CH694315A5 - Verwindungssteifer Koffer aus Kunststoff. - Google Patents

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CH694315A5
CH694315A5 CH01196/99A CH119699A CH694315A5 CH 694315 A5 CH694315 A5 CH 694315A5 CH 01196/99 A CH01196/99 A CH 01196/99A CH 119699 A CH119699 A CH 119699A CH 694315 A5 CH694315 A5 CH 694315A5
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Franz Gutmann
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Plaston Ag Kunststoffwerk
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Description


  



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines verwindungssteifen  Koffers aus Kunststoff mit zwei Kunststoff-Halbschalen, welche über  Scharniere und Verschlüsse miteinander verbunden werden und einen  verwindungssteifen Koffer aus Kunststoff mit zwei Halbschalen, welche  über Scharniere und Verschlüsse miteinander verbunden sind. 



   Koffer aus Kunststoff dieser Art dienen als Verpackungs- und Transportbehälter  und insbesondere als Verpackungskoffer, um Handwerkzeuge, kleine  Werkzeuge, kleine Werkzeugmaschinen, Messinstrumente und andere Gegenstände  vor Beschädigungen schützen zu können. Im Weiteren dienen diese Koffer  auch dazu, die erwähnten Gegenstände vor äusseren Einflüssen geschützt  lagern zu können und in zweckmässiger Weise transportieren zu können.  Sie sind dazu normalerweise aus zwei Kunststoff-Halbschalen aufgebaut,  welche über Scharniere und Verschlüsse in an sich bekannter Weise  miteinander verbunden sind. Um die im Inneren des Koffers zu verpackenden  Produkte in wirksamer Weise schützen zu können, sollten die Koffer  möglichst verwindungssteif sowie schlag- und stossfest sein.

   Gemäss  US-B 3 339 781 ist es bekannt, Koffer dieser Art mithilfe der Blastechnik  auf Blasformmaschinen herzustellen. Dabei werden doppelwandige Halbschalen  ausgebildet, welche relativ steif sind. Geblasene Koffer weisen jedoch  den Nachteil auf, dass insbesondere in den Kantenbereichen die Wandstärke  reduziert und dadurch geschwächt ist, und dass es auch kaum möglich  ist, innerhalb des gleichen geblasenen Produktes gezielt unterschiedliche  Wandstärken zu erzeugen. Auch die Verfügbarkeit der Rohmaterialien  zur Herstellung von geblasenen Kunststoffkoffern ist eingeschränkt,  wobei im Normalfalle Polypropylen    eingesetzt wird. Die Verwendung  von schlagfesten Kunststoffen, wie beispielsweise ABS oder SB, ist  nur mit grossen Schwierigkeiten oder überhaupt nicht möglich.

   Ein  weiterer Nachteil besteht auch darin, dass die Scharniere zwischen  den beiden Halbschalen normalerweise als Filmscharniere direkt aus  dem Folienschlauch mitgeformt werden, wobei die Stabilität und Lebensdauer  derartiger Filmscharniere beschränkt ist. Diese bilden deshalb Schwachstellen.  Auch die Oberflächengestaltung der Aussenflächen der Halbschalen  ist auf spezielle Verfahren beschränkt, da die Aussenwandung der  geblasenen doppelwandigen Teile keine genügende Stabilität und Oberflächenqualität  aufweist. So ist es beispielsweise nicht möglich, die Oberfläche  durch Heissprägeverfahren oder Tampondruck zu gestalten. Nachteilig  ist auch, dass die Gestaltung der Aussenform eines Koffers eingeschränkt  ist, da das Blasverfahren bestimmte Minimalradien an den Kanten erfordert.

