CH670121A5 - - Google Patents
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Description
BESCHREIBUNG
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Auswechseln von Brückenlagern zwischen Pfeilern und Überbau an Brückenbauwerken, indem der Überbau vermittels Hubzylinder relativ zu dem Pfeiler angehoben und das somit zugänglich gemachte Brückenlager ganz oder teilweise erneuert wird und dann das Absenken des Überbaus erfolgt. Unter dem Begriff Brückenlager werden alle Arten von Lagern verstanden, insbes. Gleitlager, Gleit-Kipp-Lager usw.
Es lässt sich nicht vermeiden, dass im Laufe der Jahre von Brückenbauwerken, insbes. diejenigen, die entsprechender Verkehrsbelastung ausgesetzt sind, Schäden im Bereich der Lager zwischen den Pfeilern und dem Überbau auftreten. Diese Schäden können sich auf verschiedene Art und Weise äussern. Beispielswesie können die PTFE-Scheiben von Gleitlagern herausgequetscht sein oder Brüche an Rollenlagern auftreten. In derartigen Schadensfällen müssen zumindest Teile des Lagers ausgewechselt werden. Hierzu ist es erforderlich, manchmal sogar unter voller Verkehrsbelastung, den Überbau punktuell an dem einzelnen Lager über dem betreffenden Pfeiler anzuheben, das beschädigte Lager oder die entsprechenden Lagerteile herauszunehmen und durch neue Lagerteile oder ein komplett neues Lager zu ersetzen. Das Anheben des Überbaus über einem Pfeiler geschieht unter Verwendung hydraulischer Hubzylinder, die so aufgestellt werden müssen, dass die für das Anheben des Überbaus erforderlichen Kräfte einerseits in den Überbau und andererseits in den Pfeiler eingeleitet und von diesen Teilen ohne Zerstörungsgefahr aufgenommen werden können. Relativ zum Überbau müssen die Hubzylinder so plaziert werden, dass sie sich unter dem Längssteg und unter dem Querträger befinden. Dies bereitet im allgemeinen keine Schwierigkeiten, weil sich der Längsträger und der Querträger relativ zu einem Pfeiler jeweils weiter nach aussen erstreckt, so dass dort ohne weiteres Angriffspunkte für das Anheben des Überbaus gefunden werden können. Als Aufstellfläche für die Hubzylinder bereitet jedoch die Pfeileraufstandsfläche Schwierigkeiten, insbes. dann, wenn Lager eines grossen Umrisses relativ zur Pfeileraufstandsfläche saniert werden müssen. Dann ist es häufig nicht möglich, alle zum Anheben des Überbaus im Bereich eines Pfeilers erforderlichen Hubzylinder auf der Pfeileraufstandsfläche unterzubringen. In einem solchen Falle bleibt nichts weiter übrig, als am Pfeiler eine sehr aufwendige Konsole im Bereich der Pfeileraufstandsfläche zu montieren, um auf diese Art und Weise gleichsam die Pfeileraufstandsfläche zu vergrössern und die Hubzylinder hier unterzubringen. Die Anwendung derartiger Konsolen ist sehr aufwendig und erfordert hohe Montagezeiten, weil ein Grossteil der zum Anheben des Überbaus erforderlichen Kräfte über die Konsole in den Pfeiler eingeleitet werden müssen. Das bekannte Auswechseln unter Verwendung derartiger Konsolen ist an hohen Pfeilern besonders schwierig und in manchen Fällen kaum oder nur mit einem immensen Aufwand durchführbar. Bei manchen Anwendungsfällen wäre es zwar möglich, die Hubzylinder zum Anheben des Überbaus auf der Pfeileraufstandsfläche unterzubringen, jedoch stehen diese Hubzylinder dann derart eng beieinander, dass der Ausbau von Teilen des alten Lagers, insbes. der Gleitplatte, nicht möglich ist, weil der Abstand zwischen den Hubzylindern kleiner ist als die Breite der Gleitplatte.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs beschriebenen Art aufzuzeigen, mit dem es möglich ist, defekte Lager oder Lagerteile an bestehenden Brückenbauwerken auszutauschen, ohne dass eine aufwendige Konsolenkonstruktion zum Aufstellen der Hubzylinder erforderlich ist.