CH710950B1 - Schlüssel, Schlüsselrohling und zugehöriger Schliesszylinder mit zusätzlichem Sicherheitsmerkmal. - Google Patents
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Abstract
Schlüssel (1), Schlüsselrohling sowie zum Schlüssel gehöriger Schliesszylinder und ein Schliesssystem, welches besagten Schlüssel und besagten Schliesszylinder aufweist. Der Schlüssel bzw. Schlüsselrohling weist eine Reide (2) und einen Schaft (4) sowie ein Element (5), das in eine Bohrung eingebracht ist, welche durchgehend eine Flachseite (16.1) des Schafts mit der anderen Flachseite verbindet, auf. Das Element (5) ist entlang einer Achse der Bohrung (9) beweglich gelagert, wobei diese Bewegung entlang der Achse der Bohrung durch mindestens einen Anschlag (11) begrenzt wird und wobei die Bewegung des Elements (5) in eine Richtung senkrecht zur Achse der Bohrung durch die Seitenbegrenzung der Bohrung selbst verhindert wird. Das Element (5) ist dadurch gekennzeichnet, dass es einen Querschnitt senkrecht zur Achse der Bohrung aufweist, welcher einen zentralen Teil (7) und mindestens zwei Führungspartien (8) aufweist, wobei sich die Führungspartien (8) radial zum zentralen Teil erstrecken.
Description
Beschreibung [0001 ] Die Erfindung betrifft das Gebiet der Schliesssysteme und insbesondere einen Schlüssel sowie den dazugehörigen Rohling, einen zum Schlüssel passenden Schliesszylinder und ein Schliesssystem, welches einen erfindungsgemässen Schlüssel und einen erfindungsgemässen Schliesszylinder aufweist.
[0002] Eine zentrale Aufgabe der Schliesstechnik ist es, Schliesssysteme zur Verfügung zu stellen, die den Zutritt zu einem oder Zugriff auf ein Objekt zuverlässig auf eine wohl definierte Gruppe von Berechtigten beschränkt. Mechanischen Schliesssystemen stellt sich insbesondere die Herausforderung, dafür zu sorgen, dass einerseits eine genügende Anzahl verschiedener Berechtigungen vergeben werden kann, indem für eine mechanische Kodierung des Schlüssels eine genügend hohe Anzahl Permutationen möglich ist, und dass andererseits der Aufwand für einen unbefugten Zugriff maximiert wird.
[0003] Schliesszylinder von mechanischen Schliesssystemen weisen im Allgemeinen ein in einem gehäusefest gelagerten Bauteil («Stator») gelagertes, um eine Achse drehbares Bauteil («Rotor», «Zylinderkern») auf, durch dessen Drehung die Freigabe des Zutritts oder Zugriffs erfolgt, beispielsweise durch Betätigung eines Abtriebselements, welches mit einem Riegel in Wirkverbindung steht, wobei gegebenenfalls die Kupplung mit einem Abtriebsmechanismus an Bedingungen geknüpft sein kann. Die Freigabe oder Nicht-Freigabe einer Drehung des Rotors im Stator kann insbesondere durch das Zusammenspiel von Zuhaltungen und Gegenzuhaltungen mit einer passenden mechanischen Kodierung des Schlüssels bewirkt sein. Das funktioniert so, dass in im Ausgangszustand miteinander fluchtenden Bohrungen im Rotor und im Stator Paare von Zuhaltungen und Gegenzuhaltungen angeordnet sind, wobei die Enden der Zuhaltungen aus dem Rotor in den Schlüsselkanal hineinragen. Durch den in den Schlüsselkanal eingeführten passend kodierten Schlüssel werden die Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaare entgegen einer Federkraft so weit nach aussen geschoben (oder nicht geschoben), dass ihr Interface auf der Trennfläche zwischen Rotor und Stator liegt, dass sie also einer Drehung des Rotors gegenüber dem Stator (bei welcher Drehung die Zuhaltungen im Rotor mitdrehen und die Gegenzuhaltungen im Stator bleiben) nicht mehr entgegenstehen.
[0004] Die Anzahl der möglichen Permutationen wird einerseits durch die Anzahl Kodierungselemente (z.B. Kodierungsbohrungen), welche auf einem Schlüssel angeordnet werden können, und andererseits durch die Anzahl von pro Kodierungselement einnehmbaren Zuständen definiert.
[0005] Die Maximierung des Aufwandes für einen unbefugten Zugriff schliesst neben baulichen und materialtechnischen Massnahmen auch das Verhindern eines zu einfachen Kopierens des Schlüssels mit ein. Bisher waren und sind die fertigungstechnischen Hürden, welche es zu überwinden gilt, um einen (Sicherheits-)Schlüssel zu kopieren, recht hoch, so-dass es nur wenige Anbieter gibt, die eine Kopie eines solchen Schlüssels mit der nötigen Genauigkeit und den nötigen Toleranzen hersteilen können. Ein Grossteil dieser wenigen Anbieter beteiligt sich an einer mehr oder weniger freiwilligen Kontrolle und verweigert Unberechtigten das Kopieren von Schlüsseln.
[0006] Die rasanten Fortschritte auf den Gebieten 3D-Druck, Materialwissenschaften, Scanner und Datenverarbeitungsprogrammen lassen nun die Entstehung neuer Kopiermöglichkeiten befürchten.
[0007] Diesem sich abzeichnenden Problem kann entgegengewirkt werden, indem zusätzliche Sicherheitsmerkmale in den Schüssel integriert werden, die nicht durch 3D-Drucker oder ähnliche der vielleicht dereinst breiten Bevölkerungsschichten zur Verfügung stehenden Mitteln kopiert werden können, z.B. in Form von beweglichen Teilen, deren konkrete Ausführungen entscheidend sind für das Zusammenspiel mit dem Schliesszylinder.
