CH720940A1 - Nachrüsteinrichtung und Verfahren zum Nachrüsten, Steuern, Überwachen und für das Energiemanagement von bestehenden Weichenheizsystemen - Google Patents
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Abstract
Es wird ein Verfahren zum Nachrüsten, Steuern, Überwachen und das Energiemanagement von bestehenden Weichenheizsystemen zum punktuellen Beheizen von Weichen für ein schienengebundenes Verkehrssystem, und eine Nachrüsteinrichtung (1) für ein bestehendes Weichenheizsystem für die Steuerung, Überwachung und das Energiemanagement von Weichenheizungen beschrieben, wodurch Energie zum Beheizen der Schienen eingespart, die Funktionssicherheit durch geeignete priorisierte Beheizung von exponierten Stellen erhöht und ein gutes Lastmanagement ermöglicht werden. Dies wird erreicht, indem an jeder Weiche mehrere Weichenheizvorrichtungen (3, 3') angebracht werden, wobei jede Weichenheizvorrichtung (3, 3') je ein Heizelement (4), eine lokale Steuereinheit (5) und einen mit der lokalen Steuereinheit (5) verbundenen Temperatursensor (6, 6') umfasst, wobei jede lokale Steuereinheit (5) mittels einer Busleitung (8) und/oder Funkverbindung mit einer zentralen Steuervorrichtung (7), welche einen Mikroprozessor (9) umfasst, verbunden ist, und wobei die zentrale Steuervorrichtung (7) zusätzlich zu einer bestehenden Steuerung (11) installiert wird.
Description
TechnischesGebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Nachrüsteinrichtung und ein Verfahren zum Nachrüsten, Steuern, Überwachen und für das Energiemanagement von bestehenden Weichenheizsystemen.
Stand der Technik
[0002] Weichenheizvorrichtungen zum Vermeiden des Einfrierens der beweglichen Teile von Weichen bei schienengebundenen Verkehrssystemen durch Beheizen der Weichen sind bekannt. Dabei werden beispielsweise elektrische Heizelemente mit Anschlusskopf an den Schienen der Weichen eingesetzt. Die elektrischen Weichenheizungen werden in der Regel manuell oder durch eine zentrale Steuerung bedarfsgerecht ein- und ausgeschaltet. Die zentrale Steuerung schaltet dabei mehrere Weichen mit jeweils mehreren Heizelementen ein oder aus.
[0003] Solche Weichenheizvorrichtungen sind beispielsweise aus WO 2019/075248A1, WO 2020/053842A2 oder DE102014113541A1 bekannt. Nachteilig bei diesen herkömmlichen Weichenheizvorrichtungen mit manueller Einschaltung oder zentraler Steuerung ist, dass die zentrale Steuerung alle mit der Steuerung verbundenen Heizelemente gemeinsam, oder in Gruppen gegliedert, ein- und ausschaltet, ohne die exakte thermische Situation jedes einzelnen Heizelementes zu kennen. Massgebend für die Einschaltung ist in der Regel die thermische Situation an der exponiertesten Weiche, was zu einem unnötigen Stromverbrauch führt, da einzelne Heizelemente an weniger exponierten Lagen die Schiene auf eine höhere Temperatur heizen als erforderlich. Auch sind solche Heizsysteme störungsanfällig, wenn beispielsweise die Anschluss-Leistung zu klein ist, und bei weniger exponierten Stellen die Leistung unnötig verbraucht wird, während an den wichtigen exponierten Lagen der Weiche zu wenig Leistung zur Verfügung steht, um die erforderliche Schienentemperatur zu erreichen. Zudem sind die bekannten Steuer- und Schaltelemente derart ausgestaltet, dass sie auf Grund der Grösse und Beschaffenheit nicht direkt an einer Schiene angebracht werden können.
[0004] In DE19832535A1 ist eine Einrichtung zur Regelung und Überwachung von Weichenheizungen beschrieben, mit welcher die Außentemperatur und die wetterbedingten Niederschläge erfasst werden können, die Regelung der Weichentemperatur vorgenommen sowie eine Funktionsüberwachung der Baugruppen mittels den Weichenheizungen zugeordneten Steuereinrichtungen erfolgt wird. Dies wird dadurch erreicht, dass den Weichenheizungen dezentrale Regel- und Überwachungseinheiten zugeordnet sind und die dezentralen Regel- und Überwachungseinheiten mittels einer Busleitung und/oder Funkverbindung miteinander verbunden sind. Solche Einrichtungen können Gruppen von Weichenheizungen ansteuern und regeln, es ist aber nicht üblich, jedes einzelne Heizelement individuell anzusteuern und zu regeln. Auch ist eine solche Einrichtung nicht dafür geeignet, ein bestehendes Weichenheizsystem nachzurüsten und selbständig zu lernen, wie ein bestehendes Weichenheizsystem funktioniert und welche Temperatursollwerte das bestehende System aufweist.
Aufgabe der Erfindung
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Nachrüsteinrichtung für die Steuerung, Überwachung und das Energiemanagement von Weichenheizungen zur punktuellen Vergabe einer Steuerstrategie an einzelne Weichenheizvorrichtungen zu schaffen, wodurch das Nachrüsten, Steuern, Überwachen und das Energiemanagement von bestehenden Weichenheizungen zum punktuellen Beheizen von Weichen für ein schienengebundenes Verkehrssystem ermöglicht wird, und wodurch die Funktionsweise von bestehenden Weichenheizsystemen erkannt werden kann. Durch das Verfahren und die Nachrüsteinrichtung und somit durch das Nachrüsten von bestehenden Systemen soll Energie zum Beheizen der Schienen eingespart, die Funktionssicherheit durch geeignete priorisierte Beheizung von exponierten Stellen erhöht und ein gutes Lastmanagement ermöglicht werden.
