CH702686B1 - Vorrichtung an einer Spinnereivorbereitungsmaschine, z. B. Strecke, Karde oder Kämmmaschine, insbesondere Doppelkopfstrecke, mit mindestens zwei angetriebenen Streckwerken. - Google Patents

Vorrichtung an einer Spinnereivorbereitungsmaschine, z. B. Strecke, Karde oder Kämmmaschine, insbesondere Doppelkopfstrecke, mit mindestens zwei angetriebenen Streckwerken. Download PDF

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CH702686B1
CH702686B1 CH00817/08A CH8172008A CH702686B1 CH 702686 B1 CH702686 B1 CH 702686B1 CH 00817/08 A CH00817/08 A CH 00817/08A CH 8172008 A CH8172008 A CH 8172008A CH 702686 B1 CH702686 B1 CH 702686B1
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Abstract

Bei einer Vorrichtung an einer Spinnereivorbereitungsmaschine, z.B. Strecke, Karde oder Kämmmaschine, insbesondere Doppelkopfstrecke, mit mindestens zwei angetriebenen Streckwerken zum Verziehen von jeweils mindestens einem Faserband mit Verzugswalzenpaare bildenden Streckwerkswalzen, mit Kraftübertragungsmitteln zum Antrieb der Streckwerkswalzen und mindestens einem Antriebsmotor (2, 3; 52), ist zwischen dem jeweiligen Antriebsmotor (2; 3; 52) und einer Antriebswelle eines jeweiligen Antriebsstrangs eine elektrisch betätigbare Kupplung (8, 9; 12, 13; 53, 54) vorhanden. Um auf konstruktiv einfache und kostengünstige Art eine erhebliche Steigerung der Effektivität bzw. des Nutzeffektes zu ermöglichen, sind die jeweiligen Antriebsstränge über jeweils eine steuerbare Kupplung (8, 9; 12, 13; 53, 54) mit dem jeweiligen Antriebsmotor (2; 3; 52) verbunden und ist der jeweilige Antriebsmotor (2; 3; 52) für den Ein- bzw. Auskuppelvorgang in seiner Drehzahl absenkbar.

Description

[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung an einer Spinnereivorbereitungsmaschine, oder z.B. Strecke, Karde oder Kämmmaschine, insbesondere Doppelkopfstrecke, mit mindestens zwei angetriebenen Streckwerken, gemäss dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.
[0002] Im Bereich der Textilindustrie werden zur Vergleichmässigung des Kardenbandes häufig Strecken eingesetzt. Eine sehr einfache und kostengünstige Variante ist eine Maschine mit zwei parallel arbeitenden Streckwerken, so genannte Doppelkopfstrecken. Bei diesen Maschinen, die unter anderem zwei Einlaufgatter und zwei Kannenstöcke bzw. Wechsler haben, werden die Arbeitsorgane der beiden Seiten jeweils mit einem gemeinsamen Antrieb angetrieben. Das hat aber zur Folge, dass im Falle einer Störung auf einer der beiden Seiten immer alle beiden abgestellt werden müssen. Das wiederum bedeutet, dass die Maschinen zwar relativ kostengünstig sind, der erzielbare Nutzeffekt im Verhältnis zu anderen Maschinen aber sehr gering ist.
