CH690331A5 - Dispersionskleber und Verfahren zum elastischen Verkleben zweier Substratflochen. - Google Patents

Dispersionskleber und Verfahren zum elastischen Verkleben zweier Substratflochen. Download PDF

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CH690331A5 CH01563/96A CH156396A CH690331A5 CH 690331 A5 CH690331 A5 CH 690331A5 CH 01563/96 A CH01563/96 A CH 01563/96A CH 156396 A CH156396 A CH 156396A CH 690331 A5 CH690331 A5 CH 690331A5
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Description


  
 



  Die Erfindung bezieht sich auf einen wässrigen Einkomponenten-Dispersionskleber auf der Basis von Polyurethan zum elastischen Verkleben zweier Substratflächen. Weiter betrifft die Erfindung ein Verfahren zum elastischen Verkleben zweier Substratflächen, wovon wenigstens eine porös ausgebildet ist, mit diesem Dispersionskleber. 



  Werden zwei Substratflächen mit einem Kleber beschichtet und nach dem Trocknen des Klebers aufeinander gelegt, spricht man von einem Kontaktkleber. Dieser kann bei üblichen Klebern seine Wirkung erst entfalten, wenn das Lösungsmittel oder das Wasser verdunstet ist. Wird lediglich eine der beiden zu verbindenden Substratflächen mit einem Kleber beschichtet und die andere, unbehandelte Substratfläche nach dem Verdunsten des Lösungsmittels oder Wassers aufgelegt und angedrückt, handelt es sich um einen Einseitkleber. Die Bezeichnungen Kontakt- und Einseitkleber werden auch bei einem Aufeinanderlegen der Substratflächen mit nassem Kleber beibehalten. 



  In leicht flüchtigen organischen Lösungsmitteln gelöste Kleber sind rasch verarbeitbar. Dieser Vorteil wird jedoch durch eine Reihe von Nachteilen weitgehend oder überwiegend aufgehoben. Die beim Spritzen und Trocknen entweichenden organischen Lösungsmittel stellen einen bedeutenden arbeitsökonomischen Verlust dar. Weiter sind die sich verflüchtigenden Lösungsmittel feuergefährlich, gesundheitsschädigend und/oder umweltbelastend. Trotz besonders gebauten Anlagen und umfangreichen Vorkehrungen zum Vermeiden von unkontrolliertem Entweichen von organischen Lösungsmitteln hat sich in zahlreichen Industrieländern der Gesetzgeber eingeschaltet und den Einsatz von organischen Lösungsmit teln, wenn dies nicht bereits erfolgt ist, in naher oder mittlerer Zukunft weitgehend verboten. 



  In den EP A1 0 470 928 und 0 624 634 werden wässrige Dispersionen und Verfahren zum elastischen Verkleben zweier Substratflächen aufgezeigt, welche den Einsatz von wässrigen Dispersionen als Kontakt- oder Einseitkleber erlauben. Überraschend zeigen diese wässrigen Dispersionen eine hohe Initialhaftung, wenn die beiden Substratflächen mit nassem Kleber aufeinander gelegt und kurz angedrückt werden. Die Klebstoffdispersionen sind drucksensibel, ohne Wasserabgabe wird spätestens beim Andrücken sofort ein Abbindevorgang eingeleitet. Nach der erstgenannten EP A1 0 470 928 wird eine erste Dispersion mit einem Acrylsäureestercopolymer und eine kolloidale zweite Dispersion eines Chloroprenpolymerisats nach vorheriger oder mit gleichzeitiger Durchmischung auf wenigstens eine der Substratflächen aufgetragen.

   Die zu verklebenden Substratflächen mit den nassen Klebstoffdispersionen werden aufeinander gelegt und angedrückt. Die EP A1 0 624 634 beschreibt einen Kleber für Schaumstoffe und andere Materialien mit poröser Oberfläche, eine aufsprühbare Dispersion auf der Basis eines Acrylsäureestercopolymers und eines kolloidalen Chloroprenpolymerisats, welche als kennzeichnendes Merkmal Borsäure enthält. 



