Stand der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Handwerkzeugmaschine mit einem an ihrem Gehäuse angeformten Handgriff, der einen Raum bildet zur Aufnahme von elektrischen Komponenten, vorzugsweise von Mitteln zur Stromzuführung und/oder Mitteln zum Schalten und Steuern eines im Gehäuse befindlichen elektrischen Antriebs.
[0002] Eine derartige Handwerkzeugmaschine, in deren Handgriff Stromzuführungsleitungen, Schalter und auch Teile des elektrischen Antriebs angeordnet sind, ist in der DE 19 703 746 A1 beschrieben. Die Handwerkzeugmaschine kann z.B. ein Bohrhammer oder eine Schlagbohrmaschine mit z.B. einem pistolenartigen oder L-förmigen Handgriff sein. Ebenso kommt jede andere Art von Handwerkzeugmaschinen mit einem Handgriff für die Anwendung der dieser Anmeldung zu Grunde legenden Erfindung in Frage.
Das Gehäuse, an dem der Handgriff der Handwerkzeugmaschine angeordnet ist, kann in Schalen- oder Topfbauweise ausgeführt sein. Vor allem stark im Einsatz befindliche Handwerkzeugmaschinen erfordern von Zeit zu Zeit einen technischen Service. Dabei müssen evtl. Kohlebürsten oder Kabel ausgewechselt werden.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Handwerkzeugmaschine der eingangs genannten Art anzugeben, bei der ein technischer Service mit möglichst geringem Montageaufwand durchgeführt werden kann.
Vorteile der Erfindung
[0004] Die genannte Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 dadurch gelöst, dass der Handgriff der Handwerkzeugmaschine eine mit einem Deckel verschliessbare Öffnung aufweist, die einen Zugriff zu den Mitteln der Stromzuführung und/oder den Mitteln zum Schalten und Steuern und/oder zu Teilen des elektrischen Antriebs ermöglicht.
Dank des Deckels am Handgriff braucht in einem Servicefall nicht das gesamte Gehäuse der Handwerkzeugmaschine demontiert zu werden und es kann schnell und mit geringem Montageaufwand auf z.B. Kohlebürsten oder Kabel zugegriffen werden.
[0005] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung gehen aus den abhängigen Ansprüchen hervor.
[0006] Ein Zugang zu den elektrischen Komponenten im Gehäuse der Handwerkzeugmaschine ist besonders schnell und mit sehr geringem Montageaufwand durchführbar, wenn der Deckel schwenkbar am Handgriff des Gehäuses gelagert ist und am Deckel und/oder Gehäuse ein oder mehrere Befestigungselemente vorhanden sind, mit deren Hilfe der Deckel zum Verschliessen der Öffnung mit dem Gehäuse verbindbar ist. Der Deckel kann an seiner Innenseite Fixierelemente und/oder Niederhalter für hinter der Öffnung im Handgriff angeordnete Bauteile aufweisen.
Vorteilhafterweise ist derjenige Bereich des Handgriffs als Deckel ausgestaltet, der als Handflächen-Auflage dient.
[0007] Es ist besonders montagefreundlich, wenn das eine oder die mehreren Befestigungselemente aus einer oder mehreren am Deckel oder Gehäuse unverlierbar gehaltenen Schrauben bestehen.
[0008] Der Deckel kann um eine am unteren Ende des Handgriffs angeordnete Achse schwenkbar gelagert werden. Desgleichen kann sich aber auch die Schwenkachse im oberen Bereich des Gehäuses befinden.
[0009] Üblicherweise ist in den Handgriff, an seinem unteren Ende, eine Kabeltülle als Durchführung für ein Netzkabel eingesetzt.
Die Schwenkachse für den Deckel kann dann vor oder hinter der Kabeltülle angeordnet sein, wobei entweder die Kabeltülle ausserhalb des Deckels im Handgriff fixiert ist oder eine Fixierung der Kabeltülle im schwenkbaren Deckel vorgesehen ist.
