CH705602A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Formteils. - Google Patents

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Abstract

Zur Herstellung eines Formteils (F) wird ein Stangenmaterial (S) einer Abschereinrichtung (3) zugeführt und dort ein Abschnitt (A) abgeschert. Der abgescherte Abschnitt (A) wird an seinen beiden Enden angefast und dann einer Umformungseinrichtung (8) zugeführt, wo er in mindestens einem Umformungsvorgang in das Formteil (F) umgeformt wird. Durch die Anfasung des Abschnitts (A) werden durch das Abscheren entstandene Grate entfernt und Einbuchtungen reduziert, so dass der Abschnitt (A) problemlos in die Umformungseinrichtung eingeführt werden kann und dabei eine bessere und konstantere Formfüllung erreicht wird.

Description

[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Formteils gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 9.
[0002] Die Massenherstellung von metallischen Formteilen durch Umformen von Abschnitten eines Stangenmaterials ist allgemein bekannt und weit verbreitet. Die Abschnitte werden dabei vom Stangenmaterial abgeschert und dann einer Umformungseinrichtung zugeführt, in der sie in einem oder mehreren Schritten in die Gestalt der herzustellenden Formteile umgeformt werden. Der bzw. der erste Umformungsschritt umfasst das Einführen der Abschnitte in der Regel durch Führungen hindurch in eine Umformmatrize und das Umformen der Abschnitte in der Matrize mittels eines Stempels oder dergleichen, also durch Kalt- oder Warmumformen.
[0003] Beim Abscheren der Abschnitte vom Stangenmaterial werden die Abschnitte unerwünschterweise deformiert. So treten beim Kaltabscheren (Stangenmaterial nicht erhitzt) Grate und ein geringer Einzug auf und die Scherfläche ist nicht glatt. Beim Warmabscheren (Stangenmaterial erhitzt) ist der abgescherte Abschnitt ausserdem nicht mehr exakt zylindrisch, sondern weist ausgeprägte Ein- und Ausbuchtungen auf. Diese durch das Abscheren hervorgerufenen Deformationen der Abschnitte wirken sich störend auf die anschliessenden Umformschritte aus. Die Einführung der Abschnitte in die Umformmatrize wird erschwert, der Füllgrad der Umformmatrize ist nicht konstant und die Standmenge (Anzahl Umformvorgänge) der Umformeinrichtung wird reduziert.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs erwähnten Art dahingehend zu verbessern, dass die genannten, durch die Deformation der Abschnitte verursachten Schwierigkeiten vermieden werden. Konkreter sollen durch das erfindungsgemässe Verfahren Abschnitte erzielt werden, die glattere Scherflächen und keine Schergrate aufweisen, eine bessere und volumenkonstante Füllung der Umformmatrizen ermöglichen und geringere Bearbeitungszugaben, für die nachfolgende mechanische Bearbeitung, erfordern.
[0005] Diese Aufgabe wird durch das erfindungsgemässe Verfahren und die erfindungsgemässe Vorrichtung gelöst, wie sie im unabhängigen Anspruch 1 bzw. unabhängigen Anspruch 9 definiert sind. Besonders vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den jeweils abhängigen Ansprüchen.
[0006] Unter «Stangenmaterial» werden im vorliegenden Zusammenhang metallische Stäbe, Stangen und Drähte jeglicher Abmessungen verstanden. Kreisrunde Querschnitte sind die Regel, die Erfindung ist aber nicht darauf beschränkt. Die Bezeichnung «stangenförmig» ist analog zu verstehen.
[0007] Das Wesen der Erfindung besteht in Folgendem: Bei einem Verfahren zur Herstellung eines Formteils durch Abscheren eines Abschnitts von einem metallischen Stangenmaterial und Umformung des abgescherten Abschnitts wird das Stangenmaterial einer Abschereinrichtung zugeführt und dort der Abschnitt abgeschert. Der abgescherte Abschnitt wird vor seiner Zuführung zu einer Umformungseinrichtung an seinen beiden Enden angefast und dann der mindestens einstufigen Umformungseinrichtung zugeführt, wo er in mindestens einem Umformungsvorgang in das Formteil umgeformt wird.