  Weiter sind wässrige Polyurethandispersionen bekannt, welche als Klebstoffe bzw. Kleber verwendet werden. Polyurethane, kurz PUR genannt, bezeichnen eine Gruppe hochmolekularer Werkstoffe, die durch Polyaddition von Diisocyanaten und bi- oder mehrfunktionellen Hydroxylverbindungen hergestellt werden. In ihren Molekülen sind die Grundbausteine durch die Urethangruppe (-NH-COO-) verbunden. Je nach chemischer Natur der eingesetzten Ausgangsverbindungen (Edukte) lassen sich Polyurethane mit linearen, verzweigten oder vernetzten Makromolekülen erhalten. Lineare Polyurethane sind thermoplastische Stoffe, welche eine vielfältige Anwendung gefunden haben. Hier interessieren nur vernetzte, elastomere  Polyurethane, welche als Kleber verwendet werden können. 



  Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen wässrigen Einkomponenten-Dispersionskleber auf der Basis von Polyurethan und ein Verfahren zum elastischen Verkleben zweier Substratflächen, wovon wenigstens eine porös ausgebildet ist, mit einem derartigen Dispersionskleber zu schaffen, welche die Initialhaftkraft von nass aufeinander gelegten Substratflächen weiter verbessern und/oder vereinfachen, weiterhin eine hohe Endhaftkraft aufweisen und auch eine lange, praxisgerechte Verarbeitungszeit nach dem Auftragen der Dispersion gewährleisten, ohne die ökonomischen und ökologischen Vorteile von weniger effizienten wässrigen Einkomponenten-Dispersionsklebern einzubüssen. 



  In Bezug auf den Dispersionskleber auf der Basis von Polyurethan wird die Aufgabe erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass er wenigstens einen eingemischten Säureträger mit schwacher Säure enthält, und einen bezüglich der rohen Polyurethan-Dispersion abgesenkten pH-Wert aufweist. Spezielle und weiterführende Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand von abhängigen Patentansprüchen. 



  Die wässrigen Einkomponenten-Dispersionskleber auf der Basis von Polyurethan können als Kontakt- oder Einseitkleber eingesetzt werden. Eine hohe, mit derjenigen von lösungsmittelhaltigen Klebstoffen wenigstens vergleichbare Initialhaftkraft kann nach dem Auftragen bereits in Sekundenschnelle erreicht werden, wenn die beiden Substratflächen nass aufeinander gelegt und zweckmässig kurz angedrückt werden. Die Initialhaftkraft ist unabhängig von einer vorgängigen Ablüftung. Bei einem kürzeren Maschinenstopp entstehen keine Produktionsausfälle, die aufgetragene Dispersion bleibt verhältnismässig lange nass bzw. offen und behält ihre vorteilhaften Eigenschaften bis zum Austrocknen, z.B. nach 15-30 min, im Wesentlichen unverändert. 



  Die Dispersionskleber sind drucksensibel. Bei einem Versprühen mit Schockwirkung kann die Koagulation bereits in der Flugphase ausgelöst werden. Je nach Eigengewicht des beim Zusammenfügen oben liegenden, zu verklebenden Substrates kann die Koagulation bzw. die Destabilisierung des Dispersionsklebers auch durch das Eigengewicht ausgelöst werden. In der Regel erfolgt jedoch ein kurzes Andrücken, was den notwendigen Schock zur Auslösung der Koagulation sicherstellt. 



  Ein gezieltes Auslösen der Koagulation mit hoher Initialhaftkraft ist in der Praxis von wesentlicher Bedeutung. Mit einem Dispersionskleber beschichtete, nasse Oberflächen können kurz aufeinander gedrückt werden und erreichen sofort die für eine Weiterverarbeitung und/oder einen Transport notwendige Initialhaftkraft. Diese steigt auch nach dem Zusammenfügen weiter an und erreicht z.B. bei einem Schaum mittlerer Härte nach wenigen Sekunden die Ausreissgrenze. 



  Die Dispersionen auf der Basis von Polyurethan werden in einem Mischer üblicher Bauart hergestellt, wobei die Komponenten in vorausbestimmter Reihenfolge zugegeben werden. Eine fertig gemischte Dispersion kann unter Luftabschluss mehrere Monate aufbewahrt werden ohne zu koagulieren. 



