BESCHREIBUNG
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Plansichter.
Plansichter enthalten bekanntlich wenigstens einen geneigt angeordneten Siebkasten, der einen Rohguteinlass und einen Materialauslauf aufweist. Angetrieben von einer Antriebsvorrichtung führt der Siebkasten eine kreisende Bewegung aus und das Siebgut wandert dabei vom Einlass zum Auslass des Siebkastens.
Damit der Siebkasten die erforderliche kreisende Bewegung in einer horizontalen Ebene ausführen kann, muss er dementsprechend aufgehängt sein. Zudem muss der Siebkasten durch eine gesonderte Vorrichtung angetrieben werden.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, einen Plansichter anzugeben, bei dem die verhältnismässig komplizierte Aufhängung des Siebkastens und der verhältnismässig komplizierte Antrieb desselben einfacher sind.
Diese Aufgabe wird beim Plansichter der eingangs genannten Art erfindungsgemäss so gelöst, wie dies im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 definiert ist.
Nachstehend werden Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 in einem vertikalen Längsschnitt einen Plansichter, der zwei übereinander angeordnete Siebkästen aufweist,
Fig. 2 eine Frontansicht der angetriebenen Endpartie der Siebkästen nach Fig. 1 und
Fig. 3 in einem vertikalen Schnitt ein Detail des Anschlusses der Siebkästen an die Antriebswelle derselben.
Der vorliegende Plansichter enthält zwei übereinander liegende Siebkästen 1 und 2, die als geschlossene Siebkästen ausgeführt sind und die auch ähnlich ausgebildet sind. Die den beiden Siebkästen 1 und 2 gemeinsamen Teile sind im
Nachstehenden mit denselben Bezugsziffern versehen.
Den Siebkästen 1 und 2 ist eine gemeinsame Antriebsvorrichtung 4 zugeordnet. Diese Antriebsvorrichtung 4 ist so ausgebildet, dass die Siebkästen 1 und 2 gegensinnig gerichtete Schwingbewegungen ausführen können.
Die Einlaufabschnitte der Siebkästen 1 und 2 sind in der Einlaufpartie 15 zusammengefasst. Die Auslaufabschnitte der Siebkästen 1 und 2 sind in der Ausstosspartie 20 des Plansichters zusammengefasst. Die Ausstosspartie 20 ist mit einem Auslaufstutzen 21 für das Grobgut und mit einem Auslaufstutzen 22 für das Feingut versehen. Die Einlaufpartie 15 der Siebkästen 1 und 2 enthält ein Einlaufrohr und am Ausgang aus diesem Einlaufrohr 15 befindet sich eine Klappe 17, mit deren Hilfe die Grösse der Einlauföffnungen 18 im jeweiligen Siebkasten 1 und 2 geändert werden kann. Die genannten Öffnungen 18 können mit Hilfe der Klappe 17 auch vollständig geschlossen werden.
Der Boden 12 des oberen Siebkastens 1 ist im Bereich der Einlaufpartie 15 mit einer aufwärts gerichteten Trennwand 27 versehen, wobei zwischen der oberen Kante dieser Trennwand 27 und der Vorderwand 29 des oberen Siebkastens 1 eine der Einlauföffnungen 18 für den unteren Siebkasten 2 vorhanden ist. Unter dieser Öffnung 18 ist in der Decke 10 des zweiten Siebkastens 2 eine Eintrittsöffnung 30 für das im zweiten Siebkasten 2 zu behandelnde Rohgut ausgeführt.
Im dargestellten Beispiel enthält der Zwischenboden 11 des jeweiligen Siebkastens 1 und 2 je zwei nebeneinander liegende Siebe 32 und 33. Die Art der Siebe und die Grösse der Maschen derselben wird dem jeweiligen Zweck entsprechend gewählt. Die Siebe 32 und 33 sind durch Öffnungen (nicht dargestellt) in den Seitenwänden der Siebkästen 1 und 2 zugänglich und auswechselbar. Das Sieben von Rohgut im jeweiligen Siebkasten verläuft in einer bekannten Weise, so dass der Verlauf des Siebens hier nicht näher beschrieben werden muss.
Der jeweilige Siebkasten 1 bzw. 2 ist mit einem Rahmen 60 versehen, der den Siebkasten umgibt und der etwa in der Schwerpunktebene desselben liegt. Vorne ist der Wandabschnitt 29 des Rahmens 60 mit einem Flansch 61 versehen, durch welchen eine Welle 62 hindurchgeht. Diese Welle 62 dient zum Antrieb der Siebkästen 1 und 2 und sie ist oben und unten mit Hilfe von Lagern 64 und 65 an der Tragkonstruktion 58 des Plansichters drehbar gelagert. Die mittlere Partie der Welle 62 ist mit zwei Exzentern 66 versehen. Diese Exzenter 66 sind auf der Welle 62 so angeordnet, dass sie in der Drehrichtung der Welle 62 um 180 Grad zueinander versetzt sind.
