Kontrolluhrwerk. Die Erfindung betrifft ein Kontrolluhrwerk, bei den der zu kontrollierende Beamte oder Angestellte seinen Namen auf einen Papier streifen schreibt und der Zeitpunkt, an wel chem dieses geschieht, selbsttätig aufgedruckt wird und bezweckt eine derart plötzliche Be wegung der das Farbband und den Papier streifen gegen die Typenscheiben drückenden Druckorgane, dass das Uhrwerk in keinerlei Weise in seinem Gange beeinflusst wird und der Abdruck der Zeit auf den Papierstreifen so schnell geschieht (und zwar unabhängig von Willen der betreffenden Person), dass das Uhrwerk durch die Betätigung des Apparates keinerlei nachteiligen, beziehungsweise hen- menden Einfluss erfährt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel des Erfindungsgegenstandes darge stellt.
Fig. 1 ist eine Seitenansicht, wobei jedoch der Klarheit halber die vordere Abschluss platte fortgelassen ist; Fig. 2 ist ein lot rechter Querschnitt durch das Kontrolluhr werk; Fig. 3 ist eine Ansicht gegen die Vorderwand unter Weglassung des Uhrwerkes mit Zubehör, und Fig. 4 eine Aufsicht eben- falls unter Weglassung des Uhrwerkes mit Zubehör und einzelner anderer Teile.
Auf einer Fussplatte 1 ist das aus zwei End- platten 2 und 3 bestehende Gestell befestigt. Zwischen diesen Platten ist links die Papier rolle 4 drehbar gelagert. Von dieser Rolle läuft der Papierstreifen 5 über Leitrollen 6 und 7, über eine zwischen diesen Rollen ge lagerte Druckplatte 8 und unter eine über dieser Druckplatte angeordnete zweite, mit einem Ausschnitte 55 versehene Platte 54 aus Glas oder sonstigem durchsichtigen Material und ist dann weiter zu einer Klemmrolle 9 geführt.
Durch Drehung dieser Rolle in Rich tung des Pfeiles n (Fig. 1) wird der mit sei nein freien Ende in der Klemmrolle festge klemmte Papierstreifen sich von der Papier rolle abwickeln und auf die Klemmrolle aufwickeln.
Die Klemmrolle 9 sitzt frei drehbar auf einer Achse 10, auf deren einem Ende ein Handhebel 11 und ein Sperrad 12 befestigt sind. In letzteres greift eine auf einem orts festen Zapfen 141 gelagerte Sperrklinke 14, welche unter der Wirkung einer Feder 15 steht. Auf der Klemmrolle 9 sitzt fest eine Scheibe 13. An der Endplatte 2 (Fig. 2), und zwar an der Seite, wo die Klemmrolle angeordnet ist, ist eine Klinke 16 vorgesehen, welche um eine nach innen vorstehende, an der Seitenplatte 2 befestigte Achse 17 dreh bar ist. Die Klinke 16 wird durch eine Feder 18 im Eingriffe gehalten mit einem Sperrade 19, das zusammen mit der Scheibe 13 auf der Klemmrolle 9 befestigt ist. Die Zähne des Sperrades 19 sind entgegengesetzt gerichtet zu den Zähnen des Sperrades 12.
Um die Klinke 16 ausser Eingriff zu bringen, ist dieselbe mit einem Querstücke 20 versehen, das, wenn die Klinke ausser Eingriff gebracht ist, in eine Aussparung 21 eines drehbar an der Seitenplatte 2 sitzenden Hebels 22 zu liegen kommt.
Auf der Achse 10 ist an den dem Hand hebel 11 entgegengesetzten Ende ein Doppel hebel 23 befestigt, dessen rechter Arm (Fig. 1) unter Wirkung einer Zugfeder 24 steht. Durch diese Feder wird die Achse 10 so gehalten, dass der Handhebel 11 mit einem seitlich hervorragenden Nocken 25 gegen den obern Rand der Seitenplatte 2 ruht (Fig.3). In dieser Stellung derAehse 10 liegt die Klinke 16 mit ihrer Nase hinter einem Sperrzahne des Sperrades 19 und die Klinke 14 gegen die Sperrfläche eines Zahnes des Sperrades 12.
Der Doppelhebel 23 ist an dem Ende seines linken Armes mit einer drehbaren Klinke 26 versehen, die durch eine an ihr bei 28 und an dem Doppelhebel 23 bei 29 angreifende Zugfeder 27 mit einer vier um 90 gegeneinander versetzte Zähne 31 tra genden Scheibe 30 in Eingriff gehalten wird. Diese Scheibe 30 gehört zu der eigentlichen Druckvorrichtung für den Zeitpunkt, wie weiter unten beschrieben wird.
