CH720597A1 - Verfahren zum Betrieb einer Wanderdeckelkarde - Google Patents

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CH720597A1
CH720597A1 CH000269/2023A CH2692023A CH720597A1 CH 720597 A1 CH720597 A1 CH 720597A1 CH 000269/2023 A CH000269/2023 A CH 000269/2023A CH 2692023 A CH2692023 A CH 2692023A CH 720597 A1 CH720597 A1 CH 720597A1
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CH000269/2023A
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Anderegg Peter
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Rieter Ag Maschf
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    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01GPRELIMINARY TREATMENT OF FIBRES, e.g. FOR SPINNING
    • D01G15/00Carding machines or accessories; Card clothing; Burr-crushing or removing arrangements associated with carding or other preliminary-treatment machines
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    • DTEXTILES; PAPER
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    • D01GPRELIMINARY TREATMENT OF FIBRES, e.g. FOR SPINNING
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Wanderdeckelkarde (1) und eine Wanderdeckelkarde (1). Die Wanderdeckelkarde (1) weist eine Steuerung (2) mit einem Eingabemodul (3), eine Speisung (6), ein Maschinengestell (22), eine mit einer Trommelgarnitur bestückte und um eine Längsachse (12) drehbar gehaltene Trommel (8) und ein eine Vielzahl von Kardierelementen (14) aufweisendes Wanderdeckelaggregat (13) auf. Die Kardierelemente (14) weisen jeweils eine Deckelgarnitur auf und sind in Richtung der Längsachse (12) beidseits der Trommel (8) auf jeweils mindestens einem Flexibelbogen (29) gehalten. Zwischen einer äußeren Oberfläche (10) der Trommelgarnitur und einer der Trommelgarnitur zugewandten Ebene (16) der Deckelgarnituren ist ein Kardierspalt (20) mit einer Kardierspaltweite gebildet. Weiter weist die Wanderdeckelkarde (1) eine Kardierspaltweitenmessung (33) und einen Aktor (31) zur Einstellung der Kardierspaltweite und einen Antrieb (42) zur Regelung einer Drehzahl der Trommel (8) auf. Es sind eine Messung einer Prozesstemperatur, wobei die Prozesstemperatur einer im Fasergut im Kardierspalt (20) herrschenden Temperatur entspricht, eine Erfassung einer Soll-Prozesstemperatur mit einer zugehörigen Maximal-Prozesstemperatur und eine Erfassung eines Regelbereichs und eines Maximalwerts der Kardierspaltweite durch das Eingabemodul (3) vorgesehen. Durch die Steuerung (2) ist eine Regelung der Soll-Prozesstemperatur durch die Einstellung der Kardierspaltweite und/oder der Speisung (6) und/oder einer Drehzahl der Trommel (8) vorgesehen.

Description

[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Wanderdeckelkarde sowie eine Wanderdeckelkarde.
[0002] In Spinnereivorbereitungsanlagen werden Wanderdeckelkarden eingesetzt, welche verschiedenartige Arbeitselemente zur Reinigung, Sortierung, Öffnung, Kardierung, etc. des zu verarbeitenden Fasermaterials enthalten. Dabei werden die unterschiedlichsten Arten von Fasern verarbeitet, darunter auch Baumwollfasern oder synthetische Fasern oder Gemische davon. In der Wanderdeckelkarde bildet das Wanderdeckelaggregat zusammen mit der Trommel die Hauptkardierzone und hat als Funktion die Auflösung von Faserflocken zu Einzelfasern, Ausscheidung von Verunreinigungen und Staub, Eliminierung von sehr kurzen Fasern, die Aufiösung von Nissen und die Parallelisierung der Fasern. In einer Trommeldrehrichtung gesehen befindet sich vor dem Wanderdeckelaggregat eine Vorkardierzone und nach dem Wanderdeckelaggregat eine Nachkardierzone, welche ebenfalls Reinigungs- und Kardierelemente aufweisen. Zwischen den Reinigungselementen oder auch im Übergang von einer Kardierzone zur Nächsten sind der äusseren Oberfläche der Trommel Faserführungselemente angeordnet. Diese dienen zur Führung der Fasern, welche von der Trommel transportiert werden. Die Fasern werden damit auf der Trommel gehalten und auch die mit den Fasern mitgeschleppte Luft ist damit einem eingeschränkten Austausch ausgesetzt. Durch die Bearbeitung des Fasermaterials entsteht aufgrund der Faserreibung Wärme, welche sich in einer Prozesstemperatur niederschlägt. Dabei ist die Temperatur über einen Umfang der Trommel in der Regel an derjenigen Stelle am höchsten, wo das Fasermaterial die Hauptkardierzone verlässt, da normalerweise ein in der Hauptkardierzone gebildeter Kardierspalt sich vom Eintritt zum Austritt stetig verengt, wodurch die Kardierarbeit zunimmt und damit auch die Wärmeentwicklung.
[0003] Eine zulässige maximale Prozesstemperatur ist unter anderem abhängig vom zu verarbeitenden Fasermaterial. Dabei liegt das Augenmerk auf den synthetischen Fasern, auch Man Made Fasern (MMF) oder Chemiefasern genannt. Zu den synthetischen Fasern zählen unter anderem Polyamid, Polyester, Polyacryl und Elastan. Eine wichtige Rolle für die Eigenschaften von polymeren Werkstoffen spielt die sogenannte Glasübergangstemperatur. Sie ist eine der wichtigsten Kenngrössen der Polymeren und vermittelt einen Anhaltspunkt über die Formbeständigkeit des Kunststoffes bei Wärmeeinwirkung. Die Glasübergangstemperatur ist die Temperatur, bei der ganz oder teilweise amorphe Polymere von dem hochviskosen oder gummielastischen, flexiblen Zustand in den glasartigen oder hartelastischen, spröden Zustand übergehen. Daher wird sie auch Erweichungstemperatur genannt. Jeder Kunststoff besitzt eine spezifische Glasübergangstemperatur, anhand derer er charakterisiert werden kann. Es gibt keine eindeutige Definition für die Erweichungstemperatur. Sie liegt in der Regel unterhalb der Schmelztemperatur. Der Erweichungsbereich ist dadurch erkennbar, dass bereits kleine äussere Beanspruchungen zu einer bleibenden Verformung führen. Bei der Faserbearbeitung, beispielsweise in einer Wanderdeckelkarde, darf bei der Bearbeitung der Fasern auf keinen Fall der Erweichungsbereich erreicht werden, da sich dies negativ auf die spätere Verwendung der Fasern auswirkt, beispielsweise bei einem Färbevorgang.
