CH700831B1 - Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung. - Google Patents

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Abstract

Es wird ein Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung vorgestellt. Der Schuh besteht aus einem Oberschuh (10), einer elastischen und luftdurchlässigen Brandsohle (11) und einem Sohlenaufbau, der aus einer Mittelsohle (22), einer Puffersohle (21), einer hart-elastischen und abriebresistenten Laufsohle (20) besteht. Durch die Bewegung der Sohle bei Belastung wird eine innere Belüftung aktiviert, die auf die Füsse des Anwenders wirkt. Der Schuh forciert anderseits ein «körpergerechtes Gehen».

Description


  [0001]    Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

  

[0002]    Schuhe, die der Haltung, dem Bänder-Muskel-Sehnen-Apparat und den Erfordernissen für eine gesunde Wirbelsäule, kurz einem rückenschmerzenfreien Körper des modernen Menschen dienlich sind, gibt es viele. Unter anderen beschreiben die Patente EP 0 999 764B1 und EP 1 124 462B1 solche Schuhe mit speziellem Aufbau.

  

[0003]    Der Aufbau gemäss Lehre der vorgenannten Patente lässt das abrollende Gehen dadurch entstehen, dass der Fuss über eine "Kante" in der Sohle "gedreht" oder "gerollt" wird. Begleitend zum Verkauf solcher "MBT" genannten Schuhen werden deshalb spezielle Schulungskurse angeboten, um den Benutzern die richtige Anwendung dieser Art Fussbekleidung zu erklären. Obwohl mit diesen Konstruktionsarten die angestrebte Zielsetzung der abrollenden Bewegung schon recht gut erreicht wird, besteht noch immer der Nachteil darin, dass die in der Sohle vorhandene Kante bei unsachgemässer Anwendung der Schuhe auch falsche Effekte auf Körperhaltung, Bewegungsapparat und Wirbelsäule auslöst. Wenn z.B. nicht aktiv auf das abrollende Gehen geachtet wird, entstehen unangenehme und für den Bewegungsapparat ungünstige Schläge.

  

[0004]    Ein anderer Nachteil dieser Konstruktionen besteht für geschlossene Schuhe. Es ist leicht einsehbar, dass eine Sohle und ein Schuh, der vom Träger aktiven Einsatz seiner Muskeln, auch aller feinen Muskeln des Fusses, erfordert, eben auch Wärme erzeugt. Geschlossene Schuhe, die auf diesem Konstruktionsprinzip beruhen, haben denn auch den Nachteil, dass Wärme nicht abgeführt wird. Die Folge sind starke Schweissbildung und heisse Füsse des Trägers. Dies entsteht, wenn die Sohlenkonstruktion mit geschlossenen Schuhen kombiniert wird. Einzig die angebotenen offenen Schuhe und Sandalen vermeiden diesen Nachteil.

  

[0005]    Das Prinzip dieser Konstruktion beruht unter anderem auch darauf, dass man mit einem sogenannten "Fersentaster", der aus weich-elastischem Material besteht, die Härte des Schlages auffängt. Dieser erfolgt, wenn der Fuss auftritt und sich die abrollende Gehbewegung von der hinteren Absatzkante in hartem Übergang auf den Drehpunkt dieser oben beschriebenen Schwenkachse in der Mitte des Schuhs verlagert.

  

[0006]    Jeder Träger kann mit jedem Schuh den harten Auftritt vermeiden, wenn er darauf achtet. Ziel eines komfortablen Schuhs sollte es aber sein, auch ohne irgendwelches Spezialtraining von den Vorzügen der Schuh- und Sohlenkonstruktion profitieren zu können, so dass man unbewusst zum richtigen Gehen bewegt oder gar gezwungen wird. Man hat dies auch mit der auf den vorgenannten Patenten basierenden Konstruktion, mit diesem sogenannten "Fersentaster", zu einem gewissen Grad erreicht. Leider hat man sich damit auch gleich einen Schwachpunkt der Konstruktion erkauft.

  

[0007]    Die vorliegende Erfindung stellt sich nunmehr die Aufgabe, einen Schuh mit einer Sohle der eingangs genannten Art derart zu verbessern, dass ein rollendes Gehen möglich wird, ohne den harten Übergang durch eine vorhandene Schwenkachse. Gleichzeitig soll für geschlossene Schuhe eine interne Lüftung eingebaut werden, die während des Gehens mit dieser Art Therapieschuhen an den Füssen entstehende Wärme abführt.

  

[0008]    Diese Aufgabe löst ein Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung mit den Merkmalen des Patentanspruches 1.

  

[0009]    Weitere erfindungsgemässe Merkmale gehen aus den abhängigen Ansprüchen hervor, und deren Vorteile sind in der nachfolgenden Beschreibung erläutert.

