CH706696A2 - Dammvorrichtung und Herstellungsverfahren für eine Dammvorrichtung. - Google Patents
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Abstract
Es wird ein Verfahren zur Herstellung einer Dammvorrichtung (1) und eine Dammvorrichtung (1) umfassend einen Schacht (10) und einen im Schacht (10) angeordneten Dammkörper (2) vorgeschlagen. Das Verfahren umfasst die Ausbildung des Dammkörpers (2) durch formschlüssiges und/oder kraftschlüssiges Verbinden eines ersten Profilelements (6´), welches den Boden des Dammkörpers (2) bildet, mit mindestens zwei weiteren Profilelementen (3, 11), die die Wände bilden, wobei das erste (6´) und die mindestens zwei weiteren Profilelemente (3, 11) auf diese Weise einen an einer Seite offenen Innenraum (16) bilden. In einem weiteren Schritt erfolgt das Einbringen von mindestens einem formgebundenen Auftriebsmittel (4´, 5´) in den Innenraum (16), gefolgt vom Aufsetzen eines Auftriebsmittelverteilers (7) auf den Schacht (10) und/oder den horizontal verlaufenden Kanten der Wände des Innenraums (16). Das Auffüllen des Innenraums (16) mit formungebundenen Auftriebsmittel (17) erfolgt mit Hilfe des Auftriebsmittelverteilers (7). In einem letzten Schritt wird der Innenraum (16) mit mindestens einem weiteren Profilelement verschlossen.
Description
TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Dammvorrichtung zur Rückhaltung von Wasser sowie ein Verfahren zur Herstellung einer Dammvorrichtung gemäss dem Oberbegriff der unabhängigen Patentansprüche.
STAND DER TECHNIK
[0002] Aus dem Stand der Technik sind diverse bauliche Einrichtungen bekannt, die zum Zurückhalten von ansteigendem Wasser erst bei Bedarf positioniert werden, beispielsweise bei Hochwasser eines Wasserlaufs oder in Gezeitengebieten. Solche Einrichtungen sind z.B. versenkt angeordnet und werden bei steigendem Wasser automatisch hochgefahren.
[0003] Die EP 1 950 352 A2 zeigt eine Hochwasserschutzvorrichtung für Uferbereiche eines Gewässers mit veränderlichem Wasserpegel, die mindestens einen Sperrkörper umfasst, der in einem Schacht versenkbar ist. Der Sperrkörper umfasst einen Auftriebskörper und eine an diesem befestigte Stauwand. Die Stauwand ist an dem Auftriebskörper durch Verstärkungsrippen stabil befestigt, wobei die Stauwand und die Verstärkungsrippen mit dem Auftriebskörper verschweisst werden. Dabei sind die Stauwände vorzugsweise nicht mittig, sondern an einem hinteren Bereich an den Auftriebskörpern angeordnet, so dass der Sperrkörper beim Aufschwimmen innerhalb eines Schachts verkippt und in der verkippten Position gegen Dichtmittel innerhalb des Schachts gepresst wird und somit der Schacht im Bereich der Dichtmittel abgedichtet wird. Die Konstruktion aus Stauwänden und Auftriebskörpern erfordert eine umfangreiche Montage am Einsatzort der Sperrkörper. Da die Stauwände bei einem Hochwasser starken Kräften ausgesetzt sind, müssen die Stauwände robust ausgebildet sein und weisen somit ein grosses Gewicht auf, das wiederum von dem im Verhältnis zu den Stauwänden eher kleinen Auftriebskörpern angehoben werden muss.
