CH693273A5 - Verfahren und Vorrichtung in einerSpinnereivorbereitungsanlage zum Erkennen und Ausscheiden vonFremdstoffen. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung in einerSpinnereivorbereitungsanlage zum Erkennen und Ausscheiden vonFremdstoffen. Download PDF

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CH693273A5
CH693273A5 CH01883/97A CH188397A CH693273A5 CH 693273 A5 CH693273 A5 CH 693273A5 CH 01883/97 A CH01883/97 A CH 01883/97A CH 188397 A CH188397 A CH 188397A CH 693273 A5 CH693273 A5 CH 693273A5
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Schlichter Dr Stefan
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Truetzschler Gmbh & Co Kg
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Description


  



  Die Erfindung betrifft ein Verfahren in einer Spinnereivorbereitungsanlage zum Erkennen und Ausscheiden von Fremdstoffen, z.B. Gewebestücke, Bänder, Schnüre, Folienstücke, in bzw. aus Fasermaterial sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens, gemäss dem Oberbegriff des jeweiligen unabhängigen Patentanspruchs. 



  Ein bekanntes Verfahren wird in der Putzerei nach der Grobreinigung bzw. nach dem Mischer angeordnet, d.h. vor der Feinreinigung angewandt. Die Flocken gelangen über einen Ansaugkondenser in einen Beschickungsschacht, dessen eine Wand durch ein endlos umlaufendes schräg gestelltes Förderband gebildet ist. Danach passieren die Flocken, präsentiert auf dem Förderband, ein optisches Erkennungssystem (optische Farbsensorik). Eine Auswerteeinrichtung wertet die Messungen aus und betätigt beim Auftreten von Fremdstoffen die entsprechenden Sektoren einer Düsenleiste. Diese Düsen einer Sektion werden betätigt, sobald die vorgelagerte optische Sensorik die Fremdteile erkannt hat. Die ausgeblasenen und mit Fremdstoffen behafteten Flocken gelangen in eine Sammelwanne.

   Die übrigen, nicht kontaminierten, guten Fasern gelangen in einen Sammeltrichter und erreichen von dort die nächste Putzereimaschine. Nachteilig ist, dass die Fördereinrichtung anlagemässig aufwändig ist. Ausserdem stört, dass das Verfahren nur eine Betätigung der Ausscheideeinrichtung einheitlich für alle untersuchten Faserflocken ermöglicht. 



  Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, die die genannten Nachteile vermeiden, die insbesondere auf einfache Art eine verbesserte Erkennung und Ausscheidung von Fremdstoffen ermöglichen. 



  Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 1 bis 15. 



  Durch die erfindungsgemässen Massnahmen gelingt es, eine verbesserte Einstellung der Empfindlichkeit der Ausscheideeinrichtung zu erzielen. Im Gegensatz zu dem bekannten Verfahren kann auf Grund der ausgewerteten Messwerte der Bildverarbeitung in Bezug auf die Helligkeit und/oder Farbe des Fasermaterials die Empfindlichkeit der Ausscheidung individuell für Ballengruppen oder sogar Einzelballen eingestellt werden. Auf diese Weise wird für die Ballengruppen oder den Einzelballen weniger Gutmaterial im Verhältnis zu Fremdstoffen ausgeschieden und damit der Wirkungsgrad wesentlich verbessert. Es gelingt ein differenziertes Ansprechen der Ausscheideeinrichtung je nachdem, welche Helligkeit das Fasermaterial und/oder die Fremdstoffe aufweisen. Die Grenzwerte für das Ansprechen (Schaltvorgang) der Ausscheideeinrichtung werden jeweils unterschiedlich eingestellt. 



  Besonders vorteilhafte Varianten des erfindungsgemässen Verfahrens bzw. der erfindungsgemässen Vorrichtung sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche. 



  Die Erfindung wird nachfolgend anhand von zeichnerisch dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. 