    Um einen Teil dieser Nachteile zu vermeiden, ist es bereits bekannt,  derartige Koffer aus Kunststoff durch Spritzgiessen herzustellen  und im Innenraum entsprechende Verstärkungen und Halterungen für  die Aufnahme von Gegenständen anzuordnen. Ein derartiger Koffer ist  beispielsweise aus DE-A 3 728 633 bekannt. Dabei werden die beiden  Halbschalen durch Spritzgiessen hergestellt, wobei zum Erreichen  der notwendigen Steifigkeit der Schalenteile die Wandstärke erhöht  wird und bei Bedarf Verstärkungsrippen eingespritzt werden. Beim  Spritzgiessen ist der Einsatz von schlagfesten Kunststoffrohstoffen,  wie beispielsweise ABS, möglich, und auch die Ausgestaltung von stabilen  Scharnieren und Verschlüssen bereitet keine Schwierigkeiten.

   Auch  das Bedrucken und Einfärben der Aussenflächen der Halbschalen ist  mit verschiedenen Verfahren, beispielsweise auch durch Heissprägen,  möglich. Da beim Spritzgiessen keine doppelwandigen Elemente hergestellt  werden können, erfordern die Massnahmen zum Erreichen der notwendigen  Steifigkeit des Koffers einen grösseren Materialaufwand, und wegen  der Anbringung von allfälligen Verstärkungselementen sind auch die  Werkzeugkosten höher als beim Formen durch die Blastechnik. 



   Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung  eines verwindungssteifen Koffers und einen entsprechend gestalteten  Koffer selbst zu schaffen, wobei die Vorteile eines nach dem Blasformverfahren  hergestellten    Koffers, wie auch diejenigen eines spritzgegossenen  Koffers aus Kunststoff vereint werden sollen, und dabei ein verwindungssteifer  Koffer mit mindestens einer doppelwandigen Halbschale entstehen soll.  Der Koffer soll geringere Wandstärken aufweisen als spritzgegossene  Koffer von gleicher Festigkeit, und die Ausgestaltung unterschiedlicher  Formräume im Innenbereich der Halbschalen soll einfach möglich sein.  Im Weiteren soll auch bei doppelwandigen Halbschalen die Gestaltung  der äusseren Oberfläche durch die bei spritzgegossenen Kunststoffprodukten  angewendeten Gestaltungsverfahren ermöglicht werden. 



   Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren nach dem Oberbegriff des Patentanspruches  1 erfindungsgemäss durch die kennzeichnenden Merkmale dieses Patentanspruches  und bei einer Vorrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruches  6 nach den kennzeichnenden Merkmalen dieses Patentanspruches gelöst.  Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich nach den  Merkmalen der abhängigen Patentansprüche. 



   Die erfindungsgemässe Ausgestaltung der Halbschalen eines Koffers  aus Kunststoff und das entsprechende Herstellverfahren führt zu mehreren  Vorteilen. Die doppelwandige Ausgestaltung mindestens einer der Halbschalen  ermöglicht eine erhebliche Reduktion der einzelnen Wandstärke, d.h.  die Dicke der Wandungen kann um bis zu 80% reduziert werden. Dabei  können das Innenteil und das Aussenteil einer Halbschale je unterschiedliche  Wandstärken aufweisen. Dies führt einerseits zu einer Einsparung  an Rohmaterial und anderseits zu einer Reduktion des Gewichtes des  Koffers.

   Da alle Bauteile des Koffers, d.h. insbesondere die beiden  Aussenteile der Halbschalen sowie das Innenteil im Spritzgiessverfahren  hergestellt werden, können bei Bedarf unterschiedliche Wandstärken  vorgesehen werden, und es ist auch möglich, an den Kantenbereichen  kleine Radien auszubilden, ohne dass eine Schwächung der Kanten durch  Verdünnung der Wandstärke auftritt. Die Oberfläche der spritzgegossenen  Teile kann in der gewünschten Qualität bzw. Struktur ausgebildet  werden, es ist insbesondere möglich, glatte und saubere Oberflächen  zu gestalten. Auch das Bedrucken der Aussenflächen, beispielsweise  durch Heissprägen oder Tampondruck, ist in einfacher Weise möglich,    da die Aussenteile der Halbschalen problemlos in die Druckeinrichtungen  eingelegt werden können und beim Drucken keine Deformationen stattfinden.