[0008] Durch die erfindungsgemässe Anfasung des Abschnitts werden Grate und Ein- und Ausbuchtungen entfernt bzw. reduziert, so dass der Abschnitt problemlos in die Verformungseinrichtung eingeführt werden kann und dabei eine bessere und konstantere Formfüllung erreicht wird.
[0009] Vorteilhafterweise erfolgt die Anfasung des Abschnitts durch spanabhebende Bearbeitungsverfahren wie zum Beispiel Drehen, Bürsten oder Schleifen oder durch ein Sonderverfahren wie zum Beispiel Laser- oder Plasmabearbeitung.
[0010] Weiters ist es zur Erleichterung der Umformung vorteilhaft, wenn der Abschnitt während seiner Zuführung zur Umformungseinrichtung für die anschliessende Umformung erwärmt oder, sofern das Stangenmaterial bereits vor der Abscherung des Abschnitts erwärmt wurde, warmgehalten wird. Die Warmhaltung bzw. Erwärmung des Abschnitts erfolgt dabei vorteilhafterweise in einer Schutzgasatmosphäre, was einer Verzunderung entgegenwirkt.
[0011] Vorteilhafterweise wird der Abschnitt zur Begünstigung des Umformungsprozesses vor oder während seiner Zuführung zur Umformungseinrichtung mit einem Schmiermittel beaufschlagt.
[0012] Zweckmässigerweise wird das Stangenmaterial vor der Abscherung des Abschnitts erwärmt. Dies erleichtert das Abscheren insbesondere bei dickerem Stangenmaterial. Zudem kann eine im Einricht- oder Fertigungsprozess notwendige Korrektur der Abschnittlänge sofort einfliessen und es muss nicht ein bereits gescherter Vorrat an Abschnitten abgearbeitet oder gar verworfen werden.
[0013] Vorteilhafterweise wird, speziell bei Stangenmaterial aus Stahl, zur Qualitätsverbesserung des herzustellendenden Formteils der Abschnitt vor seiner Zuführung in die Umformungseinrichtung entzundert.
[0014] Gemäss einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemässen Verfahrens werden die Abschereinrichtung taktweise mit einem grösseren Maschinentakt und die Umformungseinrichtung taktweise mit einem kleineren Maschinentakt betrieben, wobei die Abschereinrichtung und die Umformungseinrichtung durch einen Pufferspeicher für die von der Abschereinrichtung abgescherten Abschnitte taktmässig entkoppelt werden. Dies ermöglicht es, die in der Regel unbrauchbaren Anfangs- und Endstücke des Stangenmaterials zu verwerfen, ohne dass die Beschickung der Umformungseinrichrung beeinträchtigt wird.
[0015] Eine zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens geeignete Vorrichtung umfasst eine Abschereinrichtung zum Abscheren eines Abschnitts von einem metallischen Stangenmaterial und eine mindestens einstufige Umformungseinrichtung zur Umformung des Abschnitts in ein herzustellendes Formteil sowie eine Anfasungseinrichtung zum Anfasen des abgescherten Abschnitts an seinen beiden Enden.
[0016] Durch die erfindungsgemässe Anfasungseinrichtung werden Grate und Ein- und Ausbuchtungen vom Abschnitt entfernt bzw. reduziert, so dass der Abschnitt problemlos in die Umformungseinrichtung eingeführt werden kann und dabei eine bessere und konstantere Formfüllung erreicht wird.
[0017] Die Anfasungseinrichtung ist vorzugsweise als spanabhebende Bearbeitungsvorrichtung, zum Beispiel eine Dreh-, Bürst- oder Schleifvorrichtung ausgebildet, kann aber auch als Laser- oder Plasmabearbeitungsvorrichtung ausgebildet sein.
[0018] Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die erfindungsgemässe Vorrichtung eine Erwärmungseinrichtung zum Erwärmen des Stangenmaterials vor der Abscherung des Abschnitts. Dies erleichtert das Abscheren insbesondere bei dickerem Stangenmaterial.
[0019] Vorteilhafterweise umfasst die Vorrichtung eine Entzunderungseinrichtung zum Entzundern abgescherter Abschnitte aus Stahlwerkstoffen. Durch die Entzunderung des Abschnitts werden die Qualität des herzustellenden Stahl-Formteils und die Standmenge der nachfolgenden Umformwerkzeuge erhöht.
