CH719116A2 - Assistenzverfahren und Assistenzvorrichtung zur Bestimmung einer Notfallsituation innerhalb einer Wohneinheit. - Google Patents

Assistenzverfahren und Assistenzvorrichtung zur Bestimmung einer Notfallsituation innerhalb einer Wohneinheit. Download PDF

Info

Publication number
CH719116A2
CH719116A2 CH070504/2021A CH0705042021A CH719116A2 CH 719116 A2 CH719116 A2 CH 719116A2 CH 070504/2021 A CH070504/2021 A CH 070504/2021A CH 0705042021 A CH0705042021 A CH 0705042021A CH 719116 A2 CH719116 A2 CH 719116A2
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
data
assistance
threshold
assistance method
threshold value
Prior art date
Application number
CH070504/2021A
Other languages
English (en)
Inventor
Müller Andreas
Hanisch Dominik
Original Assignee
Siima Solution Gmbh
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Siima Solution Gmbh filed Critical Siima Solution Gmbh
Priority to CH070504/2021A priority Critical patent/CH719116A2/de
Publication of CH719116A2 publication Critical patent/CH719116A2/de

Links

Classifications

    • GPHYSICS
    • G08SIGNALLING
    • G08BSIGNALLING SYSTEMS, e.g. PERSONAL CALLING SYSTEMS; ORDER TELEGRAPHS; ALARM SYSTEMS
    • G08B21/00Alarms responsive to a single specified undesired or abnormal condition and not otherwise provided for
    • G08B21/02Alarms for ensuring the safety of persons
    • G08B21/04Alarms for ensuring the safety of persons responsive to non-activity, e.g. of elderly persons
    • G08B21/0407Alarms for ensuring the safety of persons responsive to non-activity, e.g. of elderly persons based on behaviour analysis
    • G08B21/0423Alarms for ensuring the safety of persons responsive to non-activity, e.g. of elderly persons based on behaviour analysis detecting deviation from an expected pattern of behaviour or schedule
    • GPHYSICS
    • G08SIGNALLING
    • G08BSIGNALLING SYSTEMS, e.g. PERSONAL CALLING SYSTEMS; ORDER TELEGRAPHS; ALARM SYSTEMS
    • G08B21/00Alarms responsive to a single specified undesired or abnormal condition and not otherwise provided for
    • G08B21/02Alarms for ensuring the safety of persons
    • G08B21/04Alarms for ensuring the safety of persons responsive to non-activity, e.g. of elderly persons
    • G08B21/0438Sensor means for detecting
    • G08B21/0484Arrangements monitoring consumption of a utility or use of an appliance which consumes a utility to detect unsafe condition, e.g. metering of water, gas or electricity, use of taps, toilet flush, gas stove or electric kettle
    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01DMEASURING NOT SPECIALLY ADAPTED FOR A SPECIFIC VARIABLE; ARRANGEMENTS FOR MEASURING TWO OR MORE VARIABLES NOT COVERED IN A SINGLE OTHER SUBCLASS; TARIFF METERING APPARATUS; MEASURING OR TESTING NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • G01D2204/00Indexing scheme relating to details of tariff-metering apparatus
    • G01D2204/10Analysing; Displaying
    • G01D2204/12Determination or prediction of behaviour, e.g. likely power consumption or unusual usage patterns
    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01DMEASURING NOT SPECIALLY ADAPTED FOR A SPECIFIC VARIABLE; ARRANGEMENTS FOR MEASURING TWO OR MORE VARIABLES NOT COVERED IN A SINGLE OTHER SUBCLASS; TARIFF METERING APPARATUS; MEASURING OR TESTING NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • G01D4/00Tariff metering apparatus
    • G01D4/002Remote reading of utility meters

Landscapes

  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Gerontology & Geriatric Medicine (AREA)
  • Business, Economics & Management (AREA)
  • Emergency Management (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Psychiatry (AREA)
  • Psychology (AREA)
  • Social Psychology (AREA)
  • Alarm Systems (AREA)

Abstract

Die Erfindung betrifft eine Assistenzvorrichtung (10) und ein Assistenzverfahren zur Bestimmung einer Notfallsituation innerhalb einer Wohneinheit (12), wobei das Assistenzverfahren umfasst: Messen eines Stromverbrauchswerts mittels eines Strom-messzählers (14) in einem Messintervall, wobei der Strommesszähler zumindest eine Telekommunikationseinheit (16) aufweist und/oder mit einem Telekommunikationsnetzwerk verbunden ist; Übertragen von Daten an eine Datenverarbeitungsvorrichtung (20), wobei die Daten den Stromverbrauchswert repräsentieren; Zuordnen der Daten zu einem Profil assoziiert mit der Wohneinheit durch die Datenverarbeitungsvorrichtung; Vergleichen der Daten mit einem dem Profil zugeordneten Referenzdatenspektrums aus einer Vielzahl von Referenzdatenspektren, wobei das Referenzdatenspektrum zumindest eine Regel und zumindest einen mit der Regel assoziierten Schwellenwert definiert; wobei der Schwellenwert als ein minimaler Schwellenwert oder als ein maximaler Schwellenwert ausgebildet ist; Bestimmen, wenn der Schwellenwert als ein minimaler Schwellenwert ausgebildet ist, ob die Daten den minimalen Schwellenwert unterschreiten, und, falls die Daten den minimalen Schwellenwert unterschreiten, Er-zeugen einer Alarmmeldung (22).