[0003] Aus der DE-A-3 133 436 ist eine Doppelkopfstrecke bekannt, bei der ein Motor ein Verstellgetriebe antreibt und zwischen der Antriebsriemenscheibe des Verstellgetriebes und der Hauptwelle eine lösbare, elektrisch betätigbare Kupplung angeordnet ist. Bei einer Störung wird der Motor abgeschaltet, die Kupplung ausgelöst und eine Bremse eingeschaltet. Durch die Kupplung braucht die Bremse nur die Hauptwelle und von dieser angetriebene Elemente abzubremsen, nicht aber den Motor mit seiner relativ grossen Trägheit. Bei dieser Vorrichtung sind die beiden Köpfe der Strecke mechanisch starr miteinander gekoppelt. Sie können zwar mit Hilfe der Kupplung vom Antriebsmotor getrennt werden, aber immer nur beide gleichzeitig. Es ist gemäss DE-A-3 133 436 nicht vorgesehen und mit der bekannten Einrichtung auch nicht möglich, bei einer Störung in einem der Streckenköpfe den anderen weiter produzieren zu lassen. Daher ist eine Steigerung der Effektivität bzw. des Nutzeffektes mit der bekannten Vorrichtung nicht erzielbar. Hinzu kommt, dass nur eine Kupplung vorgesehen ist.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, die die genannten Nachteile vermeidet, die insbesondere konstruktiv einfach und kostengünstig ist und eine erhebliche Steigerung der Effektivität bzw. des Nutzeffektes ermöglicht.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäss durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 1.
[0006] Durch die erfindungsgemässe Vorrichtung gelingt es auf einfache Weise, den Nutzeffekt ganz erheblich zu steigern. Besondere Vorteile bestehen darin, dass bei einer Doppelkopfstrecke für die einzelnen Funktionen jeweils ein gemeinsamer drehzahlgeregelter Antrieb genutzt wird und die Antriebsstränge der linken und rechten Seite über zwei steuerbare Kupplungen mit dem Motor verbunden sind. Auf diese Weise ist es möglich, bei Bedarf eine Seite der Maschinen abzustellen (auszukuppeln) und mit der anderen trotzdem weiter zu produzieren. Um beim Ein- und Auskuppeln einen relativ sanften Übergang zu erhalten, wird die Motordrehzahl für diesen Vorgang automatisch abgesenkt und anschliessend wieder hochgefahren.
[0007] Durch die Erfindung ergeben sich folgende weitere Vorteile: <tb>1.<sep>Die Ablieferungsgeschwindigkeit sowie der Hauptverzug sind ohne Umlegen von Riemen o.Ä. stufenlos variierbar. <tb>2.<sep>Durch die Möglichkeit, die Antriebsstränge bei Bedarf trennen zu können (Kupplungen), kann der Nutzeffekt und die Produktivität der Maschine erheblich gesteigert und dieser in die Nähe einer Einkopfstrecke gebracht werden. <tb>3.<sep>Bei einer gepulsten Ansteuerung der Kupplungen ist es möglich, vor allem beim wieder Einkuppeln einen sanften Drehzahlübergang zu erzeugen. <tb>4.<sep>Dadurch, dass bei jedem Ein- und Auskuppel-Vorgang die Drehzahl des Antriebsmotors abgesenkt wird, ist ein sanfter Drehzahlübergang möglich.
[0008] Die erfindungsgemässe Vorrichtung ist für nahezu alle Antriebskonfigurationen einsetzbar. Das gilt also für Doppelkopfstrecken mit nur einem einzigen Motor, für solche mit einem Haupt- und einem Regelmotor oder Strecken mit einem Hauptmotor und einem Getriebe (zur Herstellung des Verzuges). Des Weiteren können sie Anwendung finden bei Motoren mit und ohne Drehzahlverstellung. Zusätzlich sind auch Kombinationen möglich, z.B. drehzahlgeregelter Hauptmotor und drehzahlgeregelter Regelmotor. Auch für den Antrieb des Kannentellers kann die Erfindung genutzt werden.
[0009] Die abhängigen Patentansprüche haben vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemässen Vorrichtung zum Gegenstand.