[0004] Ein Hochwasserschutzsystem welches die Flutung eines Kanals mit anschliessendem Hochfahren eines ausgeschäumten Schwimmkörpers umfasst, ist von der Anmelderin selbst bekannt. In der PCT/EP 2011 /073 192 wird ein Dammkörper sowie ein Herstellungsverfahren für Dammkörper offenbart. In der PCT/EP 2011/073 192 wird ein Dammkörper für eine Dammvorrichtung zur Rückhaltung von Wasser, bzw. eines Wasserlaufs mit veränderlichem Wasserpegel beschrieben, wobei die Dammvorrichtung wenigstens einen Dammkörper vertikal beweglich aufnehmen kann, beispielsweise in einem Schacht mit einer oberen Öffnung, aus welcher der wenigstens eine Dammkörper austreten kann. Der Dammkörper weist eine zumindest teilweise vertikal verlaufende Stauwand und ein Auftriebsmittel auf. Das Auftriebsmittel dient dazu, den Dammkörper auf einer Wasseroberfläche aufschwimmen zu lassen, beispielsweise wenn der Schacht mit Wasser geflutet wird, so dass der Dammkörper aus dem Schacht angehoben wird. Die Stauwand stellt dann die Rückhaltefläche für Wasser dar. Erfindungsgemäss ist der Dammkörper aus mehreren flächigen Profilelementen mit jeweils wenigstens einem Profilstück aufgebaut. Die Profilstücke benachbarter Profilelemente greifen zur Ausbildung einer Verbindung der Profilelemente in einander. Ferner bilden die Profilelemente im verbundenen Zustand einen Innenraum zwischen sich aus, in dem sich das Auftriebsmittel befindet.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, bekannte Dammvorrichtungen, insbesondere jene aus der PCT/EP 2011/073 192 weiterzuentwickeln. Ausserdem soll ein Verfahren zur Herstellung einer erfindungsgemässen Dammvorrichtung zur Verfügung gestellt werden.
[0006] In einer ersten Ausführungsvariante des erfindungsgemässen Verfahrens wird nach einer Ausbildung eines Schachtes ein Dammkörper direkt im Schacht zusammengefügt. Der Schacht selbst ist modular aufgebaut, vorzugsweise aus einem u-förmigen Element, welches das Bodenelement des Schachtes bildet und mehreren auf das Bodenelement aufgesetzten Wandelementen.
[0007] Die Herstellung des Dammkörpers erfolgt durch formschlüssiges und/oder kraftschlüssiges Verbinden eines ersten Profilelements welches den Boden des Dammkörpers bildet mit mindestens zwei weiteren Profilelementen, die die Wände bilden, wobei das erste und die mindestens zwei weiteren Profilelemente auf diese Weise einen an einer Seite offenen Innenraum darstellen, in den mindestens ein formgebundenes Auftriebsmittel, beispielsweise ein Hohlkörper eingebracht wird. In einem weiteren Schritt wird ein Auftriebsmittelverteiler auf den Schacht und/oder den horizontal verlaufende Kanten der Wände des Innenraums aufgesetzt und der Innenraum mit Auftriebsmittel aufgefüllt. Danach wird der nach oben offene Innenraum mit einem Deckel verschlossen.
[0008] In einer weiteren Ausführungsform ist der nach oben offene Innenraum des Dammkörpers umfassend den Boden und die Wände aus einem Stück gefertigt und wird mit formungebundenen Auftriebsmittel befüllt.
[0009] Das Verfahren bietet den Vorteil, dass lange Dammkörper beispielsweise von bis zu 1000 m Länge gefertigt werden können. Bevorzugt beträgt die Länge der Dammkörper 12 m bis 1000 m. Durch das Zusammenbauen des Dammkörpers direkt im Schacht fällt das Transportieren und Einsetzen von vormontierten vorab gefertigten kurzen Dammkörpern weg. Ein Herstellungsverfahren von extrem langen Dammkörpern wird ermöglicht. Durch den Zusammenbau des Dammkörpers im Schacht ist es weiters denkbar, verschiedene Grundrisse der erfindungsgemässen Dammvorrichtung auszubilden, beispielsweise eine Bogenform. In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Dammkörper eine Höhe von 1–8 m auf und hat eine Dicke von bis zu 2 m.
