BESCHREIBUNG
Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Musik und betrifft eine Vorrichtung zum Selektieren und Anzeigen von Musikdaten, wie bspw. Tonleitern und Akkorden, aus einer Anordnung von Musikdaten.
Die elementare Musiktheorie befasst sich mit der Beschreibung der physikalischen Verhältnisse, die schallerzeugenden Instrumenten zugrunde liegen. Die mathematische Darstellung stammt aus der Schwingungslehre und beschreibt u.a. das Spezialgebiet der Schallwellen. Töne sind Schallwellen und werden im Gegensatz zu Geräuschen durch harmonische Schwingungen bewirkt, wobei die verschiedenen Schallquellen (hier sind es Musikinstrumente) grundsätzlich den gleichen Gesetzmässigkeiten unterstehen.
Diese Gesetzmässigkeiten werden für die Zwecke der Musik in einem besonderen Code, nämlich der Notenschrift beschrieben und festgehalten. Obschon vermutlich die Notenschrift zeitlich vor der mathematischen Durchdringung der Gesetzmässigkeiten von Schallwellen und Schallquellen entstand und sich lediglich am Gehör (das ja ein harmonischer Analysator ist) orientierte, war die später, innerhalb der Musiktheorie entdeckten Gesetzmässigkeit auch damals, wenn auch unbekanntermassen, schon grundlegend und die Musik konnte sich physikalisch gesehen lediglich an dieser Gesetzmässigkeit emporranken.
An dieser Stelle setzt die erfinderische Idee an. Die relativ schwer erlernbare Notenschrift enthält eine übergeordnete, wenn auch abstaktere doch aber einfacher zu erfassende innere Gesetzmässigkeit, die sich mathematisch und zum Teil tabellarisch ausdrücken lässt. Der mathematische Ausdruck von Klängen (Schall) ist bspw. auch eine Reihe, eine Funktion etc. und alle diese lassen sich mathematisch und z.T. tabellarisch darstellen. Eine solche Darstellung der Tonverwandschaft in tabellarischer Anordnung untersteht denselben Gesetzmässigkeiten wie die Notenschrift auf den Notenlinien, nur ist es eine andere Ausdrucksform.
Die Erfindung setzt sich zum Ziel, eine besonders einfache Ausdrucksform zu finden und ein zu dieser Ausdrucksform gehörendes mechanisches Mittel zu schaffen, mit welchem die nötige Selektion der zueinandergehörenden Tongruppen auf ebenfalls einfache und handliche Weise bewerkstelligt werden kann.
Dieses Ziel wird durch die im ersten Patentanspruch definierte Erfindung erreicht.
Die musikgesetzmässig zusammenhängende tabellarische Aufstellung der Notenbezeichnungen (nicht der Noten selber) kombiniert mit einem Auswahl- oder Selektionsmittel, mit Hilfe welchem Zusammengehöriges ausgesiebt und nicht Dazugehöriges zurückgehalten wird, lässt sich durch einen Datenschieber realisieren, auf dessen Schiebezunge alle erdenklichen Musikdaten gesetzmässig, also funktionell zusammenhängend anordnen lassen und auf dessen Schiebehülle Indikatoren auf die aus der Datenmenge selektierten Daten zeigen. Die relative Lageänderung von Schiebezunge zur Schiebehülle uberstreicht den solcher Art arrangierten Datenvorrat und bringt zwischen Musikdaten und Indikatoren, bzw. deren Paarungen gesetzmässig zusammenhängende Musikdaten zum Vorschein.
Anhand der nachfolgend aufgeführten Figuren, wird eine Ausführungsform der Erfindung eingehend diskutiert. Es zeigen:
Fig. 1A und 1B die zusammengesteckte, aber teilweise auseinander gezogene Schiebevorrichtung von der Vorder- und der Rückseite.