[0010] Die Erfindung wird nachstehend anhand von zeichnerisch dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0011] Es zeigt: <tb><sep> <tb>Fig. 1<sep>schematisch die Draufsicht auf den Getriebeplan einer erfindungsgemässen Vorrichtung an einer Doppelkopf-Strecke, <tb>Fig. 2<sep>einen Getriebeplan ähnlich wie Fig. 1, jedoch mit Antrieb der Reiterwalzen, der Gatterwalzen und den Ablieferungswalzen für beide Seiten, <tb>Fig. 3a–3e<sep>ein Beispiel für den Verlauf der Motordrehzahl sowie der Drehzahl des linken und rechten Antriebsstranges beim Auftreten eines Fehlers, <tb>Fig. 4<sep>ein Beispiel für den Verlauf der Motordrehzahl und der Liefergeschwindigkeit der rechten und linken Antriebsseite beim Auftreten und nach der Beseitigung eines Fehlers, <tb>Fig. 5a–5c<sep>ein Beispiel für eine gepulste Ansteuerung der Kupplung sowie für den Verlauf der Motordrehzahl und der Antriebsdrehzahl, <tb>Fig. 6<sep>schematisch ein Blockschaltbild für ein Steuerungskonzept für die erfindungsgemässe Vorrichtung und <tb>Fig. 7<sep>schematisch eine Seitenansicht eines 4-über-3-Streckwerks mit vier Oberwalzen und drei Unterwalzen an einem Streckkopf.
[0012] Der Getriebeplan zweier Streckwerke 1a, 1b einer Doppelkopfstrecke zeigt die Verbindungen zwischen zwei elektrischen Antriebsmotoren 2 und 3 und den Streckwerksunterwalzen la, IIa, lIla bzw. Ib, IIb, lllb. Insbesondere die Streckwerksunterwalzen la, IIa, lIla; Ib, IIb, lllb sind mit Zahnriemen angetrieben.
[0013] Die Drehung der Streckwerksoberwalzen (s. Fig. 7) erfolgt durch Andruck der Oberwalzen an die Unterwalzen.
[0014] Auf dem Wellenzapfen 2a des Motors 2 (Hauptmotor) ist verdrehfest eine antreibende Triebscheibe 4 angebracht, die mittels eines endlos umlaufenden Zahnriemens 5 mit der angetriebenen Triebscheibe 6 verbunden ist, die verdrehfest auf einer Hauptwelle 7 angeordnet ist. Die Hauptwelle 7 treibt koaxial die beiden Unterwalzen la und Ib an. Zwischen der Triebscheibe 7 und der Unterwalze la ist eine elektromagnetische Kupplung 8 und zwischen der Triebscheibe und der Unterwalze Ib ist eine elektromagnetische Kupplung 9 angeordnet.
[0015] Der Motor 3 (drehzahlgeregelter Motor) weist eine rotierende Antriebswelle auf, die die beiden Stirnseiten überragend zwei Wellenzapfen 3a, 3b (Wellenenden) bildet. Auf den Wellenzapfen 3a, 3b sind verdrehfest antreibende Triebscheiben 10 bzw. 11 angebracht. Zwischen dem Motor 3 und der Triebscheibe 10 ist eine elektromagnetische Kupplung 12 und zwischen dem Motor 3 und der Triebscheibe 11 ist eine elektromagnetische Kupplung 13 angeordnet. Die antreibende Triebscheibe 10 ist mittels eines endlos umlaufenden Zahnriemens 14 mit den angetriebenen Triebscheiben 15 und 16 für die Unterwalzen lIla bzw. IIa verbunden. Die angetriebene Triebscheibe 11 ist mittels eines endlos umlaufenden Zahnriemens 17 mit den angetriebenen Triebscheiben 18 und 19 für die Unterwalze lllb bzw. IIb verbunden. Mit A ist die Arbeitsrichtung für beide Streckwerke 1a und 1b bezeichnet.
[0016] Auf die beschriebene Weise sind die jeweiligen Antriebsstränge – im Beispiel der Fig. 1vier Antriebsstränge – über jeweils eine steuerbare Kupplung 8, 9, 12 bzw. 13 mit den Motoren 2 und 3 verbunden. Die Motoren 2 und 3 sind für den Ein- und Auskuppelvorgang in ihrer Drehzahl absenkbar.