[0010] Das Einbringen von formgebundenen Auftriebsmitteln in den Innenraum des Dammkörpers bietet mehrere Vorteile. Eine vorteilhafte Wirkung besteht darin, dass eine geringere Menge an formungebundenen Auftriebsmittel, beispielsweise Auftriebsschaum benötigt wird und der Dammkörper kostengünstiger hergestellt werden kann. Der zusätzliche Hohlraum der durch die formgebundenen Auftriebsmitteln im Innenraum des Dammkörpers geschaffen wird, bewirkt eine Verbesserung der Auftriebskraft. Durch das Ausfüllen mit formungebundenen Auftriebsmittel, beispielsweise Auftriebsschaum und durch den Einsatz von formgebundenen Auftriebsmitteln wird sichergestellt, dass der Dammkörper bei Flutung des Schachts weit genug im Schacht vertikal nach oben bewegt wird, eine Kippbewegung ausführt und sich dabei im Schacht entsprechend verkeilt. Der Dammkörper bildet auf diese Weise eine Stauwand.
[0011] Beim Auftriebsmittelverteiler handelt es sich um ein Gerät, vorzugsweise mit Rädern oder Kufen, welches entlang der Abschlusskanten des Schachtes und/oder horizontal verlaufender Kanten der Profilelemente der Wände bewegt wird und dabei formungebundenes Auftriebsmittel in den nach oben offenen Innenraum des Dammkörpers transportiert. Auf diese Weise kann ein langer Dammkörper, beispielsweise von bis zu 1000 m kontinuierlich über seine gesamte Länge hinweg ausgefüllt werden. In einer bevorzugten Ausführungsvariante erfolgt das Ausfüllen schichtweise.
[0012] Die formgebundenen Auftriebsmittel, beispielsweise Hohlkörper, angeordnet im Innenraum des Dammkörpers, bewirken eine Verspreizung der Profilelement die die Wände des Dammkörpers bilden. Bei der Herstellung des Dammkörpers sowie beim anschliessenden Ausschäumen ist auf diese Weise sichergestellt, dass die Wände in einer stabilen vertikalen Position verbleiben.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform wird beim Fördern des formungebundenen Auftriebsmittels in den Innenraum, der Auftriebsmittelverteiler über mindestens zwei Zufuhrleitungen mit einer ersten Auftriebsmittelkomponente und einer zweiten Auftriebsmittelkomponente gespeist. Das Mischen der ersten mit der zweiten Auftriebsmittelkomponente erfolgt in einem Mischkopf der Teil des Auftriebsmittelverteilers ist.
[0014] In einer weiteren Ausführungsform verfügt der Auftriebsmittelverteiler über Hydraulikleitungen. Der Antrieb des Auftriebsmittelverteilers befindet sich in einer bevorzugten Ausführungsform nicht am Auftriebsmittelverteiler selbst sondern extern.
[0015] Beim Hohlkörper, als Beispiel für ein formgebundenes Auftriebsmittel handelt es sich in einer bevorzugten Ausführungsform um ein Rohr. Die Rohre werden vertikal sowie horizontal im Innenraum des Dammkörpers angeordnet. In einer weiteren Ausführungsform handelt es sich bei den formgebundenen Auftriebsmitteln um Hohlkörper aus Recycling-Kunststoff.
[0016] In einer weiteren Ausführungsvariante des erfindungsgemässen Verfahrens wird mindestens ein Distanzhalter zwischen dem Schacht und den Profilelementen eingebracht.
[0017] Die Distanzhalter werden bevorzugt zwischen einem vertikal verlaufenden ersten bzw. zweiten Wandelement des Schachtes und jener Seite der Wände des Dammkörpers die dem Innenraum des Dammkörpers abgewandt sind, eingebracht.
[0018] Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Wände des Dammkörpers beim Ausschäumen in einer vertikalen Position verbleiben und nicht gegen Wandelement des Schachtes gedrückt werden.
[0019] In einer weiteren Ausführungsvariante des erfindungsgemässen Verfahrens wird der Dammkörper ausserhalb des Schachtes zusammengebaut und anschliessend in den Schacht eingesetzt. Diese Variante kommt beispielsweise dann zur Anwendung wenn die Dammkörper vorgefertigt und dann zum Einsatzort transportiert werden.
