CH703285B1 - Einsatzfahrzeug mit einem Trittbrett als Einstieghilfe. - Google Patents
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Einsatzfahrzeug (1), vorzugsweise Feuerwehreinsatzfahrzeug, umfassend ein Trittbrett (2), welches unterhalb des Fahrzeugbodens ausziehbar am Fahrzeugboden befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Trittbrett (2) mindestens einen Abschnitt (3) aufweist, welcher in eine erhöhte Position gebracht und arretiert werden kann.
Description
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Einsatzfahrzeug, insbesondere ein Feuerwehreinsatzfahrzeug, mit einer verbesserten Zugangsmöglichkeit in das Fahrzeuginnere.
[0002] Einsatzfahrzeuge wie Feuerwehreinsatzfahrzeuge können je nach Ausgestaltung eine erhebliche Höhe von bis zu 4 m aufweisen. Da der Platz im Fahrzeuginnenraum so vollständig wie möglich ausgenutzt werden soll, hat dies zur Folge, dass teilweise Gegenstände im Fahrzeuginnenraum in nicht unerheblicher Höhe transportiert werden müssen. Eine vor dem Fahrzeug auf ebener Erde stehende Person kann diese hoch gelagerten Gegenstände nicht erreichen.
[0003] Es ist aus dem Stand der Technik bekannt, Leitern oder Stiegen mitzuführen, mit welchen ein Erreichen höher gelagerter Gegenstände ermöglicht wird. Beispielsweise wird auf die CN-201 139 890 Y verwiesen. Diese Lösung hat jedoch den Nachteil, dass die Leitern oder Stiegen ihrerseits im Fahrzeuginnern verstaut und transportiert werden müssen und wertvollen Stauraum beanspruchen. Zudem nimmt der Aufbau der Einstieghilfe wertvolle Zeit in Anspruch, welche im Einsatzfall knapp ist. Schliesslich ist die Unfallgefahr beim Besteigen einer separaten, auf dem Boden aufgestellten Einstieghilfe durch einen Feuerwehrmann in Einsatzkleidung nicht unerheblich.
[0004] Es wurde deshalb in der DE-3 936 972 A1 eine verbesserte Einstieghilfe vorgeschlagen. Diese besteht aus einem herausklappbaren Teil auf Höhe des Fahrgestells. Das Teil dient im herausgeklappten Zustand als Trittbrett. Das Trittbrett befindet sich aber aufgrund seiner Positionierung oberhalb eines Fahrzeugreifens in unangenehmer Höhe und kann nur schlecht von einem Feuerwehrmann in Einsatzkleidung bestiegen werden.
[0005] Es bestand daher ein Bedarf an einer verbesserten Einsteighilfe für ein Einsatzfahrzeug.
[0006] Die vorstehende Aufgabe wird gemäss der vorliegenden Erfindung gelöst durch ein Einsatzfahrzeug, vorzugsweise Feuerwehreinsatzfahrzeug, umfassend ein Trittbrett, welches unterhalb des Fahrzeugbodens ausziehbar am Fahrzeugboden befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Trittbrett mindestens einen Abschnitt aufweist, welcher in eine erhöhte Position gebracht und arretiert werden kann
[0007] Mit der erfindungsgemässen Lösung wird ein Trittbrett bereitgestellt, auf welches sich eine Person in angenehmer Höhe problemlos stellen kann. Um dennoch auch in grosser Höhe (d.h. direkt unter dem Dach des Einsatzfahrzeuges) gelagerte Gegenstände erreichen zu können, ist das Trittbrett gemäss der vorliegenden Erfindung derart ausgestaltet, dass mindestens ein Abschnitt des Trittbretts in eine noch höhere Position gebracht werden kann. Dadurch entsteht eine zusätzliche Stufe auf dem Trittbrett.
[0008] Die erfindungsgemässe Lösung ist sehr platzsparend. Es wird kein wertvoller Stauraum innerhalb des Einsatzfahrzeuges in Anspruch genommen. Zudem ist kein zeitaufwendiges Aufstellen einer separaten Leiter oder Stiege erforderlich. Vielmehr kann das Trittbrett einfach und schnell unterhalb des Fahrzeugbodens herausgezogen und sofort verwendet werden.
[0009] Gemäss der vorliegenden Erfindung soll unter einem Einsatzfahrzeug ein Fahrzeug verstanden werden, welches in Rettungseinsätzen, z.B. bei Bränden, Unfällen oder Katastrophen verwendet wird.
[0010] Gemäss einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst das Trittbrett ein rechteckiges Gestell aus widerstandsfähigem Material, vorzugsweise einem Metall. Das Gestell kann einen Boden aus widerstandsfähigem Material, vorzugsweise einem Metall, aufweisen. Dies schützt das Trittbrett beispielsweise vor Steinschlag während des Bewegens des Einsatzfahrzeuges.
