CH695138A5 - Verfahren und Vorrichtung zur Abdichtung eines Spaltes zwischen einer Rollenstirnseite und einer Seitenabdichtung an einer Rollen- Bandgiessmaschine. - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abdichtung eines Spaltes zwischen einer Rollenstirnseite und -einer Seitenabdichtung einer Rollen-Bandgiessmaschine sowie eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens.
Es ist bekannt, an einer Zweirollen-Bandgiessmaschine zum Giessen eines Metallbandes, insbesondere eines Stahlbandes, im Stirnseitenbereich der Giessrollen Seitenabdichtungen vorzugsweise in Form von Keramikplatten anzubringen. Zwischen der jeweiligen Rollenstirnseite und der jeweiligen Seitenabdichtung wird ein Dichtspalt gebildet, dessen Kapillarwirkung zur Abdichtung genutzt wird. Kleinste Schwankungen im kapillaren Spalt können jedoch bewirken, dass der niederviskose, flüssige Stahl in den Spalt eindringt, wodurch an der Schmalseite des Stahlbandes Finnen entstehen, die die Gefahr einer unzulässigen Abnützung an den Giessrollen und/oder an den Seitenabdichtungen mit sich bringen und zudem auch Folgeschäden an den Walzen eines nachgeschalteten Walzegerüstes verursachen können.
Schäden können auch durch den möglichen Austritt des flüssigen Stahles entstehen. Die Unregelmässigkeiten an der Band-Schmalseite müssen durch Abschneiden der Ränder entfernt werden, was nebst dem Zusatzaufwand die Ausbringung reduziert.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art sowie eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens vorzuschlagen, durch welche die Gefahr des Austrittes vom flüssigen Metall weitgehend eliminiert und die Bildung von Finnen an der Schmalseite des Metallbandes vermieden wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches 1 sowie durch eine Vorrichtung nach Anspruch 9 gelöst.
Dadurch, dass erfindungsgemäss im Bereich des Spaltes ein elektrisches Wirbelfeld erzeugt wird, derart, dass lokal ein Gradientenfeld entsteht und die in der zu vergiessenden Metallschmelze erzeugten Wirbelströme das Eindringen der Schmelze in den Spalt verhindern oder die Schmelze aus dem Spalt zurückdrängen, wird die Kapillarwirkung im Dichtspalt wirksam unterstützt, eine zuverlässige Abdichtung gewährleistet und infolge dessen bessere Qualität der Giessbandkanten sowie eine Reduktion des Verschnittes erreicht. Von besonderem Vorteil ist dabei der relativ kleine Energieaufwand zur Erzeugung des lokalen Wirbelfeldes.
Bevorzugte Weitergestaltungen des Verfahrens und der Vorrichtung bilden den Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 schematisch das erfindungsgemässe Abdichtungsprinzip eines Spaltes zwischen einer Rollen-Stirnseite und einer Seitenabdichtung; Fig. 2 schematisch die Anordnung einer Anzahl von entlang der Rollenstirnseiten im Kokillenbereich einer Bandgiessmaschine angeordneten Magnetelementen zur Erzeugung eines elektrischen Wirbelfeldes; Fig. 3 eines der Magnetelemente nach Fig. 2 im Querschnitt entlang der Linie A in einer ersten Ausführungsform; Fig. 4 eines der Magnetelemente nach Fig. 2 im Querschnitt entlang der Linie A in einer zweiten Ausführungsform; und Fig. 5 eines der Magnetelemente nach Fig. 2 im Querschnitt entlang der Linie A in einer dritten Ausführungsform.
Fig. 1 zeigt eine Giessrolle 1 einer Zweirollen- Bandgiessmaschine zum Giessen eines Metallbandes, insbesondere eines Stahlbandes, im Teilschnitt. Diese Giessrolle 1 zusammen mit einer zweiten Rolle 2 ist schematisch auch in Fig. 2 angedeutet. Durch die beiden Giessrollen 1, 2 einer seits und zwei im Stirnseitenbereich der Rollen 1, 2 angeordnete Seitenabdichtungen 3 anderseits wird ein Kokillenraum für das flüssige Metall begrenzt. Zwischen den beiden, um horizontale Drehachsen D (Fig. 1) drehbaren Rollen 1, 2 ist ein Durchgangsspalt 4 (Fig. 2) vorhanden, durch welchen das erzeugte Metallband weggeführt wird.