[0004] Im Gegensatz dazu ist jedoch nur bei einer guten Kardierung eine hohe Qualität eines Kardenbandes erreichbar. Dabei ist ein Kompromiss zwischen einer Stärke der Kardierung und einer Produktionsleistung notwendig, um die Prozesstemperatur in einem zulässigen Bereich halten zu können. Dazu ist es notwendig die im Kardierprozess herrschenden Temperaturen zu kennen. Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Ansätze zum Betrieb einer Wanderdeckelkarde auf der Grundlage der herrschenden Temperaturen in der Wanderdeckelkarde bekannt. Beispielsweise offenbart die DE 10 2005 038 401 A1 eine Regelung einer Kardierspaltweite und damit der Kardierqualität aufgrund einer Messung der Temperatur der Trommeloberfläche und der die Trommel und das Wanderdeckelaggregat haltenden Seitenschilder. Weiter offenbart die EP 3 431 642 A1 eine Regelung einer Kardierspaltweite und damit der Kardierqualität aufgrund einer Messung der Temperatur an einem Kardierelement. Aufgrund der gemessenen Temperatur und eines Formänderungsmodells wird die Kardierspaltweite geregelt. Bei diesen bekannten Verfahren wird eine Regelung der Kardierqualität ohne Berücksichtigung der Prozesstemperatur, also der im Fasermaterial herrschenden Temperatur vorgenommen. Durch die Erfahrungen des Betriebspersonals wird angepasst an die zu erreichende Kardierqualität die Produktionsleistung derart eingestellt, dass sich eine Prozesstemperatur in einem Bereich ergibt, bei welchem dem Fasermaterial kein Schaden zugefügt wird. Als Vorsichtsmassnahme wird dabei in Unkenntnis der tatsächlichen Prozesstemperatur durch einen tiefen Ansatz der Produktionsleistung eine hohe Sicherheit vorgesehen.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es ein Verfahren zum Betrieb einer Wanderdeckelkarde und eine Wanderdeckelkarde vorzuschlagen, welche einen dem zu verarbeitenden Fasermaterial angepassten Betrieb ermöglicht, wobei eine möglichst hohe Produktivität bei einer geforderten Produktqualität erreicht wird.
[0006] Die Aufgabe wird durch die Merkmale im kennzeichnenden Teil der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Zur Lösung der Aufgabe wird ein Verfahren zum Betrieb einer Wanderdeckelkarde vorgeschlagen, wobei die Wanderdeckelkarde eine Steuerung mit einem Eingabemodul und eine Speisung zur Zuführung von Fasergut und ein Maschinengestell und eine im Maschinengestell mit einer Trommelgarnitur bestückte und um eine Längsachse drehbar gehaltene Trommel aufweist. Mit Hilfe der Trommelgarnitur wird das Fasergut von der Speisung übernommen und auf der Trommeloberfläche festgehalten. Weiter weist die Wanderdeckelkarde ein eine Vielzahl von Kardierelementen aufweisendes Wanderdeckelaggregat auf, wobei die Kardierelemente jeweils eine Deckelgarnitur aufweisen und in Richtung der Längsachse beidseits der Trommel auf jeweils mindestens einem Flexibelbogen gehalten sind. Durch die Drehung der Trommel wird das Fasergut an den Kardierelementen des Wanderdeckelaggregates vorbeigeführt. Zwischen einer äusseren Oberfläche der Trommelgarnitur und einer der Trommelgarnitur zugewandten Ebene der Deckelgarnituren ist ein Kardierspalt mit einer Kardierspaltweite gebildet. Das durch diesen Kardierspalt geführte Fasergut wird durch die Deckelgarnituren der Kardierelemente gereinigt und die Fasern werden parallelisiert.
[0007] Die Wanderdeckelkarde weist eine Kardierspaltweitenmessung und eine Aktorik zur Einstellung der Kardierspaltweite über eine Verstellung der Flexibelbogen. Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Vorrichtung zur Messung der Kardierspaltweite bekannt, wobei jeweils eine Messung eines Kontaktes zwischen den Deckelgarnituren und der Trommelgarnitur detektiert wird und anschliessend, ausgehend von diesem Nullpunkt der Kardierspaltweite, durch die Aktorik eine vorgegebene Kardierspaltweite eingestellt wird. Grundlage für eine Einstellung der Kardierspaltweite ist das Wissen, wann diese Null ist, also eine Berührung der sich gegenüberliegenden Bauteile erfolgt. Auf diese Weise kann eine einfache Eichung vorhandener Einstellvorrichtungen unter Berücksichtigung der konstruktiven Gegebenheiten von einzelnen Komponenten wie Flexibelbogen und Kardierelement erfolgen. Durch eine exakte Kontaktfeststellung kann einerseits eine exakte Einhaltung des Kardierspaltes erreicht werden und andererseits eine Beschädigung der Bauteile vermieden werden. Kontaktmessungen zur Feststellung einer Berührung zwischen der Deckelgarnitur und der Trommelgarnitur sind aus dem Stand der Technik in verschiedenen Ausführungen bekannt. Beispielsweise offenbart die DE 10 2006 002 812 A1 eine Vorrichtung, bei der die Trommel und die Deckel gegeneinander elektrisch isoliert sind. Als jeweilige Kontaktelemente sind die Trommel und die Deckel an einen elektrischen Stromkreis angeschlossen, in dem sich ein Messglied zur Kontaktfeststellung befindet. Weiter offenbart die DE 39 13 996 A1 Sensoren zur Messung eines Abstandes zwischen Garnituren, wobei hier kapazitive, induktive sowie optische Sensoren genannt sind. Eine Messung durch Funkenentladung wird in der WO 2008 055 367 A1 offenbart. Die CH 695 351 A5 offenbart eine Messung von Körperschall zur Feststellung einer Berührung zwischen der Trommelgarnitur und der Deckelgarnitur.
