CH77186A - Verfahren zur Darstellung eines neuen Einwirkungsproduktes von Chlorschwefel auf o-Toluidin - Google Patents

Verfahren zur Darstellung eines neuen Einwirkungsproduktes von Chlorschwefel auf o-Toluidin

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CH77186A
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toluidine
sulfur
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chlorosulfur
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CH77186A
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G M B H Leopold Cassella Co
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Cassella Leopold & Co Gmbh
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  • Heterocyclic Carbon Compounds Containing A Hetero Ring Having Oxygen Or Sulfur (AREA)
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Description


      Verfahren    zur Darstellung     eines        neuen    Einwirkungsproduktes von     Chlorschwefel     auf     o-Toluidin.       Im Hauptpatent ist eine neue Verbindung  beschrieben, welche bei der Einwirkung von  überschüssigem Chlorschwefel auf Anilin ent  steht. Es wurde gefunden, dass diese Reak  tion nicht auf das Anilin beschränkt, sondern  auch auf das     Orthotoluidin    anwendbar ist.  



  Die Reaktion wird auch hier am besten  mit den trockenen Salzen des     o-Toluidins     durchgeführt, man kann jedoch auch die freie  Base anwenden oder das     o-Toluidin,        bezw.          o-Toluidinsalz    im Reaktionsgemische selbst er  zeugen, und zwar durch Einwirkung des Chlor  schwefels auf eine     Acyl-    oder     Monoalkyl-          verbindung    des     Orthotoluidins    oder auf ein       Orthotoluidinderivat,

      welches im     Benzolkern     einen leicht     abspaltbaren        Substituenten    ent  hält und daher im Laufe der     Reaktion    salz  saures     o-Toluidin    als Zwischenphase bildet,  wie zum Beispiel     o-Toluidin-p-Sulfosäure        (CH3,          NH2,        S03H    = 1 : 2 : 5) oder     p-Nitro-o-toluidin          (CH3,        NH2,        NO:"    = 1 : 2 : 5).  



  Die Reaktion kann in Gegenwart oder  Abwesenheit eines geeigneten, gegen Chlor  schwefel     inerten    Verdünnungsmittels vor-    genommen werden, bei Verwendung der freien  Base oder ihrer     Monoalkylverbindung    ist die  Reaktion durch Benützung eines solchen     Ver-          dünnungsmittels    zu mässigen.

      <I>Beispiel 9:</I>  100 kg trockenes, gut gemahlenes     o-To-          luidinchlorhydrat    werden in geeignetem Rühr  gefäss mit der fünf- bis zehnfachen Menge  Chlorschwefel     (S2Cla)    so lange auf 400 bis       7011C    erwärmt, bis eine Probe sich nicht  mehr als     diazotierbar    und kupplungsfähig er  weist.

   Man verdünnt hierauf mit einem wasser  freien indifferenten Verdünnungsmittel, wie       Naphta,    Benzol,     Ligroin        etc.,    saugt den aus  geschiedenen Körper ab, wäscht ihn mit einem  der genannten     Kohlenwasserstoffe    frei von  anhaftendem überschüssigem Chlorschwefel  und trocknet ihn, am besten im Vakuum, bei  möglichst niederer     Temperatur.    Die Ausbeute  ist quantitativ.  



  Das salzsaure     o-Toluidin    kann hierbei  durch ein geeignetes anderes Salz, wie das  Sulfat oder     Oaalat,    ersetzt werden, auch kann      man die Reaktion von Anfang an in Gegen  wart eines     indifferenten    Lösungsmittels durch  führen.  