Die Rollen 1, 2 bestehen gemäss Fig. 1 jeweils aus einem Basismaterial 5, vorzugsweise Kupfer, und sind mit einer Oberflächenschicht 6 aus einem verschleissfesten Material versehen. Beim Material der Seitenabdichtungen 3 handelt es sich in der Regel um Keramik.
Wie in Fig. 1 in vergrössertem Massstab dargestellt ist, ist zwischen einer ringförmigen Rollenstirnseite 7 der Rolle 1 und der entsprechenden Seitenabdichtung 3 ein Dichtspalt 10 vorhanden. Damit kein flüssiges Metall in diesen Dichtspalt 10 eindringt (und dadurch Finnen an der Schmalseite des Metallbandes entstehen) oder sogar aus diesem Dichtspalt 10 austritt, wird nicht nur die Kapillarwirkung in diesem Dichtspalt 10 genutzt, sondern zusätzlich erfindungsgemäss ein elektrisches Wirbelfeld erzeugt, derart, dass im Bereich des Dichtspaltes 10 lokal ein Gradientenfeld entsteht, das in Fig. 1 schematisch angedeutet und mit 13 bezeichnet ist, und das eine dem Eindringen des flüssigen Metalls in den Dichtspalt 10 entgegenwirkende Kraft zur Folge hat.
Zur Erzeugung des lokalen elektrischen Wirbelfeldes sind im Bereich des Kokillenraumes 5 bzw. des jeweiligen Dichtspaltes zwischen jeder Rollenstirnseite 7 und der betreffenden Seitenabdichtung 3 mehrere Magnetelemente 15 nacheinander über den entsprechenden Rollenumfang verteilt angeordnet. Die Magnetelemente 15 sind ortsfest angeordnet und vor zugsweise an den Seitenabdichtungen 3 fixiert, so dass sie beim Rollenwechsel zusammen mit den Seitenabdichtungen 3 mittels eines in der Zeichnung nicht dargestellten Manipulators in einfacher Weise entfernt werden können. Der Aufbau einzelner Magnetelemente 15 ist aus Fig. 3 bis 5 ersichtlich, wobei selbstverständlich ausser diesen drei dargestellten Ausführungsvarianten auch andere Ausgestaltungen möglich wären.
Erfindungsgemäss werden mit Vorteil die einzelnen über den jeweiligen Rollenumfang von oben bis nach unten, zum Durchgangsspalt 4 hin aufgeteilten Magnetelemente 15 modular aneinandergereiht. Sie decken hierbei annähernd die gesamte Länge der Seitenabdichtung 3 ab, welche entlang der jeweiligen Giessrolle 1, 2 verläuft.
Beim in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die zwei untersten, in unmittelbarem Bereich des Durchgangsspaltes 4 angeordneten Magnetelemente 15', 15'' beider Rollen 1, 2 je zu einem zusammengefasst. Die einzelnen, entsprechend geeignet konstruierten Magnetelemente 15 werden vorzugsweise mit unabhängig regulierbaren Speisungen ausgerüstet, wobei die unabhängige Regulierung je nach Prozessanforderungen und Druckhöhe erfolgt. Vorzugsweise werden die in gleicher Höhe (d.h. im gleichen Abstand vom Durchgangsspalt 4) vor der Stirnseite beider Rollen 1, 2 angeordneten, einander gegenüberliegenden Magnetelemente 15 jeweils gemeinsam angesteuert.