Fig. 2A und 2B das Abbild der aus der Schiebevorrichtung herausgezogenen Schiebezunge mit den Musikdaten-Vorrat von der Vorder- und der Rückseite.
Die Figuren 1A und 1B zeigen die gesamte Schiebevorrichtung in einer bestimmten Relativposition, nämlich der Fis Dur/-Fis-Moll Einstellung. Zu diesem Zweck ist die Schiebezunge 1 soweit aus der Schiebhülle 2 nach unten herausgezogen, bis an der untersten Stelle der Indikatorenkolonnen 3 für die Dur/Moll-Tonleiter mit # -Tonarten und 4 für die Dur/Moll Tonleiter mit b-Tonarten ein Fis (Figur 1A) oder Ges (Fig. 1B) erscheint. Die Indikatoren 10 in dieser Kolonne sind so angeordnet, dass sie eine Tonleiter darstellen, tiefer Ton unten, höhere Töne darüber. Den Zusammenhang zwischen Dur und Moll ausnützend, sind die Tonleitern mit weiteren dazwischenliegenden Indikatorkolonnen 5 bis 9 die Kadenzen angeordnet.
Beide Seiten gehen ineinander über, wie die Finger zweier verschränkter Hände. Die Dur-Kadenzen I und IV sind mit 9 und 8, die Moll-Kadenzen I und IV mit 5 und 6 und die V7-Kadenz mit 7 bezeichnet.
Die Indikatoren 10, 10', 10'' sind als Fenster ausgebildet, welche völlig transparent, halbtransparent und nichttransparent sein können. An Stelle der verschiedenartigen Transparenz können verschiedenfarbig transparente Abdeckungen verwendet werden. Ferner sind die Indikatoren in Zeilen und Spalten angeordnet. Die Zeilen filtern Tonlagen oder Zusatzinfortionen. Die Kolonnen Tonleitern, Akkorde und Kadenzen oder Zusatzinformationen aus der Gesamtanordnung von Musikdaren auf der Schiebezunge.
Die Schiebezunge 1 trägt die Musikdaten, als Kolonnen betrachtet, aufgeteilt in Musikhauptdaten 17, -hilfsdaten 18 und -spezialzeichen 16 in Zeilen Z und Spalten S angeordnet. Der Anordnungsraster DR (Datenraster) dieser Musikdaten korre spondiert mit dem Anordnungsraster IR (Indikatorraster) der Indikatoren ( Fenster 10, 10', 10'') auf der Schiebehülle. Es ist zur Erreichung der Aussiebung von gewünschten Datensätzen, das sind hier die verschiedenen Tonleitern, Dreiklänge, Akkorde Kadenzen etc. in den beiden Tonarten Dur und Moll, wichtig, wie die Indikatoren und die Musikdaten für das Zusammenspiel von Schiebehülle 2 und Schiebezunge 1 angelegt sind.
Die Musikdaten und die zugeordneten Indikatoren zur Selektion der gesuchten (Daten-) Sätze sind: - auf der Schiebezunge und Schiebehülle im Sinne einer (Ton-) Leiter übereinander, also in Spalten oder Kolonnen angelegt; - bei Tonleitern (3, 4) sind nicht dazugehörige Töne (G, A, C, D, E) auf der Schiebezunge 1 durch Halbtransparenz oder Farbgebung der Indikatoren 10, 10', 10'' auf der Schiebehülle 2 speziell indiziert; dies dient nebenbei der besseren Veranschaulichung.
- bei kombinierten Klängen (Dreiklänge, Akkorde) sind nicht zugehörige Töne (Tonbezeichnungen) auf der Schiebezunge 1 durch Intransparenz der Indikatoren 10'' auf der Schiebhülle 2 abgedeckt und im Raster bspw. durch Griffstriche angedeutet.
