CH703481A2 - Verfahren zum Betrieb einer Schneidvorrichtung an einer Stickmaschine. - Google Patents

Verfahren zum Betrieb einer Schneidvorrichtung an einer Stickmaschine. Download PDF

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Abstract

Verfahren zum Betrieb einer Schneidvorrichtung (1) an einer Stickmaschine, an deren Stickboden mindestens eine zu schneidende Stoffbahn aus einem wärmeschmelzbaren Textil angeordnet ist, der gegenüberliegend mindestens eine an der Schneidvorrichtung angeordnete beheizte Schneidspitze (9) angeordnet ist, die in Schneideingriff mit der Stoffbahn gebracht wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur der Schneidspitze der Schneidvorrichtung in Abhängigkeit von der Schmelztemperatur und der Schneidgeschwindigkeit sowie von weiteren Parametern der Stickerei wie beispielsweise die Dicke oder die Feuchte der zu schneidenden Stoffbahn geregelt ist.

Description

[0001] Bei dem Betrieb von Stickmaschinen besteht vermehrt das Bedürfnis, auch Schneidvorrichtungen zu verwenden, um bei schmelzbaren Textilien bestimmte Umrisse aus dem im Stickrahmen eingespannten Textilstoff herauszuschneiden oder um Applikationen auf die Textilbahn durch einen Wärmeschmelzvorgang zu applizieren.
[0002] Mit der EP 1 983 083 A1 ist eine solche Schneidvorrichtung an Stickmaschinen bekannt geworden, bei der mit Hilfe einer beheizten Spitze ein Umriss aus einer Textilbahn ausgeschnitten wird.
[0003] Um die Eindringtiefe der beheizbaren Spitze in der Materialschicht zu begrenzen, ist es aus dieser Druckschrift bekannt, einen am Spitzenhalter angeordneten Abstandshalter vorzusehen, der während des Schneidvorganges auf dem auszuschneidenden Stoff aufsteht und das Eindringen der Spitze in die Materialschicht begrenzt.
[0004] Nachteil dieser Anordnung ist, dass mit der beheizbaren Spitze ein daran befestigter, separater Abstandshalter verwendet werden muss, der sich mit der beheizten Spitze zusammen erwärmt. Nachdem der Abstandshalter berührend auf der Textilbahn aufliegt, besteht die Gefahr, dass der Abstandshalter aufgrund der auf ihn übertragenen Wärme unerwünschte Abdrücke auf der Textilbahn erzeugt.
[0005] Ferner besteht der weitere Nachteil, dass die Vielzahl von Abstandshaltern individuell eingestellt werden müssen und damit ein hoher Einstellaufwand verbunden ist.
[0006] Die genannte Druckschrift sieht nicht vor, dass die Spitzentemperatur geregelt ist, sondern sie erwähnt nur das Vorhandensein einer sogenannten Heizpatrone, wie sie auch bei ungeregeltem Lötkolben bekannt ist. Bei derartigen Lötkolben entscheidet die Leistungsaufnahme der Heizpatrone (z. B. 20 Watt) über die Wärmeabgabe der Spitze, und die Temperatur der Spitze wird dann mit der Dimensionierung der Heizpatrone so gewählt, dass ein Ausschneiden aus einem (bei dieser sich einstellenden Temperatur) schmelzbaren Textilgewebe gegeben ist.
[0007] Ein Ausschneiden einer am Stickrahmen eingespannten, doppellagigen Stoffbahn, wobei nur die vordere Stoffbahn ausgeschnitten wird und die hintere Stoffbahn unbeeinflusst bleibt, ist mit einer solchen Anordnung nicht möglich. Nachdem die Spitzentemperatur ungeregelt ist, müsste der Abstandshalter so fein eingestellt werden, dass die Spitze nur in die erste Stoffbahn eindringt, die zweite Stoffbahn aber in keiner Weise beeinflusst.
[0008] Hier besteht die Gefahr, dass die Abstandshalter nicht so fein eingestellt werden können und deshalb auch die zweite Stoffbahn beschädigt wird. Insbesondere auch deshalb, weil die Spitzentemperatur aus Sicherheitsgründen so hoch gewählt wird, dass eine Vielzahl schmelzbarer Textilien geschnitten werden können.