Beschreibung der Erfindung
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Nachrüsten, Steuern, Überwachen und das Energiemanagement von bestehenden Weichenheizsystemen zum punktuellen Beheizen von Weichen für ein schienengebundenes Verkehrssystem gelöst, wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst: (A) an jede Weiche werden mehrere Weichenheizvorrichtungen angebracht, wobei jede Weichenheizvorrichtung je ein Heizelement, einen am Heizelement angeordneten Anschlusskopf mit einer lokalen Steuereinheit, welche einen Mikroprozessor und einen Leistungsschalter umfasst, und einen ausserhalb des Anschlusskopfes angeordneten und mit der lokalen Steuereinheit verbundenen Temperatursensor umfasst, und wobei jede lokale Steuereinheit mittels einer Busleitung und/oder Funkverbindung mit einer zentralen Steuervorrichtung, welche einen Mikroprozessor umfasst, verbunden wird, wobei die zentrale Steuervorrichtung zusätzlich zu einer bestehenden Steuerung installiert wird, wobei die bestehende Steuerung mit einem Temperatursensor an einer vorbestimmten Schiene verbunden ist, (B) ein Temperatursensor einer Weichenheizvorrichtung wird als Haupttemperatursensor definiert und unmittelbar neben dem Temperatursensor der bestehenden Steuerung angebracht, so dass beide Temperatursensoren dieselbe Temperatur messen; (C) der Mikroprozessor der zentralen Steuervorrichtung erkennt einen durch die bestehende Steuerung vorgegebenen unteren und oberen Temperatursollwert der vorbestimmten Schiene mittels dieses vorher definierten Haupttemperatursensors und erkennt die Information, wann die bestehende Steuerung den Befehl zum Einschalten und zum Ausschalten der Weichenheizungen an der vorbestimmten Schiene gibt, beziehungsweise wann die Weichenheizungen an der vorbestimmten Schiene ein- oder ausschalten; (D) der in Schritt (C) erkannte oder ein vorgegebener unterer und oberer Temperatursollwert wird vom Mikroprozessor der zentralen Steuervorrichtung an die einzelnen lokalen Steuereinheiten jeder Weichenheizvorrichtung gesendet, oder der Mikroprozessor der zentralen Steuervorrichtung sendet einen Befehl an die einzelnen lokalen Steuereinheiten zum Ein- oder Ausschalten der einzelnen Heizelemente; (E) die lokale Steuereinheit der Weichenheizvorrichtung vergleicht den erkannten oder vorgegebenen Temperatursollwert mit einem Wert gemessen durch den Temperatursensor bei der jeweiligen Weichenheizvorrichtung und schaltet bei Unterschreitung des unteren Temperatursollwertes das Heizelement ein und bei Überschreitung des oberen Temperatursollwertes das Heizelement aus, oder folgt bei einem Befehl zum Ein- oder Ausschalten der einzelnen Heizelemente dem Befehl ohne Berücksichtigung des vorher vorgegebenen Temperatursollwertes.
[0007] In einer weiteren Ausführungsform wird die zentrale Steuervorrichtung mit der bestehenden Steuerung verbunden, und das Verfahren umfasst zwischen Schritt (B) und (C) einen weiteren Schritt, bei welchem die Signale am Ausgang der bestehenden Steuerung abgegriffen werden und zur zentralen Steuervorrichtung geführt werden. Darunter wird verstanden, dass die Signale, welche am Ausgang der bestehenden Steuerung abgegriffen werden, wie z.B. die Signale, welche das Einschalten und das Ausschalten des Heizelementes an der vorbestimmten Schiene vorgeben, erkannt und durch die zentrale Steuervorrichtung verarbeitet werden. Dadurch kann der obere und untere Temperatursollwert der vorbestimmten Schiene genauer und verzögerungsfrei ermittelt werden.
[0008] Unter vorbestimmter Schiene wird diejenige Schiene verstanden, an welcher aufgrund der örtlichen Lagebedingungen der untere Temperaturgrenzwert mit hoher Wahrscheinlichkeit zuerst auftritt, und an welcher der Hauptschienen-Temperatursensor der bestehenden Steuerung angebracht ist. Die vorbestimmte Schiene wird auch als Führungsschiene bezeichnet und befindet sich in der Regel an einer besonders exponierten Stelle.
[0009] Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens ist, dass damit bestehende Weichenheizsysteme nachgerüstet werden können. Herkömmliche Weichenheizsysteme weisen in der Regel einen einzigen Schienentemperatursensor an einer vorbestimmten exponierten Schiene, auch als Führungsschiene bezeichnet, auf, welcher die Information an eine bestehende zentrale Steuerung liefert, wodurch alle mit der Steuerung verbundenen Heizelemente gemeinsam, oder in Gruppen gegliedert, ein- und ausgeschaltet werden. Dies führt zu einem erhöhten Energieverbrauch, weil die weniger exponierten Weichen überbeheizt werden. Mit dem erfindungsgemässen Verfahren wird eine neue zentrale Steuervorrichtung zusätzlich zur oder anstelle der bestehenden Steuerung installiert und mit jeder lokalen Steuereinheit der ebenfalls neu installierten Weichenheizvorrichtungen verbunden, vorzugsweise über eine Busleitung oder Funkverbindung. Die zentrale Steuervorrichtung erkennt den Zustand jeder einzelnen Weichenheizvorrichtung, von welchen es pro Weiche beziehungsweise pro Schiene mehrere gibt. Jede Weichenheizvorrichtung umfasst je ein Heizelement, einen am Heizelement angeordneten Anschlusskopf mit einer lokalen Steuereinheit mit integriertem Mikroprozessor, und einen ausserhalb des Anschlusskopfes angeordneten und mit der lokalen Steuereinheit verbundenen Temperatursensor.
[0010] Die zentrale Steuervorrichtung erkennt die Temperatur der Schiene an der Stelle der Weichenheizvorrichtung über den Temperatursensor und gibt daraus der lokalen Steuereinheit jeder Weichenheizvorrichtung entweder eine untere- und obere Solltemperaturvorgabe oder erteilt den Befehl zum Ein- und Ausschalten, um Last zu verteilen. Dies führt zu einem intelligenten Lastmanagement, bei welchem die Leistung auf verschiedene Weichen verteilt wird, um einen zu grossen Leistungsbezug zu verhindern. Das wiederum reduziert die Störungsanfälligkeit, weil nicht alle Weichenheizvorrichtungen miteinander eingeschaltet sind.
