CH721670A2 - Sortieranlage mit einer weichenvorrichtung zum sortieren von fördergütern und verfahren zum sortieren von fördergütern - Google Patents
Sortieranlage mit einer weichenvorrichtung zum sortieren von fördergütern und verfahren zum sortieren von fördergüternInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft also eine Sortieranlage zum Sortieren von Fördergütern, enthaltend einen Sortierförderer mit einer Mehrzahl von entlang einer Förderbahn (B) angeordneten Fördereinheiten (5) zum Fördern der Fördergüter entlang der Förderbahn (B), sowie eine entlang des Sortierförderers seitlich angeordnete Abgabezone mit einer Mehrzahl von entlang der Förderbahn (B) aufeinanderfolgend angeordneten Abgabesektionen (23) zum Abgeben von Fördergütern vom Sortierförderer an die Abgabesektionen (23), wobei die Abgabesektionen (23) über Begrenzungselemente (25) voneinander abgegrenzte Gleitgassen (24) ausbilden; und eine Steuerungseinrichtung zum Steuern der Abgabe der Fördergüter an die Abgabesektionen (23). Die Abgabesektion (23) enthält eine Weicheneinrichtung (70) mit ansteuerbaren Weichenelementen (72) zum weiteren Unterteilen des Fördergutstromes. Die Steuerungseinrichtung ist ferner dazu ausgelegt, die Weichenelemente (72) so anzusteuern, dass die Fördergüter an einen vorbestimmten Zielort zugeführt werden.
Description
[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiet der Förder- und Sortiertechnik und betrifft eine Sortieranlage zum Sortieren von Fördergütern, welche von einem Sortierförderer entlang einer Abgabezone an Abgabesektionen abgegeben werden.
[0002] In Sortieranlagen werden Fördergüter mittels eines Sortierförderers in eine Abgabezone gefördert und entlang einer Abgabestrecke nach definierten Kriterien, wie z. B. Produktart, Empfängeradresse, Form, Grösse, Gewicht, etc. an Abgabesektionen abgegeben. Der Sortierförderer enthält hierzu Fördereinheiten, wie beispielsweise Förderschalen, mittels welchen die Fördergüter in die Abgabezone gefördert werden.
[0003] Die Fördergüter werden entlang der Abgabestrecke jeweils gezielt mittels einer Steuerungseinrichtung vom Sortierförderer an eine Abgabesektion abgegeben und einer der Abgabesektion nachgeordneten Zielort bzw. einer Übernahmeeinrichtungen in Form eines Sammelbehälters zugeführt, welche einer Weiterverarbeitung zugeführt werden kann.
[0004] Die Abgabe bzw. Bewegung der Fördergüter von den Fördereinheiten des Sortierförderers an die Abgabesektionen erfolgt in der Regel ungeführt und passiv durch Abgleiten der Fördergüter von den Fördereinheiten auf einer geneigten Rutsche. Passive Bewegung bedeutet, dass die Fördergüter bei der Abgabe durch ihre vom Sortierförderer erhaltene kinetische Energie sowie durch Schwerkraftunterstützung bewegt werden.
[0005] Die unter dem Einfluss der Trägheitskraft der Förderbewegung sowie der Schwerkraft abgleitenden Fördergüter bewegen sich dabei entlang einer parabelartigen Kurvenbahn, auch Abwurfparabel oder Abgleitparabel genannt, von den Fördereinheiten des Sortierförderers in die entsprechenden Abgabesektionen.
[0006] Die Abgabe der Fördergüter von den Fördereinheiten an die Abgabesektionen wird über die Steuerungseinrichtung mittels entlang der Förderbahn stationär angeordneten Auslöseeinrichtungen ausgelöst. Dabei kann jeweils jeder Abgabesektion mindestens eine Auslöseeinrichtung zugeordnet sein. Die Auslöseeinrichtungen definieren jeweils eine einzelne Auslöseposition für die sich an der Auslöseeinrichtung vorbei bewegenden Fördereinheiten.
[0007] Die Abgabe der Fördergüter an eine vorbestimmte Abgabesektion wird ausgelöst, sobald die Fördereinheit diese Auslöseposition erreicht bzw. passiert. Die Auslöseposition der Fördereinheit entlang der Förderbahn ist so festgelegt, dass das Fördergut unter Berücksichtigung seiner an der Auslöseposition beginnenden, parabelartigen Bewegungsbahn bzw. Abgleitbahn während der Abgabe zuverlässig in die vorgesehene Abgabesektion abgegeben wird.
[0008] Das Fördergut wird an eine Abgabesektion abgegeben. Das Fördergut wird entlang der Förderbahn des Sortierförderers bei gleichbleibender Fördergeschwindigkeit vielmehr innerhalb eines Förderwegabschnitts bzw. Förderbahnabschnitts an die Abgabesektion abgegeben. Der Förderbahnabschnitt kann insbesondere der Längenausdehnung der Fördereinheit entsprechen.
[0009] Die Ausdehnung der Abgabesektionen entlang der Förderbahn des Sortierförderers muss entsprechend ausreichend dimensioniert werden, so dass die Fördergüter, zuverlässig an der korrekten Abgabesektion abgegeben werden. Dies bedingt, dass die Abgabesektion deutlich breiter sind als die Fördergüter.
[0010] Es ist nun ein Bestreben, die Abgabezone der Sortieranlage und somit die dazugehörige Abgabeeinrichtung möglichst kompakt auszubilden, so dass in einer Abgabezone möglichst viele Abgabeplätze untergebracht werden können bzw. dass sich die Abgabezone über einen möglichst kleinen Förderbahnabschnitt des Sortierförderers erstreckt. Dadurch kann einerseits Platz gespart und andererseits können auf derselben Fläche mehr Abgabeplätze untergebracht werden, welches die Flexibilität bei der Sortierung von Fördergütern erhöht.
[0011] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine gattungsgemässe Sortieranlage mit einer Abgabeeinrichtung vorzuschlagen, welche möglichst kompakt ausgebildet ist, wobei die Breite der Abgabesektionen pro Abgabeplatz entlang der Förderbahn des Sortierförderers möglichst klein sein soll. Eine kompakte Bauweise erhält man beispielsweise, wenn die Abgabesektion im Verlauf der Rutsche verengt werden kann oder wenn pro Abgabesektion mehrere Zielorte zugeordnet werden können.
