CH721659A2 - Verfahren zum recyclieren einer gebrauchten holzplatte, recyclierte holzplatte und verwendung davon - Google Patents

Verfahren zum recyclieren einer gebrauchten holzplatte, recyclierte holzplatte und verwendung davon

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Recyclieren einer gebrauchten Holzplatte (1), wobei als gebrauchte Holzplatte eine gebrauchte Schalungstafel (1) mit einer Oberfläche (2) bereitgestellt wird. Die Schalungstafel (1) besteht aus einer verleimten Dreischicht-Holzplatte und weist durch den früheren Gebrauch Schadstellen (4, 5) wie Farbreste, Schmutz, Betonreste (4) und/oder Löcher mit Lochkanten (5) auf. Mindestens die Oberfläche (2) wird durch Hitzeeinwirkung karbonisiert, bis alle Schadstellen (4) auf der Oberfläche (2) abgebrannt und/oder die Lochkanten (5) durch Abbrennen abgerundet sind, und bis eine gewünschte schwarz-braune Färbung an der Oberfläche (2) eingetreten ist. So wird die gebrauchte Holzplatte (1) durch die Karbonisierung zu einer veredelten Holzplatte, die als Fassadenverkleidung, Gebäude-Innenverkleidung, Möbel oder Inneneinrichtung einsetzbar ist. Die Erfindung betrifft auch eine so veredelte Holzplatte und eine Anwendung davon.

Description

[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Recyclieren einer gebrauchten Holzplatte. Sie betrifft auch eine nach diesem Verfahren recyclierte Holzplatte sowie eine Verwendung davon.
Stand der Technik
[0002] Holz ist ein wertvoller Baustoff und Energieträger, der vielerorts verwendet wird. Die wichtigsten Einsatzgebiete sind das Bauwesen und Möbel. Hat das Holz nach einer gewissen Zeit im Einsatz ausgedient, wird es in der Regel recycelt. Oft wird Altholz oder Gebrauchtholt stofflich verwertet, indem es zu Hackschnitzeln und Holzspänen verarbeitet wird. So können daraus wiederum neue Werkstoffe wie Spanplatten oder Pressholz hergestellt werden. Ist es aber sehr stark verschmutzt und verdreckt sowie zusätzlich mit Schadstoffen wie Holzschutzmitteln, Farben oder Lacken belastet oder mit Leimen verklebt, so wird es zu minderwertigeren Spanplatten recycliert oder als Schrottholz zur Energieversorgung verheizt. Auch dafür muss es zuvor unter Aufwand von viel Energie zerkleinert werden. Insbesondere Betonreste sind sehr schadhaft, weil sie sich kaum von der Holzoberfläche entfernen lassen und in den Zerkleinerungs-Häckslern die Schneidwerkzeuge beschädigen können.
[0003] Wiederverwendung von gebrauchten Hölzern sind auch bekannt. So werden beim Rückbau von Häusern Täfelungen, Dielen und Antikhölzer sorgsam abgebaut, aufgearbeitet und schliesslich wieder verwertet. Teilweise entstehen daraus luxuriöse Innenverkleidungen von Räumen oder Möbeloberflächen, beispielsweise Tischplatten.
Darstellung der Erfindung
[0004] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Recyclieren einer gebrauchten Holzplatte zu beschreiben, bei dem auch gebrauchtes Holz verwendet werden kann, das verleimt, durch chemische Stoffe verunreinigt und/oder durch Löcher und Ausbrüche an der Oberfläche beschädigt ist. Dabei soll die recyclierte Holzplatte durch das Verfahren veredelt, also in ihrem Wert gesteigert werden. Die Aufgabe ist es demnach, ein Verfahren zum Upcycling einer gebrauchten, verunreinigten und mit Schadstoffen belasteten Holzplatte zu beschreiben. Zudem soll eine veredelte Holzplatte beschrieben werden, die aus einer solchen gebrauchten Holzplatte entstanden ist, sowie eine Verwendung davon. Das Verfahren soll eine ökologische Lebensverlängerung von verunreinigten, gebrauchten Holzplatten beschreiben.
