CH694074A5 - Verfahren zur Herstellung von therapeutisch wirksamen Proteinen. - Google Patents

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CH694074A5
CH694074A5 CH00311/00A CH3112000A CH694074A5 CH 694074 A5 CH694074 A5 CH 694074A5 CH 00311/00 A CH00311/00 A CH 00311/00A CH 3112000 A CH3112000 A CH 3112000A CH 694074 A5 CH694074 A5 CH 694074A5
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CH00311/00A
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Julio Dr Reinecke
Hans Dr Meijer
Peter Dr Pd Wehling
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Orthogen Gentechnologie Gmbh
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Description


  



   Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung  von therapeutisch wirksamen Proteinen sowie die dabei eingesetzten  Mittel, insbesondere Spritzen und deren Herstellung. 



   Therapeutisch wirksame Proteine wie Erythropoietin, Insulin oder  Interferone, sind seit langem bekannt. Viele dieser Proteine sind  bereits als Arzneimittel zugelassen und werden dementsprechend häufig  eingesetzt. Auf Grund der hohen mit der Entwicklung und Zulassung  dieser Medikamente verbundenen Kosten besteht jedoch ein Bedarf an  einfachen und kostengünstigen Alternativen zur Bereitstellung von  therapeutisch wirksamen Proteinen. Zudem sind nicht alle therapeutisch  wirksamen Proteine als Arzneimittel zugelassen. Gleichwohl besteht  jedoch häufig der Bedarf, auch diese Proteine dem Patienten zu applizieren.  Von besonderer Bedeutung sind dabei auf Grund ihrer mutmasslichen  guten Körperverträglichkeit autologe, das heisst körpereigene, Proteine.

    Zu diesen Proteinen gehören der Interleukin-1-Rezeptor-Antagonist,  Interleukin 4, Interleukin 10 und der Tumor-Nekrose-Faktor-Rezeptor  Typ I oder Typ II. 



     Die Stimulation von Monocyten durch adhärentes Immunglobulin G  zur Bildung des Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten wird von Arend  und Leung in Immunological Reviews (1994) 139, 71-78 und -Moore et  al. in Am. J. Respir. Cell Mol. Biol. (1992) 6, 569-575, beschrieben.  Andersen et al. in Autommunity (1995) 22, 127-133 erläutert, dass  der therapeutische in vivo zu beobachtende Effekt von Immunglobulin  G nicht auf eine verstärkte Bildung von Interleukin-1-Rezeptor-Antagonist  zurückgeführt werden kann und dass die in-vitro-Bildung des Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten  (IRAP, IL-1ra) durch Monocyten in Abhängigkeit von an Polypropylen  absorbierten Serums- und Plasma-Bestandteilen stattfindet. Verfahren  zur Herstellung unmittelbar in einer Therapie einsetzbaren IL-1ra  werden in diesen Druckschriften nicht beschrieben. 



   Das der vorliegenden Erfindung zu Grunde liegende technische Problem  besteht also darin, Verfahren und Mittel zur Herstellung therapeutisch  wirksamer Proteine bereitzustellen, die als kostengünstige und schnell  durchzuführende Alternative zum Einsatz und zur Herstellung konventioneller  Arzneimittelpräparate dienen. 



   Die Erfindung löst dieses Problem, indem ein Verfahren zur Herstellung  mindestens eines therapeutisch wirksamen Proteins oder eines Proteingemisches  in einer Spritze bereitgestellt wird, wobei innere Strukturen der  Spritze mit Induktoren, insbesondere Immunglobulinen, beschichtet  werden, die    Spritze mit einer Körperflüssigkeit eines Patienten  gefüllt, inkubiert und das therapeutisch wirksame Protein in der  Körperflüssigkeit gebildet wird. Die Erfindung sieht also in einem  ersten Verfahrensschritt vor, dass innere Strukturen der Spritze  mit Induktoren, insbesondere Immunglobulinen, beschichtet und diese  dort immobilisiert werden. Nach der Beschichtung wird die Spritze  in einem zweiten Verfahrensschritt mit einer Körperflüssigkeit, insbesondere  Blut, Lymph-flüssigkeit, Speichel oder Urin, gefüllt und inkubiert.

