Die Erfindung betrifft eine Einlaufteilanordnung einer Spinnstreckspul-Maschine gemäss Oberbegriff des unabhängigen Anspruches.
Eine vorgenannte Spinnstreckspul-Maschine ist aus einem deutschen Gebrauchsmuster DE 29 612 648 U1 bekannt. Darin werden zwei Filamentbündel (auch Fibrillenbündel genannt) gemeinsam von einer Rolle übernommen und an ein Streckwerk übergeben, in welchem mehrere Rollenpaare als Streckrollen vorgesehen sind.
Im Weiteren ist es an sich bekannt, dass die beiden Filamentbündel, bevor diese von der Rolle übernommen werden können, vor der Rolle durch Umlenkungen zusammengeführt werden. Solche Umlenkungen weisen Nachteile auf, da es sich in der Regel um stationäre Umlenkelemente handelt, an welchen das Filamentbündel mit Reibung umgelenkt wird, was für die der Umlenkfläche nächstliegenden Fibrillen eine Erwärmung bedeutet, im Gegensatz zu den äusseren, nicht anliegenden Fibrillen, sodass dadurch Ungleichmässigkeiten im Fibrillenbündel entstehen können, welche für das Endprodukt nachteilig sind.
Solche Nachteile wirken sich insbesondere dann aus, wenn das Endgarn beispielsweise als technisches Garn verwendet wird.
Es war deshalb Aufgabe der Erfindung, für beide Fibrillenbündel gute Abzugsverhältnisse zu schaffen.
Die Aufgabe wurde gemäss Kennzeichen des unabhängigen Anspruches gelöst. Weitere abhängige Ansprüche definieren vorteilhafte Ausführungsformen.
Die Erfindung wird beispielsweise mittels der Fig. 1 bis 8 und 1A bis 5A erklärt. Es zeigt:
Fig. 1a ein mit Nachteilen behafteter Stand der Technik.
Fig. 1b eine Detailvariante der Fig. 1a.
Fig. 1 bis 8 eine Ansicht einer erfindungsgemässen Einlaufteilanordnung, schematisch dargestellt.
Fig. 1A bis 5A je eine Seitenansicht der Einlaufteilanordnung von Fig. 1 bis 5.
Stand der Technik
Die Fig. 1a zeigt eine Abzugsrolle 10, welche ein Fibrillenbündel 5 und ein Fibrillenbündel 6 übernimmt und an ein Streckwerk (nicht gezeigt) weitergibt. Die Fibrillenbündel 5 und 6 werden mittels stationärer Umlenkungen 8 und 9 aus der Parallelführung zusammengeführt, um gemeinsam der Abzugsrolle 10 übergeben zu werden.
Die Fig. 1b zeigt eine Doppelrolle, bestehend aus den Rollen 11 und 12, an Stelle einer Einfachrolle.
Erfindung
Die Fig. 1 bis 8 zeigen grundsätzlich acht verschiedene Varianten, um zwei Fibrillenbündel parallel je mit einer oder mehreren Rollen zu übernehmen, und zwar je nach Abstand der Fibrillenbündel C oder Lage der Rollen gegenüber den Streckwerksrollen 4 oder je nach gewünschtem totalen Umschlingungswinkel zwischen Eingang der Fibrillenbündel an der ersten Rolle und Ausgang an der gleichen oder letzten Rolle vor der Rolle 4 des Streckwerks.
Dabei bieten die Varianten der Fig. 2, 5 und 6 je den Vorteil, dass die die Fibrillenbündel 5 und 6 empfangenden Rollen 1 und 2 horizontal auf gleicher Höhe angeordnet sind, was den Vorteil bringt, dass die Distanz von der Spinndüsenanordnung (nicht gezeigt) bis zu den die Filamentbündel übernehmenden Rollen gleich lang ist.
Annähernd denselben Vorteil bringt auch die Variante der Fig. 8.
Die Varianten der Fig. 6, 7 und 8 weisen den Vorteil auf, dass der totale Umschlingungswinkel pro Fibrillenbündel für beide Fibrillenbündel im Wesentlichen gleich ist.
Die Varianten der Fig. 3, 4 und 8, in welchen Doppelrollen vorgesehen sind, haben den Vorteil, dass auf Grund der Mehrfachumschlingung um die Doppelrollen (siehe Fig. 3a und 4a) die Differenz zwischen den totalen Umschlingungswinkeln der Fibrillenbündel kleiner ist als bei Verwendung von Einfachrollen, wie dies in den Fig. 1, 2 und 5 gezeigt ist.