[0005] Die Erfindung wird gelöst durch die Merkmale der Ansprüche in den jeweiligen Anspruchskategorien.
[0006] Erfindungsgemäss wird beim eingangs beschriebenen Verfahren als gebrauchte Holzplatte eine gebrauchte Schalungstafel mit einer Oberfläche und einer ihr gegenüberliegenden Rückseite bereitgestellt, wobei die Schalungstafel aus einer verleimten Dreischicht-Holzplatte besteht und durch den früheren Gebrauch Schadstellen wie Farbreste, Schmutz, Betonreste und/oder Löcher mit Lochkanten aufweist, beispielsweise als Folge eines früheren Gebrauchs als Betonschalungstafel. Nun wird mindestens die Oberfläche durch Hitzeeinwirkung, beispielsweise durch Beflammung, karbonisiert, bis alle Schadstellen auf der Oberfläche abgebrannt resp. die Lochkanten durch Abbrennen abgerundet sind, und bis eine gewünschte schwarz-braune Färbung an der Oberfläche eingetreten ist. Durch dieses Verfahren wird aus der gebrauchten Holzplatte durch die Karbonisierung eine veredelte Holzplatte, die als Fassadenverkleidung, Gebäude-Innenverkleidung wie z.B. Treppenbrüstung, Bodenbelag, Decken- oder Wandverkleidung einsetzbar ist oder zu einem Möbel, Einrichtungs- oder Gebrauchsgegenstand, wie z.B. eine Truhe, weiter verarbeitet werden kann. Vorzugsweise wird die Oberfläche anschliessend an die Karbonisierung gebürstet und/oder abgewaschen, wodurch sich die Oberfläche wieder entsprechend aufhellt.
[0007] Die Aufgaben werden auch gelöst durch eine Holzplatte, die nach einem der hier oder später beschriebenen Verfahren recycliert und dadurch veredelt ist sowie durch eine Verwendung einer derartigen Holzplatte als Fassadenverkleidung, Gebäude-Innenverkleidung, Möbel oder Inneneinrichtung oder zur Weiterverarbeitung, wobei mindestens die karbonisierte Oberfläche als sichtbare Fläche verwendet wird.
[0008] Das Verfahren zur Karbonisierung ist an sich seit langem als traditionelle japanische Holzbehandlungsmethode bekannt und wird in Japan auch Yakusui (Ankohlen) oder, in westlichen Ländern, Shou Sugi Ban genannt.
[0009] Die Vorteile von karbonisiertem Holz sind weitreichend. Es ist vor Fäulnis, Insekten- und Pilzbefall konserviert sowie UV- und witterungsbeständig, wasser- und ölabweisend. Dazu ist keine zusätzliche Behandlung notwendig. Bei der Karbonisierung wird die im Holz befindliche Zellulose teilweise durch Karamellisierung quervernetzt und teilweise verkohlt. Dadurch verändern sich verschiedene Materialeigenschaften wie Farbe, Geruch, Härte und biologische Abbaubarkeit.
[0010] Beim bekannten Verfahren werden vorwiegend hochwertige Neuhölzer verwendet. Bevorzugt werden Eiche, Nadelhölzer wie Fichte oder Lärche verwendet. Eingesetzt werden solche karbonisierten Hölzer vorwiegend in der Bauindustrie sowie für Möbel und Einrichtungsgegenstände wie beispielsweise Tischplatten oder Truhe.
[0011] Weil die Oberfläche hohen ästhetischen Ansprüchen unterliegt, wurden verunreinigte, beschädigte und mit Schadstoffen belasteten Holzplatten für dieses Verfahren nicht verwendet. Dies führte dazu, dass karbonisierte Hölzer sehr teuer und zudem nicht ökologisch waren.
[0012] Es hat sich aber nun gezeigt, dass durch das Beflammen Farbreste, Schmutz und Betonreste weggebrannt werden und die Lochkanten von Löchern und Ausbrüchen durch das Verfahren abgerundet werden. Der Abbrand rundet auch andere verletzte Stellen, beispielsweise verletzte Kanten, ansprechend ab. Durch anschliessendes Bürsten und/oder Abwaschen wird die karbonisierte Oberfläche sauber.
