CH664830A5 - Elektrische waage. - Google Patents
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Description
BESCHREIBUNG
Die Erfindung bezieht sich auf eine elektrische Waage mit einem Messwertaufnehmer, einer digitalen Signalverarbeitungseinheit und einer digitalen Anzeige für die Wägeergebnisse.
Waagen dieser Art sind allgemein bekannt. Zur Anpassung an verschiedene Genauigkeitsanforderungen der Benutzer ist es z.B. bekannt, Waagen mit zwei Wägebereichen auszustatten. Die beiden Wägebereiche unterscheiden sich in der Höchstlast und in der kleinsten aufgelösten Gewichtseinheit beispielsweise jeweils um den Faktor 10. Weiter sind Waagen bekannt, bei denen durch Verändern der Integrationszeit die kleinste aufgelöste Gewichtseinheit um eine Stelle verändert werden kann.
Diese bekannten Anpassungsmöglichkeiten sind zum einen sehr grob und beschränkt, und zum anderen - bei Zweibereichswaagen - mit der Höchstlast gekoppelt. Meist erfordern sie auch ein manuelles Umschalten. Daher werden viele Wägungen mit einer gar nicht benötigten zu hohen Genauigkeit durchgeführt, wodurch sich die Wägezeit unnötig verlängert.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, eine Waage der oben angegebenen Art so weiterzubilden, dass sie sich besser an verschiedene Genauigkeitsanforderungen anpassen lässt.
Erfingungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass Einstellmittel vorhanden sind, mit denen die relative Genauigkeit, mit der das Wägeergebnis ermittelt werden soll, vom Benutzer vorgegeben werden kann.
Der Benutzer der Waage stellt also einmal die gewünschte relative Wägegenauigkeit ein und die Waage passt sich dann automatisch an. Diese Anpassung kann z.B. bei der Zahl der angezeigten Stellen, bei der Schrittweite in der jeweils letzten Stelle, bei der Auswahl der Integrationszeit, bei der Filterung der Messwerte in der digitalen Signalverarbeitungseinheit, bei der Häufigkeit der Messwertübernahme in der Anzeige und/oder im Zeitpunkt der Ausgabe des Stillstandssignals bzw. des Messwertfreigabesignals erfolgen.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Die Erfindung wird im folgenden am Beispiel einer Waage mit einem Messwertaufnehmer nach dem Prinzip der elektromagnetischen Kraftkompensation beschrieben. Dabei zeigt:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht der Waage,
Fig. 2 einen Schnitt durch den Messwertaufnehmer und ein Blockschaltbild der Elektronik und
Fig. 3 das Anzeige- und Bedienungsfeld der Waage in einer zweiten Ausführungsform.
Die elektrische Waage in Fig. 1 besteht aus einem Gehäuse 28, einer Waagschale 3 zur Aufnahme des Wägegutes und einer Anzeige 19 für das Wägeergebnis. Zum Tarieren der Waage ist eine Tarataste 20 vorgesehen. Weiter ist ein Schiebeschalter 21 mit einer bezifferten Skala 22 zu erkennen, an dem durch Verschieben des Knebels 30 die relative Genauigkeit, mit der das Wägeergebnis ermittelt werden soll, vorgegeben werden kann.
