jedoch nachteilig, dass die Aufwickelspulen für die erforderlichen Untersuchungen aus dem Materialfluss herausgenommen werden müssen und 5 dieser gestört wird oder sogar gestoppt werden muss.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Arbeitsverfahren für den Spulenwechsel in einer Fadenerzeugungs- oder Fadenbearbeitungsmaschine anzugeben, bei dem die Qualitätskontrolle der Fäden im zuvor definierten Sinn eingeschlossen ist, xo wobei einerseits der Materialfluss der von den Spulenspindeln abgenommenen Aufwickelspulen nicht unterbrochen wird und wobei andererseits der zum Abnehmen der vollen Aufwickelspulen bestimmte Spulenabnahmewagen schnell wieder verfügbar ist. Die Aufgabe wird für ein Verfahren 15 nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs angegebenen Merkmale gelöst. Mit der erfindungsgemässen Lösung wird ein neuer Weg beschritten.
Es wird unter Produktionsbedingungen der Fadenerzeu-20 gungs- oder Fadenbearbeitungsmaschine, das heisst im wesentlichen mit derselben Aufwickelgeschwindigkeit und unter gleichzeitiger Changierung des Fadens während des Spulenwechsels eine Abfallspule gebildet, an der die Untersuchungen der Qualitätskontrolle ausgeführt werden. Die Ab-25 fallspule wird dabei auf einer längs der Textilmaschine verfahrbaren Hilfseinrichtung gebildet.
Der besondere Vorteil des Verfahrens nach der Erfindung liegt darin, dass hier die vollen Spulen gleich bei Abnahme von der Textilmaschine versandfertig gemacht wer-30 den können, ohne dass es noch einmal erforderlich ist, von jeder Spule oder stichprobenweise eine Fadenprobe zu entnehmen. Je nach Umfang der Qualitätskontrolle ist eine Handhabung der schweren Aufwickelspulen für diese Untersuchungen nicht erforderlich, wodurch insbesondere die 35 empfindlichen äusseren Fadenlagen weniger gefährdet sind. Als Fadenprobe dienen nach der Erfindung die auf die Abfallspule aufgewickelten Fäden, z.B. der horizontalen Reihe von Aufwickeleinrichtungen eines Feldes, wobei vorgesehen wird, dass die gemessenen Qualitätsdaten der auf der Abfall-40 spule aufgewickelten Fäden einer bestimmten Fadenlänge zugeordnet werden, so dass auch die Zuordnung der Qualitätsdaten zu bestimmten, zuvor markierten Spulen eindeutig möglich ist.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich 45 aus den Patentansprüchen 2 bis 5. Ein Ausführungsbeispiel ist an Hand der Zeichnung dargestellt.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine Hilfsvorrichtung mit Abfallspuleinrichtungen 50 gemäss der Erfindung;
Fig. 2a die Teilansicht einer Fadenbearbeitungsmaschine mit Aufspuleinrichtungen in mehreren Etagen;
Fig. 2b bis 2d aufeinanderfolgende Arbeitsstellungen einer Abfallspuleinrichtung beim Spulenwechsel. 55 Von der Textilmaschine ist in Fig. 1 lediglich eine Säule von Aufspuleinrichtungen gezeigt. Die Aufspuleinrichtungen sind in Aufwickeletagen 1, 2, 3 in einer Säule übereinander angeordnet. Die Darstellung zeigt den Blick auf die Maschi-nenlängsfront. Nicht dargestellt ist, dass eine Vielzahl gleich-60 artiger Aufwickeleinrichtungen säulenweise und etagenweise im wesentlichen entlang der Maschinenlängsfront verteilt sind. Jede einzelne Aufwickeleinrichtung besteht aus einem nicht dargestellten U-förmigen Spulenhalter, in welchem die . Hülse der Aufwickelspule 4 eingespannt ist. Die Aufwickel-65 spule 4 liegt auf der Treibwalze 5 auf. Die Treibwalze ist mit konstanter Drehzahl angetrieben. Nicht dargestellt ist die zu jeder Aufwickeleinrichtung gehörende Changiereinrichtung, welche der Aufwickelspule im Fadenlauf vorgeordnet ist.
