CH697957A2 - Kunststoffverschluss. - Google Patents

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CH697957A2 CH01490/08A CH14902008A CH697957A2 CH 697957 A2 CH697957 A2 CH 697957A2 CH 01490/08 A CH01490/08 A CH 01490/08A CH 14902008 A CH14902008 A CH 14902008A CH 697957 A2 CH697957 A2 CH 697957A2
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Abstract

Ein Kunststoffverschluss mit einem Unterteil (2) und einem Deckel besitzt im Unterteil einen ringförmigen Haltewulst (10). Form- und/oder kraftschlüssig ist darin eine Scheibe (11) mit einer Stützfläche (12) gehalten. Die Scheibe hat ein oder mehrere Durchgangsöffnungen (13) die in einen Raum (17) münden. Eine in einem flexiblen Behälter vorliegende thixotrope Flüssigkeit gelangt durch die Durchgangsöffnungen (13), in den Raum (12), worauf die Flüssigkeit eine Richtungsänderung von achsial zu radial durchführt und nach einer zweiten Richtungsänderung von radial nach achsial durch die Ausgussöffnung (5) ausströmt, wobei durch eine Verengung (21) zwischen den beiden Richtungsänderungen die Strömung beschleunigt wird.

Description


  [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen zwei- oder mehrteiligen Kunststoffverschluss zur Befestigung auf dem Behälterhals einer flexiblen Flasche zur Abgabe von thixotropen Flüssigkeiten, gemäss Oberbegriff des Patentanspruches 1.

[0002] Thixotrope Flüssigkeiten sind Flüssigkeiten mit einem nicht Newton'schen Fliessverhalten. Ein typisches Beispiel einer solchen Flüssigkeit ist Ketchup. Auch verschiedene flüssige Seifen haben thixotropisches Verhalten, genau so wie viele Dispersionen. Heute werden solche Flüssigkeiten in flexiblen Kunststoffbehälter angeboten die mit Verschlüssen mit einer sogenannten Verschlussmembran versehen sind. Verschlüsse mit einer sogenannten Verschlussmembran sind in vielen Ausgestaltungen bekannt geworden. Es wird beispielsweise auf die EP-A-545 678, die EP-A-442 379, die US-A-2 175 052 oder die WO-A-2006/119 315 verwiesen.

   Der grosse Vorteil von Verschlüssen mit einer Verschlussmembran ist darin zu sehen, dass der bereits geöffnete Behälter auf dem Kopf gehalten werden kann, ohne dass dabei die Flüssigkeit ausfliesst.-Durch Druck auf die flexible Flasche wird die Verschlussmembran verformt und die meist schlitzförmige Öffnung spreizt sich, und die Flüssigkeit kann aus der Flasche hinausgepresst werden. Hierbei besteht das Problem, dass je straffer die Membran gehalten ist, umso besser die Schliesskraft und umso schneller schliesst der Verschluss, wenn der Druck auf den Behälter nachlässt. Hierdurch entsteht mit der Zeit im Behälter ein immer grösserer Unterdruck, so dass einerseits die Flasche sich während des Gebrauches immer stärker verformt und zudem der erforderliche Druck zur Abgabe der Flüssigkeit erhöht werden muss.

   Ist die Verschlussmembran weniger straff gespannt, so kann zumindestens teilweise jeweils eine gewisse Menge der verdrängten Luft wieder in den Behälter zurückfliessen, wobei gleichzeitig aber der Verschluss zum Nachtropfen neigt. Zudem, je straffer die Verschlussmembran gespannt ist umso mehr neigt der Verschluss unter Druck explosionsartig zu öffnen, so dass ein Strahl mit hoher Geschwindigkeit austritt und entsprechend zum Spritzen neigt.

[0003] Um diese Problematik zu reduzieren sind verschiedene komplexe Verschlussmembranverschlüsse auf den Markt gelangt, bei denen die Verschlussmembran in der Gestalt immer komplexer wird und der ausgesprochen kleine Bauteil bezüglich der Montage in den Verschluss immer aufwendiger wird.

