Kreiselpumpe mit Entlüftungsvorrichtung. Beim Inbetriebsetzen von Kreiselpumpen (Schleuder- oder Schraubenpumpen) für Wasser muss zunächst die Luft aus der Saugleitung und aus der Kreiselpumpe entfernt werden. Man hat dafür besondere Luftpumpen ange ordnet, die meist an der Druckseite der Krei selpumpe angeschlossen werden und die an gesaugte Luft ins Freie ausstossen, bis die Förderung der Kreiselpumpe einsetzt. Bei dieser Art der Anordnung der Luftpumpe ist es notwendig, am Austrittstutzen der Wasser pumpe ein Ventil anzuordnen und dieses wäh rend des Luftabsaugens abzusperren, da es sonst naturgemäss nicht möglich ist, in der Wasserpumpe und in der Saugleitung einen Unterdruck zu erzeugen.
Nach der Erfindung sind Luftpumpe und Kreiselpumpe wenigstens beim Ansaugen und bei noch geringer Wasserförderung hinterein andergeschaltet, und zwar ist im besondern als Luftpumpe ein Flügelradgebläse mit Was serringdichtung gewählt, dessen Wirkung be kanntlich darauf beruht, dass ein in einem Gehäuse exzentrisch gelagertes Flügelrad in einen kreisenden Flüssigkeitsring eintaucht und durch Vergrössern und Verkleinern der durch die Flügel und den Wasserring gebil deten Kammern die Luft einerseits ansaugt; anderseits ausstösst. Ein solches Gebläse ist in der schweizerischen Patentschrift Nr. 69382 ausführlicher beschrieben.
Diese Anordnung der beiden Pumpen hat folgende Vorteile Die Kreiselpumpe kann gegen offene,Druck- seite anlaufen; es wird also ein Absperrventil am Druckstutzen der Kreiselpumpe und da mit auch dessen Bedienung ganz überflüssig gemacht. Dieser Vorteil ist in der Eigen schaft des Flügelradgebläses mit Wasserring dichtung begründet, nicht nur Luft, sondern auch Wasser fördern zu können.
Ferner bietet die Reihenschaltung der Pumpen Sicherheit des Betriebes auch bei Förderung sehr kleiner Wassermengen und bei grossen Saughöhen, während bei den bis herigen Anordnungen in diesem Falle sehr leicht ein Abreissen der Wassersäule ein tritt. Weiterhin lässt die neue Anordnung bei kleinen Fördermengen eine grössere Förder- höhe erreichen, was sich aus den Krrrven der Figur 1 erkennen lässt.
Die Kurve I ist die Kurve der Förderhöhe H in Abhängigkeit von der Fördermenge Q, welche für die meisten Kreiselpumpen charakteristisch ist, die, kon stante Drehzahl vorausgesetzt, bei kleiner Fürdermenge eine niedrigere Förderhöhe haben als bei normaler Fördermenge.
Durch Hinzu fügen der Kurve des Flügelradgebläses mit Wasserringdichtung erhält man die Kurve IL Bei Hintereinanderschaltung der beiden Pum pen erhält man also eine resultierende Kurve, bei welcher die Förderhöhe H für die Förder menge Q gleich Null am grössten ist, das heisst also, dass man Kreiselpumpen, die bei kleiner Fördermenge eine niedrigere Förder- böhe als bei normaler Fördermenge, durch Hinzufügung des Flügelradgebläses mit Was serringdichtung ohne Erhöhung der Drehzahl gegen die grosse Förderhöhe anlaufen lassen kann, weil eben die Förderhöhen der beiden Pumpen sich addieren.
Ferner hat die Reihenschaltung der Pum- pen auch eine Begrenzung der Fördermenge der Kreiselpumpe und damit der Leistung des Antriebsmotors beim Ansaugen und bei geringer Wasserförderung zur Folge, weil hierbei alles geförderte Wasser durch das Flügelradgebläse mit Wasserringdichtung fliesst und diese im Gegensatze zur Kreiselpumpe nur eine ganz bestimmte Wassermenge för dern kann.
Das Flügelradgebläse mit Wasserringdich tung kann hinter der Kreiselpumpe angeordnet sein, wie dies in der Fig. 2 dargestellt ist. Man kann sie aber auch zwischen Saugleitung und Kreiselpumpe anordnen.
Die beiden hintereinander geschalteten Pum pen können gemäss der Anordnung nach Fig. 2 getrennt voneinander betrieben werden. Sie können auch mit einer gemeinsamen Welle versehen sein. Besonders zweckmässig ist es für den Aufbau, die beiden Pumpenräder in einem gemeinsamen Gehäuse anzuordnen. Eine solche Anordnung, bei der im besondern das Flügelradgebläse mit Wasserringdichtung zwischen Saugrohr und Kreiselpumpe ange ordnet ist, ist in der Fig. 3 im Schnitte bei spielsweise dargestellt. Die Lager und Stopf büchsen der Pumpe sind der Übersichtlich keit wegen weggelassen.
Das Gehäuse ist dreiteilig. Ire mittlern Teil a, der mit dem Fusse b versehen ist, ist das Rad r des Flügelradgebläses reit Wasserringdichtung gelagert, und zwar exzen trisch zu der Bohrung des Pumpengehäuses d. e ist die Eintrittsöffnung der Wasserpumpe, f ihre Austrittsöffnung. Die Öffnungen e und f sind der Deutlichkeit halber in die Zeich nungsebene verlegt. Das Saugrohr wird an dem Stutzen g des Seitenteils h angeschlossen. Der Seitenteil k enthält das Schaufelrad m der Kreiselpumpe. Mit n ist der Druckstutzen der Kreiselpumpe bezeichnet.
