CH690435A5 - Verfahren und Vorrichtung zum Bremsen, Beschleunigen und/oder Lenken von geförderten Druckprodukten. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Bremsen, Beschleunigen und/oder Lenken von geförderten Druckprodukten. Download PDF

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CH690435A5 CH03433/95A CH343395A CH690435A5 CH 690435 A5 CH690435 A5 CH 690435A5 CH 03433/95 A CH03433/95 A CH 03433/95A CH 343395 A CH343395 A CH 343395A CH 690435 A5 CH690435 A5 CH 690435A5
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Description


  
 



  Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Förderung von Druckprodukten und betrifft ein Verfahren gemäss dem Oberbegriff des ersten unabhängigen Patentanspruchs und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach dem Oberbegriff des entsprechenden unabhängigen Patentanspruchs. Verfahren und Vorrichtung dienen zum Bremsen, Beschleunigen und/oder Lenken von Druckprodukten, die in einem Förderstrom gefördert werden. 



  In der Bearbeitung von Druckprodukten ist es manchmal nötig, die Fördergeschwindigkeit der Druckprodukte zwischen verschiedenen Bearbeitungsschritten zu verändern. So müssen beispielsweise die Druckprodukte, welche nacheinander mit grosser Geschwindigkeit von beispielsweise 10 m/s den Falzapparat der Rotationsdruckmaschine verlassen, zur Bildung eines Schuppenstroms auf eine kleinere Geschwindigkeit von beispielsweise 1 m/s abgebremst werden. Der Schuppenstrom wird grundsätzlich mit einem mit dem Falzapparat synchronisierten Auslegeschaufelrad gebildet. Die mit grosser Geschwindigkeit eintreffenden Druckprodukte prallen im Grund des langsamer laufenden Auslegeschaufelrades auf. Ohne geeignete Massnahmen zur Kontrolle des Aufprallvorgangs ist die Lage des Druckproduktes im Auslegeschaufelrad unkontrolliert und/oder schräg.

   Beim Aufprall kann es ausserdem  zu einer Beschädigung des Druckproduktes kommen: Das vorlaufende Druckproduktende kann direkt durch den Aufprall, das nachlaufende Druckproduktende kann durch ein Zusammenstauchen des Druckproduktes nach dem Aufprall beschädigt werden. Es sind Verfahren und Vorrichtungen bekannt, welche eine Kontrolle des Aufprallvorgangs, beispielsweise eine Verminderung der Aufprallgeschwindigkeit oder ein Lenken der Druckprodukte, zum Ziel haben. 



  Ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Verminderung der Aufprallgeschwindigkeit eines Stroms von Druckprodukten offenbart beispielsweise die Offenlegungsschrift DE-3 406 069. Hierbei werden die Druckprodukte an ihren nachlaufenden Enden durch eine Bremsvorrichtung kurzzeitig erfasst, abgebremst und wieder freigegeben. Die Bremsvorrichtung besteht im Wesentlichen aus mit reduzierter Umfangsgeschwindigkeit laufenden Nockenscheiben in Wirkverbindung mit zugeordneten, gegenläufig angetriebenen Ringen. Eine ähnliche Vorrichtung, die ein einfaches Verstellen bei laufender Maschine auf unterschiedliche Formatlängen der Druckprodukte ermöglicht, offenbart die Patentanmeldung EP-0 390 736. Diese beiden Erfindungen haben den Nachteil, dass sie nur sehr kurzzeitig auf die Druckprodukte einwirken und der Bremseffekt entsprechend klein ist. 



  Weitere Vorrichtungen zum Abbremsen eines Stroms von Druckprodukten sind aus der Offenlegungsschrift DE-4 316 051 und der Patentanmeldung EP-04 846 530 bekannt. Hierbei werden die Druckprodukte mit Bürsten abgebremst. Beide Vorrichtungen greifen die Druckprodukte an ihren vorlaufenden Enden an; dadurch ist die Gefahr einer Beschädigung der Druckprodukte und eines Verschmierens der Druckfarbe an den Reibstellen gross. 



  Mit keinem bekannten Verfahren und keiner bekannten Vorrichtung ist es möglich, Druckprodukte wahlweise zu bremsen oder zu beschleunigen und/oder zu lenken. 



  Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren anzugeben und eine Vorrichtung zu schaffen, die es erlauben, Druckprodukte wahlweise zu bremsen, zu beschleunigen und/oder zu lenken, die nur auf ein Ende der Druckprodukte einwirken und trotzdem eine optimale Brems-, Beschleunigungs- und/oder Lenkwirkung zeigen. 



  Die Aufgabe wird gelöst durch das Verfahren und die Vorrichtung, wie sie in den Patentansprüchen definiert sind. 



  Die Grundidee des erfindungsgemässen Verfahrens besteht darin, mit Andrückelementen, welche im Wesentlichen Normalkräfte periodisch auf einen Strom von geförderten Druckprodukten ausüben, derart federnd auf die Druckprodukte einzuwirken, dass die Einwirkungszeit auf die Druckprodukte sich verlängert. Die Andrückelemente können beispielsweise Nocken auf Federelementen sein, welche ihrerseits beispielsweise auf einer rotierenden Walze befestigt sind. Wegen der Rotation der Walze wirken die Kontaktelemente periodisch auf den Produktestrom ein, indem sie gezielt und im richtigen Moment auf die Druckprodukte aufprallen. Dank den Federelementen begleiten die Kontaktelemente die Druckprodukte auf einem längeren Weg bzw. während einer längeren Zeit, wodurch eine verbesserte Einwirkung erzielt wird. 



  Wenn die Normalkräfte als gegenüberliegende Kräftepaare auf die zwei Hauptflächen des Druckproduktes einwirken, so werden hauptsächlich Reibungskräfte auf das Druckprodukt ausgeübt. Mit diesen Reibungskräften kann das Druckprodukt wahlweise gebremst oder beschleunigt werden. Wenn die Normalkräfte versetzt auf die zwei Hauptflächen des Druckproduktes einwirken, so wird hauptsächlich ein Drehmoment auf das Druckprodukt ausgeübt. Mit diesem Drehmoment kann das Druckprodukt gelenkt werden. Das Bremsen bzw. Beschleunigen und das Lenken können auch in ein und demselben Verfahren mit ein und derselben Vorrichtung durchgeführt werden. 



  Einige Varianten des erfindungsgemässen Verfahrens und der erfindungsgemässen Vorrichtung werden nun im Zusammenhang mit den folgenden Figuren detaillierter beschrieben. Dabei zeigen: 
 
   Fig. 1 einen schematischen Querschnitt durch eine Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung, 
   Fig. 2 eine schematische Darstellung des erfindungsgemässen Verfahrens zum Bremsen bzw.

   Beschleunigen von Druckprodukten, 
   Fig. 3 eine schematische Darstellung des erfindungsgemässen Verfahrens zum Lenken von Druckprodukten, 
   Fig. 4-9 Schemazeichnungen von verschiedenen Varianten des erfindungsgemässen Verfahrens, 
   Fig. 10 eine Schemazeichnung zur Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens zum Bremsen von Produkten eines entschuppten Stroms und 
   Fig. 11 eine Schemazeichnung zur Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens zum Beschleunigen von Produkten eines Schuppenstroms. 
 



  Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch eine Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorrichtung. Ein erstes Andrückelement 1 und ein zweites Andrückelement 2 sind im Wesentlichen ortsfest derart angeordnet, dass zwischen ihnen ein Druckprodukt 3 eingeklemmt werden kann. 



  Das erste Andrückelement 1 weist in diesem Beispiel zwei Kontaktelemente 4, welche auf Federelementen 5 angeordnet sind, auf. Die Federelemente 5 ihrerseits sind auf einem Bewegungselement 6 für Kontaktelemente befestigt. Im in Fig. 1 dargestellten Beispiel sind die Kontaktelemente 4 als Nocken ausgebildet. Sie haben die Eigenschaft, dass sie periodisch und synchronisiert auf den Strom von Druckprodukten 3 einwirken. Die Federelemente 5 sind beispielsweise Biegefedern; sie sind so eingestellt, dass sie gespannt sind, wenn das entsprechende Kontaktelement 4 in Kontakt mit dem Druckprodukt 3 ist.