- für die harmonischen und melodischen Mollvarianten sind Hilfsspalten bspw. die Spalten S9, S11 (Fig. 2A) von Indikatoren 10' (Fig. 1A) mit Halbtonindizierung (#) vorgesehen; - die Musikhauptdaten 17, bspw. die Spalten S3, S10 und S4 und S8 (Fig. 2A), Zeilen Z13 aufwärts, sind in aufsteigenden Zwölftonsequenzen als Spalten S und gleichtönig in Zeilen Z angeordnet, bspw. Zeile 15 mit Ton E in Fig. 2A; - die Musikhilfsdaten 18 (Überführungshilfen), bspw. Spalten S2, S12 und S5 bis S7 (Fig. 2A), Zeilen Z12 abwärts, sind in aufsteigenden Zwölftonsequenzen spaltenmässig verschoben zu den Musikhauptdaten 17 angeordnet; - zuordnungsbare Spezialzeichen, bspw.
Spalten S1, S13 (beide Figuren) sowie S4, S9, S11, S12 (in Fig. 2A teilweise), sind so angeordnet, dass sie durch entsprechende Indikatoren 10, 10', 10'' spezifiziert, den gewünschten Datensatz, z.B. mit dem Hinweis Schieber drehen ergänzen, - wobei für alle Anordnungen die Schiebezunge 1 mit dem Datenraster DR und Schiebehülle 2 mit dem Indikatorraster IR denselben Zeilen/Spaltenraster Z/S' aufweisen. Es ist dabei nicht gefordert, dass es sich um einen streng äquidistanten Raster handeln muss.
Die Anordnung der Datenmenge von Haupt- und Hilfsdaten und Spezialzeichen ist auf dem Zungenabbild in den Figuren 2A und 2B dargestellt. Eine Zungenseite ist für Tonarten, in denen Erhöhungen (#) und die andere Zungenseite für Tonarten, in denen Vertiefungen (b) vorkommen, ausgestaltet. Dabei ist die Schnittmenge der zusammenfallenden Töne bspw. Cis/Des (Z18/S4 Fig. 2A/Z18/S4 Fig. 2B) oder Fis/Ges (Z13/S8 Fig.
2A/Z13/S8 Fig. 2B) auf beiden Seiten im Raster an gleicher Zeilen/Spaltenstelle angeordnet. Damit wird erreicht, dass bei einer einmaligen Einstellung die #-Tonsätze und b-Tonsätze selektiert werden. Dies ermöglicht, auf der einen Seite des Schiebers eine Tonleiter, Dreiklang etc. mit # -Tonarten zusammengesetzt und auf der anderen Seite mit b-Tonarten zusammengesetzt ablesen.
Mit Hilfe der Anordnung von Musikdaten auf der Schiebezunge und Indikatoren auf der Schiebehülle, lassen sich bspw.
folgende Musikdatensätze durch Schieben herausfiltern: * Dur-Tonleitern bis 7 Versetzungszeichen * Moll-Tonleitern bis 7 Versetzungszeichen (mit Hilfsindikatoren neben dem natürlichen auch das harmonische und melodische Moll) * Dreiklänge (Dur und Moll) * Kadenzen 1, IV, V7 (Dur und Moll) * Intervalle Für die Handhabung sind - Alle Tonleitern und Akkorde vertikal (tiefe Töne unten, hohe Töne oben) und in entsprechendem Massstab dargestellt.
- Zur besseren Veranschaulichung sind die nicht zu einer Tonleiter gehörenden Zwischentöne farbig-transparent indiziert.
- Eine Seite des Schiebers zeigt die Kreuztonarten, die andere Seite die B-Tonarten. Das Vorzeichenfenster (Indikator V, oberste Indikatorzeile) verweist auf die richtige Schieberseite, z.B. C-Moll und > heisst wenden von der einen Seite, auf die (richtige) andere Seite, um die ausgesiebte Information 3b zu erhalten.