[0011] Erfindungsgemäss bevorzugt ist das rechteckige Gestell 0,3 m bis 1 m breit und 0,6 m bis 1,5 m lang, um ein sicheres Stehen einer Person auf dem Trittbrett zu ermöglichen. Das Trittbrett weist eine möglichst geringe Höhe von vorzugsweise 5–15 cm auf, um ein platzsparendes Verstauen des Trittbretts unterhalb des Fahrzeugbodens zu gewährleisten.
[0012] Das Gestell ist beweglich unterhalb des Fahrzeugbodens am Fahrzeugboden befestigt. Vorzugsweise kann das Gestell in zwei am Fahrzeugboden befestigten Schienen bewegt werden, wobei es in einer vollständig eingeschobenen und einer vollständig herausgezogenen Position arretierbar ist. Derartige Schienen sind dem Fachmann bekannt und müssen hier nicht näher erläutert werden. Damit das Trittbrett während des Fahrens nicht in Kontakt mit der Strasse oder dem Boden kommt, ist es möglichst nahe am Fahrzeugboden angeordnet, wobei aber genügend Spielraum für die Bewegung des Trittbretts verbleiben muss.
[0013] Die Aussenwände des Gestells sind vorzugsweise 2–10 cm breit, so dass innerhalb des Gestells ein Raum vorhanden ist. In diesem Raum ist die eigentliche Trittstufe angeordnet, auf welche sich eine Person stellen kann, um in das Fahrzeuginnere zu gelangen. Vorzugsweise ist die Trittstufe passgenau in das Gestell eingelassen, so dass es nicht zu einer Verschiebung während der Verwendung kommt. Die Trittstufe ist aus üblichem Material (Kunststoff oder Metall) gefertigt und weist vorzugsweise eine rutschfeste Oberfläche auf. Besonders bevorzugt weist die Trittstufe in regelmässigen Abständen Schlitze auf, damit beispielsweise Wasser von der Oberfläche abfliessen kann.
[0014] Gemäss der vorliegenden Erfindung ist zumindest ein Abschnitt des Trittbretts, genauer der Trittstufe, höhenverstellbar. Damit wird auf dem Trittbrett eine zusätzliche Stufe geschaffen, auf welche eine Person steigen kann, um auch höher gelegene Bereiche des Fahrzeuginnenraums zu erreichen. Es ist erfindungsgemäss wichtig, dass nur ein Teil des Trittbretts zusätzlich höhenverstellbar ist, damit der von einer Person mit einem Schritt zu überwindende Höhenunterschied nicht zu gross wird. Vielmehr weist das Trittbrett des erfindungsgemässen Einsatzfahrzeugs in dem Zustand, in welchem ein Abschnitt der Trittstufe heraus nach oben bewegt wurde, eine zweistufige Form auf, so dass eine Person sich bequem in zwei Schritten auf die Oberfläche des höhenverstellten Abschnitts begeben kann.
[0015] Vorzugsweise kann ein Abschnitt der Trittstufe um 10 bis 60 cm, besonders bevorzugt um 20 bis 40 cm von der Oberfläche des Trittbretts weg, angehoben werden. Der höhenverstellbare Abschnitt des Trittbretts muss eine ausreichend grosse Oberfläche aufweisen, damit eine Person sicher darauf stehen und auch schwere Gegenstände bewegen kann. Erfindungsgemäss bevorzugt ist die Oberfläche des höhenverstellbaren Abschnitts quadratisch mit einer Seitenlänge von 25–90 cm.
[0016] Die Höhenverstellung des Abschnitts der Trittstufe erfolgt auf dem Fachmann bekannte Weise, beispielsweise über Stangen, welche drehbar am Gestell des Trittbretts und drehbar am höhenverstellbaren Abschnitt der Trittstufe befestigt sind. Diese Stangen können parallel zueinander sein. Es ist aber auch eine scherenartige Anordnung der Stangen möglich. Die Höhenverstellung kann auf bekannte Weise ausgelöst werden, beispielsweise elektrisch mit Hilfe eines mit Schaltern oder Reglern bedienbaren Motors, oder manuell mit beispielsweise einem Griff am Abschnitt (3) zum Hochziehen dieses Abschnitts.
[0017] Im eingezogenen Zustand befinden sich die Stangen bei dieser Ausführungsform in einem Zwischenraum zwischen der Oberfläche des höhenverstellbaren Abschnitts und dem Boden des Trittbretts, d.h., der höhenverstellbare Abschnitt ist nicht solide.
[0018] Im vollständig höhenverstellten Zustand ist der höhenverstellbare Abschnitt arretierbar, so dass eine Person sicher auf diesen Abschnitt steigen kann. Geeignete Arretiermechanismen sind dem Fachmann bekannt und müssen hier nicht weiter erläutert werden.