   In der Nähe des ersten Andrückelementes 1 ist eine Kulisse 7 angebracht, die den Zweck hat, die Bewegungsbahn der Kontaktelemente 4 zu beeinflussen, indem sie beispielsweise die Federelemente 5 zuerst spannt und dann die Kontaktelemente 4 gezielt im richtigen Moment auf die Druckprodukte 3 aufprallen lässt. Beim gezielten, schlagartigen Aufprall der Kontaktelemente 4 auf die Druckprodukte 3 werden die Druckprodukte 3 sofort gezielt zwischen die Andrückelemente 1, 2 eingeklemmt. Das erste Andrückelement 1 kann auch nur ein Kontaktelement 4 oder mehr als zwei Kontaktelemente 4 und die entsprechende Anzahl Federelemente 5 aufweisen. 



  Das zweite Andrückelement 2 ist beispielsweise als Walze ausgebildet und drückt direkt mit seiner Mantelfläche 8 auf die eine Hauptfläche 9 des Druckproduktes. Ebenfalls dargestellt, aber nicht zur Erfindung gehörig, ist ein Auslegeschaufelrad 10, welches Fächer 11 zur Aufnahme der Druckprodukte 3 aufweist. 



  Anhand der Beispiele von Fig. 2 und 3 wird das erfindungsgemässe Verfahren erläutert. Schematisch dargestellt sind ein erstes Andrückelement 1 und ein zweites Andrückelement 2, wie in Fig. 1, und ein Druckprodukt 3. Die Andrückelemente 1, 2 drehen sich mit entgegengesetzten Drehrichtungen, und das Druckprodukt 3 wird in der mit einem Pfeil 12 angedeuteten Förderrichtung zwischen die Andrückelemente 1, 2 gefördert. Am ersten Andrückelement 1 ist vereinfachend nur ein Kontaktelement 4 eingezeichnet, und zwar in drei Stellungen: einer Lauerstellung 4.1 (gestrichelt) und einer Brems- bzw. Beschleunigungsstellung 4.2 in Fig. 2 sowie in einer Lenkstellung 4.3 in Fig. 3. Diese drei Stellungen werden im dargestellten Beispiel aufgrund der Drehung des Bewegungselementes 6 für Kontaktelemente nacheinander durchlaufen.

   In der Lauerstellung hält die Kulisse 7 das Kontaktelement 4.1 vom Druckprodukt 3 fern, indem sie das Federelement 5.1 spannt und das Kontaktelement 4.1 näher an das Bewegungselement 6 für Kontaktelemente herandrückt. Sobald die Wirkung der Kulisse 7 aufhört, entspannt sich das Federelement 5 teilweise, und das Kontaktelement 4 prallt gegen den nachlaufenden Teil des Druckproduktes 3. Das hat den Vorteil, dass das vorlaufende Ende nicht angegriffen und beschädigt und dass das Druckprodukt 3 nicht zusammengestaucht wird. 



  Die Andrückelemente 1, 2 üben im Wesentlichen Normalkräfte FN auf das Druckprodukt 3 aus, d.h. Kräfte, die im Wesentlichen senkrecht zu den  Hauptflächen 9, 9 min  der Druckprodukte 3 ausgerichtet sind. Es gilt nun, bezüglich der Normalkräfte FN zwei Fälle zu unterscheiden. 



  In einem ersten Fall, welcher in Fig. 2 dargestellt ist, liegen einander zwei Normalkräfte FN gegenüber. In diesem Fall wirken hauptsächlich Reibungskräfte, welche zum Bremsen oder Beschleunigen des Druckproduktes 3 ausgenützt werden können, auf das bewegte Druckprodukt 3. Das Druckprodukt 3 wird dann gebremst, wenn die mit dem Druckprodukt 3 in Kontakt stehenden Teile der Andrückelemente 1, 2 kleinere Geschwindigkeiten haben als das Druckprodukt 3 oder sich in entgegengesetzter Richtung zum Druckprodukt 3 bewegen.

   Wenn das Druckprodukt 3 der Masse in mit einer Anfangsgeschwindigkeit v1 eintrifft, die Andrückelemente 1, 2 beidseitig mit den Normalkräften FN auf das Druckprodukt 3 drücken und die Gleitreibungszahl zwischen beiden Hauptflächen 9, 9 min  des Druckproduktes 3 und den Andrückelementen 1,2  mu G beträgt, dann beträgt die Endgeschwindigkeit des Druckproduktes 3 nach einer Bremsstrecke s 



  v<2> = (v1<2> - 4  mu GFNs/m)<1/2>. 



