CH694022A5 - Kalkschutzsteine und Verfahren zur Minimierung der Bildung von Ablagerungen in Bauwerksentwaesserungssystemen. - Google Patents

Kalkschutzsteine und Verfahren zur Minimierung der Bildung von Ablagerungen in Bauwerksentwaesserungssystemen. Download PDF

Info

Publication number
CH694022A5
CH694022A5 CH14822000A CH14822000A CH694022A5 CH 694022 A5 CH694022 A5 CH 694022A5 CH 14822000 A CH14822000 A CH 14822000A CH 14822000 A CH14822000 A CH 14822000A CH 694022 A5 CH694022 A5 CH 694022A5
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
water
acid
conditioning agent
deposits
limescale
Prior art date
Application number
CH14822000A
Other languages
English (en)
Other versions
CH694022C1 (de
Inventor
Marcel Christian Wegmueller
Original Assignee
Marcel Christian Wegmueller
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Marcel Christian Wegmueller filed Critical Marcel Christian Wegmueller
Priority to CH14822000A priority Critical patent/CH694022A5/de
Publication of CH694022A5 publication Critical patent/CH694022A5/de
Publication of CH694022C1 publication Critical patent/CH694022C1/de

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F5/00Softening water; Preventing scale; Adding scale preventatives or scale removers to water, e.g. adding sequestering agents
    • C02F5/08Treatment of water with complexing chemicals or other solubilising agents for softening, scale prevention or scale removal, e.g. adding sequestering agents
    • C02F5/10Treatment of water with complexing chemicals or other solubilising agents for softening, scale prevention or scale removal, e.g. adding sequestering agents using organic substances
    • C02F5/12Treatment of water with complexing chemicals or other solubilising agents for softening, scale prevention or scale removal, e.g. adding sequestering agents using organic substances containing nitrogen
    • C02F5/125Treatment of water with complexing chemicals or other solubilising agents for softening, scale prevention or scale removal, e.g. adding sequestering agents using organic substances containing nitrogen combined with inorganic substances
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F2103/00Nature of the water, waste water, sewage or sludge to be treated
    • C02F2103/06Contaminated groundwater or leachate
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F2305/00Use of specific compounds during water treatment
    • C02F2305/14Additives which dissolves or releases substances when predefined environmental conditions are reached, e.g. pH or temperature

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Hydrology & Water Resources (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Environmental & Geological Engineering (AREA)
  • Water Supply & Treatment (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Soil Conditioners And Soil-Stabilizing Materials (AREA)

Description


  



   Die Erfindung betrifft Kalkschutzsteine zur Minimierung der Bildung  von Ablagerungen, insbesondere Carbonatablagerungen, in einem Bauwerksentwässerungssystem,  Verfahren zu ihrer Herstellung sowie ihre Verwendung in Verfahren  zur Minimierung der Bildung von Ablagerungen, insbesondere Carbonatablagerungen,  in Bauwerksentwässerungssystemen. 



   Unter Bauwerksentwässerungssystemen sind hier die Entwässerungssysteme  von Bauwerken des Hoch- und Tiefbaus, beispielsweise von Gebäuden,  Hochbauten, Bahnhöfen, Flughafenanlagen, Tunnelbauten, Stollen, Kavernen,  Staumauern, Talsperren, Wasserkraftbauten, Erddämmen, Stützmauern,  Strassenbauten, Quellfassungen oder provisorischen Baugruben sowie  Hangentwässerungsanlagen zu verstehen. 



   Der hier verwendete Ausdruck "Entwässerungssysteme" umfasst sowohl  die "primären Entwässerungssysteme" eines Bauwerks, die Elemente  beinhalten, die nach Fertigstellung des Bauwerks nicht mehr frei  zugänglich sind, wie z.B. Noppenbahnen bzw. -streifen, Drainagematten,  Sickerpackungen um die Drainageleitungen herum, Öffnungen der Drainagerohre  (aussen) und dgl., als auch die "sekundären Entwässerungssysteme"  eines Bauwerks, die frei zugängliche Elemente beinhalten, wie z.B.  Drainagerohre (innen), Kontrollschächte, Schlammsammler, Zuleitungen,  Entwässerungsleitungen und dgl. 



   Bei der Entwässerung von Bauwerken des Hoch- und Tiefbaus fallen  Grund- und Bergwässer (Sickerwässer) an, die einen unterschiedlich  hohen Gehalt an gelösten, überwiegend anorganischen Wasserinhaltsstoffen  aufweisen, die häufig harte Ablagerungen verursachen. Die Bildung  von harten Ablagerungen aus überwiegend Carbonaten in Drainage- und  Entwässerungssystemen wird auch als Versinterung bezeichnet. Unter  der Versinterungsstärke ist die Menge an Carbonat-Ablagerungen zu  verstehen, die pro m<3 >anfallendem Grund- und Bergwasser in einem  Drainage- und Entwässerungssystem in einer definierten Zeiteinheit  ausgeschieden wird, und der Versinterungsgrad beurteilt den Zustand  eines Drainage- und Entwässerungssystems bezüglich der darin enthaltenen  Carbonat-Ablagerungen.

   Die Problematik der Versinterung von Bauwerksentwässerungssysteme  ist in der Forschungsarbeit Nr. 16/90 des Vereins der Schweizer Strassenfachleute  (VSS), die mit    einem Schlussbericht im Januar 1996 unter dem Titel  "Versinterungen von Entwässerungsleitungen, Ursachen und Gegenmassnahmen",  abgeschlossen wurde, dargestellt. Darin werden als Ergebnis der Forschungsarbeit  die folgenden Schlussfolgerungen gezogen: - die CO 2 -Konzentration  (CO 2 -Partialdruck) der Porenluft im Boden nimmt i.a. mit zunehmender  Tiefe zu und damit steigt auch der Anteil des Kohlensäuregehaltes  (H+ und HCO 3  - ) im Wasser, sodass zusätzliches CaCO 3  gelöst  wird; - beim Kontakt des Grund- und Bergwassers mit atmosphärischer  Luft nimmt der CO 2 -Partialdruck i.a. wieder ab, d.h.

   CO 2  entweicht  aus dem Wasser in die Luft, sodass weniger CaCO 3  in Lösung bleiben  kann und ein Teil ausfällt;  - im Zusammenhang mit der Versinterung  von Entwässerungssystemen spielen die zementgebundenen Baustoffe  mit ihrem basischen Charakter und ihrem hohen Gehalt an Ca 2  +   eine entscheidende Rolle. Die in dem Wasser gelöste Kohlensäure wird  durch die Base Ca(OH) 2  neutralisiert und steht damit nicht mehr  zur Lösung von CaCO 3  zur Verfügung. Zudem enthält vor allem junger  Beton in den Poren selbst vielleicht lösliches Calciumhydroxid (Ca(OH)  2 ). Beides führt schliesslich zu einer starken Ausfällung von CaCO  3 . 



