CH676433A5 - - Google Patents
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Description
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Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein Fiitermedium zum Entfernen von mitgeführten Festkörpern aus Fluiden bei hohen Temperaturen. Das Medium ist insbesondere für heisse Flüssigkeiten und gasförmige Materialien, wie Metallschmelzen, z.B. geschmolzenes Aluminium oder Aluminiumlegierungen vorgesehen.
Metallschmelzen, z.B. geschmolzenes Aluminium, enthalten immer mitgeführte Festkörper, die für das fertig gegossene Metall schädlich sind. Diese mitgeführten Festkörper sind von drei verschiedenen Quellen abgeleitet. Einige sind Aluminiumoxidteilchen, die von der fliessenden Oxidschicht auf der Oberfläche in den Flüssigstrom hineingezogen werden, andere sind mitgeführte Teilchen aus Fragmenten der Ofenauskleidung, Transfertrog oder anderen Teilen der Handhabungsvorrichtung, welche erodiert und in der flüssigen Aluminiumströmung mitgeführt wird, wobei einige Teilchen Niederschläge von unlösbaren Verunreinigungen, wie intermetallische Verbindungen, Boride, Karbide oder Niederschläge von anderen Aluminiummischungen, wie beispielsweise Chloride, enthalten. Die Anwesenheit von solchen verschiedenen unlösbaren Unreinheiten oder Einschlüssen im Endprodukt ist aber selbstverständlich schädlich, und eine wirksame Fütterung erzeugt Verbesserungen in der Duktilität, Festigkeit, Gleichmässigkeit, Maschinenbearbeitung, elektrische Leitfähigkeit, Fliessfähigkeit und Lebensdauer der Form. Demgegenüber werden die linearen Defekte in Blechen und Folien reduziert, was auch für Ausschuss infolge von durch Einschlüssen verursachten unzulänglichen Oberflächengüten zutrifft. Ferner wird der Gasinhalt von Metallen, Blasenbildung und der Aufwand für die Ausbesserung von defekten Materialien reduziert.
Infolgedessen ist es erwünschenswert, die mitgeführten Festkörper aus dem flüssigen Aluminium-fluss zu entfernen, bevor das Material zu Barren für nachfolgende Formgebung, wie Walzen, Schmieden, Extrusion etc., gegossen oder Formen für die Herstellung von Gusskörpern zugeführt wird.
Das Filtrieren zum Entfernen von mitgeführten Festkörpern in Flüssigkeiten wird dadurch durchgeführt, dass die mit Festkörpern versehene Flüssigkeit durch ein poröses Filter geleitet wird, das die Festkörper zurückhält Das Filtrieren von Metallschmelzen im allgemeinen und einer Metallschmelze im besonderen erzeugt spezielle Probleme, weil die Flüssigkeit stark reaktiv ist, so dass es schwierig ist, ein widerstandsfähiges Filtermedium zu finden.
Die vorliegende Erfindung schafft ein neues Filtermedium mit bedeutenden Vorteilen gegenüber herkömmlichen Filtermedien, das durch die Verwendung von gesinterten ultrafeinen Bauxitteilchen gekennzeichnet ist.
Die bisher verwendeten Filtermedien für Metallschmelzen sind von einer der folgenden Arten:
1) offenes Glasgewebetuch und Losbettfilter, und
2) starrer, keramischer Schaum oder starre Medienfilter.
Das üblichste Filtermedium der ersten Kategorie ist ein offenes Glasgewebetuch, das in einem Metall-Transfertrog rund um einen Ausguss oder sogar im Metallschmelzbehälter oberhalb des erstarrenden Barrens angeordnet ist. Ein derartiges Tuch oder Gitter ist nur in der Lage, die grösseren Einschlüsse vom Metall zu entfernen, und werden leicht zerstört, weil die Glasfaser bei den hohen Schmelz-Temperaturen von Aluminium sehr schwach werden.