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Die Fäden 6, 7, 8, welche den in einer Säule in Etagen 1,2,3 übereinanderliegenden Aufwickeleinrichtungen zugeführt werden, kommen im dargestellten Fall in horizontaler Richtung nebeneinander über die Ölwalzen 13, die durch eine Präparationsflüssigkeit im Trog 14 auf ihrem Umfang stän- 5 dig gefeuchtet werden, angelaufen, werden durch Umlenkfadenführer 12 im wesentlichen senkrecht nach oben umgelenkt und sodann einzeln auf die Leitstangen 11, 10, 9 verteilt. Die ihren jeweiligen Aufwickeleinrichtungen zulaufenden Fäden 6, 7, 8 bilden je ein Changierdreieck zwischen io dem Umlenkfadenführer 12 bzw. Fadenführungsnuten in einer der Leitstangen 11 und 10 und der jeweiligen Aufwickelspule. Zweck der Leitstangen 9, 10, 11 ist einerseits, die Fäden an der Maschinenfront in drei getrennten, senkrechten Ebenen so zu führen, dass die Fäden nicht miteinander in 15 Berührung kommen, und andererseits die Fäden vor ihrer jeweiligen Aufwickelspule aus der senkrechten Ebene in eine geneigte oder horizontale Changierebene umzulenken.
Es sei erwähnt, dass zum Spulenwechsel der Fadenlauf nach Möglichkeit erhalten bleiben soll, da hiervon die Ge- 20 schwindigkeit des Spulenwechsels, die Produktion von Abfall während des Spulenwechsels und der Verlust an Betriebszeit durch den Spulenwechsel abhängt. Insbesondere soll vermieden werden, dass die Fäden von den Ölwalzen 13 und von dem Umlenkfadenführer 12 abgenommen werden 25 müssen.
Die dem Spulen Wechsel dienende Hilfsvorrichtung 16 ist ein Wagen, der auf Rädern 17 längs der Maschinenfront von einer Säule von Aufwickeleinrichtungen zur nächsten verfahrbar ist. Die Hilfsvorrichtung weist erfindungsgemäss we- 30 nigstens die Abfallspuleinrichtungen auf. Die Abfallspulen
18 sind frei drehbar gelagert. Sie werden durch Treibwalzen
19 angetrieben. Die Treibwalzen 19 sind durch Motoren 20 und Steuereinrichtungen 21 mit konstanter Umfangsgeschwindigkeit angetrieben. Die Geschwindigkeit der Treib- 35 walze 19 ist derart eingestellt, dass ihre Umfangsgeschwindigkeit im wesentlichen der Fadenlaufgeschwindigkeit entspricht. Nicht dargestellt ist, dass die Treibwalze 19 und die Abfallspule 18 eine Relativbewegung zueinander ausführen können, um dem wachsenden Durchmesser der Abfallspule 40 Rechnung zu tragen.
Statt des Treibwalzenantriebs kommt auch der Antrieb durch Schlupfmotor oder Schlupfkupplung in Betracht.
Nicht dargestellt sind ferner Fadengreifeinrichtungen.
Dabei kann es sich um an sich bekannte, programmierbare 45 Handhabungsgeräte (Roboter) handeln, die auf der Hilfsvorrichtung 16 installiert und jeweils einer oder sämtlichen Aufwickeletagen zugeordnet sind. Diese Handhabungsgeräte sind im allgemeinen weggesteuert und stellungsgeregelt. Die anzufahrenden Endpositionen, die Fahrgeschwindigkeiten 50 und die einzelnen, durchzuführenden Bewegungen zum Fadengreifen und Fadenumlegen können frei programmiert werden. Der Bewegungsablauf und die Positionierung lässt sich weiterhin durch Fühler steuern, überwachen oder regeln. 55
Die Fadengreifeinrichtungen können jedoch auch mit der Hilfsvorrichtung 16 verbundene Einzelteile mit Einzelantrieben und fest vorgegebenen Bewegungsabläufen sein. In beiden Ausführungen werden die Fadengreifeinrichtungen vorzugsweise jeweils einer Aufwickeletage 1, 2, 3 zugeordnet 60 sein.