Die Funktionsweise dieser elektrischen Waage ergibt sich aus Fig. 2. Dort ist ein Stützteil 1 zu erkennen, das am nicht gezeichneten Gehäuse befestigt ist. An diesem Stützteil 1 ist über zwei Lenker 4 und 5 mit den Gelenkstellen 6 ein Lastaufnehmer 2 in senkrechter Richtung beweglich befestigt. Der Lastaufnehmer 2 trägt in seinem oberen Teil die Lastschale 3 zur Aufnahme des Wägegutes und überträgt die der Masse des Wägegutes entsprechende Kraft über ein Koppelelement 9 mit den Dünnstellen 12 und 13 auf den kürzeren Hebelarm des Übersetzungshebels 7. Der Übersetzungshebel 7 ist durch ein Kreuzfedergelenk 8 am Stützteil 1 gelagert. Am längeren Hebelarm des Übersetzungshebels 7 greift die Kompensationskraft an, die durch eine strom-durchflossene Spule 11 im Luftspalt eines Permanentmagnetsystems 10 erzeugt wird. Die Grösse des Kompensationsstromes wird in bekannter Weise durch den Lagensensor 16 und den Regelverstärker 14 so geregelt, dass Gleichgewicht zwischen dem Gewicht des Wägegutes und der elektromagnetischen Kompensationskraft herrscht. Der Kompensationsstrom erzeugt am Messwiderstand 15 eine Messspannung, die einem Analog/Digital-Wandler 17 zugeführt wird. Das digitalisierte Ergebnis wird von einer digitalen Signalverarbeitungseinheit 18, beispielsweise einem Mikroprozessor, übernommen und in der Anzeige 19 digital angezeigt. Weiter ist die Tarataste 20 zu erkennen und der Schiebeschalter 21 zur Vorgabe der gewünschten relativen Genauigkeit des Wägeergebnisses. Die Tarataste 20 und der Schiebeschalter 21 sind direkt an die digitale Signalverarbeitungsein-heit 18 angeschlossen, wo die vom Analog/Digital-Wandler 17 kommenden digitalen Wägedaten entsprechend verarbeitet werden.
Ist beispielsweise mittels des Schiebeschalters 21 eine hohe relative Genauigkeit vorgegeben, so wählt die digitale Signalverarbeitungseinheit 18 einen Filteralgorithmus aus, der eine grosse Störunterdrückung gewährleistet (und daher entspre2
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Ist für einen anderen Anwendungsfall beispielsweise eine geringe Genauigkeit von 10-2 eingestellt, so wählt die digitale Signalverarbeitungseinheit 18 einen sehr viel schnelleren Filteralgorithmus aus, gibt häufiger einen neuen Messwert in die Anzeige 19 und verringert die Zahl der angezeigten Stellen. Bei der Überprüfung auf Stillstand kann schon bei einer entsprechend grösseren Abweichung zwischen aufeinanderfolgenden Messwerten das Stillstandssignal und das Messwertfreigabesignal ausgegeben werden, so dass diese (ungenauere) Wägung nur eine sehr viel kürzere Zeit benötigt.
Die Vorgabe der relativen Genauigkeit ist für die meisten Wägeaufgaben sinnvoller als die Vorgabe der absoluten Genauigkeit. Soll z.B. eine Mischung nach einem vorgegebenen Mischungsverhältnis hergestellt werden, so reicht es, wenn die schweren Komponenten mit derselben relativen Genauigkeit ermittelt werden wie die leichten Komponenten. Soll z.B. auf einer Waage mit 1 kg Höchstlast und 1 mg Auflösung eine Mischung hergestellt werden, für die eine maximale Abweichung vom Soll-Mischungsverhältnis von 10-3 erlaubt ist, wobei die schwerste Komponente 500 g betragen möge und die leichteste Komponente 1 g, so muss bei Vorgabe einer absoluten Wägegenauigkeit sich diese nach der leichtesten Komponente von 1 g richten und also 1 mg betragen; alle Komponenten müssen dann auf 1 mg genau bestimmt werden, was entsprechend lange dauert. Bei Vor664830
gäbe der relativen Genauigkeit von 10~3 ermittelt die Waage aber nur diese leichteste Komponente auf 1 mg genau, während z.B. die schwerste Komponente mit ihren 500 g nur auf 0,5 g genau ermittelt wird, was zu wesentlich kürzeren Wägezeiten führt.
Wird im Beispiel der Herstellung einer Mischung nach der Einwaage einer schweren Komponente tariert, um anschliessend eine weitere, eventuell leichtere Komponente einzuwiegen, so muss der Tariergang natürlich wieder auf die volle Stellenzahl der Waage genau durchgeführt werden, um anschliessend auch eine leichte Komponente mit der erforderlichen relativen Genauigkeit bestimmen zu können. Dies führt jedoch praktisch zu keiner Zeitverzögerung, da nach dem Ende der ersten Einwaage der Wechsel zur zweiten Komponente sowieso eine gewisse Zeit benötigt.
