CH706155B1 - Deckelstab für eine Karde oder Krempel. - Google Patents
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Abstract
Ein Deckelstab für eine Karde oder Krempel weist einen länglichen Tragkörper umfassend einen Fussteil (14b) und einen Rückenteil (14a) mit zwei Seitenwänden (14 4 , 14 5 ) auf. Der Tragkörper ist als Hohlkörper ausgebildet, der einen Innenraum aufweist, wobei das Fussteil (14b) im Betrieb Betriebswärme aufnehmen kann und das Rückenteil (14a) im Betrieb mit der Umgebungsluft in Verbindung stehen kann. Im Innenraum des als Hohlkörper ausgebildeten Tragkörpers zwischen den Seitenwänden (14 4 , 14 5 ) sind mindestens ein wandförmiger Fusssteg (14 9 , 14 10 ) und mindestens zwei an den mindestens einen wandförmigen Fusssteg (14 9 , 14 10 ) angeschlossene wandförmige Kopfstege (14 2 , 14 3 ) vorhanden, wobei das Fussteil (14b) des Tragkörpers über den mindestens einen wandförmigen Fusssteg (14 9 , 14 10 ) und die mindestens zwei wandförmigen Kopfstege (14 2 , 14 3 ) mit dem Rückenteil (14a) des Tragkörpers in Verbindung steht.
Description
[0001] Die Erfindung betrifft einen Deckelstab für eine Karde oder Krempel gemäss dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.
[0002] Bei heutigen Hochleistungskarden spielt die Bauteilerwärmung und die damit verbundene Veränderung des Abstands der Bauteile eine zunehmend bedeutende Rolle. So auch beim Abstand zwischen Trommel und Deckelstab. Um eine gute Qualität bei maximaler Produktion erreichen zu können, muss dieser Abstand möglichst konstant gehalten werden. Die fortwährende Steigerung der Produktion der neuen Kardengenerationen führt jedoch auch zu deutlicheren Unterschieden zwischen dem kalt eingestellten Kardierspalt und dem im warmen Zustand. Darüber hinaus liegt beim einzelnen Deckelstab die besondere Situation vor, dass dieser nicht permanent am Kardierprozess beteiligt ist und somit fortlaufend Zyklen zwischen Erwärmung und Abkühlung durchläuft. Dadurch wiederum entsteht ein Temperaturgefälle zwischen der Garniturseite des Deckelstabs (warm) und dessen Rücken (kalt). Eben dieses Temperaturgefälle ist verantwortlich für die Verformung (hin zur Trommel) des Stabs.
[0003] Heutige Deckelstäbe (WO 2006 039 829 A) sind derart gestaltet, dass sich im Inneren eine bzw. mehrere horizontal getrennte Hohlkammern ergeben, die mit Luft (guter Isolator) «gefüllt» sind. Auf das Fussteil sind zwei vertikal angeordnete Aussenwände des Rückenteils aufgesetzt. Das Fussteil, die beiden Aussenwände (Stege) und eine horizontal angeordnete Zwischenwand umschliessen einen Innenhohlraum. Die Wärme fliesst von dem Fussteil in die beiden Aussenwände und wird von dort an die Umgebungsluft abgeführt. Dies führt dazu, dass sich der Wärmefluss auf die äusseren Stege des Deckelstabs beschränkt, welche wiederum am Wärmeaustausch mit der Umgebung beteiligt sind. Hieraus resultieren relativ hohe Temperaturunterschiede zwischen der Garniturseite und dem Rücken des Deckelstabs.
[0004] An Karden aktueller Bauform werden für den Kardierprozess als Kardierelemente Deckel mit flexiblen Garnituren (Wanderdeckel) und/oder Festkardierelemente mit Ganzstahlgarnituren benutzt. Die eigentlichen Garnituren werden dabei durch hochpräzise Trägerbauteile aufgenommen. Üblicherweise verwendet man heute als Trägerbauteil Aluminiumstrangpressprofile. Diese haben neben zahlreichen Vorteilen, wie z.B. geringes Gewicht, hohe Steifigkeit etc. jedoch den Nachteil, dass sie sich bei einseitiger Erwärmung, was beim Kardieren der Fall ist, zu der erwärmten Seite hin verformen. Je höher das Bauteil ist, umso grösser ist die Steifigkeit, aber auch die Verformung unter Wärmeeinfluss. Diese Verformung führt zu einem nicht konstanten Kardierspalt, was wiederum ein nicht optimales technologisches Kardierergebnis zur Folge hat.