[0012] Es ist ferner eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine gattungsgemässe Sortieranlage insbesondere mit einer Auslöseeinrichtung vorzuschlagen, welche unabhängig von der Lage der Fördergüter auf den Fördereinheiten eine möglichst genaue Abgabe der Fördergüter an die Abgabesektionen erlaubt und eine weitere Unterteilung der Abgabesektionen in zweite Abgabesektionen durchgeführt werden kann.
[0013] Die Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche 1 und 13 gelöst. Die abhängigen Ansprüche umfassen besondere Weiterbildungen und Ausführungsformen der Erfindung.
[0014] Die Erfindung betrifft also eine Sortieranlage zum Sortieren von Fördergütern eines Fördergutstromes, enthaltend: – einen Sortierförderer mit einer Mehrzahl von entlang einer Förderbahn angeordneten Fördereinheiten zum Fördern der Fördergüter entlang der Förderbahn; – eine entlang des Sortierförderers seitlich angeordnete Abgabeeinrichtung mit einer Mehrzahl von entlang der Förderbahn aufeinanderfolgend angeordneten Abgabesektionen zum Abgeben von Fördergütern vom Sortierförderer an die Abgabesektionen, wobei die Abgabesektionen über Begrenzungselemente voneinander abgegrenzte Gleitgassen ausbilden; – eine Steuerungseinrichtung zum Steuern der Abgabe der Fördergüter an die Abgabesektionen.
[0015] Erfindungsgemäss enthält nun die Abgabeeinrichtung eine Weicheneinrichtung mit schaltbare Weichenelementen zum weiteren Unterteilen des Fördergutstromes und die Steuerungseinrichtung ist ferner dazu ausgelegt, die Ansteuerung der Weichenelementen so durchzuführen, dass das Fördergut an einen vorbestimmten Zielort zugeführt wird.
[0016] Ferner enthält nun die Abgabesektion eine Weicheneinrichtung um den Fördergutstrom zu unterteilen. Die Steuerungseinrichtung ist nun dazu ausgelegt, die Weichenelemente so anzusteuern, dass der Fördergüterstrom weiter aufgeteilt werden kann. Die Steuerungseinrichtung ist insbesondere dazu ausgelegt, die Weichenelemente so anzusteuern, dass der Fördergüterstrom in weitere vier Teilströme aufgeteilt werden kann.
[0017] Die erfindungsgemässe Sortieranlage umfasst eine Steuerungseinrichtung die dazu ausgelegt ist, die Weichenelemente einer Weicheneinrichtung wechselseitig anzusteuern.
[0018] Die Weichenelemente der erfindungsgemässen Sortieranlage sind um eine Drehachse schwenkbaren angeordnet und insbesondere um eine untere Drehachse schwenkbar angeordnet.
[0019] Besonders vorteilhaft weisst die Sortieranlage Weichenelemente aus, die um eine Drehachse im Wesentlichen im Bereich des Gleitbodens der Gleitgassen schwenkbar angeordnet sind.
[0020] Bei der erfindungsgemässen Sortieranlage sind die schaltbaren Weichenelemente mittels eines Antriebs schaltbar, insbesondere mittels eines elektrischen, mechanischen oder pneumatischen Antriebes schaltbar.
[0021] Die vorteilhafte Sortieranlage verfügt über einen Sortierförderer in Form eines Schalenförderer, insbesondere ein Kippschalenförderer, wobei die Fördereinheit eine Förderschale, insbesondere eine Kippschale ist.
[0022] Die erfindungsgemässe Sortieranlage besitzt Abgabesektionen mit mehrere, hintereinander kaskadierten Weichenvorrichtungen.
[0023] Beim erfindungsgemässe Verfahren zum Sortieren von Fördergütern eines Fördergutstromes werden die Fördergüter in Fördereinheiten eines Sortierförderers in Förderrichtung entlang von seitlich zum Sortierförderer angeordneten Abgabesektionen einer Abgabezone gefördert und über eine Steuerungseinrichtung gezielt in vorbestimmte Abgabesektionen der Abgabezone abgegeben wobei die abgegebenen Fördergüter in der Abgabesektionen Weicheneinrichtungen passieren, die dazu ausgelegt sind mittels der Steuerung die schaltbaren Weichenelementen so anzusteuern, dass ein weiteres Unterteilen des Fördergüterstromes erfolgt und die Weichenelemente so einstellt, dass das Fördergut einem vorbestimmten Zielort zugeführt wird.
[0024] Beim vorteilhaften Verfahren zum Sortieren der Fördergüter werden die Fördereinheiten in Form von Förderschalen mit schwenkbaren Seitenwänden eingesetzt, welche über eine Auslöseeinrichtungen ein Herunterschwenken der schwenkbaren Seitenwände zwecks Abgabe der Fördergüter an die Abgabesektionen bewirkt.
[0025] Durch das erfinderische Verfahren werden die Fördergüter bei der Abgabe von den Fördereinheiten auf eine Gleitfläche abgleiten und über diese entlang der Gleitfläche in die mittels Begrenzungselementen voneinander abgegrenzten Gleitgassen der Abgabesektionen geführt.
[0026] Eine wichtige Erkenntnis der vorliegenden Erfindung liegt also darin, die Abgabe der Fördergüter an fixen Auslösepositionen der Förderschalen entlang der Förderbahn auszulösen und der Fördergutstrom in den Abgabesektionen weiter zu unterteilen um so mehr Zielorte mit Fördergütern bedienen zu können.
[0027] Die Fördereinheiten des Sortierförderers weisen insbesondere dieselben Dimensionen auf und sind ganz besonders identisch ausgebildet.
[0028] Die vorliegende Erfindung ist insbesondere auf einen als Schalenförderer, insbesondere als Kippschalenförderer ausgebildeten Sortierförderer ausgerichtet. Die Fördereinheiten des Schalen- bzw. Kippschalenförderers sind entsprechend Förderschalen, insbesondere Kippschalen.
[0029] Die Förderschalen können, z. B. über eine Förderkette, miteinander verkettet sein. Die Förderkette kann Laufrollen umfassen, mittels welchen die Förderkette entlang einer Führungsvorrichtung, wie Führungsschiene oder Führungskanal abrollt. Die einzelnen Kettenglieder der Förderkette können mit Laufrollen an den Laufwagen ausbildet sein.