[0020] Bei der erfindungsgemässen Dammvorrichtung wird der Dammkörper entweder durch gezieltes Einleiten von Wasser in den Schacht oder durch Flutung des Schacht, beispielsweise bei Hochwasser, bedingt durch die Auftriebskraft, im Schacht vertikal nach oben bewegt und eine Stauwand gebildet.
[0021] Unter den formungebundenen Auftriebsmitteln sind jegliche Art von Füllmaterialen zu verstehen die einen Auftrieb des Dammkörpers im Schacht bewirken können dazu zählen beispielsweise: Auftriebsschäume, kugelförmige Füllmaterialien beispielsweise aus Styropor und faserähnliche Füllmaterialien. Die Füllmaterialen können auch Recycling-, oder Reststoffe sein. In einer weiteren Ausführungsform kommt als formungebundenes Auftriebsmittel, ein Zwei-Komponenten Schaum zum Einsatz, beispielsweise ein PU-Schaum.
[0022] Unter den formgebundenen Auftriebsmitteln sind Hohlkörper zu verstehen. In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich um langgestreckte Hohlkörper, beispielsweise Rohre mit verschiedenen Querschnittsgeometrien. Bei den formgebundenen Auftriebsmaterialien kann es sich um Recycling-, oder Reststoffmaterial handeln.
KURZE ERLÄUTERUNG ZU DEN FIGUREN
[0023] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit der Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen:
<tb>Fig. 1<sep>einen Querschnitt durch die erfindungsgemässe Dammvorrichtung mit teilweise dargestelltem Schacht und Dammkörper
<tb>Fig. 2<sep>einen Querschnitt durch die erfindungsgemässe Dammvorrichtung im eingebauten Zustand
<tb>Fig. 3(a)<sep>eine Ausführungsform eines Wandelements des Schachtes im Querschnitt
<tb>Fig. 3(b)<sep>eine Ausführungsform eines Bodenelements des Schachtes
<tb>Fig. 4(a)<sep>eine stark vereinfachte Seitenansicht des Auftriebsmittelverteilers geführt entlang des Schachtes und/oder der Wand des Dammkörpers
<tb>Fig. 4(b)<sep>verschiedene Ausführungsformen der Profilelemente für Wände des erfindungsgemässen Dammkörpers
<tb>Fig. 5(a)<sep>einen Querschnitt durch die erfindungsgemässe Dammvorrichtung, wobei der Schacht geflutet ist
<tb>Fig. 6<sep>eine schematische Darstellung mehrerer erfindungsgemässer Dammvorrichtungen zum Schutz eines Gebietes vor einem Hochwasser.
<tb>Fig. 7<sep>einen schematischen Querschnitt eines Dammkörpers.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0024] Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Dammvorrichtung 1. Die Dammvorrichtung 1 ist modular aufgebaut. Sie umfasst einen Schacht 10 und einen in diesem Schacht vertikal beweglich, angeordneten Dammkörper 2. Der Schacht 10 umfasst ein, vorzugsweise u-förmig ausgebildetes Bodenelement 14 und mit diesem Bodenelement 14 verbundene erste Wandelemente 13 und zweite Wandelemente 20. Abschlussenden des Bodenelements 14 und der Wandelemente 13 und 20 sind in einer bevorzugten Ausführungsform als Nut- und Federsystem ausgebildet. In einer weiteren Ausführungsform (in Fig. 1 nicht dargestellt) sind zusätzlich zur Nut-Federverbindung noch Abdichtungen vorgesehen. Eine solche Ausführungsform findet im besonderen Einsatz in Gebieten mit einem hohen Grundwasserspiegel. Zusätzlich zur Abdichtung kann ebenfalls noch eine Pumpe vorgesehen sein.