[0005] Die Trägerprofile für Kardierelemente werden heute als rundum geschlossene Aluminiumstrangpressprofile ausgeführt. Die während des Kardierprozesses entstehende Wärme wird zu einem grossen Teil über die Kardierelemente nach aussen abgeführt. Das dazu notwendige Temperaturgefälle innerhalb des Profilquerschnittes führt zur Verformung des Kardierelements. Je grösser dieses Gefälle ist, umso grösser ist auch die Verformung.
[0006] Durch das Aufwärmen entsteht aber nicht nur eine Wärmeausdehnung über der gesamten Arbeitsbreite der Karde, sondern es entstehen auch Wärmegradienten über die Ausführungsformen der verschiedenen Bauteile der Karde. Zum Beispiel kann an der Trommeloberfläche eine Temperatur von 45°C entstehen. Ein der Trommel gegenüber befindliches Kardierelement wird auf der Seite der Trommelgarnitur auch diese Temperatur in etwa erreichen. Dagegen wird an der der Trommel abgewandten Seite des Kardierelements, die konstruktionsbedingt (aufgrund der Arbeitsbreite und der Genauigkeit der Elemente) mehrere Zentimeter hohe Rücken haben, die Temperatur einen deutlich tieferen Wert erreichen (z.B. 28°C). Der Unterschied in Temperatur über ein Kardierelement kann somit einige Grade Celsius betragen. Wie gross dieser Temperaturunterschied ist, ist abhängig von der Beschaffenheit des Elements (Konstruktion, Material), der geleisteten Kardierarbeit (Drehzahl, Produktion) und des Abstandes des Elements zu der Walze.
[0007] Dieser Wärmegradient verursacht ein Durchbiegen der Elemente über der und über die Breite der Karde. Durch diese Durchbiegung entsteht in der Mitte ein engerer Kardierspalt als aussen. Hierdurch entsteht ein ungleichmässiger Kardierspalt, der sich nach aussen verbreitert. Dies führt zu einer verringerten Kardierqualität und/oder einer schlechteren Nissenauflösung. Ebenfalls kann dies zu «Seitenflug» der Fasern führen. Das heisst, dass Fasern sich in der Randregion ansammeln und sich sogar absetzen, insbesondere ausserhalb der Arbeitsbreite. Diese Effekte kommen bei einer Karde mit einer Arbeitsbreite von 1 Meter zum Ausdruck, nehmen jedoch mit zunehmender Arbeitsbreite zu, z.B. wenn die Arbeitsbreite grösser als 1 Meter, zum Beispiel 1,2 Meter und mehr beträgt. Die Abweichung, die durch die oben genannten Effekte entstehen, können hier nicht vernachlässigt werden, sondern sind ein Problem für die gesamte Kardierqualität der Karde. Das Problem der thermischen Durchbiegung kommt zu der mechanischen Durchbiegung hinzu, die mit zunehmender Arbeitsbreite ansteigt.
[0008] Dadurch, dass sich Festkardierelemente und Wanderdeckelstäbe im Betrieb der Karde sehr stark erwärmen, wirken die Aluminiumstrangpressprofile der Festkardierelemente bzw. Wanderdeckelstäbe an der Aussenseite (von der Trommel weg zeigenden Seite) wie Kühlkörper, die ihre Wärme durch freie Konvektion an die umgebende Luft abgeben. Dadurch entsteht ein Temperaturgefälle innerhalb des Strangpressprofils. Die zur Trommel zeigende Seite ist wärmer und dehnt sich deshalb mehr aus, als die nach aussen zeigende Seite, wodurch sich das Festkardierelement oder der Wanderdeckelstab zur Trommel hin biegt. Dieses Biegen (und auch das Ausdehnen der Trommel) führt dazu, dass der Kardierspalt in der Mitte der Maschine enger wird und damit das Vlies ungleichmässiger und die Qualität schlechter. Ausserdem kann Seitenflug entstehen.