[0020] Weiters ist es für den Umformvorgang vorteilhaft, wenn die Vorrichtung eine Warmhalteeinrichtung zum Warmhalten des entzunderten Abschnitts umfasst. Dabei ist es speziell bei Abschnitten aus Stahl von Vorteil, wenn die Warrnhalteeinrichtung den Abschnitt in einer Schutzgasatmosphäre warmhält, wodurch eine Wieder-Verzunderung verhindert wird.
[0021] Ferner ist es zweckmässig, wenn die Abschereinrichtung und die Umformungseinrichtung für taktweises Arbeiten ausgebildet sind und zur Entkoppelung der Abschereinrichtung und der Umformungseinrichtung ein Pufferspeicher für die von der Abschereinrichtung abgescherten Abschnitte vorgesehen ist. Dies ermöglicht eine gleichmässige Beschickung der Umformungseinrichtung mit abgescherten Abschnitten.
[0022] Im Folgenden werden das erfmdungsgemässe Verfahren und die erfindungsgemässe Vorrichtung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen anhand eines Ausführungsbeispiels detaillierter beschrieben. Es zeigen: <tb>Fig. 1 <sep>eine schematische Ansicht eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemässen Vorrichtung, <tb>Fig. 2-3 <sep>zwei Detailskizzen einer Abschereinrichtung der Vorrichtung von Fig. 1, <tb>Fig. 4-6 <sep>drei Ansichten eines abgescherten Abschnitts vor seiner Anfasung nach dem erfindungsgemässen Verfahren, <tb>Fig. 7-9<sep>drei Ansichten des abgescherten Abschnitts der Figuren 4-6nach seiner Anfasung, <tb>Fig. 10-11 <sep>zwei Detailskizzen einer Anfasungseinrichtung der Vorrichtung von Fig 1 und <tb>Fig. 12 <sep>eine Detailskizze einer Entzunderungseinrichtung der Vorrichtung von Fig. 1.
[0023] Für die nachstehende Beschreibung gilt die folgende Festlegung: Sind in einer Figur zum Zweck zeichnerischer Eindeutigkeit Bezugszeichen angegeben, aber im unmittelbar zugehörigen Beschreibungsteil nicht erwähnt, so wird auf deren Erläuterung in vorangehenden oder nachfolgenden Beschreibungsteilen verwiesen. Umgekehrt sind zur Vermeidung zeichnerischer Überladung für das unmittelbare Verständnis weniger relevante Bezugszeichen nicht in allen Figuren eingetragen. Hierzu wird auf die jeweils übrigen Figuren verwiesen.
[0024] Die in der Zeichnung dargestellte Vorrichtung ist für das sogenannte Warmabscheren ausgelegt und umfasst im Wesentlichen eine durch zwei Rollen symbolisierte Vorschubeinrichtung 1 für ein metallisches Stangenmaterial S mit rundem, in der Regel kreisrundem Querschnitt, eine z.B. induktiv arbeitende Erwärmungseinrichtung 2 für das Stangenmaterial S, eine Abschereinrichtung 3 zur Abscherung eines Abschnitts A vom Stangenmaterial S, einen Pufferspeicher 4 für abgescherte Abschnitte A, eine Anfasungseinrichtung 5 für die abgescherten Abschnitte A, eine Entzunderungsvon’ichtung 6 für die abgescherten und angefasten Abschnitte A, eine z.B. induktiv arbeitende Warmhalteeinrichtung 7 für die Abschnitte A und eine ein-oder mehrstufige Umformungseinrichtung 8, welche jeden abgescherten Abschnitt A in ein Formteil F umformt. Ferner umfasst die Vorrichtung nicht dargestellte Fördereinrichtungen, welche taktweise die abgescherten Abschnitte A von der Abschereinrichtung 3 über den Pufferspeicher 4, die Anfasungseinrichtung 5, die Entzunderungseinrichtung 6 und die Warmhalteeinrichtung 7 in die Umformungseinrichtung 8 transportieren und die Formteile F aus der Umformungseinrichtung 8 abführen. Alle Komponenten der Vorrichtung sind durch einen ebenfalls nicht dargestellten Rechner gesteuert.
