CH700255B1 - Druck- oder Prägewerk und Arbeitszylinder hierfür. - Google Patents
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Abstract
Ein Druck- oder Prägewerk weist wenigstens zwei Zylinder (1, 2) auf, von denen ein Arbeitszylinder (1) an seinem Umfang mindestens eine Druck- oder Prägematrize (14) trägt, um mit deren Hilfe eine zwischen ihm und einem Gegendruckzylinder (2) geförderte Bahn aus einem Flachmaterial zu prägen oder zu bedrucken. Der Arbeitszylinder (1) ist in seinem Inneren mit einer Heizeinrichtung (19) versehen. Der Arbeitszylinder (1) weist nun eine zentrale Bohrung (17) zum Hindurchstecken einer Lagerachse (18) auf, und diese Lagerachse (18) ist mit einer stationär gelagerten Heizpatrone (19) als Heizeinrichtung ausgebildet. Vorzugsweise ist der Gegendruckzylinder (2) an seinen beiden Enden an einem Lagerbock (11) derart gelagert, dass jedem seiner Enden ein jeweils mittels einer Verstellvorrichtung (31, 32) um eine Achse verstellbarer Exzenter (26, 27) zugeordnet ist.
Description
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Druck- oder Prägewerk nach dem Oberbegriff des Anspruches 1 und einen Arbeitszylinder mit den Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruches 7. [0002] Ein Druck- oder Prägewerk dieser Art ist beispielsweise aus den DE 2 931 194 und 3 713 666 sowie den US-A-4 063 500 und 5 115 737 bekannt. Dabei ist an einem Arbeitszylinder eine beheizbare Matrize vorgesehen, welche als Druck- oder Prägewerkzeug ein bestimmtes Muster entweder von einer Folie auf ein zu bedruckendes Bahnmaterial überträgt oder das Letztere mit einem dreidimensionalen Prägemuster versieht. Diese bekannten Druck- oder Prägewerke basieren auf der DE-2 729 538, die für die Zwecke der Heizung vorschlägt, den Arbeitszylinder mit einer das Drehmoment übertragenden Welle zu versehen und daher die Zuführung elektrischer Heizenergie über Schleifringe vorzunehmen, was mit Energieverlusten, Funkenbildung etc. verbunden ist. [0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die Nachteile bekannter Druck- oder Prägewerke zu beseitigen, und dies geschieht erfindungsgemäss durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 1 und 7. [0004] Ist nämlich die Lagerachse als stationär gelagerte Heizpatrone ausgebildet, dann können Schleifringe (oder im Falle einer fluidisch heizenden Heizpatrone: Dreheinführungen) vermieden werden. Allerdings ist es auch bei der Erfindung bevorzugt, wenn die Heizung mittels einer elektrischen Heizeinrichtung erfolgt, die durchaus ausserhalb der Heizpatrone zum Aufheizen eines in die Heizpatrone strömenden Fluids sein kann, obwohl es bevorzugt ist, wenn die Heizpatrone in ihrem Inneren eine elektrische Heizleitung aufweist. [0005] Ein Problem kann dabei in der Effizienz der Wärmeübertragung von der stationären Heizpatrone auf den Umfang des Arbeitszylinders bzw. das von ihm getragene Druck- bzw. Prägewerkzeug (bzw. die Matrize) liegen. Erfindungsgemäss wird dieses Problem vorzugsweise dadurch gelöst, dass der Arbeitszylinder radial ausserhalb der Lagerachse und parallel zu dieser einen Ringspalt aufweist, in welchen ein Wärmeübertragungsmedium eingebracht ist. [0006] Dichtungsprobleme können nach einer Weiterbildung der Erfindung vermieden werden, wenn in dem Ringspalt eine Lageranordnung zwischen der als stationär gelagerte Heizpatrone ausgebildeten Lagerachse und dem Arbeitszylinder untergebracht ist. [0007] Diese Lageranordnung kann ein Wälzlager umfassen, weist aber vorteilhaft mindestens ein Gleitlager, vorzugsweise zwei in jeweils einem Endbereich des Druck- oder Prägezylinders angeordnete Teillager, auf, wobei dieses Gleitlager einen Dehnungsschlitz