[0009] Aus der WO 2004/106 602 A ist ein Element für eine Karde bekannt, das mit mindestens einer Seite mit dem Fasermaterial in Kontakt kommen kann, wobei das Element an dieser Seite über der Arbeitsbreite der Karde einen konkaven Bogen aufweist. Die Arbeitsseite wird hierzu hohl bearbeitet oder gerichtet. Das Element kann ein Abdeck- oder Verschalungselement, Kardiersegment, Deckel, Wanderdeckelstab, Messer mit eventuell einer Absaugvorrichtung, Leitelement oder Arbeitselement sein. Ein Nachteil besteht darin, dass im kalten Zustand der Maschine ein konkaver Bogen erzeugt wird, der für alle Betriebszustände gleich vorgegeben ist. Eine Anpassung an die unterschiedliche Wärmeerzeugung bei der Verarbeitung verschiedener Fasermaterialien, z.B. Baumwolle und/oder Chemiefasern, ist nicht möglich.
[0010] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Deckelstab der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, der die genannten Nachteile vermeidet und insbesondere eine Anpassung an unterschiedliche Fasermaterialien und Betriebsverhältnisse bzw. -bedingungen erlaubt und einen konstanten Kardierspalt ermöglicht.
[0011] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäss durch einen Deckelstab mit den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 1.
[0012] Die abhängigen Patentansprüche 2 bis 19 haben vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemässen Deckelstabs zum Gegenstand.
[0013] Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft einen Wanderdeckel für eine Karde gemäss Patentanspruch 20.
[0014] Schliesslich betrifft ein weiterer Aspekt der Erfindung eine Karde mit einem Wanderdeckel gemäss Patentanspruch 20, gemäss dem Patentanspruch 21. Eine vorteilhafte Weiterbildung der Karde ist Gegenstand von Patentanspruch 22.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von zeichnerisch dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0016] Es zeigt:
<tb>Fig. 1<SEP>schematisch Seitenansicht einer Karde mit dem erfindungsgemässen Deckelstab
<tb>Fig. 2<SEP>Deckelstäbe des Wanderdeckels und Ausschnitt aus einer Gleitführung aus einem Einstellbogen (Flexibelbogen) mit einem Seitenschild und aus der Trommel sowie den Kardierspalt zwischen den Garnituren der Deckelstäbe und der Trommelgarnitur,
<tb>Fig. 3<SEP>Querschnitt durch einen erfindungsgemässen Deckelstab (Fussteil und Rückenteil),
<tb>Fig. 3a<SEP>abgebrochen den Fusssteg und die beiden abgezweigten Kopfstege des Deckelstabs gemäss Fig. 3 ,
<tb>Fig. 4 bis 7<SEP>weitere Ausführungsformen des erfindungsgemässen Deckelstabs,
<tb>Fig. 8a<SEP>schematisch Seitenansicht eines Wanderdeckels mit dem erfindungsgemässen Deckelstab,
<tb>Fig. 8b<SEP>schematisch Teilschnitt durch den Wanderdeckel und die Trommel gemäss Fig. 8a und
<tb>Fig. 9<SEP>abgebrochen einen Tragkörper mit einem Fusssteg sowie Deckelgarnitur, Mitnahmeelement und Zahnriemen.