[0013] Die durch das Verfahren karbonisierte Oberfläche erfüllt trotz ihres früheren schlechten Zustandes die ästhetischen Anforderungen zur Nutzung, beispielsweise als Fassadenverkleidung, Gebäude-Innenverkleidung, Möbel oder zur Verwendung für Gebrauchsgegenstände. Aus einer gebrauchten, beschädigten und mit Schadstoffen belasteten Holzplatte wird durch das beschriebene Verfahren ein ästhetisch hochwertiges, nachhaltiges Produkt, aus Abfall geschaffen.
[0014] Dieses erfindungsgemässe Verfahren ist daher ökologischer als andere bekannte Recycling-Methoden von Holzplatten: Es schont die Ressourcen, fördert die nachhaltige Nutzung und reduziert den Abfall. Zudem ist das Verfahren ökonomisch, weil es durch geringe Kosten zu einer Wertsteigerung eines in grossen Mengen angebotenen Ausgangsmaterials führt. Das so entstandene Produkt ist sehr beliebt und gefragt, auch weil es durch Langlebigkeit überzeugt. Sollte es einmal nicht mehr gebraucht werden, beispielsweise auf Grund des Abbruchs des Hauses, in dem es eingesetzt wurde, so kann es immer noch geschreddert und stofflich verwertet oder thermisch verwendet werden.
[0015] Bei allfälligen Verletzungen der karbonisierten Oberfläche kann der Schaden leicht mit einem Heissluftföhn behoben werden, indem die Verletzung so lange damit geheizt wird, bis die gewünschte Karbonisierung an dieser Stelle erneut eingetreten ist.
[0016] Zudem bringt die verleimte Dreischicht-Holzplatte als Rohmaterial folgende Vorteile: Es zeigen sich keine Verwerfungen, weil das verleimte Holz sehr formstabil ist. Zudem bietet es durch seine Stabilität vielfältige Möglichkeiten, in kreative Formen zugeschnitten zu werden, um beispielsweise Mosaikmuster zu gestalten, mit geraden oder gerundeten Schnittlinien. An verleimten Dreischicht-Holzplatten, wie sie für das beschriebene Verfahren verwendet werden, können einfach Befestigungselemente angebracht werden, insbesondere auf deren Rückseiten, von der Vorderseite her unsichtbar. Im Gegensatz zu Massivholz-Platten spalten sich verleimte Holzplatten nicht, wenn Schrauben eingedreht werden. So lassen sich auf der Rückseite der bearbeiteten Schalungsplatte von der Oberfläche her nicht sichtbare Vorrichtungen anschrauben.
[0017] Beim vorliegenden Verfahren handelt es sich um effektives Recycling, also um die Wiederverwendung von wertvollen Holzressourcen, sogar um Upcycling. Die Nachfrage an nachhaltigen und ästhetisch ansprechenden Baumaterialien wächst in der Zeit der geforderten Kreislaufwirtschaft stetig an.
[0018] Der grösste Vorteil liegt aber in der Art des Ausgangsstoffes: Schalungstafeln werden industriell in grossen Mengen und daher kostengünstig hergestellt. Die normierten Produkte weisen in der Regel Materialstärken von 21 mm oder 27 mm auf. Sie bestehen aus verleimten Dreischicht-Holzplatten und sind dadurch hochwertig bezüglich Festigkeit, Formstabilität, Masshaltung und Oberflächenmusterung und sind in der Regel imprägniert. Sie können mehrmals benutzt werden, daher gibt es einen regen Markt mit gebrauchten Schalungstafeln, wobei verschiedene Qualitäten angeboten werden, von relativ neuen bis zu stark verschleissten Schalungstafeln. Abgesehen von der Nutzung als Betonschalungen werden Schalungstafeln oft auch für andere Zwecke verwendet, weil sie preisgünstig und hochwertig sind. Beispielsweise dienen sie während Bauarbeiten als Bodenplatten oder werden im Hobbybereich für Kleinbauten verwendet, beispielsweise für Kinderspielhäuser oder Geräteschuppen.