Wie aus Fig. 3 bis 5 ersichtlich ist, umfasst jedes Magnetelement 15 einen lamellierten, aus im Wesentlichen L-förmigen Blechen zusammengesetzten oder nach einem Sinterverfahren hergestellten Eisenkörper 16 sowie eine diesem zugeordnete Spule 17. Mit diesen wird ein magnetisches Wechselfeld im Frequenzbereich von 300 bis 3000 kHz erzeugt. Dieses Wechsel feld verursacht die Bildung von elektrischen Wirbelströmen, die den flüssigen Stahl (oder ein anderes, elektrisch leitendes Metall) durchsetzen und - wie bereits erwähnt - dem Eindringen desselben in den Dichtspalt 10 lokal entgegenwirken. Die über den jeweiligen Walzenumfang von oben bis nach unten aufgeteilten Magnetelemente 15 stossen sozusagen aneinander. In bevorzugter Ausführung weist der jeweilige Eisenkörper 16 in Umfangsrichtung der Rolle 1 bzw.
2 gesehen im Spulenbereich 16s die halbe Länge auf, und die L-förmigen Bleche sind im Spulenbereich überlappt geschichtet, wodurch über die Gesamtlänge in Feldrichtung des -Eisenkörpers 16 der gleiche Querschnitt wie innerhalb der Spule 17 entsteht.
Der Eisenkörper 16 ist in seinem oberen Bereich 16o von aussen an der Seitenabdichtung 3 abgestützt und in nicht näher dargestellter Weise fixiert. Ein unterer Bereich 16u ist mit einem vorderen, sich nach oben zum Dichtspalt 10 hin erstreckenden -Eisenkörper-Bereich 16v verbunden. Zur Verstärkung der Gradientenbildung des elektrischen Wirbelfeldes im aktiven Luftspalt zwischen den Eisenkörperteilen 16o, 16v bzw. im Dichtspalt 10 ist in der Walzenstirnseite 7 eine Feldführung 20 eingebaut, die durch einen ferromagnetischen, lamellierten oder gesinterten Ring oder durch ein oder mehrere Ringsegmente gebildet ist. Eine obere Fläche 18 des Eisenkörper-Bereichs 16v verläuft parallel zu einer Fläche 19 der Feldführung 20 bzw. der Rollenstirnseite 7, wodurch beispielsweise ein schräg verlaufender Teil 10' des Dichtspaltes 10 gebildet wird.
Innerhalb des Eisenkörpers 16 sind vorzugsweise Kupferplatten 22, 23 angeordnet, die ebenfalls die Gradientenbildung des elektrischen Wirbelfeldes 13 beeinflussen und das Streufeld in Richtung des Dichtspaltes 10 abdrängen. Gegebenenfalls sind zwei Kupferplatten 22, 23 vorhanden. Diese sind gleichzeitig als Kühlelemente vorgesehen.
Wie aus dem Vergleich der Fig. 3 bis 5 hervorgeht, können die Eisenkörper 16, die Seitenabdichtungen 3, die Feldführungen 20 und die Kupferplatten 22, 23 verschiedene Querschnittsformen bzw. Dimensionen aufweisen. Geeignete Feldführungen könnten auch in Seitenabdichtungen 3 eingebaut werden (anstatt an der Rollenstirnseite 7 oder zusätzlich dazu). Fig. 5 zeigt, dass die Gradientenbildung im Dicht-spaltbereich durch Änderung des Luftspaltes mittels Anordnung von weiteren, zusätzlichen Schrägflächen 24 bzw. 25 am Eisenkörper 16 zusätzlich optimiert werden kann.
Die Erfindung ist mit den oben erläuterten Ausführungsbeispielen ausreichend dargetan. Sie könnte jedoch noch in weiteren Varianten veranschaulicht sein. So könnte zum Beispiel die Anzahl der vorgesehenen Magnetelemente 15 pro Reihe variiert werden, d.h. es könnten im Prinzip auch nur eines oder auch mehr als elf (wie dargestellt) solcher vorgesehen sein.
Der jeweilige Spalt 10 zwischen der Rollenstirn-seite 7 und der Seitenabdichtung 3 kann entweder durch ein gegenseitiges Positionieren oder durch eine beabstandete Anordnung der beiden gebildet sein.