[0011] Die lokale Steuereinheit kann also von der zentralen Steuervorrichtung Anweisungen erhalten und Statusmeldungen und Temperaturwerte zurückzuliefern Jede lokale Steuereinheit ist aber auch in der Lage, bei der Vorgabe von Temperatursollwerten sich selbst innerhalb der Vorgaben zu regeln. Sollte die zentrale Steuervorrichtung ausfallen kann die lokale Steuereinheit dies erkennen und selbstständig die Steuerfunktion wahrnehmen. Die lokale Steuereinheit funktioniert also sowohl autonom wie auch je nach Bedarf auf Befehl, und ist selbst lernfähig. Die lokale Steuereinheit umfasst wie auch die zentrale Steuervorrichtung einen Mikroprozessor zum Verarbeiten der Daten. Zusätzlich zum Mikroprozessor weist die lokale Steuereinheit einen Leistungsschalter, auch Lastschalter genannt, zum Ein- und Ausschalten der Leistung auf. Bei herkömmlichen Systemen übernehmen in der Regel externe Leistungsschalter im Steuerschrank, sogenannte Relais, diese Funktion. Dies ist ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung, dass jede einzelne Weichenheizvorrichtung einen Leistungsschalter direkt an der Schiene aufweist und somit jedes Heizelement einzeln ein- und ausschalten kann.
[0012] Zudem kann ein vordefinierter interner Temperatursollwert, welcher beim Fehlen der Kommunikation mit einer zentralen Steuerung zur Anwendung kommt, bei jeder lokalen Steuereinheit individuell parametriert werden.
[0013] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens ist, dass mit dem nachgerüsteten Weichenheizsystem jede einzelne Weichenheizvorrichtung eine integrierte, selbständige Steuerung umfasst, welche exakt und selbstständig auf die lokale thermische Situation reagieren kann, sowohl mit aber auch ohne übergeordnete zentrale Steuervorrichtung. Dies führt zu einer erheblichen Reduktion des Energieverbrauchs und zu einer Reduktion von Störungen. Durch die Erfindung wird die individuelle Steuerung aller Heizelemente möglich. Jede einzelne Weichenheizvorrichtung kennt ihre thermische Situation und ist in der Lage, selbstständig zu reagieren, wenn die Schienentemperatur einen Temperatursollwert über- oder unterschreitet.
[0014] Ein Temperatursensor einer Weichenheizvorrichtung, welcher als Haupttemperatursensor definiert wird, wird unmittelbar neben dem Temperatursensor der bestehenden Steuerung an einer vorbestimmten Schiene angebracht. Der Haupttemperatursensor der nachgerüsteten Steuerung misst somit dieselbe Temperatur wie der Temperatursensor der bestehenden Steuerung. Unter „unmittelbar neben“ wird verstanden, dass der Abstand zwischen dem Temperatursensor der bestehenden Steuerung und dem Haupttemperatursensor zwischen null und maximal 10 cm beträgt, also direkt angrenzend nebeneinander oder mit einem geringen Abstand von maximal 10 cm voneinander. Vorzugsweise wird jeder lokalen Steuereinheit jeder Weichenheizvorrichtung eine eindeutige Identifikationsnummer (kurz ID) zugeordnet. In einer bevorzugten Ausführungsform wird jeder eindeutigen ID der lokalen Steuereinheit, und somit jeder Weichenheizvorrichtung, eine Heizkategorie mit einem Temperatursollwert zugeordnet, derart dass jeder Weichenheizvorrichtung ein anderer Temperatursollwert zugewiesen werden kann. Durch die Zuordnung in die verschiedenen Heizkategorien kann die Funktionssicherheit verbessert und auch der Energieverbrauch gesenkt werden.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform werden die einzelnen Weichenheizvorrichtungen unterschiedlichen Heizkategorien zugeordnet, vorzugsweise zwei oder drei verschiedenen Heizkategorien. Vorzugsweise werden die Weichenheizvorrichtungen an der Zungenspitze, bzw. an der neben der Zungenspitze liegenden Backenschiene einer Weiche, oder an einer anderen exponierten Stelle einer Weiche, einer ersten Heizkategorie zugeordnet und weisen vorzugsweise einen höheren unteren und oberen Temperatursollwert aufweisen als die Weichenheizvorrichtungen, welche weiter entfernt von der Zungenspitze an der Weiche angebracht sind und somit weniger exponiert sind. Und die Weichenheizvorrichtungen, welche nicht an der Zungenspitze oder einer exponierten Stelle einer Weiche angeordnet sind, werden vorzugsweise einer zweiten Heizkategorie zugeordnet und weisen einen tieferen Temperatursollwert auf als die Weichenheizvorrichtungen, welche an der Zungenspitze an der Weiche angebracht sind. Die Weichenheizvorrichtungen können je nach zugeordneter Heizkategorie beispielsweise bei Stromknappheit oder Stromnetzüberlastung ausgeschaltet oder getaktet und/oder alternierend ein- und ausgeschalten werden. Wenn die bestehende Anschlussleistung nicht ausreicht, um alle Weichenheizvorrichtungen gleichzeitig zu beheizen, werden die weniger exponierten Weichenheizvorrichtungen der zweiten oder weiteren Heizkategorie reduziert beheizt. Dies bedeutet, dass die Heizelemente der Weichenheizvorrichtungen der ersten Heizkategorie immer einschalten, wenn der untere Temperatursollwert unterschritten ist. Wenn allerdings die Leistung nicht ausreicht, um alle Weichenheizvorrichtungen einzuschalten, können die Weichenheizvorrichtungen der zweiten und weiteren Heizkategorie getaktet und/oder alternierend ein- und ausgeschalten werden, indem nur ein Teil der Weichenheizvorrichtungen der zweiten Heizkategorie eingeschalten wird, und wenn diese eine gewünschte Temperatur erreicht haben, wieder ausgeschalten werden, und ein anderer Teil der zweiten Heizkategorie wird eingeschalten. Wenn die Weichenheizvorrichtungen der ersten Heizkategorie den oberen Temperatursollwert erreicht haben, können alle Weichenheizvorrichtungen der zweiten Heizkategorie eingeschalten werden, falls sie noch unter dem oberen Temperatursollwert liegen.
[0016] Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist, dass wenn sowohl die Zungen- wie auch die Backenschiene beheizt sind, auf der Seite der geschlossenen Zungeschiene, wenn diese an der Backenschiene anliegt, die Heizleistung automatisch reduziert wird, um einen Temperaturanstieg zu verhindern. Aber wenn die Zungenschiene offen ist, kommt auf der offenen Seite der Zungeschiene, welche anfällig auf Schnee und Eis ist, welches zwischen Zungenschiene und Backenschiene gelangen kann, die volle Heizleistung zur Anwendung.