[0008] Weiter ist es bekannt, dass die Flexibelbogen radial verstellbar ausgeführt sein müssen, um einen über den gesamten Verlauf der Flexibelbogen gleichbleibenden oder entsprechend den Anforderungen variablen Kardierspalt gewährleisten zu können. Dabei werden Aktoren verschiedenster Bauarten verwendet, beispielsweise offenbart die EP 1 201 797 eine Vorrichtung, bei welcher der Flexibelbogen auf drehbar gelagerten Rollen abgestützt wird, wobei die Rollen als drehbare schneckenförmige Nocken ausgebildet sind. Durch Drehung der Nocken wird der Flexibelbogen angehoben oder angesenkt. Weiter offenbart die EP 2 392 703 A1 eine Vorrichtung, bei welcher der Flexibelbogen auf einem exzentrisch gelagerten Bolzen gehalten ist. Die EP 3 124 657 A1 offenbart eine Vorrichtung, bei welcher eine Lagerung der Flexibelbogen auf einem mit einem Verstellhebel verbundenen und mit einer spiralförmigen Oberfläche versehenen Lagerbolzen gehalten ist. Der Verstellhebel bewirkt eine Drehung des Lagerbolzens, was in der Folge zu einer radialen Verstellung des Flexibelbogens führt. Die Antriebe der Aktoren können pneumatisch, elektrisch oder elektro-pneumatisch ausgeführt sein.
[0009] Die Wanderdeckelkarde weist weiter einen Antrieb zur Regelung einer Drehzahl der Trommel auf. Die Drehzahl der Trommel hat einen Einfluss auf die Kardierintensität. Bei einer hohen Drehzahl der Trommel ergibt sich entsprechend eine hohe Umfangsgeschwindigkeit an der die Trommelgarnitur tragenden Oberfläche der Trommel. Mit dieser Umfangsgeschwindigkeit wird das Fasergut an den Kardierelementen vorbeigeführt. Umso höher eine Geschwindigkeit der Fasern ist, desto intensiver erfolgt eine Kardierung mit einer entsprechend hohen Wärmeentwicklung an der Stelle der Kardierung. Aufgrund der geforderten Kardierintensität wird einer durch die Speisung zugeführten Fasermenge eine Drehzahl der Trommel zugewiesen.
[0010] Für das erfindungsgemässe Verfahren wird eine Prozesstemperatur gemessen, wobei die Prozesstemperatur einer im Fasergut im Kardierspalt herrschenden Temperatur entspricht. Eine entsprechende Prozesstemperaturmessung ist dabei derart anzuordnen, dass durch die Messung eine im Fasergut oder in einer das Fasergut umgebenden Luftschicht herrschende Prozesstemperatur erfasst wird. Bevorzugterweise ist die Prozesstemperaturmessung in der Längsachse der Trommel gesehen mittig angeordnet. Zusätzlich kann eine Prozesstemperaturmessung an den jeweiligen Enden der Trommel zur verbesserten Feststellung der aktuellen Prozesstemperatur vorgesehen sein. Ebenfalls ist eine Prozesstemperaturmessung von einer Innenseite der Trommel her möglich. In einer Betriebsrichtung der Trommel gesehen ist vorteilhafterweise im Anschluss an das Wanderdeckelaggregat eine Prozesstemperaturmessung mit einer optischen Messung oder einem Temperatursensor vorzusehen. Als Temperatursensor eignet sich unter anderen beispielsweise ein Widerstandsthermometer in einer Ausführung eines Pt100-Sensors. Die messtechnische Basis ist ein Platin-Präzisionswiderstand, der seinen elektrischen Widerstand in Abhängigkeit von der Temperatur ändert. Der Messwiderstand kann als Dünnschicht-Element oder als Draht-Widerstand ausgeführt sein. Durch den Werkstoff Platin ist er sehr langzeitstabil. Der Pt100 Messwiderstand hat bei einer Temperatur von 0 °C einen Nennwiderstand von 100 Ohm. Pt100 Widerstandsthermometer basieren auf einem Widerstand, dessen elektrischer Widerstandswert mit steigender Temperatur ansteigt. Sie liefern über weite Messbereiche exakte Ergebnisse und sind zudem sehr langzeitstabil. Der Messwiderstand ist dabei im Temperatursensor möglichst nahe am Fasergut eingebaut.
[0011] Weiter werden vom Eingabemodul eine Soll-Prozesstemperatur und eine zugehörige Maximal-Prozesstemperatur erfasst. Die Maximal-Prozesstemperatur ergibt sich aus den charakteristischen Eigenschaften des zu verarbeitenden Faserguts und leitet sich ab aus den Glasübergangstemperaturen der für die Fasern verwendeten Werkstoffe. Beispielsweise ist die Glasübergangstemperatur von Polyester in einem Bereich von 68 °C bis 80°C abhängig vom Herstellungsprozess der Fasern. Die Maximal-Prozesstemperatur würde in diesem Falle wenige Grade unterhalb der aktuellen Glasübergangstemperatur der zu bearbeitenden Fasern festgelegt. Entsprechend ist die Soll-Prozesstemperatur einige Grade unterhalb der Maximal-Prozesstemperatur festzulegen, um bei Überschreiten der Soll-Prozesstemperatur aufgrund einer Trägheit der Regelung nicht sofort die Maximal-Prozesstemperatur zu erreichen. Beträgt die Glasübergangstemperatur des aktuell zu verarbeitenden Faserguts beispielsweise 75°C und die gewählte Maximal-Prozesstemperatur bei 72°C und die Soll-Prozesstemperatur bei 68°C, ergibt sich nach oben ein Regelbereich von 7°C, bevor die Glasübergangstemperatur erreicht wird.
[0012] Weiter werden durch das Eingabemodul ein Regelbereich der Kardierspaltweite und ein Maximalwert der Kardierspaltweite erfasst. Während des Kardierprozesses greift die Deckelgarnitur in das von der Trommel transportierte Fasergut ein und bewirkt dadurch die Reinigung und Parallelisierung der Fasern. Umso tiefer die Deckelgarnitur eingreift desto intensiver ist die Kardierung und höher die Qualität des bearbeiteten Faserguts. Abhängig vom Material des Faserguts und einer verlangten Qualität wird der Regelbereich beispielsweise zu 0.2 mm gewählt und der Maximalwert bei 0.4 mm vorgesehen. Durch diese beispielhaften Werte wird durch die Regelung in der Folge die Kardierspaltweite zwischen 0.2 mm und 0.4 mm verstellt, wobei der Maximalwert der Kardierspaltweite, in diesem Fall von 0.4 mm, zur Wahrung der Produktqualität nicht überschritten wird.