[0030] Die Führungsvorrichtung gibt die Förderbahn des Sortierförderers vor. Durch die Verkettung der Förderschalen sind diese während ihrer Förderung gleichmässig und konstant voneinander beabstandet. Überdies bewegen sich sämtliche Förderschalen mit derselben Fördergeschwindigkeit entlang der Förderbahn.
[0031] Die Förderschalen können auf Laufwagen angeordnet sein, welche miteinander gelenkig verbunden sind und so eine Förderkette ausbilden. Die Laufwagen können über die Laufrollen in einem Führungskanal geführt sein. Der Sortierförderer ist insbesondere ein Endlosförderer.
[0032] Bei einem als Kippschalenförderer ausgebildeten Schalenförderer lassen sich die Förderschalen zwecks Abgabe der Fördergüter mindestens auf eine und insbesondere auf beide Seiten quer zur Förderrichtung kippen bzw. neigen. Die Kippschalen lassen sich insbesondere zu einer ersten Abgabeseite hin und zu einer der ersten Abgabeseite gegenüber liegenden zweiten Abgabeseite hin quer zur Förderrichtung kippen bzw. neigen.
[0033] Die Kippbewegung in eine Kippstellungen bewirkt eine Neigung der Auflagefläche bzw. des Förderschalenbodens der Kippschalen. Die Kippbewegung erfolgt insbesondere durch eine Schwenkbewegung der Kippschale um eine Schwenkachse. Die Kippachse bzw. Schwenkachse liegt insbesondere parallel zur Förderrichtung. Die Schwenkachse kann aber zur Förderrichtung abgewinkelt orientiert sein.
[0034] Die Kippschalen können hierzu mit einem Kippmechanismus wirkverbunden sein. Der Kippmechanismus ist insbesondere zwischen der Förderkette bzw. Laufwagen und der Kippschale angeordnet und verbindet diese miteinander.
[0035] Die Kippschalen werden in Förderrichtung betrachtet insbesondere an einer vor der Abgabezone bzw. der Abgabeeinrichtung angeordneten Kippeinrichtung in eine gekippte bzw. geneigte Lage gebracht und in gekippter bzw. geneigter Lage bzw. Stellung durch die Abgabezone bzw. entlang der Abgabesektionen bewegt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Kippschalen Seitenwände aufweisen, und die Abgabe der Fördergüter durch ein Herunterschwenken der Seitenwände erfolgt.
[0036] Es ist aber auch denkbar, dass die Förderschalen erst bei der Abgabe der Fördergüter gekippt werden. Entsprechend wird die Abgabe der Fördergüter durch das Kippen der Förderschalen ausgelöst.
[0037] Während der Förderung ausserhalb der Abgabezone und insbesondere während der Beschickung der Förderschalen mit Fördergütern entlang einer Beschickungsstrecke, sind die Kippschalen in einer Förderposition insbesondere nicht gekippt, d.h. insbesondere horizontal ausgerichtet. Entsprechend werden die Kippschalen insbesondere an einer ausgangs der Abgabezone angeordneten Rückstelleinrichtung wieder in ihre horizontale ausgerichtete Förderposition zurückbewegt.
[0038] Die Förderschalen weisen insbesondere einen Förderschalenboden auf, welchem die Fördergüter aufliegen. Ferner weisen die Förderschalen insbesondere mindestens eine Seitenwand auf. Der Förderschalenboden und die mindestens eine Seitenwand bilden einen Aufnahmeraum zur Aufnahme eines Förderguts auf. Der Förderschalenboden ist insbesondere vollständig von Seitenwänden umgeben.
[0039] Die Förderschalen weisen jeweils insbesondere eine erste und eine dieser gegenüberliegende zweite Seitenwand auf. Die Förderschalen sind in Draufsicht insbesondere rechteckig ausgebildet.
[0040] Die mindestens eine Seitenwand bzw. die erste und zweite Seitenwand sind zwecks Abgabe des Fördergutes an eine Abgabesektion insbesondere quer zur Förderrichtung zu einer Abgabeseite hin von einer Rückhaltestellung in eine Abgabestellung seitlich nach unten schwenkbar.
[0041] So kann eine in Förderrichtung linke Seitenwand seitlich nach unten zu einer linken Abgabeseite hin schwenkbar sein. So kann eine in Förderrichtung rechte Seitenwand seitlich nach unten zu einer rechten Abgabeseite hin schwenkbar sein. So können in Förderrichtung linke und rechte Seitenwände seitlich nach unten zu einer linken bzw. rechten Abgabeseite hin schwenkbar sein.
[0042] Die schwenkbare Seitenwand ist insbesondere über ein Gelenk, wie Scharnier, mit der Förderschale bzw. dem Förderschalenboden verbunden.
[0043] Das Herunterschwenken der schwenkbaren Seitenwand ist insbesondere über ein Auslöseorgan einer Auslöseeinrichtung auslösbar. Das Auslösen des Herunterschwenkens kann über einen Hebelmechanismus erfolgen. So kann das Auslöseorgan z. B. eine Verriegelung oder Selbsthemmung der Seitenwand lösen. Das Auslöseorgan bzw. die Auslöseeinrichtung kann auch dazu ausgelegt sein, die Seitenwand entgegen einer Rückstellkraft von der Rückhaltestellung in eine Abgabestellung zu bewegen.
[0044] Das Herunterschwenken der Seitenwand in die Abgabestellung kann durch die Schwerkraft, durch die Federkraft eines vorgespannten Federelementes oder durch eine vom Auslöseorgan bzw. von der Auslöseeinrichtung auf die Seitenwand ausgeübte Auslösekraft erfolgen.
[0045] Die Auslöseeinrichtung kann Schienen, Rollen, oder Gleitführungen bzw. Kulissenführungen aufweisen.
[0046] Das Heraufschwenken der Seitenwand in die Rückhaltestellung kann über ein Steuerorgan erfolgen, welches die Seitenwand z. B. wieder in eine Verriegelungsstellung zurückbewegt. Das Steuerorgan kann eine stationäre Steuerkulisse sein, über welche die heruntergeklappte Seitenwand aufgerichtet und in ihre Rückhaltestellung zurück geschwenkt wird. Am Ende der Steuerkulisse kann eine frei drehende Andrückrolle angeordnet sein, welche die aufgerichtete Seitenwand in eine Verriegelungsstellung bzw. in eine Selbsthemmung drückt. Die Andrückrolle kann eine Hülse bzw. einen Mantel aus Kunststoff, wie Schaumstoff oder Gummi, besitzen.
