CH689644A5 - Amphibienausstieg fuer einen Sammel- oder Entwaesserungsschacht. - Google Patents
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Description
Gegenstand der Erfindung ist ein Amphibienausstieg für einen Sammel- oder Entwässerungsschacht gemäss Oberbegriff des Patentanspruches 1. Amphibien, wie Kröten, Frösche, Molche und andere laufen bei ihren Wanderungen, z.B. zwischen Winterquartier, Sommerquartier und Laichplatz, nicht nur Gefahr, vom rollenden Verkehr überfahren zu werden, sondern insbesondere in die Kanalisation zu gelangen. Fällt eine Kröte in einen Strassenschacht, einen sogenannten Gully, so wird sie, wenn darin kein Geruchsschutz eingesetzt ist, entweder in die Kanalisation gespült und gelangt von dort zu einer Abwasseranlage oder verendet im Schacht. Ist im Gully ein Geruchsschutz eingesetzt, so wird sie in diesem zurückgehalten; sie kann aber nicht mehr aus diesem aussteigen und wird nach kürzerer oder längerer Zeit darin durch Verhungern oder Austrocknen verenden. Nebst den bekannten Massnahmen, die Amphibien durch Zäune am Betreten und am Überqueren von Strassen zu hindern und dadurch auch das Fernhalten von entlang den Strassen angeordneten Schächten, kann das Leben einer Anzahl von Tieren sicher gerettet werden. Häufig sind heute aber auch auf Forst- und Feldwegen oder kleineren Strassen Schächte angeordnet, deren Zugang den Amphibien nicht verbaut ist. Eine Möglichkeit wird heute ausgeschöpft, indem nämlich solche Schächte einlasseitig durch engmaschige Gitter abgedeckt werden, was verhindert, dass Amphibien vom Wasser in diese Schächte geschwemmt werden können. Die Gitter müssen aber einen lichten Querschnitt aufweisen, der kleiner als 10 Millimeter ist, um das Hindurchfallen von Amphibien zu verhindern. Solch kleine Querschnitte bewirken, dass derart geschützte Schächte sehr rasch verstopfen und folglich ihren eigentlichen Zweck, die Entwässerung der Strasse oder des Weges, nicht mehr erfüllen. Mit Gittern abgedeckte Schächte müssen folglich in sehr kurzen Abständen mechanisch gereinigt werden. Bei grossen Regenfällen kann aber eine Verstopfung innerhalb von Minuten erneut eintreten, insbesondere im Herbst, wenn Blätter angeschwemmt werden. Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, die Schächte (Gullys und andere Einläufe) derart auszubilden, dass Amphibien, welche in die Schächte gespült wurden oder selbst eingestiegen sind, diese auch wieder ohne fremde Hilfe verlassen können. Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Amphibienausstieg, wie er durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gekennzeichnet ist. Es gelingt in einfacher und kostengünstiger Weise, mit geneigt zur Horizontalen unter dem gelochten oder geschlitzten Deckel des Schachtes angebrachten Platten, die eine Vielzahl von Erhebungen oder Eindrücke aufweisen oder griffig ausgebildete Oberflächen haben, den Amphibien, welche in den Schacht gelangt sind, den Wiederausstieg zu ermöglichen. In einer bevorzugten Ausführungsform sind die geneigten Flächen aus Warzen- oder Riffelblech oder mit Antirutschbelägen überklebtem Blech hergestellt. Besonders vorteilhaft ist die Anordnung, wenn sie zugleich Teil eines Geruchsschutzes ist, welcher einen Sumpf aufweist, der das Abrutschen und Wegspülen der Amphibien in die Kanalisation zusätzlich verunmöglicht. Bei starken Regenfällen können Amphibien für längere Zeit im Sumpf überleben und sofort beim Rückgang der zufliessenden Wassermenge den Schacht über die geneigten Wände verlassen. In einer besonders vorteilhaften Ausbildung der Erfindung ist der Amphibienausstieg am Deckel des Schachtes befestigt. Er kann so ohne bauliche Eingriffe am Schacht auch nachträglich angebracht werden. Bei Beschädigung des Deckels durch den Verkehr kann der Amphibienausstieg an einem neuen Deckel befestigt werden. Anhand illustrierter Ausführungsbeispiele wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 einen Querschnitt durch einen Sammelschacht (Gully) mit einem Gitter als Zutrittsschutz für Amphibien (Stand der Technik), Fig. 2 einen Sammelschacht mit einem kombinierten Geruchsschutz und Amphibienausstieg, Fig. 3 eine vergrösserte Darstellung des Bereiches A in Fig. 2, Fig. 4 und 5 je einen Querschnitt durch eine weitere Ausführung eines