[0013] Durch die Steuerung wird die Prozesstemperatur durch Einstellung der Kardierspaltweite und/oder der Speisung und/oder der Drehzahl der Trommel geregelt. Bei einer Regelung mit Hilfe der Kardierspaltweite wird die Kardierspaltweite innerhalb des festgelegten Bereichs verstellt. Ist die aktuelle Prozesstemperatur unterhalb der Soll-Prozesstemperatur wird entsprechend die Kardierspaltweite verkleinert, wobei der vorgegebene Bereich nicht verlassen wird. Vor allem in einer Anlaufphase der Wanderdeckelkarde ist eine gewisse Zeitdauer notwendig, um die Prozesstemperatur zu erreichen. Ist die aktuelle Prozesstemperatur oberhalb der Soll-Prozesstemperatur wird entsprechend die Kardierspaltweite vergrössert, wodurch die Kardierintensität sinkt und durch eine entsprechend geringere Wärmeentwicklung auch die Prozesstemperatur sinkt. Bei einer Regelung mit Hilfe der Speisung wird eine Menge des zugeführten Faserguts verstellt. Ist die aktuelle Prozesstemperatur unterhalb der Soll-Prozesstemperatur wird die Speisung von Fasergut gesteigert und damit die durch den Kardierspalt geführten Menge an Fasergut erhöht. Ist die aktuelle Prozesstemperatur oberhalb der Soll-Prozesstemperatur wird die Speisung von Fasergut verringert. Bei einer Regelung mit Hilfe der Drehzahl der Trommel wird die Drehzahl der Trommel erhöht, um die Prozesstemperatur zu senken und umgekehrt. Auch eine sich ergänzende Kombination der unterschiedlichen Regelungen kann zu Lösung der Aufgabe eingesetzt werden. Durch diesen Betrieb der Wanderdeckelkarde kann eine grösstmögliche Produktivität bei einer vorgegebenen Produktqualität erreicht werden, ohne dabei die Glasübergangstemperatur zu überschreiten.
[0014] Alternativ erfolgt anstelle der direkten Erfassung der Soll-Prozesstemperatur und der zugehörigen Maximal-Prozesstemperatur eine Eingabe einer Kennung des Faserguts im Eingabemodul. Aufgrund der Kennung des Faserguts kann die Steuerung auf Daten zugreifen, welche für das der Kennung entsprechende Fasergut in der Steuerung hinterlegt sind. Die Kennung kann beispielsweise als Nummer, als Name oder als Code vorliegen und entsprechend durch das Eingabemodul erfasst werden.
[0015] Alternativ erfolgt anstelle der direkten Erfassung des Regelbereichs der Kardierspaltweite und des Maximalwerts der Kardierspaltweite eine Eingabe einer Qualitätsvorgabe für das verarbeitete Fasergut im Eingabemodul. Aufgrund der Qualitätsvorgabe kann die Steuerung auf Daten zugreifen, welche für die Qualitätsvorgabe in der Steuerung hinterlegt sind. Die Qualitätsvorgabe kann beispielsweise als Qualitätsstufe oder als Code vorliegen und entsprechend durch das Eingabemodul erfasst werden.
[0016] In einer Weiterentwicklung des Verfahrens ist die Qualitätsvorgabe bereits in der Kennung des Fasergutes enthalten und eine separate Erfassung der Qualitätsvorgabe ist nicht notwendig bei vorhandener Kennung des Fasergutes. Dazu beinhaltet die Kennung des Fasergutes den Regelbereich der Kardierspaltweite und einen Maximalwert der Kardierspaltweite für die dem Fasergut entsprechenden Qualitätsvorgaben. Damit kann eine separate Erfassung des Regelbereichs der Kardierspaltweite und des Maximalwerts der Kardierspaltweite entfallen.
[0017] Vorteilhafterweise wird bei gleichzeitigem Erreichen des Maximalwerts der Kardierspaltweite und der Maximal-Prozesstemperatur die Speisung von Fasergut verringert. Steigt die Prozesstemperatur, trotz einer Einstellung der Kardierspaltweite auf den Maximalwert der Kardierspaltweite, auf die Maximal-Prozesstemperatur wird die Speisung von Fasergut verringert, sodass die aktuelle Prozesstemperatur wieder die Soll-Prozesstemperatur erreicht. Dadurch wird eine Qualitätseinbusse aufgrund einer zu hohen Produktivität vermieden.
[0018] Vorteilhafterweise wird zumindest eine der nachfolgenden Temperaturen gemessen und durch die Steuerung in der Regelung der Soll-Prozesstemperatur als Korrekturfaktor berücksichtigt: Trommel-Temperatur, Maschinengestell-Temperatur, Kardierelement-Temperatur, Flexibelbogen-Temperatur. Die Temperaturen der den Kardierprozess umgebenden Vorrichtungen wie die Trommel, das Maschinengestell, die Flexibelbogen oder die Kardierelemente beeinflussen die Prozesstemperatur durch eine Ableitung oder eine Zufuhr von Wärme in den Kardierprozess. Die Temperatur der Flexibelbogen, der Trommel und auch des Maschinengestells beeinflussen zudem die Kardierspaltweite. Die Temperaturen werden zur Korrektur der Regelung der Soll-Prozesstemperatur in der Steuerung genutzt, indem eine Regelabweichung zwischen Soll- und Ist- Prozesstemperatur bewertet und die dadurch geforderte Verstellung der Kardierspaltweite korrigiert oder die Reaktion der Regelung verlangsamt oder beschleunigt wird.
[0019] Vorteilhafterweise wird eine Umgebungstemperatur gemessen und durch die Steuerung in der Regelung der Soll-Prozesstemperatur als Korrekturfaktor berücksichtigt. Die Temperatur der den Kardierprozess umgebenden Luft, beispielsweise in der Umgebung des Wanderdeckelaggregats haben einen Einfluss auf die Temperaturentwicklung im Kardierprozess durch eine kühlende Wirkung.
[0020] Bevorzugterweise werden in Richtung der Längsachse gesehen auf beiden Seiten der Wanderdeckelkarde die Temperaturen separat gemessen. Dadurch kann eine Asymmetrie eines Temperaturprofils festgestellt werden und in der Folge eine Überschreitung der Maximal-Prozesstemperatur über einen gesamten Arbeitsbereich der Wanderdeckelkarde vermieden werden. Die Asymmetrie des Temperaturprofils kann durch eine Schieflage des Kardierspaltes in Richtung der Längsachse gesehen hervorgerufen sein. Auch durch die üblicherweise einseitige Anordnung eines Antriebs der Wanderdeckelkarde kann eine Schieflage des Temperaturprofils entstehen. Durch eine Anordnung von separaten Prozesstemperaturmessung beidseits der Trommel wird auch eine punktuelle Überschreitung der Glasübergangstemperatur des zu verarbeitenden Fasergutes vermieden.