  

[0010]    In der Zeichnung zeigt:
<tb>Fig. 1<sep>Seitl. Schnitt durch einen Schuh


  <tb>Fig. 2<sep>Seitl. Schnitt durch einen Schuh


  <tb>Fig. 3<sep>Querschnitt durch einen Schuh


  <tb>Fig. 4<sep>Querschnitt durch einen Schuh


  <tb>Fig. 5<sep>Seitl. Schnitt durch einen Schuh


  <tb>Fig. 6<sep>Querschnitt durch einen Schuh

  

[0011]    Die Figuren stellen bevorzugte beispielhafte Ausführungsvorschläge dar, welche in der nachfolgenden Beschreibung erläutert werden.

  

[0012]    Eine Sohle bestehend aus Laufsohle 20, Mittelsohle 22, Puffersohle 21 und weichelastischer Brandsohle 11, ist mit einem Oberschuh 10 fest verbunden. Der Oberschuh 10 ist aus weichem Material wie z.B. Leder, Kunststoff, Textil oder deren Kombination gefertigt. Er kann als geschlossener Schuh oder nur als Sandalenoberteil ausgebildet sein. Die Brandsohle 11 ist aus weichelastischem Material gefertigt und kann auch zusammen mit der Puffersohle 21 als Einheit verbunden sein.

  

[0013]    Die Laufsohle 20 ist aus elastisch stabilem und vor allem abrasionsfestem Material gefertigt. Sie gibt dem ganzen Schuh den notwendigen Halt, muss deshalb auch genügend Eigenfestigkeit aufweisen.

  

[0014]    Zwischen Laufsohle 20 und Brandsohle 11 ist mindestens eine Mittelsohle 22 eingebaut. Die Mittelsohle 22 ist mit der Laufsohle 20 verbunden und brückenartig aufgebaut. Zwischen der als Brücke aufgebauten Mittelsohle 22 und der Laufsohle 20 entsteht ein Hohlraum 30 (Fig. 1). Dieser Hohlraum kann mit Gas, Flüssigkeit oder mit einer Ballensohle 23 (Fig. 2) ausgefüllt sein. Je nach Aufbau der Sohle kann die Mittelsohle 22 aus verschiedenen, hart-elastischen Materialien wie z.B. Metall oder Kunststoff gefertigt sein. Damit Letzterer genügend Eigenfestigkeit hat, kann faserverstärkter Kunststoff eingesetzt werden. Die Form der Mittelsohle 22 wird durch die gewünschte Art bestimmt, ob er Schuh für rollendes Gehen, Gehen auf Sand oder für orthopädische Korrekturen eingesetzt werden soll.

  

[0015]    Die brückenartige Form der Mittelsohle 22 lässt alle möglichen Formen zu. Sie kann kugelig sein wie in Fig. 4 dargestellt, aber auch als grosser Bogen oder in einer dem entsprechenden Fussabdruck angepasster Form ausgestaltet sein. Sie kann an beliebigen Stellen mit der Laufsohle 20 verbunden sein. Entscheidend für die Wirkung der federnden Mittelsohle 22 sind Eigenelastizität und Festigkeit des Materials, aus dem sie besteht, sowie Grösse und Form der zwischen Laufsohle 20 und Mittelsohle 22 entstehenden Hohlräume 30. In den Zeichnungen ist immer nur ein Hohlraum 30 abgebildet. Es ist jedoch selbstverständlich, dass zwischen Mittelsohle 22 und Laufsohle 20 auch mehrere Hohlräume 30 entstehen können, so dass man z.B. unter dem Fussballen, unter dem Absatz oder im Bereich des Mittelfusses gezielt solche Hohlräume 30 anordnen kann.

  

[0016]    Die Zwischenräume zwischen Mittelsohle 22 und Brandsohle 11 füllt eine sogenannte Puffersohle 21 aus. Die Puffersohle 21 besteht aus weichem Material und schmiegt sich dem Fuss an, wobei die Brandsohle 11 lediglich als Oberflächenschutz und Abschluss der Puffersohle 11 dient.

  

[0017]    In der bisher beschriebenen Form sind die Hohlräume 30 abgeschlossen und wirken deshalb, je nachdem, mit was sie ausgefüllt sind, als Polster. Dabei ist nachteilig, dass man immer nur die Elastizität des sich in diesem Hohlraum 30 befindlichen Mediums, kombiniert mit der Elastizität der eine Brücke bildenden Mittelsohle 22, erhalten kann.