  Es zeigen: 
 
   Fig. 1 schematisch in Seitenansicht die erfindungsgemässe Vorrichtung in einer Spinnereivorbereitungsanlage (Putzerei und Karderie), 
   Fig. 2 schematisch in Seitenansicht das optische Sensorsystem mit zwei Kameras und vier Beleuchtungseinrichtungen für Aufnahmen mit Auflicht und Durchlicht, Bildverarbeitungseinrichtung und elektronischer Steuer- und Regeleinrichtung, 
   Fig. 3 die Abhängigkeit der Anwendung mit Auflicht von der Anwendung mit Durchlicht für unterschiedliche Fasermaterialarten während der Lernphase, 
   Fig. 4 die Abhängigkeit gemäss Fig. 3 mit festgelegter Auscheideempfindlichkeit, 
   Fig. 5 die Abhängigkeit gemäss Fig. 4 unter Berücksichtigung unterschiedlicher Fremdstoffe, 
   Fig. 6a bis 6c eine Zuordnung von Materialkurven (Fig. 6b) und von Ausscheideempfindlichkeiten (Fig.

   6c) zu den Faserballen einer Faserballenreihe in Längsrichtung (6a), 
   Fig. 7 schematisch ein Blockschaltbild mit Steuereinrichtung, Weggeber für Längsrichtung (X-Achse) und Fahrmotor des Ballenöffners und 
   Fig. 8 eine Ballenprüfeinrichtung vor der abzutragenden Faserballenreihe. 
 



  Fig. 1 zeigt eine Putzereilinie, bei der zwischen einem Ballenöffner 1 als Ballenabtrageinrichtung z.B. Trützschler-BLENDOMAT BDT und einem Multimischer 4 eine Vorrichtung 2 zur Erkennung und Abscheidung metallischer Verunreinigungen und ein Schwerteilabscheider 3 angeordnet sind. Dem Multimischer 4 sind ein Feinöffner 5, Kardenspeiser 6 und Karden 7 nachgeordnet. Mit 1a ist eine Faserballenreihe, mit 1 min  ein Faserballen bezeichnet. Der Ballenöffner 1 ist mit dem Kondenser 8 (mit Siebtrommel) durch eine pneumatische Rohrleitung 9 verbunden. Weiterhin sind der Schacht 10 und die übrigen nachgeordneten Maschinen durch pneumatische Rohrleitungen verbunden. In der Rohrleitung 9, d.h. dem Ballenöffner 1 unmittelbar nachgeordnet, ist die erfindungsgemässe Vorrichtung 111 angeordnet. 



  Nach Fig. 2 sind dem Kanal 12 zwei Gehäuse 13, 14 zugeordnet, in deren Innenräume die als optische Sensorsysteme dienenden Kameras 15 bzw. 16 und Beleuchtungseinrichtungen 17 bzw. 18 angeordnet sind. Weiterhin ist in den Gehäusen 13, 14 jeweils in einem Winkel ein Umlenkspiegel 19 bzw. 20 vorhanden, der die optische Achse zwischen Kamera 15 bzw. 16 und Fenster 21 bzw. 22 umlenkt. Die Beleuchtungseinrichtungen 17 bzw. 18 senden durch die Fenster 21 bzw. 22 Licht in den Innenraum des Kanals 12. Auf der den Gehäusen 13, 14 gegenüberliegenden Seite sind dem Kanal 12 zwei weitere Gehäuse 23 bzw. 24 zugeordnet, in deren Innenräumen Beleuchtungseinrichtungen 25 bzw. 26 angeordnet sind, die durch die Fenster 27 bzw. 28 Licht in den Innenraum des Kanals 12 aussenden.

   Die Gehäuse 13, 23 und die Gehäuse 14, 24 sind in Strömungsrichtung (nacheinander) versetzt zueinander angeordnet. 



  Die erfindungsgemässe Vorrichtung (Flockensensor) ermöglicht die Erkennung von Fremdmaterial in einem Strom von Baumwollflocken. Insbesondere werden dabei erkannt:
 - undurchsichtige Teile: z.B. Holz, Steine, Metall, Schnüre, Papier etc.
 - falschfarbige Teile: z.B. Schmutz, Blätter, etc.
 - glänzende Teile: z.B. Folien 



  Zur Messung werden die Baumwollflocken durch den rechteckigen Schacht 12 mit Luft gefördert. Durch Sichtfenster 21, 27; 22, 28 in den Schachtwänden 12a, 12b werden die Baumwollflocken im Vorbeiflug von den Kameras 15, 16 erfasst. Dabei werden Auflicht und Durchlicht und Blitzbeleuchtungen kombiniert. Die Auswertung erfolgt nach dem Prinzip des Soll/Ist-Vergleichs. Als Sollparameter wird die Reflektionsintensität bezogen auf die Durchstrahlintensität herangezogen. Die Charakteristik der Baumwolle (Helligkeit, Farbe) wird vom System automatisch ermittelt und als Referenz verwendet. Fremdmaterial mit abweichender Charakteristik wird erkannt, wenn die Ausdehnung z.B. 5 mm in der kleinsten Achse beträgt. Dieses Fremdmaterial wird dann durch eine Klappe 29 aus dem Flockenstrom entfernt. 