  Das Einmischen wenigstens einer in einem Säureträger aufgelösten schwachen Säure ist in zweierlei Hinsicht von wesentlicher Bedeutung: 
 
   - Die Zugabe von Säure in Form eines Granulates, Pulvers oder flüssigen Konzentrates zum Polyurethan könnte einen unerwünschten Schock bewirken und die Koagulation vorzeitig, vor dem Auftragen auf ein Substrat, auslösen. Dies könnte den Inhalt eines ganzen Gebindes unbrauchbar machen. 
   - Durch die Zugabe der schwachen Säure in einem Säureträger zum Polyurethan kann die Mischung stabilisiert werden. Sie  wird in Balance gehalten, wenn bevorzugt mehr als 10 Gew.-% Säureträger mit Säure, bezogen auf das Gesamtgewicht, zugegeben werden. Zweckmässig liegt der Bereich bei 15 bis 40 Gew.-% Säureträger mit Säure, insbesondere bei 20 bis 30 Gew.-% wieder bezogen auf das Gesamtgewicht. 
 



  Durch Zugabe von Säure wird der pH-Wert der rohen Polyurethan-Dispersion zweckmässig auf weniger als etwa 8, vorzugsweise in den sauren Bereich unterhalb 7 abgesenkt. Als besonders vorteilhaft hat sich ein pH-Wert im Bereich von 4 bis 6, also im schwach bis mässig sauren Bereich, erwiesen. So erreicht und übertrifft der Dispersionskleber nach dem Auftragen die erforderlichen Eigenschaften und die notwendige Stabilität. 



  Die vorstehenden pH-Werte werden vorzugsweise durch einen Säureanteil von 0,01 bis 10 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis 2 Gew.-%, immer bezogen auf den Feststoffgehalt, erreicht. 



  Sehr gute Ergebnisse bezüglich der Initialhaftkraft, aber auch der Endhaftkraft und der Stabilität, sind beispielsweise mit Zitronensäure, Weinsäure, Borsäure und/oder Essigsäure erzielt worden. Selbstverständlich sind zahlreiche weitere schwache Säuren geeignet, mit einem Säureträger in den erfindungsgemässen wässrigen Dispersionskleber auf der Basis von Polyurethan eingemischt zu werden. 



  Der Säureträger selbst besteht beispielsweise aus Wasser, Glycerin, wenigstens einem Acrylsäureestercopolymer oder Mischungen davon. Vorteilhafte Acrylsäureestercopolymere sind beispielsweise die Produkte Acronal A310S und Acronal S600 der deutschen Firma BASF. 



  Die Basiskomponente des erfindungsgemässen wässrigen Einkomponenten-Dispersionsklebers, dem Polyurethan, ist im Wesentlichen aus Polyisocyanaten, Dihydroxylverbindungen und Kettenverlängerern aufgebaut. Mit Vorteil ist weiter ein  Vernetzer zugegeben, welcher wenigstens zwei gegenüber Isocyanat reaktive Gruppen enthält. Diese Polyurethane gewährleisten bei gezieltem Einsatz im Rahmen der vorliegenden Erfindung nicht nur eine hohe Initialhaftkraft, sondern auch universelle Verwendungsmöglichkeiten für polare und unpolare Substrate, wobei auch unter Feuchtigkeitseinwirkung eine gute Beständigkeit erhalten bleibt. Die Herstellung eines Polyurethans, welche nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist, wird beispielsweise in der DE A 3 437 918 beschrieben. 



  Obwohl auch als Kleber eingesetzte Polyurethane und ihre Eigenschaften seit langem bekannt und immer wieder Gegenstand zahlreicher Publikationen sind, wird bezüglich der einzelnen Komponenten Folgendes ausgeführt: 
 
   - Als Polyisocyanate sind insbesondere aliphatische, cycloaliphatische und aromatische Diisocyanate geeignet. Diese haben die allgemeine Formel X(NCO)2. Die Komponente X bezeichnet einen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit zweckmässig 4 bis 12 C-Atomen, einen cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit zweckmässig 6 bis 15 Atomen oder einen aromatischen Kohlenwasserstoffrest mit zweckmässig 7 bis 15 C-Atomen. Als spezifische Beispiele können 1,4-Butandiisocyanat, Cyclohexandiisocyanat und 2,6-Toluoldiisocyanat aufgeführt werden.

