CH720896A1 - Chirurgische Vorrichtung zum abrasiven Bearbeiten eines natürlichen Hüftgelenks - Google Patents

Chirurgische Vorrichtung zum abrasiven Bearbeiten eines natürlichen Hüftgelenks Download PDF

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Abstract

Die vorliegende Erfindung betrifft eine chirurgische Vorrichtung (1) zum abrasiven Bearbeiten eines Hüftgelenks (2) umfassend einen ersten Knochen (2a) und einen zweiten Knochen (2b). Die Vorrichtung (1) umfasst eine Hülse (3), ein Anschlagelement (4), ein Bearbeitungsmittel (5) und eine mit dem Bearbeitungsmittel (5) verbindbare Führung (6) zum Führen des Bearbeitungsmittels (5). Weiterhin betrifft die Erfindung ein chirurgisches Behandlungssystem und ein Verfahren zum abrasiven Bearbeiten eines Hüftgelenks (2) eines Patienten.

Description

TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine chirurgische Vorrichtung zum abrasiven Bearbeiten eines Hüftgelenks, ein chirurgisches Behandlungssystem und ein Verfahren zur Bearbeitung eines Hüftgelenks eines Patienten.
STAND DER TECHNIK
[0002] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene chirurgische Vorrichtungen zum abrasiven Bearbeiten eines Hüftgelenks bekannt. Beispielsweise sind Fräsen bekannt, die minimalinvasiv in den Körper eingeführt und zur fräsenden Bearbeitung des Hüftgelenks verwendet werden können. Die vorbekannten chirurgischen Vorrichtungen werden vom Operateur typischerweise frei geführt, gegebenenfalls mit Unterstützung durch simultane Bildgebung oder computerassistierte Navigation.
[0003] Vorbekannte chirurgische Vorrichtungen werden beispielsweise zur Behandlung von femoro-acetabularen Impingements (FAI) eingesetzt. Das femoro-acetabulare Impingement beschreibt einen pathologischen Konflikt zwischen Schenkelhals und Acetabulumrand des natürlichen Hüftgelenkes, das zur vorzeitigen Abnutzung (Arthrose) des Hüftgelenks führt. Im Endstadium kann die Implantation einer Hüfttotalprothese erforderlich sein. Beim sogenannten Nockenwellen- oder 'cam' Impingement ist der Übergang vom Hüftkopf auf den Schenkelhals nicht harmonisch tailliert, sondern es besteht sich eine Vorwölbung oder Buckel, die sogenannte Nockenwellen- oder cam-Deformität. Die Deformität kann unterschiedliche Ausmasse haben und mehrere Millimeter hoch sein. Durch Bewegung der Hüfte, vor allem durch Biegung und Innendrehung, wird diese Vorwölbung in die Hüftpfanne hinein- und dabei gegen das Labrum gedreht und führt dabei zu grossen Druck- und Scherkräften, welche das Labrum und den Gelenkknorpel der Hüftgelenkspfanne schädigen bis schliesslich Defekte des Knorpels vorliegen (Fig. 1a und 1b). Das Endstadium des Abnutzungsprozesses mündet in der Entwicklung einer Hüftarthrose welche schliesslich mit der Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes (Hüfttotalprothese) behandelt werden muss.
[0004] Eine der ersten Therapien von FAI beinhaltete die offene Entfernung der cam-Deformität durch eine Operation, bei welcher die Hüfte ausgerenkt wurde (chirurgische Hüftluxation) und die Rundung des Hüftkopfes mit einem Meissel wiederhergestellt wurde. Später wurden arthroskopische Techniken entwickelt, bei denen eine Fräse eingeführt wurde, mithilfe der die Nockenwellendeformität mit Unterstützung bildgebender Techniken abgetragen wurde. Hierzu wurde das Bild einer Kamera zur Unterstützung des Eingriffs auf einen Bildschirm übertragen werden, sodass der Operateur die Lokalisation und Tiefe der Korrektur bestimmen kann.
[0005] Die vorbekannten Therapien und die vorbekannten chirurgischen Vorrichtungen zur Behandlungen von Hüftgelenken sind mit zahlreichen Problemen verbunden.
[0006] Beispielsweise ist es bei Verwendung der bekannten chirurgischen Vorrichtungen nötig, den überschüssigen Knochen schrittweise abzutragen. Dies erfordert Zeit und kann zusätzliche operative Eingriffe erfordern. Weiterhin ist die Präzision des chirurgischen Eingriffs bei der Verwendung bekannter chirurgischer Vorrichtungen beschränkt. Insbesondere ist es schwierig, eine gewünschte Zielkontur durch Fräsung mit hoher Präzision zu erreichen. Beispielsweise ist es schwierig, eine perfekte Hemisphäre mit vorbekannten chirurgischen Vorrichtungen zu fräsen. Ein weiteres Problem ist, dass die Stabilität des Hüftgelenks nach vorgenommenem Eingriff beeinträchtigt sein kann. Weiterhin erfordern die vorbekannten Vorrichtungen und Verfahren einen Wechsel der chirurgischen Instrumente zwischen den Portalen, um alle Stellen des zu behandelnden Gelenks zu erreichen.
[0007] Weiterhin erfordern die vorbekannten chirurgischen Vorrichtungen grosses operatives Geschick, um einen Behandlungserfolg zu erzielen. Viele der vorbekannten Vorrichtungen erfordern beispielsweise die simultane Bewegung, Bedienung oder Steuerung verschiedener Elemente der chirurgischen Vorrichtung. Weiterhin ist es in vielen vorbekannten chirurgischen Vorrichtungen erforderlich, die innerhalb des Körpers befindliche Fräse von ausserhalb des Körpers mit grosser Sorgfalt und Präzision arthroskopisch zu steuern, typischerweise in allen drei Raumrichtungen. Somit besteht das Risiko einer Fehlsteuerung.
[0008] Weiterhin besteht bei der Verwendung der vorbekannten chirurgischen Vorrichtungen das Risiko einer Über- oder Unterkorrektur des Hüftgelenks. Sowohl eine Überkorrektur, bei der zuviel Knochen entfernt wurde, als auch eine Unterkorrektur, bei der die Deformität nicht vollständig entfernt wurde, kann zu einem schlechten klinischen Ergebnis mit persistierenden Schmerzen führen. Mögliche weitere Folgen sind eine Instabilität der Hüfte. Über- oder Unterkorrekturen können weiterhin Revisionseingriffe erforderlich machen.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0009] Eine allgemeine Aufgabe der Erfindung besteht darin, den Stand der Technik in Bezug auf chirurgische Vorrichtungen zum abrasiven Bearbeiten eines Hüftgelenks sowie in Bezug auf Verfahren zur Bearbeitung eines Hüftgelenks eines Patienten zu verbessern. In vorteilhaften Ausführungsformen werden die Nachteile des Stands der Technik ganz oder teilweise überwunden. In einer vorteilhaften Ausführungsform betrifft die vorliegende Offenbarung eine chirurgische Vorrichtung zum fräsenden Bearbeiten eines Hüftgelenks, insbesondere eines natürlichen Hüftgelenks, sowie ein Verfahren zum fräsenden Bearbeiten eines Hüftgelenks, insbesondere eines natürlichen Hüftgelenks. In einer vorteilhaften Ausführungsform betrifft die vorliegende Offenbarung eine chirurgische Vorrichtung zum fräsenden Bearbeiten eines Schenkelhalses, sowie ein Verfahren zum fräsenden Bearbeiten eines Schenkelhalses.
[0010] In einem ersten Aspekt betrifft die vorliegende Offenbarung eine chirurgische Vorrichtung zum abrasiven Bearbeiten eines Gelenks, vorzugsweise eines Hüftgelenks, umfassend einen ersten Knochen und einen zweiten Knochen. Die chirurgische Vorrichtung umfasst eine Hülse, die sich entlang einer axialen Richtung erstreckt. Die chirurgische Vorrichtung umfasst weiterhin ein Anschlagelement zum Positionieren der Vorrichtung auf dem ersten Knochen. Die chirurgische Vorrichtung umfasst weiterhin ein Bearbeitungsmittel, welches zum abrasiven Bearbeiten des zweiten Knochens eingerichtet ist. Die chirurgische Vorrichtung umfasst weiterhin eine mit dem Bearbeitungsmittel verbindbare Führung zum Führen des Bearbeitungsmittels. Die Führung steht in Wirkverbindung mit dem Anschlagelement.