[0008] Im Bereich der Schliesssysteme sind beweglich in den Schlüssel eingebrachte Elemente bereits bekannt. Diese dienen in erster Linie dazu, die Anzahl der Kodierungselemente und damit die Anzahl der möglichen Permutationen zu erhöhen. Oftmals weisen die dazu verwendeten Elemente Eigenschaften auf, die sich negativ auf die Zuverlässigkeit und Lebensdauer der besagten Schlüssel auswirken. So beschreibt EP 0 436 496 B1 einen Schlüssel, dessen Schaft einen dickeren Einschnittbereich und einen dünneren Profilbereich aufweist. Im Profilbereich sind kreiszylindrische Taststifte in quer verlaufenden (d.h. die beiden Flachseiten verbindenden) Durchbrüchen eingebracht. Durch eine Variation der Länge der Taststifte, welche i.A. die Breite des Profilbereichs überschreitet, ist es möglich, die Schliessungsverschiedenheit zu erhöhen. Die Taststifte nehmen dabei im Wesentlichen die Funktion eines (beweglichen) Abstandhalters ein. Ferner ist der in EP 0 436 496 B1 gezeigte Schlüssel anfällig auf eine Verkantung des beweglichen Elements, was die Verlässlichkeit bei der Verwendung markant beeinträchtigt, und durch die über den Profilbereich hinausragenden Taststifte wird die Abnutzung und Beschädigung des Schlüssels begünstigt.
[0009] Auch das in EP 1 336 022 B1 gezeigte bewegliche Element führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für Beschädigungen, z.B. durch Verschmutzung. Das bewegliche Element ist ein Ring, welcher in einen in den Schaft eingelassenen Schrägschlitz eingebracht ist. Auch dieser Ring agiert als Distanzstück und dient dazu, die Vielfalt und möglichen Kombinationen von Schlüsselkodierungen zu erhöhen.
[0010] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, einen Schlüssel, einen Schlüsselrohling, einen Schliesszylinder und ein Schliesssystem zur Verfügung zu stellen, welche vor einem Sicherheitsverlust durch 3D-Drucken des Schlüssels geschützt sind, indem zusätzliche Sicherheitsmerkmale integriert werden.
[0011] Es ist ferner eine Aufgabe der Erfindung, dass die zusätzlichen Sicherheitsmerkmale keine negativen Auswirkungen auf die Zuverlässigkeit der erfindungsgemässen Vorrichtungen haben. Dies betrifft insbesondere den Schlüssel oder Schlüsselrohling, bei welchen die zusätzlichen Sicherheitsmerkmale so auszulegen sind, dass die Wahrscheinlichkeit einer Fehlfunktion durch beispielsweise Verkantung oder Abnutzung markant reduziert wird.
[0012] Diese Aufgaben werden durch die Erfindung gelöst, wie sie in den unabhängigen Patentansprüchen definiert ist.
[0013] Der erfindungsgemässe Schlüssel bzw. der erfindungsgemässe Schlüsselrohling ist insbesondere für mechanische Schliesszylinder (rein mechanische oder kombiniert mechanisch-elektronische Schliesszylinder) der eingangs beschriebenen Art vorgesehen, bei welchen ein Stator und ein relativ zu diesem drehbarer Rotor Paare von Zuhaltungen und Gegenzuhaltungen aufweist.
[0014] Nachfolgend werden die zusätzlichen Sicherheitsmerkmale als Merkmale eines erfindungsgemässen Schlüssels diskutiert. All diese zusätzlichen Sicherheitsmerkmale können auch in einen erfindungsgemässen Rohling integriert sein, welcher erst zu einem späteren Zeitpunkt durch Anbringen von mechanischen Kodierungen zu einem fertigen Schlüssel weiterverarbeitet wird.
[0015] Der erfindungsgemässe Schlüssel ist beispielsweise als Flach-Wendeschlüssel ausgebildet, d.h. der Schaft ist im Wesentlichen flach und weist Kodierungsbohrungen mindestens auf den Flachseiten auf. Mindestens der Schaft ist bezüglich einer Drehung um 180° symmetrisch. Abgesehen von den nachfolgend beschriebenen Sicherheitsmerkmalen und abgesehen von einem möglichen Elektronikmodul und seinem Gehäuse kann der erfindungsgemässe Schlüssel aus einem Stück gefertigt sein. Insbesondere können alle Merkmale des Schlüssels, z.B. Schaft, Reide, Kodierungen etc., welche nicht in Bezug zu den nachfolgend beschriebenen Sicherheitsmerkmalen stehen, mit den gängigen, zum aktuellen Stand der Technik gehörenden Fertigungsmethoden hergestellt werden.
[0016] Ein Kern der Erfindung ist es, das auf 3D-Drucker basierte Kopieren von Schlüsseln zu erschweren, indem bewegliche Elemente im Bereich des Schlüsselschaftes ergänzt werden. Beim Einführen eines erfindungsgemässen Schlüssels in einen Schliesszylinder interagiert das bewegliche Element wie an und für sich bekannt mit zwei Zuhaltungs-Gegen-zuhaltungspaaren, wobei für jedes Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaar genau eine durch das Hineinragen der Zuhaltung in den Schlüsselkanal definierte Position dazu führt, dass die Trennfläche zwischen Zuhaltung und Gegenzuhaltung eines Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaares mit der Scherlinie zwischen Rotor und Stator zusammenfällt, wodurch ein Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaar, welches diese eine Position einnimmt, das Drehen des Rotors relativ zum Stator nicht mehr unterbindet.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform ist ein bewegliches Element in eine Bohrung eingebracht, welche durchgehend eine Flachseite des Schafts mit der anderen Flachseite verbindet. Element und Bohrung sind dabei in Form und Abmessungen so ausgelegt, dass einerseits ein Verkanten des beweglich gelagerten Elements verhindert wird und andererseits die Hürde für eine Nachbildung weiter erhöht wird. Dies kann dadurch realisiert sein, dass das Element einen zentralen Teil und mindestens zwei, oft bevorzugt mindestens drei, radial dazu angeordnete Führungspartien aufweist, die dazu führen, dass die Form des Elements nicht kreiszylindrisch ist. In einer Ausführungsform des beweglichen Elements weist dieses vier Führungspartien auf, welche so um den zentralen Teil angeordnet sind, dass das Element einen kreuzförmigen Querschnitt aufweist. Es sind aber auch Ausführungsformen vorstellbar, welche drei, fünf oder mehr Führungspartien aufweisen, sodass sich auch ein insgesamt sternförmiger Querschnitt ergeben kann. Der Querschnitt senkrecht zur Achse der Bohrung kann dabei von der einen Flachseite des Schafts zu der anderen unverändert sein. Der Querschnitt des Elements kann aber auch von der einen Flachseite des Schafts zu der anderen variieren. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das Element Mittel zur Festlegung einer maximalen Auslenkung des Elements aufweist. Eine solche maximale Auslenkung kann beispielsweise dadurch erreicht werden, indem das Element so ausgelegt ist, dass dieses an zwei Stellen, vorzugsweise jeweils eine in der Region der beiden Flachseiten, an ein eine weitere Auslenkung verhinderndes Teil stösst. Alternativ kann ein solches Teil in Kombination mit einer entsprechenden Form des Elements auch in der Bohrung selbst integriert sein.
