CH719845A2 - Haarstylingutensil. - Google Patents
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Abstract
[0036] Die Erfindung betrifft ein Haarstylingutensil, aufweisend ein Flächengebilde (1) und mindestens einen eine Formgedächtnislegierung aufweisenden Draht (2), der mit dem Flächengebilde verbunden ist, wobei das Haarstylingutensil in einem unverformten Zustand eine mittig durch das Haarstylingutensil verlaufende Längsrichtung (8) und entlang der Längsrichtung eine Längsausdehnung aufweist, wobei im unverformten Zustand der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht (2) auf beiden Seiten der mittig verlaufenden Längsrichtung (8) entlang mindestens eines Teils der Längsausdehnung verläuft, und wobei das Haarstylingutensil dazu ausgelegt ist, durch mechanische Verformung des mindestens einen eine Formgedächtnislegierung aufweisenden Drahts (2) in einen verformten Zustand überführt zu werden.
Description
Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Haarstylingutensil, das dazu ausgelegt ist, im menschlichen Haar zum Erzeugen von Locken, Wellen und/oder voluminösem Haar angebracht zu werden.
Stand der Technik und technischer Hintergrund der Erfindung
[0002] Für das Erzeugen von Locken, Wellen und voluminösen Haaren sind aus dem Stand der Technik folgende Möglichkeiten bekannt: 1) thermische Verfahren, erhitzbare Gerätschaften wie Lockenstab und Glätteisen verwendend; 2) chemische Verfahren, Flüssigkeiten und Wickelvorrichtungen verwendend; und 3) Vorrichtungen, die zum Teil schwierig ins Haar einzubringen und mitunter unbequem zu tragen sind oder diverse zusätzliche Mittel wie Spangen, Haargummis und Klemmen benötigen. Erhitzen und Verwenden von chemischen Mitteln schädigen die Haare, wodurch sie spröde und damit anfällig für einen Haarbruch werden können.
[0003] Mit Hilfe eines Lockenstabs oder eines Glätteisens können vielseitige Frisuren kreiert werden. Nachteilig ist jedoch, dass der Zeitaufwand hoch ist, da die Haare jeweils nur teilweise bearbeitet werden können und ein manuelles Eindrehen erforderlich ist, wobei durch das manuelle Eindrehen Schmerzen im Schulterbereich und in den Handgelenken entstehen können. Der Airwrap Haarstyler von Dyson versucht das Problem mit der Hitzezufuhr zu minimieren, indem das Produkt mit warmem Luftstrom (95°C) und dem Coanda-Effekt funktioniert. Der Airwrap Haarstyler von Dyson benötigt jedoch verschiedene Aufsätze, wobei dies die Handhabung kompliziert macht; mit dem Airwrap Haarstyler kann das Haar jeweils immer nur teilweise bearbeitet werden, wodurch beim Herrichten der Haare mit erhöhtem Zeitaufwand zu rechnen ist.
[0004] Weiterhin sind aus dem Stand der Technik Verfahren zur Erzeugung von Locken mit haushaltsüblichen Gegenständen bekannt, wie z.B. ein Erzeugen von Locken mittels Socken oder ein Erzeugen von Locken mit einem Bademantelgurt oder einem Tuch. Vorteilhaft ist hierbei insbesondere, dass jeder die benötigten Utensilien zuhause hat. Da z.B. Socken oder Tücher keine intrinsische Stabilität aufweisen, benötigt ein Anbringen im Haar zum Erzeugen von Locken notwendigerweise weitere Hilfsmittel wie externe Haargummis bzw. unbequeme Haarspangen, die in der Nacht oder beim Schlafen stören und zu ungewünschten Abdrücken und Dellen in den Haarspitzen oder im Haar führen. Ausserdem können diese ins Haar eingebrachten Gegenstände nicht alltagstauglich getragen werden.