[0017] Fig. 1 zeigt eine Karde, z.B. Trützschler Karde TC, mit Speisewalze 1, Speisetisch 2, Vorreissern 3a, 3b, 3c, Trommel 4, Abnehmer 5, Abstreichwalze 6, Quetschwalzen 7, 8, Vliesleitelement 9, Flortrichter 10, Abzugswalzen 11, 12, Wanderdeckel 13 mit Deckelumlenkrollen 13a, 13b und Deckelstäben 14, Kanne 15 und Kannenstock 16. Die Drehrichtungen der Walzen sind mit gebogenen Pfeilen gezeigt. Mit M ist der Mittelpunkt (Achse) der Trommel 4 bezeichnet. 4a gibt die Garnitur und 4b gibt die Drehrichtung der Trommel 4 an. Mit B ist die Drehrichtung des Wanderdeckels 13 in Kardierstellung und mit C ist die Rücktransportrichtung der Deckelstäbe 14, mit 30 ́, 30 ́ ́ sind Funktionselemente und mit 13a und 13b sind Deckelumlenkrollen bezeichnet. Der Pfeil A bezeichnet die Arbeitsrichtung.
[0018] Nach Fig. 2 ist auf jeder Seite der Karde ein Einstellbogen 17 (Flexibelbogen) vorhanden, der in dem zugehörigen Seitenschild 19 einstückig integriert ist. Der Einstellbogen 17 weist eine konvexe Aussenfläche 17a und eine Unterseite 17b auf. Oberhalb des Einstellbogens 17 ist eine Gleitführung 20, z.B. aus gleitfähigem Kunststoff vorhanden, die eine konvexe Aussenfläche 20a und eine konkave Innenfläche 20b aufweist. Die konkave Innenfläche 20b liegt auf der konvexen Aussenfläche 17a auf und vermag auf dieser in Richtung der Pfeile D, E zu gleiten. Jeder Deckelstab 14 besteht aus einem Rückenteil 14a und einem Deckelfuss 14b. Jeder Deckelstab 14 besitzt an seinen beiden Enden jeweils einen Deckelkopf, der jeweils zwei Stahlstifte 14 ́, 14 ́ ́ umfasst. Die über die Stirnflächen des Deckelfusses 14b ragenden Teile der Stahlstifte 14 ́, 14 ́ ́ gleiten auf der konvexen Aussenfläche 20a der Gleitführung 20 in Richtung des Pfeils B. An der Unterfläche des Deckelfusses 14b ist eine Garnitur 18 angebracht. Mit 21 ist der Spitzenkreis der Deckelgarnituren 18 bezeichnet. Die Trommel 4 weist an ihrem Umfang eine Trommelgarnitur 4a, z.B. Sägezahngarnitur, auf. Die Zahnhöhe der Sägezähne beträgt z.B. h = 2 mm. Mit 22 ist der Spitzenkreis der Trommelgarnitur 4a bezeichnet. Der Abstand (Kardierspalt) zwischen dem Spitzenkreis 21 und dem Spitzenkreis 22 ist mit a bezeichnet und beträgt z.B. 3/1000 ́ ́. Der Abstand zwischen der konvexen Aussenfläche 20a und dem Spitzenkreis 22 ist mit b bezeichnet. Der Abstand zwischen der konvexen Aussenfläche 20a und dem Spitzenkreis 21 der Deckelgarnitur 18 ist mit c bezeichnet. Der Radius der konvexen Aussenfläche 20a ist mit r3und der Radius des Spitzenkreises 22 ist mit r1bezeichnet. Die Radien r1und r3schneiden sich im Mittelpunkt M der Trommel 4. Mit 19 ist das Seitenschild bezeichnet. Die Deckelstäbe 14 sind Strangpresshohlprofile aus Aluminium mit einem Innenhohlraum. Mit 23 ist ein Mitnahmeelement bezeichnet, das mit dem (nicht dargestellten) Zahnriemen in Eingriff steht.