[0018] Durch das erfindungsgemässe Vorgehen wird ein Dilemma gelöst, welches im Zusammenhang mit beweglichen Elementen im Schlüssel existiert. Das Vorgehen basiert auf der Erkenntnis, dass ein solches Element in der dafür vorgesehenen Bohrung nur über eine sehr beschränkte Führungslänge geführt werden kann. Dies rührt daher, dass einerseits die Stärke (Dicke) des Schlüsselschafts, welche der maximalen Führungslänge entspricht, im Allgemeinen nur einige wenige Millimeter beträgt. Andererseits kann die Ausdehnung des beweglichen Elements entlang der Schaftebene nicht beliebig klein sein, wenn die mechanische Stabilität und Funktion gewährleistet werden sollen. Dies führt zwangsläufig zu einem ungünstigen Verhältnis zwischen Länge (Dimension in Richtung der Bewegungsrichtung) des beweglichen Elements einerseits und Ausdehnung entlang der Schaftebene (bspw. Durchmesser) andererseits. Ohne die erfindungsgemässen Massnahmen würde das zu einer reduzierten Zuverlässigkeit aufgrund von Verkantung des Elements führen. Im Maschinenbau gilt bspw. die Maxime, dass das Verhältnis zwischen der geführten Länge und der geführten Breite grösser als 1,3 bis 1,5 sein sollte, um ein Verkanten eines Elements weitgehend vermeiden zu können. Auf den Schlüssel oder Rohling mit beweglichem Element übertragen, würde das ohne spezielle Vorkehrungen eine Breite (Durchmesser) des Elements nach sich ziehen, die sowohl in Bezug auf die Stabilität und das Handling des Elements, aber auch in Bezug auf dessen Zusammenspiel mit entsprechenden Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaaren sehr unvorteilhaft wäre.
[0019] Das bewegliche Element im erfindungsgemässen Schlüssel löst dieses Dilemma einer maximal möglichen, zuverlässig geführten Breite, indem das Element Führungspartien aufweist, welche eine im Vergleich zum Durchmesser des beweglichen Elements reduzierte Führungsbreite definieren.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform wird die maximale Auslenkung des Elements in Richtung der Bohrungsachse durch dessen Zusammenspiel mit pro Flachseite je mindestens einem Anschlag, welcher die Bewegung in die entsprechende axiale (in Bezug auf die Bohrungsachse) Richtung beschränkt und welcher in die entsprechende Flachseite des Schafts integriert ist, begrenzt. Diese Anschläge können als Anschlagsteile ausgebildet sein, welche ihrerseits in eine Bohrung eingebracht sind, wobei Bohrung und Anschlagsteile so ausgelegt sind, dass die Anschlagsteile eine definierte Position einnehmen. Dies kann z.B. realisiert werden, indem die Anschlagsteile pinförmig ausgelegt sind und einen Kopf aufweisen, wobei die Köpfe der Anschlagsteile (nachfolgend Anschlagsköpfe genannt) auf in die Bohrung der Anschlagsteile integrierten Vorsprüngen aufliegen. Diese Vorsprünge können ringförmig ausgelegt und durch Reduktion des Durchmessers der Bohrung realisiert sein. Die in Richtung Flachseite des Schafts zeigenden Flächen der Anschlagsteile sind in ihrer Endposition vorzugsweise bündig mit den Flachseiten selbst. In dieser Ausführungsform ragen die Anschlagsköpfe teilweise in die Bohrung des Elements hinein und verhindern so, dass ein entsprechend geformtes bewegliches Element aus der Bohrung fällt. Die Anschlagsteile sind in ihre Bohrung geschraubt, geleimt, gepresst oder in einer anderen Weise darin fixiert.
[0021] In einer weiteren Ausführungsform sind die Anschläge durch den Abschluss der Bohrung für das Element selbst, z.B. durch eine kontinuierliche oder stufenförmige Verengung gegen die Flachseiten hin, realisiert. Diese Verengungen können durchgehend, z.B. ringförmig, oder unterbrochen, z.B. ein einzelner oder mehrere Fortsätze, ausgelegt sein. Die Verengungen können das Resultat einer bohrungsnahen Prägung oder einer anderen Behandlung der Flachseiten des Schafts sein.
[0022] In einer Ausführungsform weist das bewegliche Element einen Querschnitt senkrecht zur Achse der Bohrung auf, welcher sich in Funktion der Position entlang der Bohrungsachse ändert. Diese Änderung des Querschnittes ist so ausgelegt, dass sich das Element in Kombination mit mindestens einem Anschlag nur bis zu einer maximalen Auslenkung entlang der Achse der Bohrung bewegen kann. Beispielsweise kann das Element mindestens gegen die Anschläge hin Aussparungen aufweisen, die eine Bewegung entlang der Achse der Bohrung so lange zulassen, bis ein nicht ausgesparter Teil des Elements in Kontakt mit einem Anschlag kommt. Solche Aussparungen können auch in anderen Regionen des beweglichen Elements vorgenommen werden. Insbesondere können alle Führungspartien dieselben Aussparungen aufweisen, unabhängig davon, ob diese mit einem Anschlag wechselwirken oder nicht.
[0023] Gegen die Flachseiten des Schafts hin sind Bohrungen, bewegliches Element und Anschläge/Anschlagsteile vorzugsweise so gefertigt, dass diese sich bis auf eventuelle Toleranzen im Wesentlichen passgenau ergänzen, um eine Beeinträchtigung der Funktionalität des beweglichen Elements, z.B. durch Verschmutzung, zu verhindern. Insbesondere sind die Führungspartien beidseitig passgenau durch entsprechende Wandpartien der Bohrung geführt.