[0047] Die Förderschale kann einen Verriegelungs- oder Selbsthemmungsmechanismus aufweisen, welcher die schwenkbare Seitenwand in der Rückhaltestellung verriegelt bzw. in einer Selbsthemmung hält. Der Verriegelungs- bzw. Selbsthemmungsmechanismus kann insbesondere über das Auslöseorgan der Auslöseeinrichtung gelöst werden und so zu einem Herunterschwenken der Seitenwand führen.
[0048] Die heruntergeschwenkte Seitenwand bildet in der Abgabezone insbesondere eine seitliche Gleit- bzw. Rutschfläche für das abzugebende Fördergut aus.
[0049] Der Schalenförderer, bzw. Kippschalenförderer muss jedoch nicht zwingend Seitenwände aufweisen. So kann vorgesehen sein, dass die Förderschalen jeweils eine konkave Vertiefung bzw. Mulde ausbilden, in welcher das Fördergut liegt. Bei einem solchen Schalenförderer wird die Abgabe der Fördergüter durch Kippen der Förderschale an der Auslöseposition ausgelöst. Entsprechend löst hier das Auslöseorgan der Auslöseeinrichtung die Kippbewegung der Förderschale an der Auslöseposition aus.
[0050] Die Sortieranlage enthält insbesondere eine Mehrzahl von Auslöseeinrichtungen mit jeweils mindestens einem Auslöseorgan zum Auslösen der Abgabe der Fördergüter von der Fördereinheit an die Abgabesektionen. So kann jeder Abgabesektion jeweils mindestens eine Auslöseeinrichtung mit mindestens einem Auslöseorgan zugeordnet sein.
[0051] So kann der Sortierförderer je nach Art der zu sortierende Charge an Fördergütern mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten betrieben werden.
[0052] So muss z. B. die Abgabe eines mit einer höheren Geschwindigkeit V1 geförderten Förderguts früher ausgelöst werden als die Abgabe eines mit einer niedrigeren Geschwindigkeit V2 geförderten Förderguts, um die Fördergüter an dieselbe Abgabesektion abzugeben. Dies, weil die Abgleitbahn des mit der höheren Geschwindigkeit V1 geförderten Förderguts eine grössere Bewegungskomponente in Förderrichtung des Sortierförderers aufweist als die Abgleitbahn des mit der niedrigeren Geschwindigkeit V2 geförderten Förderguts.
[0053] Erfindungsgemäss sind das Auslöseorgan und das Kontaktelement dazu ausgelegt, die Abgabe des Fördergutes an einer innerhalb eines Förderbahnabschnitts liegenden Auslöseposition der Förderschale auszulösen, wobei die Auslöseposition der Förderschale innerhalb des Förderbahnabschnittes frei bestimmbar ist.
[0054] Das Kontaktelement der Förderschale bzw. dessen Kontaktfläche bewegt innerhalb des Förderbahnabschnitts zusammen mit der Förderschale insbesondere am ortsfesten Auslöseorgan bzw. an dessen Kontaktfläche vorbei. Die Auslöseeinrichtung bzw. das Auslöseorgan ist in Förderrichtung betrachtet insbesondere vor bzw. mindestens teilweise vor der Abgabesektion angeordnet.
[0055] Die Abgabeeinrichtung kann im Übrigen beidseits vom Sortierförderer angeordnete Abgabesektionen umfassen, so dass Fördergüter zu beiden Seiten des Sortierförderers an Abgabesektionen abgegeben werden können.
[0056] Die Abgabesektionen können mit ihren Gleitgassen und den Begrenzungselementen unmittelbar seitlich an den Sortierförderer anschliessen.
[0057] Es ist allerdings auch möglich, dass die Abgabeeinrichtung einen sich entlang der Förderbahn des Sortierförderers sowie der Abgabesektionen erstreckenden und zwischen dem Sortierförderer und den Gleitgassen der Abgabesektionen angeordneten, insbesondere durchgängigen Gleitflächen, auch Vorrutsche genannt, umfasst.
[0058] Die Gleitfläche erstreckt sich insbesondere barrierefrei entlang der Förderbahn des Sortierförderers. Es kann allerdings auch vorgesehen sein, dass der Gleitfläche Begrenzungselemente aufweist, welche sich mindestens abschnittsweise quer zur Förderrichtung erstrecken. Die Begrenzungselemente können z. B. Trennstege oder Trennwände sein. Die Begrenzungselemente der Gleitfläche fluchten insbesondere mit den Begrenzungselementen der Abgabesektionen bzw. der Gleitgassen. Sind auf der Gleitfläche nur abschnittsweise Begrenzungselemente angeordnet, so erstrecken sich diese insbesondere entlang eines an den Gleitgassen endenden Abschnitts der Gleitfläche.
[0059] Die Fördergüter gleiten im Bereich der Gleitflächen noch mit einer ausgeprägten Bewegungskomponente in Förderrichtung. Die Gleitflächen erlaubt nun eine mehrere Abgabesektionen übergreifende Abgleitbewegung der Fördergüter bevor diese entlang ihrer Kurvenbahn in die ihnen zugedachte Gleitgassen der Abgabesektionen erreichen bzw. hinein gleiten.
[0060] Die Gleitfläche ist ausgehend vom Sortierförderer insbesondere seitlich nach unten geneigt.
[0061] Die Gleitgassen der Abgabesektionen bzw. deren Gleitböden sind ausgehend vom Sortierförderer insbesondere seitlich nach unten geneigt.
[0062] Gemäss einer besonderen Weiterbildung der Erfindung enthält die Abgabeeinrichtung eine Weichenvorrichtung mit mindestens einem Weichenorgan, welches auf die Fördergüter einwirken kann. Die Weichenvorrichtung führt das Fördergut auf mindestens zwei voneinander getrennten Gleitbahnen zu separaten Zielorten bzw. separaten Sammelbehältern.