    Dadurch, dass das Innenteil der Halbschalen in einem ersten Arbeitsgang  als einwandiges Element durch Spritzgiessen hergestellt wird, können  an diesem Innenteil beliebige Formräume für die Aufnahme von Gegenständen  ausgebildet werden, ohne dass dadurch die Formgestaltung der Aussenteile  der Halbschale betroffen wird. Dadurch wird es möglich, in gleich  geformte Aussenteile der Halbschalen unterschiedlich geformte Innenteile  einzufügen und dadurch den gleichen Koffer für die Aufnahme von unterschiedlichen  Gegenständen zu gestalten. Dabei können für die Aussenteile der Halbschalen  die gleichen Werkzeuge verwendet werden, und es muss nur das Werkzeug  für das Innenteil ausgetauscht werden.

   Da an die Oberflächengestaltung  der Innenteile nicht so hohe Anforderungen gestellt werden wie an  diejenigen der Aussenteile, können für die Innenteile auch Werkzeuge  eingesetzt werden, welche einer tieferen Qualitätsstufe entsprechen  und deshalb kostengünstiger sind. Mit der Reduktion der Wandstärken  bzw. des Materialbedarfes führt dies zu einer weiteren Kostenreduktion.  Nach dem Spritzgiessen der Aussenteile und der Innenteile der Halbschalen  des Koffers wird in mindestens eines der Aussenteile einer Halbschale  ein Innenteil eingefügt und dieses Innenteil mit dem Aussenteil fest  verbunden. Dies geschieht in vorteilhafte Weise mindestens an einem  oberen Teilbereich von zwei Seitenwänden einer Halbschale sowie an  mindestens vier Kontaktbereichen an der Bodenfläche.

   Im Bereiche  des Handgriffes an der oberen Seitenfläche sowie der Scharniere an  der unteren Seitenfläche und im Bereiche der Verschlüsse ergeben  sich durch die Formgestaltung ineinander greifende Formelemente des  Innen- und Aussenteiles, sodass hier zusätzlich zu den speziell ausgebildeten  Verbindungsstellen zusätzliche formschlüssige Verbindungen entstehen.  Die feste Verbindung zwischen dem Innen- und dem Aussenteil einer  Halbschale wird in vorteilhafter Weise durch eine Schweiss- oder  Klebverbindung gebildet oder es werden kraft- und/oder formschlüssige  Schnappverbindungen ausgebildet. Bei Bedarf kann sich die feste Verbindung  zwischen Innen- und Aussenteil einer Halbschale um den gesamten oberen  Randbereich der Seitenwände erstrecken.

   Die feste Verbindung zwischen  dem Innen- und Aussenteil einer Halbschale führt zu einer doppelwandigen    Kunststoffschale, wie sie auf andere Weise durch das Kunststoff-Blasverfahren  hergestellt werden kann. Das beschriebene erfindungsgemässe Herstellverfahren  durch Spritzgiessen hat jedoch den Vorteil, dass alle im Spritzgiessverfahren  einsetzbaren Materialien verwendet werden können, insbesondere das  bei Koffern sehr häufig verwendete schlagfeste Material ABS. Bei  Veränderungen der Innenform bzw. der durch das Innenteil einer Halbschale  gebildeten Formräume muss nur das Werkzeug für dieses Innenteil ausgewechselt  werden, wobei durch die einwandige Ausgestaltung und durch das angewendete  Spritzgiessverfahren grössere Möglichkeiten zur Formgestaltung gegeben  sind als beim Blasverfahren.

   Um die Herstellung und Handhabung eines  Innen- und Aussenteiles einer Halbschale zu vereinfachen, kann es  zweckmässig sein, das Innen- und Aussenteil an mindestens einem Randbereich  durch eine angespritzte Verbindung einstückig miteinander zu verbinden,  sodass die beiden Teile zusammenhängend sind. Dadurch ergibt sich  bereits vor dem Zusammenfügen und festen Verbinden des Innen- mit  dem Aussenteil in einem Teilbereich bereits eine feste Verbindung,  was vorteilhaft sein kann. 