[0019] Nach Fig. 3 besteht der Tragkörper 14c des Deckelstabes 14 aus Deckelrücken 14a und Deckelfuss 14b und ist als Strangpresshohlprofil ausgebildet. Im Innenraum des Hohlkörpers ist ein Fusssteg 141als vertikal angeordnete Zwischenwand vorhanden, die über zwei abgezweigte Kopfstege 142bzw. 143(s. Fig. 3a ) den Deckelfuss 14b mit den Seitenwänden 144bzw. 145des Deckelrückens 14a verbindet. Die Zwischenwand 141und die abgezweigten Stege 142, 143sind im Querschnitt im Wesentlichen Y-förmig ausgebildet. Die Zwischenwand 141und die abgezweigten Stege 142, 143sind parallel zu der Längsachse des Deckelstabes 14 – der z.B. 1290 mm lang ist und sich über die gesamte Arbeitsbreite (s. Fig. 8b ) erstreckt – angeordnet. Die abgezweigten Stege 142, 143sind mit ihrem einen Endbereich mit der Zwischenwand 141verbunden. Mit ihrem anderen Endbereich sind die abgezweigten Stege 142, 143jeweils mit einer Innenfläche einer Seitenwand 144bzw. 145verbunden. Nach dem Ausführungsbeispiel der Fig. 3 sind die abgezweigten Stege jeweils mit dem oberen Bereich der Seitenwände 144, 145verbunden. Auf diese Weise erstrecken sich drei Längskanäle 146, 147und 148von einem Ende zum anderen Ende (Stirnseiten) im Innenraum des Deckelrückens 14a. Die drei Längskanäle 146, 147, 148sind in ihrem Wandbereich geschlossen. Die Zwischenwand 141und die abgezweigten Stege 142, 143sind durch die benachbarten Längskanäle 146, 147, 148(Hohlkammern) vom Wärmeaustausch mit der Umgebung entkoppelt. Die Längskanäle 146, 147, 148(Hohlkammern) sind mit Luft gefüllt. Die Zwischenwand 141und die abgezweigten Stege 142, 143sind einstückig in den Deckelrücken 14a integriert. Die Zwischenwand 141ist integral mit dem Fussteil 14b und den abgezweigten Stegen 142, 143verbunden. Die abgezweigten Stege 142, 143sind integral mit der Zwischenwand 141und den Seitenwänden 144, 145verbunden. Die beiden abgezweigten Stege 142, 143sind mit dem jeweils oberen Bereich der Seitenwände 144, 145verbunden. Die Wandstärke der Zwischenwand 141ist grösser als die Wandstärken der Seitenwände 144, 145(Aussenwände) des Deckelrückens 14a (Rückenteil). Die Breite der Zwischenwand 141und die Breite der abgezweigten Stege 142, 143sind im Wesentlichen konstant. Der Tragkörper 14c ist ein extrudiertes Aluminium-Hohlprofil.
[0020] Gemäss Fig. 4 sind zwei Fussstege 149, 1410vorhanden, an die zwei Kopfstege 142, 143angeschlossen sind. Die Fussstege 149, 1410bilden jeweils eine spitzen Winkel in Bezug auf die Ebene des Deckelfusses 14b. Die Fussstege 149, 1410und die Kopfstege 142, 143sind im Querschnitt etwa X-förmig.
[0021] Entsprechend Fig. 5 ist ein senkrecht zur Ebene des Deckelfusses 14b und vertikal nach oben gerichteter Fusssteg 141vorgesehen, an dessen oberem Ende sich ein waagerechter Kopfsteg 1411befindet, dessen beiden Endbereiche an dem oberen Bereich der Seitenwände 144bzw. 145angeschlossen sind.
[0022] Nach Fig. 6 sind zwei Fussstege 1412, 1413gebildet, die aus dem Deckelfuss 14b vertikal herauswachsend mit ihren anderen Endbereichen an die schräg nach oben verlaufenden Kopfstege 142bzw. 143angeschlossen sind. Die Fussstege 1412, 1413schliessen einen weiten Längskanal 1414ein.
[0023] Fig. 7 zeigt eine Ausführungsform, bei der ein Fusssteg 141und drei angeschlossene Kopfstege 142, 143, 1415vorhanden sind. Die Struktur der im Innenhohlraum angeordneten Fuss- und Kopfstege besteht aus einem Werkstoff mit höherer Wärmeleitfähigkeit als der Werkstoff für den Tragkörper 14c. Diese Struktur wird mit ihrem freien Ende an den Innenwänden des Innenhohlraums des Tragkörpers 14c befestigt. Die Ausführungsform gemäss Fig. 7 kann auch einstückig ausgebildet sein, d.h. aus einem einzigen Werkstoff.