[0017] Dadurch ist das vorliegende Verfahren hervorragend geeignet, um den Energieverbrauch gering zu halten, die Last gezielt zu verteilen und somit Störungen zu minimieren.
[0018] Die an jeder Weiche angebrachten Weichenheizvorrichtungen mit Anschlusskopf mit integrierter lokaler Steuereinheit sind klein und kompakt, so dass sie direkt an einer Schiene im Bereich einer Weiche angebracht werden können. Der Anschlusskopf ist kompakt und dennoch vollständig abgedichtet. Vorzugsweise ist jede Weiche mit mehreren Weichenheizvorrichtungen ausgerüstet, welche vorzugsweise sowohl an der Backenschiene als auch an der Zungenschiene befestigt sind. In einer Ausführungsform weist jede Zungen- und Backenschiene einer Weiche beispielsweise jeweils zwei Weichenheizvorrichtungen auf.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform sammelt der Mikroprozessor der zentralen Steuervorrichtung alle Daten und sendet sie zur Speicherung und Optimierung an einen externen Server. Zudem kann die Software der Mikroprozessoren der zentralen Steuervorrichtung und der lokalen Steuereinheit von extern über eine Datenverbindung neu programmiert oder ein Softwareupdate durchgeführt werden. Dies ist ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung, dass auf jede lokale Steuereinheit und auf die zentrale Steuervorrichtung von extern zugegriffen werden kann.
[0020] Zusätzlich zum Verfahren betrifft die vorliegende Erfindung eine Nachrüsteinrichtung für ein bestehendes Weichenheizsystem, welche mindestens eine zentrale Steuervorrichtung und eine Vielzahl von Weichenheizvorrichtungen umfasst, wobei mehrere Weichenheizvorrichtungen an jeweils einer Weiche angebracht sind, wobei jede Weichenheizvorrichtung ein Heizelement, einen am Heizelement angeordneten Anschlusskopf mit einer integrierten lokalen Steuereinheit und einen ausserhalb des Anschlusskopfes angeordneten und mit der lokalen Steuereinheit verbundenen Temperatursensor umfasst, wobei die mindestens eine zentrale Steuervorrichtung mittels einer Busleitung und/oder Funkverbindung mit jeder einzelnen lokalen Steuereinheit der mehreren Weichenheizvorrichtungen verbunden ist, und wobei die zentrale Steuervorrichtung einen Mikroprozessor zur Steuerung, Überwachung und für das Energiemanagement von Weichenheizungen umfasst, so dass über den mit der lokalen Steuereinheit verbundenen Temperatursensor einer Weichenheizvorrichtung eine lokale Schienentemperatur messbar ist, welche vom Mikroprozessor der Steuervorrichtung erkennbar ist, wobei vom Mikroprozessor Signale an jede lokale Steuereinheit sendbar sind mit einer oberen oder unteren Temperatursollwertvorgabe oder mit einem Befehl zum Ein- oder Ausschalten des Heizelements, und wobei die lokale Steuereinheit der Weichenheizvorrichtung in der Lage ist, sich selbst innerhalb der Temperatursollwertvorgaben zu regeln.
[0021] Eine solche Nachrüsteinrichtung für ein bestehendes Weichenheizsystem hat den Vorteil, dass sie als Ersatz oder neben einer bestehenden herkömmlichen Steuerung von bestehenden Weichenheizsystemen angebracht und für die Steuerung, Überwachung und das Energiemanagement von Weichenheizungen zur punktuellen Vergabe einer Steuerstrategie an einzelne Weichenheizvorrichtungen eingesetzt werden kann. Somit kann eine bestehende Steuerung und ein bestehendes Weichenheizsystem im Energieverbrauch und der Störungsanfälligkeit optimiert und dadurch aufgewertet werden.
[0022] In einer Ausführungsform umfasst die Nachrüsteinrichtung mehrere zentrale Steuervorrichtungen, wobei jede der mehreren zentralen Steuervorrichtungen je mit mehreren lokalen Steuereinheit der mehreren Weichenheizvorrichtungen verbunden ist, wobei die mehreren zentralen Steuervorrichtungen über eine Busverbindung als Netzwerk zusammengeschlossen sind, wobei eine der zentralen Steuervorrichtungen die Master-Rolle übernimmt und die anderen zentralen Steuervorrichtungen die Slave-Rolle übernehmen, derart dass vom Netzwerk vorgegebene Signale an jede lokale Steuereinheit sendbar sind mit einer oberen oder unteren Temperatursollwertvorgabe oder mit einem Befehl zum Ein- oder Ausschalten des Heizelements, und wobei jede lokale Steuereinheit der Weichenheizvorrichtung in der Lage ist sich selbst innerhalb der Temperaturvorgaben zu regeln und bei Bedarf ein- oder auszuschalten. Auf diese Weise können Weichenheizsysteme mit hunderten von Weichenheizelementen bedient werden, wobei jede einzelne Weichenheizvorrichtung genau der jeweils vom Netzwerk von den zentralen Steuervorrichtungen vorgegebenen Temperatur folgt, und in der Lage ist sich selbst nach Bedarf ein- und auszuschalten
[0023] In einer weiteren Ausführungsform wird die zentrale Steuervorrichtung zusätzlich zu einer bestehenden Steuerung installiert ist, wobei die bestehende Steuerung mit einem Temperatursensor an einer vorbestimmten Schiene verbunden ist, wobei ein Temperatursensor einer Weichenheizvorrichtung als Haupttemperatursensor definiert und unmittelbar neben oder im Abstand von maximal 10 cm zu dem Temperatursensor der bestehenden Steuerung an einer Führungsschiene angebracht ist, so dass beide Temperatursensoren dieselbe Temperatur messen.
[0024] In einer weiteren Ausführungsform arbeiten mehrere zentrale Steuervorrichtungen im Netzwerk mit mehreren bestehenden Steuerungen, oder einer bestehenden Steuerung, welche mehrere Haupttemperatursensoren hat und Weichengruppen bedient, zusammen. Diese mehreren zentralen Steuervorrichtungen erkennen dabei verschiedenen Sollwerte von einer oder mehreren bestehenden Steuerungen und steuern die Weichenheizvorrichtungen entsprechend. Dabei kommt vorzugsweise eine zentrale Steuervorrichtung pro Haupttemperatursensor-Gruppe zur Anwendung.