  Das Druckprodukt 3 wird dann beschleunigt, wenn die mit dem Druckprodukt 3 in Kontakt stehenden Teile der Andrückelemente 1, 2 grössere Geschwindigkeiten haben als das Druckprodukt 3. Für die Endgeschwindigkeit v2 des Druckproduktes 3 gilt dann sinngemäss die obige Formel, wobei das Minus- durch ein Pluszeichen zu ersetzen ist. Anstelle der Gleitreibung kann auch die Haftreibung zum Bremsen oder Beschleunigen der Druckprodukte 3 ausgenützt werden. 



  In einem zweiten Fall, welcher in Fig. 3 dargestellt ist, wirken zwei Normalkräfte FN versetzt auf das Druckprodukt 3. In diesem Fall wird hauptsächlich ein Drehmoment auf das Druckprodukt 3 ausgeübt, welches zum Lenken des Druckproduktes 3 ausgenützt werden kann. Das Lenken der Druckprodukte 3  kann beispielsweise dazu benötigt werden, die Druckprodukte 3 exakt in ein Fach 11 des in Fig. 1 dargestellten Auslegeschaufelrades 10 zu bringen oder gegen eine Fläche 13 eines solchen Faches 11 zu drücken und somit wiederum eine Bremswirkung zu erreichen. Der oben beschriebene erste Fall und der zweite Fall können auch in ein und demselben Verfahren von einer und derselben Vorrichtung durchgeführt werden. 



  Wesentlich für das erfindungsgemässe Verfahren sind zwei Merkmale. Erstens drücken die Einwirkelemente 1, 2 periodisch im richtigen Moment auf den Druckproduktstrom, sodass sie beispielsweise nur am nachlaufenden Teil der Druckprodukte 3 angreifen und das vorlaufende Ende nicht beschädigen. Zweitens wirken die Andrückelemente 1, 2 für längere Zeit bzw. auf einer längeren Strecke auf die Druckprodukte 3 ein, wodurch eine bessere Bremsbzw. Beschleunigungs- und/oder Lenkungwirkung erzielt wird. 



  Fig. 4 zeigt eine Variante des erfindungsgemässen Verfahrens, in welcher das zweite Andrückelement 2 aus zwei Walzen 14.1, 14.2 und einem auf diesen Walzen umlaufenden Band 15 besteht. Das Band 15 kann zumindest auf der dem Druckprodukt 3 zugewandten Seite durch ein Stützelement 16 gestützt sein. Mit dieser Anordnung greifen zwei gegenüberliegende Normalkräfte FN auf einer längeren Strecke am Druckprodukt 3 an; mit anderen Worten: Die Brems- bzw. Beschleunigungsstellung bleibt während längerer Zeit aufrecht erhalten, während eine Lenkstellung nie eintritt. Diese Variante eignet sich also besonders gut für das Bremsen oder Beschleunigen von Druckprodukten 3. 



  In der Verfahrensvariante von Fig. 5 ist das zweite Andrückelement 2 eine ortsfeste, unbewegliche Wand. Diese Anordnung ist zum Bremsen von Druck produkten 3 geeignet. Die Wand 2 gewährleistet, analog zum Band 15 in Fig. 4, eine längere Bremsphase. 



  Eine längere Brems- oder Beschleunigungsphase kann auch mit der in Fig. 6 dargestellten Verfahrensvariante erreicht werden. Hier sind beide Andrückelemente 1, 1 min  erste Andrückelemente, d.h. sie sind beide mit Federelementen 4, 4 min  und mit Kontaktelementen 5, 5 min  versehen. Die Anordnung ist symmetrisch bezüglich der Hauptfläche 9 bzw. 9 min  des Druckproduktes 3 und wirkt im Wesentlichen symmetrisch auf das Druckprodukt 3 ein. 



  Fig. 7 zeigt eine zu Fig. 2 analoge Verfahrensvariante mit anders gestalteten Federelementen 5. Statt auf Biegefedern sind die Kontaktelemente 4 auf Schraubendruckfedern 5 befestigt, welche beispielsweise in Zylindern 17 geführt sein können. Diese Federelemente 5 unterscheiden sich in ihrer Wirkung praktisch nicht von denjenigen der Fig. 1-6. 