Description

[0001] Die Erfindung betrifft ein Assistenzverfahren und eine Assistenzvorrichtung, insbesondere ein alarmauslösende(s) Assistenzverfahren und -vorrichtung zur Bestimmung und/oder Überwachung eines hilfsbedürftigen und/oder älteren Person und einer hieraus resultierenden Erkennung des Vorhandenseins einer Gefahren- oder Notfallsituation, welche eine automatisierte Alarmierung zur Folge hat.
[0002] Alters- oder patientengerechte Wohnungseinrichtungen müssen den besonderen Bedürfnissen älterer und/oder hilfsbedürftiger Personen entsprechen. Diese wie auch ihre Angehörigen oder Betreuer haben ein erhöhtes Bedürfnis nach Sicherheit und Schutz.
[0003] In diesem Kontext sind dem Stand der Technik technische Hilfsmittel wie beispielsweise Wearables, Sensoren oder Kameras bekannt, welche eine Überwachung eines Bewohners beziehungsweise von physiologischen Parametern und/oder Bewegungsdaten eines Bewohners erlauben. Daneben sind dem Stand der Technik auch Vorrichtungen bekannt, welche gewährleisten sollen, eine Notfallsituation eines Bewohners zu erkennen, ohne dass ein Bewohner aktiv eine Handlung vornehmen muss. Ferner sind dem Stand der Technik Vorrichtungen bekannt, die es einem Bewohner erlauben, aktiv Hilfe anzufordern.
[0004] Allerdings werden häufig diese Vorrichtungen und Verfahren beziehungsweise Hilfsmittel nicht, falsch oder unkorrekt von den Nutzern oder Bewohnern installiert, getragen oder bedient. So kann es beispielsweise passieren, dass eine am Körper tragbare, alarmauslösende Vorrichtung von einem Nutzer, beispielsweise einem desorientierten oder einem psychisch eingeschränkten Nutzer, in einer Notfallsituation nicht ausgelöst wird. Es besteht dadurch das Risiko, dass Hilfe nicht oder nicht rechtzeitig geleistet werden kann. Daneben sind bekannte Vorrichtungen oftmals teuer in der Anschaffung und/oder im Unterhalt, sodass viele technische Lösungen oft nur von professionellen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder ähnlichen Einrichtungen korrekt installiert, gewartet und genutzt werden können. Daneben stellt auch die Verwendung viele dieser Vorrichtungen und Verfahren einen erheblichen Eingriff in die Privatsphäre eines Bewohners dar.
[0005] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Assistenzverfahren und eine Assistenzvorrichtung bereitzustellen, welche einerseits zuverlässig das Bestimmen des Vorhandenseins einer Notfallsituation gewährleistet, wie auch andererseits eine diskrete und für den Nutzer akzeptable Überwachung innerhalb des eigenen Wohnraums erlaubt. Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Ansprüche gelöst.
[0006] Die vorliegende Erfindung repräsentiert ein passives, unsichtbares und altersgerechtes Assistenzsystem, das zusätzliche Sicherheit im Alltag bietet und im Notfall automatisch und rechtzeitig Angehörige, Pfleger, Helfer oder eine Hilfehotline informiert.
[0007] Die Erfinder haben erkannt, dass mittels Strommessdaten, insbesondere Verbrauchswerten, die über ein vorbestimmtes Zeitintervall bestimmt und aufgezeichnet bzw. gespeichert wurden, festgestellt werden kann, ob ein Bewohner innerhalb einer Wohneinheit einer für ihn regulären Routine nachgeht oder eine Abweichung von dieser vorliegt. Hierzu kann ein gewöhnlicher Strommesszähler, insbesondere ein „Smart Meter“, verwendet werden.
[0008] Die vorgeschlagene Assistenzvorrichtung und das Assistenzverfahren lassen sich insbesondere mit einer Smart-Metering-Technologie und/oder Edge Computing und/oder einer künstlichen Intelligenz und/oder einem Machine-Learning-Algorithmus kombinieren, was zu einer besonders hohen Zuverlässigkeit betreffend das Erkennen einer Notfallsituation führen kann.
[0009] Daneben kann eine Installation der Assistenzvorrichtung und/oder die Inbetriebnahme des Assistenzverfahrens besonders zügig erfolgen. Die Installation kann im Wesentlichen lediglich einen Stromzähler als auch ein Gateway erfordern, wobei das Gateway die Konnektivität zu einem externen Kommunikationsnetzwerk herstellt. Alternativ können Daten, sofern ein Strommesszähler bereits mit einer Datenschnittstelle ausgestattet ist, direkt übermittelt und/oder verarbeitet werden, ohne dass die Installation zusätzlicher Übermittlungseinrichtungen vorausgesetzt wird.
[0010] Daneben kann bereits eine einmalige Konfiguration von nutzertypischen, individuellen Verhaltensmustern, welche beispielsweise aus typischen Aktivitäten wie Frühstücken, Kochen oder Schlafen bestehen, in Regeln und/oder Routinen informations- und datentechnisch erfasst werden, was eine zuverlässige Einschätzung des Vorhandenseins einer Notfallsituation gewährleisten. Alternativ können beispielsweise durch mehrmaliges Konfigurieren und/oder durch statistische Verfahren und/oder Lernalgorithmen über einen längeren Zeitraum hinweg weitere, mit den Verhaltensmustern assoziierte Daten gesammelt und ausgewertet werden, was zu einer weiteren Verbesserung der Einschätzung führen kann. Hierzu kann die Assistenzvorrichtung und/oder das Assistenzverfahren die durch die Strommesszähler beziehungsweise eine Strommessvorrichtung ermittelte Stromlastdaten der zu betreuenden Personen bzw. des zu betreuenden Bewohners nutzen, wodurch deren/ dessen Routinen datentechnisch mittels Referenzdatenspektren modelliert und abgespeichert werden können. Eine Routine kann somit in einem Referenzspektrum abgespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt für Vergleiche mit einer aktuellen Situation oder einem aktuellen Messzeitintervall verwendet werden. Hierdurch kann beispielsweise eine Abweichung von einem Tagesablauf eines Bewohners unmittelbar erkannt und verifiziert werden. Optional kann beim Vorliegen einer solchen Abweichung eine Alarmmeldung an einen Nutzer und/oder Angehörigen und/oder Betreuer und/oder Pfleger und/oder einen Pflege- und/oder Rettungsdienst und/oder Helfer und/oder eine Hilfehotline und/oder eine andere (Notfall-) Organisation übermittelt werden.
[0011] Das vorgeschlagene Assistenzverfahren zur Bestimmung einer Notfallsituation innerhalb einer Wohneinheit umfasst: Messen eines Stromverbrauchswerts mittels eines Strommesszählers in einem Messintervall, wobei der Strommesszähler zumindest eine Telekommunikationseinheit aufweist und/oder mit einem Telekommunikationsnetzwerk verbunden ist; und Übertragen von Daten an eine Datenverarbeitungsvorrichtung, wobei die Daten den Stromverbrauchswert repräsentieren. Das Assistenzverfahren umfasst ferner ein Zuordnen der Daten zu einem Profil assoziiert mit der Wohneinheit durch die Datenverarbeitungsvorrichtung; ein Vergleichen der Daten mit einem dem Profil zugeordneten Referenzdatenspektrums aus einer Vielzahl von Referenzdatenspektren, wobei das Referenzdatenspektrum zumindest eine Regel und einen mit der Regel assoziierten Schwellenwert definiert, wobei der Schwellenwert als ein minimaler Schwellenwert oder als ein maximaler Schwellenwert ausgebildet ist; und ein Bestimmen, wenn der Schwellenwert als ein minimaler Schwellenwert ausgebildet ist, ob die Daten den minimalen Schwellenwert unterschreiten, und, falls die Daten den minimalen Schwellenwert unterschreiten, ein Erzeugen einer Alarmmeldung. „Notfallsituation“ beschreibt generell eine Situation, in welcher aufgrund eines von seinen gewöhnlichen Routinen abweichenden Verhaltens eines Bewohners von einer Gefahr für den Bewohner ausgegangen werden kann. So kann beispielsweise ein hoher Stromverbrauch in der Nacht, beispielsweise ausgelöst durch einen aktivierten Elektroofen, auf das Vorliegen einer Notfallsituation hindeuten. Daneben kann auch ein zu niedriger Stromverbrauch auf eine Notfallsituation hindeuten.
[0012] „Wohneinheit“ beschreibt allgemein eine räumlich abgrenzbare Umgebung innerhalb einer bewohnbaren Behausung. Eine Wohneinheit kann beispielsweise ein Zimmer, vorzugsweise eine Wohnung, oder, am meisten bevorzugt, ein Haus oder eine ähnliche Infrastruktur sein.
[0013] „Strom“ beschreibt allgemein einen elektrischen Strom, welcher zur Versorgung der Wohneinheit vorgesehen ist. Das Assistenzverfahren kann ein Versorgen der Wohneinheit mit einem Strom umfassen. „Stromverbrauchswert“ beschreibt allgemein den Verbrauch des elektrischen Stroms innerhalb eines Messintervalls. Das Messintervall beschreibt ein Zeitintervall, in welchem mittels eines Strommesszählers der Verbrauch des Stroms bestimmt wird. „Strommesszähler“ beziehungsweise Messvorrichtung oder Messeinrichtung beschreibt allgemein eine Vorrichtung, welche geeignet ist, den Verbrauch des Stroms innerhalb eines definierbaren Zeitraums zu messen. Ein Strommesszähler kann beispielsweise als ein Smart Meter ausgebildet sein.
[0014] „Telekommunikationseinheit“ beschreibt allgemein eine Vorrichtung zum Senden und/oder Empfangen und/oder Übermitteln von Signalen und/oder Daten und/oder Informationen. Die Telekommunikationseinheit kann beispielsweise auch eine Datenschnittstelle beziehungsweise API umfassen und/oder in den Strommesszähler integriert sein. Daneben kann die Telekommunikationseinheit ein Gateway und/oder ein Modem umfassen. Die Telekommunikationseinheit kann auch dazu konfiguriert sein, einen Mobilfunkstandard zu verwenden.