[0063] Die Weichenvorrichtung bildet eine Verzeigungsstelle für die Fördergüter aus. Jede Weichenvorrichtung wird durch zwei Weichenelementen ausgebildet. Die Weichenelemente besitzen eine Drehachse um welches das Weichenelement schenkbar angeordnet ist. Durch ein Verschwenken kann das Weichenelement eine Sperrposition oder eine Durchlassposition einnehmen. In der Sperrposition ist das Weichenelement aufgerichtet und lässt kein Fördergut passieren. In der Durchlassposition ist das Weichenelement heruntergeschwenkt und eher parallel zum Gleitboden ausgerichtet. Befindet sich das Weichenelement in Durchlassposition können die Fördergüter das Weichenelement passieren. Das Weichenelement kann mittels eines pneumatischen Antriebes in Form eines Pneumatik Zylinders in die beiden Positionen geschaltet werden.
[0064] Die Steuerungseinrichtung löst nun über die mindestens eine Auslöseeinrichtung die Abgabe des Fördergutes in Abhängigkeit von der ermittelten Lage des Fördergutes auf der Fördereinheit an einer innerhalb des besagten Förderbahnabschnitts liegenden Auslöseposition der Förderschale aus.
[0065] Sind die Fördereinheiten Förderschalen mit schwenkbaren Seitenwänden, so wird über die mindestens eine Auslöseeinrichtung jeweils ein Herunterschwenken einer schwenkbaren Seitenwand zwecks Abgabe eines Fördergutes an die Abgabesektion ausgelöst.
[0066] Die Fördergüter gleiten bei der Abgabe von den Fördereinheiten entlang einer Abgleitbahn auf den Gleitboden und über diesen auf die mittels Begrenzungselementen voneinander abgegrenzten Gleitgassen der Abgabesektionen.
[0067] Die abgegebenen Fördergüter gleiten jeweils über die Gleitgassen der Abgabesektionen zu einem Zielort. Der Zielort kann eine Sammelvorrichtung, z. B. in Form eines Sammeltischs oder eines Sammelbehälters umfassen bzw. daraus bestehen, in welcher die abgegebenen Fördergüter gesammelt werden. Der Sammelbehälter kann Rollen bzw. Räder aufweisen und so als Rollwagen ausgebildet sein.
[0068] Der Sortierförderer braucht nicht zwingend ein Schalenförderer zu sein. Der Sortierförderer kann auch ein Quergurtförderer sein, bei welchem die Fördergüter über quer zur Förderrichtung angetriebene Quergurten abgegeben werden.
[0069] Der Sortierförderer kann ferner auch ein Bandförderer, Mattenkettenförderer oder ein Plattenkettenförderer sein, bei welchem die Fördergüter über quer zur Förderrichtung auf die Fördergüter einwirkenden Ausstosselemente, wie Pusher, abgegeben werden.
[0070] Die erfindungsgemässe Sortieranlage kann zur Sortierung von Sendungen, wie Paketen in einem Verteilzentrum, z. B. einen Postverteilzentrum Anwendung finden.
[0071] Die erfindungsgemässe Sortieranlage kann bei der Kommissionierung von Kundenbestellungen in einem Logistikzentrum Anwendung finden.
[0072] Die Fördergüter können heterogene Produkte aus dem Konsumgüterbereich sein, wie z. B. Kosmetikartikel, Körperpflegeartikel, Medikamente, Nahrungsmittel, Kleider, Haushaltsartikel, etc.
[0073] Die Fördergüter bzw. Produkte können als Flaschen, Dosen, Tuben, Beutel, Schachteln, Boxen, Kisten oder Pakete etc. vorliegen. Die Produkte können in Verkaufspackungen verpackt sein. Die Fördergüter können auch als Gebinde von mehreren Produkten vorliegen.
[0074] Der erfindungsgemässe Einsatz von Weichenmodulen in den Abgabesektionen ermöglicht die Zuweisung der Fördergüter an mehrere Zielorte pro Abgabesektion. Dadurch kann die Abgabezone insgesamt kompakter ausgestaltet werden, wodurch Platz gespart wird bzw. wodurch auf gleicher Fläche mehr Abgabesektionen untergebracht werden können.
[0075] Im Folgenden wird der Erfindungsgegenstand anhand von Ausführungsbeispielen, welche in den beiliegenden Figuren dargestellt sind, näher erläutert.
[0076] In den Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder analoge Elemente. Teile der Figuren, welche für das Verständnis der Erfindung nicht wesentlich sind, sind teilweise nicht dargestellt.
[0077] Die beschriebenen Ausführungsbeispiele stehen beispielhaft für den Erfindungsgegenstand oder dienen seiner Erläuterung und haben keine beschränkende Wirkung. Es zeigen jeweils schematisch: Figur 1 eine Draufsicht einer Sortieranlage; Figur 2 eine perspektivische Ansicht der Kippschale eines Kippschalenförderers; Figur 3 Draufsicht einer seitlich eines Kippschalenförderers angeordneten Abgabesektion mit einer Weichenvorrichtung; Figur 4 Draufsicht einer seitlich eines Kippschalenförderers angeordneten Abgabesektion mit kaskadierten Weichenvorrichtungen; Figur 5a-5b Seitenschnittansichten der Ausführungsform gemäss Figur 3;
[0078] Die Sortieranlage 1 gemässFigur 1umfasst einen über einen Antrieb 7 angetriebenen Sortierförderer 3 in der Ausführung eines Kippschalenförderers mit einer Mehrzahl von entlang einer Förderbahn B bewegbaren Kippschalen 5. Die miteinander verketteten Kippschalen 5 werden von einer in einem Führungskanal 43 geführten Endlosförderkette 40 angetrieben. Die Endlosförderkette 40 umfasst eine Mehrzahl miteinander gelenkig verbundene Kettenglieder 41 mit Laufrollen 42 (siehe auch Figur 2).
[0079] Eine Zufördervorrichtung 30 fördert die zu sortierenden Fördergüter 2 zum Kippschalenförderer 3 und übergibt die Fördergüter 2 in die Kippschalen 5 des Kippschalenförderers 3. Die Kippschalen 5 mit den darin befindlichen Fördergüter 2 werden in Förderrichtung F an einer Kippeinrichtung 50 vorbei bewegt, an welcher die Kippschalen 5 zu einer Abgabeseite hin gekippt werden.