In Losbettfiltern (loose bed filters) wird eine Aluminiumschmelze in einem Bett von losen Teilchen, z.B. in tafelförmiger Tonerde oder Kohlenstoffgranulaten gefiltert. Die normalerweise mit Bettfiltern verbundenen Nachteile bestehen darin, dass sie die Tendenz haben, zu viele Festkörper durchzulassen, sowie eine Kanalwirkung aufweisen, die einer wirksamen Funktionsweise entgegenwirken. Die Porengrösse derartiger Filter ändert auch dann im Betrieb schnell, wenn sie ursprünglich richtig ist, und es ist schwierig sie aufrechtzuerhalten. Zudem müssen die Filter immer von Metall umgeben sein, und zwar unabhängig davon, ob sie in Betrieb sind oder nicht.
Die zweite Kategorie ist aus einem keramischen Schaumfilter hergestellt, das aus flüssigen Auf-schlämmungen auf der Basis von AI3O3 mit oder ohne Bindemitteln, wie beispielsweise Betonit, oft auch einschliesslich O2O3, hergestellt ist. Siliciumkarbid ist ein weiteres Material, das für solche Filter benötigt wird. Typische Beispiele sind in den US-PSen 3 947 363, 4 343 704, 4391 918 und 2 863 558 beschrieben.
Zur Herstellung von keramischen Schäumen werden Abgüsse der erwünschten Filterformen aus Polyurethanschaum oder anderem Kunststoff hergestellt, in die Aufschlämmung eingetaucht und zum Erhärten gebracht und dann bei ausreichend hohen Temperaturen zum Verbrennen des Kunststoffes gebracht, was zu starren Keramikschaumstrukturen führt.
Typisch für gebundene Medien aus Teilchenfilter ist ein Filter, das ursprünglich von Kaiser Aluminium Inc., USA, entwickelt wurde, für das eine Lizenz an die Matallics Systems Inc., ebenfalls USA, erfolgte, die das Produkt weiterentwickelt hat.
Es wird aber darauf hingewiesen, dass diese Riter teure, feuerfeste Körner, beispielsweise AI2O3, im Gegensatz zum billigeren und robusteren Bauxit verwenden, der in dieser Erfindung vorgeschlagen wird.
Ein weiterer, wichtiger Unterscheidungspunkt zwischen diesen Filtern und den erfindungsgemäs-sen gebundenen Medienfiltern besteht im Verfahren der Zubereitung des Bindemittels. Wie nachfolgend erwähnt, ist das BindemitteJ in einer Ausführungsform der Erfindung aus einer Pulvermischung aus Borsäure, Calciumoxid und ultrafeinem Bauxit hergestellt. Eine Beschichtung aus solchem Pulver wird dann gesinterten, ultrafeinen Granulaten zugeführt, indem Wasser als Bindemittel benutzt wird. Die beschichteten Granulate werden getrocknet und geschmolzen, um eine feste Masse zu erzeugen. Dieses Vorgehen wird gegenüber dem herkömmlichen Verfahren zur Aufbereitung eines Bindemittels bevorzugt, welches das Schmelzen von Mischungen, die reines Aluminiumoxid, Borsäure
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und Calciumoxid enthalten, einschliesst, um eine glasige Materialart zu erzeugen, das vor dem Mischen mit mehr Aluminiumoxid oder sonstigen ausgewählten feuerfesten Materialien gemahlen wird.
Ein prinzipieller Nachteil der herkömmlichen Filtermedien der zweiten Kategorie, verglichen mit der vorliegenden Erfindung, besteht in den hohen Kosten der erforderlichen Materialien, verglichen mit Bauxit. Gequetschte Tonerde oder Siliciumkarbid der erforderlichen Qualität in bezug auf Reinheit, Tellchengrösse und Teilchenform ist zum Kaufen oder Herstellen sehr teuer. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass diese teuren Filter relativ empfindlich sind und in der Regel nur einmal verwendet werden können. Sie haben einen variablen Hitzeschockwiderstand, der zum Absplittern und nachfolgender Verunreinigung der Schmelze führt.