[0009] Auch beim Ausschneiden eines Umrisses aus einer einzigen Stoffbahn besteht der Nachteil, dass die Abstandshalter der einzelnen Schneidvorrichtungen individuell eingestellt werden müssen, um ein gleichmässiges Schnittbild zu erreichen. Damit ist ein hoher Einstellaufwand verbunden.
[0010] Nachdem die Schneidtemperatur nicht regelbar ist, muss die Leistung der Heizpatrone an den jeweiligen zu schneidenden Stoff angepasst werden. Dies könnte sogar ein Auswechseln der Heizpatronen erfordern, wenn hochschmelzbare Stoffe geschnitten werden sollen.
[0011] Andererseits kann die Heizpatrone auch so dimensioniert werden, dass die Spitzentemperatur zuverlässig so hoch gewählt ist, dass jeder schmelzbare Stoff geschnitten werden kann.
[0012] Damit besteht der Nachteil, dass eine relativ grosse Leistungsaufnahme für die Schneidvorrichtungen gegeben ist, weil die Schneidvorrichtungen dann in ihrem Grenzbereich der Leistungsaufnahme betrieben werden.
[0013] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung für den Betrieb einer Schneidvorrichtung an einer Stickmaschine nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 so weiterzubilden, dass eine geringere Leistungsaufnahme der gesamten Schneidvorrichtung bei gleichzeitig besserem Schnittergebnis gewährleistet ist.
[0014] Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist das Verfahren durch die Merkmale des Anspruches 1 gekennzeichnet.
[0015] Die Merkmale der Vorrichtung sind Gegenstand des unabhängigen Vorrichtungsanspruches 6 und dessen Unteransprüche.
[0016] Wesentliches Merkmal der vorliegenden Erfindung ist, dass die Temperatur der Schneidspitze der Schneidvorrichtung in Abhängigkeit vom Schmelzpunkt der zu schneidenden Stoffbahn geregelt ist.
[0017] Mit der gegebenen technischen Lehre ergibt sich der Vorteil, dass es erstmals möglich ist, individuell die Temperatur jeder einzelnen Schneidspitze jeder zu regeln, d. h. eine bestimmte Temperatur genau an dieser Schneidspitze auf die Schmelztemperatur des zu schneidenden oder zu schmelzenden Stoffes an dieser Stelle einzustellen und geregelt aufrecht zu erhalten.
[0018] Damit können die als nachteilig angesehenen Abstandshalter entfallen, denn die Schneidspitzentemperatur wird immer gerade so eingestellt, dass ein sicheres Schmelzen oder Schneiden der Stoffbahn erreicht wird, ohne dass unzulässig hohe Temperaturen zu einer Verbrennung der Schneidränder oder einer Verfärbung des Stoffes führen. Damit kann die Schneidspitze unabhängig von ihrer Eindringtiefe in die Stoffbahn stets ein gleichmässiges Schneid- oder Schmelzergebnis an der Stoffbahn erzielen.
[0019] Selbstverständlich umfasst die erfinderische Idee auch die Tatsache, dass die Schneidspitzen gruppenweise am Stickrahmen angeordnet sein können und die Temperatur von gruppenweise angeordneten Schneidspitzen auf eine stets gleiche Temperatur geregelt werden.
[0020] In einer bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist es vorgesehen, dass die Regelung elektronisch ausgebildet ist. Dies heisst, die Temperatur der Schneidspitze wird mit einem in der Schneidspitze temperaturleitend angeordneten Sensor erfasst, der über einen Messwertumformer den Istwerteingang eines Reglers bildet, welcher Regler an seinem anderen Eingang einen Solltemperatureingang aufweist und die Ausgangsgrösse des Reglers die Heizleistung der Schneidspitze regelt.
[0021] Damit ist es nun erstmals möglich, ohne Abstandshalter und ohne weitere abstandshaltende Mittel die Temperatur der Schneidspitze einzustellen und dafür zu sorgen, dass die Schneidspitze mit der geringst möglichen Schmelztemperatur in ein schmelzbares Textil eindringt, ohne dass eine unerwünscht hohe Schneidspitzentemperatur gegeben ist, die zu einer Verbrennung der Schnittkanten oder einer Beschädigung einer mehrlagigen Textilbahn führt, wenn nur die vorderste Textilbahn geschnitten werden soll.