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass über der Pfeileraufstandsfläche erste Teile des alten Brückenlagers entfernt und so unter dem Längssteg und/oder dem Querträger des Überbaus auf der Pfeileraufstandsfläche Aufstandsflächen für die Hubzylinder geschaffen werden und dass die Entfernung der alten Lagerteile in der Weise erfolgt und die Hubzylinder auf den Aufstellflächen so aufgestellt werden, dass nach dem Anheben des Überbaus nicht nur die auszuwechselnden restlichen Teile des alten Lagers entfernt, sondern auch die entsprechenden neuen Lagerteile zwischen den Hubzylindern eingebracht werden können. Die Erfindung fusst auf der Erkenntnis, dass bei bestehenden Bauwerken, die bereits der Verkehrsbelastung unterworfen worden sind und bei denen naturgemäss nur die Reparaturfälle auftreten, die Bewegungsvorgänge aus Vorspannung, Kriechen und Schwinden des Überbaus aus Beton nicht mehr vorhanden sind, sondern nur noch die Temperatureinflüsse und die Verkehrsbelastung aufgenommen werden müssen. Hieraus resultiert ein vergleichsweise kleineres Bewegungsspiel der Brücke, so dass es möglich ist, neue Lagerteile oder Lager einzubauen, die in ihren Abmessungen kleiner ausgebildet sind als die ursprünglichen alten Lager, die bei der Herstellung des Bauwerkes eingebaut werden müssen. Die Erfindung macht sich somit das insoweit verringerte Bewegungspiel der Brücke zunutze. Zusätzlich ist es aber erforderlich, solche Teile des alten Brückenlagers, insbes. Teile der Gleitplatte, die nach dem Aufstellen der Hubzylinder stören würden bzw. einen Ausbau des betreffenden Lagerteils unmöglich machen würden, vor Aufstellen der Hubzylinder zu entfernen, also abzuschneiden, auszuschneiden, abzutrennen oder sonstwie wegzunehmen. Dann wird es möglich, die Hubzylinder auf der Pfeileraufstandsfläche und den so geschaffenen einzelnen Aufstellflächen aufzustellen, den Überbau anzuheben und die restlichen zu erneuernden Teile des Lagers auszubauen. Dabei wird z. B. der Trenn2
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schnitt an der Gleitplatte so ausgebildet, dass einerseits die erforderliche Pfeileraufstandsfläche resultiert und andererseits der Rest der Gleitplatte so klein ist, dass er zwischen zwei Hubzylindern ausgebaut werden kann.
Schliesslich ist bei diesem Trennschnitt auch noch berücksichtigt, dass die neuen, kleineren Lagerteile einbaubar sind. Das erfindungsgemässe Verfahren eröffnet in überraschender Weise sehr einfache und kostengünstige Sanierungsmöglichkeiten zur Behebung von Schäden an Brückenlagern. Eine oft mehrere Tonnen wiegende Konsole muss weder hergestellt noch montiert noch demontiert werden.
Oft kommt es vor, dass neue Lagerteile mit kleineren Abmessungen als die alten Lagerteile Verwendung finden. Dieses Verfahrensmerkmal findet insbes. dann Anwendung, wenn die Gleitplatte ausgewechselt werden muss, die üblicherweise das grösste Teil des Lagers darstellt.
Das Entfernen von Teilendes alten Lagers kann durch Abtrennen oder Austrennen von Teilen der Gleitplatte des alten Lagers erfolgen, insbes. durch einen Trennschweissvor-gang. Dabei ist darauf zu achten, dass Ankerplatten im Beton des Überbaus oder der Beton selbst eine möglichst geringe Wärmeeinwirkung erfährt und insbes. nicht geschädigt wird.
Die Pfeileraufstandsfläche wird in der Regel mit einer einfachen Spannmanschette eingefasst, mit der eine Vorspannung auf den Pfeilerkopf aufgebracht wird, bevor die Hubzylinder zur Anhebung des Überbaus beaufschlagt werden.
Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels weiter beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematisierte Draufsicht auf einen Pfeiler mit den für die Erfindung wesentlichen Teilen und
Fig. 2 eine Seitenansicht im Bereich eines Pfeilerkopfes.
Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf einen Pfeiler 1 mit kreisförmigem Querschnitt, der im Bereich seiner oberen Pfeileraufstandsfläche 2 von einer Spannmanschette 3 umfasst ist, die zur Aufnahme der Spaltzugkräfte dient. Die Spannmanschette 3 erstreckt sich über eine gewisse Höhe (Fig. 2) an dem Pfeilerkopf 4.