    Vorzugsweise wird die Körperflüssigkeit dem Patienten direkt mit  der Spritze entnommen. Die an der inneren Struktur der Spritze immobilisierten  Induktoren, insbesondere Immunglobuline, induzieren in der Körperflüssigkeit  spezifisch, das heisst je nach eingesetztem Induktor, insbesondere  Immunglobulin, und eingesetzter Körperflüssigkeit, die Bildung therapeutisch  wirksamer Proteine, die demgemäss in der in der Spritze vorhandenen  Körperflüssigkeit angereichert beziehungsweise gebildet werden. Die  so angereicherte Körperflüssigkeit kann in der Spritze steril gelagert  und bei Bedarf dem Patienten direkt ohne weitere Behandlung oder  beispielsweise nach Zentrifugation und/oder Sterilfiltration wieder  zugeführt werden. 



   Die Erfindung sieht auch vor, dass die Bildung mehrerer Proteine  in einer Körperflüssigkeit simultan induziert wird, sodass eine Körperflüssigkeit  gebildet wird, die eine erhöhte Konzentration mehrerer Proteine aufweist.                                                      



     Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung wird unter einer  inneren Struktur einer Spritze jeglicher Bereich oder jegliche Struktur  der Spritze verstanden, der in ihrem Inneren liegt, mit der aufzunehmenden  Körperflüssigkeit in Kontakt kommt und mit Induktoren, insbesondere  Immunglobulinen, beschichtet werden kann. In besonders vorteilhafter  Weise ist die innere Struktur einer Spritze deren innere Oberfläche  gegebenenfalls eine Oberfläche mit einer Strukturierung zur Oberflächenvergrösserung.  Die innere Struktur kann jedoch entweder alternativ oder zusätzlich  durch Partikel, Kugeln, Gele, Glaswolle, Granulat oder Ähnliches  gebildet sein, um die innere Oberfläche der Spritze zu vergrössern  und so eine grössere Beschichtungsoberfläche für die Induktoren,  insbesondere Immunglobuline, zur Verfügung zu stellen. 



   In besonders vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen,  dass die Spritze, insbesondere die innere Struktur der Spritze, aus  Polystyrol, Polypropylen, Glas oder einem ähnlichen Stoff hergestellt  ist, das heisst aus diesen Stoffen besteht oder diese Stoffe im Wesentlichen  enthält, solange dieser Stoff Induktor-bindende, insbesondere Immunglobulin-bindende  Eigenschaften aufweist, also eine Adhäsion der Induktoren, insbesondere  Immunglobuline, ermöglicht. In einer bevorzugten Ausführungsform  der Erfindung ist vorgesehen, die innere Struktur einer Spritze herzustellen,  indem die an sich nicht Protein-bindende innere Struktur der Spritze  mit einer Protein-bindenden Beschichtung versehen wird. 



     Die vorliegende Erfindung ist vorteilhaft insofern, als dass ein  einfach durchzuführendes Verfahren bereitgestellt wird, mit dem autologe,  durch Induktion, insbesondere Immunglobulin-Induktion, herstellbare  therapeutisch wirksame Proteine hergestellt werden können und in  der so hergestellten Form, das heisst zusammen mit den anderen Bestandteilen  der in der Spritze befindlichen Flüssigkeit dem Patienten direkt,  das heisst ohne weitere Manipulation wie zum Beispiel Umfüllen in  andere Behälter, wieder appliziert werden können. Gegebenenfalls  kann zur Abtrennung von festen Bestandteilen eine Zentrifugation  und/oder Sterilfiltration vorgesehen werden. Der Einsatz kommerziell  erhältlicher oftmals teurer Arzneimittel wird daher überflüssig.