Zeichnung
[0010] Anhand mehrerer in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele wird nachfolgend die Erfindung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 : einen Teillängsschnitt durch eine Handwerkzeugmaschine mit einem schwenkbaren Deckel am Handgriff und einer senkrecht zur Antriebsachse orientierten Befestigungsschraube für den Deckel,
Fig. 2 : einen Teillängsschnitt durch eine Handwerkzeugmaschine mit einem schwenkbaren Deckel und einer parallel zur Antriebsachse orientierten Befestigungsschraube für den Deckel,
Fig. 3 : einen Teillängsschnitt durch eine Handwerkzeugmaschine mit einem schwenkbaren Deckel am Handgriff, wobei eine Kabeltülle am schwenkbaren Deckel fixiert ist,
Fig. 4 :
einen Teillängsschnitt durch eine Handwerkzeugmaschine mit einem schwenkbaren Deckel am Handgriff, wobei eine Kabeltülle im Handgriff fixiert ist.
Beschreibung von Ausführungsbeispielen
[0011] Die Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch einen Ausschnitt, einer Handwerkzeugmaschine 1, die beispielsweise ein Bohrhammer oder eine Schlagbohrmaschine ist. Die nachfolgend beschriebene Erfindung beschränkt sich aber nicht nur auf derartige Handwerkzeugmaschinen, sondern ist auch z.B. bei Handschleifgeräten, elektrischen Handsägen und dergleichen anwendbar. In dem in der Fig. 1 dargestellten Ausschnitt ist ein die Maschine umgebendes Gehäuse 3 zu erkennen, an das ein Handgriff 5 angeformt ist.
Der Handgriff 5 bildet einen Aufnahmeraum z.B. für ein Netzkabel 7, einen Ein- und Ausschalter 9 und evtl-, auch eine nicht speziell gekennzeichnete Steuerelektronik für den Antrieb der Handwerkzeugmaschine. Im Bereich des Handgriffs 5, im oberen Teil des Gehäuses 3, ist ein Elektromotor 11 installiert mit einer sich in den Raum des Handgriffs 5 erstreckenden Bürstenplatte 13.
[0012] Die Rückseite des Handgriffs 5, das ist derjenige Bereich, auf dem die Innenhandfläche beim Betätigen der Handwerkzeugmaschine aufliegt, ist mit einer Öffnung 15 versehen, die mit einem Deckel 17 verschliessbar ist.
Die Öffnung 15 ist so gross, dass bei geöffnetem Deckel ein Zugriff zu den elektrischen Komponenten 7, 9, 13 im Handgriff 5 möglich ist.
[0013] Am unteren Ende des Handgriffs 5 befindet sich ein Gelenk 19, dessen Gelenkachse so verläuft, dass der an diesem Gelenk 15 gelagerte Deckel 17, wie in der Fig. 1 an zwei Stellungen des Deckels 17 dargestellt, zum unteren Ende des Handgriffs 5 hin weggeklappt werden kann. An dem dem Gelenk 19 gegenüberliegenden Ende des Deckels 17 ist eine unverlierbare Schraube 21 eingesetzt, welche bei geschlossenem Deckel 17 in das Gehäuse 3 eingeschraubt werden kann. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist die unverlierbare Schraube 21 senkrecht zur Antriebsachse 23 der Handwerkzeugmaschine orientiert. Falls erforderlich, können auch mehrere Befestigungselemente für den Deckel 17 vorgesehen werden.
Wie bereits beschrieben, kann das einzelne Befestigungselement aus einer unverlierbaren Schraube 21 oder z.B. auch aus einem Bajonettverschluss bestehen. Prinzipiell ist jede Art von Befestigungsmitteln verwendbar, welche ein schnelles Öffnen und ein sicheres Schliessen des Deckels 17 erlauben.
[0014] An der Innenseite des Deckels 17 können Fixierelemente und/oder Niederhalter 25 angeformt sein, welche bei verschlossenem Deckel 17 Komponenten, wie z.B. die Bürstenplatte 23, im Gehäuse festhalten. Am unteren Ende des Deckels 17 ist an der Innenseite auch ein Niederhalter 27 angeformt, welcher das in den Handgriff 5 durch eine Tülle 29 eintretende Netzkabel 7 umgreift und damit fixiert.
Die einen Knickschutz für das Netzkabel 7 bildende Kabeltülle 29 ist in das untere Ende des Handgriffs 5 eingesetzt und wird beim Schwenken der Klappe 17 nicht mitbewegt.