Figurenbeschreibung
Die Fig. 1 zeigt eine Rolle 1 für ein Fibrillenbündel 5 und eine Rolle 2 für ein Fibrillenbündel 6, welche je von einer Spinndüsenanordnung (nicht dargestellt) abgezogen werden.
In an sich bekannter Weise werden die Fibrillen einer Spinndüsenanordnung zu einem Fibrillenbündel zusammengefasst.
Die Fibrillenbündel 5 und 6 werden nach den Rollen 1 und 2 von einer Rolle 3 übernommen und an eine Streckwerksrolle 4 übergeben. Solche Streckwerksrollen sind beispielsweise aus der vorgenannten DE 29 612 648 U1 als Doppelrollen, auch Duorollen genannt, bekannt. Ebenfalls ist ein Streckwerk aus mehreren solchen Streckwerksrollen aus diesem Gebrauchsmuster bekannt, sodass in der vorliegenden Anmeldung weder die Streckwerksrollen noch das Streckwerk weiter beschrieben wird.
Im Weiteren ist der Umschlingungswinkel jedes Fibrillenbündels 5 bzw. 6 an den Rollen mit alpha , beta , gamma und delta gekennzeichnet. Beispielsweise setzt sich der totale Umschlingungswinkel für das Fibrillenbündel 5 aus dem Winkel alpha der Rolle 1 und dem Winkel delta der Rolle 3 und für das Fibrillenbündel 6 aus dem Winkel beta der Rolle 2 und dem Winkel gamma der Rolle 3 zusammen.
Dabei soll die Differenz zwischen der Summe der Winkel alpha und delta und der Summe der Winkel beta und gamma maximal 50% der kleineren Summe sein.
Ebenfalls soll die Summe der Umschlingungswinkel um die Rollen 1 und 2 pro Fibrillenbündel im Wesentlichen 120 Winkelgrade oder mehr betragen.
Dies gilt unter Berücksichtigung der entsprechenden Anzahl Rollen pro Fibrillenbündel vor der Übergabe an die Rolle 4 für alle Varianten der Fig. 1 bis 8.
Die Fig. 2 zeigt eine Anordnung mit der gleichen Anzahl Rollen wie Fig. 1, jedoch insofern anders angeordnet, als die die Fibrillenbündel 5 bzw. 6 aus der Parallellage aufnehmenden Rollen 1 und 2 horizontal nebeneinander vorgesehen sind, was den früher erwähnten Vorteil ergibt, dass die Distanz von diesen Rollen zu den entsprechenden Spinndüsenanordnungen dieselbe ist. Das Weitere entspricht den Erklärungen für die Fig. 1.
Die Fig. 3 zeigt dieselbe Lage der Rollen 1 und 2 wie in Fig. 1, die Rolle 3 ist jedoch hier mit einer Verlegerolle 13 zu einer Doppelrolle kombiniert, sodass der totale Umschlingungswinkel der Fibrillenbündel 5 und 6 auf Grund der Mehrfachumschlingung (siehe später beschriebene Fig. 3A) weit über 130 DEG erreicht und die genannte Differenz der Umschlingungswinkel weit unter genannte 50% fällt.
Die Fibrillenbündel 5 und 6 werden gemeinsam ab der Rolle 3 und 13 an die Streckwerksrolle 4 abgegeben.
Die Fig. 4 zeigt insofern eine weitere Variante, als hier das Fibrillenbündel 5 direkt von der Doppelrolle 3 und 13 übernommen wird, während das Fibrillenbündel 6 vorgängig auf der Rolle 2 umgelenkt wird, um den Abstand C zwischen den Fibrillenbündeln 5 und 6 zu erhalten. Dabei entsteht in dieser Variante der Vorteil, dass der Abstand C annähernd so klein gewählt werden kann, wie der Durchmesser der Rolle 2 gewählt wird. Die restlichen Merkmale und Eigenschaften und Vorteile dieser Variante entsprechen denjenigen der Fig. 3.
Die Fig. 5 zeigt insofern eine Variante gegenüber der Anordnung von Fig. 2, als hier das Fibrillenbündel 5 vorgängig der Übernahme durch die Rolle 3 um eine Rolle 14 umgelenkt wird. Im Weiteren wird das Fibrillenbündel 5 in der gleichen Umfangsrichtung von der Rolle 1 übernommen, wie das Fibrillenbündel 6 von der Rolle 2.