   Die doppelwandige Ausgestaltung mindestens einer der Halbschalen  des Koffers führt zu einer Ausgestaltung eines Kunststoffkoffers,  welcher in geschlossenem Zustand sehr stabil und verwindungssteif  ist. Die Scharniere und die Verschlüsse können dabei in der bei gespritzten  Kunststoffkoffern an sich bekannten und bewährten Weise ausgestaltet  werden. Insbesondere die Scharniere können fest und stabil gestaltet  werden, sodass auch bei geöffnetem Koffer die Stabilität erhalten  bleibt. Für Koffer, in welchen besonders schlag- und stossempfindliche  Teile verpackt und transportiert werden, ergibt sich der zusätzliche  Vorteil, dass vor dem Zusammenfügen und festen Verbinden des Innen-  und Aussenteiles einer Halbschale in den Zwischenraum zwischen den  beiden Wänden ein stossdämpfendes Material, beispielsweise ein Schaumgummi,  eingelegt werden kann.

   Bei derartigen Koffern ist es dann zweckmässig,  beide Halbschalen des Koffers doppelwandig, d.h. je mit einem Innen-  und einem Aussenteil, auszugestalten. Für normale Einsatzgebiete,  wie beispielsweise das Verpacken und Transportieren von elektrischen  Handwerkzeugen, genügt es, eine der Halbschalen doppelwan   dig auszugestalten.  Durch diese eine doppelwandige Halbschale wird der Koffer bereits  sehr stabil und verwindungssteif, und die einwandige zweite Halbschale  kann trotzdem dünnwandig und schlagfest ausgestaltet werden, da beim  Spritzgiessen schlagfeste Kunststoffe verwendet werden können.

   Gegenüber  einem Koffer mit gleichen Aussenabmessungen, welcher in herkömmlicher  Weise einwandig durch Spritzgiessen hergestellt wird, und bei welchem  Inneneinteilungen für die Aufnahme von Gegenständen eingespritzt  werden, kann der Materialeinsatz und damit das Gewicht bei einem  erfindungsgemässen Koffer bis zu 50% reduziert werden. Trotzdem weist  der erfindungsgemässe Koffer eine verbesserte Stabilität und Verwindungssteifigkeit  auf. 



   Die erfindungsgemässe Lösung, das Aussenteil und das Innenteil einer  Halbschale im Spritzgussverfahren herzustellen und anschliessend  fest miteinander zu verbinden, erbringt noch einen weiteren Vorteil.  Es ist vorteilhaft, am Innenteil einen Durchbruch anzuordnen, und  den mit diesem Durchbruch zusammenhängenden Teilbereich des Zwischenraumes  zwischen Innen- und Aussenteil als Ablagefach für Dokumente oder  andere Gegenstände auszubilden. Ein derartiger Durchbruch kann im  spritzgegossenen Innenteil leicht angeordnet werden. Am Innenteil  können auch ohne Schwierigkeiten zusätzliche Elemente angeformt sein,  die als Wandungen für das Ablagefach dienen. 



   Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen  unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen näher erläutert.  Es zeigen:      Fig. 1 einen Schnitt durch einen erfindungsgemässen  Kunststoffkoffer mit einer doppelwandigen Halbschale,     Fig.  2 eine Aufsicht auf ein Innen- und ein Aussenteil der doppelwandigen  Halbschale gemäss Fig. 1,     Fig. 3 einen Teilschnitt durch eine  Seitenwandung eines Koffers mit der festen Verbindungsstelle zwischen  Innen- und Aussenteil einer der Halbschalen,       Fig. 4 einen  Teilschnitt durch eine feste Verbindungsstelle zwischen Innen- und  Aussenteil einer Halbschale mit einer kraft- und formschlüssigen  Verbindung,     Fig. 5 eine Aufsicht mit einem Teilschnitt auf  die feste Verbindung gem. Fig. 4, und     Fig. 6 eine perspektivische  Ansicht eines Innenteiles einer Halbschale.  