[0011] Die chirurgische Vorrichtung ermöglicht es, ein Hüftgelenk mit hoher Präzision abrasiv zu bearbeiten. Insbesondere ermöglicht der Umstand, dass die Vorrichtung durch das Anschlagelement auf dem ersten Knochen positionierbar ist, dass ein erster Knochen des Hüftgelenks als Fixierpunkt dienen kann und während der abrasiven Bearbeitung das Bearbeitungsmittel relativ zu diesem ersten Knochen bewegt werden kann. Das Bearbeitungsmittel kann somit mit hoher Präzision und Kontrolle bewegt werden. Weiterhin ermöglicht es die offenbarte chirurgische Vorrichtung, dass der zweite Knochen während der abrasiven Bearbeitung relativ zum ersten Knochen bewegt wird und durch diese Bewegung abrasiv bearbeitet wird. Bei räumlich feststehendem Werkzeug kann also die Vorschubbewegung durch das zu bearbeitende Material, d.h. den zweiten Knochen, erzeugt werden. Ausserdem erfordert das abrasive Bearbeiten bei Verwendung der chirurgischen Vorrichtung gegenüber vorbekannten chirurgischen Vorrichtungen weniger Geschick und weniger Zeit und ist daher weniger fehleranfällig und kostengünstiger. Insbesondere erlaubt es die offenbarte chirurgische Vorrichtung, dass die abrasive Bearbeitung eines Hüftgelenks in einem einzigen Eingriff vorgenommen werden kann. Weiterhin werden die Umpositionierung und der Wechsel der Portale und Instrumente minimiert. Dadurch werden Weichteilschäden und Schwellungen des umliegenden Gewebes minimiert. Weiterhin wird das Risiko von Über- und Unterkorrekturen und somit das Risiko der Notwendigkeit eines Revisionseingriffs minimiert. Die offenbarte chirurgische Vorrichtung erlaubt zudem eine präzise sphärische Konturierung des Hüftkopfs, ohne dass der Schenkelhals dabei zu einer konkaven Form tailliert wird. Dadurch wird vermieden, dass nach dem Eingriff Lücken zwischen Hüftkopf und Labrum entstehen, welche zu Instabilitäten der Hüfte führen.
CHIRURGISCHE VORRICHTUNG
[0012] In der vorliegenden Offenbarung bezeichnet eine chirurgische Vorrichtung eine Vorrichtung, die für einen chirurgischen Eingriff geeignet ist. Die chirurgische Vorrichtung ist zum abrasiven Bearbeiten eines Hüftgelenks, vorzugsweise eines Oberschenkelknochens, insbesondere eines Hüftkopfes und eines Schenkelhalses, geeignet. Vorzugsweise ist das Hüftgelenk ein natürliches Hüftgelenk. Vorzugsweise ist die chirurgische Vorrichtung zum abrasiven bearbeiten des Hüftgelenks eines Säugetiers, insbesondere eines menschlichen Hüftgelenks, geeignet. Die chirurgische Vorrichtung ist vorzugsweise zum abrasiven Bearbeiten des Hüftgelenks eines erwachsenen Menschen ausgebildet, kann aber auch für das abrasive Bearbeiten des Hüftgelenks eines Kinds ausgebildet sein. In einer Ausführungsform ist die chirurgische Vorrichtung zur sphärischen Konturierung des zweiten Knochens geeignet. Das Hüftgelenk, zu dessen Bearbeitung die chirurgische Vorrichtung geeignet ist, umfasst einen ersten und einen zweiten Knochen. Der erste Knochen ist vorzugsweise eine Hüftgelenkpfanne und der zweite Knochen ist vorzugsweise der Oberschenkelknochen, insbesondere der Hüftkopf und der Schenkelhals des Oberschenkelknochens.
[0013] In einer Ausführungsform umfasst abrasives Bearbeiten ein Fräsen, ein Reiben, ein Schleifen und/oder ein Spanen. Typischerweise umfasst das abrasive Bearbeiten ein fräsendes Bearbeiten.
[0014] In einer Ausführungsform ist die chirurgische Vorrichtung dazu eingerichtet, eine Einführposition und eine Bearbeitungsposition einnehmen zu können. Beispielsweise ist die chirurgische Vorrichtung in einer Ausführungsform von einer Einführposition reversibel in eine Bearbeitungsposition überführbar. In der Einführposition ist die chirurgische Vorrichtung zur minimalinvasiven Einführung der chirurgischen Vorrichtung eingerichtet. In der Bearbeitungsposition ist die chirurgische Vorrichtung zum abrasiven Bearbeiten des Hüftgelenks eingerichtet.
[0015] In einer Ausführungsform ist die chirurgische Vorrichtung sterilisiert. Beispielsweise kann die chirurgische Vorrichtung sterilisiert in einer sterilen Verpackung verpackt sein. Steril bedeutet in der vorliegenden Offenbarung frei von vermehrungsfähigen Mikroorganismen.
HÜLSE
[0016] Die Hülse der Vorrichtung erstreckt sich entlang einer axialen Richtung. Orthogonal zur axialen Richtung erstrecken sich eine erste transversale Richtung und eine zweite transversale Richtung, wobei die erste transversale Richtung sich orthogonal zur zweiten transversalen Richtung erstreckt. Die axiale Richtung, die erste transversale Richtung und die zweite transversale Richtung definieren somit ein kartesisches Koordinatensystem.
[0017] Die Hülse erstreckt sich entlang der axialen Richtung von einem proximalen Ende zu einem distalen Ende der Hülse. Am proximalen Ende umfasst die Hülse typischerweise eine Öffnung. Die Öffnung kann verschliessbar sein. Das distale Ende der Hülse kann ebenfalls eine Öffnung umfassen. In einer Ausführungsform erstreckt sich zwischen dem proximalen Ende und dem distalen Ende der Hülse zumindest teilweise ein Hohlraum. In einer typischen Ausführungsform umfasst die Hülse einen Hülsenkörper, der den Hohlraum begrenzt. Die Hülse kann beispielsweise zylinderförmig sein.
[0018] Die Hülse hat typischerweise eine Länge von 50 mm bis 500 mm, insbesondere 50 mm bis 200 mm, vorzugsweise 65 mm bis 200 mm. Die Länge der Hülse erstreckt sich vorzugsweise in axiale Richtung. Die Hülse hat typischerweise einen Aussendurchmesser und einen Innendurchmesser, wobei der Aussendurchmesser grösser ist als der Innendurchmesser. Der Aussendurchmesser kann beispielsweise von 8 mm bis 18 mm, insbesondere von 10 mm bis 16 mm betragen. Der Innendurchmesser kann beispielsweise von 6 mm bis 12 mm, insbesondere von 8 mm bis 10 mm, betragen. Die Hülse kann beispielsweise eine Wandstärke von 1 mm bis 12 mm, insbesondere von 3 mm bis 6 mm, aufweisen. Die Hülse kann eine glatte Aussenoberfläche haben. Typischerweise ist die Hülse sterilisierbar. Beispielsweise kann die Hülse aus Metall oder Kunststoff bestehen, insbesondere aus rostfreiem Stahl, Titan oder Tantal.
[0019] In einer Ausführungsform besteht die Hülse aus einem starren Material, beispielsweise Metall oder Kunststoff, vorzugsweise durchsichtigem Kunststoff. Dies ermöglicht eine hohe Stabilität und somit eine hohe Präzision bei der Durchführung des chirurgischen Eingriffs. In einer weiteren Ausführungsform ist die Hülse zumindest abschnittsweise flexibel. Beispielsweise kann die Hülse zumindest abschnittsweise aus einem flexiblen Material bestehen. In einer Ausführungsform besteht die Hülse zumindest abschnittsweise aus einem biegsamen Material. Zusätzlich oder alternativ dazu kann auch die Führung zumindest abschnittsweise aus einem biegsamen Material bestehen. Dies ermöglicht ein seitliches Verschieben des Bearbeitungsmittels gegenüber der Fixierstange. In einer Ausführungsform weist die Hülse ein starres Material und ein biegsames Material auf.
ANSCHLAGELEMENT
[0020] Das Anschlagelement ist zum Positionieren der Vorrichtung auf dem ersten Knochen, vorzugsweise auf einer Hüftgelenkpfanne, geeignet. Typischerweise ist das Anschlagelement zum lösbaren Fixieren der Vorrichtung am ersten Knochen geeignet. Zum abrasiven Bearbeiten des Hüftgelenks liegt das Anschlagelement typischerweise auf dem ersten Knochen auf. Das Anschlagelement umfasst typischerweise eine Anschlagfläche. Mit dieser Anschlagfläche kann das Anschlagelement zumindest auf einem Abschnitt des ersten Knochens aufliegen. Je nach Einsatzgebiet kann die Anschlagfläche beispielsweise von 2 mm x 8 mm bis 20 mm x 30 mm, insbesondere 5 mm x 20 mm, gross sein. In einer Ausführungsform beträgt die Anschlagfläche von 4 mm<2>bis 200 mm<2>. Je nach Einsatzgebiet kann die Anschlagfläche im Wesentliche planar sein oder eine Wölbung aufweisen. Die Anschlagfläche kann auch eine Kontur aufweisen, die komplementär zu einer Aussenkontur zumindest eines Abschnitts des ersten Knochens ist. Dies ermöglicht ein passgenaues Aufliegen der Anschlagfläche auf dem ersten Knochen. Der Abschnitt des ersten Knochens, auf dem die Anschlagfläche aufliegt, kann als Fixpunkt und als Widerlager dienen.
[0021] In einer Ausführungsform ist das Anschlagelement reversibel mit dem ersten Knochen verbindbar. Beispielsweise kann das Anschlagelement kraftschlüssig und/oder formschlüssig mit dem ersten Knochen verbindbar sein. Dies ermöglicht, dass der erste Knochen nach dem chirurgischen Eingriff unversehrt bleibt. Beispielsweise kann das Anschlagelement während des chirurgischen Eingriffs über eine Kraft in axiale Richtung kraftschlüssig mit dem ersten Knochen verbindbar sein. Durch diesen Kraftschluss wird eine Bewegung des Anschlagelements relativ zur ersten Knochen in transversale Richtung verhindert.