Der Überbau ist in Fig. 1 schematisch in gestrichelter Linienführung durch Projektion angedeutet, und zwar im
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einzelnen der Längssteg 5, der sich parallel zur Brückenlängs-ache erstreckt, sowie der Quersteg 6, der im Bereich des Hohlkastens des Überbaus 7 quer durchgehend vorgesehen ist. Es ist erforderlich, Hubzylinder 8 in ausreichender Anzahl relativ zu dem Längssteg 5 und dem Quersteg 6 des Überbaus 7 so zu plazieren, dass die Kräfte in diese Teile des Überbaus 7 eingeleitet werden. Die Hubzylinder 8 müssen also unter dem Längssteg 5 und unter dem Quersteg 6 stehen.
Von dem alten auszuwechselnden Lager ist in Fig. 1 nur der Umriss der alten Gleitplatte 9 durch gepunktete Umrandung angedeutet. Von dieser alten Gleitplatte 9 werden Teile 10, die schraffiert angedeutet sind, durch Trennschweissen abgeschnitten, bevor die Hubzylinder 8 aufgestellt werden. Bei dem Entfernen dieser Teile 10 muss darauf geachtet werden, dass eine etwa im Überbau 7 eingelassene Ankerplatte 11 (Fig. 1) oder auch der Beton des Überbaus 7 tempe-raturmässig möglichst wenig beansprucht wird. Durch die Entfernung der Teile 10 werden Auf Stellflächen 12 in solcher Grösse und Anordnung geschaffen, dass die Hubzylinder 8 mit Lastverteilungsplatten 13 aufgestellt und der Überbau 7 durch Beaufschlagung der Hubzylinder 8 um das erforderliche Mass angehoben werden kann. Sodann können Teile des alten Lagers und somit auch der Rest 14 der Gleitplatte 9 beispielsweise in Richtung des Pfeils 15 ausgebaut werden. Dabei ist es ja nach Anwendungsfall nicht unbedingt erforderlich, sämtliche Teile des alten Lagers zu entfernen. So kann z. B. ein Lagersockel 16 des alten Lagers mit seiner Mörtelfuge 17 verbleiben. Es werden lediglich die auszuwechselnden Teile des neuen Lagers eingebracht, z. B. ein Lagerstoff 18, der das Lagerunterteil enthält, und eine neue Gleitplatte 19, die durch durchgezogene Linienführung in Fig. 1 und im übrigen in der Ansicht in Fig. 2 ersichtlich ist. Die neue Gleitplatte 19 besitzt abgerundete Endbereiche und lässt ein insoweit verkleinertes Bewegungsspiel zu, welches jedoch für die Anwendungsfälle ausreicht. Die neue Lagerplatte 19 wird zwischen den Hubzylindern 8 eingeschoben und in die entsprechende Lage verdreht. Sie kann, wie Fig. 2 erkennen lässt, an die Ankerplatte 11 angeschweisst werden. Die Hubzylinder 8 und die Spannmanschette 3 werden entfernt, so dass die Sanierung des betreffenden Brückenlagers damit vollendet ist.
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1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Verfahren zum Auswechseln von Brückenlagern zwischen Pfeilern und Überbau an Brückenbauwerken, indem der Überbau vermittels Hubzylinder relativ zu dem Pfeiler angehoben und das somit zugänglich gemachte Brückenlager ganz oder teilweise erneuert wird und dann das Absenken des Überbaus erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass über der Pfeileraufstandsfläche (2) erste Teile (10) des alten Brückenlagers entfernt und so unter dem Längssteg (5) und/oder dem Querträger (6) des Überbaus (7) auf der Pfeileraufstandsfläche (2) Aufstellflächen (12) für die Hubzylinder (8) geschaffen werden und dass die Entfernung der alten Lagerteile in der Weise erfolgt und die Hubzylinder (8) auf den Aufstellflächen (12) so aufgestellt werden, dass nach dem Anheben des Überbaus (7) nicht nur die auszuwechselnden restlichen Teile des alten Lagers entfernt, sondern auch die entsprechenden neuen Lagerteile zwischen den Hubzylindern (8) eingebaut werden können.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass neue Lagerteile mit kleineren Abmessungen als die ihnen entsprechenden alten Lagerteile Verwendung finden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Entfernen der ersten Teile des alten Lagers durch Abtrennen oder Austrennen von Teilen der Gleitplatte (9) des alten Lagers erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Abtrennen durch Trennschweissen erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Pfeileraufstandsfläche (2) mit einer Spannmanschette (3) eingefasst wird.
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