[0017] Somit wird bei einer Doppelkopfstrecke für die einzelnen Funktionen jeweils ein gemeinsamer drehzahlgeregelter Antriebsmotor 3 genutzt. Die Antriebsstränge der linken und rechten Seite (bzw. für die beiden Streckköpfe) sind jeweils über zwei steuerbare Kupplungen 8 und 12 bzw. 9 und 13 mit den Motoren 2 und 3 verbunden. Dadurch ist es ermöglicht, bei Bedarf eine Seite der Maschine abzustellen (auszukuppeln) und mit der anderen dennoch weiter zu produzieren.
[0018] Fig. 2 zeigt einen Getriebeplan wie Fig. 1, bei dem zusätzlich der Antrieb von Reiterwalzen, Gatterwalzen und Ablieferungswalzen dargestellt ist. Auf dem Wellenzapfen 3a ist eine weitere antreibende Triebscheibe 20 verdrehfest angeordnet, die mittels eines endlos umlaufenden Zahnriemens 21 mit einer angetriebenen Triebscheibe 22 für die Reiterwalze 23a verbunden ist. Koaxial auf der Welle für die Reiterwalze 23a ist eine antreibende Triebscheibe 24 angebracht, die mittels eines Zahnriemens 25 eine angetriebene Triebscheibe 26 für eine Gatterwalze 27a1 verbunden ist. Über weitere Triebscheiben und Zahnriemen sind die achsparallel angeordneten weiteren Gatterwalzen 27a (nur 27a2gezeigt) angetrieben. Auf dem Wellenzapfen 3b ist eine weitere antreibende Triebscheibe 32 verdrehfest angeordnet, die – in entsprechender Weise wie für die Reiterwalze 23a und die Gatterwalzen 27a1, 27a2 erläutert – über Triebscheiben 34, 35, 37, 38, 40 und Zahnriemen 33, 36, 39, 41 die Reiterwalze 23b und die Gatterwalzen 27b1, 27b2 antreibt.
[0019] Auf der Hauptwelle 7 ist eine weitere antreibende Triebscheibe 42 verdrehfest angeordnet, die mittels eines endlos umlaufenden Zahnriemens 43 mit der angetriebenen Triebscheibe 44 für die Abzugswalze 45a verbunden ist, die mit der Abzugswalze 46a zusammenwirkt. Auf der Hauptwelle 7 ist noch eine weitere antreibende Triebscheibe 47 verdrehfest angeordnet, die – in entsprechender Weise wie für die Abzugswalzen 45a, 46a erläutert – über Triebscheiben 47, 49 und einem Zahnriemen 48 die zusammenwirkenden Abzugswalzen 45b, 46b antreibt.
[0020] Die Antriebsstränge sind wie folgt bezeichnet: <tb>B<sep>vom Motor 2 zu der Unterwalze la und den Abzugswalzen 45a, 46a (Streckenkopf 1a), <tb>C<sep>vom Motor 2 zu der Unterwalze Ib und den Abzugswalzen 45b, 46b (Streckenkopf 1b), <tb>D<sep>vom Motor 3 zu den Unterwalzen IIa, lIla, der Reiterwalze 23a und den Gatterwalzen 27a1, 27a2, <tb>E<sep>vom Motor 3 zu den Unterwalzen IIb, lllb, der Reiterwalze 23b und den Gatterwalzen 27b1, 27b2.
[0021] In den Fig. 3a bis 3e ist ein Beispiel für den Verlauf der Motordrehzahl sowie der Drehzahl des linken und rechten Antriebsstranges beim Auftreten eines Tellers gezeigt.
[0022] Bei Bedarf wird eine Seite der Maschine – d. h. ein Streckkopf 1a oder 1b – abgestellt (ausgekuppelt) und mit der anderen nicht abgestellten (eingekuppelten) Seite der Maschine trotzdem weiter produziert. Um beim Ein- und Auskuppeln einen relativ sanften Übergang zu erhalten, wird die Motordrehzahl für diesen Vorgang automatisch abgesenkt und anschliessend wieder hochgefahren (s. Fig. 3abis 3e und Fig. 4).