[0015] „Telekommunikationsnetzwerk“ beschreibt allgemein die Gesamtheit von Übertragungssystemen und/oder Vermittlungs- und/oder Leitwegeinrichtungen sowie anderweitigen Ressourcen, die eine Übertragung von Signalen via Funk und/oder Kabel und/oder optischer und/oder anderer elektromagnetischer Einrichtungen ermöglichen, wobei ein Telekommunikationsnetzwerk eines der folgenden oder eine Verbindung zu einem der folgenden umfassen kann: Ein Satellitennetz, ein festes und/oder mobiles terrestrisches Netz, ein Stromleitungssystem, und/oder ein Netz für Hör- und/oder Fernsehfunk.
[0016] „Daten“ beschreibt allgemein eine (maschinen-)lesbare und -bearbeitbare, vorzugsweise digitale Repräsentation einer Information oder mehrerer Informationen. Der Inhalt der Daten kann dazu in Zeichen und/oder Zeichenketten kodiert sein, deren Aufbau nach Regeln beziehungsweise gemäss einer Syntax erfolgt.
[0017] „Datenverarbeitungsvorrichtung“ beziehungsweise (elektronische) Datenverarbeitungsanlage beschreibt allgemein eine Vorrichtung zum Verarbeiten von Daten. Die Datenverarbeitungsvorrichtung kann dabei eines der folgenden umfassen: Einen (maschinen-)lesbaren Speicher, einen Prozessor, eine Telekommunikationseinheit, einen Computer, einen Rechner, eine Rechenanlage, ein Rechensystem, ein Data Processing System, ein Programm bzw. eine Software. Die Verarbeitung von Daten kann die Durchführung mathematischer, umformender, übertragender und/oder speichernder Operationen umfassen. Eine Datenverarbeitungsvorrichtung kann beispielsweise auch als ein Server ausgebildet sein, wobei der Server eine Telekommunikationseinheit aufweisen oder mit einer Telekommunikationseinheit verbunden sein kann.
[0018] „Profil“ beziehungsweise virtuelles Profil beschreibt allgemein eine virtuelle Entität, welche mit der Wohneinheit beziehungsweise mit den zu der Wohneinheit zurechenbaren übermittelten Daten assoziiert ist. Ein virtuelles Profil kann dabei Informationen zu der Wohneinheit und/oder personenbezogene Informationen zu dem Nutzer umfassen. Das Profil kann ferner Informationen dazu umfassen, wer im Falle einer Not(fall)situation alarmiert und/oder informiert wird. Es können beispielsweise im Profil Informationen vorhanden sein, welche eine Form der Alarmierung spezifizieren. Beispielsweise kann im Profil festgelegt sein, ob bei einem erkannten Notfall ein Angehöriger oder Nutzer per SMS benachrichtigt wird und/oder ob eine Notrufzentrale beispielsweise über eine Datenschnittstelle alarmiert wird. Weiter beispielsweise kann das Profil auch Informationen zu dem Strommesszähler und/oder der Adresse der Wohneinheit umfassen. Das Profil kann personenspezifische und/oder wohnungsspezifische Daten umfassen.
[0019] „Referenzdatenspektrum“ beschreibt allgemein eine strukturierte Menge gespeicherter Daten, welche dazu geeignet ist, ein Verhalten eines Bewohners zu repräsentieren und/oder abzubilden und/oder zu modellieren. Das Referenzdatenspektrum kann dabei beispielsweise auch Regeln berücksichtigen, welche durch einen Nutzer und/oder Administrator festgesetzt wurden. So können beispielsweise mittels einer Frontend Applikation Regeln für einen Bewohner durch einen Nutzer festgesetzt oder bestimmt werden, welche personenspezifische Routinen der zu betreuenden Person berücksichtigen. Es versteht sich, dass ein „Nutzer“ eine Person ist, welche einen Zugang zu der Frontend Applikation aufweist. Mit anderen Worten kann sich ein Nutzer bei der Frontend Applikation einloggen. In manchen Fällen kann ein Bewohner auch ein Nutzer sein. In anderen Fällen kann der Nutzer auch ein Systemadministrator oder Betreuer sein. Der Nutzer und/oder ein Lernalgorithmus können eine oder mehrere Regeln definieren. So kann beispielsweise eine Regel berücksichtigen, wann eine zu betreuende Person üblicherweise aufsteht, kocht oder Fernsehen schaut. Hierbei kann beispielsweise ein Zeitraum (Start und Ende) definiert werden, an welchen Wochentagen diese Regel zu berücksichtigen ist und ob ein durch einen Lernalgorithmus errechneter „Schwellenwert“ beziehungsweise ein durch ein Machine Learning errechneter Schwellenwert angewendet und/oder in einem assoziierten Referenzdatenspektrum hinterlegt werden soll.
[0020] Ein „Schwellenwert“ kann beispielsweise als ein minimaler Schwellenwert und/oder als ein maximaler Schwellenwert ausgebildet sein. Alternativ zu einem errechneten Schwellenwert kann auch ein minimaler Schwellenwert beziehungsweise Mindestwert, beispielsweise in Watt, durch einen Nutzer festgesetzt, beispielsweise manuell festgesetzt, werden. Der „minimale Schwellenwert“ kann beispielsweise aufgrund der üblichen Höhe des Stromverbrauches innerhalb eines Zeitfensters bestimmt werden. Beispielsweise kann der Grundverbrauch der Wohnung dieser Wert sein. Es versteht sich, dass auch ein anderer Wert, beispielsweise ein oberhalb des Grundverbrauchs liegender Wert den minimalen Schwellenwert darstellen kann.
[0021] Es können beliebig viele Regeln erfasst und mit dem Referenzdatenspektrum assoziiert werden. Die Datenverarbeitungsvorrichtung kann dazu konfiguriert sein, beispielsweise mittels eines Programms, in einem vordefinierten Zeitintervall oder am Ende eines vordefinierten Zeitintervalls, beispielsweise alle 15 Minuten, zu prüfen, ob in dem besagten Zeitintervall der Schwellenwert, beispielsweise der minimale Schwellenwert, über- oder unterschritten wurde. So kann beispielsweise bei einer Unterschreitung des minimalen Schwellenwerts von einer Inaktivität der zu betreuenden Person vorliegen, was auf eine Notfallsituation hindeutet.
[0022] „Regel“ beschreibt generell eine maschinenlesbare Information, welche dazu konfiguriert sein kann, einstellbare und/oder definierbare Parameter zu prüfen und/oder zu befolgen. Eine Regel kann beispielsweise als ein definierbarer Zeitraum ausgebildet sein, oder einen Zeitraum definieren, in welchem die Regel zur Anwendung gelangt. Daneben kann eine Regel mit einem Referenzdatenspektrum assoziiert sein oder von einem Referenzdatenspektrum umfasst werden. Ein „Zeitraum“ kann zumindest einen Starttermin und/oder einen Endtermin umfassen. So kann mittels einer Regel beispielsweise festgelegt sein, dass bei einer Unterschreitung eines minimalen Schwellenwerts innerhalb eines gesamten Zeitraums, für welchen die Regel gültig ist, ein Alarm ausgelöst wird. Alternativ oder zusätzlich kann mittels einer anderen Regel beispielsweise festgelegt sein, dass bei einer Überschreitung eines maximalen Schwellenwerts innerhalb des gesamten Zeitraums, für welchen die Regel gültig ist, ein Alarm ausgelöst wird. Zwei solche derart konfigurierte Regeln können beispielsweise gewährleisten, dass eine einmalige Unterschreitung des minimalen Schwellenwerts und/oder eine einmalige Überschreitung des maximalen Schwellenwerts nicht zum Auslösen eines Alarms beziehungsweise eines Fehlalarms führen. Es versteht sich, dass eine Regel beispielsweise derart konfiguriert sein kann, dass immer nur ein Schwellenwert in der Regel definiert ist. Es können allerdings mehrere Regeln, beispielsweise zwei unterschiedliche Regeln, über den gleichen Zeitraum aktiv sein, sodass eine erste Regel einen maximalen Schwellenwert und eine zweite Regel einen minimalen Schwellenwert definieren und/oder dessen Überwachung ermöglichen.
[0023] „Alarmmeldung“ beschreibt allgemein eine übermittelbare Information oder ein Signal, welches bei einem Empfänger und/oder einer empfangenden Vorrichtung die Ausgabe eines entsprechenden optischen, akustischen, lesbaren und/oder sonstigen Warnhinweises bewirkt. Beispielsweise kann eine Alarmmeldung in Form einer SMS an ein mobiles Endgerät einer Person übermittelt werden.
[0024] In einer Ausführungsform umfasst das Assistenzverfahren ferner: Bestimmen, wenn der Schwellenwert als ein maximaler Schwellenwert ausgebildet ist, ob die Daten den maximalen Schwellenwert überschreiten, und, falls die Daten den maximalen Schwellenwert überschreiten, Erzeugen der Alarmmeldung. Mittels des minimalen Schwellenwerts kann beispielsweise ein Grundverbrauch der Wohneinheit abgebildet werden, dessen Unterschreitung auf eine Inaktivität des Bewohners hindeuten kann. Allerdings kann beispielsweise auch die Überschreitung eines maximalen Schwellenwert auf eine Inaktivität des Bewohners hindeuten. So kann beispielsweise ein über einen längeren Zeitraum hinweg aktivierter Backofen und/oder ein Fernsehgerät eine Stromverbrauchssteigerung hervorrufen, welche auf eine Inaktivität des Bewohners bzw. der zu betreuenden Person zurückzuführen sein kann. Durch Verwendung zweier Regeln, welche jeweils den minimalen Schwellenwert und den maximalen Schwellenwert überwachen, können daher beispielsweise gleichzeitig Verbrauchsabweichungen erfasst werden, die jenseits einer gewöhnlichen Nutzung liegen bzw. die jenseits eines gewöhnlichen Stromverbrauchsintervalls liegen. Hierdurch kann die Zuverlässigkeit des Assistenzverfahrens weiter gesteigert werden und grundsätzlich könnte auch durch eine Abweichung von Routinen erkannt werden, ob sich eine Demenz-Erkrankung nähert.
[0025] In einer Ausführungsform erfolgt das Übertragen von Daten an die Datenverarbeitungsvorrichtung in einem Zeitintervall von 1 sec bis 20 min, vorzugsweise in einem Zeitintervall von 5 min bis 15 min, am meisten bevorzugt in einem Zeitintervall mit einer Länge von 5 min erfolgt. Durch die regelmässige Übertragung können Über- oder Unterschreitungen des minimalen Schwellenwertes oder des maximalen Schwellenwertes zügig festgestellt werden.