[0080] Die gekippten Förderschalen 5 werden in eine Abgabezone 8 gefördert und entlang von beidseitig des Kippschalenförderers 3 angeordneten Abgabesektionen 23 bewegt. Die Fördergüter 2 werden in der Abgabezone 8 von den gekippten Förderschalen, also der Kippschale 5 an vorbestimmte Abgabesektionen 23 abgegeben. Hierzu weisst die Förderschale 5 zu beiden Abgabeseiten hin schwenkbare Seitenwände 9 auf, welche sich jeweils seitlich in eine Abgabestellung herunterschwenken lassen und eine Abgabeöffnung für die Fördergüter 2 freigeben. Die schwenkbaren Seitenwände 9 befinden sich in einer Rückhaltestellung über einen Klinkenmechanismus 13 in einer Verriegelungsstellung, welche ein Herunterschwenken der Seitenwand 9 von der Rückhaltestellung in die Abgabestellung verhindern (siehe Figur 2).
[0081] Entlang der Förderbahn B des Sortierförderers 3 sind nun eine Mehrzahl von Auslöseeinrichtungen 11 mit jeweils mindestens einem Auslöseorgan 12 zum Auslösen des Herunterschwenkens der Seitenwand 9 zwecks Abgabe eines Fördergutes 2 angeordnet. Hierbei ist jeweils einer Abgabesektion 23 mindestens eine Auslöseeinrichtung 11 mit mindestens einem Auslöseorgan 12 zum Abgeben eines Fördergutes 2 an die betreffende Abgabesektion 23 zugeordnet (siehe auch Figur 3 und Figur 4).
[0082] Zum Auslösen des Herunterschwenkens der schwenkbaren Seitenwand 9 der Förderschale 5 und somit der Abgabe des Förderguts 2 wird das Auslöseorgan 12 durch die Steuerungseinrichtung 10 von einer Passivstellung in eine Aktivstellung geschaltet, in welcher die Kontaktpaarung mit dem Kontaktelement 14 ausgebildet wird.
[0083] Nachdem herunterschwenken der schwenkbaren Seitenwand 9 gleitet das Fördergut 2 in die Abgabesektion 23 hinein. Die Abgabesektionen 23 bestehen aus Gleitgassen 24 mit Gleitböden 22 auf denen die Fördergüter 2 heruntergleiten. Am Ende der Gleitböden 22 befindet sich der Zielort 60 für das Fördergut 2 in Form von Sammelbehälter 62.
[0084] Gemäss dem Ausführungsbeispiel nachFigur 2umfasst das Auslöseorgan 12 beispielhaft eine Steuerrolle, welche zum Auslösen des Herunterschwenkens der Seitenwand 9 gegen ein Kontaktelement 14 der Förderschale 5 geschwenkt wird. Die Steuerrolle 12 bildet mit dem Kontaktelement 14 der Förderschale 5 eine Kontaktpaarung bzw. einen Auslösekontakt aus, bei welchem das Kontaktelement 14 durch den vom Auslöseorgan 12 auf dieses einwirkenden Auflagedruck eine Öffnungsbewegung ausführt. Durch die Öffnungsbewegung wird, der mit dem Kontaktelement 14 in mechanischer Wirkverbindung stehende Klinkenmechanismus 13 von der Schliessstellung in eine Öffnungsstellung versetzt, wodurch die Verriegelung der Seitenwand 9 freigegeben wird. Die entriegelte Seitenwand 9 schwenkt in der Folge nach unten in eine Abgabestellung und gibt eine Abgabeöffnung für das Stückgut 2 frei.
[0085] Gemäss denFiguren 3werden die Fördergüter 2 in Kippschalen 5 eines Kippschalenförderers 3 entlang der Förderbahn B durch eine Abgabezone 8 gefördert. In der Abgabezone 8 ist seitlich vom Kippschalenförderer 3 eine Abgabesektion 23 angeordnet. Die Abgabesektion 23 bildet eine Mehrzahl von in Förderrichtung F bzw. entlang der Förderbahn B lückenlos hintereinander angeordneten Übergabeorte mit jeweils einer Gleitgasse 24 aus, welche durch seitliche Begrenzungselemente 25 in Form von Leitwänden begrenzt wird. Die Gleitgassen 24 bilden jeweils Gleitböden 22 aus, welche durch die seitliche Begrenzungselemente 25 von den Gleitböden 22 benachbarter Gleitgassen 24 abgegrenzt sind.
[0086] Zwischen dem Kippschalenförderer 3 und den Gleitgassen 24 ist ein in Förderrichtung F bzw. entlang der Förderbahn B des Sortierförderers 3 durchgängig und barrierefrei ausgebildeter Gleitfläche 21 angeordnet.
[0087] Die Gleitfläche 21 bildet eine entlang der Förderbahn B des Sortierförderers 3 durchgängige Abgleitfläche für die übergebenen Fördergüter 2 aus. Die barrierefreie Gleitfläche 21 erlaubt ein sektionsübergreifende Abgleitbahn P im Bereich des Gleitfläche 21 bevor die Fördergüter 2 in die Gleitgassen 24 der in Förderrichtung F des Sortierförderers 3 lückenlos aufeinanderfolgenden Abgabesektionen 23 einbiegen bzw. hinein gleiten. Die Gleitgassen 24 sind mit Gleitböden 22 ausgestatte auf denen die Fördergüter gleiten.
[0088] Zur Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens zum Sortieren von Fördergütern 2, werden diese Fördergüter 2 in Förderschalen 5 eines Sortierförderers 3 in Förderrichtung F entlang von seitlich vom Sortierförderer 3 angeordneten Abgabesektionen 23 einer Abgabezone 8 gefördert und über eine Steuerungseinrichtung 10 gezielt in vorbestimmte Abgabesektionen 23 abgegeben. Anschliessend werden die abgegebenen Fördergüter 2 in den Abgabesektionen 23 an Weicheneinrichtung 70 übergeben und passieren diese, welche Weicheneinrichtung dazu ausgelegt ist von der Steuerung 10 die ansteuerbaren Weichenelementen 72 zu schalten, so dass ein weiteres Unterteilen des Fördergüterstromes erfolgt und die Weichenelementen 72 so eingestellt werden, dass das Fördergut 2 einem vorbestimmten Zielort 60 zugeführt wird.
