CH696345A5 - Verfahren zum Herstellen einer Glocke im Wachsausschmelzverfahren und nach diesem Verfahren hergestellte Glocke - Google Patents
Verfahren zum Herstellen einer Glocke im Wachsausschmelzverfahren und nach diesem Verfahren hergestellte Glocke Download PDFInfo
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Description
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Glocke im Wachsausschmelzverfahren. Weiter betrifft die Erfindung eine nach diesem Verfahren hergestellte Glocke sowie einen dazugehörigen Klöppel. [0002] Üblicherweise werden Glocken folgendermassen hergestellt: Es wird ein Lehmkern aufgebaut oder ein Kern aus schamotteartigem Material aufgemauert. Auf diesen Kern wird dann aus Lehm das Glockenmodell aufmodelliert. Inschriften und Verzierungen werden üblicherweise gesondert angefertigt und erhaben auf das Glockenmodell aufgesetzt. Auf das Glockenmodell wird anschliessend ein Mantel aus Lehm oder einem sonstigen feuerfesten Werkstoff aufgebracht. Dann wird die Form gebrannt und nach Öffnen der Form das Glockenmodell entfernt. Schliesslich wird die Form wieder geschlossen und der entstandene Hohlraum mit Bronze ausgegossen. [0003] Klöppel für Glocken werden vorzugsweise nach dem Wachsausschmelzverfahren gegossen. Sie sind massiv und überwiegend aus demselben Metall wie die Glocke gefertigt, zu der der jeweilige Klöppel gehört. Es ist aber auch bekannt, Klöppel nach dem Sandgussverfahren herzustellen oder zu schmieden. Ihnen allen gemeinsam ist die Einstückigkeit. [0004] Sollte der Besitzer einer Glocke, insbesondere einer Lebensglocke, den Wunsch haben, der Nachwelt eine Botschaft zu übermitteln, zum Beispiel in Form von Symbolen oder einer Inschrift, dann geht die Überlegung des Erfinders dahin, die Glocke und/oder den Klöppel als Träger dieser Botschaft zu verwenden. [0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren zu schaffen, bei dem der Auftraggeber der Glocke oder eine von ihm bestimmte Person die Glocke auf einfache Weise individuell gestalten kann, beispielsweise sie mit einer Botschaft zu versehen, ohne die Giesserei aufsuchen zu müssen. Des Weiteren soll eine nach diesem Verfahren hergestellte Glocke angegeben werden. Ferner soll ein dazugehöriger Klöppel derart gestaltet werden, dass er sich als Vorrichtung zur Aufnahme einer Botschaft oder mindestens eines Gegenstandes eignet. [0006] Das erfindungsgemässe Verfahren ist nach Patentanspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass ein Wachsmodell der Glocke in Rohform angefertigt wird, das Wachsmodell anschliessend mit einer Transportverpackung, die das Wachsmodell allseitig schützt, versehen wird, in der Transportverpackung zum Auftraggeber der Glocke oder zu einer von diesem bestimmten Person geliefert wird, dort vom Auftraggeber oder der bestimmten Person mit einer Inschrift und/oder Verzierung versehen wird, wobei Wachs vom Wachsmodell entfernt wird, das Wachsmodell schliesslich in die Giesserei zurückgebracht, eingeformt und ausgeschmolzen, danach die Glocke abgegossen und schliesslich ein Klöppel angebracht wird. Die Merkmale der Glocke sind aus Patentanspruch 3 ersichtlich. Der dazugehörige Klöppel geht aus Patentanspruch 4 hervor. [0007] Das Herstellen eines Wachsmodells der Glocke ist zwar mit grossem Aufwand verbunden, bringt jedoch eine Reihe von Vorteilen mit sich: Einerseits wird aufgrund des geringen Gewichts ein Modell geschaffen, das bei entsprechender Verpackung, die das Modell allseitig schützt, gut transportiert werden kann. Andererseits erlaubt der Werkstoff Wachs, dass individuell beliebige Inschriften und/oder