  Ein Auflichtmodul umfasst das Gehäuse 13 und eine als Halbleiter-Blitzbeleuchtung ausgebildete Beleuchtungseinrichtung 17 mit hoher Homogenität, eine als kommandogesteuerte Hochgeschwindigkeits-Messkamera ausgebildete Kamera 15 mit digitalem Datenausgang (z.B. nach DE-A- 4 313 621) und einen Umlenkspiegel 19 zur Reduzierung der Bauhöhe. Ein Durchlichtmodul umfasst das Gehäuse 23 und eine grossflächige als Halbleiterblitzbeleuchtung ausgebildete Beleuchtungseinrichtung 25 mit hoher Intensität. Ein weiteres Auflichtmodul und ein weiteres Durchlichtmodul enthalten entsprechende Bauelemente und Einrichtungen. 



  Im Betrieb wird für die Fremdfasererkennung und Fremdpartikelerkennung und/oder die Helligkeit und/oder die Farbe des Fasermaterials zweckmässig mit Durchlicht und Auflicht gearbeitet. Es werden zwei Bilder in sehr kurzer Aufeinanderfolge aufgenommen, einmal im Durchlicht und einmal im Auflicht. Beide Bilder werden kombiniert und gemeinsam ausgewertet. Das Licht wird blitzweise eingeschaltet und gesteuert von der Kamera 15 bzw. 16 oder deren Steuerung. Es kann für die Einzelaufnahmen Licht unterschiedlicher Wellenlängen eingesetzt werden. Dabei kann mehr als eine Beleuchtungseinrichtung für eine Aufnahme verwendet werden. Beispielsweise kann das Auflichtmodul mehr als eine Beleuchtungseinrichtung aufweisen. Die Beleuchtung kann aus verschiedenen Richtungen erfolgen. Auch kann die Beleuchtung von verschiedenen Seiten (Durchlicht und Auflicht) vorgenommen werden.

   Es können zur Beleuchtung Lichtquellen mit verschiedenen Wellenlängen Anwendung finden. Auch können die verschiedenen Richtungen, Seiten und Wellenlängen miteinander kombiniert werden. Es können verschiedene Beleuchtungszeiten (Blitzzeiten) eingestellt werden. 



  An eine elektronische Steuer- und Regeleinrichtung 31 sind die Kamera 15 (und ggf. die Kamera 16), die Beleuchtungseinrichtungen 17, 25 (und ggf. die Beleuchtungseinrichtungen 18, 26) und der Druckzylinder 30 für die Ausscheideklappe 29 angeschlossen. 



  Zwischen der Kamera 15 und der Steuer- und Regeleinrichtung 31 ist eine elektronische Bildverarbeitunseinrichtung 32 angeschlossen. Zwischen der Kamera 16 und der Steuer- und Regeleinrichtung 31 ist ggf. eine (nicht dargestellte) Bildverarbeitungseinrichtung angeschlossen. An die Steuer- und Regeleinrichtung 31 sind weiterhin ein Monitor 33 als Anzeigeeinrichtung, eine Signalanalyseeinrichtung 34, eine Speichereinrichtung 35, eine Vergleichseinrichtung 36, eine Schalteinrichtung 37, eine Einrichtung 38 (sh. Fig. 3) zur Feststellung des Standortes jedes Faserballens 1 min in der Faserballenreihe 1a und eine Maschinensteuerung 39, z.B. für den Mischer 4 und/oder den Ballenöffner 1, eine Stelleinrichtung 40 und eine Grenzwertbildungseinrichtung 46 angeschlossen. 



  Im Betrieb werden mithilfe der digitalen Kameras 15, 16 Auflicht- und Durchlichtbilder der Flocken gemacht, die nach folgender Vorgehensweise ausgewertet werden können. 