[0021] Bevorzugterweise wird bei Nicht-Erreichen des Maximalwerts der Kardierspaltweite die Speisung von Fasergut erhöht. Wird der Maximalwert der Kardierspaltweite nicht erreicht kann ohne Qualitätsverlust die Produktivität gesteigert werden durch eine Steigerung der Speisung der Fasergutzufuhr.
[0022] In einer alternativen Ausführung des Verfahrens umfasst der Regelbereich der Kardierspaltweite einen einzelnen Wert, welcher dem Maximalwert der Kardierspaltweite entspricht, wobei eine Regelung der Soll-Prozesstemperatur über die Speisung von Fasergut erfolgt. Bei einer Erhöhung der Speisung nimmt eine der Trommel zugeführte Menge von Fasergut zu, was eine Steigerung der Kardierintensität aufgrund einer grösseren Belegung der Trommel mit Fasergut, respektive einer Steigerung einer Trommeldrehzahl und damit einer Zunahme der Geschwindigkeit mit welcher das Fasergut an den Kardierelementen vorbeigeführt wird. Mit der Steigerung der Kardierintensität nimmt auch die Prozesstemperatur zu. Diese alternative Verfahrensweise ermöglicht eine Regelung der Prozesstemperatur mit einer Wanderdeckelkarde, welche über eine einfache und nicht zur automatischen Verstellung der Kardierspaltweite geeignete Aktorik zur Einstellung der Kardierspaltweite verfügt.
[0023] Weiter wird eine Wanderdeckelkarde zur Bearbeitung von Fasergut mit einer Steuerung mit einem Eingabemodul vorgeschlagen. Die Wanderdeckelkarde weist eine Speisung zur Zuführung des Faserguts und ein Maschinengestell und eine im Maschinengestell mit einer Trommelgarnitur bestückte und um eine Längsachse drehbar gehaltene Trommel auf. Weiter hat die Wanderdeckelkarde ein eine Vielzahl von Kardierelementen aufweisendes Wanderdeckelaggregat, wobei die Kardierelemente jeweils eine Deckelgarnitur aufweisen und in Richtung der Längsachse beidseits der Trommel auf jeweils mindestens einem Flexibelbogen gehalten sind. Zwischen einer äusseren Oberfläche der Trommelgarnitur und einer der Trommelgarnitur zugewandten Ebene der Deckelgarnituren ist ein Kardierspalt mit einer Kardierspaltweite gebildet. Die Wanderdeckelkarde weist eine Kardierspaltweitenmessung und einen Aktor zur Einstellung der Kardierspaltweite über eine Verstellung der Flexibelbogen und einen Antrieb zur Regelung einer Drehzahl der Trommel auf. Weiter ist eine Prozesstemperaturmessung vorgesehen, wobei die Prozesstemperatur einer im Fasergut im Kardierspalt herrschenden Temperatur entspricht. Die Ausführungen von Kardierspaltweitenmessungen wie auch von Prozesstemperaturmessungen sind oben beschrieben. Der Aktor zur Einstellung der Kardierspaltweite kann eine mechanische manuell bediente oder eine vollautomatisierte Einstellvorrichtung sein. Weiter weist die Wanderdeckelkarde eine Erfassung einer Soll-Prozesstemperatur mit einer zugehörige Maximal-Prozesstemperatur durch das Eingabemodul sowie eine Erfassung eines Regelbereichs der Kardierspaltweite und eines Maximalwerts der Kardierspaltweite durch das Eingabemodul auf. Durch die Steuerung ist eine Regelung der Soll-Prozesstemperatur durch die Einstellung der Kardierspaltweite und/oder der Speisung und/oder der Drehzahl der Trommel vorgesehen. Die derart ausgerüstete Wanderdeckelkarde hat den Vorteil, dass eine hohe Produktivität erreicht werden kann bei einer möglichst nahe an der maximalen Prozesstemperatur geregelten Fahrweise, ohne dass eine Qualitätseinbusse hingenommen werden muss.
[0024] Vorteilhafterweise ist das Eingabemodul als eine Tastatur oder ein Lesegerät ausgebildet. Die Tastatur kann direkt in die Steuerung in der Wanderdeckelkarde verbaut sein. Als Lesegerät können aus dem Stand der Technik bekannte Lesegeräte zur Erkennung von maschinenlesbaren Codes, beispielsweise QR- oder Bar-Codes, vorgesehen sein. Das Lesegerät kann mit der Steuerung drahtverbunden oder direkt in eine Front der Steuerung eingebaut sein. Bevorzugterweise ist das Eingabemodul mit einem Fernzugriff ausgerüstet. Durch den Fernzugriff kann beispielsweise ein Smartphone oder Tablet als Eingabemodul genutzt werden. Auch ein mit einer Spracherkennung ausgerüstetes Eingabemodul ist denkbar. Über den Fernzugriff kann auch eine zentrale Datenbank als Eingabemodul vorgesehen sein.
[0025] Vorteilhafterweise sind in der Steuerung der Kennung des Faserguts entsprechende Daten, für eine Soll-Prozesstemperatur und für eine Maximal-Prozesstemperatur zugeordnet. Ebenfalls von Vorteil ist es, wenn in der Steuerung der Qualitätsvorgabe entsprechende Daten für einen Regelbereich und einen Maximalwert der Kardierspaltweite zugeordnet sind. Durch die Hinterlegung der entsprechenden Datensätze in der Steuerung wird eine Eingabe und Erfassung der notwendigen Daten vereinfacht und es können Fehler vermieden werden
[0026] Weitere Vorteile der Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben. Es zeigen: Figur 1eine schematische Darstellung einer Seitenansicht einer Wanderdeckelkarde; Figur 2eine vergrösserte Darstellung des Bereichs X nach der Figur 1; Figur 3eine schematische Darstellung eines Querschnitts einer Ausführungsform der Wanderdeckelkarde; Figur 4eine schematische Darstellung eines Querschnitts einer weiteren Ausführungsform der Wanderdeckelkarde und Figur 5einen Ausschnitt einer Ansicht einer Wanderdeckelkarde einer weiteren Ausführungsform in schematischer Darstellung.
