CH717767B1 - Verfahren zum Herstellen einer Substanz enthaltend Fraktionen von Laminaria Japonica und Laminaria Angustata. - Google Patents

Verfahren zum Herstellen einer Substanz enthaltend Fraktionen von Laminaria Japonica und Laminaria Angustata. Download PDF

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Substanz enthaltend Fraktionen von Laminaria Japonica und Laminaria Angustata, insbesondere zur Verwendung in einem therapeutischen Verfahren zum Stimulieren von Zellen im menschlichen Immunsystem.

Description

[0001] Die Erfindung betrifft den Bereich der Medizin, insbesondere der Immunologie, und kann zum Stimulieren von Zellen des menschlichen Immunsystems bei der Behandlung verschiedener Krankheiten verwendet werden, die mit Störungen des Immunsystems zusammenhängen.
[0002] Ein bekanntes Immunpotenzierungsverfahren verwendet Panagene (Nr. JICP-004429/08), verabreicht in Form von Tabletten oder intramuskulärer Lösung, das die endogene Produktion von Zytokinen und bltubildende Faktoren stimuliert (Patent: RU 2498821 C1, veröffentlicht am 04.10.2012). Das Medikament ist doppelsträngige fragmentierte humane genomische DNA mit 200 bis 6000 Basenpaare langen Fragmenten. Aufgrund der geringen Bioverfügbarkeit des Arzneimittels und der Verluste während der Passage durch Segmente des Verdauungssystems bei oraler Einnahme kann mit diesem Verfahren keine hocheffiziente Immunpotenzierung erreicht werden. Andererseits kann es wie jede fremde DNA aktiv zerstört werden; und da es sich um eine spezifische Nukleotidsequenz handelt, kann es ferner negative Antworten induzieren, indem es in die DNA-Struktur in menschlichen Zellen eingreift.
[0003] Panagene wird in Tablettenform einen bis vierzehn Tage lang ab Einnahmebeginn oder bis zum Erreichen des therapeutischen Nutzens, zu drei Tabletten pro Tag, die 5 mg des Wirkstoffs enthalten, angewendet. Bei Einnahme in Tablettenform kann das auf Fremd-DNA basierende Arzneimittel einen Großteil seines Wirkstoffs und seiner Wirksamkeit verlieren.
[0004] Unser vorgeschlagenes Verfahren zielt darauf ab, ein Medikament zum Stimulieren menschlicher Immunzellen zu schaffen, das frei von den bekannten Mängeln des Medikaments ist, mit einer höheren Bioverfügbarkeit und Zellpenetrationsfähigkeit sowohl aufgrund der geringen Größe seiner Wirkstoffe (5-10 kD) als auch der geringeren Verluste während der Passage durch das Verdauungssystem aufgrund der chemischen Struktur seiner Wirkstoffe, die hauptsächlich Polysaccharide umfassen.
[0005] Um dieses Problem zu umgehen, wird ein menschliches Immunzellen-Stimulans erhalten durch Auslaugen des Homogenats der Algen Laminaria Japonica und Laminaria Angustata mit wässriger und isobutanolischer Lösung mit einem Mischungsverhältnis von 1 g : 2,5 ml : 2,5 ml, um eine homogene Mischung zu erhalten, die dann eine Stunde lang bei 60 °C nachbehandelt und 10-15 Stunden lang bei Raumtemperatur inkubiert wird; dann wird die überstehende Flüssigkeit abgezogen und 30 Minuten lang bei 3000 U/min und +4 °C zentrifugiert. Der zentrifugierte Überstand wird in einen Vakuumverdampfer gegeben, mit Argon gespült, dann eine Stunde lang bei Raumtemperatur und danach bei 60 °C vakuumgetrocknet, bis die gesamte flüssige Fraktion verdampft ist. Das resultierende Sediment wird mit Wasser zu einer 5%igen Lösung verdünnt und dann eine Stunde lang bei 100.000 U/min ultrazentrifugiert; die resultierende Überstand wird abgezogen und in 10-kD-Filterröhrchen eine Stunde lang bei 5000 U/min zentrifugiert, wonach die untere perkolierte Fraktion abgezogen und in 5-kD-Filterröhrchen eine Stunde lang bei 5000 U/min zentrifugiert wird. Dann wird die obere durch den Filter zurückgehaltene Fraktion abgezogen und in 500 ml NaCl-Kochsalzlösung auf eine Endkonzentration von 10 mg/ml verdünnt.