  1) In einer Lernphase wird durch Aufnahme von z.B. 500 Bildern die Kamera 15 bzw. 16 auf das zu verarbeitende Material eintrainiert. (Während dieser Phase ist die Ausscheidung noch nicht optimiert, es wird anhand von Erfahrungswerten grob ausgeschieden.) Die Lernkurve des Materials kann gemäss Fig. 3 dargestellt werden. Die Materialkurve stellt den Bereich dar, in dem sicher keine Ausscheidung erfolgen soll, und ist je nach Helligkeitscharakteristik des Materials verschoben und ändert ihre Form. 



  Das in der Mischung befindliche Material kann in verschiedenen Stufen eingelernt werden:
 a) als Mittelwert für alle Faserballen 1 min  (z.B. Lernzeit=1 Überfahrt über alle Faserballen 1 min ),
 b) als Mittelwert für die Faserballen 1 min  einer Faserballengruppe (z.B. Lernzeit=1 Überfahrt über eine Faserballengruppe),
 c) individuell für jeden Faserballen einer Faserballenreihe 1a oder Faserballengruppe, dazu ist die X-Laufkoordinate des Ballenöffners 1 der Steuerungseinrichtung 31 der Vorrichtung 111 zu übertragen;

   es sollte eine Synchronisation mit dem Start der Bewegung des Ballenöffners 1 erfolgen (evtl. ist es sinnvoll, den Ballenöffner 1 hierzu langsamer zu bewegen als üblich),
 d) einmalig bei Neueinfahren der Faserballen 1 min ,
 e) mehrmalig in Schritten über die Abarbeitungshöhe der Faserballen 1 min  verteilt durch gleitende Mittelwertbildung,
 f) ggf. können Werte vorheriger, gleicher Faserballenreihen 1a zur Mittelwertbildung mit herangezogen werden bzw. zum Zwecke der schnelleren Optimierung verwendet werden. 



  Nach Aufnahme der Materialkurve wird die Ausscheideempfindlichkeit für die Ausscheideeinrichtung (Klappe 29, Druckzylinder 30) festgelegt, und zwar in zwei Bereichen um die Materialkurve:
 A-Bereich sichere Ausscheidung (sofort)
 B-Bereich mögliche Ausscheidung; hier werden entsprechende Prüfalgorithmen bezüglich Form, Helligkeitsstruktur, Helligkeitsgrad etc. zusätzlich herangezogen. 



  Die Festlegung der Ausscheideempfindlichkeit im Bereich A kann erfolgen
 a) in definierten Grenzen für alle Materialien,
 b) in festem Abstand zur Materialkurve des jeweiligen Materials (gemäss der Möglichkeiten 1) a) bis f), wobei automatisch die Kurve A der jeweiligen Materialkurve angepasst wird (sh. Fig. 4),
 c) mit variablem Abstand nach Klassen unterschieden, die für bestimmte Fremdpartikel typisch sind gemäss Fig. 5 (Bereiche A1-A10),
 d) zusätzlich können die Grenzen automatisch und/oder halbautomatisch in vorgegebenen Zeitintervallen variiert werden:
 - nach Ausscheidehäufigkeit (zu wenig oder zu viel Ausscheidung)
 - nach Vergleich mit Ausscheidungen anderer Faserballentypen oder alter Faserballenreihen
 - auf Grund auftretender Probleme im weiteren Prozess (z.B. Anstieg der Schnitthäufigkeiten der Fremdfasergarnreiniger an Spul- oder OE-Maschinen). 



  2. Die Ausscheidungen sind je nach Typ der Verunreinigung (z.B. Jute, Folie) und Häufigkeit aufzuzeichnen und können ausgewertet werden:
 a) für einen wählbaren Zeitraum (z.B. Schicht)
 b) für eine oder mehrere Faserballenreihen 1a, Faserballengruppen
 c) für bestimmte Faserballentypen Ü zur Detektion besonders
 d) für einzelne Faserballen Ü verseuchter Faserballen 



  3. Die Verschiebung der Materialkurven in einer Faserballenreihe 1a kann über die Abarbeitungszeit bzw. zwischen verschiedenen Faserballenreihen 1a auch als Mass für in der Mischung befindliche Helligkeitsunterschiede verwendet werden, um: 
 a) unzulässige Abweichungen in der Helligkeit/Farbe des Materials zu delektieren (Gefahr der Streifigkeit von Geweben),
 b) einzelne zu helle oder dunkle Faserballen 1 min  zu delektieren und ggf. auszuschleusen (z.B. falsch aufgestellte Faserballen 1 min  zu finden),
 c) diese Werte zur vorausschauenden Steuerung der nachgeschalteten Mischer 4 zu verwenden (z.B. Schachtumschaltung im Mischer),
 d) Aussagen über die Helligkeit des zu verarbeitenden Garns zu machen,
 e) beim kontinuierlich arbeitenden Ballenöffner, z.B. Trützschler-BDT 020, zur automatischen Steuerung der Faserballenreihe 1a bezügl.