[0025] Die Vorschubeinrichtung 1, die Erwärmungseinrichtung 2, die Abschereinrichtung 3, die Warmhalteeinrichtung 7 und die Umformungseinrichtung 8 sowie die nicht gezeigten Fördereinrichtungen und der steuernde Rechner sind an sich konventionell aufgebaut und bedürfen deshalb für den Umformungsfachmann keiner näheren Erläuterung. Auf den Pufferspeicher 4, die Anfasungseinrichtung 5 und die Entzunderungseinrichtung 6 wird weiter unten noch näher eingegangen.
[0026] Das erfindungsgemässe Verfahren läuft wie folgt ab:
[0027] Das üblicherweise in einem Magazin vorrätig gehaltene Stangenmaterial S wird mittels der Vorschubeinrichtung 1 durch die Erwärmungseinrichtung 2, wo es z.B. auf Schmiedetemperatur erwärmt wird, in die Abschereinrichtung 3 eingeführt. Vom warmen Stangenmaterial S werden dann im Wesentlichen zylindrische Abschnitte A abgeschert und in den Pufferspeicher 4 transportiert. Die in der Regel unbrauchbaren Anfangs- und Endstücke des Stangenmaterials werden dabei aussortiert und verworfen. Das Abscheren der Abschnitte A erfolgt mit einem ersten Maschinentakt.
[0028] Aus dem Pufferspeicher 4 wird jeweils ein (noch warmer) Abschnitt A entnommen und in die Anfasungseinrichtung geführt, in welcher er, wie weiter unten noch näher erläutert ist, beidseitig, das heisst an den Stirnkanten seiner beiden Enden, angefast wird.
[0029] Anschliessend gelangt der angefaste Abschnitt A in die Entzunderungseinrichtung 6, wo er von allfälligen Zunderschichten befreit wird. Die Entzunderung ist im Allgemeinen nur bei Stahlwerkstoffen erforderlich.
[0030] Daraufhin wird (beim Warmumformen) der Abschnitt A in die Warmhalteeinrichtung 7 befördert, in der er warmgehalten oder eventuell auch nochmals aufgewärmt wird. Vorzugsweise geschieht dies in einer Schutzgasatmosphäre, die eine Wieder-Verzunderung verhindert. Gleichzeitig kann in der Warmhalteeinrichtung 7 (oder nachfolgend) ein die anschliessende Umformung begünstigender Schmierstoff, beispielsweise einer ölhaltigen oder wässerigen Dispersion aus Festschmierstoffen wie zum Beispiel Graphit oder Molybdänsulfid, appliziert werden.
[0031] Schliesslich wird der Abschnitt A in die Umformungseinrichtung 8 eingeführt und dort in einem oder mehreren Umformungsscliritten zum Formteil F umgeformt. Letzteres wird dann in einen nicht dargestellten Auffangbehälter abgeführt.
[0032] Die Abläufe von der Entnahme des Abschnitts A aus dem Pufferspeicher bis zur Abführung des fertigen Formteils erfolgen ebenfalls taktweise, und zwar mit einem zweiten Maschinentakt, der etwas geringer ist als der erste Maschinentakt, mit dem das Abscheren der Abschnitte A und deren Einführung in den Pufferspeicher 4 erfolgt. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass durch die Aussonderung der unbrauchbaren Anfangs- und Endstücke des Stangenmaterials S keine Lücken in der Beschickung der Umformungseinrichtung 8 entstehen.
[0033] Der Pufferspeicher 4 besteht im Wesentlichen aus einem Behälter, der einige, z.B. etwa 5-10, Abschnitte A aufnehmen kann.
[0034] Die Fig. 2 und 3 zeigen die Abscherung eines Abschnitts A vom Stangenmaterial S. Das Stangenmaterial S wird in einem feststehenden Schermesser 31 geführt und gehalten. Ein weiteres Schermesser 32 wird quer zur Längsrichtung des Stangenmaterials S bewegt und schert dabei den Abschnitt A vom Stangenmaterial S ab (Fig. 3). Während des Abscherens kann der abzuscherende Abschnitt auch mit einer axialen Druckkraft beaufschlagt werden, wobei das Stangenmaterial S axial entsprechend festgehalten würde. Durch die durch die Druckbeaufschlagung bewirkte Überlagerung eines Druckzustands in den abzuscherenden Abschnitt während des Abschervorgangs wird die Abschnittqualität verbessert.