[0024] Es ist eine wichtige Erkenntnis in Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung, dass mit Hilfe der oben genannten Führungspartien die Gefahr eines Verkantens und damit eines Defekts des Schliessmechanismus, im ungünstigsten Fall während des Öffnungs- oder Schliessvorganges, stark reduziert werden kann. Diese Gefahr kann weiter reduziert werden, wenn die Abmessungen von Element, Führungspartien und Bohrungen aufeinander abgestimmt sind. Die relevanten Abmessungen sind dabei die maximale Länge des beweglichen Elements bzw. der Führungspartien in Richtung der Achse der Bohrung sowie die Breiten der Führungspartien. Letztere sind die Abmessungen der betrachteten Führungspartie tangential und senkrecht zur Achse der Bohrung. Es hat sich gezeigt, dass Verhältnisse zwischen der Länge des Elements und den Breiten der Führungspartien von grösser als 1 vorteilhaft sind. Besonders vorteilhaft sind Ausführungsformen, in welchen diese Verhältnisse grösser als 1,3 oder grösser als 1,5 sind. Sofern sich die Führungspartien nicht über die ganze Länge des Elements erstrecken, kann diese Bedingung (Verhältnis von minimal 1, 1,3 oder 1,5) auch für die Länge der Führungspartien in Relation zu deren Breite gelten. Wenn die Breite in Funktion der radialen Position nicht konstant ist - bspw. weil die Führungspartien sich nach aussen hin verjüngen - gilt diese Bedingung bspw. für die mittlere Breite.
[0025] In einer weiteren erfindungsgemässen Ausführungsform kann sich die Führung des Elements auf Seitenflächen der jeweiligen Führungspartien beschränken. Dies kann dadurch erreicht werden, indem die Bohrung so ausgelegt ist, dass es zwischen dem radial-äusseren Ende der Führungspartien und der Wand der Bohrung Beabstandungen gibt oder dass mindestens die diesbezüglichen Toleranzen grösser sind.
[0026] Mit Blick auf eine mögliche Abnutzung der Bauteile des Sicherheitsmerkmales kann es vorteilhaft sein, wenn die Länge des beweglichen Elements eine Stärke (Dicke) des Schafts nicht überschreitet, so dass das Element in eine Position bringbar ist, in welcher keine Partie bei nicht in den Schliesszylinder eingebrachtem Schlüssel über die Ebene der beiden Flachseiten des Schafts hinausragt, d.h. wenn sich das bewegliche Element beidseitig zumindest bündig mit den beiden Flachseiten in den Schaft zurückziehen kann, wenn eine Kraft auf dem Element anliegt. Die maximale Länge des Elements sollte folglich kleiner oder gleich der Schaftstärke sein. Ergänzend oder alternativ kann vorgesehen sein, dass die Enden des Elements so geformt sind, dass sich das Element auch bei unter einem Winkel zur Achse der Bohrung oder gar senkrecht zu dieser einwirkenden Kräften in den Schaft zurückzieht, beispielsweise indem die Enden des Elements gerundet oder angeschrägt sind.
[0027] Das beschriebene Sicherheitsmerkmal kann sich in einer beliebigen Position auf dem Schaft des Schlüssels befinden. In einer erfindungsgemässen Ausführungsform ist das beschriebene Sicherheitsmerkmal auf dem Schaft zur Rei-de hin, bspw. auf Höhe der oder hinter der ersten herkömmlichen Kodierung, angebracht. Das Sicherheitsmerkmal ist vorzugsweise, aber nicht zwingend, zentriert auf dem Schaft angebracht.
[0028] Ein zum erfindungsgemässen Schlüssel passender Schliesszylinder weist einen gehäusefest gelagerten Stator sowie einen sich im Stator befindlichen, durch die Verwendung eines die passende Kodierung aufweisenden Schlüssels um eine Achse drehbaren Rotor auf. Ferner ist am Rotor ein Schlüsselkanal ausgebildet, welcher von aussen über die dazugehörige Schlüsselöffnung zugänglich ist. Im Stator und im Rotor ist eine Anzahl von Zuhaltungs-Gegenzuhaltungs-paaren angeordnet, wovon mindestens zwei Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaare mit dem beweglichen Element bei vollständig in den Schlüsselkanal eingebrachtem Schlüssel wechselwirken. Alle Gegenzuhaltungen der Zuhaltungs-Gegen-zuhaltungspaare sind durch je eine Feder belastet.
[0029] Der Schliesszylinder kann als Einfachzylinder oder als Doppelzylinder ausgebildet sein. Nebst den hier beschriebenen mechanischen Sicherheitsmerkmalen (mit dem beweglichen Element wechselwirkende Zuhaltungen, konventionelle Zuhaltungen) kann er ausserdem optional elektronisch/elektromechanische Sicherheitsmerkmale aufweisen.
[0030] In einer Ausführungsform des Schliesszylinders sind die im Schliesszylinder angebrachten und mit dem beweglichen Element wechselwirkenden Zuhaltungen so ausgelegt, dass mindestens eine dieser Zuhaltungen durch eine die Schlüsselöffnung hintergreifende Partie des Schlüssels aus dem Schlüsselkanal in Richtung Stator geschoben werden muss, d.h. der Schlüssel muss lokal breiter sein als die Schlüsselöffnung, um die durch dieses Zuhaltungs-Gegenzuhal-tungspaar verursachte Versperrung zu lösen. Das bewegliche Element muss also in eine Position gebracht werden, in welcher es aus der Flachseite des Schlüssels herausragt. Da kein Schlüssel in den Schliesszylinder eingeschoben werden kann, der breiter ist als die Breite der Schlüsselöffnung, ist somit ausgeschlossen, dass ein Schlüssel ohne das entsprechende bewegliche Element zu einer Entsperrung des besagten Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaares führt.
[0031] In einer Ausführungsform wird dieses aktive Zurückschieben einer Zuhaltung dadurch erreicht, dass zwei unterschiedlich belastete Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaare über das bewegliche Element wechselwirken, wobei diese Zuhal-tungs-Gegenzuhaltungspaare so ausgelegt sind, dass das schwächer belastete Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaar durch die genannte hintergreifende Partie zur Entriegelung in Richtung Stator geschoben werden muss, während das stärker belastete Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaar sich zur Entriegelung in Richtung Rotor (bzw. Schlüsselkanal) bewegen muss. Dabei begrenzt ein Anschlag (entweder des Schlüssels oder eines Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaares) die durch das stärker belastete Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaar bewirkte Auslenkung des beweglichen Elements aus dem Schlüsselschaft hinaus. Für die Entriegelung müssen beide beteiligte Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaare eine vordefinierte Position einnehmen, was nur dann gegeben ist, wenn die Abmessungen der Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaare und des beweglichen Elements sowie die Positionen des wirksamen Anschlags in der vorgesehenen Weise Zusammenwirken.
[0032] Die Zuhaltungen werden in Ausführungsformen über am Gehäuse des Zylinders montierte Federn belastet. In einer bevorzugten Ausführungsform der Federn ist das Verhältnis der beiden mit dem beweglichen Element in Verbindung stehenden Federn von der Grössenordnung zwei zu eins.