Amphibienausstieges, Fig. 6 einen Querschnitt durch einen an der Unterseite eines Gitterdeckels aufgehängten Amphibienausstieg und Fig. 7 eine perspektivische Ansicht eines am Deckel aufhängbaren Amphibienausstieges. In Fig. 1 ist mit Bezugszeichen 1 ein bekannter Sammelschacht mit vertikalen Wänden 3 und einem Boden 5 dargestellt. Der Querschnitt des Schachtes 1 kann rund oder eckig ausgebildet sein. Die Höhe der vertikalen Wände 3 ist in der Darstellung verkürzt abgebildet. Auf dem oberen Rand 7 des Schachtes 1 ist ein den Schacht 1 umgebender Rahmen 9 aufgesetzt, welcher einen in der Regel befahrbaren Loch-, Gitter- oder Schlitzdeckel, kurz Deckel 11, trägt. Solche Deckel 11 sind seit Jahrzehnten bekannt und werden meistens aus Guss hergestellt. Sie liegen in einem umlaufenden Absatz 13 im oberen Rand 7, so dass deren Oberfläche bündig ist mit der Oberfläche des Rahmens 9 und der angrenzenden Boden- oder Strassenfläche 15. Der Sammelschacht 1 und der Rahmen 9 können aus Beton, Stahl oder Kunststoff hergestellt sein. Über der inneren Bodenfläche 17 ist üblicherweise eine Rinne 19 ausgebildet oder ein Schlammsammler eingelassen, welche bzw. welcher die in den Schacht 1 einmündende und die vom Schacht 1 wegführende Kanalisationsleitungen 21 verbinden. Über dem Deckel 11 ist zum Schutz gegen das Hineinkriechen und/oder Hineinfallen oder Hineingeschwemmtwerden von Amphibien ein Drahtgeflecht oder -gitter 12 aufgelegt. Durch dieses Gitter ist die Gefahr, dass Amphibien in den Schacht 1 gelangen können, gebannt, doch - wie bereits einleitend erklärt - kann ein Geflecht oder Gitter 12 kurzfristig eine Verstopfung des Zulaufes des Schachtes 1 verursachen und ist daher unerwünscht. In der Darstellung nach den Fig. 2 und 3 ist im Schacht 1 ein Geruchsschutz 25 eingesetzt, der den Austritt von Kanalgerüchen durch die Schlitze oder Löcher 31 im Deckel 11 verhindert. Der Geruchsschutz 25 besteht aus einem einen Siphon bildenden Behälter 29, der direkt unterhalb des Dekkels 11 an der Schachtwand 3 oder am Rand 13 des Schachtes 1 befestigt ist. Eine trichterförmig ausgebildete Wand 33, die an der Oberkante des Behälters 29 befestigt ist, ragt in diesen hinein. Die Unterkante der Wand 33 liegt unterhalb der Überlaufkante 35 des Behälters 29 und somit auch eingetaucht in das sich im Behälter 29 sammelnde und zurückgehaltene, den Geruchsschutz bildende Wasser. Die Wand 33 weist auf ihrer der Deckelunterseite zugewandten Oberfläche eine Vielzahl von Erhebungen oder Eindrücke 37 auf. Diese Erhebungen oder Eindrücke 37 können über die Oberfläche der Wand 33 verteilt angeordnet und länglich oder warzenförmig ausgebildet sein. Kostengünstig wird die Wand 33 daher aus einem sogenannten Prägeblech, auch unter dem Begriff Warzenblech bekannt, oder einem Blech mit waffelförmigen Erhebungen, wie sie beispielsweise für die Herstellung von Lastwagenbrücken verwendet werden, gebildet. Es können auch glatte Bleche eingesetzt werden, auf deren Oberfläche Antirutschklebestreifen aufgebracht sind. Das untere, eine \ffnung bildende Ende der trichterförmig ausgebildeten Wand 33 kann durch ein Lochblech oder Gitter 43 überspannt sein, welches verhindert, dass in den Schacht 1 geschwemmte Amphibien durch die Strömung des einfliessenden Wassers in den Behälter 29 und von dort über dessen Oberkante 35 in den Schacht 1 geführt werden. Verunreinigungen, wie Sand und Kies, hingegen fallen durch das Gitter 43 hindurch in den Behälter 29 und können periodisch diesem wieder entnommen werden. Selbstverständlich kann die trichterförmig ausgebildete Wand 33 auch in Alleinstellung, d.h. ohne einen darunter angeordneten Behälter 29, in den Schacht 1 eingesetzt sein, wenn kein Geruchsschutz erwünscht oder notwendig ist. Sie stellt dann ausschliesslich einen Amphibienausstieg dar. In der Ausgestaltung der Erfindung nach Fig. 4 bildet die trichterförinige Wand 33 den Siphonbehälter und wird an ihrem unteren Ende von einem vertikal angeordneten Rohr 55 durchdrungen, dessen Oberkante in den Trichter hineinragt. Eine Haube 59 ist mit Abstand auf das obere Rohrende aufgesetzt und taucht mit ihrem unteren Rand teilweise in das innerhalb der trichterförmigen Wand 33 angesammelte und zurückgehaltene Wasser ein. An den inneren Oberflächen der Wand 33 sind wiederum Erhebungen oder