[0019] Es ist grundsätzlich denkbar, dass der höhenverstellbare Abschnitt seinerseits einen noch weiter höhenverstellbaren Abschnitt aufweist, so dass ein dreistufiger Tritt entsteht, wenn sämtliche Abschnitte höhenverstellt sind. Dieser zusätzliche höhenverstellbare Abschnitt kann wie vorstehend beschrieben ausgestaltet sein.
[0020] Das erfindungsgemässe Einsatzfahrzeug kann nach Bedarf auch mehrere vorstehend beschriebene Trittbretter umfassen, beispielsweise auf verschiedenen Seiten oder in verschiedenen Bereichen des Fahrzeugs.
[0021] Die vorliegende Erfindung wird nachstehend anhand eines nicht einschränkenden Beispiels und von Figuren näher erläutert.
[0022] Es zeigen:
<tb>Fig. 1<SEP>ein Feuerwehreinsatzfahrzeug mit Trittbrett
<tb>Fig. 2<SEP>eine Ausführungsform des Trittbretts des erfindungsgemässen Einsatzfahrzeugs
[0023] In Fig. 1 ist ein Feuerwehreinsatzfahrzeug (1) gezeigt. Am Fahrzeugboden unterhalb eines Innenraums ist das erfindungsgemässe Trittbrett (2) angeordnet. Ein Abschnitt (3) des Trittbretts ist mit Hilfe von Stangen (4) höhenverstellt und bildet eine zusätzliche Trittstufe.
[0024] In Fig. 2 ist eine Ausführungsform des Trittbretts des erfindungsgemässen Einsatzfahrzeugs gezeigt. Ein schematisch gezeigter Fahrzeuginnenraum (5) umfasst einen oberen Bereich (6), der für eine auf dem Boden stehende Person nicht zugänglich ist. Das Trittbrett (2) des erfindungsgemässen Einsatzfahrzeugs wird an Schienen (7) entlang (nur die vordere Schiene ist gezeigt) aus dem Bereich unterhalb des Fahrzeugbodens vollständig herausgezogen und in einer Position direkt vor dem Innenraum (5) arretiert. Dies erfolgt mit Hilfe (nicht gezeigter) bekannter Arretiermechanismen wie Feststellstiften. Der Abschnitt (3) ist aus dem Bereich (9) heraus mit Hilfe von Stangen (4) nach oben geklappt und in dieser Position arretiert. Die Stangen sind drehbar am Trittbrett (2) sowie dem höhenverstellbaren Abschnitt (3) befestigt. In Fig. 2 ist eine Drehstange (10) zu erkennen, an der die vorderen Stangen (4) drehbar befestigt sind. An der Stange (10) ist weiterhin ein Arretierhaken (11) angeordnet, der bei einer durch Höhenverstellung des Abschnitts (3) erfolgender Drehung der Drehstange (10) in einem Schloss (12) einrastet und somit eine Arretierung der höhenverstellten Position des Abschnitts (3) bewirkt. Die Arretierung des Abschnitts (3) sowie die im Trittbrett (2) verbleibende Trittstufe weisen Schlitze (8) zum Wasserabfluss auf.
Claims (8)
1. Einsatzfahrzeug (1), vorzugsweise Feuerwehreinsatzfahrzeug, umfassend ein Trittbrett (2), welches unterhalb des Fahrzeugbodens ausziehbar am Fahrzeugboden befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Trittbrett mindestens einen Abschnitt (3) aufweist, welcher in eine erhöhte Position gebracht und arretiert werden kann.
2. Einsatzfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Trittbrett ein rechteckiges Gestell, vorzugsweise aus einem Metall, umfasst, in welches eine Trittstufe passgenau eingelassen ist, wobei die Trittstufe den Abschnitt (3) umfasst.
3. Einsatzfahrzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestell einen Boden, vorzugsweise aus einem Metall, aufweist.
4. Einsatzfahrzeug nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Gestell in am Fahrzeugboden befestigten Schienen (7) bewegt werden kann, wobei es in einer vollständig eingeschobenen und einer vollständig herausgezogenen Position arretierbar ist.
5. Einsatzfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Trittbrett oder, falls vorhanden, die Trittstufe eine Oberfläche aufweist, in welche in regelmässigen Abständen Schlitze (8) vorgesehen sind.
6. Einsatzfahrzeug nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhenverstellung des Abschnitts (3) über Stangen (4) erfolgt, welche drehbar am Gestell des Trittbretts (2) und drehbar am höhenverstellbaren Abschnitt (3) der Trittstufe befestigt sind.
7. Einsatzfahrzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Stangen (4) parallel zueinander angeordnet sind.
8. Einsatzfahrzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Stangen (4) scherenförmig angeordnet sind.
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