[0022] In einer Ausführungsform umfasst das Anschlagelement ein oder mehrere Fixierelemente zum lösbaren Fixieren der Vorrichtung am ersten Knochen. Das Fixierelement kann beispielsweise auf der Anschlagfläche angeordnet sein. In einer Ausführungsform sind die Fixierelemente über die Anschlagfläche hinweg verteilt, insbesondere gleichmässig verteilt. In einer Ausführungsform ist das eine oder sind die mehreren Fixierelemente dazu eingerichtet, die Bewegung des Anschlagelements relativ zum ersten Knochen in mindestens eine transversale Richtung, vorzugsweise in die erste transversale Richtung und die zweite transversale Richtung, zu sperren, wenn die Vorrichtung am ersten Knochen fixiert ist. Beispielsweise kann das Fixierelement Fixierstrukturen aufweisen. Die Fixierstrukturen können beispielsweise Schrauben, Widerhaken, Nägel, Spitzen, Klauen und/oder Krallen umfassen. Die Fixierstrukturen könnten beispielsweise dazu eingerichtet sein, lösbar in den Knochen einzugreifen, vorzugsweise mit einer Eingriffstiefe von bis zu 10 mm, insbesondere bis zu 3 mm, vorzugsweise bis zu 2 mm. Die Fixierstrukturen weisen typischerweise eine Festigkeit auf, die ein Eingreifen in einen Knochen erlaubt. Beispielsweise können die Fixierstrukturen aus Kunststoff oder Metall bestehen, insbesondere rostfreiem Stahl, Titan und Tantal. Die Fixierstrukturen können zur einmaligen Verwendung vorgesehen sein („single use“). In einer Ausführungsform umfasst das Fixierelement eine Klauenstruktur.
[0023] In einer Ausführungsform erstrecken sich die Fixierstrukturen jeweils in einem Winkel alpha zu der axialen Richtung. Der Winkel alpha kann beispielsweise zwischen -80° und +80°, vorzugsweise zwischen -50° und +50°, betragen. Die Fixierstrukturen können eine erste Gruppe von Fixierstrukturen und eine zweite Gruppe von Fixierstrukturen umfassen. In einer Ausführungsform beträgt der Winkel alpha für die Fixierstrukturen der ersten Gruppe zwischen -80° und 0°, vorzugsweise zwischen -50° und -10°, und der Winkel alpha für die Fixierstrukturen der zweiten Gruppe beträgt zwischen +80° und 0°, vorzugsweise zwischen +50° und +10°. Mit anderen Worten erstrecken sich die Fixierstrukturen der zwei Gruppen in dieser Ausführungsform in unterschiedliche Richtungen. In einer weiteren Ausführungsform erstrecken sich die Fixierstrukturen der zwei Gruppen in dieselbe Richtung. Beispielsweise kann in dieser Ausführungsform der Winkel alpha für die Fixierstrukturen der ersten Gruppe zwischen -80° und 0°, vorzugsweise zwischen -50° und -10°, betragen und der Winkel alpha für die Fixierstrukturen der zweiten Gruppe zwischen -80° und 0°, vorzugsweise zwischen -50° und -10°, betragen. Die Fixierstrukturen der ersten Gruppe und die Fixierstrukturen der zweiten Gruppe können beispielsweise gegenüber voneinander angeordnet sein. In einer Ausführungsform umfasst die erste Gruppe genauso viele Fixierstrukturen wie die zweite Gruppe und die Fixierstrukturen der ersten und der zweiten Gruppe sind jeweils paarweise gegenüber voneinander angeordnet. In einer weiteren Ausführungsform sind die Gruppen als solche gegenüber voneinander angeordnet.
[0024] In einer Ausführungsform ist das Anschlagelement an einem proximalen Ende der chirurgischen Vorrichtung angeordnet. Beispielsweise kann das Anschlagelement an einem proximalen Ende der Hülse und/oder einer Fixierstange angeordnet sein. Das Anschlagelement kann beispielsweise direkt oder indirekt mit der Hülse verbunden sein. In einer Ausführungsform ist das Anschlagelement relativ zur Hülse schwenkbar. Beispielsweise kann das Anschlagelement relativ zur Hülse entlang einer Schwenkachse schwenkbar sein, die im Wesentlichen orthogonal zur axialen Richtung der Hülse verläuft. In einer Ausführungsform ist das Anschlagelement von einer ersten Schwenkposition in eine zweite Schwenkposition schwenkbar. In einer Ausführungsform erstreckt sich das Anschlagelement in der ersten Schwenkposition im Wesentlichen entlang der axialen Richtung. In einer Ausführungsform erstreckt sich das Anschlagelement in der zweiten Schwenkposition im Wesentlichen radial weg von der Hülse, insbesondere im Wesentlichen entlang einer transversalen Richtung. Diese Ausführungsformen ermöglichen eine minimalinvasive Einführung der chirurgischen Vorrichtung und zugleich eine sichere Positionierung der Vorrichtung auf dem ersten Knochen. Insbesondere kann durch die Schwenkbarkeit erreicht werden, dass trotz kleinstmöglichem Weichteilschaden das Anschlagelement mit einer grossen Fläche auf dem ersten Knochen aufliegt.
[0025] In einer Ausführungsform ist das Anschlagelement an einer Fixierstange angeordnet, vorzugsweise an einem proximalen Ende der Fixierstange. Das Anschlagelement kann beispielsweise direkt oder indirekt mit der Fixierstange verbunden sein. In einer Ausführungsform ist das Anschlagelement relativ zur Fixierstange schwenkbar. Beispielsweise kann das Anschlagelement relativ zur Fixierstange entlang einer Schwenkachse schwenkbar sein, die im Wesentlichen orthogonal zur axialen Richtung der Fixierstange verläuft. In einer Ausführungsform ist das Anschlagelement von einer ersten Schwenkposition in eine zweite Schwenkposition schwenkbar. In einer Ausführungsform erstreckt sich das Anschlagelement in der ersten Schwenkposition im Wesentlichen entlang der axialen Richtung. In einer Ausführungsform erstreckt sich das Anschlagelement in der zweiten Schwenkposition im Wesentlichen radial weg von der Fixierstange, insbesondere im Wesentlichen entlang einer transversalen Richtung.
[0026] In einer Ausführungsform entspricht die erste Schwenkposition des Anschlagelements der Einführposition der chirurgischen Vorrichtung und die zweite Schwenkposition des Anschlagelements entspricht der Bearbeitungsposition der chirurgischen Vorrichtung. Die zweite Schwenkposition des Anschlagelements kann in einer Ausführungsform beispielsweise auch als ausgeschwenkte Schwenkposition bezeichnet werden.
[0027] In einer Ausführungsform ist das Anschlagelement patientenspezifisch. Beispielsweise kann das Anschlagelement eine Oberflächenkontur, insbesondere eine proximale Oberflächenkontur, aufweisen, welche patientenspezifisch ist. Beispielsweise kann die proximale Oberflächenkontur des Anschlagelements derart eingerichtet sein, dass sie komplementär zu einer Aussenkontur des ersten Knochens des zu behandelnden Patienten ist. Die Aussenkontur des ersten Knochens kann beispielsweise durch Bildgebung, etwa Computertomographie- und/oder Magnetresonanztomographie-Aufnahmen, ermittelt werden. Auch die Aussenkontur des zweiten Knochens kann beispielsweise durch Bildgebung, etwa Computertomographie- und/oder Magnetresonanztomographie-Aufnahmen, ermittelt werden.
FIXIERSTANGE
[0028] In einer Ausführungsform umfasst die chirurgische Vorrichtung eine Fixierstange. In einer Ausführungsform ist die Fixierstange zur Fixierung der Vorrichtung am ersten Knochen eingerichtet. Die Fixierstange hat typischerweise ein proximales und ein distales Ende. Die Fixierstange erstreckt sich typischerweise im Wesentlichen parallel zur Hülse. An einem proximalen Ende kann die Fixierstange mit dem Anschlagelement verbunden sein. Das Anschlagelement kann direkt oder indirekt mit der Fixierstange verbunden sein. Die Fixierstange kann beispielsweise im Wesentlichen zylinderförmig sein. Die Fixierstange kann einen Aussendurchmesser von 3 mm bis 20 mm, insbesondere von 3 mm bis 12 mm, weiterhin bevorzugt 3 mm bis 8 mm, haben. In einer bevorzugten Ausführungsform hat die Fixierstange einen Aussendurchmesser von 3 mm bis 5 mm, insbesondere 4 mm.
[0029] In einer Ausführungsform ist die Fixierstange durch ein Beabstandungselement von der Hülse beabstandet. Das Beabstandungselement ist typischerweise dazu eingerichtet, die Beabstandung der Fixierstange von der Hülse einzustellen, vorzugsweise innerhalb eines Beabstandungsbereichs von 0 mm bis 100 mm, insbesondere von 0 mm bis 50 mm, weiterhin bevorzugt 10 mm bis 15 mm. Die Beabstandung der Fixierstange von der Hülse bezeichnet den Abstand zwischen der Fixierstange und der Hülse. Dass die Beabstandung in einer Ausführungsform durch das Beabstandungselement einstellbar ist, ermöglicht es beispielsweise, die chirurgische Vorrichtung minimalinvasiv einzuführen und die Beabstandung der Fixierstange von der Hülse erst nach Einführung in den Körper zu erhöhen, um die abrasive Bearbeitung vorzunehmen. In einer Ausführungsform beträgt die Beabstandung der Fixierstange von der Hülse in der Einführposition 0 mm und in der Bearbeitungsposition von 0 mm bis 100 mm, insbesondere von 0 mm bis 50 mm.