[0005] Ein Erzeugen von Wellen im Haar ohne Hitzeeinsatz wurde im Stand der Technik bereits als kaufbares Produkt verwirklicht, wie bspw. das Produkt „Heatless Curl Hair Ribbon“ oder weitere Produkte, die dem „Heatless Curl Hair Ribbon“ ähneln. Der „Heatless Curl Hair Ribbon“ hat mittig einen Kern aus einem Aluminiumdraht, der von einem Schaumstoff ummantelt ist und zum Schluss mit Seide oder einem synthetischen Stoff umhüllt ist. Das Produkt ist als langer Schlauch ausgebildet und wird mit einer grossen Haarspange und zwei Haargummis geliefert. Der „Heatless Curl Hair Ribbon“ ist unhandlich und ein Anbringen im Haar ist mit Mühe verbunden. Das Schlafen mit dem eingebrachten „Heatless Curl Hair Ribbon“ ist unbequem; der „Heatless Curl Hair Ribbon“ bietet ferner nur eine Handhabungsmöglichkeit und kann zudem nicht gewaschen werden und ist damit nicht alltagstauglich.
[0006] Weitere, dem „Heatless Curl Hair Ribbon“ ähnliche, kaufbare Produkte sind so ausgelegt, dass sie zum Beispiel am Oberkopf mit einer Schleife, Druckknöpfen oder einem Clip zusammengebunden werden können. Diese weiteren Produkte, als Beispiel sei das Produkt „Heatless Curl Ribbon Curling Wand, hair Iron Fabric Wave Curling Iron“ erwähnt, benötigen jedoch weiterhin externe Hilfsmittel zum Anbringen im Haar.
[0007] Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, ein Haarstylingutensil bereitzustellen, welches zumindest einige der Nachteile der aus dem Stand der Technik bekannten Haarstylingvorrichtungen beseitigt.
Darstellung der Erfindung
[0008] Die Erfindung betrifft ein Haarstylingutensil, aufweisend ein Flächengebilde und mindestens einen eine Formgedächtnislegierung aufweisenden Draht, der mit dem Flächengebilde verbunden ist, wobei das Haarstylingutensil in einem unverformten Zustand eine mittig durch das Haarstylingutensil verlaufende Längsrichtung und entlang der Längsrichtung eine Längsausdehnung aufweist, wobei im unverformten Zustand der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht auf beiden Seiten der mittig verlaufenden Längsrichtung entlang mindestens eines Teils der Längsausdehnung verläuft, und wobei das Haarstylingutensil dazu ausgelegt ist, durch mechanische Verformung des mindestens einen eine Formgedächtnislegierung aufweisenden Drahts in einen verformten Zustand überführt zu werden.
[0009] Formgedächtnislegierungen sind Legierungen, die in einem „kalten“ Zustand deformiert werden können und durch Phasenumwandlung, vorzugsweise durch Erhitzen z.B. mit einem Haartrockner oder in einer Waschmaschine (andere Möglichkeiten, um eine Phasenumwandlung zu erzielen, sind jedoch auch möglich), zu einer Ursprungsform zurückkehren können, an die sich die Formgedächtnislegierung „erinnert“. Formgedächtnislegierungen sind insbesondere reversibel. In einem unverformten Zustand kann das Haarstylingutensil bandförmig sein, wobei die Längsrichtung einer Hauptausdehnungsrichtung des bandförmigen Haarstylingutensils entsprechen kann. Der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht ist im unverformten Zustand auf beiden Seiten der Längsrichtung angeordnet. Eine solche Anordnung des mindestens einen eine Formgedächtnislegierung aufweisenden Drahts verleiht dem erfindungsgemässen Haarstylingutensil eine hohe Stabilität. Im verformten Zustand ist das Haarstylingutensil damit formstabil und kann damit im Haar ohne weitere Hilfsmittel eingebracht werden. Ein Formgedächtnislegierungen aufweisender Draht kann auch beim Biegen stärker strapaziert werden als Drähte, die aus üblichen Metallen bestehen; aus üblichen Metallen bestehende Drähte können insbesondere nach mehrmaligem Verbiegen brechen; aus Formgedächtnislegierungen bestehende Drähte können, ohne zu brechen, viel häufiger verbogen werden. Ein erfindungsgemässes Haarstylingutensil kann so ausgebildet sein, dass seine durch die Ursprungsform des mindestens einen eine Formgedächtnislegierung aufweisenden Drahts induzierte Form im unverformten Zustand so ist, dass Haarsträhnen vom Haarstylingutensil festgehalten werden ohne dass hierfür weitere Hilfsmittel wie Spangen oder Haargummis notwendig sind: beispielsweise kann ein Verformen des Haarstylingutensils in einen verformten Zustand dazu beitragen, dass das erfindungsgemässe Haarstylingutensil leicht in das Haar eingebracht werden kann, und eine anschliessende Phasenumwandlung in die Ursprungsform kann das eingebrachte Haarstylingutensil dann fixieren. Ein Fixieren von Haarsträhnen kann alternativ auch im verformten Zustand erfolgen, wobei hierfür die Stabilität der Formgedächtnislegierungen ausgenützt werden kann. Das Haarstylingutensil kann zusammengefaltet oder zusammengerollt werden. Die hohe Flexibilität von Formgedächtnislegierungen ermöglicht es weiterhin, ein erfindungsgemässes Haarstylingutensil in eine Vielzahl von Formen zu deformieren und so eine Vielzahl unterschiedlicher Frisuren zu kreieren. Ein erfindungsgemässes Haarstylingutensil ist weiterhin schonend zu Haaren, da die Haare nur über ein mechanisches Eindrehen des Haarstylingutensils geformt werden. Ein erfindungsgemässes Haarstylingutensil ist nachhaltig; insbesondere benötigt es keine elektrische Energie, um die Haare zu formen, und die verwendeten Materialien können so ausgebildet sein, dass sie sich im Produktlebenszyklus wiederverwenden lassen.