Das in der Zeichnung nicht dargestellte. Uhrwerk, dessen Zeigerachse 32 durch die Seitenplatte 3 hindurchgeht, ist in Fig. 2 links von der Seitenplatte liegend gedacht. Durch die verlängerte Zeigerachse werden in ähnlicher Weise wie die Uhrzeiger zwei Schei ben 33 und 34 gedreht, von denen die eine, 33, an ihrem Umfange die Stundeneinstellung trägt, das heisst die Ziffern 1 bis 12 in der Weise, da) zum Beispiel zunächst die Ziffer 1 dreimal wiederholt ist, darauf die Ziffer 2 usw. ; die andere Scheibe 34 trägt die Typen 1 bis 60 für die Minuten.
Die Typen werden mit Farbe mittelst eines Farbbandes 35 versehen, das in bekannter Weise über Leitrollen 36 und über eine Farbrolle 37 geführt ist, gegen welche das Farbband mittelst einer am freien Ende eines unter Federspannung stehenden Hebels 39 angeordneten Druckrolle 38 ge- presst wird.
Damit das Farbband immer an allen Stellen mit frischer Farbe versehen wird, wird die Bewegung der Leitrolle 7 für den Papier streifen mittelst eines Triebwerkes auf die Farbrolle 37 übertragen. Dieses Triebwerk besteht aus zwei Zahnrädern 40 und 41, von denen das eine, 40, mit der Rolle 37, und das andere, 41, mit der Rolle 7 verbunden ist. Bewegt sich der Papierstreifen über die Leit- rolle 7, so wird diese in Drehung gesetzt und infolgedessen das Farbband mitgenommen.
Das Farbband muss zwecks Abdrucks des Zeitpunktes zusammen mit dem Papierstreifen gegen die Typenscheiben 33, 34 gedrückt werden, und zwar derart, dass praktisch die Scheiben 33, 34 und demnach auch das Uhr werk nicht irgendwie in ihrer Bewegung ge hemmt werden Lind die Auftragung des Zeit punktes auf den Papierstreifen so schnell erfolgt, dass das Uhrwerk durch diese Auf- tragung in keinerlei Weise beeinflusst wird.
Dies geschieht in folgender Weise: Die mit Zähnen 31 versehene Scheibe 30, in welche die Klinke 26 des Hebels 23 ein greift, ist drehbar um eine in der Seitenplatte 3 sitzende Achse 42, auf der ausserdem eine Nockenscheibe43 und eine viereckige Scheibe 44 mit abgerundeten Ecken drehbar sind. Die Scheiben 30, 43 und 4.1 sind miteinander ver banden und drehen sich demnach gemeinsam um die Achse 42. Die Scheibe 44 ruht nor mal mit einer ihrer Kanten gegen einen Hebel 45, der mit seinem untern Ende bei 46 an der Seitenplatte 3 drehbar sitzt, wälc- rend am andern Ende eine Zugfeder 47 an greift.
Infolge Drehung der Vierkantscheibe in Richtung des Pfeiles U wird demnach der Hebel 45 gedreht und die Feder 47 ge spannt.
An der Seitenplatte 3 ist ferner eine ge schlitzte Blattfeder 48 angeordnet, deren freie Enden oben zwei, zum Beispiel mit einer Gummibelleidung versehene Druckorgane 49 tragen. Diese dienen zum Andrücken des Papierstreifens und des Farbbandes gegen die Stunden- und Minutenscheibe, zu welchem Zwecke die Druckplatte 8, über welche der Papierstreifen geführt ist, an dieser Stelle mit einer Aussparung 50 (Fig. 2) versehen ist. Die Blattfeder 48 wird nun mit den Druck organen 49 gegen die Typenscheiben durch die Nocken 51 der Nockenscheibe 43 gedrückt, wenn diese sich dreht.
Die Anordnung der mitZähnen versehenen Scheibe 30, derNocken- scheibe 43, der Vierkantscheibe 44 und des Hebels 45 zueinander ist derart, dass die Klinke 26, nachdem sie mit einem Zahn 31 der Scheibe 30 in Eingriff gebracht ist, letztere und damit auch die Nochenscheibe 43 und die V ierkantscheibe 44 so weit dreht, dass die Scheibe 44, die sich bei der Drehung mit einer abgerundeten Ecke gegen den Hebel 45 legt, über ihre Totlage hinausgedreht wird und demnach der Hebel 45 die Vierkant scheibe 44 durch die Zugfeder 47 sehr schnell in die normale Lage zurückbewegt, so dass wieder eine gerade Kante der Scheibe 44 gegen den Hebel 45 liegt.
Bei dieser Dre hung, welche sehr rasch vor sich geht, schleift ein Nocken 51 der Nockenscheibe 43 unter der Feder 48 und drückt sie gegen den Papierstreifen und das Farbband, wobei die Feder in die Aussparung 50 zu liegen kommt.
Die Wirkungsweise des Kontrolluhrwerkes ist folgende: Der Papierstreifen 5 ist mit seinem einen Ende in der Klemmrolle 9 eingeklemmt, und der Handhebel 11 befindet sich in der Ruhe lage, das heisst liegt nit dem Nocken 25 auf den obern Rande der Seitenplatte 2 auf. Die Klinken 16 und 17 liegen dann mit ihren Nasen hinter je einem Zahn der Sperräder 19 und 12. Die Zugfeder 24 des Doppelhebels 23 hält diese Teile in dieser Lage, die Feder 27 drückt die Klinke 26 des Doppelhebels 23 gegen den Umfang der verzahnten Scheibe 30 zwischen zwei Zähnen 31, und die Vier- hantscheibe liegt mit einer Seitenkante gegen den Hebel 45 an. Die Typenscheiben 33 und 34 drehen sich im Sinne des Uhrzeigers.