    Zudem ist der Einsatz von therapeutisch wirksamen autologen Proteinen  möglich, die bisher arzneimittelrechtlich noch nicht zugelassen und  daher nicht verfügbar sind. Schliesslich erweist sich die Erfindung  als vorteilhaft, als dass eine Kontamination, Verunreinigung, Infektion  oder Ähnliches des therapeutisch wirksamen Proteins vermieden wird,  die auf einer ausserhalb des Patienten stattfindenden Arzneimittelherstellung  beruht. 



   In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung  ist das therapeutisch wirksame Protein Interleukin 4, Interleukin  10 oder löslicher Tumor-Nekrose-Faktor-Rezeptor Typ I oder Typ II,  besonders bevorzugt der Interleukin-1-Rezeptor-Antagonist (IRAP oder  IL-1ra). 



     In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden  Erfindung ist das Immunglobulin, mit dem die innere Struktur der  Spritze beschichtet wird, Immunglobulin G. Im Zusammenhang mit der  vorliegenden Erfindung wird unter -einem Immunglobulin-G-isoliertes  Immunglobulin G aber auch Immunglobulin-G-haltige Immunkomplexe,  Immunglobulin G-haltige Präparationen wie Sera, Plasma oder das Immunglobulin-G-Fc-Fragment  beziehungsweise dieses enthaltende Präparationen oder Komplexe verstanden.                                                     



   Die vorliegende Erfindung sieht in einer besonders bevorzugten Ausführungsform  also ein Verfahren zur Herstellung des Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten  vor, wobei die innere Struktur einer Spritze mit einem Induktor,  insbesondere einem Immunglobulin, besonders bevorzugt Immunglobulin  G, beschichtet, die Spritze mit einer Körperflüssigkeit, vorzugsweise  Blut, gefüllt, inkubiert und der Interleukin-1-Rezeptor-Antagonist  in der Körperflüssigkeit gebildet und angereichert wird. Durch die  Bindung oder Adhäsion des Induktors, insbesondere Immunglobulin G,  an die Oberfläche der inneren Struktur der Spritze ist dieses in  der Lage, die im Blut vorhandenen Monocyten zur Bildung des Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten  anzuregen, sodass dieses im Blut angereichert wird.

   Das sich in der  Spritze befindende Blut kann nach Inkubation, das heisst nach Anreicherung  des Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten, direkt, ohne weitere Manipulation  wie zum Beispiel Umfüllen, wieder dem Patienten zugeführt werden,  dem das in die Spritze eingefüllte Blut    entnommen worden war.  Vorteilhafterweise kann zur Abtrennung fester Bestandteile, wie Zellen,  eine Zentrifugation und/oder Sterilfiltration vorgesehen werden.  Die Erfindung sieht also auch vor, dass dem Patienten das Blut mittels  der Induktor-beschichteten, insbesondere Immunglobulin-G-beschichteten  Spritze entnommen, das Blut in der Spritze inkubiert und nach IL-1ra-Bildung  dem Patienten wieder mit der Spritze zugeführt werden kann.

   Eine  derartige Vorgehensweise ist zum Beispiel besonders vorteilhaft im  Bereich der Neuroorthopädie, das heisst beispielsweise bei neurologisch  bedingten Rückenbeschwerden. Für die Behandlung derartiger Beschwerden  kam bisher nur eine Bandscheiben-operation, Cortisonbehandlungen,  Spülungen mit Kochsalzlösungen oder Ähnliches in Betracht. Die vorliegende  Erfindung erlaubt nun die einfache und kostengünstige Bereitstellung  eines therapeutisch wirksamen Proteins zur Behandlung der Beschwerden.                                                         



   Die Erfindung sieht in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform  vor, dass die innere Struktur der Spritze zusätzlich mit Anticoagulantien  beschichtet wird, insbesondere Heparin. Erfindungsgemäss kann auch  vorgesehen sein, die Anticoagulantien nicht als Beschichtung, sondern  ungebunden im Behälter einzusetzen, zum Beispiel in lyophilisiertem  oder flüssigem Zustand in die Spritze zu geben. 