[0010] Der Begriff Flächengebilde kann als Oberbegriff für alle zweidimensionalen Textilerzeugnisse dienen. Der Begriff Flächengebilde kann auch rundgestrickte Textilerzeugnisse ohne Naht oder flachgestrickte Textilerzeugnisse mit Naht umfassen. Das Flächengebilde ist so ausgebildet, dass der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht so mit dem Flächengebilde verbunden ist, dass eine Verformung des mindestens einen eine Formgedächtnislegierung aufweisenden Drahts auch zu einer Verformung des Flächengebildes führt. Der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht kann auch aus einer Vielzahl von Drahtfäden gebildet sein. Die Grösse des insbesondere flexiblen Flächengebildes kann variieren und für verschiedene Haarlängen und Handhabungsmöglichkeiten angepasst sein. Ein erfindungsgemässes Haarstylingutensil kann für das Erzeugen unterschiedlicher Frisuren verwendet werden und insbesondere zum Locken bzw. Wellen von Haaren eingesetzt werden. Der mindestens eine Draht kann auch als Kupferdraht (mit oder ohne Kunststoffummantelung), als Kupferlackdraht (mit oder ohne Kunststoffummantelung) oder als Aluminiumdraht (mit oder ohne Kunststoffummantelung) ausgeführt sein. Der mindestens eine Draht kann als Einzeldraht ausgeführt sein und einen Durchmesser von 1.4 bis 2 Millimeter aufweisen. Der mindestens eine Draht kann auch als Litzendraht ausgeführt sein und mindestens zwei Einzellitze aufweisen, wobei die mindestens zwei Einzellitze zu dem mindestens einen Draht verdreht/geflochten sind. Die Enden eines geflochtenen Litzendrahts können z.B. mittels Schweissen oder Kleben fixiert werden. Ein Vorteil eines geflochtenen Litzendrahts verglichen mit einem Einzeldraht liegt darin, dass ein Biegeradius deutlich kleiner werden kann, wobei der erforderliche Drahtquerschnitt weiterhin gewahrt werden kann.
[0011] In einer Ausführungsform des erfindungsgemässen Haarstylingutensils weist der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht nur einen einzelnen Draht auf, wobei der einzelne Draht eine geschlossene Kurve bildet.
[0012] Der einzelne Draht kann in geringem Abstand, und insbesondere parallel, zu Rändern des Flächengebildes verlaufen. Der einzelne Draht verläuft auf beiden Seiten, die von der mittig verlaufenden Längsrichtung definiert werden, des Haarstylingutensils. Weiterhin kann die geschlossene Kurve im unverformten Zustand als ovale Kurve ausgebildet sein. Beispielhaft sei angeführt, dass der einzelne Draht zumindest teilweise stabförmig ausgebildet sein kann oder auch zickzackförmig verlaufen kann; weitere Verläufe des einzelnen Drahts sind jedoch auch möglich. Der einzelne Draht kann als Einzeldraht oder als Litzendraht ausgeführt sein.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemässen Haarstylingutensils weist der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht einen ersten Draht und einen zweiten Draht auf, wobei der erste Draht auf einer ersten Seite der beiden Seiten verläuft und der zweite Draht auf einer zweiten Seite der beiden Seiten verläuft, und wobei insbesondere freistehende Enden der zwei Drähte jeweils mit einer Schutzkappe überkappt sind, die jeweils an den freistehenden Enden befestigt sind. Auch in dieser Ausführungsform können der erste Draht bzw. der zweite Draht jeweils als Einzeldraht oder als Litzendraht ausgeführt sein.