   Aus hydrologischer Sicht lassen sich drei grundsätzlich voneinander  verschiedene Versinterungsmechanismen unterscheiden: 



   Typ 1: die Bildung von Ablagerungen durch natürliche Carbonat- bzw.  Kalkübersättigung. Carbonat- bzw. kalkgesättigtes Bergwasser verliert  einen Teil seines CO 2 -Gehaltes beim Eintritt in ein Bauwerksentwässerungssystem  und verursacht als Folge einer Gleichgewichtsreaktion die Bildung  von Carbonatablagerungen; 



   Typ 2: die Bildung von Ablagerungen durch pH-Wert-Erhöhung des Bergwassers,  wie sie beispielsweise durch den Kontakt des Grund- und Bergwassers  mit alkalischen Baustoffen (Beton) verursacht wird. Dadurch erhöht  sich der pH-Wert des Grund- und Bergwassers und führt zu massiven  Carbonatausfällungen; 



   Typ 3: die Bildung von Ablagerungen, insbesondere Carbonatablagerungen,  durch kohlensaures Bergwasser im Kontakt mit Betonbauten. Kohlensaures  Bergwasser bildet beim    Zuströmen auf das Bauwerk als Folge der  Druckentlastung Kohlendioxid-Gasblasen. Diese können nicht entweichen  und strömen zusammen mit dem Bergwasser dem Hohlraum entgegen. Um  die Gasblasen herum bildet sich eine aggressive kalklösende Umgebung.  Beim Kontakt dieses Bergwassers mit Beton wird Calciumhydroxid aus  der Zementmatrix herausgelöst und beim Eintritt des Bergwassers in  das Entwässerungssystem durch Entweichen des überschüssigen CO 2  in Form von Carbonatablagerungen wieder ausgeschieden. 



   Unabhängig von ihrer Bildungsart verkleinern die bei der Versinterung  entstehenden harten, festhaftenden Ablagerungen die Abflussquerschnitte  der Entwässerungssysteme oder schliessen sie in Extremfällen sogar  ganz. Als Folge davon können die anfallenden Wassermengen nicht mehr  frei abfliessen, und es entstehen Rückstaus, die grosse Schäden verursachen  können. Die Schäden reichen von unerwünschten Wasserinfiltrationen  ins Bauwerksinnere über hohe Wasserdrucke auf die Bauwerksschale  bis hin zu Eisbildungen auf Fahrbahnen und Vernässungen in Gewölben,  verbunden mit der Gefahr von elektrischen Kurzschlüssen bei Bahntunneln  und dergleichen. Zudem setzt der direkte Wasserkontakt die Dauerhaftigkeit  (Lebensdauer) der Bauwerke herab.

   Insbesondere bei solchen Bauwerken,  deren Stabilität von der einwandfreien Funktionstüchtigkeit des Entwässerungssystems  abhängig sind, kann die Bildung von Ablagerungen in dem Entwässerungssystem  fatale Folgen haben. Diese Ablagerungen vermindern nämlich die Funktionsfähigkeit  aller Teile eines Bauwerksentwässerungssystems. 



   In Teilen des primären Entwässerungssystems, beispielsweise den Sickergräben  10, Sickerschichten 11, Sanddrains 12, Geodrains 13 oder Drainagebohrungen  im Fels 20 (vgl. die beiliegenden Zeichnungen Fig. 1 und 2) können  Ablagerungen die Leistungsfähigkeit der Entwässerung reduzieren oder  ganz zerstören. Im primären Teil eines Entwässerungssystems sind  Unterhaltsarbeiten, wenn überhaupt, nur mit sehr hohem Aufwand möglich,  wobei aufwändige Sanierungsarbeiten oft die einzige Möglichkeit darstellen,  um die Funktionstüchtigkeit des Entwässerungssystems wiederherzustellen.  In den Bereichen des sekundären Entwässerungssystems, beispielsweise  in den Sickerleitungen 2, Rinnen 5, Gräben 6, Abschlüssen 7, Schlammsammlern  8 und Einlaufschächten 9 (vgl. die beiliegenden Zeichnungen Fig.

    1 und 2) sind periodische Unterhaltsarbeiten zum Entfernen entstandener  Ablagerungen wegen der besseren Zugänglichkeit zwar möglich, aber  auch hier sind die periodischen Unterhaltsarbeiten sehr kostenintensiv  und nicht immer erfolgreich. Man ist daher seit langem bestrebt,  die Bildung dieser unerwünschten Ablagerungen,    insbesondere Carbonatablagerungen,  in Bauwerksentwässerungssystemen zu verringern oder zu verhindern.  Nach den Angaben der Vereinigung der Schweizer Strassenfachleute  (VSS) in dem oben genannten Schlussbericht vom Januar 1996 wird insbesondere  durch die zur Herstellung der Entwässerungssysteme verwendeten Werkstoffe  sowie deren Oberflächenbeschaffenheit die Wachstumsrate der Ablagerungen  an den Wasser führenden Teilen stark beeinflusst.

   Nach Meinung dieser  Kommission sind nur konstruktive Massnahmen geeignet, die Bildung  von harten Ablagerungen zu hemmen. In diesem Zusammenhang empfiehlt  sie, den Wasserabfluss möglichst ruhig zu halten und die Wasser führenden  Teile mit einer glatten Oberfläche zu versehen, um die Anhaftung  von Ablagerungen zu verringern. Derartige Verfahren sind ebenfalls  sehr kostspielig und darüber hinaus wenig wirksam. Die zurzeit gebräuchlichsten  Verfahren zum Entfernen von Ablagerungen in Entwässerungssystemen  sind die elektromechanische Reinigung mit Spezialwerkzeugen, beispielsweise  Kanalfernsehen verbunden mit Robotik sowie Hochdruckspülen oder Hochdruckfräsen  mit Wasser. Auch diese Verfahren sind ausserordentlich kostspielig  und arbeitsintensiv und führen häufig zu unerwünschten Betriebsunterbrechungen.

    Sind diese Arbeiten aus bautechnischen Gründen (beispielsweise in  primären Entwässerungssystemen) nicht möglich oder führen sie nicht  zu den gewünschten Ergebnissen, so kann die Funktionstüchtigkeit  des Entwässerungssystems meist nur mit aufwändigen Sanierungsarbeiten  wiederhergestellt werden. 