   Bei diesen komplexen Verschlussmembranen ist es jedoch möglich, eine Schliesswirkung zu erzeugen bzw. ein Öffnen des schlitzförmigen Verschlusses, sobald eine Druckdifferenz zwischen der Atmosphäre und dem Innendruck der Flasche besteht. Durch diese Möglichkeit ist somit auch die Belüftung von Kunststoffflaschen sichergestellt. Diese Kunststoffflaschen mit Verschlussmembran bleiben aber allein schon aus der Verschiedenheit der Materialien die hier verwendet werden müssen, nämlich einerseits die Membran die meist aus einem Silikonkautschuk gefertigt werden muss und andererseits dem eigentlichen Verschluss der aus einem Polypropylen gefertigt ist, nicht die Möglichkeit dies in derselben Maschine beim selben Spritzvorgang auf einmal zu fertigen.

   Zudem ist der Silikonkautschukteil ein relativ kostspieliger Teil und bereits aus diesem Grunde wünscht man diesen Teil möglichst klein zu gestalten. Je kleiner dieser Teil jedoch ist und bei seiner gleichzeitig hohen Flexibilität ist die maschinelle Montage äusserst komplex und störungsanfällig.

[0004] Beim erfindungsgemässen Verschluss hat man sich darauf beschränkt einen Verschluss zu schaffen, der in der Anwendung auf thixotrope Flüssigkeiten beschränkt ist. Unter Thixotropie versteht man die Eigenschaft eines NichtNewton'schen Fluids bei dem bei konstanter Scherung über eine gewisse Zeit die Viskosität abbaut. Nach Aussetzung der Scherbeanspruchung wir die Ausgangsviskosität wieder aufgebaut.

   Mit anderen Worten, je länger eine thixotrope Flüssigkeit bewegt wird, umso dünnflüssiger wird sie, wobei meist auch gilt, je schneller die Bewegung durchgeführt umso schneller baut sich die Viskosität ab. Mit anderen Worten stellt man sicher, dass bei einem solchen Verschluss die Durchströmungsrichtung geändert und die Strömung beschleunigt wird, so wird eine gute Fliessfähigkeit der thixotropen Flüssigkeit erreicht, während gleichzeitig bei geringer Viskosität eine einfache Sperre in Fliessrichtung genügt um ein Auslaufen zu verhindern.

[0005] Aus der DE-U-20 112 974 ist ein Kunststoffverschluss bekannt, bei dem unterhalb der Ausgusstülle eine Innenkappe einsetzbar ist die zwei konzentrische Wände aufweist und wobei im montierten Zustand die Ausgusstülle innerhalb den Bereich der inneren konzentrischen Wand hineinragt.

   Hierdurch wird ein Ausflusslabyrinth gebildet mit einem Siphon-Effekt wobei der Siphon bei der Rückstellung der flexiblen Flasche leer gesaugt werden soll. Der sehr komplizierte Ausflussweg mit einer Vielzahl von Richtungsänderungen und mehreren Verengungen führt dazu, dass bei thixotropen Flüssigkeiten durch die innere Reibung ein grosser Widerstand entsteht, der bei der Betätigung überwunden werden muss und dazu führt, dass bei der Betätigung die Flüssigkeit ruckartig ausströmt. Gleichzeitig führt aber ein solches Labyrinth auch dazu dass unvermeidlicherweise immer auch gewisse Reste verbleiben, die durch den Lufteinschluss innerhalb des Labyrinthweges antrocknen. Diese Reste verengen den Fliessweg, wodurch sich die beschriebenen Probleme weiter erhöhen.

   Es hat sich gezeigt, dass solche Verschlüsse mit der Zeit vollständig verstopfen und entsprechend sind Verschlüsse dieser Art heute auf dem Markt nicht mehr vorhanden.

[0006] Auch die US-A-4 460 101 zeigt einen solchen Labyrinthverschluss mit einer unter dem Ausguss angebrachten Stützfläche. Auch dieser Verschluss weist die zuvor beschriebenen Probleme auf, wobei hier der Strömungsweg noch komplexer ist, mit der Folge dass dieser Verschluss noch stärker zum Verstopfen neigt. Insbesondere das letztgenannte Schutzrecht erwähnt die Verwendung von thixotropen Flüssigkeiten.