   Helligkeitsschwankungen benutzt zu werden. 



  Für ein zuverlässiges Arbeiten der Vorrichtung müssen die Kameras 15, 16 genügend weit vor der Ausscheideeinrichtung (Klappe 29, Druckzylinder 30) angebracht sein. Falls dies nicht der Fall ist, könnte es passieren, dass die Fremdstoffe die Ausscheideeinrichtung bereits vor dem Verschwenken der Klappe 29 passiert haben. Versuche haben ergeben, dass die Zeit von der Erfassung eines Fremdstoffes, bis die Klappe 29 den Zugang zur Abfallleitung 47 geöffnet hat, 0,2 Sekunden beträgt. Bei einer Geschwindigkeit von 10 m/s des Faser/Luft-Gemisches in der Transportleitung 9 muss also der Abstand zwischen Kamera 15, 16 und Klappe 29 grösser als 2 m sein. Unter Einbezug einer angemessenen Sicherheitsreserve erweist sich ein Abstand von 3 m als vorteilhaft.

   Weil nun besonders eine grössere Flocke mit geringerer Geschwindigkeit als derjenigen des Faser/Luft-Gemisches durch die Transportleitung 9 gelangen kann, darf die Abfallleitung 47 auch wieder nicht zu früh geschlossen werden. Sonst kann es dazu kommen, dass der Fremdstoff die Klappe 29 erst passiert, wenn die Abfallleitung 47 bereits wieder verschlossen ist und er durch die Fortsetzung 9b der Transportleitung weitergeführt wird. Versuche haben ergeben, dass bei einer Faser/Luft-Gemischgeschwindigkeit von 10 m/sec in der Transportleitung 9 und einem Abstand von 3 m zwischen Kamera 15 bzw. 16 und Klappe 29 ein Offenhalten der Abfallleitung 47 während 1 Sekunde genügt, um jeden Fremdstoff mit Sicherheit abzuscheiden.

   Diese Zeit kann im Steuerteil der Kamera 15 bzw. 16 eingestellt werden, die bei anderen Fördergeschwindigkeiten in der Transportleitung 9 selbstverständlich geändert werden kann. 



  Es werden in kurzem Zeitabstand zwei Bildaufnahmen vom gleichen Objekt gemacht. Aus dem örtlichen Abstand des detektierten Gegenstandes im Foto und aus der Zeitdifferenz zwischen den beiden Aufnahmen wird die Geschwindigkeit des Objektes (Fremdteil und/oder Faserflocke mit Fremdteil) ermittelt. Aus dieser Geschwindigkeit wird sodann die Zeit errechnet, die erforderlich ist, bis das detektierte Objekt an der Klappe 29 angelangt ist. Die derart ermittelte Zeit wird in die Steuer- und Regeleinrichtung 31 eingegeben und zur \ffnung der Klappe 29 zur Ausscheidung des detektierten Objektes genutzt. Auf diese Weise wird eine Reduzierung der Ausscheidemenge (insbesondere Gutfasern) ermöglicht, weil das Zeitfenster, während dem die Klappe 29 geöffnet bleibt, kleiner ausgelegt werden kann.

   Da die Objekte unterschiedliche Geschwindigkeiten im Flockenstrom annehmen, müsste im anderen Falle ein so grosses Zeitfenster eingesetzt werden, dass sowohl die schnellsten als auch die langsamsten Teile ausgeschieden werden können. 