Eindrücke 37 angebracht. Die trichterförmige Wand 33 kann einstückig ausgebildet oder aus mehreren trapezförmigen Teilen zu einer runden oder eckigen Form zusammengefügt sein. Ein umlaufender Flansch 53 dient dazu, den Geruchsschutz 25 auf der oberen Kante des Schachtes 1 abzustützen. Ein elastisches Mittel 51, z.B. Moosgummi, dichtet den Flansch 53 gegenüber dem Schacht 1 ab. Der Winkel alpha der Wand 33 sollte vorzugsweise 60 DEG zur Horizontalen nicht überschreiten. In der Ausgestaltung der Erfindung gemäss Fig. 5 bildet - wie in Fig. 4 - die trichterförmige Wand 33 den Wasserbehälter für den Geruchsschutz. Auf der inneren Oberfläche der Wand 33 sind wiederum Erhebungen 37 angeordnet. Alternativ können auch horizontal angebrachte Leisten oder Tritte (vgl. auch Fig. 6) den Auf- und Ausstieg ermöglichen. Der konisch verlaufende obere Rand der Wand 33 liegt in einem ebenfalls konisch ausgebildeten Rahmen 65 selbstzentrierend auf. Zur Geruchsabdichtung kann, wenn eine solche verlangt wird, zwischen dem Rahmen 65 und der Wand 33 eine elastische Dichtung 67 eingelegt sein. In Fig. 6 ist der kombinierte Geruchsschutz und Amphibienausstieg am Gitterdeckel 11 aufgehängt. Eine T-förmige Ankerschiene 71 ist mit Schrauben 73 und Laschen 75 am Deckel 11 befestigt. Am Behälter 29 ist ein zum Eingriff in die Ankerschiene 71 bestimmtes geschlitztes Rohr 77 befestigt. Der Behälter 29 kann mit dieser Vorrichtung an jedem bestehenden Deckel 11, an dem eine Ankerschiene montiert wird, befestigt werden. Alternativ kann der Behälter 29 auch mit mehreren entlang der Wände 81 angebrachten Laschen 83 am Deckel 11 befestigt werden (Fig. 7). Falls eine einwandfreie Geruchsabdichtung erwünscht ist, muss zwischen dem Rand des Deckels 11 und dem Rahmen 9 des Schachtes 1 sowie zwischen dem oberen Rand des Behälters 29 und dem Deckel 11 je eine Dichtung 51 eingelegt werden (Fig. 6). Im folgenden wird kurz die Funktionsweise des Amphibienausstieges erläutert. Eine Kröte K oder ein anderes Amphibium, das durch eine \ffnung 31 in den Schacht 1 geschwemmt wird oder selbst - dem Wasser folgend - hineinspringt, kann sich an den Erhebungen 37 festhalten und mühelos und sicher entlang der trichterförmigen Wand 33 nach oben klettern und den Schacht 1 wieder verlassen (siehe Darstellung in Fig. 3). Der Wasserablauf und Schmutzabtransport wird durch warzenförmige Erhebungen oder die anderen Kletterhilfen nicht behindert.
Claims (7)
1. Amphibienausstieg für einen Sammel- oder Entwässerungsschacht mit einer Schachtwand, auf deren Oberkante ein mit \ffnungen versehener Deckel aufsetzbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Amphibienausstieg einen Behälter (29) umfasst mit einer den lichten Querschnitt des Schachtes (1) mindestens teilweise verschliessenden, zur Horizontalen geneigten Wand (33), deren obenliegende Fläche Erhebungen oder Vertiefungen (37) aufweist und an deren Unterkante Mittel zum Zurückhalten eingeschwemmter Tiere angeordnet sind.
2. Amphibienausstieg nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die geneigte Wand (33) trichterförmig ausgebildet ist.
3. Amphibienausstieg nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die untenliegende \ffnung der trichterförmigen Wand (33) durch ein Gitter (43) überspannt ist.
4.
Amphibienausstieg nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die geneigte Wand (33) Teil des Behälters (29) ist.
5. Amphibienausstieg nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (29) am Deckel (11) aufhängt oder am Rand (9) des Schachtes (1) abstützbar ausgebildet ist.
6. Amphibienausstieg nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass am Behälter (29) ein geschlitztes Rohr (77) oder ein entsprechend ausgebildetes Führungsmittel angebracht ist, welches in Eingriff mit einer am Deckel (11) angebrachten Ankerschiene (71) bringbar ist.
7.
Amphibienausstieg nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (29) trichterförmig ausgebildet ist und die untere \ffnung durch ein die \ffnung durchdringendes bis nahe der Oberkannte der Wand (33) reichendes Rohr (55) verschlossen ist, und dass das Rohr (55) oben mit einer Haube (59) abgedeckt ist, deren Unterkante unterhalb des oberen Endes des Rohres (55) zu liegen kommt.
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