Damit die Welle 62 durch die Flansche 61 der zwei übereinander angeordneten Siebkästen 1 und 2 hindurchgehen kann, ist im horizontalen Schenkel 75 (Fig. 3) des jeweiligen Flansches 61 eine Öffnung 76 ausgeführt, durch welche die Welle hindurchgeht. Auf der Unterseite des horizontalen Schenkels 75 des Flansches 61 ist ein den Exzenter 66 umfassendes Glied 77 mit Hilfe von Schrauben 78 befestigt.
Dieses Fassungsglied 77 enthält einen Rohrstutzen oder Hülse 101 und einen Kragen 102, der sich an das eine Ende des Rohrstutzens 101 anschliesst. Das Fassungsglied 77 ist über seine kragenförmige Partie 102 mit der Unterseite des genannten Flanschschenkels 75 verbunden. Die Innenseite des Rohrstutzens 101 liegt auf der Umfangsfläche des Exzenters 66 gleitend auf.
Das den Exzenter 66 umfassende Glied 77 ist in bezug auf die Öffnung 76 im Flanschschenkel 75 konzentrisch angeordnet. Der Durchmesser der Offnung 76 im Flansch schenkel 75 ist kleiner als der Innendurchmesser des Rohr stutzens 101 des Fassungsgliedes 77 und somit auch des Ex zenters 66. Die Folge davon ist, dass jener Abschnitt 103 der
Umfangspartie der Öffnung 76, der sich im Bereich des
Hohlraumes im Rohrstutzen 1 befindet, eine umlaufende Schulter bildet, die auf der Oberseite des Exzenters 66 aufliegt. Der Exzenter 66 weist einen Grundkörper 104 auf, der mit der Welle 62 fest verbunden ist. Auf der Oberseite dieses Grundkörpers 104 befindet sich ein Gleitglied 105, auf dem die umlaufende Schulter 103 des horizontalen Schenkels 75 aufliegt. Im dargestellten Beispiel ist das Gleitglied 105 als ein Gleitring ausgebildet.
Je nach der Grösse des durch diese Endpartie des Siebkastens 1 bzw. 2 auf den Exzenter 66 ausgeübten Druckes kann das Gleitglied 105 auch als ein Kugellager oder dgl. ausgeführt sein.
Die Welle 62 ist mit Schwunggewichten 72 und 73 versehen, die das Gewicht des jeweiligen Siebkastens 1 bzw. 2 in bezug auf die Welle 62 ausgleichen. Unten ist die Welle 62 mit einer Antriebsscheibe 70 versehen, die über einen Riemen 69 mit dem Antriebsmotor 68 verbunden ist.
Während des Betriebes eines solchen Plansichters werden die Siebkästen 1 und 2 durch die Exzenter 66 in kreisende Schwingbewegung versetzt. Wie bereits gesagt worden ist, sind die Exzentrizitäten der Exzenter 66 um 180 Grad zueinander versetzt. Dies hat zur Folge, die Siebkästen 1 und 2 eine gegensinnig verlaufende Bewegung während des Betriebes des Plansichters ausüben. Dadurch gleichen sich jene Kräfte aus, die die Welle 62 von jedem der Siebkästen auf Biegung beanspruchen. Weil die Flanschschenkel 75 der Siebkästen 1 und 2 auf den Exzentern 66 zugleich auch abgestützt sind, erübrigt sich die bei den Plansichtern bekannte Aufhängung der angetriebenen Endpartien der Siebkästen 1 und 2. Die gegenüberliegende Endpartie der Siebkästen kann entweder über Puffer auf dem Boden abgestützt sein, oder sie kann auf der Decke aufgehängt sein, usw.
Es versteht sich, dass an die Welle 62 auch nur ein einziger Siebkasten 1 oder 2 angeschlossen sein kann. Auch in diesem Fall erübrigt sich eine komplizierte Aufhängung des Siebkastens, beispielsweise mit Hilfe von Kreuzgelenken auf der Decke des Gebäudes oder dgl.
Der andere Siebkasten kann durch einen Stab ersetzt werden, der einerends abgestützt ist und dessen zweite Endpartie mit dem bereits beschriebenen Flansch 61 versehen ist.
Dieser Flansch 61 ist in der beschriebenen Weise an den Exzenter 66 angeschlossen. Wenn man das Gewicht dieses Stabes so wählt, dass es dem Gewicht des an dieselbe Welle angeschlossenen Siebkastens gleicht, dann hebt dieser Stab die Einwirkung des Siebkastens auf die Antriebswelle auf und der Plansichter läuft ausserordentlich ruhig. Mit Vorteil wird der untere Siebkasten durch den genannten Stab ersetzt.