[0025] In Fig. 1 ist nur ein Teil des Schachtes 10 dargestellt. Der nicht dargestellte Teil des Schachtes 10 ist in der bevorzugten Ausführungsform symmetrisch zum in Fig. 1dargestellten Teil des Schachtes 10. Auf den Schacht 10 ist ein Auftriebsmittelverteiler 7 aufgesetzt. Beim Auftriebsmittelverteiler 7 handelt es sich um eine Vorrichtung mit Rädern die auf einer verstellbaren Achse 33 angeordnet sind. Mit Hilfe des Auftriebsmittelverteilers wird formungebundenen Auftriebsmittel 17 im Innenraum 16 des Dammkörpers 2 lagenweise verteilt. Der Auftriebsmittelverteiler wird auf der horizontal verlaufenden Abschlusskante 33 des Schachtes 10 geführt. Der Auftriebsmittelverteiler 7 umfasst eine erste Zufuhrleitung 8 und eine zweite Zufuhrleitung 9, die dazu eingerichtet sind zwei Komponenten des formungebundenen Auftriebsmittels 17 dem Auftriebsmittelverteiler zuzuführen. Der Auftriebsmittelverteiler verfügt weiters über einen Mischkopf 18, der dazu eingerichtet ist, die mindestens zwei Komponenten des formungebundenen Auftriebsmittels 17 vor dem Ausschäumen des Innenraums 16 zu mischen. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die horizontal verlaufenden Kanten jener Wandelemente 13, 20 die einen Abschluss des Schachtes bilden, derart ausgebildet, dass der Auftriebsmittelverteiler 7 wie auf Schienen geführt werden kann. In der bevorzugten Ausführungsform gemäss Fig. 1umfasst der Dammkörper 2 ein erstes Profilelement 6, welches den Boden des Dammkörpers 2 bildet. Das Profilelement 6 ist horizontal liegend am Bodenelement 14 des Schachtes 10 angeordnet. Das Profilelement 6 des Bodens weist endständig Profilstücke 6 ́ auf. Die Profilstücke 6 ́ ermöglichen eine Steckverbindung zwischen dem Bodenelement 14 und den Profilelementen 3 und 11 der Wände des Dammkörpers 2. Der erfindungsgemässe Dammkörper 2 setzt sich aus mindestens drei Elementen zusammen, die bei der Herstellung der Dammvorrichtung 1 zusammengesetzt werden. In der bevorzugten Ausführungsform gemäss Fig. 1sind zwischen dem Schacht 10 und dem Dammkörper 2, Distanzhalter 19 vorgesehen.
[0026] Diese umfassen das Profilelement 6 des Bodens und das erste und zweite Profil der Wand 3,11. Das Profilelement 6 und die beiden Profile der Wand 3,11 bilden einen Innenraum 16. Im Innenraum 16 befindet sich das formungebundene Auftriebsmittel, vorzugsweise ein Schaum 17. Im Innenraum 16 weiterhin angeordnet ist mindestens ein formgebundenes Auftriebsmittel 4, 5, vorzugsweise ein oder mehrere Hohlkörper. In der bevorzugten Ausführungsform gemäss Fig. 1handelt es sich bei den Hohlkörpern um Rohre. Vorzugsweise sind pro Dammkörper 2 mindestens ein vertikal im Dammkörper angeordnetes formgebundenes Auftriebsmittel 5, vorzugsweise ein Rohr und mindestens zwei im Dammkörper angeordnete horizontale formgebundene Auftriebsmittel 4, vorzugsweise ebenfalls Rohre vorgesehen.
[0027] Fig. 2 zeigt die erfindungsgemässe Dammvorrichtung 1 im eingebauten Zustand wenn der Schacht 10 nicht mit Wasser befüllt ist. Die Dammvorrichtung 1, umfassend den Schacht 10 und den Dammkörper 2, wird in einen Graben 24 mit einem Kiesbett 23 eingesetzt. In einer bevorzugten Ausführungsform gemäss Fig. 2weisen die Wandelemente des Schachtes zusätzlich Verankerungen 21 und 22 auf. Die Verankerungen 21 dienen insbesondere dazu zu verhindern, dass die Wandelemente des Schachtes nicht in Richtung des Dammkörpers gedrückt werden können sondern im Wesentlichen aufrecht stehen bleiben. Die U-Form des Bodenelementes des Schachtes 14 mit Verankerung 22 verhindert ein Aufschwimmen des Schachtes.