besitzen kann, um Dehnungsunterschiede auszugleichen. Wenn ein Gleitlager vorgesehen wird, dann ist es vorteilhaft, wenn das Gleitlager mindestens eine, im Allgemeinen sich axial, also parallel zur Drehachse, erstreckende, gegebenenfalls aber auch radiale, Durchgangsöffnung für das Wärmeübertragungsmedium aufweist, um so eine Verteilung des Wärmeübertragungsmediums, im Allgemeinen ein flüssiges, wie Öl, zu erleichtern. [0008] Solche Dehnungsunterschiede können natürlich auch zwischen Arbeitszylinder und Druck- oder Prägewerkzeug bzw. der Matrize auftreten, wo man zwar an sich auch einen Dehnungsschlitz vorsehen könnte, bevorzugt aber besteht die als stationär gelagerte Heizpatrone ausgebildete Lagerachse mindestens an ihrem Umfang aus einem Metall, dessen Wärmedehnungskoeffizient mindestens gleich, vorzugsweise kleiner, ist als derjenige des Metalls des Arbeitszylinders. [0009] Ähnliche Dehnungs- und Wärmeübertragungsprobleme können aber auch zwischen dem Arbeitszylinder und seiner darauf befindlichen Druck- oder Prägematrize auftreten. Hier geht man erfindungsgemäss am besten so vor, dass der Arbeitszylinder an seinem Umfang mit einer Druck- oder Prägematrize versehen ist, und dass der Arbeitszylinder im Wesentlichen aus einem Metall besteht, dessen Wärmedehnungskoeffizient grösser als derjenige der Druck- oder Prägematrize ist. Auf diese Weise ergibt sich nämlich durch die Wärmedehnung des Arbeitszylinders ein fester Kontakt mit der Matrize und damit auch ein ausgezeichneter Wärmeübergang. [0010] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich anhand der nachfolgenden Beschreibung eines in der Zeichnung schematisch dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispieles. Es zeigen: <tb>Fig. 1<sep>eine schematische Ansicht eines Druck- bzw. Prägewerks; <tb>Fig. 2<sep>ist ein vergrösserter Schnitt durch Arbeitszylinder und Gegendruckzylinder nach der Linie II-II der Fig. 1; und die <tb>Fig. 3<sep>ein Schnitt durch den Gegendruckzylinder nach der Linie III-III der Fig. 2. [0011] Gemäss Fig. 1 ist schematisch ein einfaches Druck- oder Prägewerk mit einem Arbeitszylinder 1 und einem Gegendruckzylinder 2 hinter einem Lagerschild 3 mit einem (in Fig. 2angedeuteten) vom Lagerschild 3 getragenen Lagerbock dargestellt. Der Lagerschild 3 ruht auf einer etwa T-förmigen Konsole 4. Ein zu bedruckendes oder zu prägendes Band 5 wird, bezogen auf Fig. 1, von links von einer nicht dargestellten Vorratsrolle abgezogen, läuft über eine Umlenkrolle 6 zwischen Arbeitszylinder 1 und Gegendruckzylinder 2 und wird an der rechten Seite über eine weitere Umlenkrolle 7 zu einer Aufnahmewickel (nicht dargestellt), wie bekannt, abgezogen. Es ist klar, dass die Bahn 5 nur ein Beispiel ist und dass bei Vorhandensein entsprechender Fördereinrichtungen gegebenenfalls auch einzelne Bögen geprägt oder bedruckt werden können, wobei der Ausdruck "Bahn" von Flachmaterial auch solche Bögen umfasst. [0012] Der Druck bzw. die Prägung erfolgt in bekannter Weise mittels einer am Arbeitszylinder befestigten, in Fig. 2 angedeuteten, Druck- oder Prägematrize über eine Druck- oder Prägefolie 8, welche in gleicher Richtung von einer Vorratsrolle 9 abläuft und beispielsweise ein auf das Band 5 zu druckendes Muster, eine zu übertragende Folie od. dgl. trägt, welches Muster od. dgl. beim Durchlauf zwischen den Zylindern 1 und 2 heiss auf das Band 5 übertragen wird, worauf die leere Druck- oder Prägefolie 8 nach oben abgezogen, beispielsweise in einen Sammelbehälter 10 abgesaugt und dabei gegebenenfalls zerkleinert wird. [0013] Fig. 2 zeigt einen Axialschnitt durch den Arbeitszylinder 1 und den Gegendruckzylinder 2, die in dem mit