[0030] In einer Ausführungsform umfasst das Beabstandungselement mindestens eine Schiene und mindestens eine Beabstandungsstange mit zwei Enden. Die Beabstandungsstange kann beispielsweise an einem ersten Ende schwenkbar mit der Hülse, respektive der Fixierstange, verbunden sein und an einem zweiten Ende entlang der axialen Richtung verschiebbar in der Schiene gelagert sein, wobei die Schiene auf der Fixierstange, respektive der Hülse, angeordnet ist. Mit anderen Worten ist, wenn das erste Ende schwenkbar mit der Hülse verbunden ist, die Schiene auf der Fixierstange angeordnet; wenn hingegen das erste Ende schwenkbar mit der Fixierstange angeordnet ist, ist die Schiene auf der Hülse angeordnet. In einigen Ausführungsformen umfasst das Beabstandungselement mehrere Schienen und mehrere Beabstandungselemente.
[0031] In einer Ausführungsform umfasst die chirurgische Vorrichtung mehrere Beabstandungselemente. Ein einzelnes Beabstandungselement kann beispielsweise auch zwei Beabstandungsstangen und eine Schiene umfassen, wobei die zwei Beabstandungsstangen vorzugsweise dieselbe Schwenkachse haben und in derselben Schiene gelagert sind. Dies verhindert, dass sich die Fixierstange und die Hülse in axialer Richtung relativ zu einander bewegen.
BEARBEITUNGSMITTEL
[0032] Das Bearbeitungsmittel ist zum abrasiven Bearbeiten des zweiten Knochens eingerichtet, vorzugsweise zum abrasiven Bearbeiten eines Oberschenkelknochens, insbesondere des Hüftkopfs und des Schenkelhalses des Oberschenkelknochens. In einer Ausführungsform ist das Bearbeitungsmittel zum fräsenden Bearbeiten des zweiten Knochens eingerichtet. Das Bearbeitungsmittel kann beispielsweise eine Fräse umfassen. In einer Ausführungsform umfasst die Fräse einen Fräskopf mit einem Durchmesser von 3 mm bis 10 mm, vorzugsweise 5 mm bis 7 mm, insbesondere 6 mm. Der Fräskopf kann beispielsweise eine sphärische Oberflächenkontur haben, um eine fräsende Bearbeitung des zweiten Knochens entlang einer sphärischen Kontur zu ermöglichen. Beispielsweise kann der Fräskopf ellipsenförmig sein. Vorzugsweise ist der Fräskopf derart angeordnet, dass er in Bezug auf die axiale Richtung weniger hoch als breit ist, wobei sich die Höhe auf die axiale Richtung bezieht und die Breite auf eine transversale Richtung. In einer Ausführungsform hat der Fräskopf die Form eines Ellipsoids. Der Fräskopf kann beispielsweise auch kugelförmig sein. In einer Ausführungsform ist der Fräskopf mit einer Führungsstange verbunden.
[0033] In einer Ausführungsform ist das Bearbeitungsmittel an einem proximalen Ende der chirurgischen Vorrichtung angeordnet. Beispielsweise kann das Bearbeitungsmittel an einem proximalen Ende der Hülse und/oder an einem proximalen Ende einer Führung angeordnet sein.
[0034] In einer Ausführungsform ist die Vorrichtung derart ausgeführt, dass das Bearbeitungsmittel relativ zum Anschlagelement bewegbar ist, vorzugsweise innerhalb eines Bewegungsspielraums von 1 mm bis 40 mm, insbesondere von 1 mm bis 20 mm. Die Bewegbarkeit ermöglicht es, die Position des Bearbeitungsmittels relativ zum ersten Knochen einzustellen und zu fixieren. In einer Ausführungsform ist die Vorrichtung derart ausgeführt, dass das Bearbeitungsmittel relativ zum Anschlagelement arretierbar ist, vorzugsweise kontinuierlich arretierbar. Insbesondere kann das Bearbeitungsmittel relativ zum Anschlagelement innerhalb des Bewegungsspielraums arretierbar sein, beispielsweise kontinuierlich arretierbar. Die Arretierbarkeit ermöglicht dem Operateur, das Bearbeitungsmittel relativ zum ersten Knochen in einer Position zu fixieren und den zweiten Knochen zur abrasiven Bearbeitung relativ zum ersten Knochen und somit relativ zum Bearbeitungsmittel zu bewegen.
[0035] In einer Ausführungsform ist die Vorrichtung derart ausgeführt, dass das Bearbeitungsmittel relativ zum Anschlagelement in mindestens eine transversale Richtung bewegbar ist, vorzugsweise innerhalb eines transversalen Bewegungsspielraums von 1 mm bis 40 mm, insbesondere von 1 mm bis 20 mm. Die Vorrichtung kann beispielsweise derart ausgeführt sein, dass das Bearbeitungsmittel relativ zum Anschlagelement nur in die erste transversale Richtung oder in die erste transversale Richtung und in die zweite transversale Richtung bewegbar ist, vorzugsweise jeweils innerhalb des zuvor genannten transversalen Bewegungsspielraums. Alternativ oder zusätzlich ist die Vorrichtung in einer Ausführungsform derart ausgeführt, dass das Bearbeitungsmittel relativ zum Anschlagelement in der axialen Richtung bewegbar ist, vorzugsweise innerhalb eines axialen Bewegungsspielraums von 1 mm bis 70 mm, insbesondere von 5 mm bis 40 mm. In einer Ausführungsform ist die Vorrichtung derart ausgeführt, dass das Bearbeitungsmittel relativ zum Anschlagelement in die erste transversale Richtung, in die zweite transversale Richtung und in die axiale Richtung bewegbar ist. Ein Vorteil dieser Ausführungsform ist, dass das Bearbeitungsmittel relativ zum Anschlagelement somit in jede beliebige Richtung im dreidimensionalen Raum bewegbar ist. In einer Ausführungsform ist die Vorrichtung derart ausgeführt, dass das Bearbeitungsmittel relativ zum Anschlagelement nur in die erste transversale Richtung und in die axiale Richtung bewegbar ist.
[0036] In einer Ausführungsform ist die Vorrichtung derart ausgeführt, dass das Bearbeitungsmittel relativ zur Hülse in der axialen Richtung bewegbar ist, vorzugsweise nur in der axialen Richtung bewegbar ist. Der axiale Bewegungsspielraum, innerhalb dessen das Bearbeitungsmittel relativ zur Hülse bewegbar ist, kann beispielsweise von 1 mm bis 70 mm, insbesondere von 5 mm bis 40 mm, betragen. In einer Ausführungsform ist die Vorrichtung derart ausgeführt, dass eine Verschiebung einer Führung innerhalb der Hülse eine relative Bewegung des Bearbeitungsmittels relativ zur Hülse in der axialen Richtung bewirkt. Beispielsweise kann das Bearbeitungsmittel mit einer Führung verbunden sein, die innerhalb der Hülse verschiebbar gelagert ist.
[0037] In einer Ausführungsform ist die Vorrichtung derart ausgeführt, dass die Hülse relativ zum Anschlagelement in einer transversalen Richtung bewegbar ist. Beispielsweise kann die Vorrichtung derart ausgeführt sein, dass die Hülse relativ zum Anschlagelement in der ersten transversalen Richtung und in der zweiten transversalen Richtung bewegbar ist. Der transversale Bewegungsspielraum, innerhalb dessen die Hülse relativ zum Anschlagelement bewegbar ist, kann beispielsweise von 1 mm bis 40 mm, insbesondere von 1 mm bis 20 mm, betragen.
[0038] In einer Ausführungsform ist die Vorrichtung derart ausgeführt, dass eine Verschiebung einer Fixierstange relativ zur Hülse eine relative Bewegung der Hülse relativ zum Anschlagelement in einer transversalen Richtung bewirkt. In einer Ausführungsform ist die Vorrichtung derart ausgeführt, dass eine Verschiebung einer Fixierstange relativ zur Hülse eine relative Bewegung der Hülse relativ zum Anschlagelement in der ersten transversalen Richtung und/oder in der zweiten transversalen Richtung bewirkt. Beispielsweise kann die Hülse mit einer Fixierstange verbunden sein und die Fixierstange mit dem Anschlagelement verbunden sein.
[0039] Der Begriff „Bewegungsspielraum“ zwischen zwei Komponenten A und B bezeichnet in der vorliegenden Offenbarung die maximale Änderung der relativen Positionierung von A zu B, ohne dass die strukturelle Integrität von A und/oder B beeinträchtigt wird. Mit anderen Worten ist der „Bewegungsspielraum“ derjenige Raum, innerhalb dessen die zwei Komponenten A und B relativ zueinander bewegt werden können. Beispielsweise bezeichnet der axiale Bewegungsspielraum die maximale Distanz in axialer Richtung, um die die Komponenten A und B relativ zueinander bewegt werden können. In entsprechender Weise bezeichnet der erste transversale Bewegungsspielraum die maximale Distanz in der ersten transversalen Richtung, um die die Komponenten A und B relativ zueinander beweg werden können. Eine relative Bewegung von A und B liegt auch dann vor, wenn sich A relativ zu B oder B relativ zu A bewegt, und natürlich auch dann, wenn sich A und B zugleich bewegen, und zwar relativ zueinander.