   In Fig. 1 ist ein Koffer aus Kunststoff dargestellt, welcher im Wesentlichen  aus zwei Halbschalen 1, 2 besteht. Diese beiden Halbschalen 1, 2  sind an einer Schmalseite 21 über Scharniere 3 schwenkbar miteinander  verbunden und an einer gegenüberliegenden Schmalseite 22 sind Verschlüsse  4 und ein Traggriff 23 angeordnet. Die beiden Halbschalen 1, 2 bestehen  je aus einem Aussenteil 5, bzw. 6, wobei in mindestens eine der beiden  Halbschalen 1, 2 ein Innenteil 7 eingefügt und fest mit dem Aussenteil  5, bzw. 6, verbunden ist. Im dargestellten Beispiel ist nur in die  Halbschale 1 ein Innenteil 7 eingefügt, und die Halbschale 2, welche  den Deckel des Koffers bildet, ist hier einwandig ausgebildet. Zwischen  dem Innenteil 7 und dem Aussenteil 5, welche die doppelwandige Halbschale  1 bilden, ist ein Zwischenraum 9 ausgebildet.

   Die feste Verbindung  des Innenteiles 7 mit dem Aussenteil 5 der Halbschale 1 erfolgt einerseits  über Kontaktbereiche 20 mit Verbindungsstellen 12 an der Bodenfläche  15 der Halbschale 1, wobei in bevorzugter Weise vier solche feste  Verbindungsstellen 12 im Bereich der Bodenfläche 15 vorhanden sind.  Zusätzliche Verbindungsstellen 10, 11 sind an oberen Teilbereichen  18,19 der seitlichen Seitenwände 13, 14 der Halbschale 1 ausgebildet,  wobei sich diese Verbindungsstellen 10, 11 über einen Teilbereich  der Seitenwände 13, 14 erstrecken, wie dies aus Fig. 2 ersichtlich  ist.

   Sofern bei dieser Ausgestaltung der festen Verbindungsstellen  10, 11, 12 zwischen dem Innenteil 7 und dem Aussenteil 5 die Steifigkeit  noch nicht genügend ist, so können die Verbindungsstellen 10, 11  über weitere Randbereiche ausgedehnt werden, im Maximum auch über  die gesamte Ausdehnung der unteren Schmalseite 21 und der oberen  Schmalseite 22. Die zusätzlichen Formgebungen an den unteren und  oberen Schmalseiten 21, 22, z.B. durch den Traggriff 23 und die Verschlüsse  4, ergeben die Möglichkeit, in diesen Bereichen das Innenteil 7 und  das Aussenteil 5    formschlüssig ineinander greifen zu lassen, sodass  sich hier weitere Verbindungsstellen ergeben. In diesem Fall liegen  die Kantenbereiche 24 des Innenteiles 7 in geeigneter Weise an den  Innenflächen der oberen und unteren Schmalseiten 21, 22 an. 



   Sowohl die beiden Aussenteile 5, 6 wie auch das Innenteil 7 der Halbschalen  1, 2 werden in an sich bekannter Weise und in entsprechenden Werkzeugen  durch Spritzgiessen hergestellt. Im dargestellten Beispiel findet  das Material ABS Verwendung, wobei auch alle anderen für das Spritzgiessverfahren  und derartige Koffer geeigneten Materialien einsetzbar sind. Das  Innenteil 7 weist Formräume 8 auf, welche zur Aufnahme von Gegenständen,  beispielsweise Handwerkzeugen, Werkzeugmaschinen oder Messinstrumenten  dienen. Dabei können diese Formräume 8 so ausgestaltet werden, dass  klar ersichtlich ist, welches Teil in welchen Formhohlraum 8 platziert  werden kann.

   Der erfindungsgemässe Koffer kann dabei in einfacher  Weise für die Aufnahme unterschiedlicher Gegenstände ausgebildet  werden, wobei die Aussenteile 5, 6 der Halbschalen 1, 2 beibehalten  werden und nur die Form des Innenteiles 7 verändert wird. Damit wird  eine erhebliche Reduktion der Realisierungszeit bei der Herstellung  von Varianten der Inneneinteilung erreicht, und gleichzeitig können  die Werkzeugkosten gesenkt werden. Die erfindungsgemässe Herstellungsweise  und Ausgestaltung des Koffers ermöglicht eine Reduktion der Wandstärke  der Aussen- und Innenteile 5, 6 und 7 der beiden Halbschalen 1, 2.