[0025] Vorzugsweise ist jeder lokalen Steuereinheit jeder Weichenheizvorrichtung eine eindeutige Identifikationsnummer (ID) zugeordnet, und jeder eindeutige ID und somit jeder Weichenheizvorrichtung eine Heizkategorie mit einem vorbestimmten unteren und oberen Temperatursollwert zugeordnet, derart dass jeder Weichenheizvorrichtung je nach Heizkategorie ein anderer unterer und oberer Temperatursollwert zugewiesen werden kann. Dadurch können die Weichenheizvorrichtungen je nach zugeordneter Heizkategorie beispielsweise bei Stromknappheit oder Stromnetzüberlastung ausgeschaltet oder getaktet und/oder alternierend ein- und ausgeschalten werden und somit die Last verteilt werden.
[0026] Des Weiteren betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung der erfindungsgemässen Nachrüsteinrichtung zum Nachrüsten von bestehenden Weichenheizungen.
[0027] Kombinationen von zwei oder mehreren der oben aufgeführten Ausführungen und Varianten sind denkbar und beansprucht.
[0028] Weitere Vorteile der Erfindung folgen aus der nachfolgenden Beschreibung, in welcher die Erfindung anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert wird.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0029] Es zeigen: Fig. 1 eine Weichenheizvorrichtung in schematischer Darstellung, Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Nachrüsteinrichtung mit drei Weichenheizvorrichtungen und einer zentralen Steuervorrichtung mit einer Verbindung zwischen der zentralen Steuervorrichtung und einer bestehenden Steuerung, Fig. 3 eine schematische Darstellung einer Nachrüsteinrichtung mit drei Weichenheizvorrichtungen und einer zentralen Steuervorrichtung mit einer Verbindung zwischen einer Hauptweichenheizvorrichtung und einer bestehenden Steuerung.
[0030] In den Figuren sind für dieselben Elemente jeweils dieselben Bezugszeichen verwendet und es gelten Erklärungen zu einem bestimmten Bezugszeichen für alle Figuren, wenn nicht ausdrücklich etwas anders erwähnt ist.
Ausführungsbeispiele der Erfindung
[0031] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Weichenheizvorrichtung 3, 3' mit einem Heizelement 4, einen am Heizelement 4 angeordneten Anschlusskopf 2 mit einer lokalen Steuereinheit 5 mit integriertem Mikroprozessor 13 und Leistungsschalter 18, und einen ausserhalb des Anschlusskopfes 2 angeordneten und mit der lokalen Steuereinheit 5 verbundenen Temperatursensor 6. Die lokale Steuereinheit 5 der Weichenheizvorrichtung 3, 3' ist mittels einer Busleitung 8 und/oder Funkverbindung mit einer zentralen Steuervorrichtung 7 (in Fig. 2 und 3 dargestellt) verbunden.
[0032] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung einer Nachrüsteinrichtung 1, welche zusätzlich zu einer bestehenden Steuerung installiert ist. Die Nachrüsteinrichtung 1 weist eine zentrale Steuervorrichtung 7 mit integriertem Mikroprozessor 9 zur Verarbeitung von Daten und drei Weichenheizvorrichtungen 3, 3' auf. Die zentrale Steuervorrichtung 7 wird bevorzugt in der Nähe der bestehenden Steuerung 11 installiert, wobei die Distanz bis 1000 m frei gewählt werden kann.
[0033] Die drei Weichenheizvorrichtungen 3, 3' werden an einer Weiche angebracht. Vorzugsweise werden an jede Zungen- und Backenschiene einer Weiche jeweils zwei Weichenheizvorrichtungen angebracht. Eine Nachrüsteinrichtung 1 kann eine Vielzahl von Weichenheizvorrichtungen 3, 3' aufweisen, und jede Weichenheizvorrichtung wird einer bestimmten Heizkategorie zugeordnet. Eine Weichenheizvorrichtung 3' wird als Hauptweichenheizvorrichtung 3' definiert. Jede Weichenheizvorrichtung 3, 3' umfasst ein Heizelement 4, einen am Heizelement 4 angeordneten Anschlusskopf 2 mit einer lokalen Steuereinheit 5 mit integriertem Mikroprozessor 13 und Leistungsschalter 18, und einen ausserhalb des Anschlusskopfes 2 angeordneten und mit der lokalen Steuereinheit 5 verbundenen Temperatursensor 6. Der Temperatursensor 6' der Hauptweichenheizvorrichtung 3' wird als Haupttemperatursensor 6' definiert und unmittelbar neben, d.h. in einem Abstand von maximal 10 cm von, dem Temperatursensor 10 der bestehenden Steuerung 11 angebracht, so dass der Haupttemperatursensor 6' und der Temperatursensor 10 der bestehenden Steuerung 11 dieselbe Temperatur messen. Jede Weichenheizvorrichtung 3, 3' ist mittels einer Busleitung 8 und/oder Funkverbindung mit einer zentralen Steuervorrichtung 7 (in Fig. 2 und 3 dargestellt) verbunden. Der Temperatursensor 10 der bestehenden Steuerung 11 ist ebenfalls über eine Busleitung 15 mit der bestehenden Steuerung verbunden.
[0034] In dieser in Figur 2 gezeigten Ausführungsform ist die zentrale Steuervorrichtung 7 der Nachrüsteinrichtung 1 direkt über eine Verbindung 16 mit der bestehenden Steuerung 11 verbunden, derart, dass Signale am Ausgang der bestehenden Steuerung 11 abgegriffen und zur zentralen Steuervorrichtung 7 geführt werden können. Beispielsweise gibt die bestehende Steuerung 11 ein Signal zum Einschalten der Heizelemente an ein bestehendes Relais, welches die Leistung schaltet. Dieses Signal wird bei der Nachrüstung umverdrahtet, vom Relais weg zur zentralen Steuervorrichtung 7. Da jede Weichenheizvorrichtung 3, 3' einen eigenen Leistungsschalter 18 aufweist, kann sie die Leistung selber schalten, und das bestehende Relais wird nicht mehr benötigt. Durch den Empfang des Signals über die Verbindung 16 weiss die zentrale Steuervorrichtung 7 ohne Verzögerung, wann die bestehende Steuerung 11 die Heizung einschalten will.