[0026] In einer Ausführungsform werden die Daten mittels eines der folgenden Mobilfunkstandards übermittelt: Long Term Evolution (LTE), 4G, 5G, 6G oder eines ähnlichen Mobilfunkstandards. Durch die Verwendung eines der genannten Mobilfunkstandards oder eines künftigen Mobilfunkstandards kann eine Datentragung auch mobil über eine eingebaute SIM Karte oder alternativ über eine virtuelle SIM Karte erfolgen, sodass hierdurch keine Installation von Telekommunikationsleitungen zu dem Stromzähler vorgesehen werden muss.
[0027] In einer Ausführungsform werden die Daten mittels eines Low-Power-Wireless-Netzprotokolls, bevorzugt eines Long Range Area Network (LoRaWAN), und/oder mittels eines auf LoRa basierenden Übertragungsverfahren übermittelt. Hierdurch können Daten auch mittels Funk übertragen werden. Dadurch entfällt die Installation von Telekommunikationsleitungen bzw. SIM Karte am Stromzähler.
[0028] In einer Ausführungsform umfasst das Assistenzverfahren ferner folgende Schritte: Speichern von Benutzerdaten assoziiert mit dem Profil mittels der Datenverarbeitungseinheit; und/oder Speichern einer Alarmhistorie assoziiert mit dem Profil; und/ oder Speichern der zumindest einen Regel; und/oder Speichern des zumindest einen Schwellenwerts; und/oder Speichern der Daten. Durch das Speichern der Daten können beispielsweise Verbrauchsdaten über einen längeren Zeitraum hinweg gespeichert und analysiert werden, was die Zuverlässigkeit des Assistenzverfahrens weiter steigern kann. Daneben können durch das Speichern Lernalgorithmen mittels der besagten Daten, der Alarmhistorie, der Regeln, der Schwellenwerte und/oder Verbrauchsdaten angepasst und/oder verbessert werden.
[0029] In einer Ausführungsform umfasst das Assistenzverfahren ferner: Auswählen des Referenzdatenspektrums aus der Vielzahl von Referenzdatenspektren durch die Datenverarbeitungsanlage, wobei das Auswählen in Abhängigkeit von zumindest einem der folgenden Kriterien bewirkt wird: Uhrzeit, Tageszeit, Wochenzeit, Monatszeit, Jahreszeit, Tagesdatum, Grundverbrauch der Wohneinheit, Routine oder einem ähnlichen Kriterium. „Grundverbrauch der Wohneinheit“ beschreibt generell einen Wert, welcher einen ständigen oder statistischen minimalen Stromverbrauch der Wohneinheit repräsentieren kann. „Routine“ kann ein durch das Assistenzverfahren erkanntes Verhalten eines Bewohners beschreiben.
[0030] In einer Ausführungsform umfasst das Assistenzverfahren ferner: Bestimmen zumindest eines Referenzdatenspektrums assoziiert mit einer Wohneinheit; und/oder Analysieren des Referenzdatenspektrums mittels eines statistischen Verfahrens und/oder eines (Lern-)Algorithmus und/oder einer künstlichen Intelligenz und/oder eines Deep-learning-Verfahrens.
[0031] In einer Ausführungsform umfasst das Assistenzverfahren ferner: Bestimmen eines Stromverbrauchs assoziiert mit der Wohneinheit, wobei der minimale Schwellenwert basierend auf einem Stromverbrauch innerhalb eines korrespondierenden Messintervalls bestimmt wird. „Korrespondierendes Messintervall“ beschreibt ein Zeitintervall, welches vor einem aktuellen Messzeitpunkt liegt und mit diesem derart in einem zeitlichen Bezug steht, dass die innerhalb des Messintervalls ermittelten Messdaten Grundlage für einen Datenvergleich mit den aktuell ermittelten Messdaten sein kann. Beispielsweise kann für ein aktuelles Messintervall ein 24 Stunden zurückliegender Zeitraum ein korrespondierendes Messintervall sein. So kann beispielsweise ein aktuelles Messintervall, beispielsweise ein aktuelles Messintervall zwischen 22:00 und 22:10 am aktuellen Tag 1 mit einem vergangenen Messintervall zwischen 22:00 und 22:10 am vorangegangenen Tag 0 verglichen werden. Daneben kann auch der Grundverbrauch, welcher innerhalb eines vorherigen Messintervall bestimmt worden sein kann, einen minimalen Schwellenwert darstellen, dessen Unterschreitung in einem aktuellen Messintervall auf eine Inaktivität und dadurch auf eine Notfallsituation hindeuten kann.
[0032] In einer Ausführungsform umfasst das Erzeugen der Alarmmeldung ferner: Übermitteln einer SMS und/oder eines Anrufs und/oder eines sonstigen Signals an eine Telekommunikationsvorrichtung; und/oder Übermitteln eines Signals und/oder einer Benachrichtigung an einen Pflegedienst und/oder eine Notrufzentrale und/oder eine Hausverwaltung und/oder Verwandte und/oder einen Betreuer. Hierdurch können beispielsweise mittels SMS Angehörige, ein Pflegedienst, ein Betreuer, eine Hausverwaltung, ein Nachbar und/oder eine andere Vertrauensperson des Bewohners über dessen Zustand informiert werden. Daneben kann eine SMS beispielsweise auch über eine Datenübertragung und/oder eine Schnittstelle an eine Notrufzentrale und/oder ein anderes Endsystem übermittelt werden.
[0033] Die Erfindung betrifft ferner auch eine Assistenzvorrichtung zur Bestimmung einer Notfallsituation innerhalb einer Wohneinheit, umfassend: einen Strommesszähler zum Messen eines Stromverbrauchswerts in einem Messintervall; wobei der Strommesszähler zumindest eine Telekommunikationseinheit aufweist und/oder mit einem Telekommunikationsnetzwerk verbunden ist; eine Datenverarbeitungsvorrichtung zum Empfangen übertragener Daten, wobei die Daten den Stromverbrauchswert repräsentieren; wobei die Datenverarbeitungsvorrichtung die Daten einem Profil zuordnet, wobei das Profil mit der Wohneinheit assoziiert ist. Die Datenverarbeitungsvorrichtung umfasst ferner: eine Datenbank zur Speicherung der Daten und des Profils, eine Frontend Applikation zur Eingabe von Regeln; und einen API Client zum (i) Vergleichen der Daten mit einem dem Profil zugeordneten Referenzdatenspektrums aus einer Vielzahl von Referenzdatenspektren, wobei das Referenzdatenspektrum zumindest eine Regel und zumindest einen mit der Regel assoziierten Schwellenwert umfasst, wobei der Schwellenwert als ein minimaler Schwellenwert oder als ein maximaler Schwellenwert ausgebildet ist; und (ii) Bestimmen, wenn der Schwellenwert als ein minimaler Schwellenwert ausgebildet ist, ob die Daten den minimalen Schwellenwert unterschreiten, und, (iii) falls die Daten den minimalen Schwellenwert unterschreiten, Erzeugen einer Alarmmeldung.
[0034] „Frontend Applikation“ beschreibt im Allgemeinen eine Eingabeeinheit oder User-Software, welche es Nutzern und/oder Administratoren erlaubt, Regeln festzusetzen und Einstellungen am Assistenzsystem und/oder der Assistenzvorrichtung vorzunehmen. „API Client“ beschreibt eine Programmeinheit, Software oder Teil einer Software, welche(r) dazu konfiguriert ist, Regeln zu prüfen und/oder Daten und/oder Verbrauchswerte hinsichtlich ihrer Regelkonformität zu prüfen. Ferner werden mittels des API Clients die Bewohner einer Wohneinheit, und/oder eine Wohneinheit verschiedenen Mandaten (z. B. einer Rettungsorganisation oder Pflegeeinrichtung) zugewiesen. Ebenfalls können mittels des API Clients Auswertungen gemacht werden und/oder neue Bewohner und/oder Nutzer durch Administratoren verwaltet werden. Alle Eingaben, welche in der Frontend Applikation und/oder am API Client getätigt werden, können erfasst, geändert und/oder gelöscht werden. Die Frontend Applikation kann derart konfiguriert sein, dass ein Profil einer Wohneinheit oder eines Bewohners an einem Stichtag aktiviert und/oder deaktiviert werden kann. Nach einer Aktivierung können Stromlastdaten der Bewohner gespeichert werden. Daneben können Regeln in der Frontend Applikation zwischenzeitlich aktiviert und deaktiviert werden.
[0035] „Datenbank“ beschreibt allgemein eine Vorrichtung umfassend ein Speichermedium für Daten.
[0036] Die für das Assistenzverfahren genannten Vorteile und Weiterbildungen gelten sinngemäss für die Assistenzvorrichtung.
[0037] In einer Ausführungsform ist der API Client ferner konfiguriert zum (iv) Bestimmen, wenn der Schwellenwert als ein maximaler Schwellenwert ausgebildet ist, ob die Daten den maximalen Schwellenwert überschreiten, und, (v) falls die Daten den maximalen Schwellenwert überschreiten, Erzeugen der Alarmmeldung. In einer Ausführungsform übermittelt die Telekommunikationseinheit die Daten mittels eines der folgenden Mobilfunkstandards: Long Term Evolution (LTE), 4G, 5G, 6G oder eines ähnlichen Mobilfunkstandards.
[0038] In einer Ausführungsform werden die Daten mittels eines Low-Power-Wireless-Netzprotokolls, bevorzugt eines Long Range Area Network (LoRaWAN), und/oder mittels eines auf LoRa basierenden Übertragungsverfahren übermittelt.
[0039] In einer Ausführungsform ist die Assistenzvorrichtung konfiguriert, basierend auf den übermittelten Daten einen Warnhinweis zu übermitteln, wobei der Warnhinweis eine Information betreffend eine Erkrankung umfasst. Mittels der gesammelten Daten können Rückschlüsse auf das Verhalten eines Bewohners gewonnen werden. Hierdurch können vergleichsweise frühzeitig auch Hinweise auf das Vorliegen einer Erkrankung gewonnen werden. So kann beispielsweise das wiederholte Betätigen eines Elektroofens zu ungewöhnlichen Uhrzeiten Hinweise auf eine beginnende Demenz oder andere Erkrankung des Bewohners darstellen. Die Assistenzvorrichtung kann derart konfiguriert sein, dass sie mittels der Verbrauchsdaten Rückschlüsse auf das Vorliegen einer Erkrankung ziehen kann. In einem solchen Fall kann die Assistenzvorrichtung einen Warnhinweis an Nutzer oder Betreuer versenden, welche weitere Schritte ergreifen können. „Warnhinweis“ beschreibt generell eine Information, welche mittels eines Telekommunikationsnetzes übertragbar ist. Beispielsweise kann der Warnhinweis mittels einer SMS oder E-Mail übertragen werden oder als eine SMS ausgebildet sein.