  Zunächst erfolgt die Ermittlung der Transportgeschwindigkeit v1 des Fremdstoffpartikels im Bereich der Kamera 15 bzw. 16: 
EMI10.1
 
 
 



  v1  = Transportgeschwindigkeit des aufgenommenen Objektes
 d = Abstand zwischen zwei Bildaufnahmen
 t1  = Transportzeit auf der Strecke d 



  Anschliessend wird die Transportzeit t2 des Objektes von der Kamera 15 bzw. 16 bis zur Klappe 29 ermittelt: 
EMI10.2
 
 
 



  t2 = Transportzeit auf der Strecke e
 e = Abstand zwischen der zweiten Bildaufnahme und der Ausscheideklappe 29
 v1 = Transportgeschwindigkeit des aufgenommenen Objektes 



  Die auf diese Weise berechnete Zeit t2 wird zur Aktivierung und Deaktivierung des Druckluftzylinders 30 für die Klappe 29 (vgl. Fig. 2) verwendet. 



  Der Standort jedes Faserballens 1 min  innerhalb der Faserballenreihe 1a kann z.B. mit der Vorrichtung nach der DE-OS 4 119 888 verwirklicht werden. Nach Fig. 7 ist eine Maschinensteuerung 39, z.B. speicherprogrammierbare Steuerung, vorgesehen, an die eine Eingabeeinrichtung 41 angeschlossen ist. Mit der Maschinensteuerung 39 ist eine Wegerkennung 42, z.B. ein inkrementaler Drehgeber am Wagen des Ballenöffners 1 für die Längsrichtung (x-Achse) elektrisch verbunden. Weiterhin steht die Maschinensteuerung 39 über einen Verstärker 43 (Ansteuerelektronik, Frequenzumrichter) mit dem Fahrmotor 44 für den Wagen des Ballenöffners 1, der horizontal in x-Richtung fährt, elektrisch in Verbindung. 



  Die Breite eines jeden Faserballens 1 min  und seine Reihenfolge innerhalb einer Faserballenreihe 1a z.B. mit dem Verfahren und der Vorrichtung nach der DE-OS 4 320 403 ermittelt werden. 



  Fig. 8 zeigt eine Vorrichtung zur Prüfung eines Faserballens 1 min , die vor der abzutragenden Faserballenreihe 1a für jeweils einen Faserballen 1 min  angeordnet ist, die eine Ballenabtrageinrichtung 45, z.B. eine schnell laufende Fräseinrichtung ähnlich oder gleich der Vorrichtung 1 und ein optisches Sensorsystem 11 mit Bildverarbeitungseinrichtung 32 und Steuer- und Regeleinrichtung 31 und Ausgabeeinrichtung 46a umfasst.

Claims (23)