    Müssen beispielsweise bei einem Koffer, bei welchem die Schalen einwandig  ausgebildet sind, zum Erreichen einer genügenden Festigkeit Wandstärken  von beispielsweise 3 mm vorgesehen werden, so genügen bei einem erfindungsgemässen  Koffer gleicher Grösse Wandstärken von beispielsweise 1,5 mm für  die Aussenteile 5, 6 und von beispielsweise 1 mm für das Innenteil  7. Dies führt zu einer Einsparung an Rohmaterial und in der Folge  auch zu einer Gewichtsreduktion des gesamten Koffers. Dies bei gleichzeitiger  Verbesserung der Stabilität und Steifigkeit des Koffers. 



   Fig. 2 zeigt das Aussenteil 5 und das Innenteil 7 der Halbschale  1 vor dem Zusammenfügen bzw. direkt nach dem Abschluss des Spritzgiessvorganges.  Im    dargestellten Beispiel werden das Aussenteil 5 und das Innenteil  7 als Einzelteile gespritzt, wobei in beiden Teilen im Bereiche der  Bodenfläche 15 Kontaktbereiche 20 vorgesehen werden, an welchen nach  dem Zusammenfügen des Innenteiles 7 und des Aussenteiles 5 die Verbindungsstellen  12 ausgebildet werden. An den Seitenwänden 13, 14 sind obere Teilbereiche  18, 19 ausgebildet, an welchen im verbundenen Zustand Randteile 25,  26 des Innenteiles 7 aufliegen, wie dies aus Fig. 3 ersichtlich ist.  Entlang dieser oberen Teilbereiche 18, 19 werden das Innenteil 7  und das Aussenteil 5 fest miteinander verbunden, in vorteilhafter  Weise durch Verschweissen oder Verkleben.

   Eine weitere vorteilhafte  Lösung besteht aber auch darin, in diesen Bereichen 18, 19 eine kraft-  und formschlüssige Verbindung auszubilden, wie sie in den Fig. 4  und 5 dargestellt und beschrieben ist. Eine bevorzugte Lösung besteht  darin, das Innenteil 7 und das Aussenteil 5 in Randbereichen 16 über  eine angespritzte Verbindung 17 einstückig miteinander zu verbinden.  In Fig. 2 sind zwei derartige Verbindungen 17 angedeutet, wobei sich  diese beiden Verbindungen 17 im Bereiche der Verschlüsse befinden.  Diese Verbindungen 17 werden als Filmscharniere ausgebildet, sodass  das Innenteil 7 um diese Verbindungen 17 verschwenkt und in das Aussenteil  5 eingefügt werden kann.

   Diese Verbindungen 17 bilden dann bereits  eine feste Verbindung zwischen dem Innenteil 7 und dem Aussenteil  5, welche mit den anderen festen Verbindungsstellen 10, 11 und 12  die Steifigkeit der doppelwandigen Halbschale 1 erhöht. Wenn auch  die Halbschale 2 doppelwandig ausgebildet sein soll, so wird diese  in gleicher Weise hergestellt, wie zu Fig. 2 bzw. zur Halbschale  1 beschrieben. Dabei können in den beiden Halbschalen 1 bzw. 2 Innenteile  7 mit unterschiedlichen Formräumen 8 eingefügt und fest mit diesen  verbunden sein. 



   In Fig. 3 ist ein Schnitt durch die Seitenwand 13 im Bereiche einer  festen Verbindungsstelle 10 dargestellt. Am oberen Teilbereich 18  der Seitenwand 13 ist an der Wandung des Aussenteiles 5 eine Auflagefläche  27 ausgebildet. Auf dieser Auflagefläche 27 liegt das Randteil 25  des Innenteiles 7 auf. Im Bereich der Auflage wird hier das Innenteil  7 mit dem Aussenteil 5 durch Verschweissen oder Verkleben über die  Verbindungsstelle 10 fest verbunden. Dadurch kann das Innenteil 7    gegenüber dem Aussenteil 5 nicht mehr verschoben werden, sodass  sich die gewünschte Steifigkeit einer doppelwandigen Konstruktion  ergibt. 