[0028] Der Innenraum 16 des Dammkörpers 2 ist mit einem weiteren Profilelement 15, welches einen Deckel bildet verschlossen. Wenn der Schacht nicht mit Wasser befüllt ist, bildet der Deckel 15 und jener Bereich der den Graben 24 umgibt eine plane Fläche.
[0029] Fig. 3a zeigt eine bevorzugte Ausführungsform eines Wandelements 20 für einen modularen Aufbau des Schachtes 10. In einer bevorzugten Ausführungsform hat das Wandelement 20 eine Höhe von 1m-2m. Das Wandelement 20 weist an einem Ende ein vertikales Fixierelement 25 auf. In der bevorzugten Ausführungsform gemäss Fig. 3a ist das Fixierelement 25 als Nut, mit einem verlängerten Schenkel, einer Nut- und Federverbindung ausgebildet. Das Wandelement 20 weist weiterhin ein zum vertikalen Fixierelement 25, horizontal angeordnetes Fixierelement 21 auf. Das horizontale Fixierelement 21 des Wandelements 20 dient dazu den Schacht 20 im Graben 24 zu verankern.
[0030] Fig. 3b zeigt eine bevorzugte Ausführungsform eines Bodenelements 14 des Schachtes 10. In der bevorzugten Ausführungsform gemäss Fig. 3b weist das Bodenelement 14 eine Ausnehmung 26 auf. Die Ausnehmung 26 dient zur Positionierung einer weiteren Verankerung im Kiesbett 23. Das Bodenelement 14 weist ein u-förmiges Querschnitt auf, wobei die Kanten des Querschnitts in einem Winkel, vorzugsweise 45° abgeschrägt sind. Diese Abschrägung dient zur zentralen Positionierung des Profilelements 6 des Dammkörpers 2.
[0031] Fig. 4a zeigt eine schematische Seitenansicht des Schachtes 10 und des Auftriebsmittelverteilers 7 mit der ersten und der zweiten Zufuhrleitung 8, 9. Der Auftriebsmittelverteiler 7 wird zur Auffüllung des Dammkörpers an der horizontal verlaufenden Kante des Schachtes entlang bewegt und dabei das formungebundene Auftriebsmittel schichtweise im Innenraum des Dammkörpers verteilt. Der Auftriebsmittelverteiler wird vorzugsweise elektrisch angetrieben.
[0032] Fig. 4b zeigt verschiedene Ausführungsformen der Profilelemente 3, 11 des Dammkörpers 2. In einer bevorzugten Ausführungsform weisen die Profilelemente Erhebungen und Vertiefungen auf, beispielsweise in Form von Trapezen (11 ́, 3 ́), Rechtecken (11 ́ ́, 3 ́ ́), Dreiecken (11 ́ ́ ́, 3 ́ ́ ́) oder Halbkugeln (11 ́ ́ ́ ́, 3 ́ ́ ́ ́). Die Ausgestaltung der Profilelemente 3, 11 der Wände des Dammkörpers verhindert ein ungewolltes Knicken beim Befüllen mit formungebundenen Auftriebsmittel.
[0033] Fig. 5a zeigt die Dammvorrichtung im Querschnitt von der Seite. Der Schacht 10 ist geflutet. Der Dammkörper 2 schwimmt dabei im Schacht 10 vertikal nach oben und verkeilt sich im Schacht, eine weitere vertikale Bewegung wird dadurch verhindert. Das Verkeilen im Schacht kann durch eine horizontal erlaufende Kante am Dammkörper selbst oder durch einen zusätzlich angeordneten Vorsprung 29 erreicht werden. In der Ausführungsform gemäss Fig. 5a ist in einem Wandelement des Schachtes 10 ein Einlass 27 vorgesehen. Die Zufuhrleitung 27 dient dazu den Schacht gezielt, beispielsweise vor einem erwarteten Hochwasser zu fluten. In der in Fig. 5a dargestellten Ausführungsform weist der Schacht eine Ausnehmung 26 auf, die zur Positionierung einer Verankerung dient.