[0040] Die Erfindung betrifft ferner ein Strommessgerät zur Messung eines Stromverbrauchs umfassend eine erfindungsgemässe Assistenzvorrichtung. Die für die Assistenzvorrichtung genannten Vorteile und Weiterbildungen gelten sinngemäss für die Strommessvorrichtung.
[0041] Weitere Aspekte und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen, der beigefügten Zeichnung und der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsformen.
[0042] Ausführungsformen der Erfindung werden nun beispielhaft und unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen: FIG. 1: eine schematische Darstellung des Funktionsprinzips des Assistenzverfahrens und der Assistenzvorrichtung; FIG. 2: eine schematische Systemübersicht gemäss einer Ausführungsform; FIG. 3: ein schematisches Beispiel für die Funktionsweise eines Lernalgorithmus gemäss einer Ausführungsform.
[0043] FIG. 1 ist eine schematische Darstellung des Assistenzverfahrens und der Assistenzvorrichtung 10 zur Bestimmung einer Notfallsituation innerhalb einer Wohneinheit 12. Die Wohneinheit 12 wird mit einem Strom mittels eines Stromanschlusses (nicht gezeigt) versorgt, wobei der Stromverbrauch bzw. Stromverbrauchswert mit einem Strommesszähler 14 ermittelt wird. Der Strommesszähler 14 ist mit einer Telekommunikationseinheit 16 verbunden, wobei es sich bei der in Fig. 1 illustrierten Telekommunikationseinheit 16 um einen W-LAN-fähigen Router handelt. Es kann sich allerdings auch um eine andere Telekommunikationseinheit handeln, beispielsweise eine Telekommunikationseinheit, welche einen Mobilfunkstandard verwendet. Die Telekommunikationseinheit 16 kann ferner auch ein Modem und/oder Gateway umfassen. Der Strommesszähler 14 kann auch als ein Smartmeter ausgebildet sein. Alternativ kann der Strommesszähler bereits eine integrierte Telekommunikationseinheit und/oder eine Datenschnittstelle (API) aufweisen.
[0044] Die Telekommunikationseinheit 16 ist mit einer Datenverarbeitungsanlage 20 mittels eines Telekommunikationsnetzwerks 18 verbunden, wodurch Daten, welche den Stromverbrauch repräsentieren, von dem Strommesszähler 14 über die Telekommunikationseinheit 16 und das Telekommunikationsnetzwerk 18 an besagte Datenverarbeitungsanlage 20 übermittelt werden. Die Datenübertragung erfolgt in vorgegebenen Intervallen, vorzugsweise spätestens alle fünf Minuten.
[0045] Die Datenverarbeitungsanlage 20 ist derart konfiguriert, dass sie einem Profil, welches mit der Wohneinheit 12 assoziiert ist, die eingehenden Daten zuordnet. In der Datenverarbeitungsanlage 20 sind zu dem Profil ferner eine oder mehrere Referenzdaten(spektren) hinterlegt, wobei jedes Referenzdatenspektrum zumindest einer Regel zugeordnet ist, wobei jede Regel mit einem ihr zugeordneten Schwellenwert assoziiert ist. Der Schwellenwert kann dabei als ein minimaler Schwellenwert oder als ein maximaler Schwellenwert ausgebildet sein.
[0046] Insbesondere können mittels einer Regel ein minimaler Schwellenwert oder ein maximaler Schwellenwert festgelegt oder berechnet werden. Hierdurch kann die Datenverarbeitungsanlage 20 beispielsweise in einem aktuellen Messzeitraum beziehungsweise Messintervall das Referenzspektrum eines korrespondierenden, vorangegangenen Messintervalls laden und eine Regel sowie einen Schwellenwert, welcher für das korrespondierende Messintervall gültig war, als Grundlage für einen Datenabgleich mit den Daten des aktuellen Messintervalls heranziehen.
[0047] Die Datenverarbeitungsanlage ist dazu ausgelegt abzugleichen, ob die eingehenden Stromverbrauchswerte des aktuellen Messintervalls unterhalb des minimalen Schwellenwerts und/oder oberhalb des maximalen Schwellenwerts liegen. Sollte ein gemessener Stromverbrauch eine dieser Bedingungen erfüllen, so löst das System automatisch eine Alarmmeldung 22 aus, welche an ein Endgerät eines Betreuers, Pflegers und/oder einer Hilfsorganisation und/oder Notrufzentrale übermittelt wird.
[0048] Insbesondere kann die Datenverarbeitungsanlage 20 ein Programm aufweisen, wie beispielsweise eine Backend Applikation 34, welche die Verbrauchsdaten einer Wohnung ausliest und mittels einer Identifikationsnummer des Strommesszählers 14, auch „MeterPoint“ ID oder „Meter ID“ genannt, der korrekten Wohnung oder Haus zuordnet. Mit anderen Worten beschreibt die „Identifikationsnummer“ (ID) eine individuelle Kennung, welche mit einem Stromzähler, insbesondere einem als Smartmeter ausgestalteten Stromzähler, assoziiert ist. Die Backend Applikation 34 wird ferner auch „Smart Control“ genannt. Die Backend Applikation 34 ist daher konfiguriert, die Stromlastdaten von einem identifizierbaren Stromzähler zu beziehen. Mittels der Meter ID erfolgt insbesondere eine Zuordnung des Stromzählers zu einer Wohneinheit. Daneben wird die Meter ID auch bei der Kommunikation zwischen der Backend Applikation 34 und einem API Client 24 verwendet.
[0049] Figur 2 illustriert eine schematische Übersicht des Systems, welches das Assistenzverfahren ausführt. Im Detail besteht die Assistenzvorrichtung 10 aus einer Frontend Applikation 22, einem Backend 28, einer Datenbank 30 sowie einem API Client 24. Die Frontend Applikation 22 erlaubt den Administratoren Abonnemente, Regeln, Alarme und Verbrauchsdaten einzusehen, zu bearbeiten und/oder zu löschen. Das Backend 28 bietet dafür die Daten und authentifiziert den Administrator und/oder den Nutzer. Die Datenbank 30 speichert die Verbrauchsdaten, Name und Adresse des Bewohners, die hinterlegten Regeln, die definierten Schwellenwerte sowie die Alarmhistorie. Daneben werden in der Datenbank weitere Informationen gespeichert wie beispielsweise die Meter ID und/oder ein Hinweis zu einer Zuordnung der in einer Alarmzentrale hinterlegten Daten sowie weitere Zusatzinformationen wie beispielsweise weitere Ansprechpartner, Telefonnummer(n), E-Mail-Adressen, Geburtsdaten, und/oder Start- und Enddatum eines mit der Assistenzvorrichtung und/oder dem Assistenzverfahren assoziierten Abonnements. In diesem Kontext beschreibt der Begriff „Hinweis“ einen definierten Code, welcher Buchstaben und Zahlen umfasst. Dieser Code ist einerseits einem Dateneintrag eines Bewohners in der Frontend Applikation zugeordnet und hinterlegt, andererseits ist dieser Code auch in einem mit dem Bewohner assoziierten Datensatz in einem System der Alarmzentrale zugeordnet und hinterlegt. „Alarmzentrale“ beschreibt allgemein eine Kontroll- und/oder Steuerungsvorrichtung einer Gefahrenmeldeeinrichtung oder -anlage. Wenn ein Alarm ausgelöst wird, wird durch die definierte Zuweisung des Codes in beiden Systemen, der Alarmzentrale und der Frontend Applikation, eine Alarmmeldung mittels einer oder mehrerer Schnittstellen an die Alarmzentrale übermittelt. In der Folge wird an einer Anzeigevorrichtung der Alarmzentrale wie beispielsweise einem Bildschirm eine Information oder eine Zusammenstellung von Informationen angezeigt, welche mit dem Bewohner assoziiert sind, für dessen Wohneinheit der Alarm ausgelöst wurde. Die Information kann dabei beispielsweise als ein „Pop-up-Fenster“ gestaltet sein. Der API Client 24 holt sich beziehungsweise bezieht alle 5 Minuten die Verbrauchsdaten des Stromzählers, prüft die hinterlegten Regeln und löst einen Alarm über einen SMS Provider 36 und/oder über die Schnittstelle 38 zur Verwaltung (Notrufzentrale) aus.
[0050] Mittels der Frontend Applikation 22 (siehe Figur 2) werden für den Bewohner individuelle Regeln erfasst, die seine täglichen Routinen berücksichtigen. Diese werden manuell durch einen Nutzer 26 oder einen Administrator 40 vorgenommen und/oder durch einen Lernalgorithmus oder ein Machine-Learning-Verfahren automatisch festgesetzt. Regeln können beispielsweise definieren, wann der Bewohner üblicherweise aufsteht, kocht oder Fernsehen schaut. Hierbei kann der Zeitraum (Start und Ende) definiert werden, an welchen Wochentagen diese Regel gilt und ob der durch das Machine Learning errechneter Schwellenwert angewendet werden soll. Alternativ zum errechneten Schwellenwert kann auch ein individueller Mindestwert, beispielsweise ein Wert in Watt, eingegeben werden. Es können beliebig viele Regeln erfasst werden.
[0051] Der Mindestzeitraum einer Regel beziehungsweise der Zeitraum in welchem eine Regel gültig ist, ist vorzugsweise 15 Minuten oder kleiner als fünfzehn Minuten. Es versteht sich, dass in Abhängigkeit zu einem Anwendungsfall auch grössere Zeiträume festgesetzt werden können. Mittels des API Clients 24 wird in Echtzeit oder zumindest einmal im besagten Zeitraum geprüft, ob der Schwellenwert während der gesetzten Regel über- oder unterschritten wurde. Die Regel kann beispielsweise zu einer bestimmten Anfangsuhrzeit aktiv sein und zu einer bestimmten Enduhrzeit enden. Mittels der Frontend Applikation 22 können Regeln und/oder auch die Zeiträume, in welchen eine Prüfung stattfindet, jederzeit geändert, gelöscht oder deaktiviert werden.