   Auch die bereits vorgeschlagene Konditionierung des Berg- oder Grundwassers  mit handelsüblichen Wasserkonditionierungsmitteln, um die Bildung  von Ablagerungen nach dem Eintritt in ein Bauwerksentwässerungssystem  mittels mechanischer und elektronisch gesteuerter Dosierungsanlagen  zu vermindern, hat sich als technisch ausserordentlich aufwändig  erwiesen und ist mit hohen Investitions- und Unterhaltskosten verbunden.  Darüber hinaus ist sie nicht anwendbar auf die primären Bauwerksentwässerungssysteme  und führt auch dann nicht zu den gewünschten Ergebnissen, wenn die  anfallenden Wassermengen starken Schwankungen unterworfen sind und  die Entwässerungsanlage nur periodisch Wasser führt bzw. zeitweise  trocken liegt.

   Bei grossen Bauwerken wie Tunnelbauten können solche  Schwankungen auch in einem einzelnen Bauwerk, über mehrere Stellen  verteilt, auftreten und die Bergwasser-Austrittsstellen können sich  innerhalb des einzelnen Bauwerks auch örtlich verlagern. Die in solchen  Fällen erforderlichen Bauwerksentwässerungssysteme sind äusserst  feingliedrig und verfügen über eine Vielzahl von Verästelungen und  Nebenarmen, sodass dann eine gezielte Konditionierung des Bergwassers  mittels Dosierungsanlagen in solchen Systemen technisch und finanziell  sehr aufwändig ist. 



     Aufgabe der Erfindung war es daher, eine Methode zur Verminderung  bzw. Verhinderung der Entstehung von Ablagerungen, insbesondere Carbonatablagerungen,  in Bauwerksentwässerungssystemen zu finden, die der oben genannten  vielfältigen Problemstellung gerecht wird und sich nicht nur auf  primäre und sekundäre Entwässerungssysteme anwenden lässt, sondern  auch technisch einfach und wirtschaftlich durchführbar ist in den  Fällen, in denen die anfallende Wassermenge nicht konstant ist, sondern  starken Schwankungen unterworfen ist, und bei der keinerlei korrosive  Wechselwirkungen mit den eingesetzten Bauwerksmaterialien, beispielsweise  den Bauwerksabdichtungen, die in der Regel aus Polyvinylchlorid (PVC),  Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP) bestehen, dem Beton, der  Stahlarmierung, den Glasfaserankern oder dergleichen, eintreten. 



   Es wurde nun überraschend gefunden, dass die oben genannte Aufgabe  gelöst werden kann mittels Kalkschutzsteinen zur Minimierung der  Bildung von Ablagerungen, insbesondere Carbonatablagerungen, in einem  Bauwerksentwässerungssystem und deren Verwendung in einem Verfahren  zur Minimierung der Bildung von Ablagerungen, insbesondere Carbonatablagerungen,  in einem Bauwerksentwässerungssystem. 



   Gegenstand der Erfindung sind gemäss einem ersten Aspekt Kalkschutzsteine  zur Minimierung der Bildung von Ablagerungen, insbesondere Carbonatablagerungen,  in einem Bauwerksentwässerungssystem, die gekennzeichnet sind durch  einen Gehalt an mindestens einem Wasser-Konditionierungsmittel, gegebenenfalls  im Gemisch mit mindestens einer Trägersubstanz und/oder Bindemittel,  sowie gegebenenfalls weiteren üblichen Zusätzen, wie z.B. Fliessreguliermittel,  Gleitmittel und/oder Konservierungsmittel. 



   Die erfindungsgemässen Kalkschutzsteine haben vorzugsweise einen  homogenen oder strukturierten, insbesondere schichtenförmigen, Aufbau  und sind vorzugsweise von beliebiger Grösse und Gestalt. Sie liegen  vorzugsweise in gegossener oder gepresster Form, insbesondere in  Form von Blöcken oder Tabletten, vor. 



   Die erfindungsgemässen Kalkschutzsteine enthalten mindestens 10 Gew.-%,  vorzugsweise mindestens 25 Gew.-%, besonders bevorzugt 50 bis 100  Gew.-% Wasser-Konditionierungsmittel und als Rest Trägermaterial  und/oder Bindemittel sowie gegebenenfalls weitere übliche Zusätze,  wie z.B. Fliessreguliermittel, Gleitmittel und/oder Konservierungsmittel.                                                      



     Letztere schützen die Kalkschutzsteine vor vorzeitigem Abbau (Zersetzung)  durch Mikroorganismen, insbesondere sulfatreduzierende Mikroorganismen,  wie sie in Grund- und Bergwässern enthalten sein können. 



   Die erfindungsgemässen Kalkschutzsteine können sowohl in dem primären  als auch in dem sekundären Bauwerksentwässerungssystem eingesetzt  werden. Bei Kontakt des anfallenden Grund- und Bergwassers (Sickerwassers)  mit den Kalkschutzsteinen geben diese das in ihnen enthaltene Konditionierungsmittel  ab und schützen so auf dem nachfolgenden Fliessweg das Entwässerungssystem  vor der Entstehung von harten Ablagerungen (Versinterungen). Durch  die spezifische Zusammensetzung und die Menge an Trägersubstanz in  den Depotsteinen kann die Abgabemenge an Konditionierungsmittel in  beliebiger Weise gesteuert werden. 



   Die erfindungsgemässen Kalkschutzsteine enthalten als Wasser-Konditionierungsmittel  vorzugsweise Homopolymere, Copolymere oder Terpolymere von gesättigten  oder ungesättigten, ein oder mehrere Hyd-roxy-, Oxo- oder Aminogruppen  enthaltenden Mono-, Di-und Polycarbonsäuren und ihren Salzen, Estern,  Amiden und Anhydriden, oxidierte Kohlen-hydrate, Proteine und Mischungen  davon. 



   Besonders bevorzugte Wasser-Konditionierungsmittel sind Homopolymere,  Copolymere oder Terpolymere von gesättigten oder einfach oder mehrfach  ungesättigten Monocarbonsäuren, Dicarbonsäuren oder Polycarbonsäuren,  die eine oder mehrere Hyd-roxy-, Oxo- oder Aminogruppen aufweisen,  von deren Estern, Salzen, insbesondere Ammonium- und Alkalimetallsalzen,  Amiden, Imiden und Anhydriden, insbesondere diejenigen von Acrylsäure,  Methacrylsäure, Acrylamid, Methacrylamid, Maleinsäure, Maleinsäureamid  oder -imid, Maleinsäureanhydrid,  alpha -Aminobernsteinsäure,  alpha  -Aminobernsteinsäureamid oder -imid,  alpha -Aminobernsteinsäureanhydrid,  Itaconsäure (Methylenbernsteinsäure), Itaconsäureamid oder -imid,  Itaconsäureanhydrid,  alpha -Aminoglutarsäure,  alpha -Aminoglutarsäureamid  oder -imid,  alpha -Aminoglutarsäureanhydrid, Aconitsäure (Propen-1,2,

  3-tricarbonsäure),  Mesaconsäure, Fumarsäure und sulfomethylieren oder sulfoethylierten  Derivaten davon, die einzeln oder in Form einer Mischung eingesetzt  werden können. 