Sie sind so angeordnet und so beweglich, dass sie die Fäden 6, 7, 8 in ihrem jeweiligen Changierdreieck hintergreifen, aus ihrer jeweiligen (nicht dargestellten) Changiereinrichtung herausheben, in die jeweils einer Abfallspule zugeordneten 65 Changiereinrichtungen 24 der Hilfsvorrichtung einlegen und in der dargestellten seitlichen Bahn führen, in der die Fäden das Auswechseln einer vollen Spule 4 gegen eine Leerhülse nicht behindern. Dabei ist die Bewegungsbahn der nicht dargestellten Fadengreifeinrichtung so, dass der Faden beim Anlegen an die Changiereinrichtung 24 auch in Kontakt mit den Flanschen der Abfallspule 18 gelangt. Die Flansche sind mit Fangkerben versehen. Die Fäden werden von den Fangkerben ergriffen und durch die Drehung der Abfailspulen derart angespannt, dass sie zwischen der Fangkerbe und der jeweiligen Aufwickelspule 4 abreissen. Jeder der nun seitlich von ihren Aufwickelspulen 4 geführten Fäden wird auf je eine Abfallspule 18 aufgewickelt, Nunmehr können die Auf-wickelspulen 4 aus ihren (nicht dargestellten) Spulenhaltern herausgenommen werden. Sodann setzt man neue Leerhülsen in die Spulenhalter und bringt die Leerhülsen wieder in Umfangskontakt mit den ständig in Betrieb befindlichen Treibwalzen 5. Jetzt treten wiederum Fadengreifeinrichtungen in Aktion, welche die den Abfallspulen zulaufenden Fäden hintergreifen und wieder an die zugeordnete rotierende Leerhülse anlegen. Dabei werden die Fäden aus der Changiereinrichtung 24 der Abfallspulen ausgehoben, und von der Changiereinrichtung vor der Aufwickeleinrichtung gefangen.
Zum Spulenwechsel wird sodann die Hilfsvorrichtung zu einer anderen Säule von Aufwickeleinrichtungen gefahren. Die dort während des Spulenwechsels anfallenden Fäden werden ebenfalls auf die Abfallspulen aufgewickelt. Auf diese Weise ist es möglich, auf einer einzigen Abfallspule die Fäden einer Anzahl von Aufwickeleinrichtungen hintereinander aufzuspulen.
Mit der beschriebenen Hilfsvorrichtung ist ein Taktwechsel, aber auch ein wilder Wechsel möglich. Unter Taktwechsel wird verstanden, dass innerhalb einer vorgegebenen Spu-lenwechselzeit sämtliche Aufwickeleinrichtungen der Textilmaschine säulenweise nacheinander bedient werden. Unter wildem Wechsel wird verstanden, dass nur die Aufwickeleinrichtungen mit vollen Spulen oder Fadenbruch bedient werden.
Die Abfallspule kann vorzugsweise als Flanschspule ausgebildet sein. Dabei ist ein Flansch vorzugsweise abnehmbar.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 2a bis 2d ist von einer Textilmaschine der Heizer 22 sowie ein Teil der Aufwickeleinrichtungen dargestellt. Der Heizer wird von den Fäden 6, 7, 8 von oben nach unten durchlaufen. Hinter dem Heizer werden die Fäden (nicht sichtbar) zu den Ölwalzen 13 umgelenkt. Die Ölwalzen laufen in einem nicht dargestellten Trog mit einer geeigneten Avivageflüssigkeit, die durch die Ölwalzen 13 auf die Fäden aufgebracht wird. Sodann werden die Fäden an der Umlenkstange in senkrechte Richtung umgelenkt, so dass die Fäden 6, 7, 8 jeweils einer Säule von übereinander angeordneten Aufwickelspulen 4 zulaufen. Die Aufwickelspulen 4 sind jeweils durch eine Treibwalze 5 mit konstanter Umfangsgeschwindigkeit angetrieben. Jeder Treibwalze 5 bzw. Spule 4 ist eine Leitstange 9 bzw. 10 bzw. 11 vorgeordnet.