[0052] Die Frontend Applikation 22 erlaubt Nutzern 26 oder einem Administrator 40 ferner auch Informationen zu Verbrauchsdaten und Energiedaten abzurufen als auch Einstellungen für Subskriptionen, Regeln und Alarmmeldungen vorzunehmen. Die Frontend Applikation 22 ist dazu konfiguriert, API Calls beziehungsweise API Aufrufe an das Backend 28 zu bewirken. Das Backend 28 ist zur Nutzerauthentifizierung konfiguriert und kann Daten zwischen der Datenbank 30 bzw. Database den Liegenschaften 32 und der Frontend Applikation 22 übertragen. „Liegenschaften“ kann ein Drittsystem beschreiben, was beispielsweise eine Liegenschaftsverwaltung umfasst oder von einer solchen betrieben wird. Aus dem Liegenschaftssystem können weitere Grunddaten wie beispielsweise Daten betreffend den Bewohner, die Wohneinheit, die Adresse automatisch importiert werden. Die Database 30 speichert Stromverbrauchswerte, die Regeln als auch Alarmierungsdaten. Die Liegenschaften 32 beziehungsweise das sogenannte „Data Source“ stellen Daten zu allen Wohneinheiten und zu betreuenden Personen eines Mandanten 26 zur Verfügung. „Mandant“ beschreibt eine Struktur oder virtuelle Entität, welche eine oder mehrere Wohneinheiten verwaltet oder mit deren Organisation durchführt. Beispielsweise kann ein Mandant ein Betreiber eines Pflegeheims sein.
[0053] Der API Client 24 ist allgemein konfiguriert, die (Strom-)Verbrauchsdaten beziehungsweise übermittelten (Messwert-)Daten abzurufen, Prüfungen anhand der vordefinierten Regeln durchzuführen als auch Alarmmeldungen auszulösen, wobei korrespondierende Verbrauchswerte von der Backend Applikation 34 an den API Client 24 übermittelt werden bzw. der API Client 24 besagte Daten von der Software 34 (herunter-) lädt. Der API Client 24 kann auch so ausgelegt sein, dass er anstatt von der Backend Applikation 34 die Daten von einer Cloud-Anwendung beziehen kann (nicht gezeigt).
[0054] Wird für eine vordefinierte Regel ein assoziierter Schwellenwert für ein Referenzdatenspektrum bestimmt beispielsweise ein minimaler Schwellenwert so wird das System, sofern der übermittelte Stromverbrauchswert höher als der besagte minimale Schwellenwert ist, nach einem Abgleich des Stromverbrauchswerts mit dem minimalen Schwellenwert davon ausgehen, dass der Nutzer aktiv ist. In einem solchen Fall wird keine Alarmmeldung ausgelöst.
[0055] Eine Regel kann so konfiguriert sein, dass ein etwaiges, einmaliges Unterschreiten eines minimalen Schwellenwerts keinen Alarm auslöst. Alternativ kann eine Regel so konfiguriert sein, dass ein etwaiges, einmaliges Überschreiten eines maximalen Schwellenwerts keinen Alarm auslöst. Sollte hingegen während des Zeitraums, in welchem die Regel aktiv war, eine kritische Abweichung stattgefunden haben, so wird ein Alarm ausgelöst.
[0056] Es können für ein Referenzdatenspektrum auch eine weitere Regel, beispielsweise eine mit einem maximalen Schwellenwert assoziierte Regel, festgesetzt werden. In einem Fall, in welchem ein übermittelter Stromverbrauchswert höher ist als der maximale Schwellenwert, kann ebenfalls von einer Inaktivität der zu betreuenden Person ausgegangen werden, was wiederrum das Erzeugen einer Alarmmeldung bewirkt. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn ein Endgerät wie beispielsweise ein Elektroherd über Nacht nicht ausgeschaltet wurde.
[0057] Eine Alarmmeldung wird von dem API Client 24 bewirkt und an einen SMS Provider 36 und/ oder eine Verwaltungseinheit 38 übermittelt. Der SMS Provider übermittelt den Alarm beispielsweise mittels einer Kurznachricht (SMS) an einen Pfleger und/oder einen Betreuer oder an einen Angehörigen oder eine sonstige Vertrauensperson des Bewohners. Es versteht sich, dass eine Alarmmeldung, beispielsweise in Form einer SMS, an mehrere Adressaten gleichzeitig übermittelt werden kann. Die Verwaltungseinheit 38 führt eine Alarmhistorie, in welcher Alarmmeldungen als Ereignisse erfasst werden.
[0058] Fig. 3 zeigt schematisch und beispielhaft die Funktionsweise eines Lernalgorithmus, welcher in das Assistenzverfahren beziehungsweise in den API Client 24 einer Assistenzvorrichtung 10 implementiert wurde. Für die Bestimmung einer Aktivität einer zu betreuenden Person wird in dieser Ausführungsform zunächst ein Referenzspektrum und ein Schwellenwert bestimmt, welche mit dem Profil des Bewohners der Wohnung assoziiert sind. Es wird dabei auch ein durchschnittlicher Mindestverbrauch beziehungsweise Grundverbrauch in Watt bestimmt, wobei der Bewohner keinen aktiven Einfluss auf den Stromverbrauch nimmt. Der Mindestverbrauch ist in der Regel von einigen Endgeräten wie beispielsweise Heizung oder Kühlschrank abhängig.
[0059] In einem aktuellen Zeitfenster beziehungsweise innerhalb eines aktuellen Messintervalls 243 werden (Strom)daten gespeichert, welche mittels des zumindest einen Schwellenwerts und des mit diesem assoziierten Referenzdatenspektrums zur Bestimmung 244 eines aktuellen Grundverbrauchs sowie einer aktuellen Aktivität des Bewohners verwendet werden.
[0060] Zu der Bestimmung des zumindest einen Schwellenwertes werden in einem ersten Schritt S1 kleinste Referenzlasten beziehungsweise Stromlastdaten der Wohnung oder des Hauses identifiziert und gespeichert. In Teilschritt 240 des Schritts S1 werden die Stromlastdaten, welche beispielsweise wochenweise von einem Montag bis zu einem Sonntag einer Woche vor einem aktuellen Messintervall 243 oder Zeitpunkt identifiziert und gespeichert wurden, aufgerufen und für eine weitere Datenverarbeitung in einem Speichermedium zwischengespeichert. Es versteht sich, dass auch andere Intervalle gewählt werden können.
[0061] In einem weiteren Teilschritt des ersten Schritts S1, welcher auf den Teilschritt 240 folgt, werden die zwischengespeicherten Daten einem Referenz Window Modell 241 bereitgestellt. Mittels des Referenz Window Modells 241 werden die Daten für das im nächsten Schritt S2 verwendete Referenz Window 242 festgelegt. Durch das Referenz Window Modell 241 und das mit diesem assoziierte Referenz Window 242 werden die im Teilschritt 240 identifizierten Daten einem Referenzdatenspektrum zugeordnet. Das Referenz Window 242 ermöglicht daher die Erzeugung beziehungsweise Bestimmung des Referenzdatenspektrums. Mit anderen Worten werden durch das Sliding Window 242 ein Referenzdatenspektrum bestimmt, welches eine Teilmenge an relevanten Datenpunkten der Vielzahl der im Teilschritt 240 identifizierten Datenpunkte umfasst. Auf diese Weise kann im Übrigen auch eine Vielzahl von Referenzdatenspektren generiert werden.
[0062] Das Sliding Window 242 beziehungsweise das „(Zeit-)Fenster“ kann insbesondere beispielsweise ein Referenzdatenspektrum bestimmen, welches alle Daten innerhalb eines Zeitraums von einer bis vier Stunden umfasst, welche mit einem aktuellen Messintervall oder Messzeitpunkt assoziierbar sind. Beispielsweise kann für den Fall, dass jeweils ein Datenpunkt alle fünfzehn Minuten gespeichert wird, das Sliding Window 242 ein Referenzdatenspektrum bestimmen, welches zwischen 4 und 16 Datenpunkten in einem korrespondierenden Zeitfenster von einer bis vier Stunden umfasst. Es versteht sich, dass sowohl die Anzahl der zu generierenden Datenpunkte als auch der durch das Sliding Window definierte Zeitraum auch andere Werte haben können. Weiter beispielsweise können hierdurch für ein aktuelles Messintervall 243 alle relevanten Daten(punkte) eines vergangenen Messintervalls, welches beispielsweise eine Woche vor dem aktuellen Messintervall lag, in einem Referenzdatenspektrum zusammengefasst, gespeichert und/oder aufgerufen werden.
[0063] Das generierte beziehungsweise bestimmte Referenzdatenspektrum ist mit zumindest einer Regel assoziiert, die die Berechnung und/oder Bestimmung eines Schwellenwerts ermöglicht. Mit anderen Worten ist der Schwellenwert mit einer Regel assoziiert. Der Schwellenwert kann hierbei beispielsweise dem Wert eines Datenpunkts innerhalb des Referenzdatenspektrums entsprechen oder mittels einer Regel berechnet und/oder bestimmt werden. Es versteht sich, dass auch mehrere oder unterschiedliche Schwellenwerte auf diese Weise bestimmt werden können, beispielsweise ein minimaler Schwellenwert und/oder ein maximaler Schwellenwert.
[0064] Im Schritt S3 wird neben einem aktuellen Grundverbrauch auch eine Bestimmung 244 der Aktivität des Bewohners durchgeführt. Hierzu wird der bestimmte, zumindest eine Schwellenwert innerhalb des durch das Sliding Window 242 bereitgestellte Referenzdatenspektrums mit den aktuellen Daten des aktuellen Messintervalls 243 verglichen. Der Schwellenwert kann daher in dem letzten Schritt S3 herangezogen werden, um zu bestimmen, ob der Bewohner der Wohneinheit gegenwärtig aktiv oder inaktiv ist.
[0065] Es können weiter auch die Schwellenwerte zu den vergangenen Messintervallen bestimmt und gespeichert werden. Mit anderen Worten können somit die mit den Referenzdatenspektren assoziierten Schwellenwerte gespeichert werden, wodurch sie zu einem späteren Zeitpunkt (wieder-)verwendet werden können.
[0066] Bei den erörterten Ausführungsbeispielen handelt es sich um Ausführungsformen der Erfindung. Bei den Ausführungsbeispielen stellen die beschriebenen Komponenten jeweils einzelne, unabhängig voneinander zu betrachtenden Merkmalen der Erfindung dar, welche die Erfindung jeweils auch unabhängig voneinander weiterbilden und damit auch einzeln oder in einer anderen als der gezeigten Kombination als Bestandteil der Erfindung anzusehen sind. Des Weiteren sind die beschriebenen Ausführungsformen auch durch weitere der bereits beschriebenen Merkmale der Erfindung ergänzbar.