Filter aus Bauxit gemäss der Erfindung können wiederholt verwendet und können erwartungsge-mäss wenig beeinträchtigt werden, bis die Temperatur etwa 12Ö0°C, oder etwa 1050°C erreicht, sofern ein Bindemittel verwendet wird.
Für die Herstellung derartiger Filter hat Bauxit den Vorteil, dass es leicht in einem breiteren Bereich von Korngrössen und Formen als Tonerde oder andere Materialien produziert wird als andere herkömmliche Materialien.
Wie bereits erwähnt, ist das erfindungsgemässe Filtermedium durch die Verwendung von gesinterten, ultrafeinen Bauxitteilchen gekennzeichnet. Ultrafeines Bauxit ist aus diskreten Mineralteilchen einer durchschnittlichen Grösse im Bereich von 0.1 Mikrometer bis zu 1.0 mm, beispielsweise 0.2 Mikrometer, zusammengesetzt.
In einer Ausführung der Erfindung ist das Filtermedium aus gesinterten, ultrafeinen Bauxitgranulaten hergestellt, die mit einem Bindemittel auf der Basis von Calciumborat und ultrafeinem Bauxit verbunden sind, um eine feste, poröse Struktur zu bilden.
Solche gebundene Filter können zweckmässig zum Ersetzen von Keramikschaum, Losebett- und anderen gebundenen Medienfiltern benutzt werden, die heute in Aluminiumgiessereien eingesetzt sind. Ferner bestehen Einsatzmöglichkeiten in anderen Giessereien für Niedertemperatureisen und dort, wo die hohe Festigkeit und die Filterwirksamkeit dieser Variante der Erfindung eine ausgedehnte Verwendung von Filtern begünstigt.
Je nach Wunsch ist nur eine einmalige oder eine vielfache Verwendung der Filter möglich. Dabei können Filterglassätze zum Ausscheiden von feinen Einschlüssen aus geschmolzenem Metall (z.B. von Mikrometergrösse und kleiner) vorgesehen werden. Verwendungsmöglichkeiten für Glassätze bestehen auch in der Filtrierung von heissen Gasen sowie von flüssigen und organischen Fluiden. Beispiel 2 beschreibt einen typischen Zyklus für die Herstellung von Filterglassätzen. Filterglassätze ermöglichen die Verwendung von etwas höheren Betriebstemperaturen.
In einer weiteren Ausführungsform wird ultrafeines Bauxit, vorzugsweise in Wasser, aufgeschlemmt, um ein Material mit ausreichender Extru-sionskonsistenz zu schaffen. Nach der Extrusion wird das sogenannte Grünfilter bei Zimmertemperatur während 20 Stunden getrocknet und danach langsam (etwa 1°C/ min) auf etwa 600°C erwärmt, wonach eine schnellere Erwärmung (etwa 10°C/min) bis etwa 1600°C stattfindet. Reduktionsbedingungen können verwendet werden, um die Komponenten des Bauxits zur Bildung einer flüssigen Phase beizustehen und die Struktur bei niederen Temperaturen zusammenzubinden. Wenn ein zusammenhängendes Materialband extrudiert wird, kann es in Schichten zum Bau eines Materialbettes in einer gesteuerten Weise angeordnet werden (siehe Fig. 3 und Beispiel 4). Filter können mit oder ohne eine Oberflächenschicht verwendet werden, um deren Fähigkeit zum Fassen und Halten von Einschlüssen zu verbessern.
Die Verwendungsbereiche für extrudierte und gebundene Medienfilter sind einander ähnlich. Eine wichtige Eigenschaft von extrudierten Filtern ist deren hohe Temperaturstabilität, die von den Eigenschaften der Mineral-Abbindephase verursacht wird. Eine komplette Steuerung der Porosität und des Metallströmungsverhaltens erweitern den Anwendungsbereich dadurch, dass die Filter entsprechend spezifischen Forderungen ausgelegt werden können.