[0033] Die räumliche Anordnung der beiden Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaare kann auf verschiedene Arten ausgestaltet sein. So können diese einander gegenüberliegen und senkrecht zu den Flachseiten stehen. Es kann aber auch ein oder beide Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaare unter einem nicht normalen Winkel auf das bewegliche Element einwirken und/ oder einander nicht gegenüberliegen. Ferner ist es möglich, dass das stärker belastete Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaar nur durch die Zuhaltung selbst (und die Feder) ausgebildet ist und sich vollständig im Rotor befindet.
[0034] Ein erfindungsgemässes Schliesssystem weist einen erfindungsgemässen Schlüssel sowie einen dazu passenden Schliesszylinder auf.
[0035] Die Wechselwirkung zwischen dem beweglichen Element und den entsprechenden Zuhaltungen geschieht bei vollständig in den Schlüsselkanal eingebrachtem Schlüssel über deren Kontaktstellen. Diese sind beispielsweise durch die Endflächen des zentralen Teils des Elements und die schlüsselseitigen Endflächen der Zuhaltungen gegeben. Letztere können dahingehend ausgelegt sein, dass diese die Form des Elements und die relative Lage der jeweiligen Zuhaltung zum Schlüsselkanal berücksichtigen. Je nach Ausgestaltung der die Kontaktstellen bildenden Endflächen geschieht die Wechselwirkung über einen punktförmigen, linienförmigen oder flächigen Kontakt. Es sind auch Ausführungsformen möglich, bei welchen sich die Ausprägungen der beiden Kontaktstellen unterscheiden.
[0036] Die Kontaktstellen können parallel zu den Flachseiten des Schafts verlaufen. Elementseitig fallen diese Kontaktstellen vorzugsweise nicht mit den erwähnten, vom Zusammenspiel mit den Anschlägen herrührenden Aussparungen und/oder nicht mit Anschrägungen oder Abfindungen zusammen.
[0037] Weitere Ausführungsformen werden aus den abhängigen Patentansprüchen ersichtlich.
[0038] Die nachfolgenden Zeichnungen stellen beispielhafte erfindungsgemässe Ausführungsformen der Erfindung dar, anhand welcher die Erfindung im Detail beschrieben wird. In den Zeichnungen bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder analoge Elemente. Die Zeichnungen zeigen:
Fig. 1a-1c eine perspektivische Ansicht sowie zwei Querschnittdarstellungen einer erfindungsgemässen Ausführungsform des Schlüssels;
Fig. 2 eine Detailansicht einer erfindungsgemässen Ausführungsform, welche das im Schlüsselschaft geführte bewegliche Element zeigt;
Fig. 3 eine Explosionsdarstellung einer erfindungsgemässen Ausführungsform des Schlüssels;
Fig.4a-4c eine Explosionsdarstellung einer weiteren erfindungsgemässen Ausführungsform des Schlüssels sowie zwei Querschnittdarstellungen einer solchen erfindungsgemässen Ausführungsform;
Fig. 5 eine Schnittansicht durch einen Schliesszylinder, welcher zu einem erfindungsgemässen Schlüssel passt, bei eingestecktem Schlüssel;
Fig. 6 eine Schnittansicht durch einen Schliesszylinder, welcher zu einem erfindungsgemässen Schlüssel passt, wobei kein Schlüssel in den Zylinder eingeführt ist;
Fig. 7 eine Schnittansicht durch einen Schliesszylinder, welcher zu einem erfindungsgemässen Schlüssel passt, während des Vorganges des Einschiebens des Schlüssels; und
Fig. 8 und 9 je eine alternative Ausführungsform eines beweglichen Elements.
[0039] Nachfolgend wird die Funktionsweise und Umsetzung der Erfindung anhand verschiedener beispielhafter Ausführungsformen gezeigt. Es versteht sich, dass die Erfindung nicht auf diese Ausführungsformen beschränkt ist, sondern auch andere mit den Ansprüchen in Einklang stehende Ausführungsformen umfasst.
[0040] Fig. 1 a zeigt einen erfindungsgemässen Schlüssel 1, der eine Reide 2, eine Einführbegrenzung 3, einen Schaft 4 und ein in den Schaft integriertes, beweglich gelagertes Element 5 aufweist. Der Schlüssel ist als Flach-Wendeschlüssel ausgebildet, d.h. der Schaft ist im Wesentlichen flach und weist Kodierungsbohrungen mindestens auf den Flachseiten auf. Mindestens der Schaft 4 ist bezüglich einer Drehung um 180° symmetrisch.
[0041] Der Schlüssel 1 weist ferner Kodierungen 6 in der Form von Bohrungen unterschiedlicher Tiefe und/oder Breite auf.
[0042] In der gezeigten Ausführung weist das beweglich gelagerte Element 5 vier von einem zentralen Teil 7 radial vorstehende (in Bezug auf eine Achse 9 der Bohrung 10, in welcher das bewegliche Element geführt ist, siehe Fig. 1b, 1c), beidseitig geführte Führungspartien 8 auf. Das Element 5 ist in die durchgehende Bohrung 9 des Schafts eingebracht, wobei die Bewegung des Elements entlang der Achse 10 der Bohrung 9 auf beiden Seiten des Schafts durch je einen Anschlag 11 begrenzt wird.
[0043] Ferner ist in der gezeigten Ausführungsform das Element 5 am hinteren Ende des Schafts, d.h. zur Reide 3 hin, insbesondere hinter der hintersten Kodierung 6, angebracht. Das Element kann jedoch ohne Auswirkungen auf die Funktionalität an einer beliebigen Stelle auf dem Schaft des Schlüssels angebracht werden.
[0044] Fig. 1b zeigt einen Querschnitt entlang der in Fig. 1a eingezeichneten Ebene A-A. Das beweglich gelagerte Element 5 wird durch die seitliche Begrenzung der Bohrung 9 entlang der Achse 10 geführt. Es wird eine Situation gezeigt, in welcher das Element 5 eine Position einnimmt, in welcher der geometrische Mittelpunkt des Elements entlang der Achse der Bohrung nicht in der Mitte zwischen den beiden Flachseiten 16.1-16.2 des Schlüssels liegt. Dadurch ragt das Element über eine Flachseite hinaus, obwohl die Länge 12 des Elements entlang der Achse der Bohrung gleich der Stärke (Dicke) 15 des Schafts ist.