Die Funktion der Hilfsvorrichtung 16 wird anhand der Fig. 2b bis 2d erläutert. Die Hilfsvorrichtung selbst als Gestell ist der Übersichtlichkeit wegen nicht dargestellt. Es handelt sich um einen selbständig verfahrbaren, kleinen Wagen, der längs der Maschinenfront verfahrbar ist. Auf der Hilfsvorrichtung 16 ist die Abfallspule 18 drehbar gelagert. Sie wird durch die Treibwalze 19 mit konstanter Ümfangsge-schwindigkeit angetrieben. Die Umfangsgeschwindigkeit entspricht der Umfangsgeschwindigkeit der Treibwalzen 5 der Textilmaschine. Die Treibwalze 19 ist mit Fadenführungsnuten versehen und dient daher gleichzeitig als Changiereinrichtung 24.
Die Hilfsvorrichtung 16 weist zwei Fadenführer 25, 26 auf. Diese Fadenführer sind senkrecht übereinander ange-
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ordnet. Beim Ausserbetriebsetzen der linken Säule von Aufwickeleinrichtungen werden die dort laufenden Fäden 6, 7, 8 gemeinsam durch eine geeignete maschinelle Greifeinrich-rung oder von Hand gegriffen und durch die Fadenführer 25 und 26 geführt und an die Treibwalze 19 und Abfallspule 18 angelegt. Sodann wird die Abfallspuleinrichtung aus der Position A, die der linken Säule von Aufwickeleinrichtungen im wesentlichen gegenüberliegt, in die Position B längs des Maschinengestells 15 so weit verschoben, dass die linke Säule von Aufwickeleinrichtungen frei liegt. Die Fadenführer 25 und 26 machen diese Horizontalbewegung mit. Nunmehr können die Spulenhalter 28 entspannt und die Spulen 4 der linken Säule von Aufwickeleinrichtungen entnommen und neue Leerhülsen 27 in die Spulenhalter 28 eingespannt und sodann die Leerhülsen wieder in Kontakt mit den Treibwalzen gebracht werden. Hierzu können insbesondere Spulen-trageinrichtungen verwandt werden, die ähnlich in der DE-OS 3 227 978 beschrieben sind. Diese Spulentrageinrichtun-gen sind senkrecht zur Maschinenfront verfahrbar und jeweils einer Aufwickeletage zugeordnet. Ihre horizontalen Führungen sind um eine senkrechte Achse um 90° verschwenkbar. Die senkrechte Achse ist - von der Textilmaschine aus gesehen - hinter der Hilfsvorrichtung 16 angeordnet, so dass die Spulentrageinrichtung seitlich von der Abfallspule 18 beweglich und - von der Textilmaschine aus gesehen - hinter der Abfallspule positionierbar ist. Mit dieser Spulentrageinrichtung können die Spulen 4 entnommen und aus dem Bedienungsbereich der betroffenen Säule von Aufwickeleinrichtungen gebracht werden.
Mittlerweile wurde, wie in Fig. 2c dargestellt, die Abfallspule 18 mit der Treibwalze 19 und dem oberen Fadenführer
26 in senkrechter Richtung nach oben verfahren und in die in Fig. 2c und Fig. 2d dargestellte obere Position C verbracht. In Fig. 2d ist fernerhin dargestellt, dass Leerhülsen
27 in die Spulenhalter 28 der linken Säule von Aufspuleinrichtungen eingelegt und in Kontakt mit den Treibwalzen 5 gebracht worden sind.