   Als Wasser-Konditionierungsmittel besonders geeignet sind Bernsteinsäureamid,  Polysaccharide, Polyoxycarbonsäuren und deren Copolymer, Proteine,  insbesondere Polysuccinimid, Polyacrylate, Polymethacrylate, Polyacrylamide,  Copolymere von Acrylsäure    bzw. Methacrylsäure und Acrylamid, sulfomethylierte  oder sulfoethylierte Polyacrylamide, Copolymere und Terpolyacrylamide,  Copolymere von Acrylsäure bzw. Methacrylsäure und Acrylamid, sulfomethylierte  oder sulfoethylierte Polyacrylamide, Copolymere und Terpolymere mit  Acrylsäure und Maleinsäureester, Maleinsäureanhydrid-Polymere und  Copolymere oder oxidierte Kohlenhydrate, wobei diese Produkte einzeln  oder im Gemisch zur Herstellung von Kalkschutzsteinen eingesetzt  werden können. 



   Als Trägersubstanz und/oder Bindemittel für die erfindungsgemässen  Depotsteine besonders gut geeignet sind Gelatine, hydrophobe Fette,  Wachse oder Harze, Hydrokolloidbildner wie Metolose, Hydroxypropylmethylcellulose  und -ethylcellulose oder Fettsäuren, insbesondere Laurinsäure, gehärtetes  Ricinusöl, Carnaubawachs, mikrokristalline Cellulose oder Gemische  davon, die gegebenenfalls mit einem Fliessregulierungsmittel wie  kolloidalem Siliciumdioxid einem Gleitmittel wie Saccharosestearat  und/oder einem Konservierungsmittel wie Methylparaben oder Buthylparaben  versetzt sind. 



   Besonders gut geeignete Kalkschutzsteine für die Behandlung von Grund-  und Bergwässern mit einem pH-Wert von vorzugsweise 5 bis 9 sind solche,  die 10 bis 100 Gew.-%, vorzugsweise 55 bis 95 Gew.-% Polycarbonsäure  (vorzugsweise Polymere auf Acrylat- und Methacrylat-Basis) und 90  bis 0 Gew.-%, vorzugsweise 45 bis 5 Gew.-% Trägersubstanz, vorzugsweise  Laurinsäure, enthalten. 



   Für die Konditionierung von Grund- und Bergwässern mit einem pH-Wert  von vorzugsweise 7 bis 13 eignen sich besonders gut Kalkschutzsteine,  die 10 bis 100 Gew.-%, vorzugsweise 50 bis 100 Gew.-% Polysuccinimid  mit einem Molekulargewicht von 3000 bis 6000 Dalton, insbesondere  von 4000 bis 5000 Dalton, als Wasser-Konditionierungsmittel enthalten.                                                         



   Die erfindungsgemässen Kalkschutzsteine können hergestellt werden  unter Anwendung von Giessverfahren oder Pressverfahren. 



   Das Giessverfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass man das Wasser-Konditionierungsmittel  mit der Trägersubstanz und/oder einem Bindemittel mit einem niedrigen  Schmelzpunkt von vorzugsweise unter 60 DEG C in dem gewünschten Mengenverhältnis  unter Erwärmen mischt und die dabei erhaltene Schmelze aus der Trägersubstanz  und/oder dem Bindemittel mit den darin dispergierten Wasser-Konditionierungsmittel-Teilchen  abkühlt und formt unter Bildung von homogenen Kalkschutzsteinen.  Bei diesem Verfahren verwendet man als Trägersubstanz    vorzugsweise  Gelatine, hydrophobe Fette, Wachse oder Harze oder Mischungen davon.                                                           



   Das Pressverfahren zur Herstellung der erfindungsgemässen Kalkschutzsteine  ist dadurch gekennzeichnet, dass man das Wasser-Konditionierungsmittel  mit pulverförmigen Trägersubstanzen und/oder Bindemitteln in dem  gewünschten Mengenverhältnis trocken mischt und die dabei erhaltene  trockene Mischung anschliessend zu Formkörpern verpresst. Als Trägersubstanz  für dieses Verfahren besonders geeignet sind Hydrokolloidbildner  wie Metolose, Hydroxypropylmethylcellulose und -ethylcellulose, Fettsäuren,  insbesondere Laurinsäure, gehärtetes Ricinusöl, Carnaubawachs oder  mikrokristalline Cellulose oder Mischungen davon. 



   Vor oder während der Herstellung der Kalkschutzsteine werden der  Trägersubstanz vorzugsweise Fliessreguliermittel, beispielsweise  kolloidales Siliciumdioxid, Gleitmittel, beispielsweise Saccharosestearat,  und/oder Konservierungsmittel, beispielsweise Methylparaben oder  Butylparaben, zugemischt. Die Konservierungsmittel schützen die Kalkschutzsteine  vor vorzeitigem biologischem Abbau (Zersetzung) durch Mikroorganismen,  beispielsweise sulfatreduzierende Mikroorganismen, wie sie überall  in Grund- und Bergwässern vorkommen können. Den erfindungsgemässen  Kalkschutzsteinen können zusätzlich auch herkömmliche Härtestabilisatoren,  Dispergatoren oder Sequestriermittel zugesetzt werden, sodass sie  auch gegen Neubildung von Ablagerungen, die durch natürliches kalkübersättigtes  Bergwasser entstehen, geschützt sind.

   Kalkschutzsteine, die Polysuccinimid  als Wasser-Konditionierungsmittel enthalten, lassen sich besonders  gut bei zementbedingten Ablagerungen einsetzen und für die Konditionierung  von Bergwässern mit einem hohen pH-Wert, vorzugsweise in dem Bereich  von 7 bis 13. Dagegen eignen sich Polycarbonsäure-Konditionierungsmittel  besonders gut für die Konditionierung von Bergwässern mit niedrigeren  pH-Werten, vorzugsweise in dem Bereich von 5 bis 10. 



   Gemäss einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein  Verfahren zur Minimierung der Bildung von Ablagerungen, insbesondere  Carbonatablagerungen, in einem Bauwerksentwässerungssystem, das dadurch  gekennzeichnet ist, dass man dem abzuführenden Berg- oder Grundwasser  Wasser-Konditionierungsmittel in Form von Kalkschutzsteinen, wie  sie vorstehend beschrieben worden sind, zugibt, die unter Berücksichtigung  des Gefälles in das Bauwerksentwässerungssystem eingebracht werden.                                                            



   Bei Neubauten werden die erfindungsgemässen Kalkschutzsteine in das  primäre und/oder    sekundäre Entwässerungssystem eingebracht, während  sie bei bereits bestehenden Bauwerken dem sekundären Entwässerungssystem  zugesetzt werden. 



   Bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens werden die  Depotsteine in solchen Mengen in dem Bauwerksentwässerungssystem  angeordnet, dass sie an der Wasserzulauf-Stelle bei kleinen Wasserzulaufmengen  vorzugsweise 0,5 bis 50 000 ppm, bei mittleren Wasserzulaufmengen  vorzugsweise 0,5 bis 5000 ppm und bei konstanten hohen Wasserzulaufmengen  vorzugsweise 0,5 bis 100 ppm Wasser-Konditionierungsmittel an das  sie überströmende Grund- oder Bergwasser abgeben. 



   Bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens werden die  Kalkschutzsteine vorzugsweise in solcher Menge und solcher Anordnung  in das Bauwerksentwässerungssystem eingebracht, dass am Ende des  Entwässerungssystems der Wasser-Konditionierungsmittel-Gehalt in  dem Berg- oder Grundwasser nicht weniger als 0,1 ppm beträgt. Besonders  bevorzugt werden Kalkschutzsteine der vorstehend beschriebenen Art  verwendet, die mit Drainagevliesen, Noppenfolien, Kunststoffdichtungsbahnen  oder Halbschalen zur Wasserableitung verbunden sind und in das Bauwerk  eingebracht werden. 



   Die Zugabemenge des Wasser-Konditionierungsmittels wird bei Durchführung  des erfindungsgemässen Verfahrens durch die Anzahl und Anordnung  sowie die Art und Zusammensetzung der Kalkschutzsteine in Abhängigkeit  von der am Ende des Entwässerungssystems anfallenden Wassermenge  in der gewünschten Weise gesteuert. 



   Als besonders geeignet hat sich erwiesen die Verwendung von Kalkschutzsteinen,  die als Wasser-Konditionierungsmittel Polysuccinimid mit einem Molekulargewicht  von 3000 bis 6000 Dalton, enthalten. 



   Bei genauer Kenntnis der anfallenden Wassermenge und des zugehörigen  Wasserchemismus lässt sich die geeignete Menge an Konditionierungsmittel  vom Fachmann leicht bestimmen, die erforderlich ist, um eine ausgeprägte  Verminderung bzw. eine vollständige Verhinderung der Bildung von  Ablagerungen, insbesondere Carbonatablagerungen, in einem Entwässerungssystem  zu bewirken. In der Regel genügen 2 ppm, d.h. 2 g Konditionierungsmittel  zur erfolgreichen Behandlung von 1 m<3> anfallendem Grund- und Bergwasser.  Die Konzentration an Konditionierungsmittel in dem Grund- und Bergwasser  ist in unmittelbarer Nähe der Kalkschutzsteine natürlich viel höher  und kann über 50 000, besonders    bevorzugt über 5000 mg/l betragen.  Sie nimmt aber auf dem nachfolgenden Fliessweg ab und sollte am Ende  des Entwässerungssystems nicht weniger als 0,1 mg/l betragen. 



   Die Erfindung eignet sich zur Konditionierung der anfallenden Grund-  und Bergwässer mit pH-Werten von 4,0 (gemessen 1998 im Sicherheitssstollen  des Gotthard-Strassentunnels) bis zu 13 (gemessen 1980 während der  Bauphase des Tunnels durch die Beeinflussung alkalischer Baustoffe).  Nach der erfindungsgemässen Konditionierung wird das anfallende Grund-  und Bergwasser in der Regel am Ende des Entwässerungssystems direkt  in einen Vorfluter geleitet, da es den entsprechenden ökologischen  Anforderungen genügt. Die erfindungsgemässe Wasser-Konditionierung  ist auch geeignet für Entwässerungssysteme, in deren Bereich eine  sehr hohe Luftfeuchtigkeit herrscht und deren Temperatur in tief  liegenden Tunnelbauwerken bis zu 40 DEG C betragen kann.

   Sie ist  insbesondere geeignet für äusserst feingliedrige Bauwerksentwässerungssysteme,  die über eine Vielzahl von Verästelungen und Nebenarmen verfügen,  deren konventionelle Konditionierung sehr aufwändig und kostspielig  wäre. Bei der erfindungsgemässen Konditionierung treten auch keinerlei  korrosive Wechselwirkungen mit den eingesetzten Bauwerksmaterialien,  wie beispielsweise den Bauwerksabdichtungen, die in der Regel aus  PVC, PE oder PP bestehen, dem Beton, der Stahlarmierung, den Glasfaserankern  oder dgl. auf, sodass die Dauerhaftigkeit des Bauwerks dadurch nicht  beeinträchtigt wird. Die erfindungsgemässe Wasser-Konditionierung  ist nicht nur technisch einfacher, sondern auch wirtschaftlicher  als die konventionellen Reinigungsmethoden und die Konditionierung  mittels mechanischer und elektronisch gesteuerter Dosieranlagen. 



   Nachfolgend soll die Erfindung anhand von Zeichnungen für zwei Beispiele  und einen Vergleichsversuch näher erläutert werden. 



   Fig. 1 zeigt die schematische Darstellung der zurzeit gebräuchlichsten  Elemente von Entwässerungssystemen. 



   Fig. 2 zeigt die schematische Darstellung der zurzeit gebräuchlichsten  Elemente von Entwässerungssystemen anhand eines Schnittes auf Höhe  der Linie A-A der Fig. 1. Diese Darstellung gehört zum Beispiel 1.                                                             



     Fig. 3 enthält zusammen mit der Fig. 2 alle wesentlichen Elemente,  die ein Entwässerungssystem beinhalten kann. Die Elemente der Oberflächenentwässerung,  dem so genannten sekundären Entwässerungssystem, sind: Rinnen 5,  Gräben 6, Abschlüsse 7, Schlammsammler 8, und Einlaufschächte 9.  Die Elemente der Drainagen, dem so genannten primären Entwässerungsystern,  sind Sickergräben 10, Sickerleitungen 2 mit durchlässiger Wandung,  z.B. unverfugte, gelochte oder geschlitzte Rohre, Rigolen, Sickerschichten  11, Sanddrains 12, z.B. Sickeranlagen aus Sandlagen, Geodrains 13,  z.B. Sickeranlagen aus Kunststoff wie Drainagevliese, Noppenfolien  oder Geotextilien, sowie Drainagebohrungen im Fels 20.