   Auch geeignete Mischungen von Diisocyanaten sind geeignet. 
   - Die Dihydroxylverbindungen haben vorzugsweise ein Molekulargewicht von 400 bis 6000 g/mol, es handelt sich insbesondere um Polyesterdiole, Umsetzungsprodukte von zweiwertigen Alkoholen mit zweiwertigen Carbonsäuren, beispielsweise Phtalsäure, Adipinsäure, Maleinsäure, Fumarsäure und dimere Fettsäuren. Geeignete Alkohole für Polyesterdiole sind beispielsweise Äthylenglykol, Propylenglykol -(1,2) und -(1,3), o-Hexandiol und Polyäthylenglykol. 
   - Kettenverlängerer haben bevorzugt ein Molekulargewicht unter 400 g/mol. Es handelt sich beispielsweise um Verbindungen mit zwei Hydroxylgruppen, zwei primären oder sekundären Aminogruppen oder einer Hydroxyl- und einer primären oder sekundären Aminogruppe. Beispiele sind hier Äthylendiamin, Hexamethylendiamin, Piperazin, Äthanolamin und Isopropanolamin.

   Kettenverlängerer haben in der Regel auch eine Vernetzerfunktion. 
 



  Besonders gute Resultate sind mit einem Dispersionskleber auf Polyurethanbasis Luphen D DS 3482 X oder D DS 3418 X der bereits erwähnten deutschen Firma BASF erzielt worden. 



  Das Einmischen von Zusatzkomponenten richtet sich nach den erwünschten Eigenschaften der Dispersion. Eine oder mehrere der folgenden organischen Komponenten sind dazu geeignet: 
 
   - N-Alkylpyrrolidon, beispielsweise in Form von N-Methyl-2-Pyrrolidon, bis zu 15 Gew.-%, bezogen auf den Feststoffgehalt, und/oder eine Substanz der Gruppe bestehend aus N-Octyl-2-Pyrrolidon und N-Dodecyl-2-Pyrrolidon, vorzugsweise jeweils bis zu 10 Gew.-%, immer bezogen auf den Feststoffgehalt. N-Methyl-2-Pyrrolidon kann auch mit N-Octyl-2-Pyrrolidon oder N-Dodecyl-2-Pyrrolidon, bei unveränderten Gewichtsanteilen, gemischt sein.

   Das erstgenannte N-Methyl-2-Pyrrolidon dient als Weichmacher, die beiden anderen Pyrrolidone fördern eher die Koagulationsfähigkeit und die Benetzung. 
   - Die Zugabe von Natriumlaurylsulfat, vorzugsweise in einer Konzentration von 0,1 bis 3 Gew.-%, bezogen auf den Feststoffgehalt, verbessert beim Auftragen durch Aufsprühen die mechanischen Eigenschaften, insbesondere die Bearbeitbarkeit. 
   - Mit dem Ziel des Weichmachens, der Haftvermittlung, der  Wärmestandfähigkeit und der Lagerstabilität kann als weitere Komponente auch Dimetylphtalat oder Diisobutylphtalat eingemischt sein, vorzugsweise mit bis zu 20 Gew.-% wiederum bezogen auf den Feststoffgehalt.

   
   - Weitere, dem Fachmann bekannte fakultative Zusatzkomponenten sind beispielsweise Entschäumer (Tego Antifoam 2-89), Emulgatoren (Emulphor OPS 25), Dispersionspulver für einen hohen Festkörpergehalt (Acronal DS 6200), Weichharze (Dertoline 25) und Verdicker (Latekoll D 8%ig). In Klammern ist stets eine marktgängige Produktebezeichnung aufgeführt. 
 



  Schliesslich können auch feinkörnige Füllmaterialien eingemischt sein, vorzugsweise Zn0, Mg0 und/oder Farbpigmente. 



  In Bezug auf das Verfahren wird die Aufgabe erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass der Dispersionskleber auf wenigstens eine der Substratflächen aufgetragen, die zu verklebenden Substratflächen nass aufeinander gelegt und während wenigstens etwa 0,5 sec mit wenigstens 0,1 N/cm<2> angedrückt werden. 



  Beim Austritt der Dispersion aus einer Spritz- oder Sprühvorrichtung, beispielsweise einer Spritzdüse, einem Spritzbalken oder einem ähnlichen Zerstäubungsmittel, beginnt die drucksensible Dispersion sofort zu koagulieren, wenn eine entsprechende Schockwirkung erzeugt wird. Neben der Verbesserung der Initialhaftkraft hat dies den Vorteil, dass praktisch keine staubförmigen Partikel in die Umgebungsluft austreten, welche Arbeitsplatzhygiene und Umwelt belasten. Die Koagulation ist derart schnell, dass bei extremen Bedingungen auf vertikale Flächen dicke Schichten, sogar warzenförmige Buckel aufgetragen werden können, ohne dass die aufgetragene Schicht abläuft. 