[0006] In einer weiteren Ausführungsform wird nach Zentrifugation bei 3000 U/min und +4 °C über 30 Minuten und bevor der zentrifugierte Überstand in einen Vakuumverdampfer gegeben und mit Argon gespült wird, der zentrifugierte Überstands bei 100.000 U/min über eine Stunde ultrazentrifugiert.
[0007] Ein zweiter erfindungsgemäßer Aspekt umfasst die durch das zuvor beschriebene Verfahren hergestellte Substanz.
[0008] Ein weiterer erfindungsgemäßer Aspekt umfasst die nach dem zuvor beschriebenen Verfahren erzeugte Substanz zur Verwendung in einem therapeutischen Verfahren zum Stimulieren von Zellen im menschlichen Immunsystem. In einer bevorzugten Ausführungsform wird diese Substanz 14 Tage lang oral, vorzugsweise in Dosierungen zu 1 ml einmal täglich verabreicht, beispielsweise vor den Mahlzeiten.
[0009] Enterozyten und Becherzellen, die in der extrathorakalen Trachea sowie im Pankreas und in Ohrspeicheldrüsengängen sowie in Abschnitten des Verdauungssystems zu finden sind, sind für Moleküle von 5-10 kD dreimal durchlässiger als andere Zellen des Verdauungssystems, einschließlich Stamm- und Panethzellen. Folglich erweisen sich die Zellpools, die für die Manifestationen der Gewebeimmunität und die Schutzfunktionen des Verdauungssystems sowie für das Eindringen von Substanzen aus dem Verdauungssystem in den Blutkreislauf mitverantwortlich sind, im Vergleich zu anderen, als diejenigen Zellpools, die für den Algenextrakt am durchlässigsten sind. Dadurch kann der aktive Algenextrakt sowohl parazellulär als auch transzellulär (über die Enterozyten) in den Blutkreislauf gelangen. Die größere Durchlässigkeit bestimmter Zellen des Verdauungssystems und die geringe Partikelgröße des Algenextrakts (5-10 kD) sowie das Fehlen einer komplizierten 3D-Struktur stellen eine hohe Bioverfügbarkeit sicher. Studien zur Wirksamkeit des Medikaments zeigten, dass 1 ml orale Verabreichung einmal täglich vor der Mahlzeit die sicherste und wirksamste Behandlungsmethode ist.
[0010] Das obige Verfahren zum Gewinnen einzelner Fraktionen von Laminaria Japonica und Laminaria Angustata bestehend aus 5 bis 10 kD Molekülen erscheint optimal und erlaubt eine mehr als 10.000-fache Anreicherung der Fraktion aus ihrem Ausgangsgehalt.
[0011] Der Algorithmus der vorgeschlagenen Methode lautet wie folgt: Um die genannten Fraktionen aus getrocknetem und pulverisiertem Homogenisat von Algen (Laminaria Japonica und Laminaria Angustata) durch Auslaugen mit Butanol-Wasser-Gemischen zu erhalten, wird pulverisierte Laminaria in Wasser und Isobutanol-Lösung (1 g : 2,5 ml : 2,5 ml) ausgelaugt. Hierzu werden 500 ml Isobutanol in eine 12-l-Flasche gegeben, dann werden 200 g pulverisierte Laminaria hinzugegeben, gefolgt von Rühren, bis die Lösung homogen und dunkelgrün ist. Zehn Minuten später werden 500 ml destilliertes Wasser in die Flasche gegeben, gefolgt von erneutem Rühren bis zur Homogenität. Die resultierende Mischung wird in einem Wasserbad oder einem Thermostat auf 60 °C erhitzt und dann 10-15 Stunden lang bei Raumtemperatur inkubiert; dann wird der Überstand abgezogen und in einer Eppendorf Zentrifuge 5804 R bei 3000 U/min und +4 °C 30 Minuten lang zentrifugiert. Der so erhaltene Überstand sollte abgezogen, in einen Vakuumverdampfer gegeben und mit Argon gespült werden. Der resultierende Überstand wird dann wie folgt vakuumgetrocknet: eine Stunde lang bei Raumtemperatur, um ein Sieden beim Absaugen zu vermeiden, und dann bei 60 °C bis zur vollständigen Verdampfung. Dann wird wir eine 5%ige wässrige Lösung vorbereitet und eine Stunde lang bei 100.000 U/min ultrazentrifugiert. Der resultierende Überstand sollte abgezogen und erneut eine Stunde lang in 10-kD-Filterröhrchen bei 5000 U/min auf der Eppendorf Zentrifuge 5804 R zentrifugiert werden. Die untere perkolierte Fraktion wird dann abgezogen und erneut eine Stunde lang in 5-kD-Filterröhrchen bei 5000 U/min auf der Eppendorf Zentrifuge 5804 R7 zentrifugiert. Dann wird die vom Filter zurückgehaltene obere Fraktion abgezogen und werden 500 ml NaCl-Kochsalzlösung zugegeben. Das erhaltene Medikament wird wie folgt verwendet: 1 ml des Medikaments wird in 20 ml Wasser verdünnt und zwei Wochen lang einmal täglich vor einer Mahlzeit eingenommen. Das Medikament besteht aus Molekülen zu 5 bis 10 kD.