[0045] Fig. 1c zeigt einen Querschnitt entlang der in Fig. 1a eingezeichneten Ebene B-B, in welchem die als Verengung der Bohrung 9 realisierten Anschläge 11 sichtbar sind.
[0046] In Fig. 2 ist eine Detailansicht der Ausführungsform gemäss Fig. 1a-1c dargestellt, in welcher man das bewegliche Element 5 besonders gut sieht. Ferner sind in Fig. 2 die Breiten 13.1-13.4 und radiale Ausdehnungen 14.1-14.3 der Führungspartien 8 eingezeichnet. Die radiale Ausdehnung der vierten Führungspartie ist aufgrund des als Verengung der Bohrung ausgelegten Anschlags nicht aus Fig. 2 ersichtlich. Die verschiedenen Führungspartien können sich in ihren Breiten und radialen Ausdehnungen unterscheiden. In der dargestellten Ausführungsform weisen die Führungspartien jeweils identische Breiten und identische radiale Ausdehnungen auf, wobei die Breite nicht der radialen Ausdehnung entsprechen muss.
[0047] Die jeweiligen Abmessungen und die Anordnung der Führungspartien sind so gewählt, dass sie innerhalb der vorgegebenen Toleranzen ein Verkippen des Elements bei einer Bewegung entlang der Achse 10 der Bohrung verhindern, d.h. dass die Verhältnisse zwischen der Länge des Führungselements entlang der Achse der Bohrung und den Breiten der Führungspartien grösser als 1,5 ist. Ferner werden durch die Führungspartien zwei nicht parallel zueinander verlaufende Achsen des Elements geführt, wobei einer der Winkel zwischen den mindestens zwei Achsen vorzugsweise 90° ist oder die Führungspartien symmetrisch unter einem Winkel von 360° dividiert durch die Anzahl Führungspartien angeordnet sind.
[0048] In der in Fig. 2 gezeigten Detailansicht weist das Element 5 vier Führungspartien 8 auf, die so angeordnet sind, dass das Element einen kreuzförmigen Querschnitt hat. Ferner sind Beabstandungen 19 zwischen den radial-aussenseitigen Endflächen und der Wand der Bohrung gezeigt, welche dazu führen, dass die Führungspartien 8 jeweils nur entlang von deren Seitenflächen geführt werden.
[0049] In einer weiteren Ausführungsform weist das Element drei Führungspartien auf, die vorzugsweise unter einem Winkel von 120° zueinander angeordnet sind.
[0050] Ferner zeichnen sich die in den Fig. 1 und 2 gezeigten Ausführungsformen dadurch aus, dass die maximale Länge des Elements entlang der Achse 10 der Bohrung 9 mit der Stärke 15 des Schafts identisch ist, d.h. das Element ragt bei entsprechender Zentrierung entlang der Bohrung nicht über die Flachseiten 16.1, 16.2 hinaus.
[0051] Die in Fig. 2 gezeigten Führungspartien weisen eine durch eine Abschrägung gegen aussen hin gebildete Aussparung 17 gegenüber dem zentralen Teil 7 des Elements auf. Dank diesen Aussparungen 17 ist es möglich, je mindestens einen Anschlag in die beiden Flachseiten des Schafts zu integrieren, um die Bewegung des Elements entlang der Achse der Bohrung zu begrenzen. In Fig. 2 sind die Anschläge das Resultat von Prägungen 11, welche auf den Flachseiten des Schafts in der Nähe der Bohrung gemacht wurden. Die auf diese Weise integrierten Anschläge verlaufen bündig mit den Flachseiten des Schafts.
[0052] Die Abschrägungen der Führungspartien haben ferner die Funktion, ein müheloses Einschieben des Schlüssels in den Schlüsselkanal zu ermöglichen, indem durch die Schräge die Zuhaltungen nach hinten geschoben werden.
[0053] Fig. 3 zeigt eine Explosionsdarstellung der Ausführungsform eines erfindungsgemässen Schlüssels nach den Fig. 1 und 2, in welcher das Element 5 noch nicht in die Bohrung 9 eingebracht wurde. Nach Einbringung des Elements in die durchgängige Bohrung werden die Anschläge, welche die Bewegung des Elements entlang der Achse 10 der Bohrung 9 beschränken, in einem weiteren Arbeitsschritt ausgebildet. Dies geschieht beispielsweise durch dahingehend ausgelegte Prägungen, welche in die beiden Flachseiten des Schafts in unmittelbarer Nähe der Bohrung eingearbeitet werden.
[0054] Fig. 4a zeigt in einer Explosionsdarstellung einen Schlüssel 1 einer alternativen Ausführungsform. Diese weist am Schaft befestigte, ursprünglich separate Anschlagsteile 18 auf, welche die Anschläge der geführten Bewegung des Elements 5 bilden, indem diese in eine separate Bohrung 23 für die Anschlagsteile eingebracht werden. Ferner ist ein mit Blick auf die Anschlagsteile 18 ausgelegtes Element 5 gezeigt, welches sich leicht von der Ausführungsform von Fig. 1a-2 unterscheidet.
[0055] Fig. 4b und 4c zeigen zwei Querschnittdarstellungen, welche eine mögliche Ausgestaltung des Zusammenspiels zwischen dem beweglichen Element 5 und den Anschlagsteilen 18 wiedergeben. Die Anschlagsteile 18 weisen einen Kopf 21 und einen Körper 22 auf und sind in die separate Bohrung 23 (Bohrung der Anschlagsteile) einpressbar, welche im Durchmesser so variiert, dass sie einen Bereich für den Kopf und einen für den Körper aufweist. Dabei überlappt die Bohrung für die Anschlagsteile im Kopfbereich die Bohrung für das Element 5. In der gezeigten Ausführungsform ist das Element gegen die Anschlagsteile hin mit Aussparungen 24 versehen, welche es dem Element ermöglichen, sich bis zu einer maximalen, durch die Abmessung der Aussparungen definierten Auslenkung entlang der Achse der Bohrungen zu bewegen. Die maximale Auslenkung ist erreicht, sobald der Kopf eines der beiden Anschlagsteile mit einer aufsteigenden, die Aussparung definierenden Stufe 25 in Kontakt kommt. Die Anschlagsteile können in die Bohrung geschraubt, geleimt, gepresst, gelötet, geschweisst oder in einer anderen Weise darin fixiert werden. Fig. 4b zeigt die Situation bei zentriertem, d.h. nicht entlang der Achse 10 der Bohrung 9 ausgelenktem Element. In Fig. 4c ist die Position des Elements 5 nahe an der maximal möglichen Auslenkung gezeigt.