[0035] Wie aus Fig. 3 erkennbar ist, wird bei der Abscherung der Abschnitt A deutlich gegenüber der idealen Zylinderform deformiert. Die Fig. 4-6verdeutlichen diese Deformationen in einer Schrägansicht (Fig. 4), einer axialen Draufsicht (Fig. 5) und einer Seitenansicht (Fig. 6) des Abschnitts A. Die Einbuchtungen sind in der Zeichnung mit 11, bezeichnet, die Grate mit dem Bezugszeichen 12. Die beiden Stirnkanten bzw. Umfangsränder an den beiden Enden des (abgesehen von den Deformationen) zylindrischen Abschnitts A sind mit 13 und 14 bezeichnet.
[0036] Gemäss einem der wesentlichsten Aspekte der Erfindung werden die abgescherten Abschnitte A vor der weiteren Verarbeitung an ihren beiden Enden bzw. Stirnkanten 13 und 14 angefast. Die dabei entstehenden, im Wesentlichen konischen Fasen sind in den Fig. 7-9 dargestellt und dort mit den Bezugszeichen 15 und 16 versehen. Fig. 7 stellt eine Schrägansicht, Fig. 8 eine axiale Draufsicht und Fig. 9 eine Seitenansicht des angefasten Abschnitts A dar. Wie aus den Figuren ersichtlich ist, werden durch die Anfasung die Grate 12 entfernt und die Einbuchtungen teilweise eliminiert. Die erfindungsgemäss angefasten Abschnitte A können problemlos in die Umformungseinrichtung 8 eingeführt werden und sorgen dort für eine bessere und konstantere Formfüllung. Ausserdem wird die Standmenge der Umformungseinrichtung dadurch erhöht.
[0037] Die Steilheit der Anfasungen kann z.B. 45° +- 15° betragen. Die radiale Breite beträgt beispielsweise etwa 1-5 mm, je nach Durchmesser des Stangenmaterials S (z.B. 10-100 mm).
[0038] Die Anfasung der Abschnitte A an ihren beiden Stirnkanten 13 und 14 kann auf verschiedene Weise erfolgen. Beispielsweise kann die dafür vorgesehene Anfasungseinrichtung 5 als Zerspanungseinrichtung ausgebildet sein, so wie dies schematisch in den Fig. 10 und 11 dargestellt ist. Hierbei wird der heisse Abschnitt A von einer am Umfang des Abschnitts angreifenden Zange 51 gehalten. Zu beiden Seiten des Abschnitts A sind koaxial zum Abschnitt rotierende Messerköpfe 52 und 53 mit Drehmessern 54 und 55 angeordnet. Die Messerköpfe 52 und 53 sind vorzugsweise gegenläufig motorisch angetrieben und können axial in Richtung auf den Abschnitt A zugestellt werden und schneiden die Anfasungen 15 und 16 (Fig. 6-9) in die Stimkanten des Abschnitts A. Der Zustellhub der Messerköpfe 52 und 53 ist vorzugsweise verstellbar, so dass die Breite bzw. Tiefe der Anfasungen den jeweiligen Erfordernissen entsprechend eingestellt werden kann.
[0039] Die Anfasungseinrichtung 5 kann auch anders ausgebildet sein. Beispielsweise als Bürstvorrichtung oder als Schleifvorrichtung, wobei die Anfasung durch entsprechendes Bürsten oder Schleifen erzeugt würde. Ferner sind auch Sonderausbildungen möglich, etwa als Laser- oder Plasmabearbeitungsvorrichtung.
[0040] Wenn das Stangenmaterial S in heissem Zustand verarbeitet wird, bildet sich bei Stahl auf den Abschnitten A eine Zunderschicht, die in der Entzunderungseinrichtung 6 entfernt wird. Die Entzunderungseinrichtung 6 kann dazu beispielsweise als Stauchvorrichtung ausgebildet sein, wie sie in Fig. 12 schematisch skizziert ist. Der Abschnitt A wird dabei von zwei Pressstempeln 61 und 62 leicht axial gestaucht, wodurch die Zunderschicht vom Abschnitt A abgesprengt wird. Selbstverständlich sind auch andere Entzunderungsverfahren möglich.