dem Lagerschild 3 (Fig. 1) verbundenen, hier nur angedeuteten Lagerbock 11 im Bereiche beider Enden gehalten werden. Der Lagerbock 11 ist in diesem Ausführungsbeispiel mit dem Lagerschild fest verbunden, könnte jedoch auch beispielsweise beweglich, etwa von zwei Hebeln, ausgebildet sein, um den Gegendruckzylinder 2 gegen den Arbeitszylinder 1 anzupressen oder von diesem abzuheben. Theoretisch könnte der Lagerbock 11 auch nur an einer Seite angeordnet werden, aber dann ergibt sich beim Anpressen ein auf den Gegendruckzylinder 2 wirkendes Drehmoment, das zu ungleichmässiger Anpressung über die axiale Länge führen kann. [0014] Der Gegenzylinder 2 ist mit einem Zahnrad 13 versehen, das auch den Arbeitszylinder 1 über ein eingreifendes Zahnrad 12 antreibt. Ein das Zahnrad 13 antreibender Motor ist herkömmlicher Natur und daher nicht dargestellt. Der Arbeitszylinder 1 trägt an seinem Umfang mindestens eine Druck- oder Prägematrize 14, die beispielsweise aus einzelnen, über den Zylindermantel 15 geschobenen Ringen oder aus am Umfang mittels Schrauben oder Stiften 16 befestigten Matrizensegmenten besteht. Es sei erwähnt, dass der Antrieb an sich beliebig ausgestaltet sein kann und die Erfindung nicht auf die dargestellte und oben beschriebene Ausbildung eingeschränkt ist. [0015] Abweichend vom Stande der Technik weist der Arbeitszylinder 1 eine zentrale Bohrung 17 auf, durch welche eine Lagerachse 18 hindurchgesteckt ist. Diese Lagerachse 18 ist also selbst stationär bzw. überträgt kein Drehmoment auf den Zylinder 1 (wie dies eine Welle tut) und ist mit einer stationär gelagerten Heizpatrone 19 als Heizeinrichtung ausgebildet. An sich könnte die Lagerachse von der Heizpatrone 19 selbst gebildet sein, doch ist es günstiger, wenn die Letztere einen innerhalb der Lagerachse 18 liegenden, selbständig austauschbaren Teil bildet, so dass bei ihrem Austausch die Lagerung nicht demontiert werden muss. Die Patrone 19 kann an sich beispielsweise Strömungskanäle für ein ausserhalb von ihr erhitztes Wärmeübertragungsmedium aufweisen, doch besitzt sie im bevorzugten Fall elektrische Anschlüsse 20 und weist in ihrem Inneren eine elektrische Heizleitung 21 auf, wie das in Fig. 2 in einer Durchbrechung der Aussenwand der Patrone 19 gezeigt ist. Wenn die Lagerachse 18 nicht selbst die Patrone bildet, so muss die Patrone 19 relativ dicht im axialen Hohlraum der Lagerachse 18 untergebracht sein, oder es muss durch richtige Paarung der Metalle dafür gesorgt werden, dass sich die Patrone 19 beim Erhitzen eng an die Innenwand der Lagerachse 18 anlegt und so einen guten Wärmeübergang sichert. Auf jeden Fall werden aber mit einer solchen Konstruktion Schleifringe, wie beim Stand der Technik, vermieden. [0016] Wenn nun in der Lagerachse 18 Wärme für den Mantel 15 des Arbeitszylinders 1 erzeugt wird, so ergeben sich gewisse Optimierungsprobleme: Zum einen muss die freie Drehbarkeit des Arbeitszylinders 1 um die stationäre Lagerachse 18 auch dann erhalten bleiben, wenn sich die Letztere unter der Wärmewirkung radial ausdehnt. Zum anderen stellt sich die Frage, wie die Wärme von der stationären Lagerachse 18 am besten auf den Mantel 15 des Arbeitszylinders 1 und von dort auf die Matrize 14 gelangt. [0017] Diese Optimierungsprobleme werden erfindungsgemäss am besten so gelöst, dass der Arbeitszylinder 1 radial ausserhalb der Lagerachse 18 und parallel zu dieser einen Ringspalt 22 aufweist, in welchen ein Wärmeübertragungsmedium eingebracht ist. Dies sichert den ständigen Kontakt des Wärmeübertragungsmediums mit der Aussenfläche der Lagerachse 18 einerseits und mit der Innenfläche des Mantels 15 anderseits. Damit ist aber auch gesichert, dass