[0027] Figur 1 zeigt in einer Seitenansicht eine schematische Darstellung einer Wanderdeckelkarde 1 nach dem Stand der Technik. Die Wanderdeckelkarde 1 weist ein Maschinegestell 22 und eine Steuerung 2 auf. In der Steuerung 2 ist ein Eingabemodul 3 vorgesehen. Das zu kardierenden Fasergut 4, die aus Chemiefasern oder Mischungen aus Chemiefasern mit Naturfasern bestehen können, werden in Form von grob gereinigten und aufgelösten Faserflocken in einen Füllschacht 5 eingefüllt. Aus dem Füllschacht 5 wird das Fasergut 4 einer Speisung 6 zugeführt und in Form einer Watte aus Faserflocken von einem Briseur resp. einem Vorreisser 7 übernommen. Der Vorreisser 7 kann aus einer einzelnen oder mehreren Vorreisserwalzen gebildet sein. Vom Vorreisser 7 werden die Faserflocken einem Tambour resp. einer Trommel 8 übergeben. Die Faserflocken werden auf der Trommel 8 in Einzelfasern aufgelöst, parallelisiert und gereinigt. Die Trommel 8 ist auf ihrem Aussenumfang mit einer Trommelgarnitur 9 bestückt. Das von der Trommelgarnitur 9 mitgenommene Fasergut gelangt durch die in einer Betriebsrichtung 11 um eine Längsachse 12 drehende Trommel 8 in den Bereich einer Hauptkardierzone, welche im Zusammenwirken mit einem oberhalb der Trommel 8 angeordneten Wanderdeckelaggregat 13 gebildet wird. Das Wanderdeckelaggregat 13 ist mit schematisch gezeigten, umlaufenden Kardierelementen 14 versehen, die mit Deckelgarnituren 15 bestückt sind. Zwischen der Trommelgarnitur 9 und den Deckelgarnituren 15 ist ein Kardierspalt 20 gebildet, welchen das Fasergut durchläuft. Die einzelnen Kardierelemente 14 sind miteinander verbunden und zu einer endlos umlaufenden Kette 17 zusammengefügt. Die Kette 17 wird mit einem Antrieb (nicht gezeigt) in einer Arbeitsrichtung 19 über Umlenkrollen 18 endlos im Wanderdeckelaggregat 13 umlaufend bewegt. Die Arbeitsrichtung 19 der Kardierelemente 14 ist üblicherweise entgegen der Betriebsrichtung 11 der Trommel 8 angelegt. Die Kardierelemente 14 werden mit einem Flexibelbogen 29 an der Trommel 8 entlanggeführt. Die Trommel 8 ist in der Längsachse 12 und über nicht gezeigte Lager in einem Maschinengestell 22 der Wanderdeckelkarde 1 drehbar gelagert. Die Längsachse 12 steht dabei mit einem nicht näher gezeigten Antrieb der Wanderdeckelkarde 1 in Verbindung.
[0028] Im Anschluss an das Wanderdeckelaggregat 13 gelangt das kardierte Fasergut in den Bereich eines drehbar gelagerten Abnehmers 23, welcher das von der Trommel 8 abgenommene Fasergut an eine drehbar gelagerte Abnehmerwalze 24 überführt. Die Abnehmerwalze 24 fördert das, von dem Abnehmer 23 abgenommene Fasergut über nicht näher gezeigte Führungseinrichtungen an ein nachfolgendes Presswalzenpaar 25, welches das Fasergut an einen Vliestrichter 26 über weitere, nicht gezeigte Führungsmittel (z. B. ein Querförderband) abgibt. Das im Vliestrichter 26 gebildete Fasergut wird in Form eines Kardenbandes 28 durch ein nachfolgendes Kalanderwalzenpaar 27 kalandriert und an eine nicht gezeigte Bandablage überführt.
[0029] Figur 2 zeigt eine vergrösserte Darstellung des Bereichs X nach der Figur 1. Auf der ausschnittsweise gezeigten Kette 17 sind zwei Kardierelemente 14 angeordnet. Die Kardierelemente 14 sind an einer der Trommel 8 zugeordneten Seite jeweils mit einer Deckelgarnitur 15 bestückt. Die Deckelgarnitur 15 ist gebildet aus einer Vielzahl mit Spitzen versehenen Drahthäkchen, welche eine Ebene 16 bilden. Die den Kardierelementen 14 gegenüber angeordnete Trommel 8 ist mit einer Trommelgarnitur 9 versehen. Die Spitzen der Trommelgarnitur 9 bilden die äussere Oberfläche 10 der Trommelgarnitur 9. Zwischen der Ebene 16 der Deckelgarnituren 14 und der Oberfläche 10 der Trommelgarnitur 9 ist ein Kardierspalt 20 mit einer Kardierspaltweite 21 ausgebildet. Im Betrieb wird die Trommel 8 in einer Betriebsrichtung 11 und die Kette 17 in einer Arbeitsrichtung 19 bewegt.
[0030] Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung eines Querschnitts einer Ausführungsform der Wanderdeckelkarde 1 mit einer Trommel 8 und einem Kardierelement 14. Die Trommel 8 wird durch einen Antrieb 42 angetrieben und ist auf ihrem äusseren Umfang mit einer Trommelgarnitur 9 versehen, deren Spitzen die äussere Oberfläche 10 bilden. Die Trommel 8 ist mit ihrer Längsachse 12 in einem Maschinengestell 22 gelagert. Das Kardierelement 14 ist auf einer der Trommel 8 zugewandten Seite mit einer Deckelgarnitur 15 bestückt, deren Spitzen die Ebene 16 bilden. Zwischen der Oberfläche 10 und der Ebene 16 wird der Kardierspalt 20 mit der Kardierspaltweite 21 gebildet. Das Kardierelement 14 ist beidseits der Trommel 8 auf jeweils einem ersten Flexibelbogen 29 respektive einem zweiten Flexibelbogen 30 gelagert und geführt. Zwischen dem Maschinengestell 22 und den Flexibelbogen 29 und 30 ist jeweils ein Aktor 31 vorgesehen, mit welchem ein Abstand zwischen der Ebene 16 und der Oberfläche 10 verstellt werden kann. Auf der Längsachse 12 ist beispielhaft ein Körperschallsensor 32 dargestellt, welcher mit einer eine Auswertung enthaltenen Kardierspaltweitenmessung 33 verbunden ist. Im Bereich des Kardierspaltes 20 ist eine Prozesstemperaturmessung 34 gezeigt.