[0023] Der Gedanke, die Drehzahl des Antriebsmotors für den Ein- bzw. Auskuppel-Vorgang gezielt abzusenken, beruht darauf, dass so ein relativ weicher und vorbestimmter Drehzahlübergang erreicht werden kann. Dies gilt ganz besonders für das Wiedereinkuppeln. Ein Beispiel erläutert diesen Vorgang näher.
[0024] Die Maschine produziert mit einer Geschwindigkeit von 600 m/min. Ein Streckenkopf 1a oder 1b hat einen Fehler. Die Geschwindigkeit wird gezielt, z.B. nach einer vorgegebenen Rampe, auf 50 m/min reduziert. Der Antrieb des fehlerbehafteten Streckenkopfes wird ausgekuppelt und trudelt bis zum Stillstand aus. Dieser Vorgang wird durch vorangegangene und gezielte Drehzahlabsenkung auf ein vertretbares Minimum reduziert. Die Liefergeschwindigkeit wird wieder auf 600 m/min erhöht. Nach der Fehlerbeseitigung wird dies, z. B. durch den Bediener, signalisiert (Taste). Die Geschwindigkeit wird auf 50 m/min abgesenkt, die Kupplung kuppelt ein und anschliessend wird wieder auf 500 m/min erhöht (siehe Fig. 3abis 3eund Fig. 4).
[0025] Würde der Wiedereinkuppel-Vorgang bei voller Liefergeschwindigkeit erfolgen, so würde die Geschwindigkeit des ausgekuppelten Streckwerkkopfes mehr oder weniger schlagartig von 0 auf 600 m/min beschleunigt. Das aber hätte mit Sicherheit einen Riss des ein- bzw. des auslaufenden Bandes zur Folge. Der Vorteil dieser Massnahme besteht darin, einen gezielten und möglichst sanften Geschwindigkeitsübergang zu erzeugen. Dieser Vorteil wird durch eine gepulste Ansteuerung der Kupplung (siehe Fig. 5a bis 5c) noch besser erreicht.
[0026] Würde man nur eine Kupplung einsetzen, so wäre das Ziel der Erfindung, nämlich die Produktivität bzw. den Nutzeffekt einer Doppelkopfstrecke deutlich zu erhöhen, allenfalls nur teilweise, ohne gleichzeitige Geschwindigkeitsabsenkung überhaupt nicht. Mit nur einer Kupplung kann nur ein Streckenkopf vom Antriebszweig getrennt werden. Das heisst, dass bei einem Fehler in dem Streckenkopf, der antriebsseitig nicht abgetrennt werden kann, trotzdem die ganze Maschine abgestellt werden muss, und das hat wiederum einen negativen Einfluss auf den Nutzeffekt.
[0027] In den Diagrammen der Fig. 3b, 3d und 5b ist auf der Ordinate mit «0» eine ausgeschaltete Kupplung und mit «1» eine eingeschaltete Kupplung gekennzeichnet. In den Diagrammen der Fig. 4 ist – jeweils in Abhängigkeit von der Zeit t in Sekunden – mit (a) die Motordrehzahl in Umdrehungen pro Minute, mit (b) die Liefergeschwindigkeit links in Meter pro Minute und mit (c) die Liefergeschwindigkeit rechts in Meter pro Minute dargestellt.