   Dank den vielen Richtungsänderungen und Verengungen wird zwangsweise durch die innere Reibung die Viskosität der Flüssigkeit verbessert doch wie bereits erwähnt ist der Strömungsweg derart komplex, dass die Funktion lediglich dann einigermassen sichergestellt ist, wenn man vorgängig den Behälter tüchtig schüttelt und somit die Thixotropie herabsetzt beziehungsweise die Viskosität bereits so verändert, dass praktisch die zusätzlichen Richtungsänderungen und Verengungen kaum mehr erforderlich wären. Durch entsprechende Versuche hat die Anmelderin den erfindungsgemässen Verschluss ausgehend vom bekannten Stand der Technik so vereinfacht, dass die hier erwähnten Probleme nicht mehr auftauchen.

   Durch lediglich eine Verengung und lediglich zwei Richtungsänderungen lässt sich die Thixotropie genügend herabsetzten während gleichzeitig der Kraftaufwand geringer ist und auch kaum Möglichkeiten bestehen, dass der Verschluss bei längerem Gebrauch verklebt beziehungsweise sich vollständig verschliesst. Trotz des seit Jahren bestehenden Problems solcher Verschlüsse sind bis heute keine speziell für thixotrope Flüssigkeiten geeignete Verschlüsse auf dem Markt, die auch bei längerem Gebrauch nicht verkleben.

[0007] Diese Lösung eines Verschlusses, der das Fliessverhalten von thixotropen Flüssigkeiten auf einfache Art nutzt, geht aus dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruches 1 hervor.

   Weitere vorteilhafte Ausgestaltungsformen ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen.

[0008] In den Zeichnungen sind zwei bevorzugte Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes dargestellt, und in der nachfolgenden Beschreibung mit Bezug auf die anliegenden Zeichnungen erläutert.

[0009] Es zeigt:
<tb>Fig. 1<sep>einen diametralen Vertikalschnitt durch den Unterteil eines Kunststoffverschlusses gemäss einer ersten Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes;


  <tb>Fig. 2<sep>denselben Unterteil gemäss der Fig, 1 mit Blick auf die Unterseite;


  <tb>Fig. 3<sep>zeigt eine Variante mit mehreren Ausgussöffnungen und


  <tb>Fig. 4<sep>zeigt einen Verschluss nach Fig. 1 mit einem Schnappscharnierdeckel.

[0010] Der erfindungsgemässe Kunststoffverschluss ist insgesamt mit 1 bezeichnet. Dieser Kunststoffverschluss besteht aus einem Unterteil 2 und einem Oberteil oder Deckel 6. Der Kunststoffverschluss 1 kann zweiteilig oder mehrteilig gestaltet sein. Hierbei wird unter einen zweiteiligen Verschluss ein Verschluss verstanden bei dem Unterteil und Deckel einstückig gefertigt ist und die noch zu beschreibende Stützfläche eine separate Scheibe ist. Sind jedoch Unterteil und Deckel separat gefertigt und zusätzlich die erwähnte Scheibe vorhanden, so wird von einem mehrteiligen Kunststoffverschluss gesprochen.

   In der Darstellung gemäss den Fig. 1 und 2 ist ein mehrteiliger Kunststoffverschluss abgebildet, während in der Fig. 4 ein zweiteiliger Kunststoffverschluss gezeigt ist, bei dem der Unterteil 2 und der Deckel 3 einstückig gefertigt sind.

[0011] Der Unterteil 2 enthält die erfindungswesentlichen Teile und dieser Unterteil kann praktisch jede beliebige Form und Ausgestaltung aufweisen, wie dies bei Kunststoffverschlüssen gemäss dem Stand der Technik bekannt ist. Entsprechend ist der Unterteil 2 nur symbolisch und vereinfacht dargestellt. So fehlen an den hier dargestellten Unterteile die an sich erforderlichen, aber in Bezug auf die Ausgestaltung der Erfindung unwesentlichen Merkmale. Beispielsweise muss selbstverständlich der Unterteil 2 Mittel aufweisen zur Befestigung des Kunststoffverschlusses 1 auf einem Behälter.