[0056] Fig. 5-7 zeigen die Funktionsweise eines erfindungsgemässen Schlüssels 1 im Zusammenwirken mit einem erfindungsgemässen Schliesszylinder 30. In Fig. 5 ist eine mögliche Ausführungsform mit einem in den Schliesszylinder vollständig eingesteckten, passenden Schlüssel dargestellt. In der gezeigten Ausführungsform wechselwirkt das bewegliche Element 5 mit zwei Zuhaltungen 31, 32, welche unterschiedlich stark durch die beiden Federn 33, 34 belastet sind. Die Feder 33 mit der grösseren Federkonstante schiebt die zugehörige erste Zuhaltung 31 unter Einbezug der entsprechenden Gegenzuhaltung 35 in den Rotor 36 hinein, wodurch das beweglich gelagerte Element entlang der Achse der Bohrung in Richtung der der ersten Zuhaltung 31 abgewandten Flachseite 37 geschoben wird. Dies schiebt wiederum die durch die Feder 34 mit der kleineren Federkonstante belastete zweite Zuhaltung 32 in Richtung Stator. In der gezeigten Konfiguration kommt die Bewegung zum Stillstand, sobald ein Zustand eingenommen wird, in welchem die erste Zuhaltung 31 gegen den Zuhaltungsanschlag 38 drückt. Alternativ oder ergänzend kann das beweglich gelagerte Element 5 gegen einen der vorherig beschriebenen, die Bewegung des Elements 5 im Schaft begrenzenden Anschläge drücken. Federn, Zuhaltungen, Anschläge und bewegliches Element sind dabei so ausgelegt, dass in besagtem Zustand, die Trennlinien zwischen den beiden Zuhaltungen 31, 32 und den dazugehörigen Gegenzuhaltungen 35, 39 mit der Scherlinie 40 zwischen Rotor 36 und Stator 41 zusammenfallen und der Rotor gedreht werden kann.
[0057] Fig. 6 zeigt die Situation, in welcher kein Schlüssel über die Schlüsselöffnung 47 in den Schliesszylinder 30 eingeführt worden ist. Die Federn 33, 34 drücken über die Gegenzuhaltungen die beiden Zuhaltungen so weit in den Rotor 36 und damit in den Schlüsselkanal 42 hinein, wie es die Zuhaltungsanschläge 38, 43 zulassen. In der gezeigten Ausführungsform sind die Zuhaltungsanschläge so gesetzt, dass die Trennlinie zwischen stärker belasteter Zuhaltung 31 und dazugehöriger Gegenzuhaltung mit der Scherlinie 40 zusammenfällt, falls die Zuhaltung 31 auf dem Zuhaltungsanschlag 38 aufliegt. Dieses Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaar führt also zu keiner Versperrung. Dahingegen führt das Aufliegen der schwächer belasteten Zuhaltung 32 auf dem Zuhaltungsanschlag 43 dazu, dass die Gegenzuhaltung 39 in den Rotor hineinragt und so für eine Versperrung 44 sorgt.
[0058] Fig. 7 zeigt die Situation bei einem nicht vollständig über die Schlüsselöffnung 47 in den Schliesszylinder 30 eingeführten (passenden) Schlüssel, oder auch einem vollständig eingeführten Schlüssel, der an der Angriffstelle der beiden Zuhaltungen keine Kodierung aufweist. In der dargestellten Ausführungsform wird die stärker belastete Zuhaltung 31 in Richtung Stator 41 geschoben, wodurch eine Versperrung 44 entsteht. Gleichzeitig wird auch die schwächer belastete Zuhaltung 32 in Richtung Stator 41 geschoben, wobei die Zuhaltung 32 so ausgelegt ist, dass auch in dieser Situation die zugehörige Gegenzuhaltung 39 noch in den Rotor 36 ragt, d.h. die durch die Gegenzuhaltung bewirkte Versperrung 44 des schwächer belasteten Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaares bleibt auch für den Fall einer durch die Schlüsselöffnung 47 gegebenen maximalen, aber keine die Schlüsselöffnung hintergreifende Ausfüllung des Schlüsselkanals bestehen. Dies führt dazu, dass kein herkömmlicher, ohne bewegliches Element auskommender Schlüssel die durch das schwächer belastete Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaar verursachte Versperrung lösen kann, da dazu eine Kodierung in Form einer Erhebung nötig wäre, wodurch sich ein solcher Schlüssel nicht mehr in den Schliesszylinder einführen lassen würde.
[0059] In den Fig. 5-7 stehen die beiden Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaare nicht senkrecht zum Schlüsselkanal 42 und sie stehen einander mit Blick auf ihre Bezugsachsen nicht gegenüber. Dies sind keine zwingenden Erfordernisse für die Funktionalität eines erfindungsgemässen Schlüssels in Kombination mit einem erfindungsgemässen Schliesszylinder. Eines oder beide Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaare können auch senkrecht zum Schlüsselkanal angeordnet sein. Ferner können sie einander in Bezug auf ihre Bewegungsachsen kollinear gegenüberliegen, wobei sie nicht zwingend normal zum Schlüsselkanal angeordnet sein müssen.
[0060] Fig. 8 zeigt sehr schematisch eine alternative Querschnittsform eines beweglichen Elements 5. Im Gegensatz zur vorstehend beschriebenen Ausführungsform weist das Element nur drei Führungspartien 8 auf, welche ausserdem asymmetrisch verteilt sind.
[0061] Fig. 9 zeigt eine Ausführungsform, welche sich in folgenden Merkmalen von derjenigen der Fig. 1-8 unterscheidet: - Das Element weist fünf Führungspartien 8 auf. Alternativ ist auch eine andere Anzahl von Führungspartien 8 möglich, beispielsweise sechs, sieben oder acht, wobei die Anzahl vorzugsweise mindestens drei beträgt. - Die Führungspartien 8 weisen in Funktion der radialen Position keine konstante Breite auf, sondern verjüngen sich nach aussen hin.
[0062] Diese beiden Merkmale sind unabhängig voneinander, d.h. es sind sowohl Elemente mit einer beliebigen Anzahl von Führungspartien konstanter Breite als auch Elemente mit Führungspartien nicht konstanter Breite mit bspw. einer Anordnung wie in Fig. 1-9 denkbar.