Implementierungsbeispiele
Beispiel 1
[0012] Eine 40-jährige Patientin wurde von ihrem Hausarzt an einen Immunologen überwiesen, da sie in den letzten drei Jahren häufig ARD-Episoden (4-5 pro Jahr) hatte und über Müdigkeit, Schläfrigkeit und anhaltende Schwäche klagte. Ihre Anamnese war unbelastet, mit zwei Schwangerschaften, beide erfolgreich abgeschlossen (im Alter von 23 und 27 Jahren); die körperliche Untersuchung ergab keine Auffälligkeiten. Die Blutbild- und -chemietests sowie der klinische Urintest fanden ebenfalls keine. Der Immunologe ordnete eine Untersuchung ihres Immunstatus an, die einen reduzierten Pool an natürlichen Killerzellen und B-Lymphozyten feststellte, während ihre absoluten Werte normal blieben. Die Behandlung der Patientin mit unserer Medikation wurde eingeleitet, wobei 1 ml oral in 20 ml Wasser vor den Mahlzeiten einmal täglich über zwei Wochen verabreicht wurde. Einen Monat nach Behandlungsbeginn bemerkte die Patientin eine subjektive Verbesserung ihres Zustands mit geringerer Schwäche und Müdigkeit; es fiel ihr leichter, morgens aufzustehen (während ihr Tagesablauf gleich blieb). Objektiv gesehen zeigte eine erneute Untersuchung ihres Immunstatus eine Zunahme ihrer natürlichen Killerzellen- und B-Lymphozyten-Pools, die sich verdoppelten bzw. verdreifachten. T-Lymphozyten (CD3+) 68 66 66-76 1,4-2*10^9 B-Lymphozyten (CD19+) 5 10 12-22 0,3-0,5*10^9 T-Helferzellen (CD3+, CD4+) 39 35 33-41 0,7-1,1*10^9 Zytotoxische T-Zellen (CD3+, CD8+) 29 33 27-35 0,6-0,9*10^9 Natürliche Killerzellen (CD3+, CD16+, CD56+) 2 6 4-27 0,1-0,5*10^9 CD4/CD8 1,3 1,3 1-1,5 Ig A, mg/ml 2,0 2,5 1,03-4,61
Beispiel 2
[0013] Ein männlicher Patient im Alter von 60 Jahren ohne auffällige Vorgeschichte konsultierte den Immunologen allein und berichtete von gelegentlichen Gelenkschmerzen, Unwohlsein und Schlafproblemen (Einschlaf- und Aufwachschwierigkeiten). Die Untersuchung in der Inneren Medizin einer Privatklinik ergab keine Auffälligkeiten. Die Untersuchung des Immunstatus zeigte eine (relativ) verringerte Anzahl von natürlichen Killerzellen und humoralen Immunitätsfaktoren (IgA und IgM). Die Behandlung des Patienten mit unserer Medikation wurde eingeleitet, wobei 1 ml oral in 20 ml Wasser vor den Mahlzeiten einmal täglich über zwei Wochen verabreicht wurde. Einen Monat nach Behandlungsbeginn berichtete der Patient besseren Schlaf (schnelles Einschlafen ohne nächtliches Aufwachen) und eine verbesserte Stimmung. Objektiv einen Monat nach Behandlungsbeginn wurden ein Anstieg der humoralen Immunitätsfaktoren und normalisierte Lymphozyten-Populationsverhältnisse festgestellt. T-Lymphozyten (CD3+) 75 76 66-76 1,4-2*10^9 B-Lymphozyten (CD19+) 15 17 12-22 0,3-0,5*10^9 T-Helferzellen (CD3+, CD4+) 32 32 33-41 0,7-1,1*10^9 Zytotoxische T-Zellen (CD3+, CD8+) 31 29 27-35 0,6-0,9*10^9 Natürliche Killerzellen (CD3+, CD16+, CD56+) 3,5 10 4-27 0,1-0,5*10^9 CD4/CD8 1,3 1,3 1-1,5 Ig A, mg/ml 0,5 2,7 1,03-4,61 Ig G, mg/ml 7,5 8 6,2-14,7 Ig M, mg/ml 0,3 0,51 0,61-1,64