[0089] Gemäss der Ausführungsform nach Figur 2 weist nun das Kontaktelement 14 hierzu eine sich entlang eines Förderbahn B erstreckende Kontaktfläche auf. Je nach Lage des Fördergutes 2 auf der Förderschale 5 kann nun das Auslöseorgan 12, hier beispielhaft in Form einer Steuerrolle 12, auf einen in Förderrichtung F betrachtet hinteren, mittleren oder vorderen Abschnitt der Kontaktfläche des Kontaktelements 14 einwirken und mit diesem eine Kontaktpaarung ausbilden. Dabei weist die Förderschale 5, je nachdem an welchem Abschnitt der Kontaktfläche das Auslöseorgan 12 auf das Kontaktelement 14 einwirkt, jeweils eine andere Auslöseposition entlang der Förderbahn B auf.
[0090] So liegt in Förderrichtung F betrachtet die Auslöseposition einer Förderschale 5, bei welcher das Fördergut 2 in einem hinteren Bereich der Förderschale 5 angeordnet ist, vor der Auslöseposition einer Förderschale 5, bei welcher das Fördergut 2 in einem vorderen Bereich der Förderschale 5 angeordnet ist. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass das Fördergut 2 unabhängig von seiner Lage auf der Förderschale 5 immer an der vorbestimmten Abgabesektion 23 abgegeben wird.
[0091] Im Gegensatz zur Ausführungsform nach Figur 2 ist es in der alternativen Ausführungsform nach Figur 3 und 4 das Auslöseorgan 12, welches eine sich entlang eines Förderbahnabschnitts B erstreckende Kontaktfläche aufweist. Im geschalteten Zustand ist das Auslöseorgan 12 in Figur 3 und 4 gestrichelt gezeichnet. Im geschalteten Zustand des Auslöseorgan wird die schwenkbare Seitenwand 9 freigegeben und schwenkt nach unten und gibt das Fördergut frei.
[0092] Das Auslöseorgan 12 kann also Dank seiner sich entlang der Förderbahn B entlang eines Förderbahnabschnittes erstreckenden Kontaktfläche innerhalb eines Förderbahnabschnitts B einen Auslösekontakt mit einem Kontaktelement 14 der sich durch den Förderbahnabschnitt B bewegenden Förderschale 2 ausbilden. Entsprechend kann die Abgabe des Fördergutes 2 an unterschiedlichen Auslösepositionen der Förderschale 5 entlang des Förderbahnabschnitts B ausgelöst werden.
[0093] Das an der Abgabesektion 23 abgegebene Fördergut 2 gleitet bzw. rutscht entlang einer Abgleitbahn P in Form einer Abwurfparabel von der Förderschale 5 über die heruntergeschwenkte Seitenwand 9 auf die Gleitfläche 21 und von dieser zielgenau in die Gleitgasse 24.
[0094] In der ca. Mitte der Gleitgassen 24 ist eine Weichenvorrichtung 70 mit Weichenelementen 72 angeordnet, in welche die Fördergüter 2 in zweite Gleitgassen 24 unterteilt werden. Die hierdurch weiter sortierten Fördergüter 2 gelangen nun zu den Zielorten 60 in Form von Sammelbehälter 62 und verweilen dort bis zu ihrem Abtransport zur weiteren Verarbeitung.
[0095] Das Abgleiten der Fördergüter 2 von der Förderschale 5 über die Gleitfläche 21 in die Gleitgassen 24 und von dort über den Gleitboden 22 in die Weichenvorrichtung 70 in die Sammelbehälter 26 erfolgt passiv mittels Schwerkraftunterstützung (siehe auch Figur 5a - 5b, Schwerkraftrichtung G). Die Gleitfläche 21 und die Gleitböden 22 der Gleitgassen 24 sind entsprechend quer zur Förderrichtung F orientiert und ausgehend vom Sortierförderer 3 schräg nach unten geneigt.
[0096] Die Ausführungsform nachFigur 4entspricht in wesentlichen Teilen der Ausführungsform nach Figur 3, jedoch mit dem Unterschied, dass die Abgabesektion 23 zwei Weichenvorrichtungen 70 aufweisen, die hintereinander kaskadiert angeordnet sind. Die beiden Weichenvorrichtungen 70 unterteilen den Fördergutstrom zweimal auf, so dass die Fördergüter 2 bei einer Abgabesektion 23 vier verschiedene Zielorte 60 erreichen könnten.
[0097] DieFiguren 5a - 5bzeigen im Wesentlichen die Ausführungsform nach Figur 3 in einer Seitenansicht. Wie aus den Figuren hervorgeht, wird hier detailliert auf das Weichenelement 72 eingegangen. Das abgegebene Fördergut 2 rutscht von der Förderschale 5 über die heruntergeschwenkte Seitenwand 9 auf die Gleitfläche 21 und weiter auf den Gleitboden 22 ab. Das Fördergut 2 rutscht einer geneigten Fläche herunter und trifft im Bereich der Weichenvorrichtung 70 auf die Weichenelemente 72 hier in Form von schwenkbaren Klappen 73. Zu jeder Weichenvorrichtung 70 gehören zwei Weichenelemente 72 bzw. zwei Klappen 73, die unter einen Winkel zueinander angeordnet sind. Der Winkel kann stumpf oder spitz sein. In Figur 3 und Figur 4 ist er angenähert 90°. Durch zwei Pneumatik Zylinder 74 können diese Klappen 73 wechselseitig geschaltet werden. In Sperrposition geschalteten Zustand der Klappe 73 richten sich sie senkrecht zum Gleitboden 22 auf und versperren so den Weg für das Fördergut 2, siehe Figur 5a. In Durchlassposition geschalteten Zustand ist die Klappe 73 um 90° nach unten geschwenkt, so dass sie zum Gleitboden 22 ausgerichtet ist, siehe Figur 5b. Die Klappen 73 besitzen eine Drehachse 78 die ca. parallel zum Gleitboden 22 ausgerichtet ist. Der Pneumatik Zylinder 74 schwenk die Klappe 73 des Weichenelementes 72 um die Drehachse 78. Im Bereich der Weichenelemente 72 kann ein stufenförmigen Absatz 76 ausgebildet werden, wenn die Klappe 73 stärker geneigt ist als der Gleitboden 22.