[0031] Figur 4 zeigt eine schematische Darstellung eines Querschnitts einer weiteren Ausführungsform der Wanderdeckelkarde 1 mit einer Trommel 8 und einem Kardierelement 14. Die Trommel 8 ist auf ihrem äusseren Umfang mit einer Trommelgarnitur 9 versehen, deren Spitzen die äussere Oberfläche 10 bilden. Die Trommel 8 ist mit ihrer Längsachse 12 in einem Maschinengestell 22 gelagert. Der Kardierelement 14 ist auf einer der Trommel 8 zugewandten Seite mit einer Deckelgarnitur 15 bestückt, deren Spitzen die Ebene 16 bilden. Zwischen der Oberfläche 10 und der Ebene 16 wird der Kardierspalt 20 mit der Kardierspaltweite 21 gebildet. Das Kardierelement 14 ist beidseits der Trommel 8 auf jeweils einem ersten Flexibelbogen 29 respektive einem zweiten Flexibelbogen 30 gelagert und geführt. Zwischen dem Maschinengestell 22 und den Flexibelbogen 29 und 30 ist jeweils ein Aktor 31 vorgesehen, mit welchem ein Abstand zwischen der Ebene 16 und der Oberfläche 10 verstellt werden kann. In der gezeigten Darstellung ist eine Schieflage des Kardierelementes 14 gegenüber der Längsachse 12 gezeigt. Eine derartige Schieflage kann aufgrund von Herstellungstoleranzen oder auch unterschiedlichen temperaturbedingen Ausdehnung der einzelnen Bauteile zustande kommen. Zur Messung der Kardierspaltweite 21 ist zwischen dem Kardierelement 14 und der Trommel 8 beispielhaft ein Stromsensor 36 vorgesehen, welcher mit einer eine Auswertung enthaltenen Kardierspaltweitenmessung 33 verbunden ist. Das Kardierelement 14 und die Trommel 8 sind über eine Isolation 35 elektrisch voneinander isoliert, sodass durch den Stromsensor 36 respektive die Auswertung erst ein Stromfluss festgestellt werden kann, wenn sich die Deckelgarnitur 15 und die Trommelgarnitur 9 berühren. In der gezeigten Ausführung ist in der Längsachse 12 gesehen auf beiden Seiten der Trommel 8 jeweils eine Prozesstemperaturmessung 34 vorgesehen.
[0032] Figur 5 zeigt einen Ausschnitt einer Ansicht einer Wanderdeckelkarde 1 einer weiteren Ausführungsform in schematischer Darstellung. Die Wanderdeckelkarde 1 weist eine Steuerung 2 auf. Mit der Steuerung 2 verbunden ist ein Eingabemodul 3 vorgesehen. Über eine Speisung 6 gelangt Fasergut zu einem Vorreisser 7 und werden vom Vorreisser 7 einer um eine Längsachse 12 drehbare Trommel 8 übergeben. Die Trommel 8 wird durch einen Antrieb 42 in einer Betriebsrichtung 11 angetrieben. Oberhalb der Trommel 8 angeordnet ist ein Wanderdeckelaggregat 13. Das Wanderdeckelaggregat 13 ist mit schematisch gezeigten, umlaufenden Kardierelementen 14 versehen. Zwischen einer äusseren Oberfläche 10 der Trommel und einer Ebene 16 der Kardierelemente 14 ist ein Kardierspalt 20 gebildet. Die Kardierelemente 14 werden mit einem Flexibelbogen 29 an der Trommel 8 entlanggeführt. Im Anschluss an das Wanderdeckelaggregat 13 gelangt das kardierte Fasergut in den Bereich eines drehbar gelagerten Abnehmers 23, welcher das kardierte Fasergut von der Trommel 8 abnimmt.
[0033] Zwischen einem Maschinengestell 22 und dem Flexibelbogen 29 ist ein Aktor 31 vorgesehen, mit welchem ein Abstand zwischen der Ebene 16 und der Oberfläche 10 verstellt werden kann. Auf der Längsachse 12 ist ein Körperschallsensor 32 dargestellt, welcher mit einer eine Auswertung enthaltenen Kardierspaltweitenmessung 33 verbunden ist. Die Kardierspaltweitenmessung 33 ist mit der Steuerung 2 verbunden. Im Bereich des Kardierspaltes 20 ist eine Prozesstemperaturmessung 34 gezeigt, welche ebenfalls mit der Steuerung 2 verbunden ist. Im Weiteren sind insbesondere die Speisung 6, der Antrieb 42 und der Aktor 31 mit der Steuerung 2 verbunden. Mit der Steuerung 2 können über den Aktor 31 die Kardierspaltweite 21 (siehe Figur 2), über den Antrieb 42 eine Drehzahl der Trommel 8 und über die Speisung 6 eine zur Trommel 8 zugeführte Menge von Fasergut geregelt werden.
[0034] In der dargestellten Ausführung sind mögliche Einbauorte einer Messung der Trommel-Temperatur 37, der Flexibelbogen-Temperatur 38, der Maschinengestell-Temperatur 39, der Kardierelement-Temperatur 40 und der Umgebungstemperatur 41 aufgezeigt. Eine Verbindung der Messungen 37 bis 41 mit der Steuerung 2 ist in Figur 5 nicht dargestellt.