  Ein ganz anderes erstes Andrückelement 1 zeigt Fig. 8. Das Bewegungselement 6 für Kontaktelemente ist im Wesentlichen ein Zylinder, welcher von einem zweiten Federelement 18, beispielsweise von einer Schraubenfeder, während der Einwirkphase in Förderrichtung 12 und während der Ruhephase gegen die Förderrichtung 12 bewegt wird. Das Kontaktelement 4 ist, analog zu Fig. 7, beispielsweise auf einer Schraubendruckfeder 5 am Bewegungselement 6 für Kontaktelemente befestigt. Auf diese Weise wird eine länger andauernde Wirkung der Andrückelemente 1, 2 auf die Druckprodukte 3 ermöglicht. Das Bewegungselement 6 für Kontaktelemente ist an einer ortsfesten Achse 19, welche senkrecht zur Förderrichtung 12 ausgerichtet ist, drehbar befestigt. 



  Selbstverständlich gehören auch Kombinationen der oben beschriebenen Merkmale zur Lehre der vorliegenden Erfindung. Als Beispiel für eine solche Kombination zeigt Fig. 9 ein ein erstes Andrückelement 1 aus Fig. 8 und ein zweites Andrückelement 2 aus Fig. 4. 



  Fig. 10 zeigt schematisch die Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens zum Bremsen von linear geförderten Druckprodukten 3. Die Druckprodukte 3 treffen mit kleiner räumlicher Dichte und grosser Geschwindigkeit v1 als entschuppter Strom ein. Sie werden gemäss dem erfindungsgemässen Verfahren gebremst und mit grösserer räumlicher Dichte und kleinerer Geschwindigkeit v2 <  v1 als Schuppenstrom weitergefördert. Die Andrückelemente 1, 2 greifen vorzugsweise an den nachlaufenden Produktenden an, um eine Beschädigung der vorlaufenden Produktenden und ein Zusammenstauchen der Druckprodukte 3 zu vermeiden. 



  Fig. 11 zeigt schematisch die Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens zum Beschleunigen von linear geförderten Druckprodukten 3. Die Druckprodukte 3 treffen mit grosser räumlicher Dichte und kleiner Geschwindigkeit v1 als Schuppenstrom ein. Sie werden gemäss dem erfindungsgemässen Verfahren beschleunigt und mit kleinerer räumlicher Dichte und grösserer Geschwindigkeit v2 > v1 als entschuppter Strom weitergefördert. Die Andrückelemente 1, 2 greifen vorzugsweise an den vorlaufenden Produktenden an, um ein Zusammenstauchen der Druckprodukte 3 zu vermeiden. 



  Zusammengefasst wirken beim Verfahren zum Bremsen, Beschleunigen und/oder Lenken von geförderten Druckprodukten 3 Andrückelemente 1, 2 periodisch auf einen Strom von geförderten Druckprodukten 3 ein, indem sie Kräfte FN, die im Wesentlichen senkrecht zu den Hauptflächen 9, 9 min der Druck produkte 3 ausgerichtet sind, entweder nur auf die vorlaufenden Enden oder nur auf die nachlaufenden Enden der Druckprodukte 3 ausüben. Die Einwirkung wird derart federnd ausgeführt, dass die Einwirkungszeit auf die Druckprodukte 3 sich verlängert. 



  Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens hat mindestens ein erstes Andrückelement 1 und wahlweise mindestens ein zweites Andrückelement 2, mittels welcher Kräfte FN, die im Wesentlichen senkrecht zu den Hauptflächen 9, 9 min der Druckprodukte 3 ausgerichtet sind, auf die Druckprodukte 3 ausübbar sind. Das mindestens eine erste Andrückelement 1 weist Kontaktelemente 4 auf, welche auf Federelementen 5 angeordnet sind, welche ihrerseits auf Bewegungselementen 6 für Kontaktelemente befestigt sind. 

Claims (22)