1. Verfahren in einer Spinnereivorbereitungsanlage zum Erkennen und Ausscheiden von Fremdstoffen, z.B. Gewebestücke, Bänder, Schnüre, Folienstücke, in bzw. aus Fasermaterial, welches mit einer Ballenabtrageinrichtung (1;45) von Faserballen (1 min ) abgenommen ist, bei dem ein optisches Sensorsystem (15, 16; 11) für das Erkennen der Fremdstoffe vorgesehen ist, dem eine Ausscheideeinrichtung (29, 30) für das Ausscheiden der Fremdstoffe nachgeordnet ist und bei dem das optische Sensorsystem (15, 16;
11) über eine Bildverarbeitungseinrichtung (32) und eine Steuer- und Regeleinrichtung (31) mit der Ausscheideeinrichtung (29, 30) in Verbindung steht, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildverarbeitungseinrichtung (32) Werte für die Helligkeit und/oder die Farbe des abgetragenen Fasermaterials und die Helligkeit der Fremdstoffe innerhalb des abgetragenen Fasermaterials ermittelt, die ermittelten Werte für die Helligkeit und/oder die Farbe des Fasermaterials und für die Helligkeit der Fremdstoffe mit mindestens einem einstellbaren Grenzwert verglichen werden und bei einer Grenzwertüberschreitung ein Schaltvorgang und/oder eine Anzeige ausgelöst wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Testfahrt erfolgt, in der eine Helligkeitscharakteristik des abzutragenden Fasermaterials ermittelt wird.
3.
Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass mithilfe der Helligkeitscharakteristik des abzutragenden Fasermaterials eine Materialkurve für das abzutragende Fasermaterial ermittelt wird, welche einen Bereich begrenzt, innerhalb dessen keine Ausscheidung von Fasermaterial und/oder von Fremdstoffen erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die ermittelten Werte für die Helligkeit und/oder Farbe des abgetragenen Fasermaterials und die Helligkeit der Fremdstoffe in einer Signalanalyseeinrichtung (34) ausgewertet werden.
5.
Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Signalanalyseeinrichtung (34) ausgewerteten Werte für die Helligkeit und/oder Farbe des abgetragenen Fasermaterials und die Helligkeit der Fremdstoffe in eine Speichereinrichtung (35) eingegeben werden und dass diese gespeicherten Werte mit aktuell festgestellten Werten verglichen werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass während einer Testfahrt ein Helligkeits-Mittelwert gebildet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Helligkeits-Mittelwert für alle Faserballen (1 min ) einer Faserballenreihe (1a) gebildet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein Helligkeits-Mittelwert für jeweils eine Gruppe von Faserballen (1 min ) einer Faserballenreihe (1a), z.B. solche mit gleicher Fasersorte, gebildet wird.
9.
Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ausscheideempfindlichkeit in vordefinierten Grenzen für alle Arten von Fasermaterial festgelegt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ausscheideempfindlichkeit in einem festen Abstand zur Materialkurve des abzutragenden Fasermaterials festgelegt wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ausscheideempfindlichkeit in einem veränderbaren Abstand zur Materialkurve festgelegt wird, der durch Eigenschaften bestimmt wird, die für die Fremdstoffe typisch sind.
12.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Standort jedes Faserballens (1 min ) innerhalb einer Faserballenreihe (1a) festgestellt wird und die Helligkeit und/oder der Verschmutzungsgrad des abgetragenen Fasermaterials dem jeweiligen Faserballen (1 min ) zugeordnet wird, von welchem das Fasermaterial abgetragen wurde.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Faserballen (1 min ) ein separater Grenzwert für das Auslösen des Schaltvorgangs der Ausscheideeinrichtung (29, 30) zugeordnet ist.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Grenzwert für den jeweiligen Faserballen (1 min ) auf Grund der von der Bildverarbeitungseinrichtung (32) erfassten Werte ermittelt wird.
15. Vorrichtung in einer Spinnereivorbereitungsanlage zum Erkennen und Ausscheiden von Fremdstoffen, z.B.
Gewebestücke, Bänder, Schnüre, Folienstücke, in bzw. aus Fasermaterial, welches mit einer Ballenabtrageinrichtung (1;45) von Faserballen (1 min ) abgenommen ist, bei der ein optisches Sensorsystem (15,16;11) für das Erkennen der Fremdstoffe vorgesehen ist, dem eine Ausscheideeinrichtung (29, 30) für das Ausscheiden der Fremdstoffe nachgeordnet ist und bei der das optische Sensorsystem (15, 16; 11) über eine Bildverarbeitungseinrichtung (32) und eine Steuer- und Regeleinrichtung (31) mit der Ausscheideeinrichtung (29, 30) in Verbindung steht, zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das optische Sensorsystem (15, 16; 11) an die Bildverarbeitungseinrichtung (32) angeschlossen ist, die mit einer elektronischen Steuer- und Regeleinrichtung (31) in Verbindung steht.
16.
Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass eine Signalanalyseeinrichtung (34) für die von der Bildverarbeitungseinrichtung (32) ermittelten Werte vorgesehen ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass eine Speichereinrichtung (35) für bei einer Testfahrt ermittelte Werte des abzutragenden Fasermaterials vorgesehen ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass eine Grenzwertbildungseinrichtung (46) vorhanden ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schalteinrichtung (37) an die elektronische Steuer- und Regeleinrichtung (31) angeschlossen ist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anzeigeeinrichtung (33) an die elektronische Steuer- und Regeleinrichtung angeschlossen ist.
21.
Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass eine Einrichtung (38) zur Feststellung des Standortes jedes Faserballens (1 min ) innerhalb einer Faserballenreihe (1a) an die elektronische Steuer- und Regeleinrichtung (31) angeschlossen ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass eine Maschinensteuerung (39) an die elektronische Steuer- und Regeleinrichtung (31) angeschlossen ist.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass eine Stelleinrichtung (40) an die elektronische Steuer- und Regeleinrichtung (31) angeschlossen ist.
CH01883/97A 1996-08-08 1997-08-07 Verfahren und Vorrichtung in einerSpinnereivorbereitungsanlage zum Erkennen und Ausscheiden vonFremdstoffen. CH693273A5 (de)

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