[0024] In Fig. 8a ist ein Wanderdeckelaggregat (s. Fig. 1 ) gezeigt, bei dem eine Vielzahl von Wanderdeckelstäben 14 mit einem Zahnriemen 24 (s. Fig. 9 ) in Richtung B und C gezogen werden. Die Garnitur 18 jedes Deckelstabes 14 wirkt mit der Garnitur 4a der Trommel 4 zusammen. Die Deckelstäbe 14 sind erfindungsgemäss ausgebildet.
[0025] Fig. 8b zeigt einen Teil der Trommel 4 mit einer zylindrischen Fläche 4f des Mantels 4e und Trommelböden 4c, 4d. Die Trommel 4 ist allseitig praktisch vollständig verschalt (ummantelt): In radialer Richtung durch die Elemente 25 ́, 25 ́ ́, 26 (s. Fig. 1 ) und zu den beiden Seiten der Karde hin durch die Elemente 171, 172, 19a, 19b. Dadurch wird die Wärme aus der Trommel 4 kaum nach aussen (zur Atmosphäre) abgestrahlt. Allerdings wird insbesondere die Wärme der grossflächigen Trommelböden 4c, 4d über Strahlung in erheblichem Masse auf die grossflächigen Seitenschilder 19a, 19b übertragen, von denen die Wärme nach aussen zur kälteren Atmosphäre abgestrahlt wird. Durch diese Abstrahlung dehnen sich die Seitenschilder 19a, 19b relativ geringer im Vergleich zu den Trommelböden 4c, 4d aus, was zu einer unerwünschten (Kardierergebnis) bis gefährlichen Verkleinerung des Kardierspaltes a (Fig. 2a) führt. Die Kardierelemente (Deckelstäbe 14) sind auf den Einstellbögen 171, 172Flexibelbögen gelagert, die an den Seitenschildern 19a, 19b angebracht sind. Bei Erwärmung nimmt die Anhebung der Einstellbögen 17a, 17b – und damit der Garnituren 18 der Deckelstäbe 14 – relativ weniger als die Ausdehnung des Radius r4des Trommelmantels 4e – und damit der Garnitur 4a der Trommel 4 – zu, was zu der Verengung des Kardierspaltes a führt. Der Trommelmantel 4e und die Trommelböden 4c, 4d bestehen aus Stahl, z.B. St 37, mit einem Längenwärmeausdehnungskoeffizienten α = 11,5 • 10<–6>[1/°K). Um nun die relativ unterschiedliche Ausdehnung der Trommelböden 4c, 4d und des Trommelmantels 4e einerseits und der Seitenschilder 19a, 19b (infolge verhinderter Abstrahlung in die Atmosphäre aufgrund Kapselung der Trommel 4 bzw. freier Abstrahlung in die Atmosphäre von den Seitenschildern) auszugleichen, bestehen die Seitenschilder z.B. aus Aluminium mit einem Längenwärmeausdehnungskoeffizienten von α = 23,8 • 10<–6>[1/°K]. Die radiale Ausdehnung der Seitenschilder 19a, 19b ist grösser als die radiale Ausdehnung der Trommel 4. Auf diese Weise bleibt zwar die Dehnung der Trommel 4 erhalten, jedoch werden die Maschinenelemente, z.B. Deckel- und/oder Kardierstäbe, in die radiale Richtung nach aussen verlagert bzw. angehoben. Dadurch wird die unerwünschte Verkleinerung des Kardierspaltes a infolge thermischer Einflüsse stark reduziert oder verkleinert. Durch die erfindungsgemässe Ausbildung der Deckelstäbe 14 wird der Wärmegradient im Deckelstab 14 und damit die Durchbiegung des Deckelstabes 14 über die Länge l wesentlich reduziert, namentlich bei grösserer Arbeitsbreite des Deckelstabes 14, z.B. 1290 mm und mehr.