Die obengenannten Ausführungsformen ermöglichen einen weiten Bereich von Filtrierungseigen-schaften sowie von physischen Formen der herzustellenden Filter.
Bauxitgranulate für die vorliegende Erfindung können von den folgenden Substanzen abgeleitet werden;
1) Getrocknete, agglomerierte ultrafeine Körner, die zerbrochen und auf Grössen im Bereich von 0.1 bis zu 20 mm gesiebt und bei einer Temperatur von 1200 bis 160Ö°C gesintert sind.
2) Getrocknete sedimentierte Aufschlämmung, die bei einer Temperatur von 1200 bis 1600°C in einem Grössenbereich gesintert ist, in welchem es zurückgewonnen wird, wonach ein Zerbrechen und Sieben auf Grössen von 0.1 bis 20 mm stattfindet.
3) Ultrafeines Bauxitpulver, das unter Druck, mit oder ohne Verdichtungshilfe (wie' typischerweise durch Wasser, PVC usw.) verdichtet ist, dann unter 1200 bis 1600°C gesintert und nachfolgend zerbrochen und auf Grössen im Bereich von 0.1 bis 20 mm gesiebt sind.
4) Ultrafeines Bauxitpulver, das pelietisiert ist, um Zusammenballungen von gesteuerter Rundheit und Kugelförmigkeit im Grössenbereich von 0.1 bis 20 mm zu formieren, wonach ein Sintern bei einer Temperatur von 1200 bis 1600°G stattfindet.
Zur Herstellung des Bindemittels gemäss einer Form der ersten Ausführungsform der Erfindung werden Borsäure und Calciumoxidpulver in einem Verhältnis von 2 Teilen CaO und 3 Teile H3BO3 gemischt. Diese Mischung wird bei einer Temperatur von 1250°C zur Bildung von Calciumborat geschmolzen. Das geschmolzene Material hat eine Grösse von weniger als 100 um. Dieses Pulvermaterial wird mit ultrafeinem Bauxit im Verhältnis von 1 zu 1 vermischt.
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Ausgewählte Granulate werden mit einem Bindemittel beschichtet, das unter Verwendung von Wasser klebend gemacht wird. Die Klebemittelschicht kann von 5 bis 30 Gew.-% der Granulatmasse aufweisen.
Die beschichteten Granulate werden bei einer Temperatur von 1006C getrocknet und dann bei einer Temperatur von 1000°C getrocknet und bei einer Temperatur von 1000 bis 1200°C teiigeschmol-zen, um eine feste Masse zu bilden.
Nachfolgend werden ertindungsgemässe Ausführungsbeispiele anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Flussdiagramm einer Ausführungsform,
Fig. 2 mikrographische Darstellungen (a,b,c) der Wirksamkeit eines Filters, und
Fig. 3 eine Ausführung des Filters gemäss dem nachfolgenden Beispiel.
Beispiel 1
Ein Kilogramm eines ultrafeinen Bauxits, das von einem Nebenprodukt einer Bauxitaufbereitung an der Bauxitmine von Comalco in Welpa, Queensland, Australien, erhalten ist, wurde zerbrochen und auf Grössen zwischen -3.35 bis +2.00 mm gesiebt, wonach ein Sintern bei 1500°C während einer Stunde durchgeführt wurde.
Das gesinterte Material wurde auf Grössen von —2.36/+2.00 mm gesiebt und 200 g von diesen Granulaten wurden mit 40 g Bindemittel beschichtet.
Das Bindemittel bestand aus 20 g ultrafeinem Bauxit und 20 g Calciumcarbonatpulver. Das Cal-ciumcarbonatpulver enthielt 8 g CaO (technischer Grad) und 12 g H3BQ3 (technischer Grad), das auf 1250°G während einer Stunde in einem Kohlenglüh-tiegel erhitzt wurde. Die Oberflächen der Granulate wurden mit Wasser besprüht, wonach die befeuchteten Granulate in das Bindepulver hineinrollten, das auf eine Grösse von weniger als 100 Mikrometer reduziert war.