[0014] Freistehende Enden der zwei Drähte können zum Schutz eines Nutzers des erfindungsgemässen Haarstylingutensils z.B. mit einem Hut überkappt werden, wobei ein solches Überkappen auch das Flächengebilde vor Beschädigungen beim Verbiegen der zwei Drähte schützen kann. In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemässen Haarstylingutensils kann der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht auch mehr als zwei Drähte aufweisen. Die Drähte können auf unterschiedliche Arten und Weisen verlegt sein, insbesondere abschnittweise parallel zur Längsrichtung und/oder zu einem Rand des Flächengebildes, oder auch zickzackförmig, oder die Drähte können abschnittsweise gebogen sein.
[0015] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemässen Haarstylingutensils verläuft im unverformten Zustand der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht auf beiden Seiten der mittig verlaufenden Längsrichtung zumindest abschnittsweise parallel zur Längsrichtung.
[0016] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemässen Haarstylingutensils ist der mindestens eine Draht aus einer Nickel-Titan-Formgedächtnislegierung gebildet, wobei der Nickanteil in der Nickel-Titan-Formgedächtnislegierung zwischen 49,0 und 53,0 Atomprozent liegt, und vorzugsweise zwischen 49,0 und 51,0 Atomprozent liegt, oder der mindestens eine Draht ist aus einer Nickel-Titan-Kupfer-Formgedächtnislegierung gebildet, wobei der Kupferanteil in der Nickel-Titan-Kupfer-Formgedächtnislegierung zwischen x = 0 bis 15 Atomprozent liegt und der Nickelanteil in der Nickel-Titan-Kupfer-Formgedächtnislegierung zwischen 49,0 - x und 53,0 - x Atomprozent liegt.
[0017] Mit einem Nickelanteil zwischen 49,0 und 51,0 Atomprozent der Nickel-Titan-Formgedächtnislegierung können Umwandlungstemperaturen im Bereich von ca. - 10°C bis +100°C erzielt werden. Um niedrigere Umwandlungstemperaturen zu erzielen, kann der Nickelanteil in der Nickel-Titan-Formgedächtnislegierung bis zu 53,0 Atomprozent betragen. Nickel-Titan-Formgedächtnislegierungen sind als Folge ihrer Passivschicht lebensmittelecht und körperverträglich (biokompatibel). Formgedächtnislegierungen zeichnen sich ferner, im Unterschied zu vielen anderen Metallen, durch eine lange Lebensdauer trotz häufiger Verformungen aus. Die Formgedächtnislegierung kann auch als ternäre Nickel-Titan-Kupfer-Formgedächtnislegierung ausgebildet sein. Bei einer solchen ternären Formgedächtnislegierung kann der Nickelanteil reduziert werden und durch Kupfer ersetzt werden, wobei ein solcher Ersatz zu einer Verschiebung der Umwandlungstemperaturen führt. Aus einer Nickel-Titan-Kupfer-Formgedächtnislegierung bestehende Drähte weisen im Vergleich zu einer Nickel-Titan-Formgedächtnislegierung einen verbesserten Wärmekoeffizienten auf, so dass ein solcher Draht leichter erwärmt werden kann, beispielsweise mittels eines Haartrockners.
[0018] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemässen Haarstylingutensils ist das Flächengebilde aus Baumwolle gebildet, oder ist das Flächengebilde aus Baumwolle und Elasthan und/oder Lycra gebildet, oder ist das Flächengebilde aus Seide gebildet, oder ist das Flächengebilde aus Seide und Elasthan und/oder Lycra gebildet.