[0034] Fig. 6 zeigt schematisch ein Anwendungsbeispiel für die erfindungsgemässe Dammvorrichtung 1. Mehrere im Wesentlichen parallel angeordnete Dammvorrichtungen werden zwischen einem Gewässer 28 und einem Schutzgebiet 31 angeordnet. Durch ein Rohrleitungssystem 32 und eine Pumpstation 30 können die Schächte 10 gezielt geflutet werden um auf diese Weise die Dammkörper in den Schächten vertikal nach oben zu bewegen. Zur festen Verankerung der Schächte 10 im Erdreich des Schutzgebietes 31 sind, vorzugsweise in den Profilelementen des Bodens des Schachtes 10 Verankerungen 22 vorgesehen, die die Kraft gezielt ins Erdreich ableiten.
[0035] Fig. 7 zeigt teilweise eine Ausführungsform des erfindungsgemässen Dammkörper 2. Die formgebundenen Auftriebsmittel 4,5, vorzugsweise Rohre 4 ́, 5 ́, sind dabei derart im Dammkörper angeordnet, dass die horizontal und vertikal im Innenraum 16 der durch die Profilelemente 3, 11 und 6 gebildet wird, verlaufen. Die horizontalen formgebundenen Auftriebsmittel, verlaufen in der bevorzugten Ausführungsform gemäss Fig. 7, abwechselnd entlang der Profilelemente 3, 11 und zwischen den Profilelementen 3,11. Jener Raum der nicht durch die formgebundenen Auftriebsmittel 4, 5 ausgefüllt ist befindet sich formungebundenes Auftriebsmittel 17, vorzugsweise Auftriebsschaum. Die formgebundenen Auftriebsmittel 4, 5 sind derart im Innenraum 16 angeordnet, dass sie sich vorzugsweise nicht mehr als in einem Punkt, exemplarisch in Fig. 7 mit P1 -PX dargestellt, berühren sodass zwischen den formgebundenen Auftriebsmitteln ausreichend Zwischenraum für das formungebundene Auftriebsmittel 17 verbleibt. Vorzugsweise sind die formgebundenen Auftriebsmittel verschlossen, sodass kein formungebundenes Auftriebsmittel in die eindringen kann.
BEZEICHNUNGSLISTE
[0036]
<tb>1<sep>Dammvorrichtung
<tb>10<sep>Schacht
<tb>2<sep>Dammkörper
<tb>6<sep>erstes Profilelement, Boden
<tb>3, 11<sep>Profilelement, Wand
<tb>11 ́, 11 ́ ́, 11 ́ ́ ́, 11 ́ ́ ́ ́<sep>Profilelement, Wand
<tb>3 ́, 3 ́ ́, 3 ́ ́ ́, 3 ́ ́ ́ ́<sep>Profilelement, Wand
<tb>16<sep>Innenraum
<tb>4, 5<sep>formgebundenes Auftriebsmittel, Hohlkörper
<tb>7<sep>Auftriebsmittelverteiler
<tb>15<sep>Profilelement, Deckel
<tb>17<sep>formungebundenes Auftriebsmittel Auftriebsschaum
<tb>8<sep>erste Zufuhrleitung
<tb>9<sep>zweite Zufuhrleitung
<tb>18<sep>Mischkopf
<tb>19<sep>Distanzhalter
<tb>14<sep>Bodenelement, Schacht
<tb>13<sep>erstes Wandelement, Schacht
<tb>20<sep>zweites Wandelement, Schacht
<tb>21<sep>horizontales Fixierelement
<tb>22<sep>Verankerung
<tb>23<sep>Kiesbett
<tb>24<sep>Graben
<tb>25<sep>vertikales Fixierelement
<tb>26<sep>Ausnehmung
<tb>27<sep>Einlass
<tb>28<sep>Wasser
<tb>29<sep>Vorsprung
<tb>30<sep>Pumpstation
<tb>31<sep>Schutzgebiet
<tb>32<sep>Rohrleitungssystem
Claims (13)
1. Verfahren zur Herstellung einer Dammvorrichtung (1) umfassend die Ausbildung eines Schachts (10) und eines Dammkörpers (2) angeordnet im Schacht mit folgenden Schritten, (i) Ausbildung des Dammkörpers (2) durch formschlüssiges und/oder kraftschlüssiges Verbinden eines ersten Profilelements (6) welches den Boden des Dammkörpers (2) bildet mit mindestens zwei weiteren Profilelementen (3, 11), die die Wände bilden, wobei das erste und die mindestens zwei weiteren Profilelemente (3, 11) auf diese Weise einen an einer Seite offenen Innenraum (16) darstellen, (iii) Einbringen von mindestens einem formgebundenen Auftriebsmittel (4, 5) in den Innenraum (16), (iv) Aufsetzen eines Auftriebsmittelverteilers (7) auf den Schacht (10) und/oder den horizontal verlaufende Kanten der Wände des Innenraums (16), (v) Auffüllen des Innenraums (16) mit formungebundenen Auftriebsmittel (17) mit Hilfe des Auftriebsmittelverteilers (7), (vi) Verschliessen des Innenraums (16) mit mindestens einem weiteren Profilelement (15).