  Wird die erfindungsgemässe Dispersion anstelle des mit einem  Schock verbundenen Aufspritzens oder Aufsprühens aufgewalzt, aufgestrichen oder aufgegossen, kann schon durch Aufeinanderlegen der Substrate eine hinreichende Initialhaftkraft erzielt werden. Genügt das praktisch immer mit einer, wenn auch kurzen, Scherbewegung verbundene Auflegen nicht für die eine Koagulation auslösende Schockwirkung, erfolgt zusätzlich ein kurzes Andrücken. Mit Blick auf den geringen Aufwand des kurzen Andrückens mit oder ohne Scherbewegung erfolgt dieses praktisch immer, entweder sofort oder später. 



  Sprühgut wird bevorzugt mit einem Luftdruck von 0,5 bis 1,5 bar und einem Materialdruck von 0,3 bis 0,6 aufgetragen. 



  Der erfindungsgemässe Dispersionskleber wird vorzugsweise mit einer spezifischen Menge von 30 bis 300 g/m<2>, insbesondere von 50 bis 150 g/m<2>, aufgetragen. Das Auftragen erfolgt zweckmässig bei Raumtemperatur, die Initialhaftkraft greift derart rasch und stark, dass sich eine Erwärmung in der Praxis normalerweise erübrigt. 



  Die zu verklebenden nassen Substratflächen können sofort nach dem Beschichten oder bis vorzugsweise etwa 30 min, insbesondere bis etwa 20 min später aufeinander gedrückt werden, ohne dass die Initialhaftkraft merklich verändert wird. 



  Das Andrücken erfolgt zweckmässig während 1 bis 5 sec, vorzugsweise mit 0,1 bis 1 N/cm<2>, insbesondere mit etwa 0,5 N/cm<2>. Das Andrücken kann in besonderen Fällen auch mehrmals erfolgen, mit vollständiger oder teilweiser Entlastung. Durch Wiederholungen, auch durch Erhöhen des Anpressdruckes oder eine Scherbewegung, kann die Initialhaftung und die Zunahme der Haftung erhöht werden, was jedoch nicht immer erwünscht ist. Wesentlich ist die sofortige Bearbeitbarkeit und das Aufrechterhalten der Initialhaftkraft bei längerer Ablüftzeit vor dem Zusammenfügen. 



  Eine besonders vorteilhafte Anwendung des erfindungsgemässsen Dispersionsklebers liegt im Verkleben von Schaumstoffen. Ein häufiger Arbeitsgang besteht hier z.B. darin, dass quaderförmige Schaumstoffblöcke zu Kissen verklebt werden, indem nach dem Auftragen eines erfindungsgemässen Dispersionsklebers die schmalen Seiten eingeknickt und sofort nass aufeinander gedrückt werden können. Dank der hohen Initialhaftkraft kann der angelegte Pressdruck sofort wieder weggelassen werden. Ein Zurückfedern oder Verschieben des gespannten Schaumstoffes konnte nicht festgestellt werden, auch bei Ablüftzeiten bis zu etwa einer Stunde. Trotzdem können nach dem Aufeinanderlegen, vor dem Anpressen, bei nicht passgerechten Verklebungen Korrekturen vorgenommen werden. 



  Schaumstoffe aller Art, beispielsweise Polyäthylen, Polyäther, Polyurethan oder Naturlatex haben ein breites Verwendungsspektrum in der Polstermöbel- und Matratzenindustrie, für Sportartikel usw. Eine besonders wertvolle Anwendung der Erfindung liegt im Überziehen von geformten Schaumstoffen mit einem textilen Überzug, beispielsweise mit einem Gewebe überzogene Fahrzeugsitze. 



  Die wichtigsten Vorteile der vorliegenden Erfindung können kurz wie folgt zusammengefasst werden: 
 
   - Einfachste Handhabung, Einkomponentenwerkstoff mit hohem Feststoffgehalt, der kein Gefahrengut ist. 
   - Ausserordentlich hohe und schnelle Initialhaftkraft von nassen Dispersionen, auch bei Raumtemperatur und nach längerer Ablüftzeit. 
   - Keine Verwendung von organischen Lösungsmitteln oder Lösungsmittelkomponenten, welche Arbeitsplatz und Umwelt belasten, und praktisch pH-neutral.