Nun wird die Abfallspule 18 mit ihrer Treibwalze 19 in horizontaler Richtung in die Position D verfahren, welche gegenüber der linken Säule von Aufwickeleinrichtungen liegt. Diese Horizontalbewegung haben die Fadenführer 25 und 26 mitgemacht. Die Fäden werden sodann aus dem Fadenführer 25 entlassen, z.B. dadurch, dass der Fadenführer 25 - wie in Fig. 2d dargestellt - um 180° verschwenkt wird, so dass die Fäden aus ihm herausrutschen. Nunmehr laufen die Fäden wiederum einzeln über die Umlenkstange 12 dem Fadenführer 26 zu. Sie können von Hand oder durch geeignete maschinelle Greifeinrichtungen an die Hülsen 27 angelegt werden, so dass der Aufspulvorgang neu beginnt. Anschliessend werden die Abfallspuleinrichtung und der Fadenführer 26 sowie der Fadenführer 25 in den in Fig. 2b dargestellten Ausgangszustand verbracht. Daraufhin wird die Hilfsvorrichtung 16 um eine Teilung, d.h. vor die nächste Säule von Aufspuleinrichtungen, verfahren und der gesamte Bewegungszyklus beginnt von neuem.
Diese Ausgestaltung der Erfindung bringt einige Vorteile mit sich. Zum einen wird die Bildung einer Abfallspule während des Spulenwechsels konstruktiv weiter vereinfacht, da für eine Säule von Aufwickeleinrichtungen lediglich eine Abfallspuleinrichtung erforderlich ist.
Zum anderen wird ein geeigneter Bewegungsablauf geschaffen, der es ermöglicht, den Spulenwechsel ohne Behinderung durch die Abfallspulvorrichtung durchzuführen. Dabei wird gleichzeitig auch die Möglichkeit geschaffen, die Hilfsvorrichtung mit geeigneten Doff-Einrichtungen zu versehen, durch welche die vollen Spulen 4 abgenommen und/ oder Leerhülsen 27 in die Spulenhalter 28 eingelegt werden.
Da die Abfallspule (18) gleichzeitig zur Qualitätskontrolle benutzt werden soll, erfolgt hier die Qualitätskontrolle jeweils für drei Fäden gleichzeitig, was die Fehlersuche zwar auf - im Beispiel - drei Bearbeitungsstellen ausdehnt, durch den geringeren maschinentechnischen Aufwand jedoch wirtschaftlich gerechtfertigt sein kann.
Es sei erwähnt, dass die Hilfsvorrichtung mit Abfallspulen auch dann nutzbringend anwendbar ist, wenn der Fadenwechselvorgang an sich von Hand durchgeführt wird. Es ist also nicht erfindungswesentlich, dass die Hilfsvorrichtung mit automatischen Fadengreifeinrichtungen verbunden ist. Auf der anderen Seite bietet jedoch die erfindungsgemässe Hilfsvorrichtung auch Möglichkeiten einer weitergehenden Automatisierung. So können insbesondere Spulentragein-richtungen vorgesehen werden, wie sie in der DE-OS 3 227 978 (IP-1260) beschrieben sind. Diese bekannten Spu-lentrageinrichtungen werden von Hand betrieben und dienen im wesentlichen der Arbeitserleichterung beim Ausheben der vollen, schweren Spulen aus der Textilmaschine. Denkbar ist jedoch auch, dass entweder die Hilfsvorrichtung mit Einrichtungen zum vollautomatischen, selbsttätigen Abnehmen der vollen Spulen und Einlegen der Leerhülsen ausgerüstet wird. Ebenso ist es möglich, einen separaten Doffer vorzusehen, welcher einige oder alle für den Spulenwechsel notwendigen Funktionen selbsttätig ausführt. Der Vorteil der Erfindung liegt in allen diesen Fällen darin, dass die nicht in die Maschinen integrierten, sondern für eine Vielzahl von Aufwik-kelstellen nur einmal vorhandenen Abfallspulen keinen Platz in der Maschine belegen und den Spulenwechsel nicht behindern.
Zu erwähnen ist, dass die Abfallspulen auf der Hilfsvorrichtung auch nebeneinander angeordnet werden können. In diesem Falle sind die Abfallspulen im Bereich des Umlenkfadenführers 12 oder etwas höher angeordnet. Die Fäden werden sodann im Bereich der Leitstange 11 gefangen und den Abfallspulen zugeführt.
Ebenso ist es möglich, für eine Säule von Aufwickeleinrichtungen lediglich eine Abfallspule vorzusehen.