[0014] Die obigen Beispiele zeigen, dass das Medikament, dessen Wirkstoff 5-10 kD Moleküle von Laminaria Japonica und Laminaria Angustata ist, zu einer Normalisierung des Immunstatus der Patienten und einem subjektiven Gefühl verbesserter Gesundheit führt.
[0015] Angaben über die Quelle der genetischen Ressourcen (und des traditionellen Wissens) laut Art. 49a PatG Algen Laminaria Japonica Russland Algen Laminaria Angustata Russland

Claims (6)

1. Verfahren zum Herstellen einer Substanz enthaltend Fraktionen von Laminaria Japonica und Laminaria Angustata, wobei das Verfahren das Auslaugen des Homogenats der Algen Laminaria Japonica und Laminaria Angustata mit wässriger und isobutanolischer Lösung mit einem Mischungsverhältnis von 1 g : 2,5 ml : 2,5 ml umfasst, um eine homogene Mischung zu erhalten, die dann eine Stunde lang bei 60 °C nachbehandelt und 10-15 Stunden lang bei Raumtemperatur inkubiert wird; die überstehende Flüssigkeit abgezogen und 30 Minuten lang bei 3000 U/min und +4 °C zentrifugiert wird, wonach der zentrifugierte Überstand in einen Vakuumverdampfer gegeben und mit Argon gespült wird, dann eine Stunde lang bei Raumtemperatur und danach bei 60 °C vakuumgetrocknet wird, bis die gesamte flüssige Fraktion verdampft ist, wonach das resultierende Sediment mit Wasser zu einer 5%igen Lösung verdünnt und dann eine Stunde lang bei 100.000 U/min ultrazentrifugiert wird; die resultierende überstehende Flüssigkeit abgezogen und in 10-kD-Filterröhrchen eine Stunde lang bei 5000 U/min zentrifugiert wird, wonach die untere perkolierte Fraktion abgezogen und in 5-kD-Filterröhrchen eine Stunde lang bei 5000 U/min zentrifugiert wird, wonach die obere durch den Filter zurückgehaltene Fraktion abgezogen und in 500 ml NaCl-Kochsalzlösung auf eine Endkonzentration von 10 mg/ml verdünnt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, ferner umfassend, nach Zentrifugation bei 3000 U/min und +4 °C über 30 Minuten und bevor der zentrifugierte Überstand in einen Vakuumverdampfer gegeben und mit Argon gespült wird, Ultrazentrifugieren des zentrifugierten Überstands bei 100.000 U/min über eine Stunde.
3. Substanz, hergestellt nach dem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2.
4. Substanz nach Anspruch 3 zur Verwendung in einem therapeutischen Verfahren zum Stimulieren von Zellen im menschlichen Immunsystem.
5. Substanz nach Anspruch 3 zur Verwendung in einem therapeutischen Verfahren zum Stimulieren von Zellen im menschlichen Immunsystem, wobei die Substanz 14 Tage lang oral verabreicht wird.
6. Substanz nach Anspruch 3 zur Verwendung in einem therapeutischen Verfahren zur Stimulierung von Zellen des menschlichen Immunsystems, wobei die Substanz 14 Tage lang oral, in Dosierungen zu 1 ml einmal täglich verabreicht wird, beispielsweise vor den Mahlzeiten.
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