   Die Erfindung sieht in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform  vor, die Inkubation der Körperflüssigkeit in der Spritze über einen  Zeitraum von 12    bis 72 Stunden, vorzugsweise bei Raumtemperatur  bis 41 DEG C, insbesondere bei 37 DEG C, durchzuführen. 



   Die Erfindung sieht in einer Ausgestaltung der Erfindung auch vor,  dass nach Bildung des therapeutisch wirksamen Proteins in der Körperflüssigkeit  die Körperflüssigkeit weiter behandelt wird, um beispielsweise bestimmte  Bestandteile dieser abzutrennen, zum Beispiel Blutplasma oder Blutplättchen.  Diese Abtrennung kann in bevorzugter Ausführungsform der Erfindung  durch Zentrifugation durchgeführt werden. 



   Die Erfindung betrifft in einer weiteren Ausführungsform ein Verfahren  zur Herstellung einer zur In-vitro-Induktion von therapeutisch wirksamen  Pro-teinen, insbesondere des Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten,  geeigneten Spritze, wobei ein Induktor, vorzugsweise ein Immunglobulin,  insbesondere Immunglobulin G, in die Spritze mit proteinbindender  innerer Struktur eingebracht und so inkubiert wird, dass der Induktor,  insbesondere das Immunglobulin G, an die innere Struktur bindet. 



   Die Erfindung betrifft selbstverständlich auch die so hergestellte  Spritze, die in besonders bevorzugter Ausführungsform aus Polystyrol,  Polypropylen oder Glas hergestellt ist, wobei sich die Spritze durch  eine Beschichtung ihrer inneren Struktur mit einem Induktor, insbesondere  einem Immunglobulin, vorzugsweise mit Immunglobulin G, auszeichnet.                                                            



     Die Erfindung betrifft auch die Verwendung von Immunglobulinen,  insbesondere Immunglobulin G, zum Beschichten von inneren Strukturen  von Spritzen, vorzugsweise aus Polystyrol, Polypropylen oder Glas,  zur In-vitro-Induktion von therapeutisch wirksamen Proteinen, vorzugsweise  dem Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten. 



   Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus  den abhängigen Ansprüchen. 



   Die Erfindung wird anhand von Figuren und Ausführungsbeispielen näher  erläutert. 



   Die Figur zeigt: 



   Die Figur zeigt in schematischer Darstellung eine erfindungsgemässe  Spritze.  Beispiel 1:  



   Die Figur zeigt eine Spritze 1 aus Polystyrol mit einem Stempel 3,  einem abschraubbaren Verschluss 5 mit einem Verschlussansatz 13 (male  Luer) und einer auf dem Verschlussansatz 13 angeordneten und diesen  abschliessenden abnehmbaren Kappe 7 mit Septum. Der Stempel 3 weist  eine Sollbruchstelle 15 auf. Dargestellt ist auch mit nicht dargestelltem  IgG beschichtetes Granulat 9 aus Polystyrol. Die Grösse der Granulatpartikel  9 liegt zwischen 1 und 3 mm Durchmesser, wobei jedoch auch kleinere  Partikel, insbesondere grösser als 100  mu m, eingesetzt werden können.                                                        



     Zur Herstellung der Spritze 1 wird das Granulat 9 mit einem handelsüblichen  IgG-Präparat (Venimmun< <TM> > Behring) beschichtet, indem das IgG-Präparat  in die Spritze aufgenommen und das Granulat sowie die Spritzeninnenwand  damit benetzt wird. Anschliessend wird die Spritze 1 bei Raumtemperatur  mindestens 15 Minuten inkubiert, um eine vollständige Bindung des  IgG-Präparats an das Granulat 9 und die Spritzeninnenwand zu gewährleisten.  Schliesslich wird Heparin (Liquemin N 2500, Heparin-Natrium 2500  I.E.) oder Citrat (ACDA) in die Spritze eingebracht, um eine Koagulation  des später aufgenommenen Blutes zu verhindern. 