Verzierungen ein- beziehungsweise angebracht werden können, indem Wachsmodell Wachs abgenommen wird, so dass vertiefte Inschriften und/oder Verzierungen an der fertigen Glocke entstehen. Der Gestaltungsvielfalt sind keine Grenzen gesetzt, ohne dass vorgefertigte Elemente zur Verfügung gestellt werden müssen, wie dies bei erhabenen Verzierungen der Fall ist. [0008] Vorzugsweise werden die Inschriften und/oder Verzierungen mit einem scharfen Gegenstand eingraviert. [0009] Im Gegensatz zu herkömmlichen Klöppeln wird der erfindungsgemässe Klöppel hohl ausgeführt. In diesen Hohlraum kann die gewünschte Botschaft und/oder mindestens ein Gegenstand eingebracht werden. [0010] Bevorzugt wird der Schaft des Klöppels hohl ausgeführt. Dabei kann er mit der Aufhängevorrichtung oder dem Schlagteil einstückig verbunden sein. Von der Handhabung her dürfte es allerdings einfacher sein, den Klöppel zwei- oder dreiteilig auszuführen, nämlich bestehend aus Aufhängevorrichtung, Schlagteil und hohlem Schaft. Bei einer zweiteiligen Ausführung kann der Schaft entweder mit der Aufhängevorrichtung oder mit dem Schlagteil einstückig sein. [0011] Nach dem Einbringen der Botschaft oder des Gegenstandes wird der Schaft mit der Aufhängevorrichtung und/oder mit dem Schlagteil verbunden. [0012] Als Verbindungselemente und -verfahren kommen alle bekannten Elemente und Verfahren in Frage. Bevorzugte Verfahren sind Löten und Kleben, ganz besonders wird Verschrauben bevorzugt. [0013] Bei grossen Glocken und damit grossem, voluminösem Klöppel besteht die Möglichkeit, in den Schaft des einstöckig ausgeführten Klöppels seitlich einen Schlitz oder eine Ausnehmung einzubringen, beispielsweise durch Fräsen, in den Schlitz oder die Ausnehmung die Botschaft einzubringen und den Schlitz oder die Ausnehmung danach mit einer Blende zu verschliessen, wobei die Blende mit dem Klöppel bevorzugt durch Schrauben verbunden wird. Dabei kann der Schlitz oder die Ausnehmung einseitig oder durchgehend ausgeführt sein. In letzterem Fall können sie selbstverständlich auch beidseitig verschlossen werden. [0014] Weitere Merkmale und Einzelheiten der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt: <tb>Fig. 1<sep>eine Glocke mit eingravierter Inschrift und/oder Verzierung; <tb>Fig. 2<sep>einen Querschnitt entlang der Linie A-A in Fig. 1 und <tb>Fig. 3<sep>ein in eine Transportverpackung eingehülltes Wachsmodell der Glocke. [0015] In den Fig. 1 und 2 ist die fertige Glocke 1 mit einer vertieften Inschrift und/oder Verzierung 5 gezeigt, wobei die Inschrift und /oder Verzierung 5 individuell vom Auftraggeber oder von einer von diesem bestimmten Person gestaltet sind. [0016] Um diese Glocke 1 herzustellen, wird wie folgt verfahren: [0017] Vorerst wird ein Wachsmodell 2 der Glocke 1 in Rohform hergestellt. Dieses Wachsmodell 2 wird keine oder lediglich geringfügige Grundverzierungen aufweisen, da es das Wesen der vorliegenden Erfindung ausmacht, dass der Auftraggeber oder eine von ihm bestimmte Person individuell die Glocke 1 anhand des Wachsmodells 2 gestalten kann. [0018] Da das Wachsmodell 2 sehr empfindlich ist, muss es anschliessend mit einer Transportverpackung versehen werden, die es allseitig schützt. Bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Transportverpackung zweiteilig gestaltet und weist einen innenliegenden Kern 3 sowie einen Mantel 4 auf. Kern 3 und Mantel 4 können beispielsweise aus PU-Schaum bestehen, der hohe Stabilität mit geringem Gewicht kombiniert. Es kann jedoch auch eine mit stossdämpfenden sowie temperaturisolierendem Material ausgekleidete Schachtel, Kiste oder Blechdose