[0019] Am Ende ihrer Lebensdauer landen die Schalungstafeln fast alle im Schredder oder in der Verbrennungsanlage. Mit dem erfindungsgemässen Verfahren können auch stark verschleisste Schalungstafeln wiederverwendet und daher recycliert werden, wodurch ihre Lebensdauer noch um mehrere Jahrzehnte verlängert werden kann.
[0020] Durch die Verwendung gebrauchter Schalungstafeln kann das Rohmaterial für dieses Verfahren sehr kostengünstig erstanden werden, ohne dass es anderswo fehlt und ohne dass dafür zusätzliche Bäume gefällt werden müssen. Zudem sind durch die Standardisierung verschiedene Chargen beliebig kombinierbar, vorzugsweise wird nach Materialstärke von 21 mm resp. 27 mm sortiert.
[0021] Es gilt zu beachten, dass keine Reinigungsarbeiten auf den Oberflächen der gebrauchten Holzplatten erforderlich sind, um sie mit dem beschriebenen Verfahren zu behandeln. Alle Farben und Lacke sowie alle Schmutzablagerungen auf der Oberfläche wie Beton, Staub, und Schmutz werden bei der Karbonisierung entfernt. Daher werden bereitgestellte, verschmutzte Holzplatten direkt mit dem beschriebenen Verfahren veredelt, ohne reinigende Vorarbeiten daran vorzunehmen.
[0022] Zusammengefasst betreffen die Vorteile des beschriebenen Verfahrens sowie der so erzeugten Produkte und deren Verwendung die nachhaltige Beschaffung, Ressourcen-Schonung, Langlebigkeit, Energieeffizienz, Ästhetik, Montagefreundlichkeit, Wartungsfreundlichkeit und Umweltfreundlichkeit, also insbesondere ökonomische und ökologische Vorteile.
[0023] In der Folge werden weitere vorteilhafte Verfahren beschrieben.
[0024] Vorzugsweise wird die veredelte Holzplatte anschliessend nach Bedarf zugeschnitten. Dabei können die bevorzugten Bereiche der Holzplatte ausgesucht und schadhafte Randstellen sowie Ausbrüche und Bereiche früher erzeugter Aussparungen durch den Zuschnitt entfernt werden. Je nach Verwendung werden alle Seiten der veredelten Holzplatte zugeschnitten. Zudem können eine oder mehrere, vorzugsweise alle der durch den Zuschnitt entstandenen Kanten sowie mindestens Teile der durch den Zuschnitt erzeugten Schnittflächen, ggf. die gesamten Schnittflächen, ebenfalls durch Hitzeeinwirkung karbonisiert werden. Das Ausmass der Hitzeeinwirkung hängt im Wesentlichen davon an, welche Kanten und allenfalls Schnittflächen oder Teile davon nach der Montage noch sichtbar sind. Daher kann es von Vorteil sein, auch die Rückseite durch Hitzeeinwirkung zu karbonisieren, wenn beide Seiten der veredelten Holzplatte später sichtbar sind.