   Die Spritze 1 wird eingesetzt, indem Blut eines Patienten mithilfe  eines nicht dargestellten Adapters entnommen wird, der die abschraubbare  Kappe 7 mittels eines nicht dargestellten Schlauches mit einer nicht  dargestellten Kanüle verbindet. Der Adapter weist eine Nadel auf,  mittels derer das im Verschlussansatz 13 vorhandene Septum durchstochen  wird. Anschliessend wird der Adapter abgenommen und eine Inkubation  des Vollblutes bei 37 DEG C für 24 Stunden unter dem Schutz der abnehmbaren  Kappe 7, deren Septum sich selbsttätig geschlossen hat, durchgeführt.  Die Inkubation kann stehend oder liegend erfolgen. Erfolgt die Inkubation  stehend, wird das Plasma durch das Septum und einen sterilen Vorsatzfilter  (0,2  mu m) abgenommen. Zusätzlich oder alternativ kann eine Zentrifugation  vorgesehen werden.

   Erfolgt die Inkubation liegend, wird das Blut  zentrifugiert und das Plasma durch einen sterilen Vorsatzfilter (0,2  mu m) abgenommen. Es kann aber    auch vorgesehen sein, das Plasma  durch das Septum abzunehmen ohne eine Zentrifugation durchzuführen.  Anschliessend wird das Plasma zum Beispiel an einer Nervenwurzel  oder einem Gelenk des Patienten reinjiziert.  Beispiel 2: Spritze  mit Granulat  



   Steriles Granulat aus Polystyrol, Glas oder einem anderen nicht-pyrogenen,  proteinbindenden Material wird unter sterilen Bedingungen im Batch-Verfahren  mit Protein (zum Beispiel eine nach AMG zugelassene IgG-Präparation  (zum Beispiel Venimmun< <TM> >, Behring) in sterilem Wasser oder  wässrigem Puffer auf 10 bis 100  mu m/ml verdünnt) beschichtet und  anschliessend getrocknet. 



   Eine herkömmliche Polypropylenspritze (5, 10, 20 oder 50 ml) wird  mit dem proteinbeschichteten Granulat (1, 2, 4 oder 10 cm<3>) sowie  mit einer hinreichenden Menge eines Antikoagulans wie Heparin (Liquemin,  Heparin-Natrium 2500 I.E.) oder Citrat (zum Beispiel ACDA) befüllt.                                                            



   Die befüllte Spritze wird inklusive Abnahmekanüle und Schlauch verpackt  und anschliessend Gamma- oder Elektronen-sterilisiert. Auf diese  Weise wird Pyrogenfreiheit gewährleistet. 



   Der Anwender entnimmt das sterile Besteck und entnimmt dem Patienten  Blut. Die Spritze verfügt an ihrer Öffnung in dem Verschlussansatz  über ein Septum, welches zur Entnahme durch das Abnahmezubehör,    also die Nadel des Adapters, durchstochen wird. Nach Abnahme des  Adapters verschliesst sich das Septum selbsttätig wieder. Nach Blutentnahme  wird der Spritzenstempel an einer Sollbruchstelle abgebrochen. 