[0015] Das in der Fig. 2 dargestellte Ausführungsbeispiel einer Handwerkzeugmaschine mit einem am Handgriff 5 schwenkbar gelagerten Deckel 17 unterscheidet sich von dem in der Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel lediglich durch die Befestigung des Deckels 17 am Gehäuse 3. Im geschlossenen Zustand des Deckels 17 wird dieser mittels einer am oberen Ende des Deckels 17 eingesetzten unverlierbaren Schraube 31 mit dem Gehäuse 3 verbunden, welche parallel zur Antriebsachse 23 der Handwerkzeugmaschine orientiert ist.
Bei dieser Art der Befestigung des Deckels 17 am Gehäuse 3 entsteht eine höhere Zugkraft auf den Deckel 17, so dass die darin angeformten Niederhalter 25, 27 eine relativ starke Fixierkraft auf die Komponenten im Handgriff 5 ausüben. Zur Befestigung des Deckels 17 am Gehäuse 3 kann auch eine schräg zur Antriebsachse 3 orientierte Schraube eingesetzt werden, die dann sowohl eine Zugkraft in Richtung der Antriebsachse als auch quer dazu bewirkt.
[0016] Das in der Fig. 3 dargestellte Ausführungsbeispiel einer Handwerkzeugmaschine unterscheidet sich gegenüber dem in der Fig. 1 bzw. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel durch die Anordnung des Gelenks 19 für den Deckel 17 und die Fixierung der Kabeltülle 29 für das Netzkabel 7.
Während bei dem Ausführungsbeispiel in Fig. 1 bzw. 2 das Gelenk 19 an der Rückseite des Handgriffs 5 angeordnet ist und die Kabeltülle 29 im nicht beweglichen Gehäuseteil des Handgriffs 5 fixiert ist, liegt gemäss Fig. 3 das Gelenk 19 an der Innenseite des Handgriffs 5, und die Kabeltülle 29 ist in dem schwenkbaren Deckel 17 fixiert. Das bedeutet, dass das Netzkabel 7 beim Wegklappen des Deckels 17 geschwenkt wird. Um dabei dem Netzkabel 7 einen besseren Halt zu geben, ist in dem feststehenden Teil des Handgriffs 5 über dem Austritt aus der Kabeltülle 29 ein Kabelhalter 33 vorgesehen.
[0017] Bei dem in der Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel einer Handwerkzeugmaschine ist das Gelenk 19 für den Deckel 17 ebenfalls an der Innenseite des Handgriffs 5 angeordnet.
Allerdings ist hier die Kabeltülle 29 für das Netzkabel 7 nicht am schwenkbaren Deckel 17 fixiert, sondern wird am feststehenden Gehäuseteil des Griffs 5 von einem gesonderten Fixierelement 35 gehalten.
[0018] Bei den in den Fig. 1 bis 4 dargestellten und zuvor beschriebenen Ausführungen des klappbaren Deckels 17 kann durch eine Kulissenführung die Schwenkachse für den Deckel 17 auch in das Gehäuse hinein oder ausserhalb des Gehäuses gelegt werden. Alle Ausführungsbeispiele zeigen, dass die Schwenkachse für den Deckel 17 am unteren Ende des Handgriffs 5 liegt. Das Drehgelenk für den Deckel 17 kann aber auch im den oberen Bereich des Gehäuses 3 platziert werden; dort, wo sich in den dargestellten Ausführungsbeispielen die Befestigungsschraube 21 bzw. 31 befindet.
Dann wären die unverlierbaren Befestigungsmittel für den Deckel 17 am unteren Ende des Handgriffs 5 vorzusehen.
[0019] Dem Handgriff 5 der Handwerkzeugmaschine 1 können mit einfachen Mitteln schwingungsdämpfende Eigenschaften dadurch verliehen werden, dass in die Auflage zwischen dem Deckel 17 und dem Gehäuse 3 ein oder mehrere Federelemente eingefügt werden. So kann z.B. die in der Fig. 2 dargestellte, parallel zur Antriebsachse 23 ausgerichtete Schraube 31 eine Absatzschraube sein mit einem zwischen Deckel 17 und Gehäuse 3 eingefügten Federelement (z.B. Schraubenfeder, Gummielement etc.).