Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft das Gebiet der Uhrmacherei. Genauer betrifft sie eine Uhr, die ein Gehäuse umfasst, das ein Uhrwerk aufnimmt und von einem Glas und einem Boden verschlossen ist. Diese Uhr umfasst einen Kapillartiefenanzeiger, der mindestens eine Kapillarröhre umfasst, die an einem Ende abgedichtet ist und an ihrem anderen Ende für den Zugang von Wasser offen ist, das die Luft im Innern der Röhre komprimiert und mit zunehmender Tauchtiefe weiter in die Röhre eintritt. Dadurch zeigt das in die Röhre eindringende Wasser durch seinen Meniskus die erreichte Tauchtiefe auf einer der Röhre zugeordneten Messskala an.
Stand der Technik
[0002] Ein derartiger Tiefenanzeiger ist wohlbekannt, und dieses Prinzip wurde bereits angewendet. Gewöhnlich weisen solche Instrumente eine schlechte Lesbarkeit auf, wenn sie in ein schlecht beleuchtetes Medium eingetaucht sind. Mehrere Entwicklungen haben versucht, diese Lesbarkeit durch die Implementierung von Kontrastflächen oder Reflexionsflächen zu verbessern. Dies führte zu Abschnitten der Kapillarröhre und/oder zu Konstruktionen der Vorrichtung, die zu kompliziert sind, um die Röhre in einem Gehäuse zu integrieren.
[0003] Einige Tiefenanzeiger, die zum Beispiel in der US 3 188 864 offenbart werden, sind nicht mit einer Uhr kombiniert. Da es keinen Zeiger gibt, wird kein Platz zwischen dem Glas und dem Zifferblatt benötigt. Damit kann das Zifferblatt als Kontrastelement verwendet werden und die Röhre bilden. Eine derartige Konstruktion ist jedoch nicht einfach auf eine Uhr übertragbar, da die sich ergebende Uhr zu dick werden würde.
[0004] Die Druckschrift EP 2 325 603 offenbart eine Uhr, bei der ein ähnlicher Tiefenanzeiger in das Gehäuse eingepasst ist, doch seine Bauweise ist nicht einfach, um ein wasserdichtes Gehäuse und einen visuellen Zugriff auf die Kapillarröhre erzielen zu können.
[0005] Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, einen sehr einfachen und effizienten Tiefenanzeiger vorzuschlagen, der ohne Weiteres in eine Uhr implementierbar ist.
Kurzdarstellung der Erfindung
[0006] Genauer gesagt betrifft die Erfindung eine Uhr, die ein Gehäuse umfasst, das ein Uhrwerk aufnimmt und von einem Glas und einem Boden verschlossen ist, wobei die Uhr einen Kapillartiefenanzeiger umfasst, der mindestens eine Kapillarröhre umfasst, die an einem Ende abgedichtet und an ihrem anderen Ende offen ist. Die Kapillarröhre ist in der Dicke des Glases ausgebildet und zwischen einer Nut, die an der Peripherie des Glases ausgebildet ist, und Abdichtungsmitteln, die mit dem Gehäuse einstückig sind und sich zwischen dem Gehäuse und dem Glas befinden, definiert.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0007] Weitere Einzelheiten werden bei der Lektüre der Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen mit Bezug auf die Zeichnungen besser verständlich werden. Es zeigen:
<tb>Fig. 1<SEP>eine Schnittansicht einer erfindungsgemässen Uhr,
<tb>Fig. 2 und 3<SEP>Ansichten des Glases der in Fig. 1 dargestellten Uhr von oben und von der Seite.
Ausführungsform der Erfindung
[0008] Auf Fig. 1 ist eine erfindungsgemässe Uhr dargestellt, die ein Gehäuse 10 umfasst, in dem ein Uhrwerk 12 aufgenommen ist. Das Uhrwerk kann mechanischer oder elektronischer Art sein. Das Gehäuse 10 ist herkömmlicherweise von einem Glas 14 und einem Boden 16 verschlossen. Das Gehäuse 10 besteht ferner aus einem Mittelteil 18 und einer in vorteilhafter Weise drehbaren Lünette 20, da die erfindungsgemässe Uhr, wie es nachstehend verständlich werden wird, dazu gedacht ist, als Taucheruhr verwendet zu werden. Auf der Zeichnung ist eine Stellwelle 22 zu sehen, die gewöhnlich dem Uhrwerk 12 verbunden ist, um Zeitanzeigemittel zu stellen, und, bei einer mechanischen Uhr, um eine Zugfeder aufzuziehen, die in dem Uhrwerk 12 angeordnet ist. Diese Elemente sind dem Fachmann wohlbekannt und werden nicht weiter beschrieben.