   Die Spritze mit Blut wird 24 Stunden bei 37 DEG C bis 41 DEG C inkubiert.                                                      



   Erfolgt die Inkubation stehend, wird das Plasma durch das Septum  und einen sterilen Vorsatzfilter, zum Beispiel 0,2  mu m, abgenommen.                                                          



   a) Erfolgt die Inkubation liegend, wird nach Zentrifugation der Spritze  das Plasma durch einen sterilen Vorsatzfilter, zum Beispiel 0,2   mu m, abgenommen. 



   b) Die Reinjektion des Plasma erfolgt zum Beispiel an einer Nervenwurzel,  ins Gelenk oder in die Bandscheibe.  Beispiel 3: Spritze ohne  Granulat  



   Eine Spritze aus einem nicht pyrogenen, proteinbindenden Material  (5, 10, 20 oder 50 ml) wird steril mit Protein (zum Beispiel eine  kommerziell nach AMG zugelassene IgG-Präparation (Venimmun< <TM>  > Behring), gegebenenfalls in sterilem Wasser oder wässrigem Puffer  auf 10 bis 100  mu m/ml verdünnt) beschichtet. Vorzugsweise besteht  die Spritze aus Polystyrol, Glas oder einem speziell modifizierten  anderen Material. 



     Die beschichtete Spritze wird mit einer hinreichenden Menge Heparin  (Liquemin, Heparin-Natrium 2500 I.E.) oder Citrat (ACDA) befüllt.                                                              



   Die beschichtete, befüllte Spritze wird inklusive Abnahmekanüle und  Schlauch anschliessend Gamma- oder Elektronen-sterilisiert. Auf diese  Weise wird Pyrogenfreiheit gewährleistet. 



   Der Anwender entnimmt das sterile Besteck und entnimmt dem Patienten  Blut. Die Spritze verfügt an der Öffnung über ein in dem Verschlussansatz  enthaltendes Septum, welches zur Entnahme durch das Abnahmezubehör,  also den eine Nadel aufweisende Adapter durchstochen wird. Nach Abnahme  des Adapters verschliesst sich das Septum selbsttätig wieder. Nach  Blutentnahme wird der Spritzenstempel an einer Sollbruchstelle abgebrochen.                                                    



   Die Spritze mit Blut wird 24 Stunden bei 37 DEG C bis 41 DEG C inkubiert.                                                      



   a) Erfolgt die Inkubation stehend (zum Beispiel in einem Reagenzglasständer),  wird das Plasma durch das Septum abgenommen, wobei eine Filtration  durch einen sterilen Vorsatzfilter, zum Beispiel 0,2  mu m, erfolgt.                                                           



   b) Erfolgt die Inkubation liegend, wird nach Zentrifugation der Spritze  das Plasma durch das Septum abgenommen, wobei dabei durch einen sterilen  Vorsatzfilter, zum Beispiel 0,2 mu m, eine Filtration erfolgt. 



     Die Reinjektion des Plasma erfolgt zum Beispiel an einer Nervenwurzel  oder ins Gelenk oder in die Bandscheibe.  Beispiel 4: Herstellung  des Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten in einer Spritze unter Verwendung  von Heparin  



   Eine kommerziell erhältliche und arzneimittelrechtlich zugelassene  Immunglobulin-G-Präparation (Venimmun< <TM> > Behring) wird in sterilem  wässrigem Puffer auf 10 bis 100 mu g/ml verdünnt. 



   Diese Lösung wird in eine sterile Spritze aus Polystyrol gefüllt,  deren innere Oberfläche effizient Prot-ein bindet. Anschliessend  wird bei Raumtemperatur eine Inkubation von mindestens 15 Minuten  zur Absättigung der inneren Wandfläche mit dem Immunglobulin G durchgeführt.  Die Inkubationszeit kann auch mehr als 24 Stunden betragen. 



   Nach Abschluss der Inkubation und damit nach Adhäsion des Immunglobulins  G in der inneren Oberfläche der Spritze wird die Immunglobulin-G-Lösung  aus der Spritze entfernt und die Spritze steril zwischengelagert.  Arzneimittelrechtlich zugelassenes Heparin (Liquemin, Heparin-Natrium  2500 I.E.) wird in die beschichtete Spritze als Anticoagulanz aufgezogen.                                                      



   Anschliessend wird dem Patienten venöses Blut mit der beschichteten  Spritze steril entnommen. 