   Nebelarmer Sprühauftrag, geringe Abwassermengen, die gut gereinigt und entsorgt werden können, deshalb keine Probleme mit strengen bis sehr strengen arbeitsplatzhygienischen und feuerpoli zeilichen Vorschriften oder Abwasserverordnungen. 
   - Hohe Wärmestandfestigkeit, nicht feuergefährlich. 
   - Breites Anwendungsspektrum, insbesondere für die Verklebung von Schaumstoffen, wie Latex, Polyäther-, Polyurethan- und Polyäthylenschaum untereinander sowie auf Holz, Spanplatten, Pappe, Jute, Gummihaar usw. 
 



  Alles, was zur Verarbeitung des erfindungsgemässen schnellabbindenden Dispersionsklebers benötigt wird, ist eine passende Spritzpistole und ein Materialschlauch. Es werden weder Pumpen noch teure Druckbehälter benötigt. Ein ganzes Gebinde kann ohne Nachfüllen geleert werden, beim Nachfüllen sind Fehler nicht möglich. 

Claims (11)

1. Wässriger Einkomponenten-Dispersionskleber auf der Basis von Polyurethan zum elastischen Verkleben zweier Substratflächen, dadurch gekennzeichnet, dass der Kleber wenigstens einen eingemischten Säureträger mit schwacher Säure enthält, und einen bezüglich der rohen Polyurethan-Dispersion abgesenkten pH-Wert aufweist.
2. Dispersionskleber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass er eine Gesamtmenge des Säureträgers mit schwacher Säure von mehr als etwa 10 Gew.-%, vorzugsweise 15-40 Gew.-%, insbesondere 20-30 Gew.-%, enthält.
3. Dispersionskleber nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass er einen auf weniger als etwa 8, vorzugsweise auf weniger als etwa 7, insbesondere 5-7, abgesenkten pH-Wert hat.
4.
Dispersionskleber nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass er in Bezug auf den Feststoffgehalt einen Säureanteil von 0,01-10 Gew.-%, vorzugsweise 0,1-2 Gew.-%, hat.
5. Dispersionskleber nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass er einen Säureträger, vorzugsweise Wasser, Glycerin und/oder wenigstens ein Acrylsäureestercopolymer, mit Zitronensäure, Weinsäure, Borsäure und/oder Essigsäure als schwache Säure enthält.
6. Dispersionskleber nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Polyurethan im Wesentlichen aus Polyisocyanaten, Dihydroxylverbindungen und Kettenverlängerern aufgebaut ist und vorzugsweise Vernetzer mit wenigstens zwei gegenüber Isocyanat reaktiven Gruppen enthält.
7.
Dispersionskleber nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass er ein N-Alkylpyrrolidon, vorzugsweise bis zu 15 Gew.-% N-Methyl-2-Pyrrolidon, und/oder eine Substanz der Gruppe bestehend aus N-Octyl-2-Pyrrolidon und N-Dodecyl-2-Pyrrolidon enthält, vorzugsweise jeweils bis zu 10 Gew.-%, immer bezogen auf den Feststoffgehalt.
8. Dispersionskleber nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass er Natriumlaurylsulfat, vorzugsweise 0,1 bis 3 Gew.-%, bezogen auf den Feststoffgehalt, enthält.
9. Dispersionskleber nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass er Dimethylphtalat oder Diisobutylphtalat enthält, vorzugsweise je bis zu 20 Gew.-%, bezogen auf den Feststoffgehalt.
10.
Verfahren zum elastischen Verkleben zweier Substratflächen, wovon wenigstens eine porös ausgebildet ist, mit einem Dispersionskleber nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Dispersionskleber auf wenigstens eine der Substratflächen aufgetragen, die zu verklebenden Substratflächen nass aufeinander gelegt und während wenigstens etwa 0,5 sec mit wenigstens 0,1 N/cm<2> angedrückt werden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Dispersionskleber aufgespritzt, aufgesprüht, aufgewalzt, aufgegossen oder mit einem Pinsel bzw. einer Rolle aufgebracht wird.
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