Die Einrichtung wirkt in folgender Weise Sobald die Pumpenwelle i angetrieben wird, fördert das Flügelradgebläse mit Wasser ringdichtung die Luft ans dem Saugrohre durch die Öffnungen e und f in den Raum q des mittlere Gehäuseteils a, von wo sie über das Kreiselpumpenrad m durch den Druckstutzen n entweicht. Wenn die Luft aas dem Saugrohr entfernt ist, Rillt sieh der Raum r des Seitenteils h mit Wasser, und das Flügelradgebläse mit Wasserringdichtung fördert das Wasser in den Raum q des mittlern Gehäuseteils a und füllt diesen zum grössten Teil mit Wasser. Dadurch wird auch das Kreiselpumpenrad mit Wasser gefüllt, und dieses beginnt Wasser zu fördern.
Ist kein Förderweg zur Umgehung des Flügelradgebläses vorhanden, so ist die För derung der Kreiselpumpe an die Leistung des Flügelradgebläses mit Wasserringdichtung ge- bunden. Wenn es sich um die Bewältigung grösserer Fördermengen handelt, so ist es zweekmäf?)ig, das Flügelradgebläse reit Wasser- ringdiehtung kleiner zu bemessen als die Kreiselpumpe.
Dann ist aber Vorsorge zu treffen, dass, sobald die Kreiselpumpe die Förderung übernommen hat, das Wasser einen bequemen Weg parallel zum Flügelradgebläse mit Wasserringdichtung findet. Zu diesem Zwecke sind geniiiss Fig. 3 parallel zum Flügel- radgebläse mit Wasserringdichtung in der Wandung des Gehäuseteils a ein oder meh rere Umlaufventile o angeordnet, die als Rück schlagventil ausgebildet sind.
Wenn sich bei dieser Anordnung der Raum q des mittlern Gehäuseteils und die Kreiselpumpe mit Wasser gefüllt haben und nun die Kreiselpumpe an der Wasserförderung teilnimmt, so wird, weil die Kreiselpumpe eine grösse Wassermenge zu fördern vermag als das Flügelradgebläse mit Wasserringdichtung, bald an der Austrittsöffnung f im Raume q ein niedrigerer Druck herrschen, als an der Eintrittsöffnung e des Flügelradgebläses mit Wasserringdichtung im Raume r. Dies hat zur Folge; dass sich nunmehr die Umlauf ventile o selbsttätig nach dem Raume q hin öffnen und also das Wasser unmittelbar durch die Ventile o gefördert wird.
Falls der Betrieb es nicht zulässt, dass die angesaugte Luft durch den Druckstutzen n der Kreiselpumpe entweicht, so kann in dem Gehäuseteil a ein nach aussen üffnendes Ent lüftungsrückschlagventil p angebracht worden. Sobald sich der Raum q des mittlern Ge häuseteils und die Kreiselpumpe mit Wasser füllen, wird die Luft durch das Ventil p ins Freie ausgestossen.
Wenn das Flügelradgebläse mit Wasser ringdichtung gemäss Fig. 2 hinter der Kreisel pumpe angeordnet ist, so saugt es nach der Inbetriebsetzung die Luft aus der Saugleitung und der Kreiselpumpe, bis diese mit der För derung des Wassers beginnt.
Mit Rücksicht auf den Wirkungsgrad der Einrichtung ist es zweckmässig, die Luft pumpe ganz oder teilweise ausser Wirkung zu setzen, sobald das Kreiselrad die För derung des Wassers übernommen hat. Wenn die Kreiselpumpe und das Flügelradgebläse mit Wasserringdichtung selbständige Maschi nen sind, wie in der Anordnung nach Fig. 2, kann man das Flügelradgebläse mit Wasser ringdichtung ganz stillsetzen. Bei der in Fig. 3 dargestellten Anordnung kann die Ein- trittsüffnung e der Wasserringpumpe mit einem Absperrorgan versehen werden, welches bei steigender Wasserförderung von Hand ge- schlossen wird.
Die Steuerung des Absperr- organes kann auch selbsttätig erfolgen, und zwar in Abhängigkeit vom Druckunterschiede vor und hinter dem Flügelradgebläse mit Wasserringdiclitung. Das kann dadurch ge schehen, dass man gemäss Fig. 4 das Absperr organ t des Loches e abhängig von der Be wegung des Umlaufventils o steuert. Es ist auch möglich, die Steuerung des Absperr- organes von dem Drucke der Kreiselpumpe ab hängig zu machen.
Damit das Rad des Fliigelradgebläses mit Wasserringdichtung bei steigender Wasser förderung nicht fortwährend in den Wasser ring eintaucht, kann das Flügelradgebläse mit Wasserringdichtung mit einem Entlee rungsorgan versehen werden, durch welches das in ihm enthaltene Wasser abgelassen werden kann. In der Fig. 3 ist nur die Bohrung s des Entleerungsorganes angedeutet. Auch das Entleerungsorgan kann bei steigender Wasser förderung selbsttätig in Abhängigkeit vom Druckunterschiede vor und hinter dein Flügel radgebläse mit Wasserringdichtung oder ab hängig vom Druck in der Kreiselpumpe ge öffnet werden.
Das Entleerungsorgan kann beispielsweise in Abhängigkeit von der Be wegung eines der parallel zum Flügelrad gebläse mit Wasserringdichtung angeordneten Rückschlagventile o gesteuert werden, indem gemäss Fig. 5 auf der Rippe 2c des Ventils o ein Absperrorgan v angeordnet ist, welches die Bohrung s freigibt, wenn das Ventil o geöffnet wird.