Claims (16)

1. Assistenzverfahren zur Bestimmung einer Notfallsituation innerhalb einer Wohneinheit, wobei das Assistenzverfahren umfasst: Messen eines Stromverbrauchswerts mittels eines Strommesszählers in einem Messintervall, wobei der Strommesszähler zumindest eine Telekommunikationseinheit aufweist und/oder mit einem Telekommunikationsnetzwerk verbunden ist; Übertragen von Daten an eine Datenverarbeitungsvorrichtung, wobei die Daten den Stromverbrauchswert repräsentieren; Zuordnen der Daten zu einem Profil assoziiert mit der Wohneinheit durch die Datenverarbeitungsvorrichtung; Vergleichen der Daten mit einem dem Profil zugeordneten Referenzdatenspektrums aus einer Vielzahl von Referenzdatenspektren, wobei das Referenzdatenspektrum zumindest eine Regel und zumindest einen mit der Regel assoziierten Schwellenwert definiert; wobei der Schwellenwert als ein minimaler Schwellenwert oder als ein maximaler Schwellenwert ausgebildet ist; Bestimmen, wenn der Schwellenwert als ein minimaler Schwellenwert ausgebildet ist, ob die Daten den minimalen Schwellenwert unterschreiten, und, falls die Daten den minimalen Schwellenwert unterschreiten, Erzeugen einer Alarmmeldung.
2. Assistenzverfahren nach Anspruch 1, wobei das Assistenzverfahren ferner umfasst: Bestimmen, wenn der Schwellenwert als ein maximaler Schwellenwert ausgebildet ist, ob die Daten den maximalen Schwellenwert überschreiten, und, falls die Daten den maximalen Schwellenwert überschreiten, Erzeugen der Alarmmeldung.
3. Assistenzverfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Übertragen von Daten an die Datenverarbeitungsvorrichtung in einem Zeitintervall von einer Sekunde bis 20 min, vorzugsweise in einem Zeitintervall von 5 min bis 15 min, am meisten bevorzugt in einem Zeitintervall mit einer Länge von 5 min erfolgt.
4. Assistenzverfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Daten mittels eines der folgenden Mobilfunkstandards übermittelt werden: Long Term Evolution (LTE), 4G, 5G, 6G oder eines ähnlichen Mobilfunkstandards.
5. Assistenzverfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Daten mittels eines Low-Power-Wireless-Netzprotokolls, bevorzugt eines Long Range Area Network (LoRaWAN), und/oder mittels eines auf LoRa basierenden Übertragungsverfahren übermittelt werden.
6. Assistenzverfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Assistenzverfahren ferner folgende Schritte umfasst: Speichern von Benutzerdaten assoziiert mit dem Profil mittels der Datenverarbeitungseinheit; und/oder Speichern einer Alarmhistorie assoziiert mit dem Profil; und/ oder Speichern der zumindest einen Regel; und/oder Speichern des zumindest einen Schwellenwerts; und/oder Speichern der Daten.
7. Assistenzverfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Assistenzverfahren ferner umfasst: Auswählen des Referenzdatenspektrums aus der Vielzahl von Referenzdatenspektren durch die Datenverarbeitungsanlage, wobei das Auswählen in Abhängigkeit von zumindest einem der folgenden Kriterien bewirkt wird: Uhrzeit, Tageszeit, Wochenzeit, Monatszeit, Jahreszeit, Tagesdatum, Grundverbrauch der Wohneinheit, Routine oder eines ähnlichen Kriteriums.
8. Assistenzverfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Assistenzverfahren ferner umfasst: Bestimmen zumindest eines Referenzdatenspektrums assoziiert mit einer Wohneinheit; und/oder Analysieren des Referenzdatenspektrums mittels eines statistischen Verfahrens und/oder eines (Lern-)Algorithmus und/oder einer künstlichen Intelligenz und/oder eines Deep learning Verfahrens.
9. Assistenzverfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Assistenzverfahren ferner umfasst: In einer Ausführungsform umfasst das Assistenzverfahren ferner: Bestimmen eines Stromverbrauchs assoziiert mit der Wohneinheit, wobei der minimale Schwellenwert basierend auf einem Stromverbrauch innerhalb eines korrespondierenden Messintervalls bestimmt wird.
10. Assistenzverfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Erzeugen der Alarmmeldung ferner umfasst: Übermitteln einer SMS und/oder eines Anrufs und/oder eines sonstigen Signals an eine Telekommunikationsvorrichtung; und/oder übermitteln eines Signals und/oder einer Benachrichtigung an einen Pflegedienst und/oder eine Notrufzentrale und/oder eine Hausverwaltung.
11. Assistenzvorrichtung (10) zur Bestimmung einer Notfallsituation innerhalb einer Wohneinheit (12) umfassend: einen Strommesszähler (14) zum Messen eines Stromverbrauchswerts in einem Messintervall; wobei der Strommesszähler zumindest eine Telekommunikationseinheit (16) aufweist und/oder mit einem Telekommunikationsnetzwerk (18) verbunden ist; eine Datenverarbeitungsvorrichtung (20) zum Empfangen übertragener Daten, wobei die Daten den Stromverbrauchswert repräsentieren; wobei die Datenverarbeitungsvorrichtung (20) die Daten einem Profil zuordnet, wobei das Profil mit der Wohneinheit (12) assoziiert ist; wobei die Datenverarbeitungsvorrichtung (20) ferner umfasst: eine Datenbank (30) zur Speicherung der Daten und des Profils; eine Frontend Applikation (22) zur Eingabe von Regeln; und einen API Client (24) zum (i) Vergleichen der Daten mit einem dem Profil zugeordneten Referenzdatenspektrums aus einer Vielzahl von Referenzdatenspektren, wobei das Referenzdatenspektrum zumindest eine Regel und zumindest einen mit der Regel assoziierten Schwellenwert definiert, wobei der Schwellenwert als ein minimaler Schwellenwert oder als ein maximaler Schwellenwert ausgebildet ist; und (ii) Bestimmen, wenn der Schwellenwert als ein minimaler Schwellenwert ausgebildet ist, ob die Daten den minimalen Schwellenwert unterschreiten, und, (iii) falls die Daten den minimalen Schwellenwert unterschreiten, Erzeugen einer Alarmmeldung.
12. Assistenzvorrichtung (10) nach Anspruch 11, wobei der API Client (24) ferner konfiguriert ist zum (iv) Bestimmen, wenn der Schwellenwert als ein maximaler Schwellenwert ausgebildet ist, ob die Daten den maximalen Schwellenwert überschreiten, und, (v) falls die Daten den maximalen Schwellenwert überschreiten, Erzeugen der Alarmmeldung.
13. Assistenzvorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche 11 bis 12, wobei die Telekommunikationseinheit (16) die Daten mittels eines der folgenden Mobilfunkstandards übermittelt: Long Term Evolution (LTE), 4G, 5G, 6G oder eines ähnlichen Mobilfunkstandards.
14. Assistenzvorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche 11 bis 13, wobei die Daten mittels eines Low-Power-Wireless-Netzprotokolls, bevorzugt eines Long Range Area Network (LoRaWAN), und/oder mittels eines auf LoRa basierenden Übertragungsverfahren übermittelt werden.
15. Assistenzvorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche 11 bis 14, wobei die Assistenzvorrichtung konfiguriert ist, basierend auf den übermittelten Daten, einen Warnhinweis zu übermitteln, wobei der Warnhinweis eine Information betreffend eine Erkrankung umfasst.
16. Strommesszähler (14) zur Messung eines Stromverbrauchs umfassend eine Assistenzvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 11 bis 15.
CH070504/2021A 2021-11-04 2021-11-04 Assistenzverfahren und Assistenzvorrichtung zur Bestimmung einer Notfallsituation innerhalb einer Wohneinheit. CH719116A2 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH070504/2021A CH719116A2 (de) 2021-11-04 2021-11-04 Assistenzverfahren und Assistenzvorrichtung zur Bestimmung einer Notfallsituation innerhalb einer Wohneinheit.