[0063] Führungspartien nicht konstanter Breite können auch bspw. abgerundete oder sich bereichsweise nach aussen erweiternde Formen mit einschliessen.
Claims (13)
- Patentansprüche1. Schlüssel (1), aufweisend eine Reide (2) und einen Schaft (4), wobei in den Schaft Kodierungen (6) eingebracht sind, welche zur mechanischen Wechselwirkung mit in einem Schliesszylinder (30) angebrachten, durch Federn belastete Zuhaltungsstifte dienen, sowie ein Element (5), das in eine Bohrung (9) eingebracht ist, welche durchgehend eine Flachseite (16.1) des Schafts mit der anderen Flachseite (16.2) verbindet, wobei das Element (5) entlang einer Achse (10) der Bohrung (9) beweglich gelagert ist und diese Bewegung entlang der Achse der Bohrung durch mindestens einen Anschlag begrenzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das beweglich gelagerte Element (5) einen Querschnitt senkrecht zur Achse (10) der Bohrung (9) aufweist, welcher einen zentralen Teil (7) und mindestens zwei Führungspartien (8) aufweist, wobei sich die Führungspartien (8) radial zum zentralen Teil erstrecken, sodass sie ein Verkanten des Elements verhindern.
- 2. Schlüssel nach Anspruch 1, wobei das Verhältnis der Länge (12) der Führungspartien entlang der Achse der Bohrung zu einer senkrecht zu radialen Richtungen definierten Breite (13) der Führungspartien mindestens 1, vorzugsweise mindestens 1,5 beträgt.
- 3. Schlüssel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Bohrung (9) so ausgelegt ist, dass die Führungspartien (8) an deren radial-äusseren Enden Beabstandungen (19) zur Wand der Bohrung aufweisen, sodass die Führungspartien nur entlang deren Seitenwände geführt sind.
- 4. Schlüssel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Element mindestens drei Führungspartien aufweist.
- 5. Schlüssel nach Anspruch 4, wobei das Element (5) einen kreuzförmigen Querschnitt aufweist.
- 6. Schlüssel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Element (5) eine maximale Länge (12) entlang der Achse der Bohrung aufweist, die mit einer Tiefe (15) der durchgehenden Bohrung identisch ist.
- 7. Schlüssel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Bewegung des Elements (5) entlang der Achse der Bohrung beidseitig durch je einen Anschlag begrenzt wird, wobei jeder dieser Anschläge durch ein Anschlagsteil (18) gebildet wird, welches am Schaft (4) befestigt ist und/oder das Resultat einer in die entsprechende Flachseite (16.1,16.2) eingearbeiteten Prägung ist.
- 8. Schlüsselrohling zur Herstellung eines Schlüssels nach einem der vorangehenden Ansprüche, aufweisend eine Reide (2) und einen Schaft (4), wobei in den Schaft Kodierungen (6) eingebracht werden können, um als mechanische Kodierungen (6) des Schlüssels zu dienen, sowie ein Element (5), das in eine Bohrung (9) eingebracht ist, welche durchgehend eine Flachseite (16.1) des Schafts mit der anderen Flachseite (16.2) verbindet, wobei das Element (5) entlang einer Achse (10) der Bohrung (9) beweglich gelagert ist und diese Bewegung entlang der Achse der Bohrung durch mindestens einen Anschlag begrenzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das beweglich gelagerte Element (5) einen Querschnitt senkrecht zur Achse (10) der Bohrung (9) aufweist, weichereinen zentralen Teil (7) und mindestens zwei Führungspartien (8) aufweist, wobei sich die Führungspartien (8) radial zum zentralen Teil erstrecken, sodass sie ein Verkanten des Elements verhindern.
- 9. Schliesszylinder (30) zum Zusammenwirken mit einem Schlüssel nach einem der Ansprüche 1-7, aufweisend einen gehäusefest lagerbaren Stator (41) sowie einen sich im Stator befindlichen, durch die Verwendung eines die passende Kodierung aufweisenden Schlüssels um eine Achse drehbaren Rotor (36) mit einem Schlüsselkanal (42), einer Schlüsselöffnung (47), mindestens zwei im Rotor und Stator gelagerte Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaare, wobei die Gegenzuhaltungen durch je eine Feder belastet sind, wobei zwei Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaare (31,35; 32, 39) der Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaare durch Federn (33, 34) mit unterschiedlichen Federkonstanten vorbelastet sind, sodass eines dieser Paare ein schwächer belastetes Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaar (32, 39) und das andere dieser Paare ein stärker belastetes Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaar (31,35) bildet, und diese zwei Zuhaltungs-Ge-genzuhaltungspaare so ausgelegt sind, dass sie mit einem in einer durchgehenden Bohrung eines Schlüsselschafts beweglich gelagerten Element (5) des Schlüssels wechselwirken können, indem sie von je einer Seite des Schafts her mit dem Element (5) in Kontakt treten können, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuhaltung (32) des schwächer belasteten Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaars eine entlang ihrer Bewegungsachse dahingehend reduzierte Länge aufweist, dass eine Aufhebung der Versperrung durch das schwächer belastete Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaar (32, 39) nur durch eine die Schlüsselöffnung (47) hintergreifende Partie des Schlüssels bewerkstelligt werden kann.
- 10. Schliesszylinder nach Anspruch 9, wobei die Federkonstante der Feder (33) des stärker belasteten Zuhaltungs-Ge-genzuhaltungspaars (31,35) etwa doppelt so gross ist wie die Federkonstante der Feder (34) des schwächer belasteten Zuhaltungs-Gegenzuhaltungspaars (32, 39).
- 11. Schliesszylinder nach einem der Ansprüche 9 oder 10, wobei die Zuhaltungen einander nicht kollinear gegenüberliegen.
- 12. Schliesssystem, aufweisend einen Schlüssel nach einem der Ansprüche 1 bis 7 oder einen Schlüsselrohling nach Anspruch 8 sowie einen Schliesszylinder nach einem der Ansprüche 9 bis 11.
- 13. Schliesssystem nach Anspruch 12, wobei bei vollständig eingebrachtem Schlüssel beziehungsweise Schlüsselrohling Zuhaltungen (31, 32) des Schliesszylinders ausschliesslich mit dem zentralen Teil (7) des Elements (5) in Kontakt stehen, wobei dieser zentrale Teil (7) gegen beide Flachseiten (16.1, 16.2) des Schlüssels beziehungsweise Schlüsselrohlings hin zu diesen Flachseiten parallel verlaufende Endflächen aufweist.
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