der drehbare Mantel 15 nicht etwa an der sich unter Wärmeeinwirkung radial dehnenden Aussenwand der Lagerachse 18 festsetzt. [0018] Freilich wäre es denkbar, die Dimensionierung so vorzunehmen, dass die erwärmte Lagerachse gegenüber der Innenfläche des Mantels 15 gerade noch einen Schmierspalt frei lässt, wobei etwa das Schmierfett oder -öl als Wärmeübertragungsmedium fungiert. Die Ausbildung des Ringspaltes 22 jedoch - und hier soll unter "Ringspalt" ein deutlicher Spalt verstanden werden, dessen Breite über die Breite eines herkömmlichen Schmierspaltes hinausgeht - macht die Einhaltung enger Toleranzen überflüssig. [0019] Allerdings stellt sich dann die Frage, wie die Lagerung des Arbeitszylinders 1 an der Lagerachse 18 am besten vorgenommen wird. Eine Möglichkeit bestünde darin, Lager an der axialen Aussenseite des Arbeitszylinders 1 vorzusehen. Bevorzugt ist es jedoch, wenn, wie dargestellt, im Ringspalt 22 eine Lageranordnung zwischen der mit der stationär gelagerten Heizpatrone 19 ausgebildeten Lagerachse 18 und dem Arbeitszylinder 1 bzw. der Innenfläche von dessen Mantel 15 untergebracht ist. Eine solche Lageranordnung kann, je nach den Erfordernissen, beispielsweise ein Wälzlager, wie ein Rollenlager oder ein Kugellager, sein, wobei die Zwischenräume zwischen den einzelnen Wälzkörpern in vorteilhafter Weise eine freie Zirkulation des im Ringspalt 22 befindlichen Wärmeübertragungsmediums gewährleisten. Auch die Unterbringung eines sich im Wesentlichen über die gesamte axiale Länge des Arbeitszylinders erstreckenden Gleitlagers wäre denkbar, wie schon oben mit dem möglichen Schmierspalt angedeutet worden ist. [0020] Bei der vorliegenden Ausführung jedoch sind in beiden axialen Endbereichen des Arbeitszylinders 1 je ein Abschnitt eines Gleitlagers 23 angeordnet. Auch hier ergibt sich aber ein Optimierungsproblem ähnlich dem oben besprochenen: Einerseits wird es Wärmedehnungen geben, und anderseits ist es vorteilhaft, wenn das Wärmeübertragungsmedium im Ringspalt 22 im Wesentlichen bis an die Enden des Zylinders 1 gelangt. Beide Probleme werden erleichtert, wenn das Gleitlager 23 einen Dehnungsschlitz besitzt, wie dies durch die unschraffierte Fläche 24 angedeutet ist. Der Dehnungsschlitz 24 erlaubt nämlich nicht nur eine freie Wärmedehnung des Gleitlagers 23 selbst, sondern auch den axialen Durchtritt von Wärmeübertragungsmedium aus dem Ringspalt 22. Als Alternative oder zusätzliche Massnahme kann das Gleitlager 23 mindestens eine Durchgangsöffnung 25 für das Wärmeübertragungsmedium aufweisen. Diese Durchgangsöffnung 25 erstreckt sich im gezeigten Ausführungsbeispiel in axialer Richtung, doch wäre es auch denkbar, die Aussenfläche des Gleitlagers mit radial sich erstreckenden Kanälen (oder wenigstens einem) zu versehen. [0021] Wenn sich im Ringspalt 22 ein Wärmeübertragungsmedium befindet, wie dies bevorzugt ist, dann kann dies dazu führen, dass bei stärkerer Wärmedehnung der Lagerachse 18 gegenüber dem Mantel 15 dieses Medium, im Allgemeinen ein Wärmeübertragungsöl oder eine ähnliche Flüssigkeit, unter Druck gesetzt wird und unter Umständen an der Seite des Arbeitszylinders 1 austritt. Natürlich kann dies durch entsprechend aufwendige Dichtungsmassnahmen vermieden werden. Bevorzugt ist es allerdings, wenn die mit der stationär gelagerten Heizpatrone 19 ausgebildete Lagerachse 18 mindestens an ihrem Umfang (sie könnte ja aus mehreren Schichten aufgebaut sein) aus einem Metall besteht, dessen Wärmedehnungskoeffizient mindestens gleich, vorzugsweise kleiner, ist als derjenige des Metalls des Arbeitszylinders 1 und seines Mantels 15. Dies trägt dazu bei, dass der Druck im Inneren des Ringspaltes 22 