[0022] Damit werden wesentlich bessere Schneidergebnisse erzielt, denn durch die Regelung der Spitzentemperatur auf einen nur geringfügig höheren Temperaturwerl: als die Schmelztemperatur des zu schneidenden Gewebes ergibt sich ein sehr gutes Schneidergebnis, ohne dass Verbrennungs- und Verfärbungserscheinungen im Umriss des ausgeschnitten Teiles zu vergegenwärtigen sind.
[0023] Nach einer zweiten Ausführung der vorliegenden Erfindung ist es vorgesehen, dass die Temperaturregelung in der Schneidspitze eine einfache Zweipunkt-Temperaturregelung ist, wie sie z. B. durch einen Bimetallstreifen verwirklicht wird. Es ist dem Fachmann bekannt, dass beim Erwärmen eines Bimetallstreifens dieser von seinen stromführenden Kontakten abhebt, so dass bei Erreichen einer zu hohen Temperatur die Energiezufuhr durch Verformung des Bimetallstreifens unterbrochen wird und bei Absenken der Temperatur der Bimetallstreifen wieder den Kontakt zur Heizpatrone schliesst und damit für eine erneute Wärmezufuhr zur Heizspitze sorgt. Mit derartigen Bimetall-Reglern wird beispielsweise die Bügeltemperatur von Bügeleisen geregelt.
[0024] Selbstverständlich sind auch alle anderen mechanischen oder elektronischen Zweipunkt- oder Mehrpunktregelungen vorgesehen.
[0025] Darunter fallen auch sogenannte Fuzzy-Regelungen, welche die Heiztemperatur noch an bestimmte Umgebungs- und Stoffbedingungen anpassen. Beispielsweise wird die Spitzentemperatur automatisch an die Raumtemperatur oder die Temperatur, Dicke oder das spezifische Flächengewicht der Stoffbahn angepasst. Ebenso kann die Fuzzy-Regelung bestimmte Feuchtewerte der Stoffbahn oder der Raumatmosphäre berücksichtigen.
[0026] Mit der gegebenen technischen Lehre ergibt sich der weitere Vorteil, dass es nun erstmals möglich ist, auch mehrlagige Stoffbahnen zu schneiden, wobei vorgesehen ist, dass z. B. die vorderste Stoffbahn von der Schneideinrichtung geschnitten wird, während die hintere Stoffbahn von der Schneideinrichtung unbeeinflusst bleibt.
[0027] Dies setzt voraus, dass die vordere Stoffbahn eine niedrigere Schmelztemperatur als die im Abstand dahinter angeordnete Stoffbahn aufweist.
[0028] Erfindungsgemäss wird die Temperatur der Schneidspitze der jeweiligen Schneidvorrichtung so eingestellt, dass, wenn z. B. lediglich aus der vorderen Stoffbahn ein Ausschnitt erfolgen soll und die hintere Stoffbahn unbeeinflusst bleiben soll, die Schmelztemperatur der Schneidspitze auf die Schmelztemperatur der vorderen Stoffbahn eingestellt wird, so dass diese zuverlässig geschnitten werden kann, während die Schmelztemperatur der dahinter liegenden Stoffbahn höher gewählt ist, so dass diese von der Schneidspitze nicht beeinflusst wird.
[0029] Dies bedeutet, dass es durch die erfindungsgemässe Regelung der Schneidspitzentemperatur möglich ist, aus mehrlagigen Stoffbahnen nur die Stoffbahn auszuschneiden, deren Schmelztemperatur von der Schneidspitze erreicht wird, während alle anderen Stoffbahnen mit höheren Schmelztemperaturen von der Schneidspitze unbeeinflusst bleiben.
[0030] Auf diese Weise ist es z. B. möglich, bei einem doppellagigen Stoff, der an der Vorderseite eine niedrig schmelzbare Stoffbahn mit z. B. gelber Farbe aufweist, hinter der eine höher schmelzbare Stoffbahn mit blauer Farbgebung gegeben ist, dass man dann aus der gelben Stoffbahn entsprechende Symbolumrisse ausschneiden kann und aus den ausgeschnittenen Symbolumrissen dann der dahinterliegende blaue Stoff sichtbar ist.