[0009] Erfindungsgemäss umfasst die Uhr einen Kapillartiefenanzeiger, der mindestens eine Kapillarröhre umfasst, die an einem Ende abgedichtet und an ihrem anderen Ende offen ist. Wie zuvor erklärt, sind solche Tiefenanzeiger derart angeordnet, dass während des Tauchens Wasser durch das offene Ende in die Röhre eindringen kann. Wenn der Taucher tiefer schwimmt, wird die Luft im Innern der Röhre allmählich von dem vom Wasser ausgeübten Druck komprimiert, und das Wasser läuft in die Röhre hinein. Dadurch zeigt das in die Röhre eindringende Wasser durch seinen Meniskus die erreichte Tauchtiefe auf einer der Röhre zugeordneten Messskala an.
[0010] Gemäss einem wichtigen Aspekt der Erfindung ist die Kapillarröhre in der Dicke des Glases 14 ausgebildet. Die Röhre ist zwischen einer Nut 24, die an der Peripherie des Glases 14 ausgebildet ist, und Abdichtungsmitteln, die mit dem Gehäuse 10 einstückig sind und sich zwischen dem Gehäuse 10 und dem Glas 14 befinden, definiert.
[0011] Genauer gesagt ist das Glas 14 an dem Mittelteil 18 des Gehäuses 10 angeordnet. Es liegt auf einem Hinterschnitt 26 des Mittelteils 18. Zwischen der Seite des Glases 14 und einem Auflagerand des Mittelteils 18 ist eine Dichtung 28 eingeschoben und verklemmt. Die Dichtung 28 erstreckt sich in etwa über die gesamte Dicke des Glases 14.
[0012] Die Nut 24 ist ungefähr auf halber Dicke des Glases 14 ausgebildet. Um die Festigkeit des Glases nicht zu beeinträchtigen, beträgt die Höhe der Nut weniger als ein Drittel der Dicke des Glases. Die Nut beschreibt einen Bogen, der kleiner als 360° ist. In vorteilhafter Weise definiert der Bogen einen Winkel zwischen 250 und 330° inklusive, vorzugsweise von etwa 300°. Die Nut 24 kann einen U-förmigen Abschnitt mit einem abgerundeten oder geraden Boden oder einen V-förmigen Abschnitt aufweisen. Wie auf den Fig. 2 und 3 besser zu sehen ist, mündet die Nut 24 in ein Fenster 30, das auf der oberen Oberfläche des Glases 14 ausgebildet ist, d.h. auf der Seite des Glases 14, die mit Wasser in Kontakt sein wird. Auf der Zeichnung weist das dargestellte Fenster 30 eine Regenbogenform auf, dessen Bogen der Breite der Nut 24 entspricht. In Richtung des abgedichteten Endes nimmt die Breite der Nut 24 allmählich ab, bis sie einen Punkt 32 bildet. Eine derartige Nut 24 kann durch maschinelle Bearbeitung, bevorzugt durch Fräsen, des Glases 14 erzielt werden. Das vorgeschlagene Design der Nut 24 ist nicht einschränkend, und es können andere Abschnitte oder Öffnungen und Enden in Betracht gezogen werden.
[0013] Es ist anzumerken, dass die Nut 24 keine Verbindung mit der unteren Oberfläche des Glases 14 oder mit einem Element, auf dem der Boden des Glases 14 liegt, aufweist. Daher weist die Nut 24 keine Interaktion mit einem Zifferblatt oder mit einem Sitz des Gehäuses 10 auf. In der Tat wird die Kapillarröhre ausschliesslich zwischen der Nut 24 und den Abdichtungsmitteln gebildet.
[0014] Um die Lesbarkeit des Meniskus des Wassers im Innern der Nut 24 zu verbessern, kann in vorteilhafter Weise eine Kontrastfläche 34 unter der Nut 24 angeordnet sein. Diese Kontrastfläche 34 kann auf der unteren Oberfläche des Glases 14 angeordnet werden, z.B. durch Kleben oder Beschichten eines ringförmigen farbigen Bandes unter die Nut 24. Die Kontrastfläche 34 kann auch auf einem Zifferblatt angeordnet werden, das sich zwischen dem Werk 12 und dem Glas 14 befindet.
[0015] Damit der Taucher in der Lage ist, die erreichte Tiefe abzulesen, ist eine (nicht dargestellte) Skala auf dem Glas 14 oder auf der Kontrastfläche 34 befestigt. Die Skala ist in Abhängigkeit von den Abmessungen der Nut 24 berechnet und kalibriert.
[0016] Somit wird eine Taucheruhr mit einem sehr einfachen, aber präzisen Kapillartiefenanzeiger vorgeschlagen. Der Fachmann kann die nicht beschränkend beschriebene Erfindung adaptieren, ohne den von den Ansprüchen definierten Schutzumfang zu verlassen.