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH070504/2021A CH719116A2 (de) 2021-11-04 2021-11-04 Assistenzverfahren und Assistenzvorrichtung zur Bestimmung einer Notfallsituation innerhalb einer Wohneinheit.

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH719116A2 true CH719116A2 (de) 2023-05-15

Family

ID=86282238

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH070504/2021A CH719116A2 (de) 2021-11-04 2021-11-04 Assistenzverfahren und Assistenzvorrichtung zur Bestimmung einer Notfallsituation innerhalb einer Wohneinheit.

Country Status (1)

Country Link
CH (1) CH719116A2 (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102023120766A1 (de) 2023-08-04 2025-02-06 Veli GmbH Verfahren und Vorrichtungen zum Bewerten des Unterstützungsbedarfs einer Person
CN119863333A (zh) * 2024-12-25 2025-04-22 湖北长运物业服务有限公司 基于物联网平台的智慧物业管理系统

Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE102023120766A1 (de) 2023-08-04 2025-02-06 Veli GmbH Verfahren und Vorrichtungen zum Bewerten des Unterstützungsbedarfs einer Person
WO2025032054A1 (de) 2023-08-04 2025-02-13 Veli GmbH Verfahren und vorrichtungen zum bewerten des unterstützungsbedarfs einer person
CN119863333A (zh) * 2024-12-25 2025-04-22 湖北长运物业服务有限公司 基于物联网平台的智慧物业管理系统

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE60034965T2 (de) Dynamische brandbreitenüberwachung und -anpassung zur fernkommunikation mit einer medizinischen vorrichtung
DE10103330B4 (de) Medizinisches System zur Überwachung eines die Blutgerinnung betreffenden Messwertes eines Patienten
DE10355096B4 (de) System zum Orten einer oder mehrerer im Gesundheitsdienst tätiger Personen in einer Einrichtung des Gesundheitswesens
DE102007058890A1 (de) System und Verfahren zum Bereitstellen einer zentralen physiologischen Überwachung
DE102009003786A1 (de) System und Verfahren zur Überwachung der kognitiven Fähigkeit einer Person
DE10126571A1 (de) Automatisierte Überwachung einer Sammlung von Betriebsdaten von medizinischen Abbildungsvorrichtungen
DE10126601A1 (de) Automatisierte Aktivierung und Deaktivierung einer Betriebsdatenprotokollierung bei einer medizinischen Abbildungsvorrichtung
DE60106896T2 (de) Alarmverfahren und -vorrichtung
EP1101437A1 (de) Medizinisches System zur Überwachung von Parametern eines Patienten in häuslicher Umgebung
EP3783581B1 (de) Verfahren zur zuordnung eines zu registrierenden rauchmelders und ein entsprechendes rauchmelderverwaltungssystem
CH719116A2 (de) Assistenzverfahren und Assistenzvorrichtung zur Bestimmung einer Notfallsituation innerhalb einer Wohneinheit.
DE102014226106A1 (de) Überwachungsvorrichtung zur Überwachung eines Inaktivitätsverhaltens einer Überwachungsperson, Verfahren sowie Computerprogramm
DE112014003437T5 (de) Zusammenarbeitende Verwaltung von elektronischen Nasen in persönlichen Einheiten
EP3156857A1 (de) Vorrichtung und verfahren zur überwachung eines gebäudes
DE602005005713T2 (de) System von einrichtungen mit mehreren mit einem zentralen gateway-gerät kommunizierenden sensorgeräten
US20230104639A1 (en) System and method for notifying detection of vaping, smoking, or potential bullying
EP1226783A2 (de) Verfahren und medizinisches System zur Überwachung eines an Epilepsie leidenden Patienten
CN114594692A (zh) 一种基于手机端与物联网的智能家居控制系统
CN120708276A (zh) 老人看护方法和系统
DE102017125089B4 (de) Alarmkontrollierungsverfahren und Vorrichtung für Patientenmonitor und adaptives Alarmierungsverfahren für einen Patientenmonitor
EP3792925A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur datentechnischen kommunikation in einem netzwerk
DE202022104738U1 (de) IoT-basiertes Smart-Home-Modell zur Unterstützung älterer Menschen
EP3937427B1 (de) Netzwerkgerät und medizinsystem zur detektion mindestens eines netzwerkproblems
DE102011005013A1 (de) Überwachungssystem zur Überwachung eines Inaktivitätsverhaltens einer Überwachungsperson, Verfahren sowie Computerprogramm
LU506238B1 (de) Desinfektionsversorgungsnachverfolgungssystem mit desinfektionsinstrumenten-fehlalarmmodul

Legal Events

Date Code Title Description
U11 Full renewal or maintenance fee paid

Free format text: ST27 STATUS EVENT CODE: U-0-0-U10-U11 (AS PROVIDED BY THE NATIONAL OFFICE)

Effective date: 20260216