[0031] Selbstverständlich ist die vorliegende Erfindung nicht auf das Ausschneiden von zweilagigen Stoffbahnen beschränkt. Es können auch drei-, vier- oder mehrlagige Stoffbahnen in der vorbeschriebenen Weise geschnitten werden.
[0032] Regelt man die Temperatur der Schneidspitze jedoch so, das sowohl die erste als auch die zweite Stoffbahn geschnitten werden, dann kann man auf ein und dergleichen Maschine, auf der mehrlagige Stoffbahnen angeordnet sind, für ein individuelles Ausschneiden von Symbolumrissen nur aus der ersten Stoffbahn sorgen, weil diese Gruppe von Schneidvorrichtungen nur eine Temperatur entsprechend der Schmelztemperatur der ersten Stoffbahn aufweist, während die zweite Gruppe von Schneideinrichtungen auf eine höhere Temperatur eingeregelt wird, und zwar eine solche, dass sowohl die Schmelztemperatur der ersten Stoffbahn als auch die Schmelztemperatur der zweiten, dahinterliegenden Stoffbahn überschritten wird.
[0033] Bei Einsatz einer solchen Anordnung werden dann mit der ersten Gruppe von Schneidvorrichtungen lediglich Symbolumrisse aus der ersten Stoffbahn ausgeschnitten, während die dahinterliegende Stoffbahn unbeeinflusst bleibt, während mit der zweiten Gruppe beide Stoffbahnen durchtrennt werden und Symbolumrisse geschaffen werden, die beide die Stoffbahnen durchsetzen.
[0034] In einem anderen Ausführungsbeispiel können bei einer mehrlagigen Stoffbahn zunächst bei einer ersten Schneidspitzentemperatur bestimmte Umrisse aus der vordersten Stoffbahn in einem ersten Durchgang ausgeschnitten werden. Sobald die Umrisse aus der ersten Stoffbahn ausgeschnitten sind, wird die Schneidspitzentemperatur auf die Schmelztemperatur der zweiten Stoffbahn eingeregelt. In diesem zweiten Durchgang können dann durch die Umrisse in der vorderen Stoffbahn hindurch andere oder gleiche Umrisse aus der zweiten, dahinter liegenden Stoffbahn geschnitten werden.
[0035] Neben dem Schmelzpunkt des Stoffes ist die Geschwindigkeit, mit welcher die Stoffbahn geschnitten wird, ein weiterer Parameter. Je nach Beschaffenheit des Stoffes ist es möglich, die Schneidtemperatur etwas höher zu wählen und gleichzeitig etwas schneller zu schneiden, ohne den Stoff lokal zu überhitzen. Durch die exakte Regelung der Schneidtemperatur kann damit der Prozess zusätzlich optimiert werden.
[0036] Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt sich nicht nur aus dem Gegenstand der einzelnen Patentansprüche, sondern auch aus der Kombination der einzelnen Patentansprüche untereinander.
[0037] Alle in den Unterlagen, einschliesslich der Zusammenfassung offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte räumliche Ausbildung, werden als erfindungswesentlich beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.
[0038] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden Zeichnungen näher erläutert. Hierbei gehen aus den Zeichnungen und ihrer Beschreibung weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der Erfindung hervor.
[0039] Es zeigen: <tb>Fig. 1:<sep>schematisiert in Seitenansicht eine Schneidvorrichtung nach der Erfindung <tb>Fig. 2:<sep>das elektronische Ersatzschaltbild der Regelung der Schneidvorrichtung <tb>Fig. 3:<sep>die gruppenweise Anordnung von Schneidvorrichtungen an einer doppellagigen Stoffbahn <tb>Fig. 4:<sep>das Temperaturbild der Gruppentemperaturen verschiedener Schneideinrichtungen in Bezug zu den Schmelzpunkten von Stoffbahnen <tb>Fig. 5:<sep>ein Beispiel für den Ausschnitt aus einer ersten Stoffbahn mit einer dahinterliegenden, unbeeinflusst bleibenden zweiten Stoffbahn
[0040] In Fig. 1 ist allgemein eine Schneidvorrichtung 1 dargestellt, die aus einem Halter 2 besteht, der zweiteilig aufgebaut ist. Er besteht aus einem hinteren Kupplungsrohr 3, welches an einem maschinenseitigen Halter eingespannt wird, der dafür sorgt, dass die gesamte Schneidvorrichtung 1 in Pfeilrichtung 25 in Schneideingriff mit einem nicht näher dargestellten Stoff gebracht werden kann, und er kann ebenfalls in Pfeilrichtung 26 zurückgezogen werden, um die Schneidspitze 9 ausser Eingriff mit dem zu schneidenden Stoff zu bringen.