   Die Elemente  der Kanalisation (sekundäres Entwässerungssystem) sind Sammelleitungen  3, die das gesamte, ihnen durch Sekundärleitungen zugeführte Grund-  und Bergwasser eines Abschnitts des Entwässerungssystems aufnehmen  und ableiten, zudem Kontrollschächte 1 und Einlaufbauwerke 14. Die  Elemente der Rückgabebauwerke sind Auslaufbauwerke 15, Rückhaltebecken  16, Versickerungsanlagen 17, Regenüberlauf 18 und Ölabscheider 19.                                                             



   Fig. 3 gehört zu Beispiel 2 und 3 und zeigt einen Schnitt durch den  Nationalstrassentunnel Crapteig der A 13 in der Schweiz im Bereich  der Gehwegkonsole. Die Darstellung zeigt den Aufbau der verschiedenen  Entwässerungsleitungen in diesem Strassentunnel. Die Darstellung  enthält die Fahrbahnplatte 4, die Isolationssickerleitung 21, die  Transportleitung 22 und die Drainageleitung 23, Kalkschutzsteine  in Tablettenform in den Sickerpackungen der Drainageleitungen 24,  sowie Kalkschutzsteine in Blockform in den Sickerpackungen der Drainageleitungen  sowie in Drainagerohr 25.  Beispiel 1: Verfahren zur Konditionierung  des Grund- und Bergwassers  



   Im ersten Beispiel nach Fig. 1 und Fig. 2 erfolgt die Zugabe des  Konditionierungsmittels über Kalkschutzsteine in die Elemente des  Entwässerungssystems. Bei bestehenden Bauwerken lassen sich die Kalkschutzsteine  ohne grösseren Aufwand nur im sekundären, d.h. dem zugänglichen Entwässerungssystem  auslegen. Ein umfassender Schutz des Entwässerungssystems ist bei  bestehenden Bauwerken also nur bedingt möglich. Bei Neubauten können  die Kalkschutzsteine auch in das primäre Entwässerungssystem eingebaut  werden. Wie lange ihre Wirksamkeit anhält, hängt von der Wasserführung  an der jeweiligen Stelle und der Menge an eingebauten Kalkschutzsteinen  ab. Bei Bedarf können Öffnungen eingebaut werden, die ein Nachfüllen  der Kalkschutzsteine ermöglichen.

   Bei einem    durchschnittlichen  Wasseranfall von 50 m<3> pro Laufmeter Drainagerohr und Jahr bedarf  es rund 1 kg Kalkschutzsteine pro Laufmeter Drainagerohr, wenn eine  Wirkzeit von 5 Jahren erreicht werden soll. Dabei sollte der Anteil  der Trägersubstanzen zweckmässig < 50% betragen.  Beispiel  2: Vergleichsversuch mit dem Versinterungstyp 2; pH-Werterhöhung  des Grund- und Bergwassers  

 Im Nationalstrassentunnel Crapteig der A 13 wurde im Laufe des Jahres  1998 ein Vergleichsversuch zur Reduktion von Carbonatablagerungen  in den Drainagerohren mit Kalkschutzsteinen unterschiedlicher Zusammensetzung  durchgeführt. Die Fig. 3 zeigt den Strassentunnel im Bereich der  Gehwegkonsole. Die Ausführungen der linken und rechten Seite des  Tunnels sind identisch.

   Der Bergwasseranfall, der Wasserchemismus  sowie die Versinterungsstärke in beiden Drainagerohren 23 des Tunnels  unterscheiden sich nur unwesentlich. Während achtzehn Monaten wurden  in beiden Drainagerohren 23, unterhalb der rechten und linken Gehwegkonsole  des Strassentunnels Kalkschutzsteine mit unterschiedlicher Zusammensetzung  ausgelegt und deren Wirksamkeit für Bergwasser beurteilt. Die Kalkschutzsteine  im Drainagerohr 23 unterhalb der Fahrspur nach Chur bestanden zu  80% aus pulverförmiger Polycarbonsäure (Polymer auf Acrylat/Methacrylat-Basis)  mit 20% Laurinsäure als Trägersubstanz und wurden im Tablettierverfahren  hergestellt. Demgegenüber bestanden die Kalkschutzsteine im Drainagerohr  23 unterhalb der Fahrspur San Bernardino zu 100% aus Polysuccinimid.                                                           



   Im Verlauf des Versuchs hat sich gezeigt, dass bei Versinterungen,  die durch den Versinterungstyp 2 entstehen, d.h. also durch eine  pH-Werterhöhung des Bergwassers auf pH 13, Kalkschutzsteine mit Polysuccinimid  eine doppelt so hohe Wirksamkeit besitzen wie Kalkschutzsteine aus  Polycarbonsäuren. 



   Nachfolgende Untersuchungen haben ergeben, dass sich Polysuccinimid  mit einem Molekulargewicht zwischen 3000 und 6000 Dalton als Konditionierungsmittel  besonders gut eignet. Einerseits ist die Wirksamkeit dieses Polysuccinimids  als Konditionierungsmittel in Kalkschutzsteinen bei hohen pH-Werten  über 9 viel besser als bei allen übrigen Konditionierungsmitteln,  und zudem wird dieses Polysuccinimid in die Wassergefährdungsklasse  1 (schwach wassergefährdend) eingeteilt, was ökologische Vorteile  bietet. 



   Die unterschiedliche Härtestabilisations-Wirkung wird deutlich sichtbar,  wenn man die an den    verschiedenen Bergwasserproben gemessenen  Ca-Härten betrachtet. Bergwasserproben mit Polycarbonsäuren als Konditionierungsmittel  erreichen eine maximale Carbonathärte (Ca-Härte) von 13  DEG dH,  während Bergwasserproben mit Polysuccinimid bis zu 16  DEG dH erreichen.  Die Carbonathärte (Ca-Härte) des unbehandelten Bergwassers beträgt  dagegen etwa 11  DEG dH. Grundsätzlich gilt, je höher die Ca-Härte  des Grund- und Bergwassers, desto geringer die Neubildung von Kalkablagerungen  im Entwässerungssystem. Die Dosiermengen an Konditionierungsmittel  betrugen auf beiden Seiten des Entwässerungssystems rund 2 ppm (2  g pro m<3> anfallendem Grund- und Bergwasser), wobei diese Konzentrationen  am Ende des Entwässerungssystem, beim Tunnelportal, ermittelt wurden.

    Beispiel 3: Anwendung der Kalkschutzsteine  



   In der Fig. 3 ist der Nationalstrassentunnel Crap-teig der A 13 im  Schnitt dargestellt. Zum Schutz der Isolationssickerleitung 21 vor  der Bildung von harten Ablagerungen könnte beispielsweise ein Konditionierungsmittel  über eine Dosieranlage in konstanten Mengen in flüssiger Form zugegeben  werden. Bei sachgerechter Handhabung erfordert dieses Verfahren eine  zuverlässige Dosieranlage mit entsprechender Ausrüstung. Bei der  Vielzahl der Isolationssickerleitungen in einem Nationalstrassentunnel,  im Schnitt > 200 Stück, wird der Aufwand für die Installation  der Anlagen zu gross und finanziell unrentabel, weshalb hier diese  Lösung nicht in Frage kommt. Alternativ dazu können Kalkschutzsteine  25 eingesetzt werden.