   Die Spritze wird bei Raumtemperatur 12 bis 72 Stunden inkubiert.  In dieser Zeit findet eine starke    Anreicherung im Plasma enthaltender  Proteine, insbesondere des Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten, im  Blutplasma statt. Es konnte eine Konzentration von 1 bis 50 ng/ml  des Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten festgestellt werden. 



   Anschliessend wird das Blut oder das Plasma dem Patienten mit der  beschichteten Spritze injiziert.  Beispiel 5: Herstellung des  Interleukin-1-Rezeptor- Antagonisten in einer Spritze  



   Eine kommerziell erhältliche und arzneimittelrechtlich zugelassene  Immunglobulin-G-Präparation (Venimmun< <TM> >, Behring) wird in sterilem  wässrigem Puffer auf 10 bis 100 mu g/ml verdünnt. 



   Diese Lösung wird in eine sterile Polystyrolspritze gefüllt, deren  Wandmaterial effizient Proteine bindet. Eine Inkubation bei Raumtemperatur  über mindestens 15 Minuten, die der Absättigung der Innenwandfläche  mit dem Immunglobulin G dient, wird durchgeführt. 



   Nach Abschluss der Inkubation und Adhäsion des Immunglobulins an  der Spritzeninnenwand wird die Immunglobulin-G-Lösung abgenommen  und die Spritze steril zwischengelagert. 



   Anschliessend wird dem Patienten venöses Blut mit der Spritze steril  entnommen. 



   Die Spritze wird bei Raumtemperatur über 12 bis 24 Stunden inkubiert.  In dieser Zeit findet eine    starke Anreicherung im Plasma enthaltender  Proteine, insbesondere des Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten, im  Blutplasma statt. Es konnte eine Konzentration von 1 bis 50 ng/ml  des Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten gefunden werden. 



   Anschliessend wird das verdünnte Blut oder der Kulturüberstand dem  Patienten injiziert.

Claims (14)

1. Verfahren zur Herstellung mindestens eines therapeutisch wirksamen Proteins in einer Spritze, wobei innere Strukturen der Spritze mit einem Induktor beschichtet werden, die Spritze mit einer Körperflüssigkeit gefüllt, inkubiert und das mindestens eine therapeutisch wirksame Protein in der Körperflüssigkeit gebildet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Induktor ein Immunglobulin ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei das Immunglobulin Immunglobulin G (IgG) ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das therapeutisch wirksame Protein der Interleukin-1-Rezeptor-Antagonist (IRAP), Inter- leukin 4, Interleukin 10 oder löslicher Tumor-Nekrose-Faktor-Rezeptor Typ I oder Typ II ist.
5.
Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die inneren Strukturen der Spritze durch ihre innere Oberfläche gebildet werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die inneren Strukturen auch durch in der Spritze vorhandene Kugeln, Gele, Glaswolle, Granulate oder Partikel gebildet werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die inneren Strukturen aus Polystyrol oder Glas bestehen oder dieses enthalten.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Spritze vor dem Inkubieren zusätzlich mit Anticoagulantien, vorzugsweise Heparin, versehen wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Körperflüssigkeit Blut ist.
10.
Spritze mit inneren Strukturen zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die inneren Strukturen der Spritze aus Polystyrol oder Glas bestehen oder dieses enthalten und mit einem Induktor, insbesondere Immunglobulin G, beschichtet sind.
11. Verfahren zur Herstellung einer Spritze nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass Induktoren, insbesondere Immunglobuline, an proteinbindende innere Strukturen einer Spritze gebunden werden.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei die inneren Strukturen der Spritze aus Polystyrol oder Glas bestehen oder dieses enthalten.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12, wobei das Immunglobulin IgG ist.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, wobei das therapeutisch wirksame Protein IRAP ist.
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