[0098] Die beiden Weichenelemente 72 einer Weichenvorrichtung 70 werden wechselseitig zueinander geschaltet. Hierbei ist eine der beiden Weichenelemente 72 auf Durchlassposition geschaltet und eines ist auf Sperrposition geschaltet. Somit ist eine Gleitgasse 24 durch ein Weichenelement 72 versperrt und die andere Gleitgasse 24 ist offen für das Fördergut 2 zum Passieren der Weichenvorrichtung 70. Durch die korrekte Schaltung der Weichenelemente 72 durch die Steuerung 10 kann das Fördergut 2 zum vorbestimmten Zielort 60, hier in Form vom Sammelbehälter 62 gelangen.
Claims (15)
1. Sortieranlage (1)zum Sortieren von Fördergütern (2) eines Fördergutstromes, enthaltend:
– einen Sortierförderer (3) mit einer Mehrzahl von entlang einer Förderbahn (B) angeordneten Fördereinheiten (5) zum Fördern der Fördergüter (2) entlang der Förderbahn (B);
– eine entlang des Sortierförderers (3) seitlich angeordnete Abgabeeinrichtung (21) mit einer Mehrzahl von entlang der Förderbahn (B) aufeinanderfolgend angeordneten Abgabesektionen (23) zum Abgeben von Fördergütern (2) vom Sortierförderer (3) an die Abgabesektionen (23) zu einem Fördergüterteilstrom, wobei die Abgabesektionen (23) über Begrenzungselemente (25) voneinander abgegrenzte Gleitgassen (24) ausbilden;
– eine Steuerungseinrichtung (10) zum Steuern der Abgabe der Fördergüter (2) an die Abgabesektionen (23),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Abgabesektionen (23) eine Weicheneinrichtung (70) mit schaltbaren Weichenelementen (72) zum weiteren Unterteilen des Fördergüterstromes enthält und die Steuerungseinrichtung (10) dazu ausgelegt ist, die Ansteuerung der Weichenelementen (72) so durchzuführen, dass das Fördergut (2) an einen vorbestimmten Zielort (60) zugeführt wird.
2. Sortieranlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (10) dazu ausgelegt ist, die Weichenelemente (72) einer Weicheneinrichtung (70) wechselseitig anzusteuern.
3. Sortieranlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Weichenelemente (72) um eine Drehachse schwenkbar ausgestaltet ist.
4. Sortieranlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Weichenelemente (72) um eine untere Drehachse schwenkbar sind.
5. Sortieranlage nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Weichenelemente (72) um eine Drehachse im Wesentlichen im Bereich des Gleitbodens (22) der Gleitgassen (24) schwenkbar angeordnet sind.
6. Sortieranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die schaltbaren Weichenelemente (72) mittels eines Antriebs ansteuerbar sind.
7. Sortieranlage nach einem der Ansprüche 6, dadurch gekennzeichnet, dass die schaltbaren Weichenelemente (72) mittels elektrischer, mechanischer oder pneumatischer Antriebe geschaltet werden kann.
8. Sortieranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Sortierförderer (3) ein Schalenförderer, insbesondere ein Kippschalenförderer, ist und die Fördereinheit (5) eine Förderschale, insbesondere eine Kippschale ist.
9. Sortieranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgabesektionen (23) zwischen dem Sortierförderer (3) und dem Zielort () einen Gleitgasse ausbildet mit einen durchgängigen Gleitboden (22).
10. Sortieranlage nach dem Ansprüche 9, dadurch gekennzeichnet, dass der durchgängige Gleitboden (22) stufenförmige Absätze (76) aufweist.
11. Sortieranlage nach dem Ansprüche 10, dadurch gekennzeichnet, dass die durchgängigen Gleitboden (22) stufenförmige Absätze (76) aufweist, wobei die Weichenelemente (72) der Weichenvorrichtung (70) an den stufenförmigen Absätzen (76) angeordnet sind.
12. Sortieranlage nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgabesektionen (23) mehrere, hintereinander kaskadierte Weichenvorrichtungen (70) aufweisen.
13. Verfahrenzum Sortieren von Fördergütern (2) eines Fördergutstromes, welche in Fördereinheiten (5) eines Sortierförderers (3) in Förderrichtung (F) entlang von seitlich vom Sortierförderer (3) angeordneten Abgabesektionen (23) einer Abgabezone (8) gefördert und über eine Steuerungseinrichtung (10) gezielt in vorbestimmte Abgabesektionen (23) der Abgabezone (8) abgegeben werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
die abgegebenen Fördergüter (2) in der Abgabesektionen (23) Weicheneinrichtung (70) passieren und die dazu ausgelegt mittels einer Steuerung (10) die schaltbaren Weichenelementen (72) so anzusteuern, dass ein weiteres Unterteilen des Fördergüterteilstromes erfolgt und die Weichenelemente so einstellt, dass das Fördergut (2) einem vorbestimmten Zielort zugeführt wird.
14. Verfahren nach dem Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Fördereinheiten (5) Förderschalen mit schwenkbaren Seitenwänden (9) sind, und über die Auslöseeinrichtungen (11) ein Herunterschwenken der schwenkbaren Seitenwände (9) zwecks Abgabe der Fördergüter (2) an die Abgabesektionen (23) ausgelöst wird.
15. Verfahren nach den Ansprüchen 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Fördergüter (2) bei der Abgabe von den Fördereinheiten (5) auf eine Gleitfläche (21) abgleiten und über diese entlang der Gleitfläche (21) in die mittels Begrenzungselementen (25) voneinander abgegrenzten Gleitgassen (24) der Abgabesektionen (23) geführt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH000303/2024A CH721670A2 (de) | 2024-03-21 | 2024-03-21 | Sortieranlage mit einer weichenvorrichtung zum sortieren von fördergütern und verfahren zum sortieren von fördergütern |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| CH000303/2024A CH721670A2 (de) | 2024-03-21 | 2024-03-21 | Sortieranlage mit einer weichenvorrichtung zum sortieren von fördergütern und verfahren zum sortieren von fördergütern |
Publications (1)
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| CH721670A2 true CH721670A2 (de) | 2025-09-30 |
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ID=97215236
Family Applications (1)
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| CH000303/2024A CH721670A2 (de) | 2024-03-21 | 2024-03-21 | Sortieranlage mit einer weichenvorrichtung zum sortieren von fördergütern und verfahren zum sortieren von fördergütern |
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| CH (1) | CH721670A2 (de) |
-
2024
- 2024-03-21 CH CH000303/2024A patent/CH721670A2/de unknown
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