[0041] Vorstehend wurde die Erfindung am Beispiel der Warmabscherung beschrieben. Sie ist jedoch ebenso geeignet für ein Verfahren, im Zuge dessen die Abschnitte von kaltem Stangenmaterial abgeschert werden. Bei einem solchen Verfahren wären natürlich die Erwärmungseinrichtung 2 für das Stangenmaterial S und die Entzunderungseinrichtung 6 nicht erforderlich. Ferner könnte bei diesem Verfahren anstelle der Warmhalteeinrichtung 7 eine entsprechende Erwärmungseinrichtung für die Abschnitte A vorgesehen sein bzw. die Warmhalteeinrichtung 7 so ausgebildet sein, dass sie die Abschnitte A auf die erforderliche Temperatur aufwärmen kann. Bei einer Kaltumformung kann darauf auch verzichtet werden.

Claims (15)

1. Verfahren zur Herstellung eines Formteils (F) durch Abscheren eines Abschnitts (A) von einem metallischen Stangenmaterial (S) und Umformung des abgescherten Abschnitts (A), wobei das Stangenmaterial (S) einer Abschereinrichtung (3) zugeführt und dort der Abschnitt (A) abgeschert wird und wobei der abgescherte Abschnitt (A) einer mindestens einstufigen Umformungseinrichtung (8) zugeführt und dort in mindestens einem Umformungsvorgang in das Formteil (F) umgeformt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der abgescherte Abschnitt (A) vor seiner Zuführung zur Umformungseinrichtung (8) an seinen beiden Enden angefast wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anfasung des Abschnitts (A) durch Zerspanen oder Laserbearbeitung oder Plasmabearbeitung erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Abschnitt (A) während seiner Zuführung zur Umformungseinrichtung (8) erwärmt oder warmgehalten wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Warrnhaltung oder Erwärmung des Abschnitts (A) in einer Schutzgasatmosphäre erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abschnitt (A) vor oder während seiner Zuführung zur Umformungseinrichtung (8) mit einem Schmiermittel beaufschlagt wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stangenmaterial (S) vor der Abscherung des Abschnitts (A) erwärmt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Abschnitt (A) vor seiner Zuführung in die Umformungseinrichtung (8) entzundert wird.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschereinrichtung (3) taktweise mit einem grösseren Maschinentakt und die Umformungseinrichtung (8) taktweise mit einem kleineren Maschinentakt betrieben werden, wobei die Abschereinrichtung (3) und die Umformungseinrichtung (8) durch einen Pufferspeicher (4) für die von der Abschereinrichtung (3) abgescherten Abschnitte (A) taktmässig entkoppelt werden.
9. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche mit einer Abschereinrichtung (3) zum Abscheren eines Abschnitts (A) von einem metallischen Stangenmaterial (S) und mit einer mindestens einstufigen Umformungseinrichtung (8) zur Umformung des Abschnitts (A) in ein herzustellendes Formteil (F), gekennzeichnet durch eine Anfasungseinrichtung (5) zum Anlasen des abgescherten Abschnitts (A) an seinen beiden Enden.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Anfasungseinrichtung (5) als spanabhebende Bearbeitungsvorrichtung, Laserbearbeitungsvorrichtung oder Plasmabearbeitungsvorrichtung ausgebildet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Erwärmungseinrichtung (2) zum Erwärmen des Stangenmaterials (S) vor der Abschemng des Abschnitts (A) umfasst.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Entzunderungseinrichtung (6) zum Entzundern des abgescherten Abschnitts (A) umfasst.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Warmhalteeinrichtung (7) zum Warmhalten des entzunderten Abschnitts (A) umfasst.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Warmhalteeinrichtung (7) den Abschnitt (A) in einer Schutzgasatmosphäre warmhält.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschereinrichtung (3) und die Umformungseinrichtung (8) zum taktweisen Arbeiten ausgebildet sind und dass zur Entkoppelung der Abschereinrichtung (3) und der Umformungseinrichtung (8) ein Pufferspeicher (4) für die von der Abschereinrichtung (3) abgescherten Abschnitte (A) vorgesehen ist.
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