[0019] Das Flächengebilde kann auch aus anderen pflanzlichen oder tierischen Naturfasern/-garnen/-zwirnen oder Kunstfasern/-garnen/-zwirnen gebildet sein und/oder auch Microfasern oder dergleichen aufweisen. Baumwolle kann vorteilhaft sein, da es die Haare nicht zusätzlich strapaziert, austrocknet oder beschädigt. Weiterhin kann ein z.B. Baumwolle und eine Formgedächtnislegierung aufweisendes Haarstylingutensil auch in einer Waschmaschine gewaschen werden, ohne dabei seine Form zu verlieren: ein entsprechendes Haarstylingutensil kann daher hygienisch eingesetzt werden. Eine Oberfläche des Flächengebildes kann z.B. glatt oder frottiert ausgebildet sein, oder auch anderweitig veredelt oder beschichtet sein.
[0020] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemässen Haarstylingutensils ist der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht mit einem Kunststoff ummantelt, und/oder ist der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht mit einem Formgedächtnispolymer ummantelt.
[0021] Ein solches Ummanteln kann dazu beitragen, den mindestens einen eine Formgedächtnislegierung aufweisenden Draht beim Verbiegen weniger zu strapazieren und so die Lebensdauer des Haarstylingutensils verbessern. Ein zur Ummantelung eingesetztes Formgedächtnispolymer kann eine ähnliche Umwandlungstemperatur wie der Draht aufweisen, so dass eine Phasenumwandlung z.B. beim Erhitzen sowohl für den Draht als auch für das Formgedächtnispolymer erfolgt.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemässen Haarstylingutensils ist der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht in mindestens einem in das Flächengebilde eingenähten Aufnahmebereich, insbesondere ausgebildet als Aufnahmeschlauch, angeordnet, und/oder ist der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht in das Flächengebilde eingenäht und/oder eingewebt und/oder eingestrickt und/oder rundgestrickt und/oder bestickt und/oder eingewirkt.
[0023] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemässen Haarstylingutensils weist das Flächengebilde mindestens einen Schlitz und/oder mindestens ein Loch auf, wobei das Flächengebilde insbesondere zwei Löcher aufweist, die insbesondere jeweils um die mittig verlaufende Längsrichtung positioniert sind, und wobei die zwei Löcher insbesondere so positioniert sind, dass nach einem symmetrischen Falten des Haarstylingutensils um eine im Wesentlichen orthogonal zur Längsrichtung verlaufende Faltrichtung die zwei Löcher übereinanderliegen.
[0024] In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemässen Haarstylingutensils ist das Flächengebilde schlauchförmig ausgebildet und weist einen schlauchförmigen Bereich auf, und ein einzelner Schlitz ist an einer Seite des schlauchförmigen Flächengebildes ausgebildet, und/oder das Haarstylingutensil ist dazu ausgebildet, Rollen und/oder Einlagen aufzunehmen, und/oder mindestens ein Band ist am Flächengebilde des Haarstylingutensils befestigt.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0025] Die Erfindung wird anhand der beigefügten Figuren näher erläutert.
[0026] Fig. 1 zeigt schematisch Ausführungsformen eines erfindungsgemässen Haarstylingutensils.
[0027] Fig. 2 zeigt schematisch mögliche Erweiterungen eines erfindungsgemässen Haarstylingutensils.
[0028] Fig. 3 zeigt schematisch weitere Ausführungsformen eines erfindungsgemässen Haarstylingutensils.
[0029] Fig. 4 zeigt schematisch weitere Ausführungsformen eines erfindungsgemässen Haarstylingutensils.
[0030] Fig.5, Fig. 6, Fig. 7 und Fig. 8 zeigen schematisch Möglichkeiten des Anbringens eines erfindungsgemässen Haarstylingutensils im Haar.