auch während des Heizens entweder mindestens gleich bleibt, gegebenenfalls sogar entlastet wird, oder auch keine exzessive Höhe erreicht. Es kann somit ein Überdruck vermieden oder mindestens abgeschwächt werden, der im Übermass das Wärmeübertragungsmedium aus dem Arbeitszylinder 1 austreiben könnte. In der Praxis hat sich gezeigt, dass ein Überdruck in gewissen Grenzen durchaus tolerabel ist. Somit ist aber in jedem Fall auch ein optimaler Wärmeübergang über das Medium in allen Fällen gesichert. Beispielsweise kann die Lagerachse aus einem Eisenmetall, besonders aus Stahl, wie Werkzeugstahl bzw. Chromstahl, sein, wogegen der Mantel 15 des Arbeitszylinders 1 aus einem Leichtmetall, wie Aluminium, besteht. [0022] Ein anderes Optimierungsproblem liegt in dem optimalen Wärmeübergang vom Mantel 15 des Arbeitszylinders 1 auf die - im Allgemeinen ebenfalls aus einem Metall bestehende - Matrize 14. Hier ergibt sich praktisch das umgekehrte Problem, indem es im Falle des Ringspaltes 22 kaum eine Rolle spielt, wenn er unter Wärmeeinwirkung grösser wird, wogegen hier - ohne ein fluidisches Wärmeübertragungsmedium - gerade der gute Wärmekontakt im beheizten Falle wichtig ist. Deshalb ist die Ausbildung erfindungsgemäss bevorzugt so getroffen, dass der Arbeitszylinder 1 im Wesentlichen aus einem Metall besteht, dessen Wärmedehnungskoeffizient grösser als derjenige der Druck- oder Prägematrize 16 ist, so dass der sich stärker dehnende Arbeitszylinder 1 eng an die Matrize 14 zu liegen kommt, was besonders wichtig dann ist, wenn diese aus einzelnen auf den Mantel 15 aufgeschobenen Ringen besteht, wie dies bei 14 angedeutet ist. Während also der Arbeitszylinder 1 vorzugsweise aus einem Leichtmetall, wie Aluminium, besteht, wird die Matrize 14 im Allgemeinen aus einem Buntmetall, wie Messing, gebildet sein. [0023] Natürlich wäre es möglich, auch den Arbeitszylinder 1 und/oder die Matrize 14, ähnlich dem Gleitlager 23, mit einem Dehnungsspalt (siehe 24) zu versehen, doch wird dies im Allgemeinen einerseits wegen der sich dadurch ergebenden Dichtungsprobleme gegenüber dem Wärmeübertragungsmedium im Ringspalt 22 nicht tunlich sein, und anderseits auf der Seite der Matrize 14 nur in Ausnahmefällen durchführbar sein. [0024] Vorzugsweise in Verbindung mit der oben beschriebenen Temperieranordnung, gegebenenfalls aber auch unabhängig von dieser, ist die Einstellung des Gegendruckzylinders 2 gegen den Arbeitszylinder 1 hin bzw. von diesem weg erfindungsgemäss in einer sehr platzsparenden und konstruktiv einfachen Weise gelöst. Zu diesem Zweck hat man bisher (US-A-6 907 821) einerseits einen hebelartigen, beweglichen Lagerbock und anderseits Justierexzenter für das Einstellen des Arbeitsspaltes über die axiale Länge der Zylinder 1, 2 verwendet, d.h. man benötigte sowohl eine Justiereinrichtung als auch eine sogenannte "Vorspanneinrichtung" mit einem Hebelsystem. [0025] Im Rahmen der Erfindung werden jedoch beide Systeme in platzsparender und konstruktiv einfacher Weise miteinander kombiniert. Dabei ist ein Anstellweg für den Gegendruckzylinder 2 vorgesehen, der in Fig. 2durch das Mass g angedeutet ist, um welches der an den Arbeitszylinder 1 nicht voll angepresste Gegendruckzylinder nach unten vorragt, wogegen sich ein ähnliches Abstandsmass g an der Oberseite ergibt. Um dies zu erreichen und dazu auch eine feinfühlige Einstellbarkeit zu erzielen, ist es bevorzugt, wenn jedem der beiden axialen Endbereiche des Gegenzylinders 2 ein Exzenter 26 bzw. 27 zugeordnet ist. Fig. 3 veranschaulicht die Wirkung bei Verdrehung eines solchen Exzenters. [0026] In der in Fig. 3 gezeigten Lage ist der Exzenter 26 bzw. 27 in der Position 26b, also