   In den Fig. 4 und 5 ist eine Variante der Ausgestaltung dieses oberen  Teilbereiches 18 an einer Seitenwand 13 einer Halbschale 1 dargestellt.  Am oberen Teilbereich 18 ist am Aussenteil 5 ebenfalls eine Auflagefläche  27 vorhanden. Zusätzlich ist jedoch eine Nute 28 ausgebildet, in  welche der Kantenbereich 24 des Innenteiles 7 eingreift. Im Bereiche  der Nute 28 sind ein oder mehrere Nocken 29 ausgebildet, welche in  Schlitze 30 am Kantenbereich 24 des Innenteiles 7 eingreifen. Dadurch  ist das Innenteil 7 gegenüber dem Aussenteil 5 in zwei Ebenen festgelegt  und die Teile sind formschlüssig fest miteinander verbunden. Durch  die zusätzlichen Verbindungsstellen 12 an der Bodenfläche 15 ergibt  sich die gewünschte Stabilität und Steifigkeit. 



   In Fig. 6 ist ein Innenteil 7 in 3D-Ansicht dargestellt, wobei ein  vorderer Randteil weggeschnitten ist. Am Innenteil 7 ist ein Durchbruch  31 angebracht, welcher eine Öffnung zum Zwischenraum 9 zwischen den  fest zusammengefügten Innen- und Aussenteilen 7, 5 bildet. An den  Durchbruch 31 anschliessend ist in einem Teilbereich 32 des Zwischenraumes  9 ein Ablagefach ausgebildet. Dieses kann z.B. zur Aufnahme und Ablage  von Dokumenten dienen. Allfällige Zusatzelemente wie Wandungen 34  lassen sich am Innenteil 7 leicht anordnen, bzw. beim Spritzgiessen  anformen. Vor dem Durchbruch 31 ist eine Einschubmulde 33 angeordnet,  welche zur Sicherung der Dokumente dient. 



   Der erfindungsgemäss hergestellte und ausgebildete Koffer vereinigt  die Vorteile der Verwindungssteifigkeit, wie sie bei geblasenen Halbschalen  erreicht wird, mit den Vorteilen von spritzgegossenen Halbschalen,  welche den Einsatz von schlagfesten Materialien, wie beispielsweise  ABS, ermöglichen und gleichzeitig eine sehr gute Qualität der Oberflächengestaltung  der Aussenteile 5, 6 und deren Einfärbung und Bedruckung ermöglichen.  Zusätzlich zu der Vereinigung dieser Vorteile wird noch eine Reduktion  des Materialeinsatzes und damit des Gewichtes des Koffers sowie eine  verbesserte Wirtschaftlichkeit bei der Herstellung erreicht. 



     Dies durch erleichterte Anpassung an unterschiedliche Formgestaltungen  und dadurch, dass trotz der doppelwandigen Ausgestaltung mindestens  einer Schale das Spritzgiessverfahren und die damit verbundenen vorteilhaften  Nachbearbeitungsmöglichkeiten beibehalten werden können.

Claims (12)