Detaillierte Beschreibung der Figuren
[0031] Fig. 1 zeigt schematisch Ausführungsformen eines erfindungsgemässen Haarstylingutensils. Fig. 1a zeigt ein Flächengebilde 1 mit einem aus einer Formgedächtnislegierung bestehenden Draht 2, der entlang den Rändern des Flächengebildes 1 verläuft. Das Haarstylingutensil weist eine Längsrichtung 8 auf und entlang der Längsrichtung 8 eine Längsausdehnung. Der Draht verläuft auf beiden Seiten der Längsrichtung 8. Der Draht 2 bildet eine geschlossene Kurve. Fig. 1 b zeigt einen Ausschnitt eines erfindungsgemässen Haarstylingutensils aufweisend ein Flächengebilde und einen aus Formgedächtnislegierungen bestehenden Draht an den Rändern des Flächengebildes, wobei der Draht 2 im dargestellten Ausschnitt auf beiden Seiten der Längsrichtung 8 parallel zur Längsrichtung 8 verläuft. Der in Fig. 1b gezeigte Ausschnitt umfasst nicht die Endbereiche des Haarstylingutensils, wobei ein Endbereich in Fig. 1c dargestellt wird. Das in Fig. 1b dargestellte Flächengebilde 1 weist zwei schlauchförmige Randbereiche (Aufnahmebereich/Aufnahmeschlauch) auf, in denen der Draht 2 verlegt ist. Durch die schlauchförmigen Randbereiche ist der Draht 2 mit dem Flächengebilde 1 verbunden, so dass eine Verformung des Drahts 2 zu einer Verformung des Flächengebildes 1 führt. Der Draht 2 kann auch auf andere Art und Weise mit dem Flächengebilde verbunden werden, wobei die Verbindung so ausgebildet sein sollte, dass eine Verformung des Drahtes 2 zu einer Verformung des Flächengebildes und damit des Haarstylingutensils führt. Fig. 1d zeigt eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemässen Haarstylingutensils, aufweisend ein Flächengebilde 1, einen Draht 2 und eine Ummantelung 3 des Drahtes 2 mit einem Kunststoff und/oder mit einem Formgedächtnispolymer. Fig. 1e entspricht Fig. 1d, wobei im Unterschied zu Fig. 1d in Fig. 1e keine Ummantelung des Drahtes 2 vorhanden ist. Fig. 1f wiederum zeigt eine Aufsicht auf eine Ausführungsform eines erfindungsgemässen Haarstylingutensils, wobei ein eine Formgedächtnislegierung aufweisender Draht 2 an den Rändern eines Flächengebildes 1 angeordnet ist.
[0032] Fig. 2 zeigt schematisch mögliche Erweiterungen eines erfindungsgemässen Haarstylingutensils. Beispielsweise können, wie in Fig. 2a gezeigt, Bänder 4 bzw. Kordeln 4 am Haarstylingutensil befestigt werden, wobei das Haarstylingutensil ein Flächengebilde 1 und einen Draht 2 aufweist: ein solcherart angepasstes Haarstylingutensil kann mitunter leichter im Haar befestigt werden. Fig. 2b zeigt weitere Rollen 5 und/oder Einlagen 5, die zusätzlich verwendet werden können. Bänder 4, Kordeln 4 bzw. weitere mögliche Aufsätze 4 können bereits am Haarstylingutensil angebracht sein, oder das Haarstylingutensil kann so ausgebildet sein, dass ein Nutzer diese Aufsätze 4 am Haarstylingutensil anbringen kann.
[0033] Fig. 3 zeigt schematisch weitere Ausführungsformen eines erfindungsgemässen Haarstylingutensils. Fig. 3a zeigt eine Ausführungsform eines Haarstylingutensils mit zwei zueinander parallelen Drähten 2 und eine weitere Ausführungsform mit einer Vielzahl von zueinander parallelen Drähten 2. Die freistehenden Enden der Drähte 2 können überkappt sein. Fig. 3b zeigt eine Ausführungsform eines Haarstylingutensil, das ähnlich zu den in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispielen aufgebaut ist: zusätzlich weist das in Fig. 3b gezeigte Ausführungsbeispiel noch zwei Löcher 6 im Flächengebilde auf, durch die Haare geführt werden können. In einer anderen Perspektive ist das in Fig. 3b gezeigte Beispiel auch in Fig. 3c ersichtlich. Fig. 3d wiederum ähnelt Fig. 3c, wobei anstelle von zwei Löchern 6 in Fig. 3d nur ein Loch 6 mittig im Flächengebilde 1 angeordnet ist.
[0034] Fig. 4 zeigt schematisch weitere Ausführungsformen eines erfindungsgemässen Haarstylingutensils. Fig. 4a zeigt eine Ausführungsform eines Haarstylingutensils, die den in Fig. 1 gezeigten Ausführungsformen ähnelt: zusätzlich weist die in Fig. 4a gezeigte Ausführungsform noch zwei Schlitze 7 auf, die an einer Seite des Flächengebildes angeordnet ist, und wobei beispielsweise Haare durch die zwei Schlitze 7 geführt werden können. Fig. 4b ähnelt Fig. 4a, wobei im Unterschied zu Fig. 4a nur ein durch das Flächengebilde durchgehender Schlitz 7 vorhanden ist, durch den Haare geführt werden können. Fig. 4c wiederum zeigt eine Ausführungsform eines Haarstylingutensils, welches schlauchförmig ausgebildet ist und nur auf einer Seite des Flächengebildes einen Schlitz 7 aufweist: Haare können dann in den schlauchförmigen Bereich, der vom schlauchförmigen Haarstylingutensil bereitgestellt wird, geführt werden und diesen schlauchförmigen Bereich durch den Schlitz 7 verlassen.
