Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Auswahl von Arbeitselementen einer Rundstrickmaschine, mit mindestens einem Dauermagnet, dem ein Polschuh mit einem Wahlpol zugeordnet ist, sowie mit einem Solenoid.
Es sind Kleinrundstrickmaschinen bekannt, deren Mustervorrichtungen durch Mustertrommeln und zugeordnete Hebelsysteme gebildet sind. Die Hebel tasten die Oberfläche der Mustertrommel ab und betätigen so die Verschiebung der Musterstösser.
So ausgebildete Mustervorrichtungen weisen jedoch einen relativ kleinen Musterrapport auf, weshalb diese in neuerer Zeit mit elektronisch betätigten Mustervorrichtungen ausgestattet werden.
Es sind ferner Mustervorrichtungen bekannt, die ebenfalls durch ein System von kleinen Hebeln gebildet sind, wobei jedoch die Arbeits- und Ruhestellung dieser kleinen Hebel durch elektromagnetisch betätigte Klinken bestimmt wird.
Diese Mustervorrichtungen sind zwar mehr anwendbar als mechanisch betätigte Mustervorrichtungen, jedoch für sehr hohe Arbeitsgeschwindigkeiten wegen grosser Bauhöhe und Kompliziertheit ungeeignet.
Weitere bekannte Mustervorrichtungen sind durch einen Polschuh, einen Dauermagnet und einen Elektromagneten gebildet und wirken direkt auf die Musterstösser ein.
Diese Mustervorrichtungen sind zwar einfach, weisen aber einen begrenzten Arbeitsbereich auf, da der Elektromagnet im Arbeitsfrequenzbereich über 2000 Hz wenig wirksam ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist deshalb die Schaffung einer Auswahlvorrichtung der letztgenannten Art, die auch für sehr hohe Arbeitsfrequenzen der Nadelauswahl auf Kleinrundstrickmaschinen, insbesondere zur Herstellung von feinen Damenstrümpfen anwendbar ist.
Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass der Dauermagnet einen Hohlraum aufweist, in dem das Solenoid mit ei nem Kern gelagert ist, der auf dem Wahlpol des Polschuhes liegt.
Durch diese Massnahmen wird in vorteilhafter Weise eine sehr hohe und gleichmässige Sättigung des Polschuhes erreicht, die unbedingt notwendig zum wirksamen Anhalten der Arbeitselemente ist. Ferner ist hohe Wirksamkeit des Solenoids auch im Arbeitsbereich von 3000 Hz erreicht, was sehr wichtig für die Zuverlässigkeit der Mustervorrichtung bei hohen Drehzahlen des Nadelzylinders ist.
Eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist nachfolgend anhand der Zeichnung, welche in schaubildartiger Darstellung die Auswahlvorrichtung zeigt, näher erläutert.
Die Vorrichtung zur Auswahl von Arbeitselementen einer Strickmaschine, insbesondere Kleinrundstrickmaschine (nicht gezeigt) sitzt auf einem Polschuh 1 auf. Dieser Polschuh 1 besteht im wesentlichen aus einer Platte aus einem ferromagnetischen Werkstoff, z.B. aus magnetisch weichem Eisen, Ferrit u.a.
Im Polschuh 1 sind ein Ausschnitt 1.3 und ein Wahlpol 1.1 ausgebildet, wobei der Wahlpol vom Polschuh 1 durch nicht magnetische Einlagen 1.2 getrennt ist. Diese Einlagen 1.2 können z.B. aus Messing, Keramik oder aus einem anderen metallischen oder nicht metallischen Werkstoff ausgebildet werden.
Im Ausschnitt 1.3 ist ein Elektromagnet gelagert, der durch einen Kern 2 aus ferromagnetischem Werkstoff, durch eine Spule 3 und durch ein, auf der Spule 3 aufgewickeltes Solenoid 4 gebildet ist. Der Polschuh 1 trägt mindestens einen Dauermagnet 5, wobei das Solenoid 4 und der Kern 2 in einem Hohlraum 5.1 des Dauermagnets 5 gelagert ist.
Dem Polschuh 1 können auch zwei Dauermagnete 5 zugeordnet werden, die dann spiegelbildlich durch gleiche magnetische Pole, also Süd- oder Nordpole, befestigt werden (nicht gezeigt).
Der Arbeitsteil dieses elektromagnetischen Umsetzers ist durch eine Haltekante 1.4, die nicht dargestellten Arbeitselementen, z.B. Stössern, zugeordnet ist und durch einen Wahlpol 1.1, auf dem sich der Kern 2 des Solenoids 4 stützt, gebildet.
In Funktion dieser Auswahlvorrichtung wird nun der Polschuh 1 durch die Wirkung des Dauermagnets 5 auf gleiche magnetische Polarität magnetisiert, mit welcher der Dauermagnet 5 auf dem Polschuh liegt. Dadurch ist der Polschuh im Stande, nicht dargestellte Arbeitselemente, z.B. Musterstösser, zu halten, die entlang dieses Polschuhes im Bereich der Halteplatte 1.4 verlaufen. Dadurch, dass der Dauermagnet 5 auch das im Ausschnitt dieses Polschuhes 1 gelagerte Solenoid 4 umgibt, ist eine relativ gleichmässige magnetische Sättigung in der ganzen Länge der Haltekante 1.4 erreicht, was sehr wichtig für das zuverlässige Halten der Musterstösser ist.
Wenn dem Solenoid 4 eine elektrische Spannung geeigneter Polarität zugeführt wird, wird der magnetische Fluss im Bereich des Wahlpoles 1.1 gelöscht. Dadurch, dass der Wahlpol 1.1 mittels nicht magnetischer Einlagen 1.2 vom Polschuh 1. getrennt wird, kommt es ausserhalb des Wahlpoles 1.1 nicht zum Löschen des magnetischen, durch den Dauermagnet 5 erregten Flusses und auch nicht zum Löschen der magnetischen Kraftwirkung der Haltekante 1.4. Deshalb ist auch das Anhalten nur dieses Musterstössers gelöscht, welcher sich im gegebenen Zeitpunkt im Bereich des Wahlpoles 1.1 befindet.
Weil das Solenoid 4 mit dem Kern 2 im Hohlraum 5.1 des Dauermagnets 5 gelagert ist, sind durch die Wirkung des Dauermagnetes die magnetischen Streuungen des Solenoids 4 sehr wirksam beseitigt.
Die erfindungsgemässe Auswahlvorrichtung erreicht somit vergleichsweise bekannten Anordnungen eine sehr hohe Wirksamkeit und ist auch für sehr hohe Drehzahlen des Nadelzylin ders anwendbar.
Die Verwendung dieser Vorrichtung begrenzt sich nicht nur auf Kleinrundstrickmaschinen, sondern sie kann auch auf Grossrund- oder Flachstrickmaschinen angebracht werden, ohne dass die Vorteile der Erfindung irgendwie beeinflusst werden.