Eine andere Ausführungsform des Anzeige- und Bedienungsfeldes ist in Fig. 3 dargestellt. Dort sind zur Vorgabe der gewünschten relativen Genauigkeit Tasten 24 und 25 vorgesehen, mit denen die gewünschte relative Genauigkeit verkleinert bzw. vergrössert werden kann. Die gerade eingestellte relative Genauigkeit ist durch das Aufleuchten einer der Leuchtdioden 26 optisch sichtbar gemacht. Durch Drücken der Taste 25 wird der eingestellte Wert jeweils um eine Stelle nach rechts verschoben und der Leuchtpunkt wandert um eine Stelle nach rechts ; durch Drücken der Taste 24 erfolgt der Vorgang in der anderen Richtung. Weiter ist in Fig. 3 - ebenso wie in den Fig. 1 und 2 - eine Signallampe 27 erkennbar, die aufleuchtet, falls die sich aus der vorgegebenen relativen Genauigkeit und der kleinsten auflösbaren Gewichtseinheit der Waage ergebende Mindestlast unterschritten wird. Bei der Anzeige Null der Waage wird dies Signal zweckmässigerweise untgerdrückt, da es hier keine Bedeutung hat.
In einer weiteren, nicht gezeichneten Ausführungsform ist vorgesehen, dass ein Tastenfeld - wie es beispielsweise in der DE-OS 29 22 875 beschrieben ist - zur Vorgabe der relativen Genauigkeit vorhanden ist. In diesem Fall wird zweckmässigerweise die vorgeggebene relative Genauigkeit durch Leuchtdioden wie in Fig. 3 angezeigt.
Selbstverständlich ist es auch möglich, dass über eine der Datenleitungen 23 (in Fig. 2) von einem übergeordneten EDV-System die relative Genauigkeit vorgegeben wird. In diesem Fall wird ebenfalls die vorgegebene relative Genauigkeit zweckmässigerweise durch Leuchtdioden wie in Fig. 3 der Bedienungsperson angezeigt.
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2 Blatt Zeichnungen
Claims (9)
1. Elektrische Waage mit einem Messwertaufnehmer, einer digitalen Signalverarbeitungseinheit und einer digitalen Anzeige für die Wägeergebnisse, dadurch gekennzeichnet, dass Einstellmittel (21,24,25) vorhanden sind, mit denen die relative Genauigkeit, mit der das Wägeergebnis ermittelt werden soll, vom Benutzer vorgegeben werden kann.
2. Elektrische Waage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Anzeigemittel (21,22,26) vorhanden sind, die die vom Benutzer vorgegebene relative Genauigkeit optisch sichtbar machen.
3. Elektrische Waage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass Leuchtdioden (26) als Anzeigemittel vorhanden sind.
4. Elektrische Waage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schiebeschalter (21) als Einstell-und Anzeigemittel vorhanden ist.
5. Elektrische Waage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als Einstellmittel zwei Tasten (24, 25) vorhanden sind, mit denen die vorgegebene relative Genauigkeit vergrössert bzw. verkleinert werden kann.
6. Elektrische Waage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Tastenfeld zur Vorgabe der relativen Genauigkeit vorhanden ist.
7. Elektrische Waage nach einem der Anspüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass je nach vorgegebener Genauigkeit verschiedene Filter in der digitalen Signalverarbeitungseinheit (18) benutzt werden.
8. Elektrische Waage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass nach einem Lastwechsel bei Erreichen der vorgegebenen relativen Genauigkeit ein Stillstandssignal bzw. ein Messwertfreigabesignal von der Waage abgegeben wird.
9. Elektrische Waage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Signallampe (27) vorhanden ist, die aufleuchtet, falls die sich aus der vorgegebenen relativen Genauigkeit und der kleinsten auflösbaren Gewichtseinheit ergebende Mindestlast unterschritten wird.
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