[0041] Vorteilhaft ist auch, dass die Schneidvorrichtung einstellbar und biegbar ausgebildet ist.
[0042] Hierzu ist vorgesehen, dass zwischen dem hinteren Kupplungsrohr und dem Vorderteil 5 des Halters 2 eine biegbare Verjüngung 4 angeordnet ist, die bleibend verformbar ist.
[0043] Nachdem der gesamte Halter 2 bevorzugt aus einem Metallteil besteht, kann man durch Biegung der gesamten Schneidspitze 9 in den Pfeilrichtungen 35 die Höhe der Schneidspitze 9 im Bezug zum Stoff einstellen.
[0044] Demzufolge ist wesentlich, dass die Verjüngung 4 als biegbarer Querschnitt ausgebildet ist.
[0045] Es ist hierbei nicht lösungsnotwendig, dass der Halter 2 aus einem Metallteil besteht. Er kann auch aus einem Kunststoffteil bestehen, wobei vorausgesetzt wird, dass die Verjüngung eine bleibende Biegbarkeit erlaubt, so dass die Schneidspitze 9 in einer bestimmten Winkellage zum Kupplungsrohr 3 bleibend einstellbar ausgebildet ist.
[0046] Gemäss Fig. 1 wird das Vorderteil 5 des Halters 2 in einem Freiraum 38 im Spitzenträger 6 aufgenommen, so dass beim Lösen der Feststellschraube 7 der Spitzenträger 6 in den Pfeilrichtungen 39 im Freiraum 38 verschiebbar und feststellbar ausgebildet ist. Auf diese Weise kann die Eindringtiefe der jeweiligen Schneidspitze 9 in die Stoffbahnen 23, 24 eingestellt werden.
[0047] Die Einspannung des Spitzenträgers 6 erfolgt mit Hilfe einer Feststellschraube 7, deren Bolzenende 8 sich auf dem Vorderteil 5 abstützt.
[0048] An der Vorderseite des Spitzenträgers 6 ist die Schneidspitze 9 auswechselbar eingesetzt, wobei lediglich schematisiert dargestellt ist, dass im Innenraum der Schneidspitze 9 ein Heizelement 10 und ein Temperatursensor 11 angeordnet sind.
[0049] Der Temperatursensor 11 ist mit einer Messleitung 12 nach aussen verbunden, während die Energiezufuhr zum Heizelement 10 über eine eigene Energiezufuhrleitung 13 erfolgt.
[0050] In der Fig. 2 ist das elektrische Ersatzschaltbild der Anordnung dargestellt, wobei die elektronische Regelung der Temperatur der Schneidspitze 9 dargestellt ist.
[0051] Über den Temperatursensor 11 und die Messleitung 12 wird die Ist-Temperatur erfasst und von einem Messumformer 17 umgeformt und als Ist-Wert-Eingang 18 einem Regler 16 zugeführt. Der andere Eingang des Reglers ist als Soll-Wert-Eingang 19 ausgebildet.
[0052] Der Regler 16 regelt demzufolge die Temperatur des Heizelementes 10, wobei hier vereinfacht dargestellt ist, dass die Regelung durch einen elektronischen Schalter 15 gewährleistet wird, der zwischen einem stromlosen und einem nicht stromlosen Zustand einer Spannungsversorgung 14 schaltbar ist.
[0053] Selbstverständlich können derartige Regler auch wesentlich aufwendiger aufgebaut sein und nicht nur eine Zweipunkt-Temperaturregelung ermöglichen. Sie können als PD-Regler ausgebildet sein, als P-, PD-, PI- oder als PID-Regler oder als Fuzzy-Regellogik.
[0054] Demzufolge ist der Ausgang des Reglers 16 als Ausgangsleitung 20 ausgebildet, und dadurch wird der elektronische Schalter 15 umgeschaltet.