   Kalkschutzsteine 25 eignen sich besonders an  den Stellen, wo die anfallende Wassermenge nicht sehr gross ist,  d.h. unter 2 l/s liegt in einem Entwässerungsabschnitt oder das Entwässerungssystem  zeitweise trocken liegt. Ein Entwässerungssystem besteht in der Regel  aus einer Vielzahl identischer Abschnitte wie z.B. einer einzelnen  Isolationssickerleitung. Während dieser Trockenperiode bleibt der  Kalkschutzstein an Ort und behält sein Wirkungspotenzial über Monate  oder Jahr bei, ohne dabei an Substanz zu verlieren. 



   Enthalten die Kalkschutzsteine zusätzlich herkömmliche Härtestabilisatoren,  Dispergatoren oder Sequestiermittel, so sind sie auch sehr gut geschützt  gegen die Neubildung von Ablagerungen, die durch natürliches kalkübersättigtes  Bergwasser entstehen. Enthalten die Kalkschutzsteine Polysuccinimid  lassen sie sich besonders gut bei zementbedingten Ablagerungen einsetzen.  Gerade in der Bauphase, der Periode mit den stärksten Versinterungen,  tragen Kalkschutzsteine mit Polysuccinimid dazu bei, die Neu-bildung  von Ablagerungen zu verhindern. Die Kalk-schutzsteine können auch  vorgängig mit anderen Baumaterialien verbunden und in das Bauwerk  eingebaut werden. Für diese Kombination    eignen sich Drainagevliese,  Noppenfolien, Sickerpackungen, Kunststoffhalbschalen zur direkten  Wasserableitung, Kunststoffdichtungsbahnen und dergleichen. 



   Grundsätzlich sollte man versuchen, das anfallende Grund- und Bergwasser  unmittelbar beim Austritt aus dem Fels zu konditionieren. Wegen der  Vielzahl der Wassereintrittsstellen ist dies aus finanziellen Gründen  mit Dosieranlagen nicht immer möglich und zudem bewegen sich häufig  die Wassereintrittsstellen im Laufe der Zeit, sodass fest installierte  Dosieranlagen ihre Wirkung verlieren würden. Deshalb sind flächendeckende  Massnahmen durch Einbringen von Kalkschutzsteinen zum Schutze des  primären und auch des sekundären Entwässerungssystems wirksamer und  wirtschaftlicher.

Claims (11)

1. Kalkschutzstein zur Minimierung der Bildung von Ablagerungen, insbesondere Carbonatablagerungen, in einem Bauwerksentwässerungssystem, gekennzeichnet durch einen Gehalt an mindestens einem Wasser-Konditionierungsmittel, gegebenenfalls im Gemisch mit mindestens einer Trägersubstanz und/oder Bindemittel, sowie gegebenenfalls Fliessreguliermittel, Gleitmittel und/oder Konservierungsmittel.
2. Kalkschutzstein nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass er einen homogenen oder strukturierten, vorzugsweise schichtenförmigen, Aufbau hat.
3. Kalkschutzstein nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass er in gegossener oder gepresster Form, vorzugsweise als Block oder Tablette, vorliegt.
4.
Kalkschutzstein nach einem der Patentansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass er mindestens 10 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 25 Gew.-%, besonders bevorzugt 50 bis 100 Gew.-%, Wasser-Konditionierungsmittel und als Rest Trägermaterial und/oder Bindemittel sowie gegebenenfalls Fliessreguliermittel, Gleitmittel und/oder Konservierungsstoffe enthält.
5. Kalkschutzstein nach einem der Patentansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass er als Wasser-Konditionierungsmittel Homopolymere, Copolymere oder Terpolymere von gesättigten oder ungesättigten, eine oder mehrere Hydroxy-, Oxo- oder Aminogruppen enthaltenden Mono-, Di- und Polycarbonsäuren und ihren Salzen, Estern, Amiden und Anhydriden, oxidierte Kohlenhydrate, Proteine oder Mischungen davon enthält.
6.
Kalkschutzstein nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass er als Wasser- Konditionierungsmittel Homopolymere, Copolymere oder Terpolymere von gesättigten oder einfach oder mehrfach ungesättigten Monocarbonsäuren, Dicarbonsäuren oder Polycarbonsäuren, die eine oder mehrere Hydroxy-, Oxo- oder Aminogruppen aufweisen, deren Estern, Salzen, insbesondere Ammonium- und Alkalimetallsalzen, Amiden, Imiden und Anhydriden, insbesondere von Acrylsäure, Methacrylsäure, Acryiamid, Methacrylamid, Maleinsäure, Maleinsäureamid oder -imid, Maleinsäureanhydrid, Polysuccinimid, alpha -Aminobernsteinsäureamid oder -imid, Itaconsäure, Itaconsäureamid oder -imid, Itaconsäureanhydrid, alpha -Aminoglutarsäure, alpha -Aminoglutarsäureamid oder -imid, alpha - Aminoglutarsäureanhydrid, Aconitsäure, Mesaconsäure,
Fumarsäure und sulfomethylieren oder sulfoethylierten Derivaten davon enthält.
7. Kalkschutzstein nach einem der Patentansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass er als Trägersubstanz und/oder Bindemittel Gelatine, hydrophobe Fette, Wachse oder Harze, Hydrokolloidbildner wie Metolose, Hydroxypropylmethylcellulose und -ethylcellulose oder Fettsäuren, insbesondere Laurinsäure, gehärtetes Ricinusöl, Carnaubawachs, mikrokristalline Cellulose oder Gemische davon enthält, die gegebenenfalls mit einem Fliessregulierungsmittel wie kolloidalem Siliciumdioxid, einem Gleitmittel wie Saccharosestearat und/oder einem Konservierungsmittel wie Methlyparaben oder Buthylparaben versetzt sind.
8.
Kalkschutzstein nach einem der Patentansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass er 10 bis 100 Gew.-%, vorzugsweise 50 bis 100 Gew.-% Polysuccinimid mit einem Molekulargewicht von 3000 bis 6000 Dalton, vorzugsweise von 4000 bis 5000 Dalton enthält, für Grund- und Bergwässer mit einem pH-Wert von vorzugsweise 7 bis 13.
9. Verfahren zur Herstellung des Kalkschutzsteins nach einem der Patentansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass man das Wasser-Konditionierungsmittel mit pulverförmigen Trägersubstanzen und/oder Bindemitteln in dem gewünschten Mengenverhältnis trocken mischt und die dabei erhaltene trockene Mischung anschliessend zu Formkörpern verpresst.
10.
Verfahren zur Minimierung der Bildung von Ablagerungen, insbesondere Carbonatablagerungen, in einem Bauwerksentwässerungssystem, dadurch gekennzeichnet, dass man dem abzuführenden Berg- oder Grundwasser Wasser-Konditionierungsmittel in Form von Kalkschutzsteinen gemäss einer der Ansprüche 1 bis 8, zugibt, die unter Berücksichtigung des Gefälles in das Bauwerksentwässerungssystem eingebracht werden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kalkschutzsteine in solcher Menge und solcher Anordnung in das Bauwerksentwässerungssystem eingebracht werden, dass am Ende des Entwässerungssystems der Wasser-Konditionierungsmittel-Gehalt in dem Berg- oder Grundwasser nicht weniger als 0,1 ppm beträgt.
CH14822000A 2000-07-26 2000-07-26 Kalkschutzsteine und Verfahren zur Minimierung der Bildung von Ablagerungen in Bauwerksentwaesserungssystemen. CH694022A5 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH14822000A CH694022A5 (de) 2000-07-26 2000-07-26 Kalkschutzsteine und Verfahren zur Minimierung der Bildung von Ablagerungen in Bauwerksentwaesserungssystemen.