[0035] Fig.5, Fig. 6, Fig. 7 und Fig. 8 zeigen schematisch Möglichkeiten des Anbringen eines erfindungsgemässen Haarstylingutensils im Haar. Fig. 5a zeigt schematisch den Fall, dass die zwei Hälften von am Scheitel getrennten Haaren separate mit einem erfindungsgemässen Haarstylingutensil geformt werden können: insbesondere kann ein erfindungsgemässen Haarstylingutensil, wie in Fig. 5b gezeigt, in die Haare eingedreht werden, wobei zum Befestigen, wie in Fig. 5c gezeigt, ein Ende eines erfindungsgemässen Haarstylingutensils hochgeklappt werden kann. Die im erfindungsgemässen Haarstylingutensil verwendeten Formgedächtnislegierungen ermöglichen eine solche starke Verformung, wobei der mindestens eine Draht trotz der starken Verformung nur wenig geschädigt bzw. ermüdet wird. Allgemein können einzelne Strähnen um ein erfindungsgemässes Haarstylingutensil gedreht werden, wobei damit Locken erzeugt werden können, oder ein erfindungsgemässes Haarstylingutensil kann wie bei einem Zopf, einem französischen Zopf oder einem Fischgrätzopf mit dem Haar zusammengeflochten werden, wobei damit Wellen erzeugt werden können. Da im Unterschied zu bekannten Lösungen aus dem Stand der Technik bei einem erfindungsgemässen Haarstylingutensil keine weiteren Hilfsmittel wie Haargummis, Fixationsgummis, Fixationsbänder und Haarspangen zum Befestigen am Haar notwendig sind, können unerwünschte Abdrücke und Dellen im Haar vermieden werden. Fig. 5d-f und Fig. 6a-c zeigen, wie die separat geformten Haare am Hinterkopf zusammengebracht werden können, dann eingedreht werden können und zum Schluss in einem Dutt befestigt sein können. Fig. 6c-d zeigen weitere Möglichkeiten, wie ein erfindungsgemässes Haarstylingutensil im Haar eingebracht werden kann. Das in Fig. 6d verwendete Haarstylingutensil weist zusätzliche Bänder auf, mit denen die Haare am Oberkopf nochmals zusammengebunden werden können. Wie in Fig. 7 gezeigt, können viele weitere Frisuren mit einem erfindungsgemässen Haarstylingutensil erzeugt werden. Nach Entfernen des Haarstylingutensils können die Haare dann gelockt bzw. gewellt sein. Die Haare können am Oberkopf, wie in Fig. 7a gezeigt, zusammengebunden werden oder am Hinterkopf, wie in Fig. 7c gezeigt. Wie in Fig. 7b gezeigt, können die Haare auch schneckenförmig (als Dutt) an den beiden Seiten des Kopfes zusammengerollt werden. Wie in Fig. 7d gezeigt, kann ein erfindungsgemässes Haarstylingutensil auch am Oberkopf eingedreht werden, wobei damit ein grösseres Haarvolumen erzielt werden kann. Wie in Fig. 8a-b gezeigt, können viele erfindungsgemässe Haarstylingutensile auch an einem Hauptband befestigt werden, wobei dann Haarsträhnen jeweils um die am Hauptband befestigten Haarstylingutensile gedreht werden können.
Claims (10)
1. Haarstylingutensil, aufweisend ein Flächengebilde (1) und mindestens einen eine Formgedächtnislegierung aufweisenden Draht (2), der mit dem Flächengebilde (1) verbunden ist, wobei das Haarstylingutensil in einem unverformten Zustand eine mittig durch das Haarstylingutensil verlaufende Längsrichtung (8) und entlang der Längsrichtung (8) eine Längsausdehnung aufweist, wobei im unverformten Zustand der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht (2) auf beiden Seiten der mittig verlaufenden Längsrichtung (8) entlang mindestens eines Teils der Längsausdehnung verläuft, und wobei das Haarstylingutensil dazu ausgelegt ist, durch mechanische Verformung des mindestens einen eine Formgedächtnislegierung aufweisenden Drahts (2) in einen verformten Zustand überführt zu werden.