[0028] Nach Fig. 6 weist das Steuerungskonzept für die erfindungsgemässe Vorrichtung ein Steuerungssystem 50, z.B. Trützschler TMS-2, auf. Das Steuerungssystem 50 enthält z.B. einen Mikrocomputer. An das Steuerungssystem 50 sind über Motorsteuerungen 51a, 51b, 51c der Motor 2 (Hauptmotor), der Motor 3 (Regelmotor) und ein Motor 52 zum Antrieb eines (nicht dargestellten) Kannentellers angeschlossen. Weiterhin sind an das Steuerungssystem 50 folgende elektromagnetischen Kupplungen angeschlossen: <tb>8<sep>für Ausgangswalzen la/62a, 63a und Ablieferungswalzen 45a, 46a linke Seite (Streckenkopf 1a), <tb>9<sep>für Ausgangswalzen lb/62b, 63b und Ablieferungswalzen 45b, 46b rechte Seite (Streckenkopf 1b), <tb>12<sep>für Eingangswalzen llla/65a, Mittelwalzen lla/64a und Reiterwalzen 23a linke Seite, <tb>13<sep>für Einzugswalzen lllb/65b, Mittelwalzen llb/64b und Reiterwalze 23b rechte Seite, <tb>53<sep>für (nicht dargestellt) Kannenteller linke Seite, <tb>54<sep>für (nicht dargestellt) Kannenteller rechte Seite.
[0029] Mit 55 ist eine Anzeigeeinrichtung bezeichnet, die an das Steuerungssystem 50 angeschlossen ist.
[0030] In Fig. 7 ist am Beispiel des Streckkopfes 1a eine Seite der Doppelkopfstrecke erläutert. Die andere Seite ist in gleicher Weise aufgebaut.
[0031] Dem Streckwerk 1a ist ein Streckwerkseinlauf 56a vorgelagert und ein Streckwerksauslauf 57a nachgelagert. Die Faserbänder 58a treten aus (nicht dargestellten) Kannen oder von kannenlosen Faserbandpackungen kommend in eine Bandführung 59a ein, werden durch Abzugswalzen 60a, 61a abgezogen und in Richtung A weitertransportiert. Das Streckwerk 1a ist als 4-über-3-Streckwerk konzipiert, d.h. es besteht aus drei Unterwalzen la, IIa, lIla (la Ausgangs-Unterwalze, IIa Mittel-Unterwalze, lIla Eingangs-Unterwalze) und vier Oberwalzen 62a, 63a, 64a, 65a). Als Durchmesser können beispielsweise gewählt werden für die Ausgangsunterwalzen la/40 mm, die Mittelunterwalze IIa/35 mm und für die Eingangsunterwalze IIIa/35 mm. Die Unterwalzen la, IIa und lIla weisen eine Spiralriffelung auf. Im Streckwerk 1a erfolgt der Verzug des Faserverbandes aus mehreren Faserbändern 58a. Der Verzug setzt sich zusammen aus Vorverzug und Hauptverzug. Die Walzenpaare 65a/Illa und 64a/lla bilden das Vorverzugsfeld, und die Walzenpaare 64a/lla und 62a, 63a/la bilden das Hauptverzugsfeld. Die verstreckten Faserbänder erreichen im Streckwerksauslauf 57a eine Vliesführung 66a und werden mittels der Abzugswalzen 45a, 46a durch einen Bandtrichter 67a gezogen, in dem sie zu einem Faserband 68a zusammengefasst werden, das anschliessend (nicht dargestellt) in Kannen oder als kannenlose Faserbandpackung abgelegt wird. Mit A ist die Arbeitsrichtung bezeichnet. Die Austrittsgeschwindigkeit des Faserbandes 68a beträgt z.B. 1200 m/min und mehr. Die Drehrichtung der Walzen ist mit gebogenen Pfeilen angegeben.
[0032] Die beschriebene Einrichtung ist für nahezu alle Antriebskonfigurationen einsetzbar. Das gilt also für Doppelkopfstrecken mit nur einem einzigen Motor, für solche mit einem Haupt- und einem Regelmotor oder Strecken mit einem Hauptmotor und einem einstellbaren Getriebe (zur Herstellung des Verzuges). Des Weiteren können sie Anwendung finden bei Motoren mit und ohne Drehzahlverstellung. Zusätzlich sind auch Kombinationen möglich, z.B. drehzahlgeregelter Hauptmotor und drehzahlgeregelter Regelmotor. Auch für den Antrieb des Kannentellers kann die Erfindung genutzt werden.