1. Verfahren zur Herstellung eines verwindungssteifen Koffers aus Kunststoff mit zwei Kunststoff-Halbschalen (1, 2), welche über Scharniere (3) und Verschlüsse (4) miteinander verbunden werden, dadurch gekennzeichnet, dass durch Spritzgiessen je ein Aussenteil (5, 6) für die beiden Halbschalen (1, 2) geformt wird, für mindestens eine der beiden Halbschalen (1, 2) durch Spritzgiessen ein Innenteil (7) mit Formräumen (8) geformt wird, nach dem Formen ein Innenteil (7) in das Aussenteil (5, 6) mindestens einer der Halbschalen (1, 2) eingelegt wird und das Innen- und das Aussenteil, unter Ausbildung eines Zwischenraumes (9), über Verbindungsstellen (10, 11, 12) fest miteinander verbunden werden und diese Verbindungsstellen (10, 11, 12) so angeordnet werden, dass eine doppelwandige, verwindungssteife Kunststoffschale gebildet wird.
2.
Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Aussenteil (5, 6) und das -Innenteil (7) einer Halbschale (1, 2) im gleichen -Verfahrensschritt geformt und die beiden Teile mindestens in einem Randbereich (16) schwenkbar miteinander verbunden werden und das Innenteil (7) nach dem Formen um den verbundenen Randbereich (16) verschwenkt und in das Aussenteil (5, 6) eingefügt wird.
3. Verfahren nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Innenteil (7) und das Aussenteil (5, 6) einer Halbschale (1, 2) an den Verbindungsstellen (10, 11, 12) miteinander verschweisst oder verklebt werden.
4. Verfahren nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Innenteil (7) und das Aussenteil (5, 6) einer Halbschale (1, 2) an den Verbindungsstellen (10, 11, 12) formschlüssig miteinander verbunden werden.
5.
Verfahren nach einem der Patentansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Verbinden des Innenteiles (7) mit dem Aussenteil (5, 6) einer Halbschale (1, 2) in den Zwischenraum (9) ein stossabsorbierendes Material eingebracht wird.
6. Verwindungssteifer Koffer aus Kunststoff, hergestellt nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch 1, mit zwei Halbschalen (1, 2), welche über Scharniere (3) und Verschlüsse (4) miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Halbschalen (1, 2) Aussenteile (5, 6) aufweisen, welche aus spritzgegossenem Kunststoff bestehen, mindestens eine der Halbschalen (1, 2) ein Innenteil (7) mit Formräumen (8) aufweist, welches ebenfalls aus spritzgegossenem Kunststoff besteht und über Verbindungsstellen (10, 11, 12) fest mit dem Aussenteil (5, 6) verbunden ist, zwischen dem Innenteil (7) und dem Aussenteil (5, 6)
ein Zwischenraum (9) ausgebildet ist und dieser Zwischenraum (9) nur an den festen Verbindungsstellen (10, 11, 12) überbrückt ist, wobei durch das Innen- und Aussenteil (7, 5 bzw. 6) eine doppelwandige Halbschale (1 bzw. 2) gebildet ist.
7. Verwindungssteifer Koffer nach Patentanspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens in einem Randbereich (16) der Halbschale (1, 2) eine angespritzte Verbindung (17) ausgebildet ist, welche das Innenteil (7) und das Aussenteil (5, 6) einstückig miteinander verbindet.
8.
Verwindungssteifer Koffer nach Patentanspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Verbindungsstellen (10, 11, 12) mindestens über einen oberen Teilbereich (18, 19) von zwei gegenüberliegenden Seitenwänden (13, 14) einer Halbschale (1, 2) erstrecken sowie an der Bodenfläche (15) der Halbschale (1, 2) mindestens vier Kontaktbereiche (15) zwischen Aussenteil (5, 6) und Innenteil (7) als Verbindungselemente (12) ausgebildet sind.
9. Verwindungssteifer Koffer nach einem der Patentansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsstellen (10, 11, 12) durch Schweiss- und/oder Klebeverbindungen gebildet sind.
10. Verwindungssteifer Koffer nach einem der Patentansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsstellen (10, 11, 12) durch kraft- und/oder formschlüssige Schnappverbindungen gebildet sind.
11.
Verwindungssteifer Koffer nach einem der Patentansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenraum (9) zwischen dem Innen- und dem Aussenteil (7, 5 bzw. 6) der Halbschale (1, 2) mindestens teilweise mit einem stossabsorbierenden Material ausgefüllt ist.
12. Verwindungssteifer Koffer nach einem der Patentansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Innenteil (7) einen Durchbruch (31) aufweist und ein mit diesem Durchbruch zusammenhängender Teilbereich (32) des Zwischenraumes (9) als Ablagefach ausgebildet ist.
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