2. Haarstylingutensil gemäss Anspruch 1, wobei der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht (2) nur einen einzelnen Draht aufweist, wobei der einzelne Draht eine geschlossene Kurve bildet.
3. Haarstylingutensil gemäss Anspruch 1, wobei der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht (2) einen ersten Draht und einen zweiten Draht aufweist, wobei der erste Draht auf einer ersten Seite der beiden Seiten verläuft und der zweite Draht auf einer zweiten Seite der beiden Seiten verläuft, und wobei insbesondere freistehende Enden der zwei Drähte jeweils mit einer Schutzkappe überkappt sind, die jeweils an den freistehenden Enden befestigt sind.
4. Haarstylingutensil gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei im unverformten Zustand der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht (2) auf beiden Seiten der mittig verlaufenden Längsrichtung (8) zumindest abschnittsweise parallel zur Längsrichtung (8) verläuft.
5. Haarstylingutensil gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei der mindestens eine Draht (2) aus einer Nickel-Titan-Formgedächtnislegierung gebildet ist, wobei der Nickanteil in der Nickel-Titan-Formgedächtnislegierung zwischen 49,0 und 53,0 Atomprozent liegt, und vorzugsweise zwischen 49,0 und 51,0 Atomprozent liegt, oder wobei der mindestens eine Draht (2) aus einer Nickel-Titan-Kupfer-Formgedächtnislegierung gebildet ist, wobei der Kupferanteil in der Nickel-Titan-Kupfer-Formgedächtnislegierung zwischen x = 0 bis 15 Atomprozent liegt und der Nickelanteil in der Nickel-Titan-Kupfer-Formgedächtnislegierung zwischen 49,0 - x und 53,0 - x Atomprozent liegt.
6. Haarstylingutensil gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Flächengebilde (1) aus Baumwolle gebildet ist, oder wobei das Flächengebilde (1) aus Baumwolle und Elasthan und/oder Lycra gebildet ist, oder wobei das Flächengebilde (1) aus Seide gebildet ist, oder wobei das Flächengebilde (1) aus Seide und Elasthan und/oder Lycra gebildet ist.
7. Haarstylingutensil gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht (2) mit einem Kunststoff ummantelt (3) ist, und/oder wobei der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht (2) mit einem Formgedächtnispolymer ummantelt (3) ist.
8. Haarstylingutensil gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht (2) in mindestens einem in das Flächengebilde (1) eingenähten Aufnahmebereich, insbesondere ausgebildet als Aufnahmeschlauch, angeordnet ist, und/oder wobei der mindestens eine eine Formgedächtnislegierung aufweisende Draht (2) in das Flächengebilde (1) eingenäht und/oder eingewebt und/oder eingestrickt und/oder rundgestrickt und/oder bestickt und/oder eingewirkt ist.
9. Haarstylingutensil gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Flächengebilde (1) mindestens einen Schlitz (7) und/oder mindestens ein Loch (6) aufweist, wobei das Flächengebilde (1) insbesondere zwei Löcher aufweist, die insbesondere jeweils um die mittig verlaufende Längsrichtung (8) positioniert sind, und wobei die zwei Löcher insbesondere so positioniert sind, dass nach einem symmetrischen Falten des Haarstylingutensils um eine im Wesentlichen orthogonal zur Längsrichtung (8) verlaufende Faltrichtung die zwei Löcher übereinanderliegen.
10. Haarstylingutensil gemäss einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Flächengebilde (1) schlauchförmig ausgebildet ist und einen schlauchförmigen Bereich aufweist, und wobei ein einzelner Schlitz (7) an einer Seite des schlauchförmigen Flächengebildes (1) ausgebildet ist, und/oder wobei das Haarstylingutensil dazu ausgebildet ist, Rollen (5) und/oder Einlagen (5) aufzunehmen, und/oder wobei mindestens ein Band (4) am Flächengebilde (1) des Haarstylingutensils befestigt ist.
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