   Dies kann, wie in den Figuren, ein Gewinde sein, doch kommen auch andere Mittel, wie Haltewülste oder Haltenocken in Frage. Ebenfalls können solche Kunststoffverschlusse mit Garantiebändern ausgestaltet sein.

[0012] Die besonders einfache Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist in den Fig. 1 und 2 dargestellt. Wie bereits erwähnt, ist hier lediglich der Unterteil 2 in vereinfachter Ausgestaltung gezeigt. So fehlen, wie bereits erwähnt, die Mittel zur Befestigung des Unterteils 2 am Behälterhals, ebenso wie Mittel mit denen ein hier nicht dargestellter Deckel auf den Unterteil 2 zu befestigen ist bzw. wie dieser am Unterteil fest angeordnet ist und eventuelle entsprechende Dichtmittel aufweist. Der Unterteil 2 besitzt eine umlaufende Mantelwand 3 und deren oberen Ende ist durch eine Deckfläche 4 bis auf eine Ausgussöffnung 5 vollständig geschlossen.

   Die Deckfläche 4 ist in der hier dargestellten Ausführungsform mit einer Erhebung 7 versehen. Diese, hier zylindrisch geformte Erhebung 7, enthält in der hier dargestellten Ausführungsform eine Ausgussöffnung 5. Um die Ausgussöffnung 5 verläuft auf der Oberfläche der Erhebung 7 eine Ringnut 9. Hierdurch bildet sich eine Tülle 8 die sich durch die Deckfläche 4 ¾ der Erhebung 7 hindurch erstreckt und an der Unterseite eine Verlängerung 18 aufweist.

[0013] Auf der Unterseite der Deckfläche 4 ist ein ringförmiger Haltewulst 10 angeformt. Dieser Haltewulst 10 ist im Durchmesser grösser als der Durchmesser der Erhebung 7. Zwischen dem ringförmigen Haltewulst und der Mantelwand 3 verbleibt ein Zwischenraum in den ein Flaschenhals zu liegen kommt.

   Dieser Flaschenhals kann aussen durch die Mantelwand 3 abgedichtet werden, während die Innenseite des Flaschenhalses entweder durch den ringförmigen Haltewulst 10 abgedichtet sein kann oder zwischen dem ringförmigen Haltewulst 10 und der Mantelwand 3 kann eine separate dichtende Ringwand angeordnet sein. Diese hier nicht dargestellte Ringwand würde selbstverständlich konzentrisch zur Mantelwand 3 verlaufen. Zwischen dieser Mantelwand bzw. dem ringförmigen Haltewulst 10 und der Deckfläche 4 können weitere Dichtmittel vorhanden sein.

[0014] Im Bereich der von der ringförmigen Haltewulst 10 definiert wird, ist eine Scheibe 11 eingelegt, die eine Stützfläche 12 bildet. Diese Scheibe 11 bzw. Stützfläche 12 ist form- und/oder kraftschlüssig in der ringförmigen Haltewulst 10 gehalten.

   An der ringförmigen Haltewulst 10 können zusätzliche Mittel vorhanden sein, die die formschlüssige Halterung verbessern. Dies können beispielsweise ringförmige Haltewülste oder mehrere zum Zentrum hin gerichtete Nocken sein, über die die Scheibe 11 in der korrekten Endposition gehalten ist. Die Positionierung der Scheibe 11 erfolgt durch den ringförmigen Haltewulst 10 in achsialer Ausrichtung. Eine radiale Ausrichtung ist nicht erforderlich.

[0015] In der Scheibe 11 sind mehrere Durchgangsöffnungen 13 angeordnet. Handelt es sich bei der Scheibe 11 um eine kreisförmige Scheibe, so sind sinnvollerweise die Durchgangsöffnungen 13 auf einem Kreis angeordnet. Die Durchgangsöffnungen 13 sind radial soweit versetzt, dass diese ausserhalb des Bereiches der lichte Weite der Ausgangsöffnung 5 zu liegen kommen.