- Die schraffierten Pfeile > > > weisen auf die enharmonisch richtigen Töne hin, die bei Tonarten mit mehreren Vorzeichen auftreten. Diese sind unbedingt zu beachten, insbesonders auch beim Dominantenseptakkord. Beispiele: Fig. 1A, die Kreuztonseite führt in einem Indikator auf die Note E, andere Indikatoren sind leer; Figur 1B, die B-Tonseite führt in einem Indikator 10 auf die Note Cb oder das mit der Ziffer 16# bezeichnete Spezialzeichen > , das hier wenden bedeutet, andere Indikatoren sind leer. Wie man sieht, sind die Musikdatenmengen auf den beiden Schiebezungenseiten durch Spezialzei chen > = wenden miteinander verknüpft, so dass durch die Relativpositionen Zunge/Hülle simultan auf beiden Seiten einen Musikdatensatz aussieben kann und auch aussiebt.
- Das zehnte (Dur) bzw. vierte (moll) Fenster (transparenter Indikator 10) von unten in den Dur- und Moll-Tonleitern, zeigt die jeweilige Paralleltonart.
- Die kleingedruckte Tonleiter neben der Moll-Tonleiterkolonne ist fakultativ und lediglich als Tansponierhilfe gedacht.
Beispiele zur Handhabung - Fis-Dur Tonleiter: Vorzeichenfenster: 6#
Töne von unten nach oben: fis, gis, ais, h, cis, dis, eis(!), fis - Fis-Dur Kadenz:
Dreiklang auf der 1. Stufe : fis, ais, cis
Dreiklang auf der IV. Stufe: h, dis, fis
Septakkord auf der V. Stufe: cis, eis (!), h - Fis-Moll Tonleiter: Vorzeichenfenster: 3 #
Töne von unten nach oben: fis, gis, a, h, cis, d, e, fis (natürliches Moll) fis, gis, a, h, cis, d, eis (!), fis (harmonisches Moll) fis, gis, a, h, cis, dis (!), eis (!), fis (melodisches Moll) - Fis-Moll-Kadenz:
Dreiklang auf der 1. Stufe: fis, a, cis
Dreiklang auf der IV. Stufe: h, d, fis
Septakkord auf der V. Stufe: cis, eis (!), gis, h
Die Dominante ist bei gleichnamigem Dur und Moll identisch! Enharmonische Verwechslungen
Alle Töne in einer Linie sind gleichklingend.
Beispiel fis (entstanden aus f mit Kreuz) entspricht ges (entstanden aus g mit B) und Eisis (entstanden aus e mit Doppelkreuz) Intervalle
Die Stammintervalle sind neben der Dur-Tonleiter-Kolonne ablesbar.
Beispiele fis - h ist eine reine Quarte (r4), fis - b ist um einen Halbton kleiner, also eine verminderte Quarte.
ges - b eine grosse Terz (ablesbar auf der Rückseite) ges - ais ges - as ist eine grosse Sekunde (gr2), ges - als ist um zwei Halbtöne grösser, also eine doppelt übermässige Sekunde.
Die in dieser Beschreibung diskutierte Anordnung von Musikdaten auf den beiden Seiten einer Schiebezunge und der Anordnung von Selektionsindikatoren auf den beiden Seiten der zugehörigen Schiebehülle und die Verknüpfung der Musikdaten/Indikatoren beider Seiten mittels Spezialzeichen, zum Auffinden sich entsprechender Musikdatensätze, ist diejenige Ausführungsform der Erfindung, mit welcher die meisten gebrauchten Datensätze (Tonleitern, Kadenzen und Spezialfälle) bereitgestellt werden. Modifikationen der Anordnungen durch Hinzufügen von bspw. Spezialzeichen, weitere Indikatoren etc., sind hier nicht gezeigt, da sie bei Kenntnis des beschriebenen Grundprinzips durch den Fachmann leicht auszuführen sind und damit innerhalb der Erfindung bzw. der erfinderischen Idee liegen.