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH14822000A CH694022A5 (de) 2000-07-26 2000-07-26 Kalkschutzsteine und Verfahren zur Minimierung der Bildung von Ablagerungen in Bauwerksentwaesserungssystemen.

Publications (2)

Publication Number Publication Date
CH694022A5 true CH694022A5 (de) 2004-06-15
CH694022C1 CH694022C1 (de) 2016-03-15

Family

ID=32331820

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH14822000A CH694022A5 (de) 2000-07-26 2000-07-26 Kalkschutzsteine und Verfahren zur Minimierung der Bildung von Ablagerungen in Bauwerksentwaesserungssystemen.

Country Status (1)

Country Link
CH (1) CH694022A5 (de)

Cited By (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP1702892A1 (de) 2005-03-10 2006-09-20 Lanxess Deutschland GmbH & Co.KG Verfahren zur Wasserkonditionierung
EP2072561A1 (de) 2007-12-20 2009-06-24 Lanxess Deutschland GmbH Verkehrswegsbehandlung
DE102008005992A1 (de) * 2008-01-24 2009-07-30 U.C.M. Heidelberg Gmbh Verfahren zur Herabsetzung der Versinterung von Drainagerohren
WO2014114517A1 (de) 2013-01-24 2014-07-31 Marcel Christian Wegmüller Verfahren zur verhinderung von ablagerungen in entwässerungssystemen

Cited By (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP1702892A1 (de) 2005-03-10 2006-09-20 Lanxess Deutschland GmbH & Co.KG Verfahren zur Wasserkonditionierung
EP2072561A1 (de) 2007-12-20 2009-06-24 Lanxess Deutschland GmbH Verkehrswegsbehandlung
DE102008005992A1 (de) * 2008-01-24 2009-07-30 U.C.M. Heidelberg Gmbh Verfahren zur Herabsetzung der Versinterung von Drainagerohren
WO2014114517A1 (de) 2013-01-24 2014-07-31 Marcel Christian Wegmüller Verfahren zur verhinderung von ablagerungen in entwässerungssystemen

Also Published As

Publication number Publication date
CH694022C1 (de) 2016-03-15

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0950641A2 (de) Depotsteine und Verfahren zur Verhinderung bzw. Verminderung der Bildung von Ablagerungen in Bauwerksentwässerungssystemen
EP0638049B1 (de) Verfahren zur verhinderung von ablagerungen in einem bauwerksentwässerungssystem
EP0565987B1 (de) Betonformkörper mit verbesserter Säurebeständigkeit
EP0938615B1 (de) Bodenflächenintegriertes wasserspeicher-, -führungs- und -behandlungssystem mit integrierbarem boden- und gewässerschutz
EP0892764B1 (de) Klärschlammvererdung
CH639671A5 (de) Verfahren zur stabilisierung waessriger loesungen von wasserloeslichen, durch polymerisation gelbildenden acrylmonomeren sowie anwendung des verfahrens.
CH694022A5 (de) Kalkschutzsteine und Verfahren zur Minimierung der Bildung von Ablagerungen in Bauwerksentwaesserungssystemen.
Abo-Ghobar Influence of irrigation water quality on soil infiltration
CH697611B1 (de) Verfahren zur Konditionierung von Bergwässern in primären Entwässerungssystemen von Tunnelbauwerken.
DE1817606A1 (de) Abdichtung ruhender Wasserhaltungen
DE10227951B4 (de) Verfahren zur Steuerung der Wasserqualität an offenen Gewässern
DE19647361A1 (de) Mehrschichtige Bodenfläche mit integriertem Schutz für Boden und Wasser
DE2830688A1 (de) System fuer die kuenstliche bewaesserung von pflanzen
EP1724240B1 (de) Verfahren zur Konditionierung von Bergwässern in primären Entwässerungsystemen von Tunnelbauwerken
EP2479148A1 (de) Verfahren zur Reduktion der Spülkosten von Entwässerungssystemen
DE2501312A1 (de) Verfahren zur verbesserung der tragfaehigkeit und frostbestaendigkeit einer kohlen- und muellasche enthaltenden, fuer verkehrswege und sonstige schuettungen geeigneten masse
DE102004030966B4 (de) Verfahren zur multifunktionalen Steuerung der Wasserqualität an offenen Gewässern
DE19955735A1 (de) Versickerungseinrichtung und Verfahren zur Versickerung von Niederschlags- und Abwasser
DE10044261A1 (de) Vorrichtung und Verfahren zur Sanierung schwefelsaurer Kippen-Grundwasserleiter und zur Stabilisierung der Wasserqualität fremdwassergefluteter Tagebaurestlochseen
CH705883A2 (de) Verfahren zur Härtestabilisation von Bergwasser in Entwässerungssystemen.
EP2100856A1 (de) Verfahren zur mikrobiologischen Behandlung von Wasser aus fliessenden und/oder stehenden Gewässern
WO1988003977A1 (fr) Systeme d&#39;evacuation sous pression des eaux usees et d&#39;autres dechets liquides
CH686040A5 (de) Verfahren zur Verhinderung von Ablagerungen in einem Bauwerksentw{sserungssystem.
EP0380492A1 (de) Verfahren zur reparatur von baukonstruktionen, objekten, insbesondere in der hinsicht der statik und wassersperrigkeit fehlerhaften kanälen, rohrleitungen ohne zerlegung
CH697163A5 (de) Verfahren zur Konditionierung von Bergwasser in einem Tunnelentwässerungssystem.

Legal Events

Date Code Title Description
NV New agent

Representative=s name: ISLER AND PEDRAZZINI AG, CH

AEPS Partial waiver

Free format text: VERZICHTSERKLAERUNG EINGEREICHT: 22.02.2016 VERZICHTSERKLAERUNG VEROEFFENTLICHT: 15.03.2016

PL Patent ceased