Diese Variante bietet einerseits den Vorteil, dass die Summe der Umlenkwinkel alpha , lambda und delta des Fibrillenbündels 5 im Wesentlichen gleich ist wie die Umlenkwinkelsumme der Winkel beta , gamma und delta des Fibrillenbündels 6. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Abstand C analog zum Vorteil der Fig. 4 annähernd so klein gewählt werden kann, wie der Durchmesser der Rolle 2 gewählt wird.
Die weiteren Merkmale und Eigenschaften entsprechen den vorerwähnten Varianten.
Die Fig. 6 zeigt eine ähnliche Variante wie Fig. 5, hingegen hier wird das Fibrillenbündel 5 nicht von der Rolle 3 umgelenkt, sondern das Fibrillenbündel 5 wird, zwar analog zur Fig. 5 von der Rolle 14 zwar umgelenkt, jedoch direkt der Streckwerksrolle 4 zugeführt. Dasselbe gilt für das Fibrillenbündel 6, welches nach der Rolle 3 ebenfalls direkt der Streckwerksrolle 4 zugeführt wird.
Die Fig. 7 zeigt die einfachste aller Varianten, indem die Fibrillenbündel 5 bzw. 6 je nur von einer Rolle umgelenkt werden, bevor sie der Streckwerksrolle 4 übergeben werden.
Der Vorteil dieser Variante liegt in drei Punkten, nämlich einerseits in der Möglichkeit, einen sehr kleinen Abstand C zwischen den beiden Fibrillenbündel zu wählen, andererseits einen im Wesentlichen gleichen Umschlingungswinkel der Fibrillenbündel 5 und 6 zu erhalten, da die Fibrillenbündel jeweils direkt von den Rollen 1 und 2 an die Streckwerksrolle 4 abgegeben werden, und drittens ist diese Variante die einfachste und billigste aller Varianten, unter Einhaltung der eingangs erwähnten Bedingungen betreffend der maximalen Differenz zwischen dem totalen Umschlingungswinkel und dem Umschlingungswinkel von im Wesentlichen 120 Winkelgraden oder mehr.
Eine ähnliche Variante zur Variante der Fig. 7 zeigt die Variante der Fig. 8, wobei es sich jedoch bei den die Fibrillenbündel 5 und 6 übernehmenden Rollen um Doppelrollen handelt, nämlich um die Rollen 13 und 14 zur Übernahme des Fibrillenbündels 5 und die Rollen 3 und 13 zur Übernahme des Fibrillenbündels 6. Die Fibrillenbündel 5 und 6 werden je direkt an die Streckwerksrolle 4 abgegeben. Der Vorteil dieser Variante besteht im Wesentlichen im entsprechend grossen Umschlingungswinkel für beide Fibrillenbündel und der im Wesentlichen gleichen Distanz zwischen den Rollen 3 bzw. 14 und der Spinndüsenanordnung.
Die Fig. 1A, 2A, 3A, 4A und 5A zeigen je eine Seitenansicht der Fig. 1 bis 5 in Blickrichtung gemäss l.
Diese Seitenansichten sind, wie bereits erwähnt, schematisch dargestellt, insofern, als es an sich bekannt ist, dass bei Anwendung von Doppelrollen diese Rollen eine gegeneinander verschränkte Anordnung aufweisen, um die schraubenförmige Anordnung der Fibrillenbündel auf den Rollen zu ermöglichen, wie dies in den Fig. 1a bis 5a für die Streckrolle 4 und in den Fig. 3a und 4a für die Doppelrollenanordnung der Rollen 3 und 13 der Fall ist. Dasselbe gilt für die in Seitenansicht nicht gezeigten Varianten der Fig. 6, 7 und 8.
Hingegen handelt es sich bei den Rollen 1, 2, 3 und 14 der Fig. 1, 2, 5, 6 und 7 um Rollen, welche lediglich als Umlenkung funktionieren, d.h. keine spiralförmige Anordnung der Fibrillenbündel aufweisen.
Im Weiteren sind die Rollen 1, 2, 3, 13 und 14 je an einem Maschinenrahmen 7 dreh- und antreibbar befestigt. Dasselbe gilt im Stand der Technik für die Abzugsrollen 10 und das Abzugsrollenpaar 11 und 12.
Die Erfindung ist nicht auf die gezeigten Figuren eingeschränkt, weitere Varianten sind im Rahmen des Erfindungsgedankens möglich.