[0035] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt. Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche sind ebenso möglich wie eine Kombination der Merkmale, auch wenn diese in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen dargestellt und beschrieben sind.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0036] 1 Wanderdeckelkarde 2 Steuerung 3 Eingabemodul 4 Fasergut 5 Füllschacht 6 Speisung 7 Vorreisser 8 Trommel 9 Trommelgarnitur 10 Oberfläche Trommelgarnitur 11 Betriebsrichtung Trommel 12 Längsachse 13 Wanderdeckelaggregat 14 Kardierelement 15 Deckelgarnitur 16 Ebene Deckelgarnitur 17 Kette 18 Umlenkrolle 19 Arbeitsrichtung 20 Kardierspalt 21 Kardierspaltweite 22 Maschinengestell 23 Abnehmer 24 Abnehmerwalze 25 Presswalzenpaar 26 Vliestrichter 27 Kalanderwalzenpaar 28 Kardenband 29 Erster Flexibelbogen 30 Zweiter Flexibelbogen 31 Aktor 32 Körperschallsensor 33 Kardierspaltweitenmessung 34 Prozesstemperaturmessung 35 Isolation 36 Stromsensor 37 Trommel-Temperatur 38 Flexibelbogen-Temperatur 39 Maschinengestell-Temperatur 40 Kardierelement-Temperatur 41 Umgebungstemperatur 42 Antrieb Trommel

Claims (15)

1. Verfahren zum Betrieb einer Wanderdeckelkarde (1), wobei die Wanderdeckelkarde (1) eine Steuerung (2) mit einem Eingabemodul (3) und eine Speisung (6) zur Zuführung von Fasergut (4) und ein Maschinengestell (22) und eine im Maschinengestell (22) mit einer Trommelgarnitur (9) bestückte und um eine Längsachse (12) drehbar gehaltene Trommel (8) und ein eine Vielzahl von Kardierelementen (14) aufweisendes Wanderdeckelaggregat (13) aufweist, wobei die Kardierelemente (14) jeweils eine Deckelgarnitur (15) aufweisen und in Richtung der Längsachse (12) beidseits der Trommel (8) auf jeweils mindestens einem Flexibelbogen (29, 30) gehalten sind, und wobei ein Kardierspalt (20) mit einer Kardierspaltweite (21) zwischen einer äußeren Oberfläche (10) der Trommelgarnitur (9) und einer der Trommelgarnitur (9) zugewandten Ebene (16) der Deckelgarnituren (15) gebildet ist und die Wanderdeckelkarde (1) eine Kardierspaltweitenmessung (33) und einen Aktor (31) zur Einstellung der Kardierspaltweite (21) über eine Verstellung der Flexibelbogen (29, 30) und einen Antrieb (42) zur Regelung einer Drehzahl der Trommel (8) aufweist, gekennzeichnet durch die Verfahrensschritte – Messen einer Prozesstemperatur, wobei die Prozesstemperatur einer im Fasergut (4) im Kardierspalt (20) herrschenden Temperatur entspricht; – vom Eingabemodul (3) werden eine Soll-Prozesstemperatur und eine zugehörige Maximal-Prozesstemperatur erfasst; – vom Eingabemodul (3) werden ein Regelbereich der Kardierspaltweite (21) und ein Maximalwert der Kardierspaltweite (21) erfasst; – durch die Steuerung (2) wird die Prozesstemperatur durch Einstellung der Kardierspaltweite (21) und/oder der Speisung (6) und/oder der Drehzahl der Trommel (8) geregelt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassung der Soll-Prozesstemperatur und der zugehörigen Maximal-Prozesstemperatur durch eine Eingabe einer Kennung des Faserguts (4) im Eingabemodul (3) erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassung des Regelbereichs der Kardierspaltweite (21) und eines Maximalwerts der Kardierspaltweite (21) durch eine Eingabe einer Qualitätsvorgabe im Eingabemodul (3) erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kennung des Fasergutes (4) den Regelbereich der Kardierspaltweite (21) und den Maximalwert der Kardierspaltweite (21) beinhaltet.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Erreichen des Maximalwerts der Kardierspaltweite (21) und der Maximal-Prozesstemperatur die Speisung (6) von Fasergut (4) verringert wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der nachfolgenden Temperaturen gemessen und durch die Steuerung (2) in der Regelung der Soll-Prozesstemperatur als Korrekturfaktor berücksichtigt wird: Trommel-Temperatur (37), Maschinengestell-Temperatur (39), Kardierelement-Temperatur (40), Flexibelbogen-Temperatur (38).
7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Umgebungstemperatur (41) gemessen und durch die Steuerung (2) in der Regelung der Soll-Prozesstemperatur als Korrekturfaktor berücksichtigt wird.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in Richtung der Längsachse (12) gesehen auf beiden Seiten der Wanderdeckelkarde (1) die Temperaturen separat gemessen werden.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei Nicht-Erreichen des Maximalwerts der Kardierspaltweite (21) die Speisung (6) von Fasergut (4) erhöht wird.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Regelbereich einen einzelnen Wert umfasst, welcher dem Maximalwert der Kardierspaltweite (20) entspricht und dass eine Regelung der Soll-Prozesstemperatur über die Speisung (6) von Fasergut (4) erfolgt.
11. Wanderdeckelkarde (1) zur Bearbeitung von Fasergut (4) mit einer Steuerung (2) mit einem Eingabemodul (3) und mit einer Speisung (6) zur Zuführung des Faserguts (4) und mit einem Maschinengestell (22) und mit einer im Maschinengestell (22) mit einer Trommelgarnitur (9) bestückte und um eine Längsachse (12) drehbar gehaltene Trommel (8), und mit einem eine Vielzahl von Kardierelementen (14) aufweisenden Wanderdeckelaggregat (13), wobei die Kardierelemente (14) jeweils eine Deckelgarnitur (15) aufweisen und in Richtung der Längsachse (12) beidseits der Trommel (8) auf jeweils mindestens einem Flexibelbogen (29, 30) gehalten sind, und wobei ein Kardierspalt (20) mit einer Kardierspaltweite (21) zwischen einer äußeren Oberfläche (10) der Trommelgarnitur (9) und einer der Trommelgarnitur (9) zugewandten Ebene (16) der Deckelgarnituren (15) gebildet ist, und mit einer Kardierspaltweitenmessung (33) und mit einem Aktor (31) zur Einstellung der Kardierspaltweite (21) über eine Verstellung der Flexibelbogen (29, 30), und mit einem Antrieb (42) zur Regelung einer Drehzahl der Trommel (8), dadurch gekennzeichnet, dass eine Prozesstemperaturmessung (34) vorgesehen ist, wobei die Prozesstemperatur einer im Fasergut (4) im Kardierspalt (20) herrschenden Temperatur entspricht und dass eine Erfassung einer Soll-Prozesstemperatur mit einer zugehörigen Maximal-Prozesstemperatur durch das Eingabemodul (3) vorgesehen ist, und dass eine Erfassung eines Regelbereichs und eines Maximalwerts der Kardierspaltweite (21) durch das Eingabemodul (3) vorgesehen ist, und dass durch die Steuerung (2) eine Regelung der Soll-Prozesstemperatur durch die Einstellung der Kardierspaltweite (21) und/oder der Speisung (6) und/oder der Drehzahl der Trommel (8) vorgesehen ist.
12. Wanderdeckelkarde (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Eingabemodul (3) als eine Tastatur oder ein Lesegerät ausgebildet ist.
13. Wanderdeckelkarde (1) nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Eingabemodul (3) mit einem Fernzugriff ausgerüstet ist.
14. Wanderdeckelkarde (1) nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass in der Steuerung (2) einer Kennung des Faserguts (4) entsprechende Daten, für eine Soll-Prozesstemperatur und für eine Maximal-Prozesstemperatur zugeordnet sind und eine Erfassung der Soll-Prozesstemperatur und der zugehörigen Maximal-Prozesstemperatur durch eine Eingabe einer Kennung des Faserguts (4) vorgesehen ist.
15. Wanderdeckelkarde (1) nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass in der Steuerung (2) einer Qualitätsvorgabe entsprechende Daten für einen Regelbereich und einen Maximalwert der Kardierspaltweite (21) zugeordnet sind und eine Erfassung eines Regelbereichs und eines Maximalwerts der Kardierspaltweite (21) durch die Erfassung der Qualitätsvorgabe vorgesehen ist.
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