[0001] Gegenstand der Erfindung ist eine Gleitschutzvorrichtung mit Stegen zum Verbinden zweier mindestens abschnittweise parallel verlaufender Ketten für luftbereifte Fahrzeugräder gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Gleitschutzvorrichtungen der genannten Gattung sind bekannt und werden in vielen Ausführungsformen hergestellt. Bei der erfindungsgegenständlichen Gleitschutzvorrichtung, auch Schneekette genannt, handelt es sich um eine solche, welche einen ringförmigen Kettenpanzer umfasst, der axial auf den Fahrzeugreifen aufschiebbar ist und durch eine geeignete Vorrichtung im Bereich des Drehzentrum des Rades mit diesem verbunden wird. Eine solche Schneekette ist beispielsweise aus der EP-A2 189 505 bekannt.
Die erfindungsgegenständliche Gleitschutzvorrichtung kann aber auch auf herkömmlichen, nicht stirnseitig des Rades gehaltenen Schneeketten eingesetzt werden.
[0003] Die Verbindung des Kettenpanzers solcher meist als Leiterketten ausgeführten Schneeketten mit dem am Rad befestigten Haltestern erfolgt über eine Anzahl, beispielsweise drei oder mehr Tragarme, welche bogenförmig von der Reifenflanke in die Lauffläche hineinragen und auf der Flankenseite gelenkig mit dem Haltestern verbunden sind.
[0004] Bei als Leiterketten bekannten Gleitschutzvorrichtungen werden die beiden ringförmigen, parallel laufenden Ketten durch Metallplatten in vorgegebenem Abstand gehalten. Die streifenförmigen Metallplatten sind aus zwei identischen Teilen, in welche die Schneeketten eingelegt werden.
Durch Verschweissen der beiden Steghälften wird die Kette darin gehalten bzw. werden die Stege auf der Kette gehalten (vgl. Fig. 5).
[0005] Diese bekannten Stege haben verschiedene Nachteile. Der Aufwand für das Verbinden mit den beiden darin geführten Ketten ist sehr gross, denn die beiden Stege müssen einerseits an der richtigen Stelle beidseits an die Kette angelegt werden und danach hat eine Verschweissung der beiden Stege an mehreren Stellen, mindestens an drei Stellen zu erfolgen. Im Weiteren erweisen sich solche stabförmigen Stege als wenig wirksam, sobald sie einige Zeit benutzt worden sind, insbesondere wenn Fahrten auf trockener Strasse haben durchgeführt werden müssen. Die Stege kippen nämlich um deren Längsachse, wenn das Fahrzeug beschleunigt oder verzögert.
Dadurch werden die Längskanten nach kürzester Zeit abgerundet und können dann auf Eis und hartgefahrenem Schnee nicht mehr entsprechend in Eingriff mit der Unterlage gelangen.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung einer Gleitschutzvorrichtung mit die abschnittweise parallel verlaufenden Ketten verbindenden Stegen, welche die Nachteile der bekannten Stege vermeiden. Eine weitere Aufgabe besteht darin, dass die Stege einfach mit den Ketten verbindbar sind. Eine weitere Aufgabe besteht darin, dass die Stege bei Verzögerungen und Beschleunigungen des Fahrzeuges nicht kippen, sondern deren rechtwinklige Lage zu Boden aufrechterhalten.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Gleitschutzvorrichtung mit Stegen gemäss den Merkmalen des Patentanspruchs 1.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen umschrieben.
[0008] Die gewellte Querschnittsform verleiht dem Steg eine grössere Auflage auf der Fahrbahnoberfläche und verhindert ein Abkippen. Dadurch bleiben die Längskanten der Stege stets scharfkantig auch dann, wenn grössere Strecken auf trockener Strasse gefahren werden müssen. Die erfindungsgemässe Formgebung des Steges erlaubt es, diesen ohne Öffnen von einzelnen Kettengliedern oder Anbringen von Schweissungen mit den beiden parallel laufenden Ketten zu verbinden.
Die Ketten können mühelos durch kreuzförmige Öffnungen an den Enden der Stege hindurchgeführt werden, und sobald sie an der richtigen Stelle angelangt sind, kann mit einer Presse oder mit einem entsprechenden Hammerschlag der Steg im Bereich der Kette gequetscht werden, so dass der Steg nur noch auf dem horizontal liegenden, den Steg durchdringenden Kettenglied bis zu den benachbarten, vertikal liegenden Kettengliedern gleiten kann. Die nicht-geraden Kontaktflächen der Stege bewirken zudem auch eine optimale Seitenführung der mit den Ketten bestückten Räder.