[0025] Zudem können anschliessend mindestens die karbonisierte Oberfläche, vorzugsweise alle karbonisierten Flächen gebürstet werden, um lose Partikel zu entfernen und um den Schwärzegrad wunschgemäss zu verringern. Dadurch entstehen verschiedenfarbige Oberflächen, die entsprechend kreativ zusammengestellt werden können. Die Oberflächen können auch abgewaschen werden. Eine Oberflächenbehandlung ist auch möglich, beispielsweise mit Öl oder Wachs.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0026] Im Folgenden wird die Erfindung in verschiedenen Figuren dargestellt und mit Hilfe der später erläuterten Bezugszeichen näher erklärt. Es zeigen: Fig. 1 Eine schematische Darstellung einer gebrauchten, verleimten Holzplatte, mit Schadstellen; Fig. 2 Die Erhitzung einer Holzplatte durch Beflammung nach Fig. 1 zur Entfernung von Farbresten, Schmutz und Betonresten; Fig. 3 Die Beflammung einer Holzplatte nach Fig. 1 an einem Loch mit einer Lochkante; Fig. 4 Eine schematische Darstellung einer erfindungsgemässen veredelten, verleimten Holzplatte, nach der Beflammung, zur Vorbereitung für eine Verwendung; Fig. 5 Eine schematische Darstellung einer zugeschnittenen, veredelte Holzplatte nach Fig. 4, zum Verwenden; Fig. 6 Fotografien a) von gebrauchten Schalungstafeln mit Schadstellen und teilweise mit Bruchstellen oder geschnittenen Aussparungen; b) einer Beflammung von gebrauchten Holzplatten; c) von karbonisierten Oberflächen ohne resp. nach unterschiedlich starken Bürstungen; d) eines Fassadenausschnitts; e) eines Ausschnitts einer Raum-Innenverkleidung.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0027] InFig. 1ist eine gebrauchte Holzplatte 1 dargestellt mit einer Oberfläche 2 und einer dieser Oberfläche 2 gegenüberliegenden Rückseite 3. Die gebrauchte Holzplatte 1 ist eine gebrauchte Schalungstafel 1 und besteht aus einer verleimten Dreischicht-Holzplatte. Auf der Oberfläche 2 sind Schadstellen 4, 5 dargestellt, die durch den früheren Gebrauch der Holzplatte 1 entstanden sind. Diese Schadstellen 4, 5 umfassen einerseits Farbreste, Schmutz und/oder Betonreste 4 und andererseits Löcher mit Lochkanten 5, die jeweils auf der Oberfläche 2 ausgestaltet sind. Zudem können Bruchstellen 6 oder geschnittene Aussparungen an der Kontur der gebrauchten Holzplatte 1 ausgeprägt sein. Eine Aussparung 6 ist in Fig. 1 als fehlender Bereich einer Holzplatte 1 dargestellt, in denFiguren 2-4ist sie als Bruchstelle 6 schematisch dargestellt. Siehe auchFig. 6a.
[0028] Die Schadstellen 4, 5 und Bruchstellen oder Aussparungen 6 sind beispielsweise als Folge eines früheren Gebrauchs als Betonschalungstafel entstanden. Sie können aber auch bei einem anderen früheren Gebrauch entstanden sein, denn solche Schalungstafeln werden universell für vielerlei Anwendungen benutzt.
[0029] Beim erfindungsgemässen Verfahren zum Recyclieren einer gebrauchten Holzplatte 1 wird eine gebrauchte Holzplatte 1 nachFig. 1bereitgestellt, welche mindestens eine dieser angegebenen Schadstellen 4, 5 aufweist. Die verschmutzte Oberfläche 2 muss zur Vorbereitung für die weitere Verwendung nicht gereinigt werden. Anschliessend wird mindestens die Oberfläche 2 durch Hitzeeinwirkung, beispielsweise durch Beflammung karbonisiert, wie inFig. 2 und 3dargestellt. Dazu wird beispielsweise mit einem Brenner 11 die Oberfläche 2 abgebrannt. Dies wird so lange ausgeführt, bis alle vorhandenen Farbreste, Schmutz und/oder Betonreste 4 auf der Oberfläche 2 abgebrannt sind (Fig. 2) und allfällige Lochkanten 5 der Löcher durch Abbrennen abgerundet sind (Fig. 3), und bis eine gewünschte schwarz-braune Färbung an der Oberfläche 2 eingetreten ist. Durch dieses erfindungsgemässe Verfahren der Karbonisierung wird die gebrauchte Holzplatte 1 zu einer erfindungsgemässen, veredelten Holzplatte 9, dargestellt inFig. 4und5. Diese weist eine schmutzfreie Oberfläche mit allenfalls unauffälligen Lochkanten 5 auf und ist gleichmässig ästhetisch geschwärzt resp. gebräunt, wobei, je nach Stärke der Hitzeeinwirkung, die natürliche Maserung der Oberfläche 2 durch farbliche Abstimmung hervorgehoben ist. Die Oberfläche 2 ist nun durch die Karbonisierung nicht nur ästhetisch veredelt, sie ist auch witterungsbeständig, Wasser- und Öl abweisend und schützt vor Insekten- und Pilzbefall sowie vor Fäulnis.