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beim Auffüllen des Innenraums (16) mit formungebundenen Auftriebsmittel (17) der Auftriebsmittelverteiler (7) entlang einer Abschlusskante (34) des Schachtes (10) und/oder den horizontal verlaufenden gegenüberliegenden Kanten der Wände des Innenraums (16) geführt wird und dabei formungebundenes Auftriebsmittel (17), vorzugsweise Auftriebsschaum in den Innenraum (16) gefördert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Auffüllen des Innenraums (16) mit formungebundenen Auftriebsmittel (17) schichtweise erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass beim Auffüllen des formungebundenen Auftriebsmittels (17) in den Innenraum (16), dem Auftriebsmittelverteiler (7) über mindestens zwei Zufuhrleitungen (8, 9) eine ersten Auftriebsmittelkomponente und eine zweiten Auftriebsmittelkomponente zugeführt wird und ein Mischen der ersten mit der zweiten Auftriebsmittelkomponente erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Mischen der ersten mit der zweiten Auftriebsmittelkomponente in einem Mischkopf (35) erfolgt, vorzugsweise ist der Mischkopf (35) Teil des Auftriebsmittelverteilers (7).
6. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Einbringen von formgebundenen Auftriebsmitteln (4, 5) in den Innenraum (16) das Anordnen von Rohren (4 ́, 5 ́) umfasst.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohre (4 ́, 5 ́) horizontal und vertikal im Innenraum (16) angeordnet werden.
8. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Distanzhalter (19) zwischen einem vertikal verlaufenden ersten bzw. zweiten Wandelement (13, 20) des Schachtes (10) und jener Seite der Wänden (3, 11) des Dammkörpers (2) die dem Innenraum (16) abgewandt ist, eingebracht werden.
9. Dammvorrichtung (1) zur Rückhaltung von Wasser, hergestellt nach einem Verfahren gemäss der Ansprüche 1 bis 8 umfassend einen Schacht (10), wobei der Schacht (10) wenigstens einen Dammkörper (2) vertikal beweglich aufnimmt und der Dammkörper (2) mehrere miteinander verbindbaren Profilelemente (6, 3, 11, 15) umfasst, die in einem verbundenen Zustand einen Innenraum (16) ausbilden und der Innenraum (16) zumindest teilweise mit einem formungebundenen Auftriebsmittel befüllt ist, dadurch gekennzeichnet, dass im Innenraum (16) mindestens ein formgebundenes Auftriebsmittel (4, 5) angeordnet ist.
10. Dammvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem formgebundenen Auftriebsmittel (4, 5) um einen Hohlkörper handelt, vorzugsweise um mindestens ein Rohr (4 ́, 5 ́).
11. Dammvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Rohr vertikal (4 ́) und mindestens ein Rohr (5 ́) horizontal im Innenraum (16) des Dammkörpers (2) angeordnet ist.
12. Dammvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die horizontal angeordneten Rohre (5 ́) senkrecht zu den Wänden (3, 11) angeordnet sind.
13. Dammvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine formgebundene Auftriebsmittel (4, 5) verschliessbar ist.
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Family Applications (1)
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