       Beispiel   <I>2:</I>  20 kg     o-Toluidin    werden mit     dein    glei  chen Volumen     Naphta    oder     Rohxylol,    oder  sonstigem     indifferenten        _    Verdünnungsmittel  gemischt und in ein Gemisch von 120 kg  Chlorschwefel     (S2(12)    und 600 kg eines der  oben     genannten        inerten        Verdünnungsnüttelein-          gerübrt.    Unter Erwärmung scheidet sich als  bald salzsaures     o-Toluidin    und Schwefel ab;

    das Ganze wird unter Rühren so lange auf  50   bis 90   C erhitzt, bis keine unveränderte  Base mehr nachweisbar ist. Man lässt erkal  ten,     filtriert    den ausgeschiedenen, gelbbraun  gefärbten Körper und verfährt. im übrigen,  wie     i    in Beispiel 1 beschrieben ist. Die Ver  bindung ist in allen ihren Eigenschaften  identisch mit der nach Beispiel 1 erhaltenen.  <I>Beispiel 3:</I>  20 kg     Acet-o-toluidin    werden mit der  fünf- bis zehnfachen Menge     Chlorsebwefel     unter stetem Rühren 10 bis 20     Stunden    auf  60   bis 90   C erwärmt. Wenn die Reaktion  beendet ist, wird mit einem geeigneten wasser  freien Lösungsmittel verdünnt und im übrigen,  wie im Beispiel 1 beschrieben ist, verfahren.

    Der erhaltene Körper ist in allen seinen Eigen  schaften identisch mit dem nach Beispiel 1  erhaltenen. An Stelle von     Acet-o-toluidin          können    mit gleichem Erfolge andere     Acyl-          verbindungen    des     o-Toluidins,    wie zum Bei  spiel     Benz-o-toluid,    benutzt werden, ebenso  liefern die     Monoalkylverbindungen    des     o-To-          luidins,    wie     Monomethyl-o-toluidin,        Mono-          äthyl-ö-toluidin        etc.,

      beim Erwärmen     mitChlor-          schwefel    unter Abspaltung von     Alkylchloriden     den gleichen Körper wie     o-Toluidin    selbst.    Der nach sämtlichen Beispielen gewonnene  neue Körper ist im trockenen Zustande ein       orangegefärbtes,    kristallinisches Pulver; er  löst sich in Wasser leicht mit gelber Farbe;  beim längeren Stehen der wässerigen     Lösung     scheidet sich unter Abspaltung von Salzsäure  eine neue, in grauweissen, silberglänzenden  Blättchen kristallisierende Verbindung ab.

   Beim  Zusammenbringen     finit        Anilinöl    entsteht eine  prachtvolle rotviolette, mit     o-Toluidin    und       p-Xylidin    eine schön bordeauxrote Färbung;  welche je einen neuen basischen, schwefel  haltigen     Farbstoff    darstellt, der tannierte  Baumwolle in der gleichen Nuance anfärbt.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung einer neuen chlor- schwefel- und stickstoffhaltigen Verbindung, dadurch gekennzeichnet, dass man Chlor schwefel (S2Clz) im Überschuss auf o-Toluidin einwirken 1ä sst. .
    Der neue Körper ist im trockenen Zu stande ein orangegefärbtes, kristallinisches Pulver; derselbe löst sich in Wasser leicht mit gelber Farbe; bei längerem Stehen der wäs serigen Lösung scheidet sich unter Abspaltung von Salzsäure eine neue, in grauweissen, silber glänzenden Blättchen kristallisierende Ver bindung ab: er liefert, mit Anilinöl zusammen gebracht, eine prachtvoll rotviolette, mit o-To- luidin oder mit p-Xylidin tiefbordeauxrote Färbung, welche je einen neuen basischen, schwefelhaltigen Farbstoff darstellen, der tan nierte Baumwolle in derselben Nuance anfärbt.
    UNTERANSPRUCH: Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktion in Gegen wart eines indifferenten Verdünnungsmittels vollzogen wird.
CH77186A 1915-03-25 1915-03-27 Verfahren zur Darstellung eines neuen Einwirkungsproduktes von Chlorschwefel auf o-Toluidin CH77186A (de)

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