Erfindungsgemäss übernimmt nun die Hilfsvorrichtung mit ihren Abfallspuleinrichtungen eine wichtige Funktion bei der Qualitätskontrolle der produzierten oder bearbeiteten Fäden.
Üblicherweise muss die Qualitätskontrolle dadurch erfolgen, dass den produzierten Spulen in ihrer Gesamtheit oder nur stichprobenweise eine Probe entnommen wird. Diese Probe muss sodann von Hand aufgewickelt und ins Labor gebracht werden. Erst nach der durchgeführten Qualitätskontrolle können die Spulen weiter verarbeitet oder versandfertig gemacht werden. Da erfindungsgemäss und bevorzugt vorgesehen ist, dass die Abfallspulen im wesentlichen unter Produktionsbedingungen hergestellt werden, so dass die aufgespulten Fäden in ihrer Qualität im wesentlichen den produzierten Fäden entsprechen, wird in weiterer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass die Abfallspulen der Qualitätskontrolle vorgelegt werden. Dadurch lässt sich die Zeit der Qualitätskontrolle sehr wesentlich vermindern. Ausserdem ist es möglich, die produzierten Spulen ohne Unterbrechung des Materialflusses bereits der Verpackung zuzuleiten.
Während der Qualitätskontrolle werden die gemessenen Qualitätsdaten bestimmten Fädenlängen zugeordnet, so dass auch die Zuordnung zu bestimmten Aufwickeleinrichtungen und daraus produzierten Spulen möglich bleibt.
Sofern - wie bevorzugt vorgesehen - auf einer Abfallspule mehrere Fäden nacheinander aufgespult werden, werden die Fäden zur Qualitätskontrolle nacheinander wieder abgespult und dabei die Qualitätsmessung möglichst in kontinuierlich am laufenden Faden arbeitenden Messeinrichtungen vorgenommen und die dabei ermittelten Daten mit den
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gleichzeitig gemessenen Fadenlängen ausgegeben. Über die Fadenlänge können die Messdaten den zuvor markierten
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Spulen zugeordnet werden, so dass nachträglich eine Qualitätssortierung der Spulen möglich wird.
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3 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Verfahren zum Erzeugen oder Bearbeiten und Aufwik-keln von Fäden an einer mehrstelligen Textilmaschine, bei dem betroffene Fäden während des Wechsels einer vollen Aufwickelspule gegen eine Leerhülse mit der Betriebsgeschwindigkeit der Aufwickeleinrichtung auf eine Abfallspule aufgewickelt werden und bei dem erzeugte oder bearbeitete Fäden einer Qualitätskontrolle zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, dass eine Hilfsvorrichtung (16), die längs der Maschinenfront verfahrbar ist, zumindest eine Abfallspuleinrichtung trägt, auf der während eines Spulenwechsels der Faden (6, 7, 8) einer Aufwickelvorrichtung unter Produktionsbedingungen der Textilmaschine hin- und herverlegt und zu einer Abfallspule (18) aufgewickelt wird, wobei die gebildete Abfallspule (18) sodann der Qualitätskontrolle vorgelegt wird, und die gemessenen Qualitätsdaten der aufgewickelten Fadenlänge den zugehörigen Bearbeitungsstellen der Textilmaschine zugeordnet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man während mehrerer aufeinanderfolgender Spulenwechsel an vorbestimmten Aufwickelstellen die jeweils betroffenen Fäden (6, 7, 8) auf eine einzige Abfallspule (18) aufwickelt und sodann die Abfallspule (18) der Qualitätskontrolle vorlegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man die Abfallspule (18) zum Spulenwechsel mehrerer vorbestimmter Aufwickelstellen von Aufwickelstelle zu Aufwickelstelle verfährt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man die Abfallspulen (18) zum Spulenwechsel mehrerer vorbestimmter Aufwickelstellen horizontal in einer Reihe von Aufwickelstellen der Reihe nach verfährt.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man die Fäden (6, 7, 8) von einer Säule übereinanderliegender Aufwickelseinrichtungen als Schar auf eine einzige Abfallspule (18) aufwickelt.
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