Claims (14)
1. Verfahren zur Abdichtung eines Spaltes zwischen der Stirnseite einer Giessrolle (1, 2) und einer Seitenabdichtung (3) einer Rollen-Bandgiessmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Spaltes (10) ein elektrisches Wirbelfeld erzeugt wird, derart, dass lokal ein Gradientenfeld (13) entsteht und die in der zu vergiessenden Metallschmelze erzeugten Wirbelströme das Eindringen von Schmelze in den Spalt (10) verhindern oder die Schmelze aus dem Spalt (10) zurückdrängen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das elektrische Wirbelfeld durch ein magnetisches Wechselfeld mit einem Frequenzbereich zwischen 300 Hz und 3000 kHz erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das elektrische Wirbelfeld durch mindestens ein vor der Rollenstirnseite angeordnetes Magnetelement (15) erzeugt wird.
4.
Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das elektrische Wirbelfeld durch eine Anzahl von im Kokillenbereich (5) der Bandgiessmaschine entlang der jeweiligen Rollenstirnseite (7) angeordneten, an der Seitenabdichtung (3) angebrachten Magnetelementen (15) erzeugt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Magnetelemente (15) modular aufgeteilt und mit unabhängig regulierbaren Speisungen ausgerüstet sind, wobei die Regulierung je nach Prozessanforderungen und Druckhöhe erfolgt.
6.
Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch Anordnung von Feldführungen (20) in Form von ferromagnetischen, lamellierten oder gesinterten Elementen an der Rollenstirnseite (7) und/oder an der Seitenabdichtung (3) die Gradientenbildung des elektrischen Wirbelfeldes im Bereich des Spaltes (10) optimiert wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass als Feldführungen (20) in der Rollenstirnseite eingebaute ferromagnetische Ringe oder Ringsegmente verwendet werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass durch Anordnung von Kupferplatten (22, 23) im Innern eines Magnetelementen-Eisenkörpers (16) die Gradientenbildung des elektri schen Wirbelfeldes beeinflusst wird, wobei die Kupferplatten (22, 23) gleichzeitig als Kühlelemente vorgesehen sind.
9.
Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch mindestens ein Magnetelement (15), welches eine Spule (17) sowie einen einen aktiven Luftspalt bildenden Eisenkörper (16) umfasst, wobei der Eisenkörper (16) derart angeordnet ist, dass im aktiven Luftspalt im Bereich des Spaltes (10) zwischen der Rollenstirnseite (7) und der Seitenabdichtung (3) ein Gradientenfeld erzeugt wird.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Magnetelement (15) an der Seitenabdichtung (3) angebracht ist.
11. Vorrichtung nach Ansprach 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass zur Optimierung des zu erzeugenden Gradientenfeldes und zur Kühlung im Innern des Eisenkörpers (16) Kupferplatten (22, 23) angeordnet sind.
12.
Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Spalt (10) zwischen der Rollenstirnseite (7) und der Seitenabdichtung (3) entweder durch ein gegenseitiges Positionieren oder durch eine beabstandete Anordnung der Rolle zur Seitenabdichtung (3) gebildet ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass im Kokillenbereich (5) der Rollen-Bandgiessmaschine entlang der jeweiligen Rollenstirnseite (7) eine Anzahl von aneinandergereihten Magnetelementen (15) angeordnet ist, wobei die in gleicher Höhe vor der Stirnseite beider Rollen (1, 2) angeordneten, einander gegenüberliegenden Magnetelemente (15) jeweils gemeinsam ansteuerbar sind.
14.
Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass im Kokillenbereich (5) der Rollen-Bandgiessmaschine entlang der jeweiligen Rollenstirnseite (7) eine Anzahl von aneinandergereihten Magnetelementen (15) angeordnet ist, wobei die in unmittelbarem Bereich eines zwischen den beiden Rollen (1, 2) vorhandenen Durchgangsspaltes (4) angeordneten Magnetelemente (15', 15'') je zu einem zusammengefasst sind.
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