in einer mittleren Lage. Wird er nun im Uhrzeiger-Gegensinn nach oben verdreht, kann er in die dem Arbeitszylinder 1 am meisten angenäherte Lage 26a gelangen, wogegen er in der untersten Lage 26c am weitesten vom Arbeitszylinder 1 entfernt ist. Um aber die Lage 26a justieren zu können, ist mit dem Exzenter 26 ein in anhand der Fig. 2zu beschreibender, über eine Verstellspindel 33 und ein damit verstellbares Schneckenrad 34 winkeljustierbarer Anschlag 40 vorgesehen, der an einem ortsfesten Gegenanschlag 39 anschlägt und so die Verdrehung des Exzenters 26 begrenzt. Es versteht sich, dass an Stelle des Anschlages 40 der Gegenanschlag 39 verstellbar sein könnte. [0027] Um also die Exzenter 26, 27 aus der Position 26a in die Position 26c und umgekehrt bewegen zu können (sofern dies nicht von Hand aus geschehen soll), ist eine Betätigungseinrichtung in Form eines Drehantriebes vorgesehen, der im Falle der Ausführung nach Fig. 2vorteilhaft von einer Art fluidischen, z.B. pneumatischen (gegebenenfalls aber auch hydraulischen), Drehmotors 28 gebildet ist. Dieser Motor 28 besitzt zwei pneumatische Anschlüsse 29 und 30, die an eine (nicht dargestellte) Steuerung angeschlossen sind, um beim Zulauf von Druckluft zum Anschluss 29 den Motor 28 in die eine Richtung zu drehen, z.B. aus der Position 26a in die Position 26c (während die Druckluft nach Art eines doppelt wirkenden Kolbens über den anderen Anschluss 30 abfliesst), wogegen bei Zulauf von Druckluft über den anderen Anschluss 30 die entgegengesetzte Bewegungsrichtung des Motors 28 erreicht wird, beispielsweise aus der Position 26c in die Position 26a. Es versteht sich, dass auch jeder andere Antrieb, etwa ein elektrischer Antrieb mit Endschaltern entsprechend den einzelnen Positionen, oder ein hydraulischer Motor verwendet werden könnte. In jedem Falle aber werden durch diesen Drehantrieb 28 beide Exzenter 26 und 27 gemeinsam in die anhand der Fig. 3beschriebenen Positionen bewegt. [0028] Aus der obigen Erläuterung ist ersichtlich, dass mittels der Vorgabe wenigstens einer Endstellung des jeweiligen Exzenters, nämlich des Exzenters 26, durch die Anschläge 39, 40 eine Entkoppelung des Verstellantriebes 28 und der Justieranordnung mit den Spindeln 31, 32 erreicht wird. Eine Alternative könnte die Anbringung einer Kupplung zwischen Justieranordnung und Exzenter(n) und/oder zwischen Verstellantrieb 28 und Exzentern sein, um zum Justieren die Exzenter 26 und/oder 27 an die Justieranordnung 31, 32 zu kuppeln und für die Relativbewegung der Zylinder 1, 2 an den Verstellantrieb. Dabei kann die Kupplung auch statt einer schaltbaren Kupplung eine Reibungskupplung sein, welche eine Übersteuerung (engl: overriding) gestattet. In jedem Falle aber wird zwischen Justieranordnung 31, 32 und Verstellantrieb 28 zweckmässig eine solche Entkoppelungseinrichtung vorgesehen sein. Alternativ müsste die Justiereinrichtung so beschaffen sein, dass sich mindestens ein Teil von ihr bei der Verdrehung über den Verstellantrieb 28 mit verdreht. [0029] Es ist vorteilhaft, wenn - beispielsweise zum Ausgleich einer ungleichmässigen Abnützung oder zum Erzielen einer bestimmten Druckverteilung über die axiale Länge des Gegendruckzylinders 2 - eine jeweils unabhängige Einstellmöglichkeit der beiden Exzenter 26 und 27 voneinander erzielbar ist. Zu diesem Zwecke ist im Rahmen der Erfindung die Justieranordnung 31, 32 so ausgebildet, dass sie eine Relativverdrehung der beiden Exzenter 26, 27 zueinander erlaubt. Da es dabei nur auf eine Relativverstellung ankommt, ist es vorteilhaft, wenn die Justieranordnung 31, 32 zum Verstellen eines Exzenters 26 oder 27 gegenüber dem jeweils anderen nur an einem