   Auch die Durchgangsöffnungen 13 sind tüllenartig nach oben zur Erhebung 7 hin verlängert. Diese Verlängerungen 14 enden jedoch unterhalb der Verlängerung 18 der Hülle 8 der Ausgussöffnung 5 in der Erhebung 7. Durch diese tüllenartigen Verlängerungen 14 bildet sich eine Art zentrische Erhebung auf der Scheibe 11. Gleichzeitig verbleibt eine zentrische Vertiefung 15. Dies wird dadurch bewirkt, dass die tüllenartigen Verlängerungen 14 sich gegenseitig berühren bzw. ineinander übergehen und so praktisch eine sternförmige Ringwand 16 bilden. Die von der sternförmigen Ringwand 16 gebildete zentrische Vertiefung 14 liegt direkt unterhalb der Ausgussöffnung 5. Zwischen der Oberseite der Scheibe 11, welche die Stützfläche 12 bildet, und der Unterseite der Deckfläche 4 ¾ der Erhebung 7 verbleibt ein Raum 17.

   Dieser Raum 17 kann auch dann gebildet werden, wenn in der Deckfläche 4 keine Erhebung 7 vorhanden ist, indem der ringförmige Haltewulst in achsialer Richtung sich weiter nach unten erstreckt und die Stützfläche 12 bzw. die Scheibe 11 weiter unten gehalten wird. Auf jeden Fall ist das Vorhandensein des Raumes 17 gewährleistet.

[0016] Die Scheibe 11 wird als Stützfläche 12 bezeichnet, da auf dieser, wenn die Flasche auf der der Kunststoffverschluss aufgesetzt ist auf dem Kopf steht, der statische hydraulische Druck des Nicht-Newton'schen Fluids aufliegt. Auch wenn die Ausgussöffnung 5 nicht verschlossen ist, vermag die thixotrope Flüssigkeit nicht auszufliessen. Wird jedoch auf die flexible Flasche ein Druck ausgeübt so strömt die thixotrope Flüssigkeit durch die Durchgangsöffnungen 13 in den Raum 17 in achsialer Richtung.

   Hierbei tritt eine erste Richtungsänderung der Strömung von achsial nach radial auf. Der Raum 17 wird gefüllt und die thixotrope Flüssigkeit erfährt eine radiale Bewegung zum Zentrum hin, worauf durch eine nochmalige Richtungsänderung die thixotrope Flüssigkeit durch die Ausgussöffnung 5 austritt.

   Bei dieser Fliessbewegung treten in der Flüssigkeit Scherkräfte auf, die dazu führen, dass die thixotrope Flüssigkeit dünnflüssiger wird und somit ein verbessertes Fliessverhalten aufweist.

[0017] Zwischen den beiden Richtungsänderungen, beim Einströmen von der Flasche in den Raum 18 und beim Ausströmen aus dem Raum 18 zwischen der Scheibe 11 und der Deckfläche 4 beziehungsweise der erhöhten Deckfläche 4 ¾, ist genau eine Verengung 21 vorhanden, die eine Strömungsgeschwindigkeitserhöhung bewirkt.

[0018] Prinzipiell könnte diese Verengung durch eine ringförmige Blende bewerkstelligt werden. Hier wird jedoch bevorzugterweise und besonders einfach die Verengung durch die sich annähernden Verlängerungen 14 und 18 der Tüllen 13 in der Scheibe 11 und der Tülle 8 des Ausgusses gebildet.

   Hierbei dürfen sich die Tüllenränder nur annähern, jedoch muss der freie radiale Durchgang gewährleistet bleiben.