[0035] Auf diese Weisen können Signale, welche das Einschalten und das Ausschalten des Heizelementes an einer vorbestimmten Schiene mit dem Temperatursensor 10 der bestehenden Steuerung 11 vorgeben, durch die zentrale Steuervorrichtung 7 erkannt und verarbeitet werden. Auf diese Weise erkennt die Nachrüsteinrichtung 1, wie die bestehende Steuerung 7 funktioniert und welche Temperatursollwertvorgaben sie hat, ohne die bestehende Steuerung 11 im Detail zu kennen.
[0036] Um das erfindungsgemässe Verfahren durchzuführen und bestehende Weichenheizsysteme nachzurüsten, zu steuern, zu überwachen, die Energie zu verteilen und Weichen punktuell zu beheizen, wird eine Nachrüsteinrichtung 1 zusätzlich zu einem bestehenden Weichenheizsystem installiert und es werden folgende Schritte durchgeführt: (A) an jede Weiche werden mehrere Weichenheizvorrichtungen 3, 3', wie in Figur 1 beschrieben, angebracht, vorzugsweise zwei pro Backenschiene und Zungenschiene, und zusätzlich zu einer bestehenden Steuerung 11 wird eine zentrale Steuervorrichtung 7 installiert, wobei die bestehende Steuerung 11 mit einem Temperatursensor 10 an einer vorbestimmten Schiene verbunden ist, (B) der Haupttemperatursensor 6' einer Hauptweichenheizvorrichtung 3' und der Temperatursensor 10 der bestehenden Steuerung 11 messen dieselbe Temperatur; (C) der Mikroprozessor 9 der zentralen Steuervorrichtung 7 erkennt einen durch die bestehende Steuerung 11 vorgegebenen unteren und oberen Temperatursollwert der vorbestimmten Schiene mittels dieses vorher definierten Haupttemperatursensors 6' und erkennt die Information, wann die bestehende Steuerung 11 den Befehl zum Einschalten und zum Ausschalten der Weichenheizungen an der vorbestimmten Schiene gibt beziehungsweise wann die Weichenheizungen an der vorbestimmten Schiene ein- oder ausschalten, und erkennt somit die Funktionsweise der bestehenden Steuerung 11; (D) der in Schritt (C) erkannte oder ein vorgegebener unterer und oberer Temperatursollwert wird vom Mikroprozessor 9 der zentralen Steuervorrichtung 7 an die einzelnen lokalen Steuereinheiten 5 jeder Weichenheizvorrichtung (3, 3') gesendet, oder der Mikroprozessor 9 der zentralen Steuervorrichtung 7 sendet einen Befehl an die einzelnen lokalen Steuereinheiten 5 zum Ein- oder Ausschalten der einzelnen Heizelemente 4; (E) die lokale Steuereinheit 5 der Weichenheizvorrichtung 3, 3' vergleicht den erkannten oder vorgegebenen Temperatursollwert mit einem Wert gemessen durch den Temperatursensor 6 bei der jeweiligen Weichenheizvorrichtung 3, 3' und schaltet bei Unterschreitung des unteren Temperatursollwertes das Heizelement 4 ein und bei Überschreitung des oberen Temperatursollwertes das Heizelement 4 aus, oder folgt bei einem Befehl zum Ein- oder Ausschalten der einzelnen Heizelemente 4 dem Befehl ohne Berücksichtigung des vorher vorgegebenen Temperatursollwertes.
[0037] Zusätzlich kann jeder lokalen Steuereinheit 5 jeder Weichenheizvorrichtung 3, 3' eine eindeutige Identifikationsnummer (kurz ID) 12 zugeordnet werden, und jeder dieser eindeutigen ID 12 und somit jeder Weichenheizvorrichtung 3, 3' kann eine Heizkategorie mit einem Temperatursollwert zugeordnet werden, derart dass jeder Weichenheizvorrichtung 3, 3' ein anderer Temperatursollwert zugewiesen werden kann. In einer Ausführungsform werden die Weichenheizvorrichtungen 3, 3' an der Zungenspitze oder an einer anderen exponierten Stelle einer Weiche einer ersten Heizkategorie zugeordnet werden und weisen einen höheren unteren und oberen Temperatursollwert auf als die Weichenheizvorrichtungen 3, welche weiter entfernt von der Zungenspitze an der Weiche angebracht sind und welche einer zweiten oder weiteren Heizkategorie zugeordnet werden. Bei Stromknappheit oder Stromnetzüberlastung werden die Weichenheizvorrichtungen 3, 3' ausgeschaltet oder getaktet oder alternieren ein- oder ausgeschaltet.
[0038] In einer Ausführungsform weist die Nachrüsteinrichtung 1 mehrere zentrale Steuervorrichtungen 7, 7' (7' nicht dargestellt) auf, wobei jede der mehreren zentralen Steuervorrichtungen 7, 7' je mit mehreren lokalen Steuereinheit 5 der mehreren Weichenheizvorrichtungen 3, 3' verbunden ist, wobei die mehreren zentralen Steuervorrichtungen 7, 7' über eine Busverbindung als Netzwerk zusammengeschlossen sind, wobei eine der zentralen Steuervorrichtungen 7 die Master-Rolle übernimmt und die anderen zentralen Steuervorrichtungen 7' (nicht dargestellt) die Slave-Rolle übernehmen, derart dass vom Netzwerk vorgegebene Signale an jede lokale Steuereinheit 5 sendbar sind mit einer oberen oder unteren Temperatursollwertvorgabe oder mit einem Befehl zum Ein- oder Ausschalten des Heizelements 4, und wobei jede lokale Steuereinheit 5 der Weichenheizvorrichtung 3, 3' in der Lage ist sich selbst innerhalb der Temperaturvorgaben zu regeln und bei Bedarf ein- oder auszuschalten
[0039] Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung einer wie in Figur 2 beschriebenen Nachrüsteinrichtung 1, wobei die Nachrüsteinrichtung 1 ebenfalls zusätzlich zu einer bestehenden Steuerung installiert ist und eine zentrale Steuervorrichtung 7 mit integriertem Mikroprozessor 9 zur Verarbeitung von Daten und drei Weichenheizvorrichtungen 3, 3' aufweist. Im Unterschied zu der in Figur 2 beschriebenen Nachrüsteinrichtung 1 besteht keine Verbindung zwischen der zentralen Steuervorrichtung 7 der Nachrüsteinrichtung 1 und der bestehenden Steuerung 11. Dafür ist die Hauptweichenheizvorrichtung 3' über eine Stromleitung 14 mit der bestehenden Steuerung 11 verbunden und bezieht die Leistung über die bestehende Steuerung.