als Transportverpackung verwendet werden. Als temperaturisolierendes Material kann zum Beispiel Wolle, Schaumstoff, Styroporkugeln und Ähnliches dienen. [0019] Der Auftraggeber der Glocke 1 oder eine von ihm bestimmte Person kann nunmehr ausserhalb der Giesserei eine individuelle Inschrift und/oder Verzierung 5 am Wachsmodell 2 anbringen. Dabei wird Wachs vom Wachsmodell 2 entfernt, so dass an der fertigen Glocke 1 vertiefte Inschriften und/oder Verzierungen 5 entstehen. Da Wachs gut bearbeitbar ist, kann zum Eingravieren der Inschriften und/oder Verzierungen 5 jeder spitze Gegenstand, insbesondere auch ein Bleistift und/oder Kugelschreiber, verwendet werden. [0020] Das gestaltete Wachsmodell wird anschliessend vorzugsweise unter Verwendung der ursprünglichen Transportverpackung in die Giesserei gebracht, dort eingeformt und ausgeschmolzen, wonach schliesslich die Glocke 1 abgegossen wird.
Claims (14)
1. Verfahren zum Herstellen einer Glocke (1) im Wachsausschmelzverfahren, dadurch gekennzeichnet, dass ein Wachsmodell (2) der Glocke in Rohform (1) angefertigt wird, das Wachsmodell (2) anschliessend mit einer Transportverpackung (3, 4), die das Wachsmodell (2) allseitig schützt, versehen wird, in der Transportverpackung (3, 4) zum Auftraggeber der Glocke (1) oder zu einer von diesem bestimmten Person geliefert wird, dort vom Auftraggeber oder der bestimmten Person mit einer Inschrift und/oder Verzierung (5) versehen wird, wobei Wachs vom Wachsmodell (2) entfernt wird, das Wachsmodell (2) schliesslich in die Giesserei zurückgebracht, eingeformt und ausgeschmolzen, danach die Glocke (1) abgegossen und schliesslich ein Klöppel angebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Inschrift und/oder Verzierung (5) eingraviert wird.
3. Glocke, hergestellt nach den Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch mindestens eine vertieft in die Glockenfläche eingebrachte Inschrift und/oder Verzierung (5).
4. Klöppel für eine Glocke nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass er hohl ausgeführt ist.
5. Klöppel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass nur ein Schaft hohl ausgeführt ist.
6. Klöppel nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft mit einer Aufhängevorrichtung einstückig ausgeführt ist.
7. Klöppel nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft mit einem Schlagteil einstückig ausgeführt ist.
8. Klöppel nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Klöppel dreiteilig ausgeführt ist, bestehend aus Aufhängevorrichtung, Schlagteil und hohlem Schaft.
9. Klöppel nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft mit der Aufhängevorrichtung und/oder dem Schlagteil durch eine Lötung oder durch eine Klebung verbunden ist.
10. Klöppel nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft mit der Aufhängevorrichtung und/oder dem Schlagteil durch Verschrauben verbunden ist.
11. Klöppel nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlraum sich in den Schlagteil und/oder die Aufhängevorrichtung hinein fortsetzt.
12. Klöppel nach einem der Ansprüche 4 bis 11, insbesondere für eine grosse Glocke, dadurch gekennzeichnet, dass er einstückig ausgeführt ist und in den Schaft eine Ausnehmung eingebracht ist, die mindestens einen Gegenstand aufnehmen kann.
13. Klöppel nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel vorgesehen sind, um die Ausnehmung zu verschliessen.
14. Klöppel nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel aus einem Element besteht, das angeschraubt, angeschweisst, angelötet oder geklebt wird.
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