[0055] In Fig. 3 ist die gruppenweise Anordnung von mehreren Schneidvorrichtungen dargestellt.
[0056] Die Schneidvorrichtungen 1a-1c gehören zu einer ersten Gruppe 21 von Schneidvorrichtungen, die z. B. auf eine erste Gruppentemperatur 27 geregelt werden. Dies ist in Fig. 4 dargestellt, und die Gruppentemperatur 27 ist höher als die zweite Gruppentemperatur 28 der in der zweiten Gruppe 22 zusammengefassten Schneidvorrichtungen 1d-1h.
[0057] Der Betrieb der beiden gruppenweise 21, 22 angeordneten Schneidvorrichtungen erfolgt nun gemäss dem Diagramm nach Fig. 4.
[0058] Es ist erkennbar, dass zwei Stoffbahnen 23, 24 hintereinander liegend an einem Stickrahmen angeordnet sind und hierbei die erste Gruppe 21 der Schneidvorrichtungen 1a-1c durch beide Stoffbahnen 23, 24 hindurch dringt und beide schneidet. Die Fig. 4 zeigt, dass die Schneidtemperatur 27 der ersten Gruppe 21 höher ist als die Schneidtemperatur 28 der zweiten Gruppe 22.
[0059] Wichtig hierbei ist, dass der Schmelzpunkt 30 der ersten Stoffbahn 23 unterhalb der Gruppentemperatur 28 liegt und der Schmelzpunkt 31 der zweiten Stoffbahn 24 oberhalb der Gruppentemperatur 28 liegt.
[0060] Genauer gesagt, sollte die Schmelztemperatur 31 der Stoffbahn 24 im Abstand 29 zwischen den beiden Gruppentemperaturen 27, 28 liegen.
[0061] Wenn die beiden Gruppen 21, 22 von Schneidvorrichtungen 1a-1c; 1d-1h in der beschriebenen Weise betätigt werden, kommt es zu einem Schnittbild nach Fig. 5.
[0062] Hier ist zunächst erkennbar, dass aus der ersten Stoffbahn 23 mit der niedrigeren Schmelztemperatur 30 ein Symbolumriss 33 ausgeschnitten wird, wobei wegen der höheren Schmelztemperatur 31 der hinteren Stoffbahn 24 diese hintere Stoffbahn 24 unbeeinflusst bleibt. Demzufolge erfolgt das Ausschneiden des Symbolumrisses 33 nur aus der vorderen Stoffbahn 23, und der dadurch gebildete Ausschnitt 34 kann entfernt werden, so dass darunter liegend die zweite Stoffbahn 24 gemäss Fig. 5 sichtbar wird.
[0063] In der Gruppe 21 nach Fig. 3werden jedoch beide Schmelzpunkte 30, 31 überschritten, weil die Schneidspitzen der Schneidvorrichtungen 1a-1c eine Gruppentemperatur 27 haben, die höher ist als die beiden Schmelztemperaturen 30, 31 beider Stoffbahnen. Aus diesem Grund wird in Abwandlung zu dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 auch die hintere Stoffbahn 24 im gleichen Arbeitsgang ausgeschnitten, so dass ein insgesamt durch beide Stoffbahnen hindurchgehender Symbolumriss 33 ausgeschnitten wird.
[0064] Der Symbolumriss 33 wird in Pfeilrichtung 32 entfernt.