[0030] Zum Karbonisieren durch Hitzeeinwirkung kann anstelle des Brenners 11 auch ein Feuer entfacht werden, gemäss der traditionellen japanischen Methode, das kontrolliert die Oberfläche 2 abbrennt. Alternativ kann ein Heissluftföhn verwendet werden, der die nötige Hitze erzeugt, damit die Karbonisierung eintritt. Auch die Verwendung von hochenergetischem Licht wie das eines Lasers oder von gebündeltem Sonnenlicht kann zum gewünschten Ergebnis führen. Zudem sind weitere Arten der Karbonisierung durch Zufuhr von Wärmeenergie möglich, beispielsweise durch Infrarotstrahlung.
[0031] Durch die hohe Qualität dieser Oberfläche 2 kann die veredelte Holzplatte 9 nun als Fassadenverkleidung, Gebäude-Innenverkleidung, Möbel oder Gebrauchsgegenstand 10 eingesetzt werden.
[0032] Dazu kann die veredelte Holzplatte 9 nach Belieben zugeschnitten werden, insbesondere auch, um Bruchstellen 6 an der Kontur der veredelten Holzplatte 9 zu entfernen, wie inFig. 5dargestellt ist.
[0033] Durch einen solchen Zuschnitt an einer Schnittlinie S (Fig. 4) entstehen Kanten 7 sowie Schnittflächen 8 (Fig. 5). Vorzugsweise werden in der Folge eine oder mehrere, vorzugsweise alle der durch den Zuschnitt entstandenen Kanten 7 sowie mindestens Teile der durch den Zuschnitt erzeugten Schnittflächen 8, vorzugsweise die gesamten Schnittflächen 8, ebenfalls durch Hitzeeinwirkung karbonisiert. Insbesondere sollten diejenigen Kanten 7 und Abschnitte von Schnittflächen 8 karbonisiert werden, welche im späteren Einsatz sichtbar sind, damit eine gleichmässige Ästhetik erzeugt wird. Allenfalls sollte auch die Rückseite 3 durch Hitzeeinwirkung karbonisiert werden, wenn diese später sichtbar ist.
[0034] Da Schalungstafeln 1 in der Regel bereits imprägniert sind, besteht nicht die Gefahr, dass nicht sichtbare Schnittflächen 8 oder die Rückseite 3, welche nicht karbonisiert sind, zu verwittern oder zu verfaulen drohen.
[0035] In einem bevorzugten Verfahren werden anschliessend mindestens die karbonisierte Oberfläche 2, vorzugsweise alle karbonisierten Flächen gebürstet, um lose Partikel zu entfernen und um den Schwärzegrad wunschgemäss zu verringern. Dadurch kommt die natürliche Maserung der Oberfläche 2 noch mehr zur Geltung.
[0036] Um zu verhindern, dass die karbonisierte Oberfläche 2 bei einer Berührung an den Händen abfärbt, kann sie gewaschen und/oder gebürstet werden. Zudem kann eine Schutzschicht aufgetragen werden, vorzugsweise aus Öl, Wachs ist auch möglich. Dies ist insbesondere bei Möbeln, Gebrauchsgegenständen und Raum-Innenverkleidungen vorteilhaft.
[0037] Eine erfindungsgemäss recyclierte Holzplatte 9 ist veredelt: Ihr Wert ist nach dem hier beschriebenen Verfahren viel höher als vor der Behandlung als gebrauchte Holzplatte 1. Daher wird durch dieses Verfahren ein Upcycling erreicht.
[0038] Solche veredelte Holzplatten 9 können als Fassadenverkleidung, Gebäude-Innenverkleidung, Möbel oder Gebrauchsgegenstände 10 eingesetzt werden, wobei mindestens die karbonisierte Oberfläche 2 als sichtbare Fläche verwendet wird. InFig. 6sind verschiedene Beispiele als Fotografien wiedergegeben, in denen das Verfahren sowie Anwendungsbeispiele von erfindungsgemäss veredelten Holzplatten 9 dargestellt sind.