[0009] Anhand eines illustrierten Ausführungsbeispiels wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen
<tb>Fig. 1<sep>einen Teilabschnitt einer Abwicklung einer Leiterkette mit vier Stegen,
<tb>Fig. 2<sep>eine Aufsicht auf einen Steg mit kreuzförmigen Kettenaufnahmen,
<tb>Fig. 3<sep>eine Aufsicht auf den Steg gemäss Fig. 1, mit einer durch die linke Ausnehmung geführten Kette,
<tb>Fig. 4<sep>einen Querschnitt längs Linie IV-IV in Fig. 3 nach dem Zusammenpressen des Steges und
<tb>Fig. 5<sep>eine Aufsicht auf einen herkömmlichen Steg.
[0010] Der in Fig. 1 als Leiterkette aufgebaute Kettenpanzer der erfindungsgemässen Gleitschutzkette 1 umfasst eine aussenliegende Kette 3 und eine innenliegende Kette 5 sowie Haltebügel 7, welche an den Enden von Haltearmen an einem Haltestern gelenkig verbunden sind. Innenliegende Kette 5 bedeutet, dass diese auf der Radinnenseite zu liegen kommt. Weiter umfasst der Kettenpanzer Stege 9, welche die äussere Kette 3 und die innere Kette 5 in einem vorgegebenen gegenseitigen Abstand halten und zugleich auf der Lauffläche eines Reifens aufliegen. Die am Reifen aussen zu liegen kommenden Kanten der Stege 9 gelangen beim Fahren in Kontakt mit der Fahrbahnoberfläche. Die einzelnen Abschnitte der Gleitschutzkette können beispielsweise durch Verbindungsglieder 11 miteinander verbunden sein.
Die dargestellten Verbindungsglieder 11 ermöglichen es, den Abstand a der beiden letzten Kettenglieder 13 zu verkürzen, wenn durch Abnutzung infolge Reibung zwischen den einzelnen Kettengliedern 13 die Gleitschutzkette 1 verkürzt werden muss.
[0011] Vorzugsweise ist der Abstand C der beiden Stege 9, zwischen denen der Haltebügel 15 liegt, etwas grösser als die Abstände B und D zwischen den benachbarten Stegen sowie die Abstände A und E zwischen den zuäusserst liegenden Stegen und den Verbindungsgliedern 11.
[0012] Ein besonders vorteilhafter Steg 9 umfasst ein längliches Metallprofil, in welches in der Nähe der beiden Enden kreuzförmige Löcher 15 ausgestanzt sind. Die Breite bzw. Höhe der das Kreuz bildenden Balken sind etwas grösser als die Höhe und die Breite eines Kettengliedes 13.
Oberhalb und unterhalb der vertikalen Balken sind am Steg 9 Ausbuchtungen 17 ausgebildet. Im Weiteren können an der Oberkante und der Unterkante des Stegs 9 Einschnitte 19 vorgesehen sein.
[0013] Aus Fig. 3 ist ersichtlich, dass der Steg 9 vorzugsweise nicht geradlinig verläuft, sondern im dargestellten Beispiel im zentralen Teil wellen- oder s-förmig ist. Anstelle von zwei Wellentälern 21 und zwei Wellenbergen können auch eine grössere Zahl Täler 21 oder Berge 23 vorgesehen sein. Alternativ zur Wellenform kann der Steg 9 zwischen den Ketten auch mäander- oder zickzackförmig verlaufend ausgebildet sein.
[0014] Der in Fig. 5 dargestellte bekannte Steg 9 aus dem Stand der Technik umfasst zwei identische Stegteile 9 ¾, die durch Schweissungen 10 nach dem Auflegen auf die Kette miteinander verbunden werden.
Auch solche Stege 9 können durch die erfindungsgemässe Formgebung (Wellenform, zickzack- oder Mäanderform) profitieren.
[0015] Nachfolgend wird die Befestigung der Stege 9 mit kreuzförmigen Löchern 15 auf den beiden Kettensträngen näher erläutert. Durch die kreuzförmige Ausbildung der Löcher 15 kann der Steg 9 über die Kettenglieder 13 gezogen werden, bis er sich an der vorgesehenen Stelle A bzw. dem vorgesehenen Kettenglied 13 befindet. Wichtig dabei ist, dass der Steg 9 zwischen zwei vertikal liegende Kettenglieder 13 zu liegen kommt, d.h. dass ein horizontal liegendes Kettenglied 13 den Steg 9 durchdringt. Nun kann mit einem Hammer oder mit einer Presse der Steg 9 so weit zusammengepresst werden, dass die Ausbuchtungen 17 ¾ im Wesentlichen in die Ebene der oberen und der unteren Kante des Steges 9 zu liegen kommen (vergleiche Fig. 4).
Nun ist der Steg 9 zwischen den benachbarten Kettengliedern 13 gefangen. Das liegende Kettenglied 13 bleibt jedoch in der Ebene beweglich, so dass beim Fahren keine das Kettenglied 13 selbst verbiegende Kräfte auf diesem wirken.
[0016] Die Breite B des Steges 9 im Verhältnis zu dessen Höhe H ist vorzugsweise grösser als H/2.