[0040] Wenn in der vorliegenden Offenbarung ein „Bewegungsspielraum“ definiert ist, beispielsweise ein Bewegungsspielraum innerhalb dessen zwei Komponenten A und B relativ zueinander bewegbar sind, dann ist in einer Ausführungsform innerhalb dieses Bewegungsspielraums jede relative Positionierung möglich. Beispielsweise können die zwei Komponenten innerhalb des Bewegungsspielraums vorzugsweise kontinuierlich bewegbar sein. In einer Ausführungsform sind die zwei Komponenten innerhalb des Bewegungsspielraums in Schritten von weniger als 3 mm, vorzugsweise in Schritten von 0.1 mm bis 2 mm, bewegbar. In einer Ausführungsform sind die Komponenten relativ zueinander innerhalb des Bewegungsspielraums arretierbar.
FÜHRUNG
[0041] Das Bearbeitungsmittel ist mit einer Führung verbindbar. Die Führung ist typischerweise zum Führen des Bearbeitungsmittels eingerichtet. Die Führung kann beispielsweise lösbar mit dem Bearbeitungsmittel verbunden sein. Beispielsweise ist das Bearbeitungsmittel in einer Ausführungsform auf die Führung aufsteckbar oder aufschraubbar. In einer Ausführungsform weist die Hülse an ihrem proximalen Ende eine Aufnahmekontur auf, die einer Aussenkontur des Bearbeitungsmittels entspricht. Beispielsweise kann das Bearbeitungsmittel kugelförmig sein und die Aussenkontur der Hülse am proximalen Ende kugelpfannenförmig sein. In einer Ausführungsform ist das Bearbeitungsmittel über eine lösbare formschlüssige Verbindung oder eine lösbare kraftschlüssige Verbindung mit der Führung verbindbar. Diese Ausführungsformen ermöglichen, dass das Bearbeitungsmittel ausgetauscht werden kann und somit beispielsweise für jeden chirurgischen Einsatz ein frisches Bearbeitungsmittel verwendet werden kann.
[0042] In einer Ausführungsform ist das Bearbeitungsmittel direkt oder indirekt mit der Führung verbunden. In einer Ausführungsform ist das Bearbeitungsmittel an einem proximalen Ende der Führung angeordnet. Beispielsweise kann das Bearbeitungsmittel mit dem proximalen Ende der Führung verbindbar sein.
[0043] In einer Ausführungsform ist die Führung zumindest teilweise innerhalb der Hülse angeordnet und erstreckt sich vorzugsweise entlang der axialen Richtung. In einer Ausführungsform ist die Führung innerhalb der Hülse in axialer Richtung verschiebbar gelagert. Die verschiebbare Lagerung kann beispielsweise dadurch realisiert werden, dass der Aussendurchmesser der Führung dem Innendurchmesser der Hülse entspricht. Beispielsweise kann die Führung eine Führungsstange umfassen. Die Führungsstange kann in einer Einführposition zumindest teilweise, vorzugsweise vollständig, innerhalb der Hülse angeordnet sein. Die Führungsstange kann in einer Bearbeitungsposition zumindest teilweise innerhalb der Hülse und vorzugsweise zumindest teilweise ausserhalb der Hülse angeordnet sein. In einer Ausführungsform ist die Führungsstange innerhalb der Hülse gelagert, vorzugsweise in axialer Richtung verschiebbar gelagert. Die chirurgische Vorrichtung kann eine Steuereinheit umfassen, die beispielsweise zur Steuerung der Verschiebung der Führungsstange in axialer Richtung eingerichtet sein kann. In einer Ausführungsform ist die Führungsstange derart innerhalb der Hülse gelagert, dass die Führungsstange relativ zur Hülse nur in axialer Richtung verschiebbar ist. Dies verhindert eine Verschiebung der Führungsstange in transversaler Richtung und erlaubt somit eine kontrollierte Bewegung des Bearbeitungsmittels während eines Eingriffs.
[0044] In einer Ausführungsform ist die Führung, respektive die Führungsstange, aus der Hülse entlang der axialen Richtung ausziehbar. Die Führung, respektive die Führungsstange, kann beispielsweise mit der Hülse verbindbar sein, beispielsweise durch Einführung in die Hülse. Dies ermöglicht einen Austausch der Führung, respektive der Führungsstange. Beispielsweise kann für jeden chirurgischen Eingriff eine neue Führung, respektive eine neue Führungsstange verwendet werden.
[0045] Die Führung steht in Wirkverbindung mit dem Anschlagelement. In einer Ausführungsform ist die Führung über die Hülse mit dem Anschlagelement verbunden, beispielsweise direkt oder indirekt verbunden. Beispielsweise kann die Führung mit der Hülse verbindbar oder verbunden sein und die Hülse wiederum mit dem Anschlagelement verbunden sein.
[0046] In einer Ausführungsform besteht die Führung aus einem starren Material, beispielsweise Metall oder Kunststoff. Dies ermöglicht eine hohe Stabilität und somit eine hohe Präzision bei der Durchführung des chirurgischen Eingriffs. In einer weiteren Ausführungsform ist die Führung zumindest abschnittsweise flexibel. Beispielsweise kann die Führung zumindest abschnittsweise aus einem flexiblen Material bestehen. In einer Ausführungsform besteht die Führung zumindest abschnittsweise aus einem biegsamen Material. Dies ermöglicht ein seitliches Verschieben des Bearbeitungsmittels gegenüber der Fixierstange. In einer Ausführungsform weist die Führung ein starres Material und ein biegsames Material auf. In einer Ausführungsform ist die Führung als flexible Bohrwelle ausgebildet.
STEUERUNG
[0047] In einer Ausführungsform umfasst die chirurgische Vorrichtung eine Steuerung, die zur Steuerung der Bewegung des Bearbeitungsmittels relativ zum Anschlagelement eingerichtet ist. Beispielsweise kann die Steuerung zur Steuerung der Bewegung des Bearbeitungsmittels relativ zur Hülse eingerichtet sein und optional zusätzlich auch zur Steuerung der Bewegung der Hülse relativ zum Anschlagelement. In einer Ausführungsform ist die Steuerung mit dem distalen Ende der Hülse und optional zusätzlich mit dem distalen Ende der Fixierstange verbunden.
VERSTREBUNGSSTRUKTUR
[0048] In einer Ausführungsform umfasst die chirurgische Vorrichtung weiterhin mindestens eine Verstrebungsstruktur. Die Verstrebungsstruktur ist zum Positionieren der Vorrichtung auf einem dritten Knochen eingerichtet. Der dritte Knochen kann beispielsweise einen Beckenkamm oder einen Abschnitt des Beckenkamms umfassen. In einer Ausführungsform umfasst der dritte Knochen die Spina illiaca anterior superior. Durch die zusätzliche Positionierung der Vorrichtung auf dem dritten Knochen trägt die Verstrebungsstruktur zu einer zusätzlichen Stabilisierung der Vorrichtung und somit zu einer höheren Präzision des chirurgischen Eingriffs bei. Insbesondere reduziert die Verstrebungsstruktur die Bewegungsfreiheitsgrade, insbesondere in die transversalen Richtungen.
[0049] Die Verstrebungsstruktur kann auch zwei, drei oder mehr Verstrebungen aufweisen. In diesem Fall sind die Verstrebungen vorzugsweise orthogonal zueinander angeordnet. Beispielsweise kann sich eine erste Verstrebung in die erste transversale Richtung und eine zweite Verstrebung in die zweite transversale Richtung erstrecken. Diese Ausführungsformen erhöhen die Stabilisierung der Vorrichtung in besonderem Masse. Beispielsweise kann eine 3-Punktstabilisierung erzielt werden.
[0050] Die Verstrebungsstruktur kann beispielsweise eine Stange oder ein Rohr umfassen. Die Verstrebungsstruktur kann mit der Hülse und/oder mit dem Beabstandungselement verbunden sein. Typischerweise ist die Verstrebungsstruktur mit der Hülse (respektive dem Beabstandungselement) an einem Verbindungspunkt der Hülse (respektive des Beabstandungselements) verbunden, wobei der Verbindungspunkt einen Abstand von wenigstens 20 mm vom Anschlagelement hat. Typischerweise befindet sich der Verbindungspunkt während des Eingriffs extrakorporal.
[0051] In einer Ausführungsform umfasst die die Verstrebungsstruktur ein Verstrebungsanschlagelement. Das Verstrebungsanschlagelement ist zum Positionieren der Vorrichtung auf dem dritten Knochen eingerichtet. Beispielsweise kann das Verstrebungsanschlagelement zum lösbaren Verbinden mit dem dritten Knochen eingerichtet sein.
GEWEBESCHUTZTUBUS
[0052] Weiterhin kann ein Gewebeschutztubus vorgesehen sein, der ein minimalinvasives Einführen der Vorrichtung in den Körper erlaubt. Dieser kann beispielsweise einen Trokar umfassen. Typischerweise hat der Gewebeschutztubus eine glatte Aussenoberfläche, um die Einführung in den Körper zu erleichtern. In einer Ausführungsform weist der Gewebeschutztubus auf seiner Aussenoberfläche, zumindest abschnittsweise, Windungen auf. Beispielsweise können gewindeförmige Erhebungen auf der Aussenoberfläche angeordnet sein. Die Windungen erlauben ein Eindrehen des Gewebeschutztubus durch die Weichteile und verhindern, dass der Gewebeschutztubus während des Eingriffs herausrutscht. Typischerweise ist die Aussenoberfläche des Gewebeschutztubus sterilisierbar. Beispielsweise kann der Gewebeschutztubus aus Metall oder Kunststoff bestehen, insbesondere aus rostfreiem Stahl, Titan oder Tantal. Die Aussenoberfläche kann sterilisiert sein. Der Gewebeschutztubus kann zur einmaligen Verwendung vorgesehen sein („single use“).