  

[0018]    Die Brandsohle 11 kann grundsätzlich luftdurchlässig gestaltet werden. Dies wird z.B. ermöglicht, indem über die ganze Fläche der Brandsohle 11 kleine durchgehende Öffnungen 31 angeordnet sind oder das Material der Brandsohle 11 ähnlich wie Filter luftdurchlässig ist. Wird die Luftdurchlässigkeit mittels Öffnungen 31 erreicht, können diese je nach Bereich dichter oder weniger dicht angeordnet werden. Ebenso kann die Brandsohle 11 an gewissen Stellen luftdurchlässiger und an andern Stellen weniger luftdurchlässig sein. Es ist z.B. denkbar, dass man im Bereich der Zehen eine intensivere Belüftung anstrebt als im Bereich des Mittelfusses. Brandsohle 11 und Oberschuh 10 sind durch Verleimen, direktes gemeinsames Verarbeiten oder andere Methoden fest miteinander verbunden.

  

[0019]    Wenn nun, wie in den Fig. 4und 5 dargestellt, dieser Hohlraum 30 mit Aussparungen 32, welche durch die Mittelsohle 22, die Puffersohle 21 und die Brandsohle 11 bis zum Fuss durchgehend sind, kann z.B. die Luft, die sich im Hohlraum 30 befindet, durch die Mittelsohle 22, die Puffersohle 21 und die Brandsohle 11 Richtung Fuss entweichen. Ist, wie in Fig. 4 und 5 gezeigt, im Hohlraum 30 eine Ballensohle 23 eingebaut, kann diese Ballensohle 23 ebenfalls durchgehende Aussparungen aufweisen, wie in Fig. 6 gezeigt ist.

  

[0020]    Mit Hilfe von andern federnden Mitteln aus Metall, Schaumstoff oder Gummi (siehe Anmeldung Nr. CH 01160/07), die im Bereich der Aussparungen 32 angeordnet sind oder deren vorhandenen Raum teilweise oder ganz ausfüllen, kann die Elastizität des gesamten Sohlenaufbaus 21, 22, 23, 11 zusätzlich und über die Fläche der ganzen Sohle unterschiedlich eingestellt werden.

  

[0021]    Die Luftdurchlässigkeit der Brandsohle 11 wird durch die Anordnung der Öffnungen 31 oder durch die Wahl verschieden durchlässiger Materialien erreicht. Die Unterkonstruktion des Sohlenaufbaus wird dann entsprechend angepasst. Die Brandsohle 11 kann auch aus steif-elastischem Material hergestellt sein, so dass Punktlasten, wie sie z.B. mit Metallfedern auftreten können, durch die Brandsohle 11 in der Art verteilt werden, dass die Füsse des Benutzers keinen extremen Punktbelastungen ausgesetzt werden.

  

[0022]    Die Form des erfindungsgemässen Schuhs kann je nach Art des Sohlenaufbaus verschieden ausgestaltet sein. So kann, wie in Fig. 7 gezeigt, die Sohle eine beliebige Form haben und z.B. auch am Absatz eine rund abrollende Form aufweisen.

Claims (15)

1. Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung bestehend aus einem Oberschuh (10), einer elastischen und luftdurchlässigen Brandsohle (11), wobei zwischen Brandsohle (11) und einer hart-elastischen und gegen Abrieb resistenten Laufsohle (20) ein federnder Sohlenaufbau angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Mittelsohle (22), eine Puffersohle (21) den Sohlenaufbau (21, 22) bilden, wobei unabhängig von der Art des Sohlenaufbaus die Form des Schuhs ausgestaltet ist.
2. Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die eine Mittelsohle (22) mit der Laufsohle (20) nicht ganz flächendeckend verbunden ist, wobei die entsprechend vorbereitete Mittelsohle (22) mit der Laufsohle (20) an vorbestimmten Stellen mindestens einen Hohlraum (30) bildet.
3. Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung gemäss Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich in den Hohlräumen (30) Gas befindet.
4. Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung gemäss Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich in den Hohlräumen (30) Flüssigkeit befindet.
5. Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung gemäss Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich in den Hohlräumen (30) eine Ballensohle (23) befindet.
6. Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Brandsohle (11) Öffnungen (31) aufweist.
7. Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Brandsohle (11) aus luftdurchlässigem Material besteht.
8. Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sohlenaufbau (21, 22, 30) vertikale Aussparungen (32) aufweist.
9. Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung gemäss Anspruch 6 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass die vertikalen Aussparungen (32) mit den Öffnungen (31) der Brandsohle (11) in der Art ausgerichtet sind, dass sie gegen den Oberschuh hin offen sind.
10. Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung gemäss Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in den vertikalen Aussparungen (32) federnden Mittel (25) angeordnet sind.
11. Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung gemäss Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die federnden Mittel (25) die Aussparungen (32) mindestens teilweise ausfüllen.
12. Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung gemäss Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die federnden Mittel (25) aus Kunststoff sind.
13. Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung gemäss Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die federnden Mittel (25) aus Metall sind.
14. Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Brandsohle (11) hart-elastisch ist.
15. Schuh mit gefederter Sohle und Belüftung gemäss Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Brandsohle (11) weich-elastisch ist.
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