Claims (16)

1. Vorrichtung an einer Spinnereivorbereitungsmaschine, z.B. Strecke, Karde oder Kämmmaschine, insbesondere Doppelkopfstrecke, mit mindestens zwei angetriebenen Streckwerken (1a, 1b) zum Verziehen von jeweils mindestens einem Faserband (58a) mit Verzugswalzenpaare (lIla, 65a; IIa, 64a; la, 62a, 63a) bildenden Streckwerkswalzen, mit Kraftübertragungsmitteln zum Antrieb der Streckwerkswalzen und mit mindestens einem Antriebsmotor (2; 3; 52), wobei zwischen dem jeweiligen Antriebsmotor (2; 3; 52) und einer Antriebswelle eines jeweiligen Antriebsstrangs (B, C; D, E) eine elektrisch betätigbare Kupplung (8, 9; 12, 13; 53, 54) vorhanden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die jeweiligen Antriebsstränge (B, C; D, E) über jeweils eine steuerbare genannte Kupplung (8, 9; 12, 13; 53, 54) mit dem jeweiligen Antriebsmotor (2; 3; 52) verbunden sind und der jeweilige Antriebsmotor (2; 3; 52) für den Ein- und Auskuppelvorgang in seiner Drehzahl (v) absenkbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie derart ausgebildet ist, dass im Falle eines Problems in einem der beiden Streckwerke (1a; 1b) die entsprechenden Antriebsstränge (B, D; C, E) mittels der steuerbaren Kupplungen (8, 12; 9, 13) von den Antriebsmotoren (2, 3) trennbar und nach Beseitigung des Problems wieder zusammenbringbar sind und das nicht von dem Problem betroffene Streckwerk (1b; 1a) in der Zeit, in der das Problem in dem anderen Streckwerk (1a; 1b) besteht, weiter produziert.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie derart ausgebildet ist, dass die Drehzahlen der jeweiligen Antriebsmotoren vor und während eines Ein- und Auskuppelvorganges absenkbar sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass sie derart ausgebildet ist, dass die Drehzahlen der jeweiligen Antriebsmotoren vor und während eines Ein- und Auskuppelvorganges auf null absenkbar sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sie derart ausgebildet ist, dass die Kupplungen zum Ein- und Auskuppeln gepulst ansteuerbar sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass sie derart ausgebildet ist, dass die Puls- oder Pausenzeiten oder beide bei der gepulsten Ansteuerung der Kupplungen variierbar sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass sie derart ausgebildet ist, dass die Puls- oder Pausenzeiten oder beide bei der gepulsten Ansteuerung der Kupplungen abhängig von den abgesenkten Motordrehzahlen variierbar sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungen elektromagnetisch arbeitende Kupplungen sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungen pneumatisch arbeitende Kupplungen sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungen hydraulisch arbeitende Kupplungen sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsmotoren drehzahlgesteuerte Motoren sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsmotoren drehzahlgeregelte Motoren sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass sie derart ausgebildet ist, dass ein genannter drehzahlgeregelter Motor als gemeinsamer Antriebsmotor für beide Streckwerke herangezogen wird.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass sie zwei Antriebsmotoren für die Antriebsstränge der beiden Streckwerke aufweist, und dass die Antriebsstränge von jedem der beiden Streckwerke über mindestens zwei steuerbare Kupplungen mit den zwei Antriebsmotoren verbunden sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein genannter Antriebsmotor (3) zwei Abtriebe aufweist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass sie derart ausgebildet ist, dass ein genannter Abtrieb zum Antrieb des einen Streckwerks und der andere genannte Abtrieb zum Antrieb des anderen Streckwerks herangezogen wird.
CH00817/08A 2007-06-04 2008-05-29 Vorrichtung an einer Spinnereivorbereitungsmaschine, z. B. Strecke, Karde oder Kämmmaschine, insbesondere Doppelkopfstrecke, mit mindestens zwei angetriebenen Streckwerken. CH702686B1 (de)

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