[0039] Fig. 6azeigt Schalungstafeln vor der Veredelung durch die Karbonisierung, wie sie auf dem Gebrauchtwarenmarkt angeboten werden. InFig. 6bwerden die Oberflächen 2 mit einem Brenner 11 karbonisiert.Fig. 6czeigt karbonisierte Oberflächen, welche, wie im Bild ganz links dargestellt, ungebürstet ist, und, nach rechts folgend, stets etwas stärker gebürstet wurden. InFig. 6dist ein Fassadenausschnitt dargestellt und inFig. 6eein Ausschnitt einer Raum-Innenverkleidung mit Holzplatten verschiedener Schwärzegrade.
[0040] Das erfindungsgemässe Verfahren hat insbesondere den Vorteil, dass standardisierte Holzplatten, die ausgedient haben und nur noch geschreddert oder thermisch verwertet werden können, die daher sehr kostengünstig und in grossen Mengen erworben werden können, zu hochwertigen Produkten veredelt werden können.
[0041] Daher ist das Verfahren besonders ökologisch, es werden keine neuen Ressourcen gebraucht, das Holz kann noch viele Jahre benutzt werden.
Bezugszeichenliste
[0042] 1 Gebrauchte Holzplatte, gebrauchte Schalungstafel 2 Oberfläche 3 Rückseite 4 Schadstelle: Farbreste, Schmutz, Betonreste 5 Schadstelle: Loch mit Lochkante 6 Bruchstelle an der Kontur (der Holzplatte) oder geschnittene Aussparung 7 Kante nach Zuschnitt 8 Schnittfläche nach Zuschnitt 9 Holzplatte, veredelt 10 Fassadenverkleidung, Gebäude-Innenverkleidung, Möbel, Einrichtungsgegenstand 11 Brenner S Schnittlinie

Claims (7)

1. Verfahren zum Recyclieren einer gebrauchten Holzplatte (1), dadurch gekennzeichnet, dass als gebrauchte Holzplatte eine gebrauchte Schalungstafel (1) mit einer Oberfläche (2) und einer ihr gegenüber liegenden Rückseite (3) bereitgestellt wird, wobei die Schalungstafel (1) aus einer verleimten Dreischicht-Holzplatte besteht und durch den früheren Gebrauch Schadstellen (4, 5) wie Farbreste, Schmutz, Betonreste (4) und/oder Löcher mit Lochkanten (5) aufweist, beispielsweise als Folge eines früheren Gebrauchs als Betonschalungstafel, und dass mindestens die Oberfläche (2) durch Hitzeeinwirkung, beispielsweise durch Beflammung, karbonisiert wird, bis alle Schadstellen (4) auf der Oberfläche (2) abgebrannt und/oder die Lochkanten (5) durch Abbrennen abgerundet sind, und bis eine gewünschte schwarz-braune Färbung an der Oberfläche (2) eingetreten ist, sodass die gebrauchte Holzplatte (1) durch die Karbonisierung zu einer veredelten Holzplatte (9) wird, die als Fassadenverkleidung (10), Gebäude-Innenverkleidung, Möbel oder Inneneinrichtung einsetzbar ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die veredelte Holzplatte (9) anschliessend nach Bedarf zugeschnitten wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere, vorzugsweise alle der durch den Zuschnitt entstandenen Kanten (7) sowie mindestens Teile der durch den Zuschnitt erzeugten Schnittflächen (8), vorzugsweise die gesamten Schnittflächen (8), ebenfalls durch Hitzeeinwirkung karbonisiert werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auch die Rückseite (3) durch Hitzeeinwirkung karbonisiert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens die karbonisierte Oberfläche (2), vorzugsweise alle karbonisierten Flächen anschliessend gebürstet und/oder abgewaschen werden, um lose Partikel zu entfernen und um den Schwärzegrad wunschgemäss zu verringern.
6. Holzplatte (9), recycliert und veredelt nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
7. Verwendung einer Holzplatte (9) nach Anspruch 6 als Fassadenverkleidung, Gebäude-Innenverkleidung, Möbel oder Gebrauchsgegenstand (10), wobei mindestens die karbonisierte Oberfläche (2) als sichtbare Fläche verwendet wird.
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