CHIRURGISCHES BEHANDLUNGSSYSTEM
[0053] In einem zweiten Aspekt betrifft die vorliegende Offenbarung ein chirurgisches Behandlungssystem umfassend eine chirurgische Vorrichtung gemäss dem ersten Aspekt der vorliegenden Offenbarung. Das chirurgische Behandlungssystem umfasst typischerweise weiterhin eine Patientenpositioniereinheit zur Positionierung eines Patienten, wobei die chirurgische Vorrichtung und die Positioniereinheit miteinander wirkverbunden sind.
[0054] In einer Ausführungsform umfasst die Positioniereinheit eine erste Halteeinheit zum Halten eines ersten Körperteils des Patienten und eine zweite Halteeinheit zum Halten eines zweiten Körperteils des Patienten, wobei die erste Halteeinheit und die zweite Halteeinheit relativ zueinander beweglich sind. Die Steuerung kann beispielsweise dazu eingerichtet sein, die relative Bewegung der ersten Halteeinheit zur zweiten Halteeinheit zu steuern. Der erste Körperteil kann beispielsweise eine Hüfte oder das Becken eines Patienten sein und das zweite Körperteil kann beispielsweise ein Bein des Patienten sein. Ein Vorteil dieser Ausführungsformen ist, dass die Bewegung des zweiten Körperteils relativ zum ersten Körperteil dazu genutzt werden kann, den zweiten Knochen relativ zum Bearbeitungsmittel zu bewegen und den zweiten Knochen somit abrasiv zu bearbeiten. Zusätzlich dazu ist es möglich, das Bearbeitungsmittel relativ zum Anschlagelement zu bewegen.
CHIRURGISCHES VERFAHREN
[0055] In einem dritten Aspekt betrifft die vorliegende Offenbarung die Verwendung der chirurgischen Vorrichtung gemäss einer der Ausführungsformen des ersten Aspekts der vorliegenden Offenbarung oder des chirurgischen Behandlungssystems gemäss einer der Ausführungsformen des zweiten Aspekts der vorliegenden Offenbarung zum abrasiven Bearbeiten eines Hüftgelenks umfassend einen ersten Knochen und einen zweiten Knochen.
[0056] In einem vierten Aspekt betrifft die vorliegende Offenbarung ein Verfahren zum abrasiven Bearbeiten eines Hüftgelenks eines Patienten. Das Verfahren umfasst ein Bereitstellen einer chirurgischen Vorrichtung gemäss einer der Ausführungsformen gemäss dem ersten Aspekt der vorliegenden Offenbarung oder eines chirurgischen Behandlungssystems gemäss einer der Ausführungsformen gemäss dem zweiten Aspekt der vorliegenden Offenbarung. Das Bereitstellen kann beispielsweise ein Verbinden eines sterilen und neuen Bearbeitungsmittels mit einer Führung der chirurgischen Vorrichtung umfassen. Das Bereitstellen kann weiterhin ein Verbinden eines Anschlagelements mit einer Hülse oder mit einer Fixierstange der Vorrichtung sein. Das Anschlagelement kann beispielswiese patientenspezifisch sein. Beispielsweise kann das Bereitstellen der chirurgischen Vorrichtung die Fertigung eines Anschlagelements anhand von patientenspezifischen Daten, insbesondere anhand von Bildgebung des ersten Knochens des Patienten, umfassen. Die Bildgebung kann beispielsweise Röntgenbilder, Magnetresonanztomografie-Aufnahmen und/oder Computertomografie-Aufnahmen umfassen. Das Anschlagelement kann beispielsweise derart gefertigt werden, dass das Anschlagelement komplementär zu einer Aussenkontur zumindest eines Abschnitts des ersten Knochens des Patienten ist. Beispielsweise kann der Schritt des Bereitstellens einer chirurgischen Vorrichtung weiterhin ein Bereitstellen eines für den zu behandelnden Patienten spezifischen Anschlagelements umfassen. In einer Ausführungsform wird das Anschlagelement additiv gefertigt, beispielsweise mittels 3D Druck.
[0057] Das Verfahren umfasst weiterhin ein Einbringen der chirurgischen Vorrichtung in den Körper des Patienten, sodass das Anschlagelement auf einem ersten Knochen des Hüftgelenks positioniert ist. Das Einbringen kann weiterhin ein Fixieren der Vorrichtung am ersten Knochen umfassen, beispielsweise mittels eines Fixierelements.
[0058] Das Verfahren umfasst weiterhin ein Bearbeiten, insbesondere ein abrasives Bearbeiten, eines zweiten Knochens des Hüftgelenks mittels des Bearbeitungsmittels. Das Verfahren umfasst weiterhin ein Entfernen der Vorrichtung aus dem Körper des Patienten.
[0059] In einer Ausführungsform umfasst das Bearbeitungsmittel eine Fräse mit einem Fräskopf und das Bearbeiten umfasst ein Fräsen des zweiten Knochens. In einer Ausführungsform umfasst der erste Knochen das Acetabulum und der zweiten Knochen umfasst den Oberschenkelknochen, insbesondere den Hüftkopf und den Schenkelhals des Oberschenkelknochens.
[0060] In einer Ausführungsform umfasst der Schritt des Bearbeitens des zweiten Knochens eine Bewegung eines Oberschenkels, beispielsweise eines Beins, des Patienten. Die Bewegung des Beins des Patienten führt zu einer Bewegung des zweiten Knochens relativ zum ersten Knochen. Beispielsweise kann die Bewegung des Beins eine Bewegung des Hüftgelenkkopfs innerhalb der Hüftgelenkpfanne umfassen. Die Bewegung des Beins kann beispielsweise ein Drehen, ein Schwenken, ein Anwinkeln und/oder ein Strecken des Beins umfassen. Der Fachmann versteht, dass dasjenige Bein bewegt wird, das den zweiten Knochen umfasst. Falls beispielsweise der zweite Knochen der rechte Oberschenkelknochen ist, dann wird das rechte Bein bewegt. Es kann entweder das gesamte Bein oder nur der Oberschenkel bewegt werden. In einer Ausführungsform umfasst das Bearbeiten des zweiten Knochens ein Drehen, ein Schwenken des Oberschenkels zum Oberkörper hin und/oder vom Oberkörper weg. Zusätzlich oder alternativ kann das Bearbeiten des zweiten Knochens ein seitliches Drehen oder Schwenken des Oberschenkels umfassen.
[0061] In einer Ausführungsform wird die chirurgische Vorrichtung derart in den Körper des Patienten eingebracht, dass das Bearbeitungsmittel durch axiale Bewegung des Bearbeitungsmittels relativ zum Anschlagelement sowie durch die im vorherigen Absatz genannten Bewegungen des Oberschenkels, respektive des Beins, einen grossflächigen Bereich des Hüftgelenkkopfs und des Schenkelhalses bearbeiten kann. Beispielsweise kann die chirurgische Vorrichtung aus Sicht des zu behandelnden Patienten von vorne, lateral oder von einer Richtung dazwischen eingeführt werden. Lateral ist bezogen auf den Patienten seitlich, dem Arm zugewandt.
[0062] In einer Ausführungsform umfasst das Verfahren einen weiteren Schritt, der zwischen dem Bereitstellen des chirurgischen Behandlungssystems und dem Einbringen der chirurgischen Vorrichtung durchgeführt wird, wobei dieser weitere Schritt ein Einbringen eines Beins des Patienten in eine zweite Halteeinheit umfasst. Der Schritt des Bearbeitens des zweiten Knochens des Hüftgelenks kann in dieser Ausführungsform beispielsweise ein Bewegen des in der zweiten Halteeinheit eingebrachten Beins umfassen. Die Bewegung des eingebrachten Beins kann von einem Arzt und/oder von einem Roboter vorgenommen werden. Die Bewegung des eingebrachten Beins kann beispielsweise durch die Steuerung gesteuert sein. Die Steuerung kann beispielsweise Teil eines Roboters sein. Die zweite Halteeinheit kann beispielsweise einen flexiblen Beinhalter umfassen.
[0063] In einer Ausführungsform wird das Verfahren an Patienten im Alter von 10 Jahren bis 50 Jahren, vorzugsweise 15 Jahren bis 40 Jahren, durchgeführt. In einer Ausführungsform sind die Patienten männlich oder weiblich, vorzugsweise männlich. In einer Ausführungsform werden mithilfe des Verfahrens FAI's behandelt, vorzugsweise Nockenwellen-FAI's.
[0064] Ein Vorteil des offenbarten Verfahrens ist, dass dadurch beispielsweise femoro-acetabularen Impingements (FAI) behandelt werden können. Durch die Korrektur von FAI's kann die Arthrose verlangsamt, respektive gestoppt werden.
[0065] Zur Förderung des Verständnisses wurden in der vorliegenden Offenbarung verschiedene Ausführungsformen beispielhaft in Zusammenhang mit bestimmten Aspekten der Offenbarung beschrieben. Die in der vorliegenden Offenbarung beschriebenen Ausführungsformen sind jedoch Ausführungsformen, die sich auf alle Gegenstände gemäss allen Aspekten der vorliegenden Offenbarung beziehen. Insbesondere sind die in Zusammenhang mit dem ersten Aspekt der Offenbarung beschriebenen Ausführungsformen auch Ausführungsformen des Verfahrens gemäss dem vierten Aspekt der vorliegenden Offenbarung. Dies gilt in entsprechender Weise auch für die anderen Aspekte der vorliegenden Offenbarung.