Die beschichteten Granulate wurden getrocknet und während 15 min in einer Graphitform von 50 mms auf 1050°C erhitzt. Dies erzeugte ein betriebsbereites, durchlässiges Filter.
Zur Erprobung der Wirksamkeit des erzeugten Filters wurde etwa 5 kg aus Aluminium, das mit 0.750 g Titandiborid mit einer Teilchengrösse von 10 p. oder weniger zur Bildung eines Indikatoreinschlüsse «verunreinigt» war, bei einer Temperatur von 700°C durch das Filter gegossen,
Funkenerosions-Spektroskopie wurde verwendet, um die Titanpegel bei den drei unten aufgeführten Bedingungen festzustellen:
Beispiel
Ti%
Anfang
0.018
«verunreinigt»
0.033
gefiltert
0.018
Zudem wurden entsprechende Mikrosektionen vorbereitet und bei einer 50fachen Vergrösserung untersucht. Aus den Mikrophotos aus Fig. 2 geht hervor, dass das Filtermaterial keine Einschlüsse aufweist.
Beispiel 2
Drei kg sprühgetrocknetes, ultrafeines Bauxit mit einer mittleren Teilchengrösse von 100 Mikrometer wurden mittels eines Eirich Hochschermixers pelteti-siert. Als Bindemittel wurde Wasser benutzt, wobei die konstante Rührgeschwindigkeit im Bereich von 3000 bis 5000 U/min lag, um Kügelchen mit einer Höchstdichte zu erzeugen.
Die grünen Kügelchen wurden bei 100oC während 12 Stunden getrocknet und dann bei einer Temperatur von 1400°C in einem statischen Muffelöfen mit einer neutralen Atmosphäre gesintert. Eine Wärmezunahme von 20°C pro Minute und eine Einweichzeit von einer Stunde bei der Sintertemperatur wurde angewandt. Ein Bruchteil von 60 bis 200 Mikrometer wurde zwecks Prüfung von den gesinterten Kügelchen entfernt.
Siebzig Gramm von gesinterten Kügelchen wurden In einer Graphitform mit einer zylinderförmigen Vertiefung mit einer Tiefe von 100 mm und einem Durchmesser von 15 mm angeordnet. Die Kügelchen wurden mit einer Höchstdichte verpackt, indem die Form auf einen Vibrationstisch gestellt wurde. Die Form und der Inhalt wurden unter Reduktionsbedingungen auf 1500°C erwärmt, um ein geschmolzenes, durchlässiges mikroporöses Produkt zu erzeugen.
Platten mit einer Dicke von 2 mm wurden vom obigen, teilgeschmolzenen Produkt mittels eines Diamantschneiderades abgeschnitten und kraftschlüssig in einem Graphitzylinder eingepasst, damit keine Spalten zwischen der Wand und der Scheibe vorhanden sind. Danach wurde der Zylinder an einer Vakuumquelle befestigt, und 2 kg teilgeschmolzenes Aluminium durch die Scheibe gezogen.
Alte Teilchen grösser als 1 Mikrometer wurden entfernt, so dass ein «sehr sauberes» Metall erzeugt wurde. Dies wurde durch eine Prüfung des polierten Querschnittes der Scheibe festgestellt. Es wurden keine Einschlüsse innerhalb des Korpers der Scheibe festgestellt, wobei alle Einschlüsse in der Oberfläche der Scheibe gefangen wurden.