Bezugszeichenliste
[0040] 1 Nachrüsteinrichtung 2 Anschlusskopf 3 Weichenheizvorrichtung 3' Hauptweichenheizvorrichtung 4 Heizelement 5 lokale Steuereinheit 6 Temperatursensor 6' Haupttemperatursensor 7, 7' zentrale Steuervorrichtung 8 Busleitung / Funkverbindung 9 Mikroprozessor der zentralen Steuervorrichtung 10 Temperatursensor der bestehenden Steuerung 11 bestehende Steuerung 12 eindeutige Identifikationsnummer (ID) 13 Mikroprozessor der lokalen Steuereinheit 14 Stromleitung, Verbindung Hauptweichenheizvorrichtung mit bestehender Steuerung 15 Verbindung bestehende Steuerung mit Temperatursensor 16 Verbindung bestehende Steuerung mit zentraler Steuervorrichtung 17 Sensorkabel 18 Leistungsschalter
Claims (14)
1. Verfahren zum Nachrüsten, Steuern, Überwachen und das Energiemanagement von bestehenden Weichenheizsystemen zum punktuellen Beheizen von Weichen für ein schienengebundenes Verkehrssystem, gekennzeichnet durch die Schritte:
(A) an jede Weiche werden mehrere Weichenheizvorrichtungen (3, 3') angebracht, wobei jede Weichenheizvorrichtung (3, 3') je ein Heizelement (4), einen am Heizelement (4) angeordneten Anschlusskopf (2) mit einer lokalen Steuereinheit (5), welche einen Mikroprozessor (13) und einen Leistungsschalter (18) umfasst, und einen ausserhalb des Anschlusskopfes (2) angeordneten und mit der lokalen Steuereinheit (5) verbundenen Temperatursensor (6) umfasst, und wobei jede lokale Steuereinheit (5) mittels einer Busleitung (8) und/oder Funkverbindung mit einer zentralen Steuervorrichtung (7), welche einen Mikroprozessor (9) umfasst, verbunden wird, wobei die zentrale Steuervorrichtung (7) zusätzlich zu einer bestehenden Steuerung (11) installiert wird, wobei die bestehende Steuerung (11) mit einem Temperatursensor (10) an einer vorbestimmten Schiene verbunden ist,
(B) eine Weichenheizvorrichtung (3') wird als Hauptweichenheizvorrichtung (3') und der Temperatursensor (6') dieser Hauptweichenheizvorrichtung (3') als Haupttemperatursensor (6') definiert, wobei der Haupttemperatursensor (6') der Hauptweichenheizvorrichtung (3') unmittelbar neben dem Temperatursensor (10) der bestehenden Steuerung (11) angebracht wird, so dass der Haupttemperatursensor (6') und der Temperatursensor (10) der bestehenden Steuerung (11) dieselbe Temperatur messen;
(C) der Mikroprozessor (9) der zentralen Steuervorrichtung (7) erkennt einen durch die bestehende Steuerung (11) vorgegebenen unteren und oberen Temperatursollwert der vorbestimmten Schiene mittels dieses vorher definierten Haupttemperatursensors (6') und erkennt die Information, wann die bestehende Steuerung (11) den Befehl zum Einschalten und zum Ausschalten der Weichenheizungen an der vorbestimmten Schiene gibt beziehungsweise wann die Weichenheizungen an der vorbestimmten Schiene ein- oder ausschalten;
(D) der in Schritt (C) erkannte oder ein vorgegebener unterer und oberer Temperatursollwert wird vom Mikroprozessor (9) der zentralen Steuervorrichtung (7) an die einzelnen lokalen Steuereinheiten (5) jeder Weichenheizvorrichtung (3, 3') gesendet, oder der Mikroprozessor (9) der zentralen Steuervorrichtung (7) sendet einen Befehl an die einzelnen lokalen Steuereinheiten (5) zum Ein- oder Ausschalten der einzelnen Heizelemente (4);
(E) die lokale Steuereinheit (5) der Weichenheizvorrichtung (3, 3') vergleicht den erkannten oder vorgegebenen Temperatursollwert mit einem Wert gemessen durch den Temperatursensor (6) bei der jeweiligen Weichenheizvorrichtung (3, 3') und schaltet bei Unterschreitung des unteren Temperatursollwertes das Heizelement (4) ein und bei Überschreitung des oberen Temperatursollwertes das Heizelement (4) aus, oder folgt bei einem Befehl zum Ein- oder Ausschalten der einzelnen Heizelemente (4) dem Befehl ohne Berücksichtigung des vorher vorgegebenen Temperatursollwertes.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Steuervorrichtung (7) mit der bestehenden Steuerung (11) verbunden ist und dass zwischen Schritt (B) und (C) die Signale am Ausgang der bestehenden Steuerung (11) abgegriffen werden und zur zentralen Steuervorrichtung (7) geführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeder lokalen Steuereinheit (5) jeder Weichenheizvorrichtung (3, 3') eine eindeutige Adresse (12) zugeordnet ist, und jeder dieser eindeutigen Adressen (12) und somit jeder Weichenheizvorrichtung (3, 3') eine Heizkategorie mit einem Temperatursollwert zugeordnet wird, derart dass jeder Weichenheizvorrichtung (3, 3') ein anderer Temperatursollwert zugewiesen werden kann.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Weichenheizvorrichtungen (3, 3') an der Zungenspitze oder an einer anderen exponierten Stelle einer Weiche einer ersten Heizkategorie zugeordnet werden und einen höheren unteren und oberen Temperatursollwert aufweisen als die Weichenheizvorrichtungen (3), welche weiter entfernt von der Zungenspitze an der Weiche angebracht sind.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Weichenheizvorrichtungen (3), welche nicht an der Zungenspitze oder einer exponierten Stelle einer Weiche angeordnet sind, einer zweiten Heizkategorie zugeordnet werden und einen tieferen Temperatursollwert aufweisen als die Weichenheizvorrichtungen (3, 3'), welche an der Zungenspitze an der Weiche angebracht sind.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Weichenheizvorrichtungen (3) der zweiten Heizkategorie bei Stromknappheit oder Stromnetzüberlastung ausgeschaltet werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Weichenheizvorrichtungen (3) der zweiten Heizkategorie bei Stromknappheit oder Stromnetzüberlastung getaktet ein- und ausgeschalten werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Mikroprozessor (9) der zentralen Steuervorrichtung (7) alle Daten sammelt und zur Speicherung und Optimierung an einen externen Server sendet.