Zeichnungslegende
[0065] <tb>1<sep>Schneidvorrichtung <tb>2<sep>Halter <tb>3<sep>Kupplungsende <tb>4<sep>Verjüngung <tb>5<sep>Vorderteil <tb>6<sep>Spitzenträger <tb>7<sep>Feststellschraube <tb>8<sep>Bolzenende <tb>9<sep>Schneidspitze <tb>10<sep>Heizelement <tb>11<sep>Temperatursensor <tb>12<sep>Messleitung <tb>13<sep>Energiezufuhr <tb>14<sep>Spannungsversorgung <tb>15<sep>elektrischer Schalter <tb>16<sep>Regler <tb>17<sep>Messumformer <tb>18<sep>Ist-Wert-Eingang <tb>19<sep>Soll-Wert-Eingang <tb>20<sep>Ausgangsleitung <tb>21<sep>Gruppe von Schneidvorrichtung 1 <tb>22<sep>Gruppe von Schneidvorrichtung 2 <tb>23<sep>Stoffbahn (erste) <tb>24<sep>Stoffbahn (zweite) <tb>25<sep>Pfeilrichtung <tb>26<sep>Pfeilrichtung <tb>27<sep>Gruppentemperatur 1 <tb>28<sep>Gruppentemperatur 2 <tb>29<sep>Temperaturdifferenz <tb>30<sep>Schmelzpunkt (23) <tb>31<sep>Schmelzpunkt (24) <tb>32<sep>Pfeilrichtung <tb>33<sep>Symbolumriss <tb>34<sep>Ausschnitt <tb>35<sep>Pfeilrichtung <tb>38<sep>Freiraum <tb>39<sep>Pfeilrichtung

Claims (11)

1. Verfahren zum Betrieb einer Schneidvorrichtung (1) an einer Stickmaschine, an deren Stickboden mindestens eine zu schneidende oder zu schmelzende Stoffbahn (23, 24) aus einem wärmeschmelzbaren Textil angeordnet ist, der gegenüberliegend mindestens eine an der Schneidvorrichtung angeordnete und über ein Heizelement (10) beheizte Schneidspitze (9) angeordnet ist, die in Schneid- oder Schmelzeingriff mit der Stoffbahn (23, 24) gebracht wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur der Schneidspitze (9) der Schneidvorrichtung (1) in Abhängigkeit von der Schmelztemperatur (30, 31) und der Schneidgeschwindigkeit sowie von weiteren Parametern der Stickerei wie beispielsweise die Dicke oder die Feuchte der zu schneidenden Stoffbahn (23, 24) geregelt ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von Schneidspitzen (9a, 9b) in Gruppen (21, 22) angeordnet sind und die Schneidspitzen (9a, 9b) auf unterschiedliche Gruppentemperaturen (27, 28) geregelt werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass auch mehrlagige Stoffbahnen geschnitten werden und dass die vorderste Stoffbahn (23) von der Schneideinrichtung geschnitten wird, während die hintere Stoffbahn (24) von der Schneideinrichtung unbeeinflusst bleibt oder ebenfalls geschnitten wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur der Schneidspitze (9) der jeweiligen Schneidvorrichtung (1) so eingestellt wird, dass, wenn lediglich aus der vorderen Stoffbahn (23) ein Ausschnitt erfolgen soll und die hintere Stoffbahn (24) unbeeinflusst bleiben soll, die Schmelztemperatur der Schneidspitze auf die Schmelztemperatur der vorderen Stoffbahn (23) eingestellt wird, während die Schmelztemperatur der Schneidspitze für die dahinter liegenden Stoffbahn (24) höher gewählt ist, so dass diese von der Schneidspitze nicht geschnitten wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Gruppentemperatur (28) der Schneidspitzen für die erste Stoffbahn (23) oberhalb des Schmelzpunktes (30) für die erste Stoffbahn (23), aber unterhalb des Schmelzpunktes (31) für die zweite Stoffbahn (24) liegt.
6. Vorrichtung für eine Stickmaschine mit einer Schneidvorrichtung (1) bestehend aus einer Mehrzahl von mithilfe von an der Schneidspitze angeordneten Heizelementen (10) beheizbaren Schneidspitzen (9), die mit der zu schneidenden Stoffbahn (23, 24) in Eingriff und ausser Eingriff bringbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Schneidspitze ein die Temperatur des Heizelementes (10) erfassender Temperatursensor (11) zugeordnet ist, der dem Ist-Wert-Eingang eines Reglers (16) zugeführt ist, der einen Sollwert-Eingang aufweist und dessen Ausgang die Heizleistung des Heizelementes (10) in Abhängigkeit vom Ist-Wert und Sollwert regelt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidspitze (9) in Bezug zur Stoffbahn (23, 24) biegbar in einem Halter (2) aufgenommen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidspitze (9) im Halter (2) längsverschiebbar und feststellbar gehalten ist.
9. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler (16) ein Zweipunkt-Regler ist.
10. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler (19) ein PID-, PI, P oder ein PD-Regler ist.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidtemperaturen und die Schneidgeschwindigkeiten und die Schnittkonturen im Stickprogramm vorgegeben sind.
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