Beispiel 3
Zwei Hundert kg eines ultrafeinen Bauxits wurden bei einer Temperatur von 100°C getrocknet und dann auf eine Teilchengrösse von -4.5 bis +4.0 mm zerbrochen, wonach ein Sintern bei einer Temperatur von 1000 bis 1450°C in einer Pilotmenge in einem rotierenden Brennofen durchgeführt wurde. Das gesinterte Material wurde auf -8.35/+2,36 und auf +2,36/—2.00 mm gesiebt. Jeder Grössenbruchteil wurde in Mengen von 9 kg aufgeteilt und dann mit 1,6 kg Bindemittel beschichtet,
Calciumoxid, Borsäure und ultrafeines Bauxitpulver wurden geschmolzen, um ein Glasbindemittel bei 125Q°G zu erzeugen, das anschliessend auf Grössen unterhalb von 100 Mikrometer zerbrochen wur-
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de. Die Gewichtsanteile der Komponente im Glasbindemittel waren 8 Teile CaO, 12 Teile H3BO3 und 20 Teile ultrafeines Bauxit.
Die Oberflächen der ultrafeinen Bauxitgranulate wurden mit Wasser befeuchtet, dann im Bindemittelpulver gerollt und das Verfahren so lange wiederholt, bis das Pulver alle Granulate vollständig beschichtethatten.
Die beschichteten Granulate wurden in einer Gra-phitform mit den Abmessungen 305 x 305 x 50 mm untergebracht und auf 1050°C erwärmt. Die Höchsttemperatur wurde während 15 min gehalten, wobei eine Temperaturzunahme von 10°C pro Minute verwendet wurde. Dies führte zu einem teilgeschmolzenen, durchlässigen, betriebsbereiten Filter.
Zur Prüfung des in der Weise hergestellten Filters wurden 3 Tonnen einer Aluminiumlegierung (Typ 6063) durch jedes Filter gelassen. Eine Fabrik-Giessanlage wurde als Prüfstelle unter normalen Herstellungsbedingungen verwendet. Die Wirksamkeit des Filters lag bei der Messung einer kombinierten Teilchenkonzentration und einer Abtastelektronen-Mikroskopanalyse über 70%.
Beispiel 4
Ein kg ultrafeines Bauxit wurde während einer Stunde bei einer Temperatur von 100°C getrocknet, zerbrochen und auf eine Teilchengrösse von weniger als 100 um gesiebt. Eine Gesamtmenge von 250 gm Wasser (das Bindemittel im vorliegenden Fall) wurde schrittweise dem ultrafeinen Bauxit zugefügt, während es mechanisch mit einer Rührgeschwindigkeit von 1000 U/min gemischt wurde. Die daraus entstandene «plastische Mischung wurde durch eine Form mit einer 4 mm grossen Düsenöffnung extrudiert. 100-mm-Längen von extrudiertem «stangenförmigem» Material wurden in Schichten zu einem dreidimensionalen Gitter mit den Abmessungen 100 mm x 100 mmx80 mm zusammengebaut, wie dies in Fig. 3 gezeigt ist. Es wurden Massnahmen getroffen, damit sichergestellt wurde, dass abwechselnde Schichten des extrudierten Materials versetzt wurden, so dass die Leerräume in der vorangehenden Schicht von den folgenden Materialschichten zerstört wurden.
Die Grünfilter wurden dann während 20 Stunden bei einer Temperatur von 100°C getrocknet, wobei anschliessend eine Erwärmung auf 600°C mit einer Temperaturzunahme von 1°C pro Minute durchgeführt wurde. Danach wurde eine Erwärmung auf 1400°C mit einer Temperaturzunahme von 10°C pro Minute durchgeführt, wobei diese Temperatur während 30 min. gehalten wurde. Eine Reduktionsatmosphäre wurde während des Erwärmungsvorganges aufrechterhalten.
Vorläufige Prüfungen haben ergeben, dass die Primärleistung, d.h. der Aufbau eines Flüssigkeitskopfes, damit diejenigen Kräfte, welche den Fluss durch das Filter begrenzen, überwunden sind, denjenigen von herkömmlich gebundenen Medien und schaumartigen Filtern entsprechen.
Es ist ferner möglich, einen natürlich vorkommenden Bauxitbruchteil von passender Form und Grösse, ohne eine Aufschlämmung zu sintern. In einem solchen Falle teilverschmelzen die einzelnen Teilchen, um einen porösen Monolit zu bilden, der für den Zweck der vorliegenden Erfindung geeignet ist.