9. Nachrüsteinrichtung (1) für ein bestehendes Weichenheizsystem, dadurch gekennzeichnet, dass die Nachrüstungseinrichtung (1) mindestens eine zentrale Steuervorrichtung (7) und eine Vielzahl von Weichenheizvorrichtungen (3, 3') umfasst, wobei mehrere Weichenheizvorrichtungen (3, 3') an jeweils einer Weiche angebracht sind, wobei jede Weichenheizvorrichtung (3, 3') ein Heizelement (4), einen am Heizelement (4) angeordneten Anschlusskopf (2) mit einer integrierten lokalen Steuereinheit (5), welche einen Mikroprozessor (13) und einen Leistungsschalter (18) umfasst, und einen ausserhalb des Anschlusskopfes (2) angeordneten und mit der lokalen Steuereinheit (5) verbundenen Temperatursensor (6) umfasst, wobei die mindestens eine zentrale Steuervorrichtung (7) mittels einer Busleitung und/oder Funkverbindung (8) mit jeder einzelnen lokalen Steuereinheit (5) der mehreren Weichenheizvorrichtungen (3, 3') verbunden ist, und wobei die zentrale Steuervorrichtung (7) einen Mikroprozessor (9) zur Steuerung, Überwachung und für das Energiemanagement von Weichenheizungen (2) umfasst, so dass über den mit der lokalen Steuereinheit (5) verbundenen Temperatursensor (6) einer Weichenheizvorrichtung (3, 3') eine lokale Schienentemperatur messbar ist, welche vom Mikroprozessor (9) der Steuervorrichtung (7) erkennbar ist, wobei vom Mikroprozessor (9) Signale an jede lokale Steuereinheit (5) sendbar sind mit einer oberen oder unteren Temperatursollwertvorgabe oder mit einem Befehl zum Ein- oder Ausschalten des Heizelements (4), und wobei die lokale Steuereinheit (5) der Weichenheizvorrichtung (3, 3') in der Lage ist sich selbst innerhalb der Temperatursollwertvorgaben zu regeln.
10. Nachrüsteinrichtung (1) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Nachrüsteinrichtung (1) mehrere zentrale Steuervorrichtungen (7, 7) umfasst, wobei jede der mehreren zentralen Steuervorrichtungen (7, 7') je mit mehreren lokalen Steuereinheit (5) der mehreren Weichenheizvorrichtungen (3, 3') verbunden ist, wobei die mehreren zentralen Steuervorrichtungen (7, 7') über eine Busverbindung als Netzwerk zusammengeschlossen sind, wobei eine der zentralen Steuervorrichtungen (7) die Master-Rolle übernimmt und die anderen zentralen Steuervorrichtungen (7') die Slave-Rolle übernehmen, derart dass vom Netzwerk vorgegebene Signale an jede lokale Steuereinheit (5) sendbar sind mit einer oberen oder unteren Temperatursollwertvorgabe oder mit einem Befehl zum Ein- oder Ausschalten des Heizelements (4), und wobei jede lokale Steuereinheit (5) der Weichenheizvorrichtung (3, 3') in der Lage ist sich selbst innerhalb der Temperaturvorgaben zu regeln und bei Bedarf ein- oder auszuschalten.
11. Nachrüsteinrichtung (1) nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die zentrale Steuervorrichtung (7) zusätzlich zu einer bestehenden Steuerung (11) installiert ist, wobei die bestehende Steuerung (11) mit einem Temperatursensor (10) an einer vorbestimmten Schiene verbunden ist, wobei ein Temperatursensor (6') einer Weichenheizvorrichtung (3') als Haupttemperatursensor (6') definiert und unmittelbar neben dem Temperatursensor (10) der bestehenden Steuerung (11) an einer vorbestimmten Schiene angebracht ist, so dass der Haupttemperatursensor (6') und der Temperatursensor (10) der bestehenden Steuerung (11) dieselbe Temperatur messen.
12. Nachrüsteinrichtung (1) nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass jeder lokalen Steuereinheit (5) jeder Weichenheizvorrichtung (3, 3') eine eindeutige Adresse (12) zugeordnet ist, und jeder eindeutige Adresse (12) und somit jeder Weichenheizvorrichtung (3, 3') eine Heizkategorie mit einem vorbestimmten unteren und oberen Temperatursollwert zugeordnet ist, derart dass jeder Weichenheizvorrichtung (3, 3') ein anderer unterer und oberer Temperatursollwert zugewiesen werden kann.
13. Nachrüsteinrichtung (1) nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die lokale Steuereinheit (5) einen Prozessor umfasst zur Datenverarbeitung und Steuerung von Befehlen und Prozessen.
14. Verwendung einer Nachrüsteinrichtung (1) nach einem der Ansprüche 9 bis 13 zum Nachrüsten von bestehenden Weichenheizungen.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH000749/2023A CH720940A1 (de) | 2023-07-12 | 2023-07-12 | Nachrüsteinrichtung und Verfahren zum Nachrüsten, Steuern, Überwachen und für das Energiemanagement von bestehenden Weichenheizsystemen |
| PCT/CH2024/050034 WO2025010513A1 (de) | 2023-07-12 | 2024-07-04 | Nachrüsteinrichtung und verfahren zum nachrüsten, steuern, überwachen und für das energiemanagement von bestehenden weichenheizsystemen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH000749/2023A CH720940A1 (de) | 2023-07-12 | 2023-07-12 | Nachrüsteinrichtung und Verfahren zum Nachrüsten, Steuern, Überwachen und für das Energiemanagement von bestehenden Weichenheizsystemen |
Publications (1)
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| CH720940A1 true CH720940A1 (de) | 2025-01-31 |
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ID=88647499
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH000749/2023A CH720940A1 (de) | 2023-07-12 | 2023-07-12 | Nachrüsteinrichtung und Verfahren zum Nachrüsten, Steuern, Überwachen und für das Energiemanagement von bestehenden Weichenheizsystemen |
Country Status (2)
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|---|---|
| CH (1) | CH720940A1 (de) |
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Citations (3)
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- 2024-07-04 WO PCT/CH2024/050034 patent/WO2025010513A1/de active Pending
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| WO2025010513A1 (de) | 2025-01-16 |
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