[0019] Sobald man den Druck auf der flexiblen Flasche wegnimmt, so entsteht durch die Rückformung der flexiblen Flasche in derselben ein Unterdruck und der Austrittstrahl wird ruckartig beendet und die in der Tülle 8 befindende Flüssigkeit in die Kammer 17 zurückgesogen und durch die Durchgangsöffnungen 13 mit den tüllenartigen Verlängerungen 14 in die Flasche zurückgesogen. Durch die Querschnittsverengungen tritt sowohl in der Ausgussöffnung als auch in den Durchgangsöffnungen 13 ein Bernoulli-Effekt auf, und entsprechend wird der Raum 17 nach dem Venturi-Prinzip entleert.

   Versuche haben gezeigt, dass diese erste Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ein absolut tropffreies Fliessen erlaubt, der Strahl nach Beendigung des Druckes auf der Flasche sofort beendet ist, und praktisch im Ausgussöffnung nahen Bereich in die Ausgussöffnung 5 zurückgesogen wird. Damit bleibt die Mündung der Ausgussöffnung absolut sauber. Durch das Venturi-Prinzip wird auch der Raum 17 vollständig entleert und damit können auch Reste im Raum 17 nicht antrocknen und damit den Verschluss verstopfen. Dieser Effekt kann nur bei einer genügenden Strömungsgeschwindigkeit erreicht werden und diese lässt sich nur bei Meidung einer Labyrinthdichtung sicherstellen.

   Somit wird die Aufgabe der Erfindung vollständig gelöst, indem ein Kunststoffverschluss ohne Silikonkautschuk-Membran gebildet ist, der aber alle Vorteile eines solchen Verschlusses aufweist, jedoch wesentlich preiswerter und sicherer realisiert. Hinzu kommt, dass die Scheibe 11 als Stützfläche 12 ein sehr einfaches Kunststoffteil ist, welches preiswert herstellbar ist und dank seiner Festigkeit auch wesentlich einfacher zu montieren ist, als eine Membran aus Silikonkautschuk. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Querschnittsfläche der Ausgussöffnung kleiner sein muss als die Summe der Querschnittsflächen der Durchgangsöffnungen 13.

[0020] In der Fig. 3 ist eine zusätzliche Variante dargestellt. Im Gegensatz zur vorher beschriebenen Ausführung weist hier die Scheibe 11 lediglich eine zentrische Durchgangsöffnung auf, die mit 13 ¾ bezeichnet ist.

   Auch diese Durchgangsöffnung 13 ¾ kann eine tüllenförmige Verlängerung 14 aufweisen. Auch bei dieser Variante besitzt die Deckfläche 4 eine Erhebung mit einer entsprechenden Deckfläche 4 ¾. In dieser Deckfläche 4 ¾ ist im Gegensatz zur zuvor beschriebenen Ausführungsform eine Vielzahl von Ausgusstüllen 8 ¾ angeordnet. Zumindest sollten zwei einander in etwa diametral gegenüberliegende Ausgusstüllen 8 ¾ vorhanden sein. Doch können dies beliebig viele auf einen Kreis angeordnete Tüllen sein. Die zentrische Vertiefung 21 in der Deckfläche 4 ¾ der Erhebung dient im Wesentlichen der Tüllenbildung. Dieser Raum kann aber auch mit Material ausgefüllt gestaltet sein.

[0021] Schliesslich ist lediglich der Vollständigkeit halber in der Fig. 4 ein eingangs erwähnter zweiteiliger Verschluss dargestellt.

   Hier ist der Unterteil 2 mit dem Deckel 6 über ein Filmscharnier 20 und Spannbänder 19 miteinander verbunden, so dass der gesamte Verschluss ein Schnappscharnierverschluss darstellt. Im Deckel 6 ist ein Dichtzapfen 6 ¾ eingeformt, der in die Ausgusstülle 8 einzugreifen vermag und damit einen weitgehend hermetischen Verschluss bewirkt.