[0066] Es versteht sich, dass sowohl die vorstehende allgemeine Beschreibung als auch die nachfolgende detaillierte Beschreibung Ausführungsformen darstellen und dazu dienen, einen Überblick oder einen Rahmen für das Verständnis der Art und des Charakters der Offenbarung zu schaffen. Die beigefügten Zeichnungen dienen dem weiteren Verständnis und sind Bestandteil dieser Beschreibung. Die Zeichnungen veranschaulichen verschiedene Ausführungsformen und dienen zusammen mit der Beschreibung dazu, die Prinzipien und die Funktionsweise der dargelegten Konzepte zu erläutern.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0067] Anhand der in den nachfolgenden Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele und der dazugehörigen Beschreibung werden Aspekte der Erfindung näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1a, 1b zeigen schematisch ein menschliches Hüftgelenk mit einem Nockenwellen-Impingement; Fig. 2 zeigt ein mögliches Einführen einer Ausführungsform der offenbarten Vorrichtung; Fig. 3-5 zeigen mehrere Ausführungsformen der Vorrichtung der vorliegenden Offenbarung; Fig. 6 zeigt für die in Figur 5 dargestellte Ausführungsform die Behandlung eines menschlichen Hüftgelenks mit Nockenwellen-Impingement.
BESCHREIBUNG EINER AUSFÜHRUNGSFORM
[0068] Figuren 1a und 1billustrieren ein menschliches Hüftgelenk mit einem Nockenwellen-Impingement (welches auch als Cam-Impingement bezeichnet wird). Der Hüftkopf 2b ist vergrössert und am Übergang zum Schenkelhals nicht ausreichend tailliert, wie in den Figuren durch die schraffierten Bereiche illustriert. Dies bewirkt, dass der Hüftkopf 2b an seiner ausgeweiteten Taillierung bei einer Bewegung der Hüfte (illustriert durch den eine Rotationsbewegung andeutenden Pfeil in Fig. 1a, durch welchen das Hüftgelenk in die in Figur 1b gezeigte Position überführt wird) an die Hüftgelenkpfanne 2a anschlägt und grosse Druck- und Scherkräfte entstehen, die den Gelenkknorpel der Hüftgelenkspfanne 2a schädigen und schliesslich zu einem Defekt des Knorpels führen. Der Abnutzungsprozess kann schliesslich in der Entwicklung einer Hüftarthrose münden, welche eine Hüfttotalprothese erforderlich machen kann.
[0069] Figur 2illustriert eine Vorrichtung 1 gemäss der vorliegenden Offenbarung, die beispielsweise zur Behandlung eines Nockenwellen-Impingements eingesetzt werden kann. Wie in Figur 2 illustriert, kann die Vorrichtung beispielsweise durch einen Gewebeschutztubus T (typischerweise mit Trokar) in den Körper eingeführt werden, um anschliessend zur Behandlung des Nockenwellen-Impingements eingesetzt zu werden. Der Gewebeschutztubus erlaubt ein minimalinvasives Einführen der chirurgischen Vorrichtung in den Körper.
[0070] Figuren 3 und 4zeigen Ausführungsformen der Vorrichtung 1 gemäss der vorliegenden Offenbarung. In beiden Ausführungsformen umfasst die Vorrichtung 1 eine Hülse 3. Innerhalb der Hülse 3 ist eine Führung 6 verschiebbar gelagert. An einem proximalen Ende P der Führung ist ein Bearbeitungsmittel 5 angeordnet, welches zum abrasiven Bearbeiten eines Hüftkopfs und eines Schenkelhalses 2b eingerichtet ist. In der illustrierten Ausführungsform ist das Bearbeitungsmittel 5 eine Fräse. In der illustrierten Ausführungsform ist die Führung relativ zur Hülse nur in eine axiale Richtung A verschiebbar. Die axiale Richtung erstreckt sich in Figur 3 im Wesentlichen vertikal.
[0071] Die in Figur 3 gezeigte Vorrichtung 1 umfasst weiterhin ein Anschlagelement 4. Das Anschlagelement 4 ist an einem proximalen Ende P einer Fixierstange 7 angeordnet. Die Fixierstange 7 erstreckt sich im Wesentlichen entlang der axialen Richtung A. Die Fixierstange 7 kann beispielsweise mit der Hülse 3 verbunden sein. In der dargestellten Ausführungsform ist das Anschlagelement 4 am proximalen Ende P der Hülse 3 mit der Hülse 3 verbunden. Das Anschlagelement 4 liegt, wie in Figur 3 illustriert, an der Hüftgelenkpfanne 2a auf. Vorzugsweise umfasst das Anschlagelement 4 mindestens eine Schraube zum lösbaren Fixieren des Anschlagelements 4 an der Hüftgelenkpfanne 2a.
[0072] Durch die axiale Verschiebbarkeit der Führung 6 innerhalb der Hülse 3 ist das Bearbeitungsmittel 5 relativ zur Hülse 3 axial verschiebbar. Somit ist das Bearbeitungsmittel 5 in der dargestellten Vorrichtung auch relativ zum Anschlagelement 4 axial verschiebbar. Die dargestellte Vorrichtung 1 ist weiterhin derart eingerichtet, dass das Bearbeitungsmittel 5 auch in mindestens eine transversale Richtung relativ zum Anschlagelement 4 bewegbar ist. Vorzugsweise ist das Bearbeitungsmittel 5 in beide transversale Richtungen relativ zum Anschlagelement 4 bewegbar.
[0073] Die in Figur 4 gezeigte Ausführungsform umfasst ebenfalls ein Anschlagelement 4. Dieses umfasst eine Klauenstruktur mit zwei Klauen, welche schwenkbar ausgestaltet ist. Um die Vorrichtung minimalinvasiv einzuführen, befindet sich die Klauenstruktur vorzugsweise zunächst in einer Einführungsposition (schematisch in Figur 2 angedeutet), in welcher sie sich im Wesentlichen entlang der axialen Richtung A erstreckt. Nach Einführung wird die Klauenstruktur, vorzugsweise durch eine beidseitige Schwenkbewegung, von der Einführposition in eine Bearbeitungsposition überführt. In dieser Bearbeitungsposition erstreckt sich die Klauenstruktur vorzugsweise entlang einer transversalen Ebene, die orthogonal zur axialen Richtung ist. Die Klauenstruktur umfasst vorzugsweise auf jeder Seite mindestens eine Schraube 42 zum lösbaren Fixieren der Klauenstruktur an der Hüftgelenkpfanne 2a. Die Klauenstruktur kann weiterhin zusätzliche Fixierelemente wie beispielsweise Widerhaken und oder Nägel 41 umfassen.
[0074] Zur Behandlung eines Nockenwellen-Impingements wird das Anschlagelement 4 typischerweise zunächst, wie in den Figuren 3 und 4 gezeigt, mit der Hüftgelenkpfanne 2a lösbar verbunden. Anschließend werden der Hüftgelenkkopf 2b und der Schenkelhals durch das Bearbeitungsmittel 5, welches im dargestellten Ausführungsbeispiel als Fräse mit einem Fräskopf 51 ausgestaltet ist, abrasiv bearbeitet. Der Fräskopf 51 ist relativ zum Anschlagelement 4, und damit relativ zur Hüftgelenkpfanne 2a, axial bewegbar. Dies erlaubt eine Taillierung des Hüftgelenkkopfs am Übergang zum Schenkelhals durch abrasive Bearbeitung. Während des Eingriffs kann beispielsweise ein Bein des Patienten bewegt werden, sodass infolgedessen der Hüftgelenkkopf 2b innerhalb der Hüftgelenkpfanne 2a bewegt, und damit der Hüftgelenkkopf bzw. der Oberschenkelhals durch das Bearbeitungsmittel tailliert wird. Durch die kontrollierte axiale Beweglichkeit des Bearbeitungsmittels 5 relativ zur Hüftgelenkpfanne 2a kann die Taillierung mit hoher Präzision durchgeführt werden.
[0075] Figur 5zeigt eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung 1 gemäss der vorliegenden Offenbarung. Auch die in Figur 5 dargestellte Vorrichtung 1 ist zur Behandlung eines Nockenwellen-Impingements geeignet. Sie umfasst ebenfalls eine innerhalb einer Hülse 3 verschiebbar gelagerte Führung 6, die an einem proximalen Ende P der Hülse 3 mit einem Fräskopf 51 verbunden ist. Die axiale Richtung A ist in Figur 5 durch einen gestrichelten Pfeil und den Buchstaben A kenntlich gemacht. Die axiale Richtung entspricht der x-Achse des angedeuteten Koordinatensystems. Orthogonal zur x-Achse verlaufen eine y-Achse und eine z-Achse, wobei sich die z-Achse orthogonal zu Papierebene erstreckt und durch einen Kreis angedeutet ist. Die y-Achse, respektive z-Achse repräsentieren die erste, respektive zweite transversale Richtung.