Der Angestellte, beziehungsweise Beamte, der den Apparat benützt, trägt durch den Schlitz 55 der Glasplatte 54 auf den Papier streifen seine Unterschrift beziehungsweise sein Zeichen auf. Darauf wird der Hand hebel 11 umgelegt, das heisst nach links ge dreht, bis die Klinke 26 hinter einen Zahn 31 der Scheibe 30 greift. Dies geschieht, weil bei der Drehung des Handhebels 11 gleich- z ei itig die Achse 10 mit dem Sperrade 12 und dem Doppelhebel 23 gedreht wird, wobei die Feder 24 gespannt wird.
Durch die Drehung des Sperrades 12 wird mittelst der Klinke 14 die Scheibe 13 und dadurch auch die Klemm rolle 9 mit dem Sperrade 19 gedreht, wobei die Klinke 16 über einen Zahn dieses Sperr- rades schleift und hinter diesen einfällt; gleich zeitig greift die Klinke 26 hinter einen Zahn 31 der Scheibe 30. Die Klemmrolle 9 hat bei dieser Drehung den Papierstreifen mitgezogen, und zwar so weit, dass die Stelle mit der Unterschrift des Beamten sich gerade seitlich von den Druckorganen 49 der Blattfeder 48 befindet.
Lässt man nun den Handhebel 11 sich unter dem Einflusse der Feder 24 zurück bewegen, so schleift die Klinke 14 über die Zähne des Sperrades 12, während die Scheibe 13 das Sperrad 19; die Klemmrolle 9 und dem nach auch der Papierstreifen stehen bleiben.
Bei gleichzeitigem 1iückwärtsdrehen des He bels 23 dreht die Klinke 26, die sich hinter einen Zahn 31 der Scheibe 30 gelegt hat, diese Scheibe und damit auch die Nocken scheibe 43 und die Vierkantscheibe 44 und zwar so weit, bis die Vierkantscheibe über die Totlage hinaus gegen den Hebel 45 ge.- dreht ist.
Dann erfahren die Vierkantscheibe 44 und demnach die Nockenscheibe 34 und die verzahnte Scheibe 30 plötzlich durch die Federspannung von 47 und den Druck des Hebels 45 auf die Vierkantscheibe eine sehr schnelle Drehung, bis die nächste Kante der Vierkantscheibe gegen den Hebel 45 anliegt. Bei dieser sehr raschen Drehung hat sich ein Nocken 51 der Nockenscheibe 53 unter die Enden der Blattfeder 48 hindurch bewegt und hat die beweglichen Druckorgane 49 auf wärts bewegt, wodurch der Papierstreifen und das Farbband gegen die Typenscheiben ge drückt werden.
Dieses geht mit einer solchen Geschwindigkeit vor sich, da) das Uhrwerk dadurch nicht den geringsten nachteiligen Einfluss auf seinen Lauf empfindet.
Die Zeit in Stunden und Minuten ist dem nach jetzt neben der Unterschrift des Beamten auf dem Papierstreifen abgedruckt und der Apparat ist wieder für die nächste Betätigung in Bereitschaft.
Haben alle in Betracht kommenden Per sonell ihre Unterschrift eingetragen und ist die Zeit aulgedruckt, so kann der Bürovor stand, beziehungsweise der mit der Kontrolle beauftragte Beamte oder dergleichen den nit den Unterschriften und Zeitabdrücken ver- sehenen Teil des Papierstreifens aus der Klenmrolle entfernen. Zu diesen Zwecke nuss der Papierstreifen von der Einwirkung der Klinken 14 und 16 freigemacht werden. Dies geschieht dadurch, dass die Klinke 16 mit dem Querstücke 20 in der Aussparung 21 des Hebels 22 festgestellt wird und die Klinke 14 über die Feder 15 hinweg ausgehoben wird. Dieses Ausheben geschieht durch Dre hung der Scheibe 13, wobei ein Stift 56 der Scheibe 13 sich gegen eilen Ansatz 57 der Klinke 14 legt.
Wie schon erwähnt, wirrt durch das Ab wickeln des Papierstreifens durch Drehung der Klemmrollo deichzeitig das Farbband 35 bewegt und fortwährend mit frischer Farbe versehen.
Der ganze Apparat kann in einem Kasten eingebaut sein, aus dem nur der Handhebel herausragt. Die Glasplatte muss mit eineue Schlitze von geeigneter Grösse versehen sein. Bei Anwendung des oben beschriebenen Apparates ist der einzige Betrug, der noch möglich ist, der, dass die Unterschrift einer der den Apparat benutzenden Person fälsch licherweise nachgeahmt wird, was jedoch in der Praxis ziemlich ausgeschlossen ist.