1. Verfahren zum Bremsen, Beschleunigen und/oder Lenken von geförderten Druckprodukten (3), wobei Andrückelemente (1, 2) periodisch auf einen Strom von geförderten Druckprodukten (3) einwirken, indem sie Kräfte (FN), die im Wesentlichen senkrecht zu den Hauptflächen (9, 9 min ) der Druckprodukte (3) ausgerichtet sind, entweder nur auf die vorlaufenden Enden oder nur auf die nachlaufenden Enden der Druckprodukte (3) ausüben, dadurch gekennzeichnet, dass die Einwirkung der Andrückelemente (1, 2) auf das Druckprodukt (3) schlagartig einsetzt und durch federndes Begleiten des Druckproduktes durch mindestens eines der Andrückelemente verlängert wird.
2.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kräfte (FN) als einander gegenüberliegende Kräftepaare auf die zwei Hauptflächen (9, 9 min ) des Druckproduktes (3) einwirken, wodurch hauptsächlich Reibungskräfte auf das Druckprodukt (3) ausgeübt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kräfte (FN) versetzt auf die zwei Hauptflächen (9, 9 min ) des Druckpro duktes (3) einwirken, wodurch hauptsächlich ein Drehmoment auf das Druckprodukt (3) ausgeübt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kräfte (FN) sowohl als einander gegenüberliegende Kräftepaare als auch versetzt auf die zwei Hauptflächen (9, 9 min ) des Druckproduktes (3) einwirken, wodurch Reibungskräfte und ein Drehmoment auf das Druckprodukt (3) ausgeübt werden.
5.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass die mit dem Druckprodukt (3) in Kontakt stehenden Teile der Andrückelemente (1, 2) während mindestens eines Zeitpunktes der Einwirkung mit einer Momentangeschwindigkeit bewegt werden, welche von der Momentangeschwindigkeit des Druckproduktes (3) verschieden ist.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Momentangeschwindigkeit der mit dem Druckprodukt (3) in Kontakt stehenden Teile der Andrückelemente (1, 2) zu jedem Zeitpunkt der Einwirkung kleiner als die Momentangeschwindigkeit des Druckproduktes (3) ist, wodurch eine Bremsung des Druckproduktes (3) erzielt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Andrückelemente (1, 2) am nachlaufenden Ende des Druckproduktes (3) einwirken.
8.
Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Momentangeschwindigkeit der mit dem Druckprodukt (3) in Kontakt stehenden Teile der Andrückelemente (1, 2) zu jedem Zeitpunkt der Einwirkung grösser als die Momentangeschwindigkeit des Druckproduktes (3) ist, wodurch eine Beschleunigung des Druckproduktes (3) erzielt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Andrückelemente (1, 2) am vorlaufenden Ende des Druckproduktes (3) einwirken.
10.
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, mit mindestens einem ersten Andrückelement (1) und wahlweise mindestens einem zweiten Andrückelement (2), mittels welcher Kräfte (FN), die im Wesentlichen senkrecht zu den Hauptflächen (9, 9 min ) der Druckprodukte (3) ausgerichtet sind, auf die Druckprodukte (3) ausübbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine erste Andrückelement (1) mindestens ein Kontaktelement (4) aufweist, welches auf einem Federelement (5) angeordnet ist, wobei ein Bewegungselement (6) zur Bewegung des mindestens einen Kontaktelementes (4) mit einem Druckprodukt vorgesehen ist und wobei Mittel (7) vorgesehen sind, durch die das mindestens eine Kontaktelement (4) auf einem Druckprodukt aufschlägt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktelemente (4) Nocken sind.
12.
Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (5) eine Biegefeder ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (5) eine Schraubendruckfeder ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch kennzeichnet, dass das Bewegungselement (6) für das mindestens eine Kontaktelement ein rotierender Körper ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurchgekennzeichnet, dass das Bewegungselement (6) für das mindestens eine Kontaktelement eine Walze ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10-15, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel zum Aufschlagen des mindestens einen Kontaktelementes (4) eine Kulisse (7) ist.
17.
Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Bewegungselement (6) für das mindestens eine Kontaktelement ein Zylinder ist, welcher von einem zweiten Federelement (18) während einer Einwirkphase in Förderrichtung (12) und während einer Ruhephase gegen die Förderrichtung (12) bewegbar ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Bewegungselement (6) für das mindestens eine Kontaktelement an einer ortsfesten Achse (19), welche senkrecht zur Förderrichtung (12) ausgerichtet ist, drehbar befestigt ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10-18, dadurch gekennzeichnet, dass sie zwei erste Andrückelemente (1, 1 min ) aufweist, welche symmetrisch zur Hauptfläche (9 bzw. 9 min ) des Druckproduktes (3) angeordnet sind.
20.
Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10-18, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Andrückelement (2) eine rotierende Walze ist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10-18, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Andrückelement (2) aus einem geschlossenen, beweglichen Band (15) besteht, welches so geführt ist, dass es auf einer bestimmten Strecke parallel zur Förderrichtung (12) der Druckprodukte (3) verläuft.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10-18, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Andrückelement (2) eine ortsfeste, gerade Wand ist.
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