der Exzenter, im vorliegenden Beispiel am Exzenter 26, angreift. Das vereinfacht die Konstruktion gegenüber einer Lösung, bei der den beiden Exzentern 26, 27 (Fig. 2) jeweils eine unabhängig von der jeweils anderen einstellbare Verstellanordnung 31 und 32 zugeordnet wäre. [0030] Es wurde oben bereits über die Funktion der Justierspindel 33 gesprochen. Die Justieranordnung 31, 32 besitzt aber auch eine Verstellspindel 33, die beispielsweise mit einem Rändelknopf manuell einstellbar ist, und die mit einem Schneckenrad 34 zusammenwirkt. Während das Schneckenrad 34 der Verstellanordnung 32 auf einer Hohlwelle 35 aufgekeilt ist, wirkt das Schneckenrad 34 mit einer die Hohlwelle 35 durchsetzenden, zentralen Verstellwelle 36 zusammen. Diese letzte Welle 38 erstreckt sich, wie ersichtlich, bis zum Exzenter 26. Die Hohlwelle 35 dagegen ist mit dem Exzenter 27, gegebenenfalls über einen Flansch oder, falls gewünscht, über eine Kupplung 38 verbunden. [0031] Im Rahmen der Erfindung sind zahlreiche Variationen möglich; beispielsweise können Justieranordnung 31, 32 und Verstellantrieb 28 in einer vereinfachten Ausführung auch nur mit einem einzigen Exzenter 26 oder 27 zusammenwirken, der dann freilich am besten etwa axial mittig angeordnet sein wird. [0032] Bei einem vorteilhaften Prägewerk weist die Lageranordnung mindestens ein Gleitlager 23 auf, vorzugsweise zwei in jeweils einem Endbereich des Arbeitszylinders 1 angeordnete Teillager, und das Gleitlager 23 verfügt über mindestens eine Durchgangsöffnung 25 für das Wärmeübertragungsmedium. [0033] Den beiden axialen Endbereichen des Gegenzylinders 2 kann ein Exzenter 26, 27 zugeordnet sein, wobei vorzugsweise den beiden Exzentern 26 und 27 eine Justieranordnung 31, 32 für ihre Relativlage zueinander zugeordnet ist, insbesondere kann den beiden Exzentern 26 und 27 zusätzlich ein beide Exzenter 26, 27 verstellender Verstellantrieb 28 für die Bewegung des Gegenzylinders 2 gegen den Arbeitszylinder 1 hin und zurück zugeordnet sein. Dabei ist zweckmässigerweise die Justieranordnung 31, 32 und der Verstellantrieb 28 an der Achse des Gegendruckzylinders 2 angeordnet. Justieranordnung 31, 32 und der Verstellantrieb 28 können auch über eine Einrichtung 39, 40 entkoppelt sein. Justieranordnung 31, 32 und Verstellantrieb 28 können an einer gemeinsamen Achse am Gegenzylinder 2 zugeordnet sein. Die Einrichtung 39, 40 kann ein justierbares Anschlag/Gegenanschlagpaar aufweisen zum Justieren der Bewegung des Gegenzylinders 2 gegen den Arbeitszylinder 1 hin. [0034] Ein Arbeitszylinder zur Verwendung mit dem Prägewerk kann an seinem Umfang mit einer Druck- oder Prägematrize 14 versehen sein, die insbesondere aus mehreren auf den Arbeitszylinder aufgeschobenen Ringen 14 bestehen kann. Der Arbeitszylinder besteht dann im Wesentlichen aus einem Metall, dessen Wärmedehnungskoeffizient grösser als derjenige der Druck- und Prägematrize 16 ist, wobei vorzugsweise das Metall des Arbeitszylinders ein Leichtmetall, insbesondere Aluminium ist.
Claims (10)
1. Druck- oder Prägewerk mit wenigstens zwei Zylindern (1, 2), von denen ein Arbeitszylinder (1) an seinem Umfang mindestens eine Druck- oder Prägematrize (14) trägt, um mit deren Hilfe eine zwischen ihm und einem Gegendruckzylinder (2) geförderte Bahn (5) aus einem Flachmaterial zu prägen oder zu bedrucken, wobei der Arbeitszylinder (1) in seinem Inneren mit einer Heizeinrichtung (19) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitszylinder (1) eine zentrale Bohrung (17) zum Hindurchstecken einer Lagerachse (18) aufweist, und dass die Lagerachse (18) mit einer stationär gelagerten Heizpatrone (19) als Heizeinrichtung ausgebildet ist.