Bezugszeichen:

[0022] 
1 : Kunststoffverschluss
2 : Unterteil
3 : Mantelwand
4 : Deckfläche
4 ¾ : Deckfläche der Erhebung
5 : Ausgussöffnung
6 : Deckel
6 ¾ : Dichtzapfen
7 : Erhebung
8 : Tülle
9 : Ringnut
10 : ringförmiger Haltewulst
11 : Scheibe
12 : Stützfläche
13 : Durchgangsöffnungen
14 : tüllenartige Verlängerung
15 : zentrische Vertiefung
16 : sternförmige Ringwand
17 : Raum
18 : Verlängerung der Ausgusstülle zur Scheibe 11
19 : Spannbänder
20 : Filmscharnier
21 : Strömungsverengung

Claims (9)

1. Zwei- oder mehrteiliger Kunststoffverschluss (1) zur Befestigung auf dem Behälterhals einer flexiblen Flasche zur Abgabe von thixotropen Flüssigkeiten, mit einem Unterteil (2) mit einer Mantelwand (3) und einer Deckfläche (4) in der mindestens eine Ausgussöffnung (5) eingeformt ist, wobei unterhalb der Deckfläche (4) und von dieser in achsiale Richtung distanziert eine Stützfläche (12) vorhanden ist, welche den freien achsialen Durchgang vom Behälterhals zur Ausgussöffnung (5) sperrt, und dass in der Stützfläche (12) mindestens eine achsial verlaufende Durchgangsöffnung (13) angeordnet ist, welche bezüglich der mindestens einen Austrittsöffnung (5) radial versetzt ist, und dass auf der Unterseite des Deckfläche (4) eine ringförmige Haltewulst (10) oder - wand angeformt ist und darin eine separate Scheibe (11) als Stützfläche (12)
form- und/oder kraftschlüssig gehalten ist, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Raum (17) zwischen der Stützfläche (12) und der Deckfläche (4) in beiden Strömungsrichtungen jeweils je nur eine Richtungsänderung von achsial zu radial und eine folgende Richtungsänderung von radial nach achsial erfolgt und zwischen den beiden Richtungsänderungen eine Strömungsverengung (21) vorhanden ist.
2. Kunststoffverschluss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Summe der Querschnittsflächen aller achsial verlaufenden Durchgangsöffnungen (13) gleich oder grösser als die Querschnittsfläche der Austrittsöffnung (5) ist.
3. Kunststoffverschluss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckfläche (4) eine Erhebung (7) aufweist in der die Ausgussöffnung (5) tüllenförmig (8) angeordnet ist.
4. Kunststoffverschluss nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützfläche (12) unterhalb der Erhebung (7) angeordnet ist.
5. Kunststoffverschluss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die achsialen Durchgangsöffnungen (13) auf mindestens einen Kreis angeordnet sind, der konzentrisch zur Ausgussöffnung (5) verläuft und dessen Durchmesser so gross ist, dass die achsialen Durchgangsöffnungen (13) vollständig ausserhalb des Bereiches des Ausgussöffnung (5) liegen.
6. Kunststoffverschluss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgussöffnung durch eine in der Erhebung eingeformten Tülle (8) gebildet ist, die sich bis unterhalb der Erhebung abdeckenden Deckfläche (4 ¾) mittels einer Verlängerung (18) zur Scheibe (11) hin erstreckt, und so die Strömungsverengung (21) bildet.
7. Kunststoffverschluss nach den Ansprüchen 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheibe (11) eine zentrische Erhebung aufweist, die im Durchmesser geringer als die Erhebung (7) in der Deckfläche (4) des Unterteiles (2) ist und darin eine zentrische Vertiefung (15) vorhanden ist um die die achsialen Durchgangsöffnungen (13) in der zentrischen Erhebung angeordnet sind und so tüllenförmige Verlängerungen (14) aufweisen, die sich bis nahe auf das Niveau des unteren Randes der Verlängerung der Ausgusstüllen erstreckt und so einen in radialer Richtung freien aber verengten (21) Strömungsdurchlass bildet.
8. Kunststoffverschluss nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der Deckfläche (4 ¾) der Erhebung (7) um die Ausgussöffnung (5) eine Ringnut (9) verläuft.
9. Kunststoffverschluss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der separaten Scheibe (11) nur ein Durchgangsöffnung (13) vorhanden ist und zu dieser radial versetzt mehrere Ausgussöffnungen (5) vorhanden sind.
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