[0076] In der in Figur 5 dargestellten Ausführungsform ist die Hülse 3 über ein Beabstandungselement 8 mit einer Fixierstange 7 verbunden. An einem proximalen Ende P der Fixierstange 7 ist das Anschlagelement 4 angeordnet. Das Anschlagelement 4 erlaubt ein lösbares Fixieren der Vorrichtung 1 an einem ersten Knochen 2a, beispielsweise an einer Hüftgelenkpfanne 2a. Das Beabstandungselement 8 ist dazu eingerichtet, dass die Hülse 3 in der ersten transversalen Richtung relativ zur Fixierstange 7 bewegbar ist. In der dargestellten Ausführungsform umfasst die Vorrichtung zwei Beabstandungselemente 8, welche jeweils zwei Stangen umfassen, die jeweils in einer auf der Fixierstange 7 angeordneten Schiene verschiebbar gelagert sind. Durch die Beabstandungselemente 8 ist das Bearbeitungsmittel 5 relativ zum Anschlagelement 4 in der ersten transversalen Richtung verschiebbar. Durch die verschiebbare Lagerung der Führung 6 innerhalb der Hülse 3 ist das Bearbeitungsmittel 5 relativ zum Anschlagelement 4 in axialer Richtung bewegbar. Dies erlaubt eine genaue Taillierung des Oberschenkelkopfs 2b bzw. des Oberschenkelhalses während des Eingriffs.
[0077] Figur 6zeigt exemplarisch, wie die in Figur 5 dargestellte Ausführungsform der Vorrichtung 1 zur Behandlung eines menschlichen Hüftgelenks mit Nockenwellen-Impingement eingesetzt werden kann. Wie dargestellt, liegt das Anschlagelement 4 in einem Randbereich der Hüftgelenkpfanne an der Hüftgelenkpfanne 2a an, und ist vorzugsweise lösbar mit dieser verbunden. Vorzugsweise ist der Randbereich der Hüftgelenkpfanne 2a derjenige äussere Abschnitt der Hüftgelenkpfanne, der sich innerhalb von 3 cm vom Übergang zum Hüftgelenkkopf befindet.
[0078] Vorzugsweise wird die Vorrichtung 1 derart positioniert, dass durch eine Bewegung des Beins des Patienten in Kombination mit einer relativen Bewegung des Bearbeitungsmittels 5 zum Anschlagelement 4 in der axialen Richtung und der ersten transversalen Richtung eine zumindest relative Positionierung des Bearbeitungsmittels 5 in allen drei Raumrichtungen ermöglicht wird. Die besagte Bewegung des Beins kann beispielsweise ein Anwinkeln des Beins kombiniert mit Drehungen in allen Richtungen, insbesondere Innen- und Aussendrehungen, umfassen.
[0079] Die hierin offenbarte Vorrichtung kann weiterhin optional eine Verstrebungsstruktur 9 umfassen. Diese Verstrebungsstruktur 9 ist in der in Figur 6 dargestellten Ausführungsform mit gestrichelten Linien dargestellt. Die Verstrebungsstruktur 9 ist zur Positionierung der Vorrichtung am Beckenkamm eingerichtet. Die Verstrebungsstruktur 9 umfasst ein Verstrebungsanschlagelement 91.
[0080] Die verschiedenen Ausführungsformen der vorliegenden Offenbarung bieten eine Reihe von Vorteilen.
[0081] Beispielsweise wird eine einfache, aber präzise Korrektur der Form des Schenkelhalses ermöglicht, sodass die Ursache des Nockenwellen-Impingement effektiv eliminiert werden kann. Weiterhin erlaubt es die Vorrichtung, dass eine Fräse so am Rand der Hüftgelenkpfanne befestigt wird, dass sie den sphärischen Teil des Kopfes gerade berührt. Durch Bewegen des Hüftkopfs werden alle Anteile entfernt, die ausserhalb der sphärischen Oberfläche liegt, sodass schliesslich eine perfekt geformter Kopf-Schenkelhals-Übergang vorliegt.
LISTE DER BEZUGSZEICHEN
[0082] 1 Vorrichtung 2 Hüftgelenk 2a Erster Knochen / Hüftpfanne 2b Zweiter Knochen / Hüftkopf mit Hals 3 Hülse 4 Anschlagelement 41 Nagel 42 Schraube 5 Bearbeitungsmittel 51 Fräskopf 6 Führung 7 Fixierstange 8 Beabstandungselement 9 Verstrebungsstruktur 91 Verstrebungsanschlagelement A Axiale Richtung D Distal P Proximal T Gewebeschutztubus

Claims (18)

1. Chirurgische Vorrichtung (1) zum abrasiven Bearbeiten eines Hüftgelenks (2) umfassend einen ersten Knochen (2a) und einen zweiten Knochen (2b), wobei die Vorrichtung (1) umfasst: a. eine Hülse (3), die sich entlang einer axialen Richtung (A) erstreckt, b. ein Anschlagelement (4) zum Positionieren der Vorrichtung (1) auf dem ersten Knochen (2a); c. ein Bearbeitungsmittel (5), welches zum abrasiven Bearbeiten des zweiten Knochens (2b) eingerichtet ist; und d. eine mit dem Bearbeitungsmittel (5) verbindbare Führung (6) zum Führen des Bearbeitungsmittels (5), wobei die Führung (6) in Wirkverbindung mit dem Anschlagelement (4) steht.
2. Chirurgische Vorrichtung (1) gemäss Anspruch 1, wobei die Vorrichtung (1) derart ausgeführt ist, dass das Bearbeitungsmittel (5) relativ zum Anschlagelement (4) in eine transversale Richtung bewegbar ist, vorzugsweise innerhalb eines transversalen Bewegungsspielraums von 1 mm bis 40 mm, vorzugsweise von 1 mm bis 20 mm.
3. Chirurgische Vorrichtung (1) gemäss Anspruch 1 oder 2, wobei die Vorrichtung (1) derart ausgeführt ist, dass das Bearbeitungsmittel (5) relativ zum Anschlagelement (4) in der axialen Richtung (A) bewegbar ist, vorzugsweise innerhalb eines axialen Bewegungsspielraums von 1 mm bis 70 mm, insbesondere von 5 mm bis 40 mm.
4. Chirurgische Vorrichtung (1) gemäss einem der Ansprüche 1-3, wobei die Vorrichtung (1) derart ausgeführt ist, dass das Bearbeitungsmittel (5) relativ zur Hülse (3) in der axialen Richtung (A), vorzugsweise nur in der axialen Richtung (A), bewegbar ist.
5. Chirurgische Vorrichtung (1) gemäss einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Bearbeitungsmittel (5) eine Fräse mit einem Fräskopf umfasst.
6. Chirurgische Vorrichtung (1) gemäss Anspruch 5, wobei der Fräskopf einen Durchmesser von 3 mm bis 10 mm, vorzugsweise 5 mm bis 7 mm, insbesondere 6 mm, hat.
7. Chirurgische Vorrichtung (1) gemäss einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Anschlagelement (4) relativ zur Hülse (3) schwenkbar ist.
8. Chirurgische Vorrichtung (1) gemäss Anspruch 7, wobei das Anschlagelement (4) dazu eingerichtet ist, durch Schwenken von einer Einführposition in eine ausgeschwenkte Position überführt zu werden.
9. Chirurgische Vorrichtung (1) gemäss Anspruch 8, wobei das Anschlagelement (4) sich in der Einführposition im Wesentlichen entlang der axialen Richtung (A) erstreckt.
10. Chirurgische Vorrichtung (1) gemäss einem der Ansprüche 8 oder 9, wobei das Anschlagelement (4) sich in der ausgeschwenkten Position radial weg von der Hülse (3) erstreckt.
11. Chirurgische Vorrichtung (1) gemäss einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Anschlagelement (4) ein Fixierelement zum Fixieren der Vorrichtung (1) am ersten Knochen (2a) umfasst.
12. Chirurgische Vorrichtung (1) gemäss Anspruch 11, wobei das Fixierelement eine Klauenstruktur umfasst.
13. Chirurgisches Behandlungssystem umfassend eine chirurgische Vorrichtung (1) gemäss einem der vorherigen Ansprüche und eine Patientenpositioniereinheit zur Positionierung eines Patienten, wobei die chirurgische Vorrichtung (1) und die Positioniereinheit miteinander wirkverbunden sind.
14. Chirurgisches Behandlungssystem gemäss Anspruch 13, wobei die Positioniereinheit eine erste Halteeinheit zum Halten eines ersten Körperteils des Patienten und eine zweite Halteeinheit zum Halten eines zweiten Körperteils des Patienten umfasst, wobei die erste Halteeinheit und die zweite Halteeinheit relativ zueinander beweglich sind.
15. Verfahren zum abrasiven Bearbeiten eines Hüftgelenks (2) eines Patienten umfassend: a. Bereitstellen einer chirurgischen Vorrichtung (1) gemäss einem der Ansprüche 1-12 oder eines chirurgischen Behandlungssystems gemäss einem der Ansprüche 13-14; b. Einbringen der chirurgischen Vorrichtung (1) in den Körper des Patienten, sodass das Anschlagelement (4) auf einem ersten Knochen (2a) des Hüftgelenks (2) positioniert ist; c. Bearbeiten eines zweiten Knochens (2b) des Hüftgelenks (2) mittels des Bearbeitungsmittels (5); und d. Entfernen der Vorrichtung (1) aus dem Körper des Patienten.
16. Verfahren gemäss Anspruch 15, wobei das Bearbeitungsmittel (5) eine Fräse mit einem Fräskopf umfasst und das Bearbeiten ein Fräsen des zweiten Knochens (2b) umfasst.
17. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 15 oder 16, wobei der erste Knochen (2a) das Acetabulum umfasst und der zweiten Knochen (2b) den Oberschenkelknochen, insbesondere den Hüftknopf und den Schenkelhals des Oberschenkelknochens, umfasst.
18. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 15-17, wobei der Schritt des Bearbeitens des zweiten Knochens (2b) eine Bewegung eines Beins des Patienten umfasst.
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