[0026] In Fig. 9 ist abgebrochen ein Tragkörper 14c mit einem Fusssteg 141sowie Deckelgarnitur 18, Mitnahmeelement 23 (Verbindungselement) und Zahnriemen 24 dargestellt. Die Deckelgarnitur 18 ist Teil eines Garniturstreifens, der an der Unterseite des Deckelfusses 14b, z.B. über einen Magnetstreifen und einen Metallträger angebracht ist.
[0027] Die Fuss- und Kopfstege sind als durchgehende undurchlässige Wände ausgebildet. Sie erstrecken sich im Innenhohlraum über die Länge z.B. des Deckelstabes 14. Zwischen den Fuss- und Kopfstegen und den Innenwandflächen der Seitenwände 144, 14 sind auf diese Weise durchgehende Längskanäle 146, 147gebildet. An seinen beiden äusseren Stirnseiten ist der Tragkörper 14c offen. Die Fussstege 141, 149, 1410, 1412, 1413wachsen aus dem Deckelfuss 14b heraus nach oben in den Innenhohlraum. Die Kopfstege 142, 143, 1411, 1415sind an die Fussstege angeschlossen und erstrecken sich ebenfalls nach oben in den Innenhohlraum. Auf diese Weise wird die Wärme aus dem Deckelfuss 14b heraus über die Fuss- und Kopfstege in die oberen Wandbereiche der Seitenwände 144, 145geleitet und von dort nach aussen in die Atmosphäre abgestrahlt.
[0028] Der Deckelrücken 14a umfasst die beiden Seitenwände 144und 145und einen oberen abdeckenden Bereich 1416. Die Wärme wird erfindungsgemäss vorzugsweise in die oberen Bereiche der Seitenwände 144, 145und allenfalls ein Teil über einen zusätzlichen Kopfsteg 1415(s. Fig. 7 ) in den oberen abdeckenden Bereich 1416geleitet.
Claims (22)
1. Deckelstab (14) für eine Karde oder Krempel, welcher Deckelstab einen länglichen Tragkörper (14c), umfassend einen Fussteil (14b) und einen Rückenteil (14a) mit zwei Seitenwänden (144, 145), aufweist und bei welchem der Tragkörper (14c) als Hohlkörper ausgebildet ist, der einen Innenraum aufweist, wobei das Fussteil (14b) im Betrieb Betriebswärme aufnehmen kann und das Rückenteil (14a) im Betrieb mit der Umgebungsluft in Verbindung stehen kann, dadurch gekennzeichnet, dass im Innenraum des als Hohlkörper ausgebildeten Tragkörpers (14c) zwischen den Seitenwänden (144, 145) mindestens ein wandförmiger Fusssteg (141, 149, 1410, 1412, 1413) und mindestens zwei an den mindestens einen wandförmigen Fusssteg (141, 149, 1410, 1412, 1413) angeschlossene wandförmige Kopfstege (142, 143, 1411, 1415) vorhanden sind, wobei das Fussteil (14b) des Tragkörpers (14c) über den mindestens einen wandförmigen Fusssteg (141, 149, 1410, 1412, 1413) und die mindestens zwei wandförmigen Kopfstegen (142, 143, 1411, 1415) mit dem Rückenteil (14a) des Tragkörpers (14c) in Verbindung steht.
2. Deckelstab nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Fusssteg (141, 149, 1410, 1412, 1413) und die mindestens zwei Kopfstege (142, 143, 1411, 1415) in Längsrichtung des Tragkörpers (14c) verlaufen.
3. Deckelstab nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei Kopfstege (142, 143, 1411, 1415) von dem mindestens einen Fusssteg (141, 149, 1410, 1412, 1413) seitlich abzweigen.
4. Deckelstab nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Fusssteg (141, 149, 1410, 1412, 1413) und die mindestens zwei Kopfstege (142, 143, 1411, 1415) einstückig ausgebildet sind.