2. Druck- oder Prägewerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Heizpatrone (19) eine elektrische Heizeinrichtung (20, 21) zugeordnet ist und vorzugsweise die Heizpatrone (19) in ihrem Inneren eine elektrische Heizleitung (21) aufweist.
3. Druck- oder Prägewerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mit der stationär gelagerten Heizpatrone (19) ausgebildete Lagerachse (18) mindestens an ihrem Umfang aus einem Metall besteht, dessen Wärmedehnungskoeffizient mindestens gleich, vorzugsweise kleiner, ist als derjenige des Metalls des Arbeitszylinders (1), welches bevorzugt ein Stahl, insbesondere ein Chromstahl, ist.
4. Druck- oder Prägewerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitszylinder (1) radial ausserhalb der Lagerachse (18) und parallel zu dieser einen Ringspalt (22) aufweist, in welchen ein Wärmeübertragungsmedium eingebracht ist, und dass vorzugsweise in dem Ringspalt (22) eine Lageranordnung zwischen der mit der stationär gelagerten Heizpatrone (19) ausgebildeten Lagerachse (18) und dem Arbeitszylinder (1) untergebracht ist, die im Besonderen mindestens ein Gleitlager (23), vorzugsweise zwei in jeweils einem Endbereich des Arbeitszylinders (1) angeordnete Teillager aufweist, wobei dieses Gleitlager (23) einen Dehnungsschlitz (24) besitzt.
5. Druck- oder Prägewerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitszylinder (1) an seinem Umfang mit einer, insbesondere aus mehreren auf den Arbeitszylinder (1) aufgeschobenen Ringen (14) bestehenden, Druck- oder Prägematrize (14) versehen ist, und dass der Arbeitszylinder (1) im Wesentlichen aus einem Metall besteht, dessen Wärmedehnungskoeffizient grösser als derjenige der Druck- oder Prägematrize (16) ist, wobei vorzugsweise das Metall des Arbeitszylinders (1) ein Leichtmetall, insbesondere Aluminium, ist.
6. Druck- oder Prägewerk nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Gegendruckzylinder (2) mindestens ein Exzenter (26 bzw. 27) zum wahlweisen Anpressen an den Arbeitszylinder (1) zugeordnet ist, der vorzugsweise im Inneren des Gegendruckzylinders (2) untergebracht und mit mindestens einer axial ausserhalb des Gegendruckzylinders (2) gelegenen Justieranordnung (31 bzw. 32) verbunden ist.
7. Arbeitszylinder (1) für ein Druck- oder Prägewerk nach einem der Ansprüche 1 bis 6, zur Aufnahme einer Druck- oder Prägematrize (16) an seinem Umfang und mit einer Heizeinrichtung (19), dadurch gekennzeichnet, dass er eine zentrale Bohrung (17) zum Hindurchstecken einer Lagerachse (18) aufweist, und dass die Lagerachse (18) als Heizeinrichtung mit einer stationär gelagerten Heizpatrone (19) ausgebildet ist.
8. Arbeitszylinder (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Heizpatrone (19) eine elektrische Heizeinrichtung (20, 21) zugeordnet ist, wobei die Heizpatrone (19) in ihrem Inneren eine elektrische Heizleitung (21) aufweist.
9. Arbeitszylinder (1) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die mit der stationär gelagerten Heizpatrone (19) ausgebildete Lagerachse (18) mindestens an ihrem Umfang aus einem Metall besteht, dessen Wärmedehnungskoeffizient mindestens gleich, vorzugsweise kleiner, ist als derjenige des Metalls des Arbeitszylinders (1), wobei bevorzugt das Metall der Lagerachse (18) ein Stahl, insbesondere ein Chromstahl, ist.
10. Arbeitszylinder (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass er radial ausserhalb der Lagerachse (18) und parallel zu dieser einen Ringspalt (22) aufweist, in welchen ein Wärmeübertragungsmedium eingebracht ist, wobei vorzugsweise in dem Ringspalt (22) eine Lageranordnung zwischen der mit der stationär gelagerten Heizpatrone (19) ausgebildeten Lagerachse (18) und dem Arbeitszylinder (1) untergebracht ist, die insbesondere mindestens ein Gleitlager (23), bevorzugt zwei in jeweils einem Endbereich des Arbeitszylinders (1) angeordnete Teillager (23), aufweist, wobei dieses Gleitlager (23) einen Dehnungsschlitz (24) besitzt.
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