Claims (14)
1. Filtermedium zum Entfernen von mitgeführten Festkörpern aus Fluiden bei hohen Temperaturen, dadurch gekennzeichnet, dass das genannte Medium gesinterte, ultrafeine Bauxitteilchen enthält.
2. Verfahren zur Herstellung eines Filtermediums nach Anspruch 1, in der Form eines Filters zum Entfernen von mitgeführten Festkörpern von gegossenen Metallen, dadurch gekennzeichnet, dass man:
a) eine pulverförmige Mischung aus Borsäure, Calciumoxid und ultrafeinem Bauxit herstellt,
b) eine Schicht aus dieser Mischung auf gesinterte, ultrafeine Bauxitgranuiate aufbringt, wobei Wasser als Bindemittel verwendet wird,
c) die beschichteten Granulate trocknet und d) die beschichteten Granulate schmelzsintert, um eine feste, poröse Masse zu bilden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischung 2 Gewichtsteile Calciumoxid und 3 Gewichtsteile Borsäure enthält, die zu einem Calciumborat verschmolzen werden, wobei das Material auf eine Grösse von weniger als 100 Mikrometer reduziert wird, und dass das so erhaltene Pulver mit ultrafeinem Bauxit in einem Gewichtsverhältnis von etwa 1 zu 1 vermischt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtungsmenge von 5 bis 30 Gew.-% der Granulatmasse beträgt.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Trocknen bei etwa 100°C und das Schmelzsintern bei 1000 bis 2000°C durchgeführt wird.
6. Verfahren zur Erzeugung eines Filtermediums nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man:
a) ultrafeines Bauxit, mit Wasser aufschlemmt, um ein Material mit passender Konsistenz für Ex-trusion zu erzeugen,
b) das Material zu einem grünen Filtermateria! extrudiert,
c) das Filtermaterial trocknet und d) das getrocknete Produkt sintert, um das erwünschte Filtermedium zu erzeugen.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das extrudierte Filtermaterial in aufeinanderfolgenden, sich kreuzenden Schichten nach der Art einer Kreuzschraffierung aufgelegt wird, um ein Bett aus grünem Filtermaterial zu erzeugen, das dann getrocknet und gesintert wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Trocknen bei Umgebungstemperatur und das Sintern durch eine langsame Erwärmung des getrockneten Produkts bis 600°C und einer nachfolgenden, schnelleren Erwärmung auf die Sintertemperatur durchgeführt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Sintertemperatur auf bis zu 1600°C ansteigt.
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10. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Sintern unter Reduktionsbedingungen stattfindet.
11. Verfahren zur Erzeugung eines Filtermediums nach Anspruch 1, in der Form eines mikroporösen Sinterfilters, das zum Entfernen von sehr kleinen Einschlüssen aus einer Metallschmelze, aus warmen Gasen sowie flüssigen und organischen Fluiden geeignet ist, dadurch gekennzeichnet, dass man:
a) ultrafeines Bauxit durch Mischen mit Wasser in einem Hochschermischer pelletisiert, um grüne Kügelchen zu erzeugen,
b) die grünen Kügelchen trocknet,
c) die getrockneten Kügelchen schmelzsintert und d) die gesinterten Kügelchen teilverschmilzt, um ein teilgeschmolzenes, durchlässiges, gesintertes Mikroporenfilter zu schaffen.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Trocknen bei etwa 100°C, das Schmelzsintern bei etwa 1400°C und das Teil-verschmelzen bei etwa 1500°C ausgeführt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Sintern in einer inerten Gasatmosphäre und das Schmelzen unter Reduktionsbedingungen durchgeführt wird.
14. Verfahren zum Entfernen von Festkörpern aus einer Metallschmelze, dadurch gekennzeichnet, dass die Metallschmelze, welche die mitgeführten Festkörper enthält, durch ein Filtermedium nach Anspruch 1 gefiltert wird.
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