5. Deckelstab nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Fusssteg (141) und die mindestens zwei Kopfstege (142, 143) so angeordnet sind, dass sie in einem Querschnitt senkrecht zur Längsachse des Tragkörpers (14c) im Wesentlichen Y-förmig angeordnet sind.
6. Deckelstab nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei Kopfstege (142, 143, 1411, 1415) jeweils mit dem oberen Bereich der Seitenwände (144, 145) des Rückenteils (14a) des Tragkörpers (14c) verbunden sind.
7. Deckelstab nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Verbindung des mindestens einen Fussstegs (141, 149, 1410, 1412, 1413) mit dem Fussteil (14b) des Tragkörpers (14c) und die Verbindung der mindestens zwei Kopfstege (142, 143, 1411, 1415) mit dem Rückenteil (14a) des Tragkörpers (14c) im Innenraum des als Hohlkörper ausgebildeten Tragkörpers (14c) mindestens drei Längskanäle (146, 147, 148, 1414) gebildet sind, die sich in Längsrichtung des Tragkörpers (14c) von einem Ende des Tragköpers (14c) zum anderen Ende des Tragkörpers (14c) im Innenraum des Tragkörpers (14c) erstrecken.
8. Deckelstab nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens drei Längskanäle (146, 147, 148, 1414) seitlich allseits geschlossen sind.
9. Deckelstab nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens drei Längskanäle (146, 147, 148, 1414) mit Luft gefüllt sind.
10. Deckelstab nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Fusssteg (141, 149, 1410, 1412, 1413) und die mindestens zwei Kopfstege (142, 143, 1410, 1415) einstückig in den Tragkörper (14c) integriert sind.
11. Deckelstab nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandstärke des mindestens einen Fusssteges (141, 149, 1410, 1412, 1413) grösser ist als die Wandstärken der jeweiligen Seitenwände des Rückenteils (14a) des Tragkörpers (14c).
12. Deckelstab nach einem der Ansprüche 3 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandstärke der von dem mindestens einen Fusssteg (141, 149, 1410, 1412, 1413) abzweigenden mindestens zwei Kopfstege (142, 143, 1411, 1415) grösser ist als die jeweilige Wandstärke der Seitenwände des Rückenteils (14a) des Tragkörpers (14c).
13. Deckelstab nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandstärke des mindestens einen Fusssteges (141, 149, 1410, 1412, 1413) im Wesentlichen konstant ist.
14. Deckelstab nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandstärke der mindestens zwei Kopfstege (142, 143, 1411, 1415) im Wesentlichen konstant ist.
15. Deckelstab nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandstärke des mindestens einen Fusssteges (141, 149, 1410, 1410, 1412, 1413) und die jeweilige Wandstärke der mindestens zwei Kopfstege (142, 143, 1411, 1415) gleich ist.
16. Deckelstab nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragkörper ein extrudiertes Aluminium-Hohlprofil ist.
17. Deckelstab nach einem der Ansprüche 1 bis 9 oder nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Fusssteg (141, 149, 1410, 1412, 1413) und die Kopfstege (142, 143, 1410, 1415) aus einem Werkstoff mit grösserer Wärmeleitfähigkeit als der Werkstoff für die Seitenwände des Rückenteils (14a) des Tragkörpers (14c) bestehen.
18. Deckelstab nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Fusssteg (141, 149, 1410, 1412, 1413) senkrecht in Bezug auf das Fussteil (14b) des Tragkörpers (14c) angeordnet ist.
19. Deckelstab nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass am Fussteil (14b) des Tragkörpers (14c) eine Deckelgarnitur (18) angebracht ist.
20. Wanderdeckel (13) für eine Karde, welcher Wanderdeckel Deckelstäbe (14) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckelstäbe (14) als Deckelstäbe nach einem der Ansprüche 1 bis 19 ausgebildet sind.
21. Karde mit einem Wanderdeckel nach Anspruch 20.
22. Karde nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitsbreite der Karde mehr als 1000 mm, insbesondere mehr als 1200 mm, beträgt.
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